Uganda: Neugierig auf das grüne Herz Afrikas

Reisebericht 74 Antworten · 42,5k Aufrufe · gestartet 29. Nov. 2012 von Butterblume
3’394 Beiträge · seit 200907. Dez. 2012 ·
Mensch, Marina,

einfach nur klasse Bilder. Vielen Dank.

Aber sag mal: sind die pic´s ausschließlich mit Deiner (Profi)-Kamera gemacht oder ist da auch was von Jochen und seiner Bridge-Cam dabei?

Du weißt, wir suchen immer noch nach der richtigen Kamera.

Viele Grüße

der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200907. Dez. 2012 ·
Liebe Beate,

ein freudiges Daaaanke zurück.

Lieber Schorsch,

in meiner Picasa-Galerie kannst Du rechts in den Fotoinformationen sehen (nachdem Du ein ein Vorschaubild geklickt hast), mit welcher Kamera die verschiedenen Fotos gemacht sind.

Jochen hat auch einige beigesteuert!

Mit herzlichen Grüßen aus dem Eiskeller
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
105 Beiträge · seit 201208. Dez. 2012 ·
Moin, moin, Marina,
wunderbare Foddos, toller Bericht. Gratuliere!
Achim

PS. Zu deinem Kameramodell: Las gerade bei Canon:
>Details
Wir haben das Problem festgestellt, dass der Name des Kamera-Modells, der in den EXIF-Daten aufgenommener Bilder enthalten ist, falsch „EOS Kiss X6i“ lautet. Dies ist der Modellname der EOS 650D auf dem japanischen Markt. Das Bild wird trotz dieses Fehlers korrekt aufgenommen.<
Witzig!?
Tschüß Achim
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2012
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200908. Dez. 2012 ·
Guten Morgen Achim,

ich freue mich sehr, dass Dir der Bericht gefällt.
So lange, wie die EOS Kiss anständige Fotos aufnimmt, ist mir das ja relativ egal! Vielleicht ist es eine Kamera für Frauen! 😘

Mit herzlichen Grüßen Richtung Norden
Marina
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6’428 Beiträge · seit 201108. Dez. 2012 ·
Hoi Schorsch
bayern schorsch schrieb:Aber sag mal: sind die pic´s ausschließlich mit Deiner (Profi)-Kamera gemacht oder ist da auch was von Jochen und seiner Bridge-Cam dabei?
Wenn's Dir um den Vergleich der Kameras geht kannst Du auch in meinem eher fotolastigen Reisebericht (klick mich) dieser Reise die Ergebnisse der Fujifilm FinePix HS20EXR (klick mich), teilweise mit 1,7-fach Konverter und leider mit unsauberer Polarisationsfilter-Innenseite, anschauen.
Für mich beinahe die perfekte Kamera, relativ grosser Bildsensor und trotzdem deutlich kleiner als eine Spiegelreflex, bei wenig Licht jedoch klar im Nachteil gegenüber der Spiegelreflex.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2012
1’362 Beiträge · seit 201108. Dez. 2012 ·
Guten Morgen Marina,
Bevor ich jetzt anfange überall meinen Danke-Button zu setzen, lieber so: DANKE !! 😁 Wirklich toller Reisebericht über ein doch eher seltener touristisch frequentiertes Land... Ich wäre leider ( noch nicht ? ) abenteuerlustig genug, aber deine Fotos machen schon wirklich Lust drauf...
Besonders mag ich das Foto von den 3 Frauen, die ihre Lasten auf den Kopf tragen an einem Feldrand; sieht fast wie ein Gemälde aus... Aber die Portaits von Vögeln, Blumen, Libellen etc sind auch super Klasse !!
Also ich bin weiter dabei... 😄

@ Picco:
Dein Reisebericht ist mir völlig durch gegangen 🙄 , aber das wird jetzt nachgeholt!! Ist ja witzig: dieselbe Tour aus einem anderen Blickwinkel 😄

LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
2’265 Beiträge · seit 201108. Dez. 2012 ·
Hallo Marina,

bei dem Aggregatzustand die der Niederschlag gerade hat, tut es unheimlich gut GRÜNE Bilder zu sehen. 😄
Deine Fotos sind alle wunderschön, aber die Vogelbilder sind die Krönung. 🙂
Ich bin da ziemlich unwissend, möchte das aber ändern. Kannst du ein Buch empfehlen, so für den Weihnachtsmann … 😗

Schöne Grüße
Guggu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013: Frau HIRN on the floodplains Reisebericht Namibia 2015:A trip down Memory Lane NAM/BOT 2017 :So weit! So gut! Kenia/Masai Mara 2019 :Der Kreis schliesst sich
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200908. Dez. 2012 ·
Hallo Nane,

herzlichen Dank und schön, dass Du mitreist!!! So abenteuerlich ist Uganda nicht. Dieses schöne Land hat wirklich mehr Touristen verdient!

Hallo Guggu,

vielen Dank für Dein positives Feedback. ich freue mich sehr darüber.

Ich habe zwei Vogelbücher.

1. Auf Forumsempfehlung: Birds of Africa south of the Sahara
2. Birds of East Africa
3. Suche ich mir die deutschen und lateinischen Namen im Netz auf Avibase

Viele Grüße auch an den Weihnachtsmann
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
79 Beiträge · seit 201008. Dez. 2012 ·
Hallo Marina,

ich kann mich den anderen nur anschließen, toller Bericht mit wunderschönen Fotos – insbesondere von den Vögeln – ihr seid ja wahre Ornithologen!!! Habt die Vögel schon alle vor Ort bestimmen können?

Wir sind 2009 nur kurz durch Uganda gefahren, aber ich würde nur zu gerne baldmöglichst dorthin zurückkehren – Piccos und dein Bericht verstärken disen Wunsch ungemein!

