Hallo Guido, auch ich bin ein begeisterter Schwarz(Mit)fahrer und habe deinen Bericht sehr genossen. Der Süden Namibias ist mir noch fremd, das werde ich aber jetzt ändern.Oder vielleicht erst 2014, für dieses Jahr sind schon wieder Unterkünfte im Norden gebucht. Sandfontein ist wirklich super toll - aber der Preis topt leider alles!!!😊 Ich stelle einige Parallelen zum Oman fest, die Canyons und die Weite - genau das lässt mich von Freiheit träumen. Ich stelle immer mehr fest, dass Deutschland zwar sehr schön ist, aber die Enge nimmt hier zu und ich flüchte.... 😠 😉 Ich bin gespannt, was noch tolles folgt? Danke dafür! Liebe Grüße Biggi
GUGuidoThemenstarter149 Beiträge · seit 200622. Feb. 2013 ·
Hallo Jens-Uwe, danke für den Link, aber ich glaube fast, dass Du das Chalet „Desert View“ abgelichtet hast, das ist das nächste Chalet zu „Eagles View“…by the way: Deine Bilder sind schon absolut spitze…
Hallo Tanja – das war eine weise Entscheidung, so früh loszugehen und Dein Fernweh kann ich verstehen…
Hallo Biggi, zu Sandfontein – frag‘ einfach mal nach, da gibt es auch immer mal wieder „Specials“ – und zum Thema teuer vs. preiswert hatte ich ja was geschrieben…:-)
Leider war ich noch nicht im Oman, aber das steht noch auf der Liste…
Mittwoch, 05.12.2012 Klein-Aus Vista – Drifter’s Desert Lodge
Am Morgen bin ich sehr früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu erleben…ein weiterer magischer Moment, wie es langsam dämmerte und die Wüste zu Leben erwachte…
Beim Frühstück genoss ich dann nochmals die Terrasse, besser gesagt den Blick von selbiger - leider musste ich dann bald aber schon wieder weiter. Nach dem Auschecken fuhr ich das kurze Stück über die B4, bog dann auf die C13 und dann auf die D707.
Für mich ist dieser Streckenabschnitt einfach einer der schönste, den ich kenne. Die unglaubliche Weite und Erhabenheit der Landschaft, die Stille, das wogende Gras, der rote Sand auf der einen Seite, die dunklen, majestätischen Tirasberge auf der anderen, die Pad, die in die Unendlichkeit zu führen scheint – wer hier nicht zur Ruhe kommt, dem ist wahrscheinlich nicht zu helfen.
Ich stoppte immer wieder, um einfach nur zu genießen - Tiere gibt es auch einige zu sehen - diese Oryx hatten sich dann sehr fotogen positioniert:
In Betta legte ich noch einen Tankstopp ein und füllte meinen Reiseproviant noch etwas auf – der Laden ist absolut zu empfehlen, ein solches Angebot erwartet man nicht unbedingt in „the Middle of Nowhere“. Außerdem sind die nächsten Möglichkeiten fürs Tanken und Einkaufen nicht gerade um die Ecke.
Schließlich kam ich nach ca. vier Stunden am Abzweig Richtung der Drifter‘s Desert Lodge an, eine Unterkunft, die auch noch nicht so bekannt ist.
Auf dem ca. 7km langen Weg zur Lodge gab es bereits die ersten Tierbegegnungen, Springböcke, Oryx und Strauße.
Ich war nun schon zum dritten Mal dort, und was soll ich sagen: Die Lage und das Gebiet der Lodge sind einfach phänomenal.
Zunächst zur Lodge selbst: sie liegt auf einem Areal, das inzwischen durch Zukauf aufgegebener Farmen wohl an die 20.000 ha groß ist, auf dem alle Zäune abgebaut wurden und das direkt an das Gebiet grenzt, auf dem Wolwedans liegt.
Das Areal wurde von Drifter’s gekauft und bis vor ein paar Jahren gab es lediglich einen Zeltplatz für die Drifter’s Touren mit dem Overlander. Diese Campingmöglichkeit gibt es immer noch, der Platz ist aber weit entfernt von der Lodge und man bekommt nichts voneinander mit.
