Neuling im Forum - Uganda der nächste Sehnsuchtsort

Reisebericht 48 Antworten · 1’813 Aufrufe · gestartet 09. Sept. 2026 von MaryAfrica
222 Beiträge · seit 202324. Sept. 2026 ·
Hallo Marion,

wow 🤩 Was für ein toller Safaritag. 

Die Sichtung der Büffel im Schlamm ist schon sehr außergewöhnlich und ihr  habt sie in beeindruckenden Fotos festgehalten. 

Vielen Dank und Liebe Grüße, Sabine 

Themenstarter30 Beiträge · seit 202125. Sept. 2026 ·
Hallo Sabine,

Der Tag im Queen Elizabeth NP war wirklich einmalig. Was ich auch erstaunlich fand, dass Büffel und Hippos nebeneinander im Schlamm saßen.

Gruß Marion

Themenstarter30 Beiträge · seit 202125. Sept. 2026 ·

 Teil 9 - Ishasha 05.01.26

Unser nächstes Etappenziel lag im Süden des Queen Elizabeth Nationalparks. Das Ishasha-Gebiet, bekannt durch seine Baumlöwen. Zuerst fuhren wir zurück zur Hauptstraße und später weiter durch den QENP, aber die Sichtungen hielten sich in Grenzen. Wir verließen die Savannenlandschaft und fuhren über eine anspruchsvolle Schotterpiste mit tiefen Schlaglöchern. Weiter ging es durch dichtes Busch- und Waldgebiet, vorbei an mehreren Flussläufen und Sumpfgebiet, die mit Papyrus, Wasserlinsen und dichten grünen Wasserpflanzen zugewachsen waren. Was für eine Farbexplusion. Blatthühnchen  und Teichhühnchen liefen behende über die Pflanzen, Nimmersatt und Kingfisher saßen am Uferrand. Hippos verschwanden in dem Grün. Wir stiegen kurz aus und saugten die Szenerie regelrecht auf.


Unterwegs beobachteten wir noch Schwarz-Weiß Colobusaffen.


Kurz vor Ishasha machten wir Rast und packten unsere Lunchpakete aus.

Über uns lugten grüne Meerkatzen auf unsere Lunchpakete. Ob sie wohl etwas abhaben wollten?



Kurz vor unserer nächsten Lodge, der Embogo Lodge, sprach Peter mit einem Guide, der angeblich wusste, wo ein Baumlöwe in der Nähe faulenzen würde. So fuhren wir nicht direkt zu unserer Lodge. Wir hatten leider kein Glück. Der Löwe war leider schon verschwunden, als wir ankamen.



Ihasha ist berühmt für seine Baumlöwen, doch die Population sinkt seit 2018 dramatisch. Drei Löwinnen und acht Jungtiere starben 2018 durch Vergiftung. 2021 wurden wieder sechs Löwen getötet. Konflikte mit umliegenden Dörfern sind der Hauptgrund. Um sie zu schützen arbeitet die UWA (Uganda Wildlife Authority) mit Rangerteams des benachbarten Virunga-Nationalparks Kongo zusammen. Wir halten die Daumen.


Nach dem Check-in in Embogo wurden wir zu unserem Chalet geführt. Die Lodge selbst können wir auch empfehlen. Sie liegt direkt an der Grenze des Nationalparks, nicht eingezäunt, so das Wildtiere, sogar Elefanten, vorbeischauen können. Im Herzen des Grüns steht ein schöner Aussichtsturm, ständig bewacht. Von dort hat man einen guten Überblick. Doch auf den kurzen Weg dorthin ist vorsicht (besonders nach Dämmerung) geboten. Die Zimmer sind groß, das Bad großzügig, und vor dem Chalet befindet sich eine erhöhte, schattige Holzterasse mit Blickkontakt zu einem kleinen Tümpel, an dem ein Hammerkopf-Fischjäger ganz ungeniert nach Beute suchte.


Wir bereuten es jetzt schon, daß wir nur eine Nacht hier bleiben würden. Um 16.30 Uhr verabredeten wir uns mit Peter zum Game Drive. Zuvor machten wir noch einen Abstecher zum Aussichtsturm, dann entspannten wir auf der Terasse. 


Ob wir wirklich Baumlöwen sehen würden? Es gibt keine Garantie dafür und wir hatten auch keinen weiteren Game Drive auf dem Plan. Unterwegs sahen wir einige Antilopen, Warzenschweine und einen einsamen Büffel – Löwenfutter war also vorbereitet.