Grüße aus dem verschneiten Ostfriesland!
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200908. Dez. 2012 ·
Hallo Daktari,

herzlichen Dank für Dein Feedback. Ja, sieh´zu, dass Du da hin kommst. Noch ist es nicht so überlaufen wie andere afrikanische Länder.

Nein, Ornithologin bin ich wirklich nicht, aber die Großtiere haben wir ja im Juli in Kenia gesehen und mir war klar, das Uganda da nicht mithalten kann, sehr wohl aber über eine Vogelwelt verfügt, die ich so schnell nicht wo anders sehen werde. Deshalb war ich auch nicht im mindestens angekekst keinen Leoparden gesehen zu haben... 😗
Es waren schon ein paar seltene Vogeljuwelen darunter!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
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Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200908. Dez. 2012 ·
Donnerstag, 11.10.2012, Kazinga Channel - Ishasha, Queen Elizabeth NP - Kihihi

98 km

In der Nacht wurde ich von lautem Hyänengeheul nahe beim Camp geweckt, während Jochen gegen 05:30 Uhr vier Hippos im „Vorgarten" unserer Zelte sichtete. Drei haben Picco umkreist, eines fand es bei uns amüsanter.
Vom sehr netten Team des Bush Camps haben wir uns schweren Herzens verabschiedet. Bei dieser Unterkunft hat einfach alles gepasst!

Da Männer ja chronisch unpünktlich sind, kamen wir erst gegen 07:15 Uhr los. Tatsächlich fanden wir auch die kleine No-Name-Tanke in Kichwamba, die sogar über genügend Diesel verfügte.

Neugierige Kinder schauten uns Mzungus bei der Befüllung zu.

Auf dem Weg Richtung Ishasha sichteten wir auf der guten Murramroad neben einigen Vögeln lediglich Wasserböcke, Elefanten und Baboons. Nicht mal die sonst allgegenwärtigen Uganda Kobs zeigten sich. Wie viel Platz wäre hier noch für wilde Tiere! Auf dem ersten Teilstück zwischen Bushcamp und Kisenyi lag jedoch eine Menge Elefantendung auf der Straße, die bis Kisenyi in etwa parallel zum Kazinga Channel verläuft. In diesem Gebiet haben wir bei der Bootstour recht viele Tiere sehen können.

Über dem Lake Albert steigen wieder riesige Schwärme von Lake Flies auf.


Kichwamba


in Kichwamba


in Kichwamba


in Kichwamba


in Kichwamba


Kichwamba


Richtung Ishasha zwischen Katunguru und Kisenyi, QENP


Richtung Ishasha zwischen Katunguru und Kisenyi, QENP


Palmgeier / Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis) Juv., vor Kisenyi, QENP


vor Kisenyi, QENP


vor Kisenyi, im Hintergrund der Lake Edward mit Lakeflies, QENP

Die fünf Brücken bis zum Katookye Gate, dem Eingang zum Ishasha Sektor, sind in erstklassigen Zustand. Die Murramroad ist völlig permittfrei zu befahren und sie wird auch reichlich von LKW´s genutzt.

Kurz vor dem Katookye Gate gerieten wir wieder in einen Road Block. Zwei große LKW´s haben sich im Matsch festgefahren und blockierten die Strecke. Ca. 10 weitere LKW´s stauten sich dahinter. Mit Lotsenhilfe der Fahrer konnten wir die Trucks links umfahren und bedankten uns mit eineinhalb Galonen Wasser und einer Schachtel Zigaretten.


Brücke Nr. 1 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Brücke Nr. 2 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Brücke Nr. 3 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


ist halt alles etwas größer in Afrika, auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Dominikanerwitwe / Pin-tailed Whydah (Vidua macroura), auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Brücke Nr. 4 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Elefanten, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Elefanten, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Brücke Nr. 5 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP

Auf Höhe der Ishasha Wilderness Lodge (ausgeschildert) biegen wir rechts ab zum Katookye Gate und den Game Tracks. Am Gate wird das Permitt sorgfältig kontrolliert. Der Ranger empfiehlt uns auf Nachfrage seinen Kollegen Benjamin als guten Guide, um rasch und effektiv die Baumlöwen zu finden. Also fuhren wir zunächst zum Ishasha River Camp, luden Benjamin ein und gegen 12:30 Uhr starteten wir mit einer Pirschfahrt durch den südlichen Circuit.

Gestern hielten sich die Löwen noch in dem kleinen Picknick-Pavillion in der Nähe des Camps im Schatten auf. Wir hatten jedoch kein Glück. Alle Fig Trees (Feigenbäume) im südlichen Sektor, in denen die Löwen sich sonst auch gerne aufhalten, waren unbewohnt. Sie Karte - die grünen Punkte.

Dafür sahen wir Uganda Kobs, viele Topis und Büffel.


Abfahrt zum Katookye Gate, Ishasha, QENP


Abfahrt zum Katookye Gate, Ishasha, QENP


Katookye Gate, Ishasha, QENP


South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Uganda Kobs, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Palmgeier / Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), Ishasha, QENP


im Hintergrund der Virunga NP im Kongo, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Fig Tree/Feigenbaum ohne Löwen! Ishasha


Benjamin, Jochen, Picco, Ishasha River Camp, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Ishasha River Camp, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Weißbrauenkuckuck / White-browed Coucal (Centropus superciliosus), South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Gewitterwolken, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP

So beschlossen wir erst einmal zum 16 km entfernten Savannah Resort Hotel in Kihihi zu fahren und einzuchecken. Die Zimmer hatte ich morgens per Handy schon reserviert. Wir entlohnten Benjamin für seine Dienste (50.000 UGX), der gab uns seine Telefon-Nr., denn ihn packte der Ehrgeiz und er wollte versuchen mit uns gegen 17:00 Uhr noch einmal die Baumlöwen zu finden. Mittlerweile verdunkelte sich der Himmel bedrohlich, es fing leicht an zu regnen und einige Pisten hier im südlichen Circuit sind auch ohne erneutes Nass von oben schon in erbärmlichen Zustand (muddy und sumpfig). Um 15:30 Uhr führte uns das Nüvi mit T4Africa an die mit Stacheldraht gesicherte Rückseite des Hotels. Also mussten wir die Murramroad komplett zurück fahren und die nächste Parallelpiste nehmen (ab hier ist das Hotel und das Airfield auch ausgeschildert).