Das Lodgegebäude sieht man erst relativ spät, da es sich an einen Hügel kauert. Es besteht aus sechs Zimmern (also maximal für 12 Gäste) und einem Aufenthalts-/ Speiseraum mit Küche.
Die Zimmer sind recht spartanisch eingerichtet, aber sehr sauber und mit bequemen Betten. Zur Terrasse hin gibt es eine große Glasschiebetür, das Bad hat eine Dusche mit Ausblick zum dahinterliegenden Berg.
Blick aus dem Zimmer:
Der schönste Platz zum Verweilen ist sicher die große Terrasse mit Rasenfläche und Pool mit Blick auf die Ebene und zum davorliegenden Wasserloch, an dem sich häufig Springböcke tummelten. Terrasse:
Auf der Terrasse kann man stundenlang verweilen und einfach nur schauen!
Ich war – mal wieder – der einzige Gast, was das Erlebnis nochmals steigerte, da die Verwalter der Lodge im Farmhaus 2km entfernt wohnen und nur zur Zubereitung des Essens zur Lodge kommen.
Ich verbrachte den Nachmittag also auf der Terrasse und im Pool und ließ es mir einfach gut gehen. Am späten Nachmittag war dann ein Gamedrive geplant, den ich nun auch schon zum dritten Mal gemacht habe, ohne das mir je langweilig wurde (wir sind auch immer andere Strecken gefahren): Oryxherden, Strauße, Springböcke, Schakale, Löffelhunde etc. Und die Landschaft ist mindestens genauso spektakulär, hier ein paar Bilder vom Gamedrive:
Junge Oryx-Antilope:
Und der Aufpasser:
Löffelhunde:
Und immer wieder diese Landschaft:
Den beeindruckenden Sonnenuntergang bei etwas Regen erlebten wir dann mitten im Veld.
Nach ca. 2h kamen wir dann zurück und das leckere Abendessen wurde vor meinen Augen gerichtet, ich nahm es gemeinsam mit den Verwaltern ein, die aus Namibia und Südafrika kamen und sehr nett waren.
Nach dem Essen verschwanden sie dann und ich war wieder alleine.
Den Abend ließ ich dann wieder auf der Terrasse ausklingen und beobachtete noch die Springböcke und Oryxantilopen am Wasserloch und den gigantischen Sternenhimmel.
In absoluter Stille schlief ich dann wunderbar ein.
dein Bericht ist absolut faszinierend (obwohl es ja nach eigenen Angaben gar kein Reisebericht ist). Der Süden fasziniert uns auch immer wieder. Diese Landschaft und Weite ist unfassbar.
Lüderitz haben wir bisher eher stiefmütterlich behandelt. Das ist ab sofort vorbei. Ich liege meinem Mann schon in den Ohren.
Deine Bilder sind traumhaft.
Wir planen unsere Reise für Frühjahr nächstes Jahr und sind noch etwas unschlüssig ob wir Süden Namibia und Norden Südafrika (also KTP und Richtersfeld) kombinieren oder nur Südafrika.
Dein Bericht steigert das Fernweh in jedem Fall ins Unermessliche. Und ich freue mich auf weitere Teile.
GUGuidoThemenstarter149 Beiträge · seit 200624. Feb. 2013 ·
Hallo Nadja, danke Dir – ist deshalb aus meiner Sicht kein so richtiger Bericht, da ich nicht mit den tollen Berichten anderer hier Schreibender mithalten kann…ich will vor allem ein paar Infos mitgeben für diejenigen, die es interessiert.
Es freut mich, dass Euch der Süden auch so interessiert. Wagt Lüderitz einfach mal – wer dafür offen ist, wird belohnt…
Hallo Lil – freut mich, dass ich zu Deiner Wunschliste beitragen konnte…
Leider musste ich dann diesen schönen Platz verlassen, genoss das Frühstück auf der Terrasse, nochmals die Fahrt von der Lodge zum Tor und machte mich auf Richtung Norden.
