auch von mir als bisher stillem Mitleser einen herzlichen Dank für diese wirklich sensationellen Bilder und den amüsanten Reisebericht. Du hast echt ein tolles Händchen und gutes Auge zur Bedienung Deiner Profi Kameraausstattung und die Ergebnisse sind, wie schon mehrfach gelobt, echt beeindruckend.
Die Bilder steigern meine Vorfreude auf unsere Rundreise im November Tag für Tag. Ich würde mich als fortgeschrittenen Amateur-Fotografen bezeichnen und denke allerdings schon mit Schrecken an die zig tausend Eindrücke, die es fotografisch festzuhalten gilt. Ich werde wahrscheinlich Mühe haben, von der Stelle zu kommen und die Tagesetappen zu bewältigen 🙂 Darüberhinaus reise ich im Gegensatz zu Dir in Begleitung und meine bessere Hälfte tut mir jetzt schon leid für die endlose Geduld die sie mit mir haben werden muss.
So jetzt bin ich gespannt was Du noch so erlebt hast und mit welchen Pictures Du uns noch umhaust.
"Ich möchte mich im übrigen dafür entschuldigen falls meine Fotos auf manchem Monitor sehr dunkel anmuten, oder der Kontrastumfang gar zu hoch erscheint. Ich arbeite auf einem farbkalibriertem EIZO Color Edge CG222W."
... Du brauchst Dich für nichts aber gar nichts zu entschuldigen. Vielen Dank für die sagenhaften Bilder und den höchst spannenden und treffenden Bericht.
Ich hatte die Türe meines Toyotas nicht einmal ganz offen, da begrüßte mich Hermi bereits überschwänglich und hieß mich auf seinem Land willkommen. Ich sage an dieser Stelle ganz bewusst Land und nicht Farm, denn mit einer Fläche von sage und schreibe 250 km² ist seine Farm fast ebenso groß wie die Gesamtfläche der Malediven und die bestehen aus 1196 Inseln!
Dass es eine große Farm ist wird aber auch dem völlig Unbedarften spätestens dann klar wenn Hermi seinen Land Rover anstartet und seine Gäste mit auf Fotosafari nimmt, denn die Anfahrtszeit zu einem der Hot-Spots beträgt schon mal eine ganze Stunde und glaubt mir Hermi fährt wie ein Gestörter (im positiven Sinn 😉.
Leider war ich durch meine Gräser Pollen-Allergie etwas gehandicapt was das Fotografieren anging, aber mit Hermi als Guide findet sogar ein mittelmäßiger Fotograf alles was das Herz begehrt und genau das ist es, was diesen Platz so außergewöhnlich macht.
Mir ist klar, dass fast alle Touristen gleichzeitig auch begeisterte Amateurfotografen sind und gerne gute Fotos von diesen atemberaubend schönen Landschaften mit nach Hause nehmen möchten. Die wenigsten aber wissen wie man Motive richtig komponiert und wo man nach ihnen suchen muss.
Ein kleines Beispiel aus dem Deadvlei:
📎 _SDL8258.test.jpg
Wer sieht hier das Motiv?
Seht ihr meine Kamera auf dem Stativ?
Genau, so entstand mein „Deadvlei with Stars“ Foto.
📎 _SDL4337_2012-05-25.jpg
Und genau davon spreche ich. Im Deadvlei bist du alleine und auf dich gestellt, niemand hilft dir, niemand ist da dich auf die Schönheit aufmerksam zu machen. Das Besondere ist ja nicht, dass man sieht dass es etwas Schönes gibt, sogar der dümmste Mensch kann sehen, dass Orte wie das Deadvlei schön sind. Spannend wird es dann, wenn es darum geht die richtige Brennweite mit dem passenden Bildausschnitt zu wählen um all die Schönheit in ein winziges Bild zu pressen. Und genau an dieser Stelle kommt Hermi ins Spiel.
Er ist selber ein guter Fotograf und bringt jeden seiner Gäste nicht nur in die Nähe eines guten Platzes, nein, er stößt dich quasi mit der Nase drauf. Bei mir zB war es so, dass ich ein leidenschaftlicher Extremweitwinkelfotograf bin und selten Landschaften mit dem Tele compose. Das liegt mir eigentlich nicht. Ich liebe mein 14-24mm und das fisheye, ja eigentlich ganz besonders das Fisheye, denn damit können nur wenige richtig gut umgehen. Hermi aber hat sein Auge ausschließlich auf Brennweiten zwischen 100 und 400mm geschult und sieht daher Dinge die für mich einfach zu weit weg liegen um noch interessant zu sein.