Das Hotel, ein Staatsbetrieb, mit seinem riesigen parkähnlichen Garten hat den Charme der 70ziger Jahre, erinnert ein wenig an DDR-Vorzeige-Hotels, aber die Gartenbandas sind sauber und preiswert, verfügen über 24 Stunden Strom und heißes Wasser. Man berechnet uns 115 US$ für die Banda/Double incl. Frühstück.

Während wir uns noch einen Kaffee gönnten, sprach uns der Guide des Savannah Hotel an. Er hatte auch am Morgen mit seinen Gästen Baumlöwen entdeckt und will gleich wieder raus. Wir könnten uns an ihn dranhängen. Da ich aufgrund des drohenden Unwetters lieber den Garten der Lodge nach interessanten Vögeln absuchen wollte, Jochen erst noch in Ruhe seinen Kaffee trinken wollte vereinbarten die Männer, dass sie in ca. 15 Minuten hinterherkommen. Der Guide würde langsam fahren, so dass er eingeholt werden könnte.

So zogen die Männer Richtung Ishasha und ich erst mal Richtung Dusche. Dann brach ein Tropengewitter vom Feinsten herein. Ich sah zu, dass ich aus der Dusche kam...

Nach ca. einer Stunde hörte es langsam wieder auf zu regnen und ich nutzte die Zeit zum Reiseberichtschreiben und für die Beobachtung eines Senegalliestes.


Richtung Kihihi


Richtung Kihihi


Abzweig Sanannah Resort Hotel/Airfield


Savannah Resort Hotel, Kihihi

Als der Hotel-Guide gegen 18:00 Uhr mit seinen Gästen vom Game Drive wieder kam, berichtete er, dass er Jochen und Picco nicht mehr getroffen hat, sehr wohl aber die Baumlöwen. So zeigte ich der Bedienung Sharon Leonas bebilderten Reisebericht vom August, der uns auf dieser Tour gute Dienste geleistet hat und Sharon freute sich sehr über ihr Foto darin und konnte sich auch gut an Leona erinnern. Die entsprechende Seite wechselte natürlich den Besitzer.


Sharon, Savannah Resort Hotel, Kihihi


Senegalliest / Woodland Kingfisher (Halcyon senegalensis), Savannah Resort


Savannah Resort Hotel, Kihihi

Es wurde später und später und ich malte mir wildeste Szenarien von den im Schlamm feststeckenden Männern aus...

Auf 20:00 Uhr war unser Dinner bestellt und Jochen wollte unbedingt vorher noch duschen. Mein Handy mit der ugandischen Telefonkarte hatte Jochen im Auto, damit sie sich mit Benjamin in Verbindung setzen konnten. Auf die Idee, mir einmal mitzuteilen, wo sie stecken, kommen die Männer nicht!

Also bat ich die Rezeptionistin auf meinem Handy anzurufen. Die Freude war auf beiden Seiten groß: Jochen und Picco haben eine Löwenfamilien mit Jungen gesichtet und sie haben gerade den Rückweg angetreten.

Kurz vor 20:00 Uhr erreichten sie noch pünktlich zum Dinner das Hotel. Die erfolgreiche Sichtung von sieben Löwen inklusive spielender Cubs wurde ausführliches Thema beim Essen. Allerdings hielten sich die Löwen am Boden und nicht in den Bäumen auf. Man kann nicht alles haben!

Dadurch, dass Jochen und Picco den Ranger Benjamin erst wieder zum Ishasha River Camp bringen mussten und das Gelände durch den Regen sehr schwergängig war, auf der Hauptpiste in der Dunkelheit die Menschen und Tiere nur schwer zu erkennen waren, hat sich ihre Rückkehr verzögert.


Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Löwe, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP

Mit dem netten Barkeeper klärte ich noch unsere Route für die morgige Fahrt Richtung Lake Mburo. Er empfahl uns den Weg zurück durch den Park bis zum Kazinga Channel und von dort auf der geteerten Mainroad über Ishaka und Busjeni zum nächsten Etappenziel. Die direkte Strecke über Rukunieri benötigt schon allein bis Rukunieri 2,5 Stunden über kleine, ausgewaschene Serpentinenstraßen und außerdem soll auf der Strecke eine Brücke zerstört sein. Bis Kichwamba am Kazinga Channel benötigt man bei zügiger Fahrt auch nur maximal 1,5 Stunden auf sehr guter Piste.

Völlig erledigt fallen wir heute in unsere Betten.

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2013
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200909. Dez. 2012 ·
@Daktarai,
Habt die Vögel schon alle vor Ort bestimmen können?

Um Gottes Willen! 😗

Ein Vogelbuch wiegt 1347g! Habe die Bestimmung Zuhause anhand der Fotos gemacht und wo ich mir nicht sicher war, habe ich eine Vogelfreundin gefragt bzw. es ins Kenia-Forum zur Diskussion gestellt.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200909. Dez. 2012 ·
Donnerstag, 12.10.2012 Ishasha/Queen Elizabeth NP - Lake Mburo


Karte Ishasha/QENP - Lake Mburo, T4Africa

261 km

Um 08:15 Uhr Piccozeit starten wir auf die permittfreie „weiße Mainroad" durch den Ishasha Sektor wieder Richtung Norden und schauen links und rechts in jeden größeren Baum. Hinterm Katkookye Gate überholte uns grüßend der Guide des Savannah Hotels, der mit seinen Gästen ebenfalls Richtung Kazinga Channel unterwegs ist, während wir im Maramagambo Forest noch einen blauen Riesenturako (immerhin ca. 75 cm groß) im dunklen Baumwipfel beobachteten und gleich anschließend noch einen wunderschönen rot-grünen Narinatrogon.