Blick von der Terrasse am Morgen:
Auch dieser Teil der Strecke ist traumhaft schön, wieder durch unwirkliche Landschaften – der Weg ist das Ziel:
Am Straßenrand standen auch wieder riesige Antilopenherden und man musste höllisch aufpassen, denn sie stieben teilweise mit einem Affenzahn über die C14.
Schließlich, nach mehreren Stopps und ca. 2,5h, erreichte ich die Sossus Dune Lodge.
Auch hier war ich vorher schon zweimal, auch wenn ich sonst eher kleine Lodges oder Gästehäuser bevorzuge, bei denen Busgruppen ausgeschlossen sind. Über diese Lodge wurde ja auch schon ausgiebig geschrieben, deshalb halte ich mich auch relativ kurz.
Bei der Ankunft auf dem Parkplatz, der vom Haupthaus ein gutes Stück entfernt ist, wird man abgeholt und das Gepäck zur Lodge gebracht (auch sonst ist i.d.R. immer jemand am Parkplatz oder am Haupthaus).
Nach einem Getränk zur Begrüßung bezog ich dann das Chalet. Diese erreicht man über hölzerne Stege, sie bestehen aus Zelten auf Holzplattformen mit Terrasse und einer Fensterfront mit einem tollen Blick auf eine weite Ebene Richtung Dünen sowie auf ein Wasserloch nahe bei der Lodge, an dem ich während des Aufenthaltes im Wesentlichen Springböcke gesehen habe. Der Sanitärbereich ist vom Schlafbereich getrennt, es gibt einen Kühlschrank, sehr bequeme Liegen und Ventilatoren, die auch teilweise bitter nötig waren, da sich das Chalet tagsüber ziemlich aufwärmt.
Blick zur Lodge:
Ich hatte Glück, das Chalet Nr.15 relativ nahe zum Hauptgebäude zu bekommen – die Wege über die Holzstege können doch ziemlich weit sein. Der einzige Nachteil ist dann, dass man früh morgens, wenn die ersten aufbrechen und man eigentlich noch ein wenig schlafen möchte, vom Gerumpel der Koffer über die Holzbohlen leicht wach wird.
Beim Hauptgebäude, bestehend aus Bar- und Restaurantbereich findet sich noch ein recht schöner Pool mit Liegen und ausreichend Schatten. Der unbestreitbare Vorteil der Lodge für mich ist die Möglichkeit, unabhängig von Toröffnungszeiten Richtung Sossusvlei zu fahren.
Dies nutzte ich auch gleich am ersten Abend, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich fuhr zum ca. 25 km vom Tor entfernt liegenden Sossuspoort-Aussichtspunkt, wo man in den Dünen sitzend einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben kann.
Zunächst vorbei an Feenkreisen:
Vom Parkplatz ist dann nur ein kleiner Fußmarsch notwendig und man taucht gleich in den roten Sand ein, kleine Dünenhügel sind mit Gras bewachsen, das sich leicht im Wind wiegt, die Dünen und das Gras in der Ebene ändert ständig die Farbe…mmmmhhh…es war einfach grandios:
Nachdem ich eine kleine Düne erklommen hatte, stand auf einmal nicht mal 20m von mir entfernt eine wunderschöne Oryx-Antilope – wir schauten uns an und ich weiß nicht, wer sich mehr erschreckt hat – ich konnte aber noch ein Foto schießen, bevor das wunderschöne Tier davon stieb:
Was mich generell sehr überrascht hat war, wie viele Tiere zu sehen waren: große Herden von Springböcken, sehr viele Oryxe, Strauße in ungeahnter Zahl und Schakale.
Als es dann doch recht dunkel wurde, fuhr ich gemütlich zurück zur Lodge, immer auf der Hut vor an der Straße grasenden Tieren.
Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte, ging es zum Abendessen ins Restaurant. Beim meinem ersten Besuch vor drei Jahren hatte ich völlig unterschiedliche Erfahrungen gemacht – einmal topp, einmal, als eine große Busgruppe da war, ein totaler Flop.