Wir hatten Glück. Ein Auto an einem großen Feigenbaum winkte uns zu. Wir hielten an und tatsächlich hing eine Löwin zwischen den Baumästen. Ab und zu warf sie uns einen müden Blick zu, als wolle sie sagen: „Immer diese Touris“. Eine Walking-Safari durch den Busch hätte wohl weniger Freude bereitet. Bei einem möglichen Angriff wäre ein Baum vielleicht doch kein sicherer Zufluchtsort gewesen. Zumindenstens kein Baum auf dem ich noch raufgekommen wäre.


Die baumkletternden Löwen in Ishasha sitzen fast ausschließlich auf den Feigenbäumen. Sie haben dicke, massive und vor allem horizontale Äste und bieten eine stabile und bequeme Liegefläche mit dichtem Blätterdach, auf der sie sich lang ausstrecken können. Der perfekte Rückzugsort vor der brennenden afrikanischen Sonne.

Wir standen lange, doch die Zeit für weitere Sichtungen war begrenzt, denn Peter wollte unbedingt noch weiter. Wir passierten das Ishasha Ranger Outpost (UWA) bzw. das Hauptquartier der Wildhüter und erreichten eine langgezogene Geländeerhebung inmitten des ansonsten flachen Ishasha-Sektors. Der Blick ging hinab auf die weite, offene Savanne. Direkt hinter dieser Graslandschaft verläuft ein dichter Wald. Die Anhöhe stürtzte steil ab. Am Rand standen Tische mit Stühlen. Davon war eine Ganitur für uns gedeckt. Eine echte Überraschung. Sundowner-Time mit spektakulärem Blick.




Elefantenherden und Antilopen zogen genau zur Sundowner-Time aus dem Wald in das offene Grasland. Vermutlich um zu fressen oder auf dem Weg zur nächsten Wasserstelle. Dieser Ort ist perfekt für einen Sundowner. Die Sonne tauchte die Wolken in Orange- und Rottöne wir tranken Wein und ließen den Tag mit Peter stimmungsvoll ausklingen. Eine wirklich schöne Überraschung.

Als wir zurück zur Lodge kamen, war schon Dinnertime – das Buffet war super und der Akku des Tages längst leer. Vor allem nach dem Wein. Das Bett rief: Gute Nacht.

6’423 Beiträge · seit 201126. Sept. 2026 ·

Hoi Marion


Erstmal ein kleines 'Dankeschön' für den bisherigen Reisebericht!

MaryAfrica schrieb:Was ich auch erstaunlich fand, dass Büffel und Hippos nebeneinander im Schlamm saßen.

Bei dem Bild hab ich auch gestaunt! Hab ich so auch noch nie gesehen!

Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter30 Beiträge · seit 202126. Sept. 2026 ·
Hallo Picco,

Ich musste auch zweimal hinschauen. Schon verrückt, was die Natur so bereithält. Das zeigt, dass man immer wieder überrascht werden kann.



Themenstarter30 Beiträge · seit 202126. Sept. 2026 ·

Teil 10 - Bwindi-Regenwald 06.01.26 – Die Spannung steigt

Nun wartete das nächste Highlight unserer Reise auf uns. Der Bwindi-Regenwald und das Gorilla- Trekking. Allein der Gedanke daran machte mich schon ein wenig nervös. Aber dazu später mehr.

Da die Strecke nicht weit war, hatten wir genügend Zeit und während Thomas sich fertig machte, setzte ich mich noch einmal gemütlich vor unserer Unterkunft und genoss die morgendliche Ruhe. Um 9.00 Uhr ging es pünktlich los in Richtung Bwindi, genauer gesagt zum Ruhija-Sektor.

Zunächst ging es wieder durch die Landschaft rund um Ishasha. Je weiter wir fuhren, desto mehr veränderte sich die Umgebung. Wir kamen durch Dörfer, in denen sich das Leben entlang der Straße abspielte.

Viele Geschäftsgebäude sind so wie auf dem rechten Bild angelegt. Im vorderen Teil befindet sich der Verkaufsraum und direkt dahinter schläft und lebt die Familie.



