PascalinahThemenstarter2’772 Beiträge · seit 200621. Okt. 2010 ·
08.09.10
Unser heutiges Tagesziel ist der Lake Oanob bei Rehoboth. Die C24 ist eher öde, die Pad jedoch gut. Stop! Was war das? Da liegt eine Schlange auf der Strasse. Wir halten. Es ist ein trauriger Anblick. Vermutlich hat der LKW-Fahrer vor uns die Kapkobra seitlich erwischt. Das arme Tier ringt mit dem Tode. Blut kommt schwallartig aus ihrem Maul. Sie kann nur noch den hinteren Teil ihres Körpers bewegen. Alles, was vor der Wunde ist, ist gelähmt. Sie hat Angst, möchte fliehen, öffnet und schliesst nur noch langsam das Maul.
Mir ist zum Heulen zumute, so sehr tut mir diese arme Kreatur leid. Aber wir können ihr nicht helfen, deshalb fahren wir ihr schweren Herzens über den Kopf, damit ihr Leiden ein Ende hat. Ein schwacher Trost bleibt. Ihr Körper wird noch einen Greifvogel satt machen.
Am Lake Oanob angekommen verstauen wir zuerst unsere Sachen wieder in die Reisetaschen, denn heute ist unsere letzte Nacht im Camper. Morgen übernachten wir, wie immer die letzte Nacht, in der Pension Steiner in Windhoek.
09.09.10
Gegen 10:30 sind wir wieder bei African Tracks und übergeben unsere Fahrzeuge. Als Valerie erfährt, dass unser Camper fast ausgebrannt wäre, ist sie sichtlich erschrocken. So etwas wäre noch nie passiert! Ich stelle mir bildlich vor, wie wir ihr nur noch das Lenkrad überreichen, alles andere ist Schutt und Asche und muss grinsen... Aber zum Glück ist ja nicht allzu viel passiert. Valerie entschädigt uns angemessen und so freuen wir uns noch mehr auf den kommenden Februar, wenn wir wieder sagen können: „Hallo Valerie, da sind wir wieder...“ Wie üblich schlendern wir den Rest des Tages noch etwas durch Windhoek, essen einen leckeren Salat im Zoo Cafe – jetzt Balalaika – und verbringen den letzten Abend in Joe`s Beerhouse.
10./11. 09.10
Da unser Flieger erst heute Abend startet, machen wir noch ein paar abschliessende Besorgungen in der Stadt und relaxen dann am Pool der Pension. Pünktlich um 16:30 werden wir von Joshua von African Tracks abgeholt und zum Flughafen gebracht. Alles klappt problemlos, der Flieger startet pünktlich und 10 Stunden später setzt er hart auf die Frankfurter Landebahn auf - Treffer und versenkt! Dieses mal sind wir nicht so wehmütig, denn in 5 Monaten stehen wir wieder hier in Frankfurt am Schalter der Air Namibia. 3 Stunden später, am Göttinger Hauptbahnhof, verabschieden wir uns herzlich von Dagmar, Winfried, Hansi und Bärbel und nehmen für den kurzen Rest der Reise unser eigenes Auto. Wieder einmal haben wir zusammen 3 wunderschöne Wochen verbracht, an die wir noch lange denken werden.
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200821. Okt. 2010 ·
Hallo, Pascalinah!
Toller Bericht! Danke fürs Mitnehmen auf deine Reise!
Dein Reisebericht ist ein einfach Genuss. (Der von Bot ist mir noch lebhaft in Erinnerung.) Erfischend locker, informativ und mit ausgesprochen guten Beobachtungen und schönen Fotos gespickt (absoluter Hammer: Der Schwarzbrustschlangenadler mit Beute im Hals!).
Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
seufz - was für ein toller Bericht und so wunderschöne Fotos. Von mir aus könnt Ihr gleich morgen wieder in den Urlaub starten, dann dauert es bis zum nächsten "Fotoroman" nicht so lange 😉 Ich habe vor kurzem "Hummeldumm" gelesen und habe bei deiner Begegnung der 3. Art schallend gelacht. Du hast mir die Kaffeestunde versüßt - danke!!!!
es macht mir großen Spaß Eueren Reisebericht zu verfolgen. Da steigt doch gleich die Vorfreude auf unsere 2. Reise nach Namibia. Wir wollen auch in den Kgalagadi. Ist nicht mehr so lange hin bis Januar. 🙂
Ach, wie schoen - vielen Dank fuer den tollen Bericht! Bei uns gehts naechstes Jahr im August auch in den KTP, Fishriver Canyon, Luederitz und Sossusvlei, unter anderem. Macht die Vorfreude noch groesser!
auch von mir ein herzliches Dankeschön für Deinen tollen Reisebericht und die schönes Fotos.
