OT: Abstimmung über Atomkraftwerk in Namibia

33 Antworten · 6’094 Aufrufe · gestartet 05. Jan. 2012 von Oshivambo
Antworten
1’927 Beiträge · seit 200806. Jan. 2012 ·
Natürlich werde ich hier nicht mit abstimmen!

Es ist nicht redlich, von einem durch das stabilste Stromnetz der Welt versorgten PC, über das Energiekonzept eines chronisch unterversorgten Landes mitreden zu wollen.

Eine sachliche Diskussion über Atomkraft ist derzeit nicht möglich. Wer zeit seines Lebens ununterbrochen Strom aus der Steckdose entnahm, verliert offenbar jede Wertschätzung für eine sichere Energieversorgung.

Die AZ sollte sich nicht die scheinheilige Energiepolitik der Deutschen zum Vorbild nehmen http://www.az.com.na/umwelt/deutschland-machts-vor-klimaschutz-ist-eine-chance-fr-alle.139212.php

Die dt. Grundlastversorgung ist bzw. wird längst durch unsere Nachbarn gesichert 😉

http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/winter-engpass-deutschland-muss-strom-aus-oesterreich-beziehen_aid_699614.html

Gruß
Peter
zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2012
1’125 Beiträge · seit 200606. Jan. 2012 ·
Hallo zusammen!
Vielleicht hängen wir das Bild ein wenig tiefer. Es geht ja nicht um eine Abstimmung. Anders als bei meiner Nachbarstadt Schwäbisch Gmünd (Bud Spencer) geht es nicht um irgendeine Entscheidung. Entscheidungskompetenz haben die Abstimmenden in keiner Weise. Nein, es geht um ein Meinungsbild! Und da darf auch für Deutschland (@ Topobär) jeder x-beliebige Ausländer seine Meinung äußern. Warum auch nicht? Ich binde mit meiner Meinung keinen Entscheidungsträger. Aber vielleicht hört er darauf, mag ja sein.
Sonnige Grüße!
Rodrigo
Omnia vincit amor
265 Beiträge · seit 201006. Jan. 2012 ·
Hallo, ihr Lieben,

heute erschienen in der AZ mehrere Leserbriefe zu diesem Thema, hier mal einer der Links:
http://www.az.com.na/leserbriefe/dumm-und-potenzsteigernd.140870.php
Die anderen Leserbriefe dazu sind in der selben Rubrik aufgeführt.

Melde mich noch ausführlicher, muss leider wieder zurück an die Arbeit, Wochenenddienst...

Herzliche Grüße
Konny
Namibia Aktiv organisiert und vermittelt Aktivitäten an der Küste und in der Wüste OHNE AUFPREIS. Wir helfen mit jeder Buchung namibischen Familien in Not.
2’530 Beiträge · seit 200907. Jan. 2012 ·
N´Abend nochmal,

will mich gar nicht weiter um pro oder contra Atomkraft äussern,wollte aber doch als wohlstandsverwöhnter Mitteleuropäer zu bedenken geben,dass--wenn man schon das Fass Subventionen aufmacht--man dann der Ehrlichkeit halber auch erwähnen sollte,dass ohne eben diese Subventionen bei uns schon lange kein Krümel Kohle mehr gefördert worden wäre--es wäre viel billiger,die Kumpel bei vollen Bezügen heim zu schicken,war aber nicht gewollt,für lange Zeit zumindest.
Und auch die ach so saubere,ach so billige Atomkraft wäre bei realistischer Berechnung aller Kosten-sowohl bei Förderung des Rohstoffes Uran und dessen Aufbereitung sowie erst recht bei der (-ja wie soll man das eigentlich nennen,weil " entsorgen" -also ohne Sorgen wegschaffen-geht ja gar nicht,der Stoff ist ja immer noch da ) Beseitigung der ausgepowerten Brennstäbe- plötzlich gar nicht mehr so billig,oder sollte man sagen preiswert?
Aber so lange die wohlstandsverwöhnten Mitmenschen um mich herum es sich leisten können,vier bis sechs Wochen in der dunklen Jahreszeit-also jetzt gerade noch-ihre Häuser mit geschmacklosen Lichterketten und leuchtenden Plastikschneemännern und Weihnachtsmännern mit Rentiergespannen und derlei Scheusslichkeiten mehr--zu illuminieren,so lange wird man wohl tunlichst vermeiden,über eine der grössten Energieressourcen nachzudenken,nämlich Energie effizient und sparsam einzusetzen.
Soviel von mir nochmal auf die Schnelle....

seid gegrüsst von fotomatte
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Gast08. Jan. 2012 ·
Hallo,
Schmettau schrieb:heute erschienen in der AZ mehrere Leserbriefe zu diesem Thema,
Der Leserbrief des Dr. Bernd Berger aus Köln ist exemplarisch für deutsche Kritik. Von nichts eine Ahnung, aber trotzdem die Klappe aufreißen und andere belehren wollen.
http://www.az.com.na/leserbriefe/sahara-besser-als-namibia.140868.php

«Warum plant man riesige Photovoltaikanlagen in der Sahara und nicht in Namibia?»