Ich ließ mir einen Tisch auf die Terrasse bringen, was weise Entscheidung war, denn auch hier war es wieder schlicht und ergreifend atemberaubend unter dem Sternenhimmel Afrikas.
Darüber hinaus war das Essen auch äußerst schmackhaft, wirklich sehr gut, vor allem das Wild zum Hauptgang. Der Service war auch prima und, was soll ich sagen, die Weinauswahl genau richtig. Lag vielleicht auch daran, dass nicht allzu viele Gäste in der Lodge waren.
Lange saß ich noch auf der Terrasse und ging dann irgendwann zufrieden zu Bett.
besser könnte ich den Aufenthalt auf Sandfontein nicht berichten. Wir waren gerade für 2 Tage dort --- das absolute Highlight unserer Reise - lokker kann man dort mehrere Tage verbringen. Übrigens wohnten wir im gleichen Chalet. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
musste jetzt wirklich schmunzeln, wir sind ja fast die gleiche Tour gefahren - wir waren vor Sandfontein auf Norotshama im gleichen Chalet Nr. 1 wie Du, fanden es wunderbar - waren die einzigen Gäste.... traumhaft. Werde auch keinen Reisebericht schreiben - aber über die Unterkünfte und über die Wegstrecken. Meine Überschrift könnte genauso lauten--- denn wir waren wirklich überall - ausser Kalahari Red Dune Lodge die einzigen Gäste..... freu mich aufs weiterlesen. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Geht der Reißverschluss am Fenster gleich links wenn man reinkommt wieder? Waren im September 2011 auch im Chalet Nr. 1 und werden in gut sieben Wochen wieder dort sein - mit oder ohne funktionierendem Reißverschluss 😉
Hallo Guido! Ich bin völlig gefangen in Deinen Reisebericht. Du beschreibst die Unterkünfte und das Drumherum sooo gut!! Hilft sehr bei der eigenen Unterkunftsauswahl. Eigentlich wollte ich nur den Danke Button klicken, aber der funktioniert gerade nicht 🙁 also gibts ein paar Zeilen 🙂 LG
hallo Armin, bei uns funktionierten alle Reissverschlüsse. Freu Dich. Auch das Essen war super. Ich kann leider Deinen Beitrag nicht voll lesen - ab wann bist Du dort ? Liegt sicher an der Umstellung - bis man da wieder alles so findet -- bis jetzt ist es sehr unübersichtlich. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
etosha-micha139 Beiträge · seit 200926. Feb. 2013 ·
Hallo Armin,
also ich kann Hanne nur bestätigen, wir waren im Oktober dort, natürlich auch in Chalet / Zelt Nr. 1 und zum Dinner die einzigen Gäste.
vielen Dank für deine Information. Wir sind vom 19. bis 21. April dort. Wir freuen uns auch schon - Reißverschluss ist sekundär 😉
Viele Grüße Armin
GUGuidoThemenstarter149 Beiträge · seit 200628. Feb. 2013 ·
Hallo Hanne – ist ja witzig, dass wir fast die gleiche Route hatten. Mit Deinen Eindrücken und Informationen hast Du ja auch schon begonnen – bin mal gespannt, wie es weitergeht. Und es freut mich, dass es Euch auf Sandfontein ebenso gut gefallen hat – obwohl ich eigentlich auch nichts anderes erwartet hätte…
Habe eben in Deinem Bericht gelesen, dass Ihr auf Kobo Kobo Hills bei Kirsten wart – ebenfalls eine tolle Unterkunft, wenn auch völlig anders, und Kirsten ist die perfekte Gastgeberin, wir konnten 2011 dort sein!
Hallo chrisanna8 – danke Dir für die Zeilen! Freut mich, wenn ich Dir dadurch helfen kann – das war ja auch Sinn der Sache. Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich einfach.
Weiter geht’s:
Freitag, 07.12.2012 Sossus Dune Lodge - Teil 1
Ich hatte mir den Wecker auf 4:30 gestellt, noch etwas bettschwer (ob’s am Wein lag…) begab ich mich zum Wagen, um den Sonnenaufgang auf der Elim-Düne, keine 10 Minuten von der Lodge entfernt, zu genießen.