Wir sahen Kaffee- und Teeanbau, Felder zogen sich über steile Hänge und dazwischen standen kleine Häuser. Die Landschaft wurde zunehmend hügeliger. Wir gewannen langsam an Höhe und die Straße wurde kurviger. Wir fuhren auf unbefestigte, holprige Pisten mit Schlaglöchern und matschigen Stellen, die die Fahrt abenteuerlich machten. Aber gerade dadurch wurde es interessant. Wir waren nun mitten im ländlichen Uganda unterwegs und bekamen einen viel besseren Eindruck vom Leben abseits der großen Straßen.

An steilen Berghängen sahen wir Menschen bei der Arbeit. Auf kleinen Feldern, die teilweise unglaublich steil am Hang lagen, wurde gehackt, gepflanzt oder geerntet. Es war kaum vorstellbar, wie mühsam die Arbeit dort sein musste.



Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft grüner und ursprünglicher. Die offenen Felder und Dörfer gingen in eine immer dichtere Vegetation über. Die Berghänge wurden noch steiler, tiefe Täler öffneten sich neben der Straße und schließlich befanden wir uns am Rande des Bwindi-Regenwaldes. Wir konnten uns kaum sattsehen. Immer wieder baten wir Peter anzuhalten, wenn sich ein besonders schöner Blick auftat. Von den Aussichtspunkten konnten wir über die bewaldeten Berghänge und tiefen Täler schauen.


Gegen 13.00 Uhr erreichten wir schließlich das Gorilla Mist Camp. Das Camp liegt im Ruhija-Sektor, nur etwa 10 bis 12 Minuten vom Gorilla-Briefingpunkt entfernt.

Wir wurden von einem Dreihornchamäleon begrüßt. Übrigens meine erste Sichtung.


Die Lage des Camps ist wirklich traumhaft. Von der Terrasse hatten wir einen fantastischen Blick über die Berghänge. Wir konnten bis in Richtung der Virunga-Vulkane schauen. Häufig hängen Nebel und Wolken zwischen den Bergen, was wohl auch zum Namen „Mist Camp“ beigetragen hat.



Unser Chalet war geräumig und sauber, könnte allerdings an der einen oder anderen Stelle eine kleine Auffrischung vertragen. Die Sofas waren schon etwas durchgesessen und auch nicht mehr sehr ansehnlich. Auch mit dem Bett hatten wir so unsere Probleme. Es waren mit Abstand die unbequemsten Betten, in denen ich bisher auf einer Reise geschlafen habe.

Nach dem Lunch machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Ruhija, der kleinen Siedlung in der Nähe des Camps. Ein klassisches Dorfzentrum gibt es hier eigentlich nicht. Vielmehr reihen sich kleine Häuser und einfache Holzhütten entlang der Straße. Überall sieht man Menschen bei der Arbeit oder sie sitzen vor ihren Hütten. Es wurde gehämmert, gesägt und gehandelt. Kleine Verkaufsstände und Läden boten bunte Stoffe, Kleidung, Ketten, Holzschnitzereien und andere Dinge an. Wir kamen schnell mit einigen der freundlichen Bewohner ins Gespräch und wurden überall neugierig und herzlich begrüßt.



Besonders lustig wurde es, als Thomas mit einem der Arbeiter ins Gespräch kam, der gerade dabei war, eine kleine neue Hütte zu bauen. Direkt am Straßenrand wurde das Holz dafür zugesägt. Irgendwann bot er Thomas scherzhafter Weise an, selbst einmal mit anzupacken. Das ließ er sich natürlich nicht zweimal sagen. Also stand er plötzlich mitten zwischen den Arbeitern und legte selbst Hand an. Die Männer sahen zu und Thomas war mit großem Eifer dabei. Es wurde gelacht, gescherzt und natürlich kräftig weitergesägt. Ein völlig ungeplanter Moment, aber wir hatten alle unseren Spaß.



Natürlich konnten wir anschließend nicht mit leeren Händen zurück ins  Camp gehen. Wir kauften einige schöne Stoffe und einen wirklich gelungenen, aus Holz geschnitzten Gorilla. Ein passenderes Souvenir für unseren Aufenthalt in Bwindi hätten wir wohl kaum finden können.

Zurück im Camp wurde es dann ernst. Wir packten unsere Rücksäcke für das Gorilla-Trekking am nächsten Morgen. Wasser, Snacks, Regenjacken, Handschuhe, Nüsse und unsere Kameras, alles musste bereitliegen. Beim Abendessen versuchten wir, uns noch einmal zu entspannen. Das Essen war ganz gut, aber lange blieben wir nicht sitzen. Wir wollten früh ins Bett, denn schließlich sollten wir am nächsten Morgen fit sein.