Wenige Kilometer weiter fuhren wir dann wieder auf den wartenden Guide auf, der links ca. 200 Meter von der Straße entfernt zwei Baumlöwen in einem großen Feigenbaum entdeckt hatte. Eines der Tiere machte sich gerade wieder auf den Weg Richtung Boden. Die verschlafene Kollegin räckelte sich genüsslich mal nach links, mal nach rechts. Das war jetzt richtiges Glück! Ohne den haltenden Tourguide hätten wir die Löwin in dieser Entfernung niemals selbst gesichtet. Wir verweilten noch gut eine halbe Stunde, in der Hoffnung ev. noch ein wenig Aktion zu sehen, bevor wir aus Zeitmangel weiter mussten. Definitiv sind diese Löwen ein ganzes Stück weiter nördlich anzutreffen gewesen, wie von den Rangern beschrieben (siehe grüner Punkt auf der o.a. Karte).


Riesenturako / Great Blue Turaco (Corythaeola cristata), South Maramagambo Forest, QENP


Narinatrogon / Narina Trogon (Apaloderma narina), South Maramagambo Forest, QENP


Baumlöwin, South Maramagambo Forest, QENP


Baumlöwin, South Maramagambo Forest, QENP

Im Wald zwischen Kisenyi und Kichwamba hatten wir dann noch das Vergnügen einen Elefanten auf der Piste anzutreffen, bevor uns dann endgültig die Zivilisation auf der geteerten Mainroad Richtung Mbarara wieder hatte.

Wir fuhren durch grünes, dicht besiedeltes Gebiet, das sich durch intensive Landwirtschaft auszeichnet. Ab Ishaka ging´s durch giftgrüne Teeplantagen, bevor wir Mbarara, ein Zentrum der Rinderhaltung und Milchwirtschaft (sogar mit einer Käserei), erreichten.

Hier tankten wir, haben noch einmal den ATM der Barclays Bank um 2 x 500.000 UGX erleichtert, suchten verzweifelt ein Cafe und Jochen kassierte ein Ticket wegen Falschparkens. Ich nutzte den Handyempfang um in der neuen Rwakobo Rock Lodge am Lake Mburo NP zwei Zimmer für uns zu avisieren und wieder hatten wir Glück! 180 US$ kostet uns zwei das Doppel-Chalet mit Halbpension (Vollpension 200 US$).


Elefant, zwischen Kisenyi und Katunguru


Elefant, zwischen Kisenyi und Katunguru


Kichwamba


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


Teeplantagen um Ishaka


Teeplantagen um Ishaka


Teeplantagen um Ishaka


Teepflücker bei Ishaka


auch Ananas wird hier angebaut und auf dem Rad tranportiert, Ishaka


Ishaka


Ishaka

Ca. eine Stunde sind wir noch von Mbarara auf hervorragender Straße unterwegs. Die Landschaft hätte ebenso gut das Ällgau im Süden Deutschlands sein können.

Zwischen Sanga und Kagate geht´s rechts ab zum Nshara Gate des Mburo Nationalparks. Von hier aus sind es noch 8,7 km auf ruppiger Murrampiste bis zur Lodge. Ca. 1,5 km vor dem Nationalparkgate ist der rechte Abzweig zur Lodge nun durch zwei schwarz-weiße Totempfähle gekennzeichnet. Hier empfangen uns auch die ersten Zebras und Impalas.


zwischen Mbarara und Sanga


Sanga


zwischen Mbarara und Sanga


Sanga


zwischen Sanga und Kagate


Abfahrt zum Nshara Gate, Lake Mburo NP


erste Zebras kurz vor dem Lake Mburo NP


erste Zebras kurz vor dem Lake Mburo NP


Abzweig zur Rwakobo Rock, Lodge, Lake Mburo NP

Von Katie werden wir herzlich empfangen und begrüßt. Wir sind die ersten offiziellen Gäste, denn am Unabhängigkeitstag wurde hier Lodgeeröffnung gefeiert. Aus diesem Grund sind auch die Eltern von Katie und Chris, einem jungen südafrikanisch-britischen Päarchen zu Besuch. Weitere Gäste sind nicht eingebucht.

Wir haben mal wieder Glück und erhalten das Chalet „The Rock" mit fantastischem Panoramablick über den Nationalpark und das hügelige Land mit seinen vereinzelten Felsformationen. Auch die Rwakobo Rock Lodge liegt auf einem solchen Felsen. Uns erinnert es ein wenig an Namibia. Das Chalet ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, verfügt über ein großzügiges Bad, private Terrasse, ein Doppel- und ein Einzelbett. Im großen Fig Tree daneben lebt ein Buschbaby. Das Moskitonetz ist leider ein wenig zu kurz geraten, aber hier ist auch kein Malariagebiet. Weiterhin gehören zur Lodge ein zahmes Buschbock-Junges namens Ock und ein Wasserbock-Mädchen namens Angie.


Panoramaview von der Rwakobo Rock Lodge


Rwakobo Rock Lodge


Chalet "The Rock"


Blick von der Rwakobo Rock Lodge


Angie, das Wasserbock-Mädchen


Ock, Rwakobo Rock Lodge

Als wir gegen 16:00 Uhr noch zum Game Drive in den Nationalpark aufbrechen möchten, kommt Katie Ehemann Chris mit seinem Vater Nick vorgefahren und begrüßt uns ebenfalls noch. Wir lassen uns von ihm noch erklären, dass die größten Chancen auf Leoparden am Research Track bestehen und Katie versorgt uns netterweise mit einer Parkkarte. Und das war auch gut so, denn am Gate waren die Karten leider aus und es könnte sehr lange dauern, bis wieder neue geliefert werden, erklärte die sehr nette Rangerin. Ich zahlte die Nationalparkgebühr von 35 US$ pro Person und die Gebühr für das Auto wieder komplett in Ugandashilling.