Das letzte Mal war ich direkt im Dead-Vlei zum Sonnenaufgang, aber da war dieser auch deutlich später (es war im Februar), das wollte ich mir diesmal nicht antun – auch wenn dies ein einmaliges Erlebnis ist, ganz alleine dort zu sein, das Farbenspiel zu sehen und die Atmosphäre zu erleben. Noch ein kleiner Hinweis: wenn Ihr selbst vor Sonnenaufgang ins Sossusvlei fahren wollt – nehmt Euch viiiiel Zeit – es laufen und grasen so viele Tiere auf und neben der Straße, dass Ihr nur langsam fahren solltet und höllisch aufpassen müsst. Außerdem hatte zumindest ich ein klein wenig das Problem, bei der Dunkelheit den richtigen Parkplatz und den Weg Richtung Dead Vlei zu finden. Also, eine Taschenlampe und viiiiel Wasser sollten auch dann nicht fehlen - aber es war zumindest für mich eines dieser "once-in-a-lifetime"-Erlebnisse...da gerate ich immer noch und wieder ins Schwärmen..
Nun aber wieder zurück zur aktuellen Reise:
Auch auf der Elim-Düne war ich nach anstrengendem Aufstieg alleine - ich ließ das alles auf mich wirken und es erfüllte mich mit großer Zufriedenheit, in diesem Moment nirgendwo anders sein zu wollen.
Langsam wurde es dämmrig, die Farben veränderten sich ständig, die vom Wind in der Nacht geformten Wellen auf den Dünen schimmerten im Morgenlicht und irgendwann schob sich die Sonne in den Himmel.
Von Weitem sah ich dann irgendwann die „Meute“ mit ihren Fahrzeugen Richtung Sossusvlei rasen und blieb glücklicherweise alleine auf „meiner“ Düne.
Langsam trat ich dann den Rückzug an, aber genoss den Weg zum Wagen zurück, den Sand, die Aussichten, die Schatten.
Am Wagen angekommen war es dann bereits sehr warm, ich fuhr das kurze Stück zur Lodge zurück, um dort zu frühstücken – ein kleiner Vorteil, wenn man nicht zur Düne 45 oder ins Vlei fährt, denn das Frühstückspaket, dass man von der Lodge bekommt, sollte man alleine ins Sossuslvei fahren, ist nicht der Rede wert…naja, aber man fährt ja aus anderen Gründen rein...
Danach hieß es dann erst einmal etwas dösen nach dem frühen Start in den Tag.
GUGuidoThemenstarter149 Beiträge · seit 200604. März 2013 ·
Hallo Eliane und Irene, danke für Eure Zeilen...habe endlich ein wenig Zeit, den Rest des Tages zu beschreiben...
Freitag, 07.12.2012 Sossus Dune Lodge - Teil 2
Am späteren Vormittag dann machte ich mich auf, um zum Deadvlei zu fahren, auch, um den Menschenmassen zu entgehen – klar, es ist heißer und die Farben auch nicht mehr so intensiv wie morgens, aber viel stiller…
Für die letzten 5km hieß es: Allradantrieb rein und ab in den Sand. Der Hilux wühlte sich durch und ich wurde hier und da doch ziemlich durchgeschüttelt. Eine echte Anstrengung für Mensch und Maschine.
Dann: Kamera und Wasser eingepackt und los ging es - nach einem anstrengenden Marsch durch Sand, der sehr schweißtreibend sein kann, erreichte ich das Dead Vlei.
Absolut mystisch – die abgestorbenen Bäume, der harte Boden und die Dünen, die absolute Stille, keine Menschenseele.
Geschenkt hatte ich mir dann den Aufstieg auf die Dünen beim Sossusvlei, einerseits war ich noch müde vom frühen Aufstehen und vom Marsch zum Dead Vlei, dann war ich schon ein paar Mal oben und außerdem war die Düne etwas stärker bevölkert…und auf eine Polonaise hatte in keine Lust…
Ich muss mich immer wieder wundern über die Leute, die sich bis kurz vorm Herzinfarkt den Aufstieg zumuten, dann aber teilweise abbrechen müssen und sich dann „gegen den Strom“ nach unten tanken oder die dann alle zwei Meter stehen bleiben und den Aufstieg blockieren.