Dumm nur: Man plant überhaupt keine riesigen Photovoltaikanlagen in der Sahara. Man plant dort riesige Anlagen für die solarthermische Verstromung. Das hat genau null mit Photovoltaik zu tun und wer den Unterschied nicht kennt, sollte sich zu dem Thema vielleicht weniger äußern.

«Nicht nachzuvollziehen, warum der führende Staat der Photovoltaik seinen Partner Namibia nicht wissenschaftlich und wirtschaftlich überzeugen kann,»

Dumm nur, dass Deutschland schon lange nicht mehr der führende Staat bei der Photovoltaik ist. Führend sind wir vielleicht noch bei der absurd hohen Subventionierung von PV-Strom. Führend bei der Herstellung von PV-Anlagen ist seit langem China. Ehemals große deutsche PV-Firmen wie Solar Millennium und Solon sind schon pleite, andere kämpfen um das Überleben.

Ein AKW in Namibia finde ich auch etwas sinnfrei, aber weniger aus Gründen des Umweltschutzes. Namibia hat genau kein Knowhow in der Richtung. Wenn man sieht, wie es bei anderen staatlichen Firmen läuft (Air Namibia, NWR, ...), dann möchte man nach dem Schema keinen AKW-Betreiber sehen.

Beste Grüße

Guido
156 Beiträge · seit 200808. Jan. 2012 ·
fotomatte schrieb:

Aber so lange die wohlstandsverwöhnten Mitmenschen um mich herum es sich leisten können,vier bis sechs Wochen in der dunklen Jahreszeit-also jetzt gerade noch-ihre Häuser mit geschmacklosen Lichterketten und leuchtenden Plastikschneemännern und Weihnachtsmännern mit Rentiergespannen und derlei Scheusslichkeiten mehr--zu illuminieren,so lange wird man wohl tunlichst vermeiden,über eine der grössten Energieressourcen nachzudenken,nämlich Energie effizient und sparsam einzusetzen.
Dann sollten wir wahrscheinlich maximal auch nur alle fünf Jahre nach Namibia fliegen - wenn überhaupt. Das ist vermutlich deutlich energieintensiver als die Weihnachtsbeleuchtung einzelner Nachbarn.

Auf Namibia oder Afrika-Urlaub würd ich aber nur sehr ungern verzichten...

Grüße
Jogo
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2012
172 Beiträge · seit 201108. Jan. 2012 ·
Könnte zu diesem Thema passen


D E S E R T E C



LG Luigi
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2012
3’700 Beiträge · seit 200908. Jan. 2012 ·
Es gibt ja mittlerweile eine ganze Palette alternativer Energiegewinnungsmethoden. Hier sollte die langfristige Kosten-Nutzung immer mit berücksichtigt werden.
In Namibia soll jetzt sogar eine Aufwindanlage mit einem anderthalb Kilometer hohen Turm entstehen.
Und hier geht´s zum Artikel.

HG
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
265 Beiträge · seit 201008. Jan. 2012 ·
Hallo Jaw,
jaw schrieb: Solarplatten sind sehr teuer und vergleichsweise extrem unwirtschaftlich, selbst im sonnenverwöhnten Namibia.
Lodges und Farmen nutzen Solarplatten oft nur, weil es bei den Kunden werbewirksam wahrgenommen wird und andere Versorgungen nicht verfügbar sind.
Da kann ich dir nur bedingt recht geben. Ich kenne eine ganze Reihe von Lodges und Gästefarmen, die durchaus ihre komplette Stromversorgung durch Solarenergie gewinnen. Es dauert zwar eine Weile, bis sich die – auch inzwischen günstiger gewordenen – Solarpanele amortisieren, aber es rechnet sich auf Dauer unbedingt UND die Umwelt wird geschützt. Zudem ist hier im Land eine gleichmäßige Stromversorgung nicht immer gewährleistet, so dass sich Solarenergie in ländlichen Gebieten auf jeden Fall lohnt. Aber auch für größere Orte halte ich sie für die geeignete Alternative.