Der 260 km² große Nationalpark zeichnet sich durch offenes Grasland, Akazienwälder, Sümpfe, Seen und Felsen aus.

Im Park sehen wir zunächst eine große Herde Ankole-Rinder. Den Himahirten, der an den Park grenzenden Farmen, ist es erlaubt, ihr Vieh im Park zu weiden. Am Lake Mburo versucht man die Interessen der ländlichen Bevölkerung und den Naturschutz unter einen Hut zu bekommen. So sind die angrenzenden Gemeinden zu einem Teil an den Tourismuseinnahmen beteiligt.

Anfänglich erhöhte sich die Zahl der Wildtiere nach Einführung der kommerziellen Trophäenjagd in diesem Gebiet, da das Wild nun für die Bevölkerung einen Wert darstellte. Neueste Bestandszählungen lassen aber wieder einen Rückgang der Tierdichte vermuten.

Wir sichten im Park Zebras, Impalas, Topis, Büffel, Meerkatzen, und Elenantilopen. Der Leopard zeigte sich wieder nicht!

Der grüne Lake Mburu Nationalpark ist landschaftlich wunderschön und ich kann jedem nur empfehlen, hier einige Tage zu investieren. Wir haben leider in dieser kurzen Zeit die meisten Tracks und auch das Gebiet um den See nicht erkunden können. Die Tiere zeigen Fahrzeugen gegenüber kaum Scheu und sind gut aus der Nähe zu beobachten.


Impala, Lake Mburo NP


Topis und Impalas, Lake Mburo NP


Impala, Lake Mburo NP


Ankole-Rinder im Lake Mburo NP


Topis, Lake Mburo NP


Wasserbock, Lake Mburo NP


Büffel, Lake Mburo NP


Elenantilopen, Lake Mburo NP


Buschbock, Lake Mburo NP


Buschbaby / Greater Galago, Rwakobo Rock Lodge, Lake Mburo

In rasendem Tempo ging es bei einbrechender Dunkelheit zurück Richtung Gate. Die Distanzen haben wir unterschätzt und das Vorankommen auf den teilweise matschigen und tierreichen Pisten braucht seine Zeit. Zurück bis zur Lodge sind es 24 Kilometer und das Gate erreichten wir erst mit 10 minütiger Verspätung. Die Rangerin hat es aber mit einem Lächeln quittiert. Wir beschließen gleich am folgenden Morgen um 07.00 Uhr noch vor dem Frühstück einen weiteren Game Drive in den Park zu unternehmen.

Das Dinner um 19:30 Uhr nehmen wir zusammen mit der ganzen Familie am großen Tisch ein. Chris erzählt, dass er und Katie früher als Manager der nahen Mahingo Lodge gearbeitet haben, bevor sie sich hier ihr Stück vom Paradies aufgebaut haben. Er war der erste, der die Rückkehr der Löwen in diesen Park beobachtet hat. Ein totes Rind wurde eindeutig als von einem Löwen erlegt identifiziert. Wenig später hat er auch Pfotenabdrücke der Löwen sichten können. In der Bauphase der Lodge hat er die Löwen oft in der Nähe brüllen hören. Ebenso treibt ein Leopard in der Nähe sein Unwesen.

Nick, Chris Vater macht uns auf das Graue Buschbaby aufmerksam und wir können es tatsächlich im Feigenbaum entdecken. Mit allen verfügbaren Lichtquellen bewaffnet, gelingen Jochen sogar einige unscharfe Aufnahmen.
Die sehr informativen Gespräche im Familienkreis der Lodgeinhaber genießen wir, sind dann aber trotzdem gegen 22:00 Uhr im Bett.


Rwakobo Rock Lodge


Chris, Chris, Nick, Rwakobo Rock Lodge

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2013
4’132 Beiträge · seit 200809. Dez. 2012 ·
Liebe Butterblume!

Dein Reisebericht ist ein Genuss!
Vielen Dank dafür!

Man merkt so sehr, dass du mit Haut uns Haar dabei bist – und deine Reisen sehr gut vorbereitest. Das kommt dir vielleicht normal vor – ist aber so gekonnt, wie du es machst, etwas ganz Besonderes, denn deine Interessen sind so vielseitig! Absolut toll, das ist mir ja nun schon öfters aufgefallen. 🙂

Grüße von lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
382 Beiträge · seit 200609. Dez. 2012 ·
Hallo Marina,
vielen Dank für den tollen Bericht und diese unglaublichen Bilder.
Genau das Richtige für diese Jahreszeit.
Wir beschäftigen uns gerade auch mit den Planungen für eine Ugandareise im July/August 2013.
Wir habt Ihr es mit den Moskitos, Tse Tse Fliegen und anderen kleinen Plagegeistern empfunden ?
Habt Ihr bzgl. Malaria etwas gemacht ?
Wir würden mit dem eigenen Zelt reisen wollen und uns auch dementsprechend selbst verpflegen.
Kannst Du was zu den Einkaufsmöglichkeiten und evtl. sogar Preisen sagen ?

Danke schon mal für Deine Infos und wir freuen uns auf die Fortsetzung.

Viele Grüsse
Christian
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200909. Dez. 2012 ·
Hallo Lilytrotter,

gaaaanz lieben Dank! Ich freue mich sehr, dass Dir der Bericht auch gefällt.

Hallo Chris,

zu Einkaufsmöglichkeiten kann ich leider nicht viel sagen, da wir uns nicht selbst verpflegt haben. In um Entebbe/Kampala ist die Versorgungslage gut. Dort haben wir uns mit allem Notwendigen eingedeckt.

Aber schon in Masindi musst Du Dir in diversen kleinen Dukas alles zusammen suchen. Essen in Uganda fand ich ausgesprochen preiswert und ich würde auch als Camper versuchen, möglichst oft irgendwo in einer Lodge zu essen.