Langsam machte ich mich dann auf den Rückweg, nicht ohne unterwegs noch ein paar Mal für Fotos anzuhalten.
Den Rest des Nachmittags verbrachte ich ob der Hitze und der Anstrengung zunächst am und im Pool, außer mir waren selbst in dieser Lodge an diesem Tag nur zwei weitere Gäste.
Dann machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Sesriem Canyon. Am Canyonrand wanderte ich noch ein wenig umher. Die Sonne brannte allerdings unbarmherzig, für einen längeren Marsch war es einfach zu heiß.
Im Canyon selbst war ich nicht, obwohl man da normalerweise sehr gut durchwandern kann. Dies war der Tatsache geschuldet, dass eine größere Pavian-Familie gnadenlos und zielgerichtet Steine von oben auf die Wanderer im Canyon warf…unglaublich gefährlich.
Am späten Nachmittag ging es dann wieder zum Sossusport-Aussichtspunkt, um den Sundowner abermals in den Dünen zu erleben.
Die Sonne geht zwischen den Dünen unter, die Ebene liegt noch lange in einem prächtigen Zwielicht. Dann noch barfuß im warmen Sand, eine leichte Brise, die langsam die Hitze des Tages vertrieb, ein kühles Windhoek Lager aus dem Autokühlschrank – es war zum Niederknien.
Das Abendessen habe ich wieder unterm Sternenhimmel genossen und was soll ich sagen – auch diesmal war es lecker! Blick von der Terrasse: Leider viel zu schnell ging auch dieser Tag zu Ende und der Abschied von der Wüste rückte leider näher.
Danke für Deinen tollen, informativen Erzählungen Deiner Erlebnisse mit den schönen Fotos-macht richtig Spaß zu lesen! ...und steigert natürlich die Vorfreude auf unsere erste Namibiareise, bei der wir Im April auch 2 Nächte im Soussusvlei in der Sossus Dune Lodge sein werden.
Hallo Guido, wunderschöner Bericht und tolle Fotos, die wecken zwar Erinnerungen, aber auch ganz viel Vorfreude steigt auf. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. 😁 Liebe Grüße Birgit 😉
Gemütlich frühstückte ich auf der Terrasse und genoss noch einmal den Zauber der Wüste am Morgen.
Nachdem die Reisetasche gepackt war, machte ich mich via der D826 und der C19 auf den Weg Richtung Solitaire. Die ersten beiden Straßen waren in recht gutem Zustand und ich kam gut voran. Die Straße Richtung Ghaub- und Kuiseb-Pass wurde jetzt leider immer schlechter bis wirklich katastrophal und das Fahren strengte doch sehr an. Zwischendurch lief es dann wieder ein wenig besser, aber wenn dort Schilder stehen – und es standen einige – die ausdrücklich eine Geschwindigkeitsreduktion anmahnen, die sollte man in jedem Fall beachten.
Ich vermied dann die recht eintönige Straße nach Walvis Bay und nutzte lieber den Weg über die D1998, die D1982 und D1985 sowie die C28. Diese Straßen waren in einem deutlich besseren bis hervorragenden Zustand, auch wenn es ein paar Kilometer mehr sind – ich kann diese Strecke sehr empfehlen.
Außerdem ist die Landschaft deutlich schöner und die Tierbegegnungen zahlreicher, sogar Giraffen weideten direkt neben der D1985.
Nach knapp 5 h erreichte ich dann endlich Swakopmund, wo mich eine frische Brise bei schönstem Sonnenschein empfing.