Du schriebst von Eurer Begegnung mit dem Honigdachs und den Singhabichten. Wir haben in Nossob einen Sunset-Drive mitgemacht. Die Rangerin erzählte uns, dass man, wenn man Singhabichte sieht, auch immer am Boden nach Honigdachsen Ausschau halten soll. Die Singhabichte schauen zu, wie die Honigdachse graben und wenn diese potentielle Beute ausgegraben haben, stürzt der Singhabicht runter und schnappt sie ihnen häufig weg. Aus diesem Grunde sind die Honigdachse nicht gut auf die Habichte "zu sprechen" und werden "wütend", wenn sie ihnen zu nahe kommen.
Viele Grüße Ina
PascalinahThemenstarter2’772 Beiträge · seit 200624. Okt. 2010 ·
danke für deinen auch diesmal wieder tollen Bericht. Manches haben wir ja ca. 4 Wochen später ähnlich wie ihr erlebt.
Wir freuen uns schon aufs nächste Treffen, dann gibt’s deinen Bericht ja sicher auch wieder als Buch zu bestaunen.
Hier noch eine kleine Anmerkung zu den mitunter schlechten Pisten. In unseren 10 Tagen im KTP sind wir mehrmals an unterschiedlichen Stellen auf 2 Grader gestoßen, die etwas versetzt beide Fahrtrichtungen geschoben haben.
Die mitunter schlechten Pisten liegen meines Erachtens also nicht an der schlechten Wartung sondern an den sehr vielen Fahrzeugen mit Trailern, die mitunter mit einem ganz schönen Tempo dort herum brettern. Bei unserer Ankunft, als wir von Polentswa kamen war die Strecke hinter der großen Dünenquerung bis Urikaruus Waschbrett von der allerübelsten Sorte. Da hat es echt keinen Spaß gemacht entlang zufahren.
Ein paar Tage später, als wir von Roiputs zurück kamen war die gleiche Strecke in einem Top-Zustand. Bei unserem abendlichen Gamedrive waren dann schon wieder ein paar ganz schön tiefe Schläge drin. Na ja, bei den vielen Wagenburgen, die sich tagsüber in Mata Mata formiert hatten war das auch kein Wunder.
Die Strecke nach Nossob bis hoch nach Union’s End hatten wir vom letzten Jahr her in viel schlechterer Erinnerung. Aber durch das viele Schieben werden die Seitenränder halt immer höher. Selbst mit einem 4x4 kann man an einigen Stellen fast nicht mehr über die Ränder sehen.
Auch die Strecke nach Gharagab ließ sich diesmal sehr gut fahren. Im März 2009 war es für uns eine ziemliche Herausforderung.
Gerade mal 2 Wochen zuhause freuen wir uns schon aufs nächste Mal. Bei uns sind es noch 165 Tage, bis wir dann im KTP wieder auf Pirschfahrten gehen.
Liebe Grüße auch an Norbert von Karl-Heinz und Uschi
Etwas verspätet habe ich mir Deinen Reisebericht jetzt mal “vorgenommen“ und mich schon nach kurzer Zeit festgelesen. Zum Einen beschreibst Du sehr schön den KTP, eines unserer Wunschziele für die nächste Reise. Zum Anderen liest sich Dein frischer, humorvoller Text sehr angenehm und dann noch diese hervorragende Bildzusammenstellung ! Das Bild vom Schlangenadler mit seiner Beute ist wirklich ganz toll gelungen, ich hätte es gerne selber gemacht. 😄 Reiseberichte in dieser Qualität wecken in mir mehr Fernweh als so mancher Reiseführer. Auch wenn es vielleicht etwas übertrieben oder geschwollen klingt, ich finde in diesem Bericht spürt man Deine Liebe zu Afrika. Ganz sicher hattet Ihr eine tolle Reise, die bestimmt unvergesslich bleibt. Vielen Dank, dass wir ein wenig dabei sein durften.
Herzliche Grüsse
Renate und Manfred
PascalinahThemenstarter2’772 Beiträge · seit 200603. Nov. 2010 ·
Herzlichen Dank, Renate und Manfred, das freut mich 🙂 🙂
Hallo Pascalina, dein Bericht fällt aus dem Rahmen, du hast eine sehr lebendige Schreibe 🙂, zeigst, was du erlebt hast, erzählst nicht nur! Allein schon der Titel hat es in sich. Der Bericht liest sich, als ob das Schreiben zumindest dein Nebenberuf wäre. Herzlichen Dank, dass du mich an deinen Erlebnissen teilhaben lässt.