@ Peter:
peter 08 schrieb:Wer zeit seines Lebens ununterbrochen Strom aus der Steckdose entnahm, verliert offenbar jede Wertschätzung für eine sichere Energieversorgung.
Hier liegt das Problem: Die namibische Bevölkerung möchte natürlich eine gesicherte Stromversorgung, eben weil dies nicht überall eine Selbstverständlichkeit ist. Was mich beängstigt, ist das leider teilweise sehr unkritische Umgehen mit der Möglichkeit, Atomstrom zu nutzen, ohne sich über mögliche Konsequenzen sowie Entsorgung bewusst zu sein. Die vielen Uranminen im Land sind ohnehin ein Problem. Wohin geht denn das verwendete Wasser? Natürlich in unser Grundwasser. Auch das wird oft nonchalance übersehen...

@ Guido:
Guido. schrieb: Ein AKW in Namibia finde ich auch etwas sinnfrei, aber weniger aus Gründen des Umweltschutzes. Namibia hat genau kein Knowhow in der Richtung.
Eben! Genau das stimmt mich nachdenklich...

@ Luigi:
Luigi schrieb:Könnte zu diesem Thema passen

D E S E R T E C
Bingo, solch eine Lösung böte sich in Namibia an – Sonne und Platz in der Wüste haben wir reichlich.

@ Marina,
ich kann leider den Link nicht öffnen.

@all:
Wir können heute nicht wissen, ob diese Abstimmung auf fruchtbaren Boden fällt, aber einen Versuch ist es allemale wert.

Herzliche Grüße
Konny
Namibia Aktiv organisiert und vermittelt Aktivitäten an der Küste und in der Wüste OHNE AUFPREIS. Wir helfen mit jeder Buchung namibischen Familien in Not.
172 Beiträge · seit 201108. Jan. 2012 ·
Schmettau schrieb:
Bingo, solch eine Lösung böte sich in Namibia an – Sonne und Platz in der Wüste haben wir reichlich.
Leider wird hier nicht der Vernunft entsprochen. Man findet eben für Erdölprobebohrungen oder im AKW-Bereich wesentlich einfacher Investoren. Projekt wie DESERTEC sind den OPEC-Ländern zudem ein Dorn im Auge - no na -
....und wie heißt es so schön: "Geld regiert die Welt!"

LG Luigi
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2012
723 Beiträge · seit 201108. Jan. 2012 ·
Schmettau schrieb:

...das unkritische Umgehen der zumeist schwarzen Bevölkerung mit solchen Themen. Und zwar aus dem schlichten Grund, dass der Bildungsstand hier sehr niedrig ist.
Konny
Hallo,
also ich werde mir hier kein Pauschalurteil über den Bildungsstand der schwarzen Bevölkerung in Afrika erlauben. Ich gestatte mir aber die Bemerkung, dass die meisten der hier zu lesenden Beiträge einen kaum zu unterbietenden Bildungsstand in Sachen stabile Energieversorgung für ein Land und Probleme alternativer Energieen aufweisen!
Im übrigen bin ich kein Freund von AKW'en. Aber, wenn ich an Afrika denke fallen mir mehr Dinge als nur Lodges ein!
Gruß Reinhard
2’047 Beiträge · seit 200709. Jan. 2012 ·
Hallo Konny,
Da kann ich dir nur bedingt recht geben. Ich kenne eine ganze Reihe von Lodges und Gästefarmen, die durchaus ihre komplette Stromversorgung durch Solarenergie gewinnen.
Die kenne ich auch und ein Freund hat ganze 300.000 NAD darein investiert mit Nachführung der Platten im Sonnenverlauf. Es gibt verschiedene Gründe, warum das Sinn machen kann:
- Keine Stromversorgung von Nampower verfügbar
- Bekannt unzuverlässige Versorgung, Spannungsschwankungen und Ausfälle
- Umweltaspekte
aber wirtschaftlich ist es sicher nicht. Der Schiffsdiesel-Generator schlägt das bei Weitem, allerdings stört sein Tuckern halt die Lodgegäste. Sonnenenergie verkauft sich da besser.
Aber les hier mal die Threads, wenn über das Haarefönen auf Kooimasis oder anderen Lodges mit Solarversorgung und Batterien abgelästert wird. Eine Tiefentladung der Batterien kosten sehr viel Aufwand für den Betreiber. Und die Gäste erwarten einfach, zu jeder Tages- und Nachtzeit Warmwasser und Strom unbegrenzt nutzen zu können. In aller Regel kommen auch diese Lodges daher ohne Generator nicht aus, und sei es nur zur Batteriepflege und als Reserve.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2’047 Beiträge · seit 200710. Jan. 2012 ·
Hallo Fomis,

zu meiner Überraschung nehmen die die Umfrage doch ernster als man glauben sollte.
Aber in dem AZ-Artikel von heute wird auch deutlich, dass erst die Bekanntmachung durch die AZ die Zahl der Voten deutlich erhöht hat.

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)