Zu Swakopmund ist schon sehr viel geschrieben worden, deshalb nur ein paar Informationen. Von den vielen möglichen und empfehlenswerten Aktivitäten (Little 5 Tour, Robbentour etc.) hatte ich diesmal keine vorgesehen, ich wollte die letzten zwei Tage einfach nur entspannen und mich in den Tag treiben lassen. Deshalb habe ich auch die Kamera im Zimmer gelassen und so gut wie keine Bilder gemacht…aber da die meisten von Euch ja eh‘ Swakopmund auf dem Programm haben/hatten, kennen diese Stadt sicher die meisten.
Ich hatte zum zweiten Mal das Cornerstone Guesthouse als Unterkunft ausgewählt. Das Guesthouse ist von einer Mauer umgeben und steht in einem wunderschönen Garten mit vielen Pflanzen.
Die Zimmer, acht an der Zahl, haben alle eine kleine, überdachte Terrasse, an die Rezeption schließt sich der Frühstücksraum an, ebenfalls sehr schön eingerichtet. Die Zimmer wiederum sind sehr sauber und freundlich, zwei Betten, ein Schrank inklusive Safe, ein Kühlschrank mit Getränken und ein kleines Bad.
Ein paar Parkplätze sind innerhalb der Mauern zu bekommen, allerdings kann man den Wagen auch draußen stehen lassen, am Abend steht dann ein Wachmann vor dem Haus und schaut, dass alles ruhig bleibt
Übrigens ist an dieser Straßenecke das Verkehrsaufkommen so gering, dass ich in keinster Weise trotz der Lage gestört wurde. Ein großer Vorteil ist auch, dass man das Auto generell stehen lassen kann und fast alles in der Stadt zu Fuß erreicht (das gilt auch für das direkt gegenüber liegende Swakopmund Guest House, das kenne ich auch und ist ebenfalls sehr zu empfehlen).
Nach der Ankunft bin ich dann in die Stadt und zum Strand und habe dem munteren Treiben zugeschaut. Das Wetter war traumhaft, Sonne, Wärme, eine leichte Brise. Leider war die Stadt aufgrund des nahenden Weihnachtsfestes bereits sehr voll und etwas laut…außerdem passt die Weihnachstdeko so irgendwie gar nicht zum sommerlichen Wetter – aber das liegt wohl im Auge des (mitteleuropäischen) Betrachters. Am frühen Nachmittag habe ich dann einen kleinen Snack im Restaurant vorne auf der Jetty genommen, zu dieser Zeit gab es – außerhalb der normalen Lunch- und Dinner-Zeiten - nur eine kleine, Sushi-lastige Karte oder wahlweise Kuchen.
Ich bin jetzt überhaupt kein Sushi-Experte, aber die waren für meinen Geschmack ganz o.k. und der glasweise ausgeschenkte Sauvignon Blanc gut – aber das Beste ist natürlich die Aussicht aufs Meer, wenn es nicht so windig ist, sucht Euch einen Platz auf der Terrasse direkt überm Meer.
Am Abend dann war ich auf einen Absacker in Kücki’s Pub, fußläufig vom Guesthouse, es war natürlich proppenvoll, aber an der Theke war noch was frei und dort beschloss ich den Abend und erfuhr in Gesprächen mit Einheimischen so einiges über Land und Leute, Klatsch und Tratsch…
Sonntag, 09.12.2012 Swakopmund
Am nächsten Morgen haben ich mal keinen Sonnenaufgang erlebt, sondern gehörig ausgeschlafen, es war eh neblig. Nach der Einnahme des wundervollen Frühstücks im Guesthouse bin ich wieder in die Stadt und ließ mich so durch den Morgen treiben, schaute mich hier und da ein wenig um. Einige Geschäfte hatten auch auf und so kaufte ich ein wenig Literatur in der Swakopmund Buchhandlung (empfehlenswert).
Am Mittag dann – ich hatte Blut geleckt – wieder ein paar Sushis mit einem Glas Weißwein auf der Jetty und lange das Meer genossen. Ein wenig Wehmut mischte sich bereits in meine Gedanken – der letzte richtige Urlaubstag in Namibia für diesen Urlaub.