Deine anderen Fragen werden Morgen mit meinem Fazit beantwortet, o.k.? 🙂

Mit herzlichen Grüßen und noch einen schönen 2. Advent
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
2’265 Beiträge · seit 201109. Dez. 2012 ·
Liebe Marina,

Danke für das Geschenk zum 2. Advent.:)
Du machst mich richtig Lust dieses Land zu bereisen.

LG Gugu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013: Frau HIRN on the floodplains Reisebericht Namibia 2015:A trip down Memory Lane NAM/BOT 2017 :So weit! So gut! Kenia/Masai Mara 2019 :Der Kreis schliesst sich
10 Beiträge · seit 201110. Dez. 2012 ·
Hallo,

vielen Dank für den Bericht und die tollen Fotos. Was mir noch fehlt ist der Bericht über die Gorillas.
Diese sind nach meiner Meinung das "Tierhighlight" (sofern es sowas gibt) in Uganda bzw. Ruanda.

Kommt dies noch oder hast Du diese Gegend bewusst nicht bereist?

Liebe Grüße
UliD
Themenstarter3’700 Beiträge · seit 200910. Dez. 2012 ·
So, wir nähern uns dem Ende...

Freitag, 13.10.2012 Lake Buro - Entebbe


b]Karte Lake Mburo - Entebbe, T4Africa

255 km

In der Nacht entlädt sich wieder ein gewaltiges Tropengewitter. Regen prasselt aufs Dach und laute Musik aus einiger Entfernung vertreibt die Geräusche des afrikanischen Buschs.

Sturm und Regen halten bis zum Morgen an und Jochen und ich entscheiden, den Game Drive sausen zu lassen, denn man würde eh kaum etwas sehen. So fährt Picco dann allein in den Park, d.h. zusammen mit meiner Reisetasche und meiner Kamera, denn Jochen hat mal wieder alles übereifrig schon im Wagen verstaut! Bis Picco gegen 10:00 Uhr zurück war, habe ich gefroren wie ein Schneider (und nicht nur ich)! Die schönen Sunbirds, für die ich das Teleobjektiv gebraucht hätte, sind mittlerweile geflohen oder zu Eis erstarrt vom Himmel gefallen!


Zebra, Rwakobo Rock Lodge


Mackinnonwürger / Mackinnon's Fiscal (Lanius mackinnoni), Rwakobo Rock Lodge


Doppelzahn-Bartvogel / Double-toothed Barbet (Lybius bidentatus), Rwakobo Rock Lodge


Doppelzahn-Bartvogel / Double-toothed Barbet (Lybius bidentatus), Rwakobo Rock Lodge

Nachdem Picco sein spätes Frühstück beendet hat, sind wir gegen 11:30 Uhr nach herzlicher Verabschiedung Richtung Entebbe gestartet. Bis Masaka ist auf der der Teerstraße ein gutes Vorankommen, doch ab dort bis kurz vor Kampala ist ein zeitraubende Baustelle eingerichtet, in der sich keiner der anderen Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Vor allem die Fahrer der großen Überlandbusse glauben, sie wären Lewis Hamilton!


abgebrochene Zweige auf der Straße deuten auf ein Hindernis, zwischen Kagate und Masaka


schwerer LKW-Unfall zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


Masaka


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala

Chris gab uns eine Beschreibung für die Umfahrung von Kampala mit. Ca. 5 km vor Kampala geht es rechts ab zum Budo Kings College (großes Schild). Damit sollten wir dem gefürchteten Verkehrschaos der Hauptstadt entkommen.

Unterwegs in der zeitraubenden Baustelle entscheide ich kurzerhand Patrick von Alpha-Car-Rental anzurufen und mit ihm einen Treffpunkt zur Wagenübergabe noch vor Kampala aus zu machen. Und zwar genau an besagtem Schild „Budo Kings College" übernahm Patrick das Steuer und teilte uns auch gleich mit, dass diese Abkürzung Richtung Entebbe wegen Staus nicht befahrbar ist. Also kutschierte er uns noch eine gute Stunde durch Kampala bis wir gegen 17:00 Uhr wieder am Boma-Guesthouse eintrafen. Picco und ich luden das Gepäck aus und checkten ein, während Jochen mit Patrick in der nahegelegenen Tankstelle für einen vollen Tank sorgte. Die Übergabe des Wagens erfolgte völlig unbürokratisch, nachdem Picco erklärte, wie man die ausgehängten hinteren Scheiben wieder funktionsfähig machen kann. Selbstredend erhielt Patrick ein ordentliches Trinkgeld für den nervenschonenden Shuttleservice.


in der Baustelle zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


The Boma, Entebbe


The Boma, Entebbe


Hammerkopf / Hamerkop (Scopus umbretta), The Boma Guesthouse, Entebbe


The Boma Guesthouse, Entebbe


Bindenlärmvogel / Eastern Grey Plantain-eater (Crinifer zonurus), The Boma Guesthouse, Entebbe

Im Boma Hotel ergatterten wir diesmal das wesentlich schönere Zimmer Nr. 14 mit Eingangstür zum Gartenrestaurant. Wir gönnten uns hier ein sehr gutes Abschiedsdinner und gingen früh gegen 20.00 Uhr zu Bett, denn der Weckdienst soll bereits um 01.00 Uhr tätig werden.