Um es kurz zu machen…. Wollt ihr unvergessliche Aufnahmen von den roten Dünen mit nach Hause bringen, fahrt auf die D707, nehmt euch Minimum 2 Tage Zeit und vergesset euer Tele nicht. Nebenbei möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Hermi ein sehr guter Koch und ebenso guter Gastgeber ist. Das es am Abend keinen Strom in den Zimmern gibt ist aufgrund der Entfernung seiner Farm ebenso klar wie er zum Einkaufen 400km fahren muss.
Das sind halt die Unwegsamkeiten eines Lebens auf einem anderen Planeten, der wunderschönen Kanaan Farm.
Und hier erwähne ich noch nicht einmal die verrückten Fahrten mitten in der Nacht, die Hermi bereitwillig mit mir unternommen hat um die Sterne zu fotografieren, oder die Aktionen als wir die verschiedenen Tiere mit seinem Land Rover gejagt haben um Springböcke, Oryxe und Ostrich im vollen Galopp zu fotografieren (böser Onkel, geht gar nicht 😉
So vergingen diese zwei Tage mit Hermi wie im Flug und schon fand ich mich wieder auf dem staubigen Pad Richtung Sesriem. Da ich aber ein besonders schlauer Bursche bin, bemerkte ich gleich nach meiner Abfahrt – also 2 Stunden später – dass ich meine beiden Stative in seinem Land Rover vergessen hatte. Mann war ich sauer auf mich.
So blöd kann ein einzelner Mensch doch gar nicht sein, dachte ich mir, schnappte mein Satellitentelefon und rief Hermi verzweifelt an. Dieser war ganz relaxed und schlug mir vor sich in der Mitte zu treffen. So musste ich „nur“ eine Stunde retour fahren und fand Hermi querstehend auf der Sandpiste wartend vor. Er lächelte mich an, reichte mir eine kalte Dose Cola und übergab mir meine Stative.
Ein wirklich netter Kerl dachte ich mir und fuhr nun zum dritten Mal die scheiß Strecke Richtung Sesriem.
Dort angekommen war ich natürlich viel zu spät dran um noch ins Sossusvlei fahren zu können und so fragte ich höflich nach dem Manager um dann mit ihm meine fotografischen Ideen besprechen zu können. Wir tranken ein paar Gläser an der Bar und ich bekam einige sehr interessante Infos zur Energieversorgung und den Angestellten Sossus Dune Lodge.
Am nächsten Morgen beteiligte ich mich, wie fast alle Gäste, an der allmorgendlichen Trottelralley bis zum 4x4 Parkplatz (welcher 55km entfernt liegt) um dort kurz anzuhalten, auf Allrad umzuschalten und sofort weiter ins Deadvlei zu koffern. Das macht Spaß, mit 15kg am Rücken und einem Stativ, mit dem man einen Elefanten erschlagen könnte, die scheiß Dünen hinauf und hinunter laufen zu DÜRFEN. Mann wie ich das hasse.
Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe die Landschaftsfotografie, ich bin nur etwas faul und würde mir wünschen das Doppelmayr endlich einen Sessellift ins Deadvlei baut (kleiner Scherz am Rande).
Da es aber nun mal keinen Sessellift gibt und alle anderen sowieso wie die Deppen Big Daddy erklimmen um dort oben angekommen in Erwartung des Sonnenaufgangs sich den Sand um die Ohren blasen lassen, fotografiere ich seelenruhig und vor allem alleine im Deadvlei. Ich lache mir immer eine Ast ab wenn ich all die Touristen erschöpft da oben auf dem Dünenkamm sehe und mir vorstelle wie sie verzweifelt versuchen ein anständiges Foto – gegen die Sonne!!! – zu machen, was selbstverständlich unmöglich ist.
Eine Stunde später treffen sie dann meist in den Niederungen des Vleis ein und latschen mir deppert im Bild herum, was mich zur Ruhe und natürlich auch zum freundlich lächeln zwingt, wo ich doch so gern mal von meinem Stativ Gebrauch machen würde.
Spätestens um 8:30 Uhr steht die Sonne dann bereits so hoch am Firmament, dass jeder sein Zeug wieder gepackt hat und den weiten Weg retour zur Lodge antritt.
Das bringt mich auch gleich zum nächsten vorsichtig formulierten Kritikpunkt. Wenn man schon eine staatliche Lodge wie die Sossus Dune Lodge innerhalb des Nationalpark errichtet, wieso nicht gleich in der Nähe des 4x4 Parkplatzes? An dem Zusammentreffen der beiden Trockenflüsse kanns ja wohl kaum liegen, denn die Sossus Dune Lodge steht auch auf Stelzen. Das könnte man dort also genauso machen und alle wären vor eventuell einsetzenden Regenfällen in Sicherheit.