Nachdem ich mich dann im Guesthouse noch ein wenig bei guter Lektüre und Getränken entspannt hatte, war es leider Zeit, widerwillig die Vorbereitungen für die Rückreise zu starten, sprich, meine Sachen langsam zu sortieren und in einen kofferfähigen Zustand zu bringen – was mir auch gelang…
Für den Abend hatte ich dann bereits von Deutschland aus im Tug einen Tisch am Fenster reserviert und was soll ich sagen: das klappte einfach wunderbar – den für mich schönsten Tisch in einer Ecke mit Blick auf den Atlantik – einfach ein Traum.
Aber vor dem Essen genoss ich zunächst den Sonnenuntergang auf der Terrasse des Tug bei einem leckeren Gin Tonic. Leider war es sehr bewölkt, so dass sich die Sonne nicht zeigte…trotzdem ließ ich es mir gutgehen…aber hier mal ein Bild von 2010, wie schon der Sonnenuntergang beim Tug sein kann.
Und das Essen im Tug? Das war wie immer sehr lecker, ich kann das nur empfehlen, ich war nun schon an die zehn Mal da und noch nie schmeckte etwas nicht, ob Fleisch, ob Fisch.
Leider hatten sie aber meinen Lieblings-Piontage, den von Kanonkop, nicht mehr auf der Karte, aber ich fand auch so etwas Passendes.
Gut gesättigt begab ich mich dann wieder zum Guesthouse und fiel in den verdienten Schlaf in der letzten Nacht des Urlaubes.
Nun war es leider soweit, das letzte Mal für diesen Urlaub in Namibia die Tasche endgültig packen, das letzte Mal für diesen Urlaub ein leckeres Frühstück in Afrika.
Aber ich musste weiter, da ich ja noch in Windhoek den Wagen abgeben und dann am Abend in den Flieger musste.
Über die B2 ging es recht zügig voran und bald erreichte ich Usakos und Karibib. Usakos macht einen eher heruntergekommenen Eindruck, wohingegen Karibib recht „gepflegt“ ausschaut.
Bei Okahandja trifft dann die B2 auf die B1, die mich dann weiter nach Windhoek führte. Schließlich erreichte ich Windhoek nach ca. 4h mit noch ein wenig Diesel im Tank – meine Kalkulation ging also auf.
Irgendwie hatte ich aber nicht in der Kalkulation, dass dieser Tag ein Feiertag in Namibia war (Tag der Menschenrechte) – die Stadt war wie tot. Ich bin erst einmal zum Craft Center, auch obligatorisch vor dem Abflug für mich. Nicht nur, wegen der netten Souvenirs, die auch wirklich alle aus Namibia sein sollen, sondern vor allem gehen ich immer ins Café, um für die leckeren Shakes und Speisen meine letzten Dollars rauszublasen…
Aber die machten gerade zu und so konnte ich nur ein letztes Savannah Dry auf dem Balkon des Cafés trinken. In der Stadt war nun so gut wie nichts mehr offen.
So machte ich noch ein wenig Sightseeing. Gegen 15:30 bin ich dann zu African Tracks, um den Wagen zurückzugeben. Die Rückgabe der Wagen war wie immer kein Problem.
Nach der Rückgabe brachte man mich dann zum Flughafen. Dort avisierte man mir schon, dass der Flug wohl Verspätung haben würde, da man auf Kerosin aus Walvis Bay warte…grrrr…und wir warteten und warteten und warteten…ich dachte schon, der Flug würde ausfallen, als dann so gegen 23:00 dann doch das Einchecken begann mit dem Hinweis auf eine Zwischenlandung in Luanda, um da zu tanken…zwischenzeitlich war das ja mal Standard auf der Strecke nach Frankfurt…wir waren wohl zu der Zeit die Versuchskaninchen…
Auf dem kurzen Stück von Windhoek nach Luanda wurde dann in einem Affenzahn das Essen serviert…
Nach dem Auftanken ging es dann weiter nach Frankfurt und am nächsten Morgen, mit ca. vier Stunden Verspätung, hatte ich dann wieder deutschen Boden unter den Füßen, es war kalt, grau, laut, hektisch…und die Sehnsucht nach Namibia brannte schon wieder in mir.