Doch bereits um 21:30 Uhr falle ich durch lautes Gerede und Gelächter vor unserem Fenster aus dem Bett. Eine Gruppe Gäste unterhielt sich und die anderen Hotelgäste lautstark. Ich war am Kochen! Gegen Mitternacht gab ich auf, duschte, zog mich an und marschierte mit meinem Glas Nescafe Richtung Rezeption. Bei den Ruhestörern bedankte ich mich ironisch für die schlaflose Nacht und die nette Gartenparty! Beim Rezeptionisten machte ich ebenfalls meinem Ärger Luft. Der verstörte junge Mann entschuldigte sich vielmals: „Oh Mam, I´m so sorry. I told them so often they should be quiet. But it´s the boss from the UN! He´s just arrived with his colleagues from New York!" In diesem Moment kam der UN-Boss auch mit seinem Gefolge um die Ecke und entschuldigte sich ebenfalls: „We´re so sorry! But we still arrived from New York and we´ve jetlag. We´ll finish in 15 Minutes, is it ok for you?" Welch eine Dreistigkeit! Diese egoistischen Amerikaner drehen sich nur um sich selbst! Ich erklärte ihm, dass sich ihr Verhalten gegenüber anderen Hotelgästen als äußerst rücksichtslos empfinde.

Um 01.30 Uhr brachte uns Ibrahim, der Fahrer des Boma Hotels zum Airport. Check-in, Gepäckaufgabe waren sehr schnell erledigt. Der kleine Flughafen ist übersichtlich und unser Rückflug, diesmal ohne Zwischenlandung in Kigali, startete pünktlich.

Service, Bordmenüs und Beinfreiheit waren auch bei diesem Turkish Air Flug vorbildlich. In den sehr komfortablen Sitzen der Boing 707 haben wir uns wohl gefühlt.

In Istanbul hatten wir dann 4 Stunden und 50 Minuten zu überbrücken, bevor wir uns bei Picco für die angenehme Reisebegleitung bedankten und sich unsere Wege trennten. Um 14:50 Uhr rollte unser Zubringerflug nach Hannover Richtung Startbahn. Doch ein Fluggast direkt vor uns erlitt einen Herzinfarkt. Kompetente Ärzte waren sogleich zur Stelle, denn der halbe Flieger war gefüllt mit Teilnehmern eines Medizinkongresses. Bis der Flughafennotarzt, die Ambulanz und die Sanitäter eintrafen, vergingen gut 20 Minuten. Eine weitere halbe Stunde verstrich, bis der Passagagier aus der engen Kabine transportiert werden konnte. Ich möchte im Flieger besser nicht in eine akute gesundheitliche Notsituation geraten! Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann in Hannover gelandet.


Istanbul


Istanbul


Marina und Picco, Istanbul Airport

Fazit

Naturraum:
In Uganda treffen die ostafrikanischen Savannen mit den westafrikanischen Urwäldern zusammen. Dieses fruchtbare, üppig grüne Land am westafrikanischen Grabenbruch fasziniert durch seine seltenen, bedrohten Tierarten, seine wunderbaren Wasserlandschaften und sicherlich auch durch die geheimnisvollen Bergnebelwälder, die wir leider nicht gesehen haben.

In den zwei Wochen unseres Aufenthaltes haben wir ebenso vier der Big Five sehen können, wie in drei Wochen Kenia im Juli 2012. Der Leopard fehlt uns in Ostafrika also nach wie vor. Jedoch ist die Säugetierdichte aufgrund der jahrelangen Wilderei in der Vergangenheit nicht annähernd so hoch wie in Tansania und Kenia. Uganda ist aber das absolute Paradies für Birder und Schmetterlingsfreunde! 1061 Vogelarten sind in Uganda heimisch. In Afrika hat nur noch Kenia mit 1132 Arten mehr zu bieten.

Bevölkerung:
Nach Kenia hätte ich ja nicht vermutet, dass es noch eine Steigerung gibt. Aber auch wir sind hier auf unglaublich nette und offene Menschen getroffen, die trotz ihres Schicksals den Kopf hoch tragen und die auf ihr Land unglaublich stolz sind. Die Ugandaer sind sehr kontaktfreudig, hilfsbereit und wir haben viele bereichernde Gespräche geführt. Betteleien u. ä. haben wir nur einmal erlebt. "Fotos nur gegen Geld" hat in Uganda noch keinen Einzug gehalten.

Mischung der Reiseziele:
Es sollte diesmal ein flexibel gestalteter Relaxurlaub werden mit Zeit, um an interessanten Orten länger zu verweilen. Ich denke, dass uns das recht gut gelungen ist. Die Begegnung mit den Menschen, der Besuch kultureller und/oder sozialer Projekte ist ein wichtiger Bestandteil unserer Reisen. Zwei/drei Wochen nur Tiere und Landschaft gucken, macht für mich nicht Afrika aus. Dazu gehören eindeutig die Menschen. Sie machen Afrika aus!

Kosten:
Eine unserer preiswertesten Afrikareisen bislang, da Mietwagen und Flug extrem günstig waren. Die Unterkünfte waren bislang nur in Südafrika preiswerter. Das Essen ist in Uganda sowieso extrem billig! Die Nationalparkgebühren sind für südafrikanische Verhältnisse mit 35 US$ pP/Tag hoch, aber verglichen mit Kenia und Tansania fast Peanuts! Ugandareisen verteuern sich jedoch extrem durch das Gorillapermit, welches in vielen Pauschalreisen enthalten ist!

Straßenzustand/Verkehr:
Die geteerten Straßen auf denen wir uns bewegten, gehörten ebenfalls zu den besten Afrikas (kaum bis keine Potholes). Manche deutsche Autobahn ist dagegen ein hoffnungsloser Sanierungsfall. Die touristischen Hauptstrecken in den Nationalparks waren in gutem Zustand, es gibt aber durchaus selten benutzte Strecken, die (mir) keinen Spaß machen. Aber das hat nichts zu sagen. Ich gehöre da eh zu den vorsichtigen, leicht ängstlichen Beifahrern.
Bei Regen verwandeln sich die Murramroads allerdings rasch in Schmierseife.