Ist es der Umweltschutzgedanke, der hunderte Touristen dazu bringt mit ihrem „sparsamen“ Allrad-Toyotas täglich zwei Mal die 60 km zurücklegen zu lassen, oder doch die Idiotie der Verantwortlichen? Ich hasse es täglich stundelang völlig sinnfrei im heißen Auto zu verbringen und mich bei 120km/h in Lebensgefahr zu bringen, nur um rechtzeitig zum Sonnenaufgang, oder am Abend wieder rechtzeitig in der Lodge sein zu müssen.
Aber man soll sich ja nicht aufregen, das Leben ist schön…..
vielen Dank für den so toll beschriebenen Reiseberich. 🤩 Du hast mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. 😉 Diese "Tourischwemme" muss ja schrecklich sein. 🙂 Deine Bilder sind wieder outstanding.😃 🤩
Einen sonnigen Gruß Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
W.A.Steiner schrieb:Ich möchte mich im übrigen dafür entschuldigen falls meine Fotos auf manchem Monitor sehr dunkel anmuten, oder der Kontrastumfang gar zu hoch erscheint. Ich arbeite auf einem farbkalibriertem EIZO Color Edge CG222W.
Wenn ich kurz klugscheißen darf: Die Bilder werden auf anderen Monitoren nicht zu dunkel sondern eher zu hell sein. Dein kalibrierter Eizo CG ist garantiert auf korrekte 80-120 cd Helligkeit eingestellt. Normale Consumer-Monitore sind mit ihren 250-400 cd dagegen Flakscheinwerfer. Die Farben werden wegen schmalerem Farbraum flauer sein und da wo Du in dunklen Bereichen noch Zeichnung siehst, sehen andere nur noch schwarz, weil deren Monitore Tonwerte unter 10 meistens nicht mehr differenzieren können. Mich macht das auch immer ganz krank. Die gute Nachricht: Deine Fotos sind so herausragend, dass sie selbst auf dem gruseligsten Monitor noch sehr gut aussehen.
Mal ein Beispiel und das ist noch nicht mal besonders krass: Das selbe Foto links auf einem kalibrierten und profiliertem Eizo mit erweitertem Farbraum und rechts auf einem Sony-Notebook aus der Businessreihe in Werkseinstellung (zumindest kein völliger Billigschrott).
als sonst eher stille Mitleserin muss ich nun einfach mal was sagen!
WOW! 2x WOW, Doppelwow sozusagen!;) Ich mag Deinen Bericht total gerne! Und zwar einfach deshalb, weil er einen ganz anderen Blickwinkel hat, als die "üblichen" Reiseberichte. Ich finde Deinen Schreibstil absolut köstlich- bitte weitermachen! :-)))
Und zu den Fotos......ähm ja.😳 Ich verneige mich in Ehrfurcht! Ich hab vor etwa 2 Jahren angefangen mich mit dem Thema Fotografie intensiver zu beschäftigen. Dass ich jemals solche Fotos machen werde, bezweifle ich stark! 😉 Deine Bilder sind einfach Wahnsinn- besonders die unglaubliche Schärfe und die Farbwiedergabe.....einfach WOW!
Und damit ich nicht den ganzen Tag Fotos bearbeiten muss und stundelang an meinem Reisebericht tippe, während ihr alle nur faul rumsitzt, gibts ein kleines Rätsel für euch 😉
Was ist das?
📎 _SDL3473.hp.1000.jpg
LG Wolfgang
PS.: Der Gewinner bekommt sein Liebelingsfoto in Originalgröße (ausgenommen davon sind die Sternenfotos im Deadvlei).
Eine Sanddüne im Sossusvlei. Kamera ein bisschen schräg gehalten, so dass sie schön von Ecke zu Ecke durch's Bild läuft. Oder geht es nur um den winzigen Punkt im Bild? Könnte so ein Busch sein, aber da kann zumindest ich bei der Größe nicht viel erkennen.
W.A.Steiner schrieb:Düne ist richtig, aber nicht präzise genug. Wäre in einem Namibia Forum auch eine Frechheit und kein Rätsel gewesen. 😄
Mir kommt keines der Sandkörner bekannt vor. 😎 Wenn die Frage ist, welche Düne genau das ist, habe ich keinen Schimmer. Das ist dann Lotterie statt Rätsel 😉