Nicht alles, was auf der Karte wie der kürzeste Weg aussieht, ist auch der zeitsparendste Weg. Erkundigt Euch bei den Einheimischen, welche Routen sie benutzen um von A nach B zu kommen. Vor allem kennen sie die aktuelle Lage, die sich hier täglich ändern kann (eingestürzte Brücken, Erdrutsche, Überschwemmungen etc.). Um dem Verkehrschaos (vor allem am Ankunftstag) in Kampala zu umgehen, haben wir die elegante Variante gewählt und den Überbringer unseres Mietwagens gebeten, uns bis vor die Tore Kampalas zu bringen.
Außerhalb Kampalas konnte man eigentlich von Verkehr nicht reden. Lediglich die lange Baustelle zwischen Masaka und Kampala war wegen der überholenden Harakiri-Überlandbusse etwas anstrengend.

Klima im Oktober:
Naja, 34° und 90% Luftfeuchtigkeit sind nicht wirklich mein Lieblingsklima. Freue mich sehr auf den südafrikanischen Winter! Man kann dann einfach tagsüber mehr unternehmen und wird nicht von den Insekten angefallen. Eigentlich sollte der Oktober ja Regenzeit sein. Dafür war es erstaunlich trocken. Vereinzelte Gewitter traten in lokal eng begrenzten Gebieten auf und dauerten in der Regel nur kurze Zeit.

Gesundheit/Hygiene:
Für den Aufenthalt in Uganda ist eine Gelbfieberimpfung empfohlen. Bei direkter Ein- und Ausreise aus/nach Europa aber nicht zwingend vorgeschrieben (Stand 2012). Der Sudan, in dem aktuell wieder eine Gelbfieberepedemie wütet, ist nicht weit entfernt. Malariaphrophlaxe haben wir in Uganda aufgrund der Jahreszeit mit Doxycyclin gemacht. Wurde von uns beiden auch gut vertragen. Expositionsprophylaxe (Autan, Antibrumm-Forte, Nobite, Moskitonetze, langärmelige Kleidung) hat bei mir hinsichtlich Moskitostichen nichts genutzt, bei Jochen zu 100%. Die Biester haben sogar durch den Canvas-Stoff der Safaristühle getroffen!
Tsetsefliegen haben wir nur sehr vereinzelt gesehen. Große Schwärme überhaupt nicht und eine habe ich erschlagen, als sie mich in die Ferse stechen wollte!
Zum Zähneputzen und Trinken haben wir uns mit fünf Galonen Mineralwasser eingedeckt. Das war viel zu viel, da in allen Lodges Wasserflaschen für die Gäste bereitstehen. Mit drei Galonen wären wir auch noch auf der sicheren Seite gewesen. Wir konnten einiges von unserem Vorrat verschenken.
Toiletten in Lodges und Nationalparks verfügen im Durchschnitt nicht über den Standard wie im südlichen Afrika. Für mich aber absolut o.k.

Finanzen:
Wir haben 3600 US$ mitgenommen, die wir zu dritt bis auf 100 US$ auch verprasst haben (u.a. für den Mietwagen). Die Eintrittsgebühren für die Nationalparks haben wir ausschließlich in bar mit UGX gezahlt, ebenso einige Lodges. Tanken funktionierte bei uns auch nur in bar in UGX. Wir haben jedoch an den Geldautomaten der Barclays Bank immer, mehrfach zwischen 400.000 und 500.000 UGX mit VISA erhalten. Nur ist es lästig, seine Tour nach Geldautomaten ausrichten zu müssen. Vom Murchison Falls NP hätten wir nicht mal eben nach Masindi fahren wollen. Selbst für Pakwach hatten wir keine Zeit. Deshalb ist eine größere Menge Bargeld einfach zeitsparender. In welcher Währung auch immer! Ein Tag mehr Aufenthalt in Kampala/Entebbe am Beginn der Tour wäre für solche grundlegenden Dinge wie Einkauf, Geldversorgung etc. sicherlich sinnvoll. 

Navigation/Karten/Reiseführer:
Das Nüvi mit T4Africa hat Lücken. Und der Garmin City Navigator East Africa hätte allenfalls etwas in Kampala genutzt.
Also mit Papierkarten und den entsprechenden Parkmaps ist man gut versorgt. Alle POIs sind gut ausgeschildert.
Die aktualisierte Ausgabe des Reise Know How Uganda vom September 2912 hat mich enttäuscht. Vermutlich ist es aber immer noch der beste deutschsprachige Reiseführer. Absolut empfehlen kann ich jedoch den Bradt Travel Guide Uganda! Für 2013 ist eine neue Ausgabe geplant.

Sonstiges:
Stromausfälle hat es während unserer Anwesenheit im Land keine gegeben. Für Uganda benötigt man Zeit. Wir werden auf jeden Fall noch mehrmals wieder kommen, um alles was nun „liegen geblieben" ist (Kidepo NP, Ruwenzori Mountains, Bwindi NP, Lake Mburo, Lake Victoria, Jinja, Crater Lakes, Fahrt auf dem Albert-Nil bis in den Südsudan, Kibale Forest, Bigodi Wetlands) noch mitzunehmen.

Dank:
Vielen, herzlichen Dank an Axel, den ich bis zur Weißglut mit meinen Fragen über Uganda löchern konnte. Ganz lieben Dank an Leona (auch fürs Ohrleihen), deren sehr informativer Ugandabericht für uns gerade noch zeitnah vor Reisebeginn auf den Bildschirm flatterte und uns in der Auswahl unserer Unterkünfte bestärkt hat. Und herzlichen Dank an alle Fomis für ihre Uganda-Reiseberichte, die immer wieder zur Entscheidungsfindung beitrugen und die Planung so enorm erleichterten.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2013
1’117 Beiträge · seit 201010. Dez. 2012 ·
Liebe Marina,

schaaade, schon vorbei... 😗
Ein ganz dickes Danke schicke ich für den informativen Augenschmaus 😘

Reiseberichte zu lesen ist doch eine toller Zeitvertreib - und er fällt auch noch in die Rubrik Bildung 😉
Allerdings räuspert sich das Konto - wo ich jetzt überall noch hin möchte 😗

Liebe Grüße
Beate