Bei Thomas war die Vorfreude vermutlich größer als die Nervosität. Bei mir war es genau umgekehrt. Ich lag später im Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Zum einen lag das definitiv an dieser unbequemen Matratze. Zum anderen kreisten meine Gedanken ständig um den nächsten Tag. Ich hatte keine Ahnung, was uns erwartete. Wie steil würde es werden? Wie lange müssen wir laufen?  Würden wir durch Schlamm und dichtes Unterholz klettern? Und vor allem, finden wir die Gorillas überhaupt? Hoffentlich würden wir eine möglichst leichte Strecke bekommen, denn wir hatten Angst, dass wir nicht fit genug sind. Mit diesen Gedanken lag ich noch lange wach und ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der nächste Tag ganz anders werden sollte, als ich ihn mir vorgestellt hatte.

404 Beiträge · seit 202127. Sept. 2026 ·
Liebe Marion,

auch von mir eine herzliches Dankeschön zwischendurch für deinen lebendigen Bericht. Ich kann deine Nervosität und deine Gedanken so gut nachempfinden! Dein kleiner Cliffhanger lässt darauf hoffen, dass ihr mit eurem Trekking vielleicht ähnliches Glück hattet wie wir. Ich bin gespannt, wie ihr eure Gorilla-Begegnung erlebt habt.

Viele Grüße 

Elke


www.fotognu.de Haustierfotografie gegen eine Spende für den Tierschutz
Themenstarter30 Beiträge · seit 202127. Sept. 2026 ·
Hallo Elke,

Ich schreibe den Bericht sehr gerne, auch wenn er natürlich einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Von Thomas habe ich zwar einige Bilder bekommen, aber ich nehme auch gerne ein paar Standbilder aus meinen eigenen Videoaufnahmen dazu.

Meine alte Videokamera war leider schon ziemlich veraltet und hat zuletzt keine wirklich guten Aufnahmen mehr gemacht. Außerdem war der Zoom defekt. Deshalb habe ich mir inzwischen eine neue Kamera gekauft, denn im Oktober fliegen wir nach Namibia. Mal sehen, vielleicht wird der nächste Reisebericht dann auch bildlich noch etwas besser.

Euren Reisebericht habe ich natürlich auch gelesen. Ihr habt tolle Bilder gemacht und hattet beim Gorilla Trekking so viel Glück! Bei uns war das leider nicht ganz so einfach. Aber trotzdem war es natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Themenstarter30 Beiträge · seit 202128. Sept. 2026 ·

Teil 11 - Gorilla-Trekking 07.01.26 – Machen wir das jetzt wirklich?


Der Wecker klingelte pünktlich um 6.30 Uhr und ich fühlte mich, als hätte jemand die Batterie meines Gehirns entnommen. Hundemüde, kaum ausgeruht, kroch ich trotzdem aus dem Bett, denn heute stand Gorilla Trekking auf dem Plan. Irgendetwas in mir flackerte zwischen Nervosität, Vorfreude und dem unbändigen Wunsch, einfach weiterzuschlafen.

Nach dem Frühstück brachte Peter uns um 7.30 Uhr zum Gorilla Trekking Center. Wir registrierten uns und begaben uns in den Briefing-Room. Dann ging es los. Eine lokale Gesangs- und Tanzgruppe aus Ruhija begrüßte uns mit traditioneller Musik. Leuchtende Gewänder, Trommeln und mitreißende Rhytmen müßten die Vorfreude auf das Trekking merklich steigern. Ich wurde nur immer nervöser und konnte mich gar nicht auf den Tanz konzentrieren.


Das Briefing war sachlich: Abstand halten, leise sein, Gorillas nicht berühren usw.... Die Gruppen wurden eingeteilt, wir bekamen unseren Guide, zwei bewaffnete Ranger und eine Gorilla-Familie zugeteilt – unsere war die Oruzogu-Familie. Wir stellten uns untereinander vor und wurden gefragt, ob wir einen Porter und Stöcke benötigen. Wir hatten zwar unsere Walkingstöcke dabei, doch Peter meinte, dass sie nicht so gut geeignet wären. Da wir die Menschen der umliegenden Dörfer unterstützen wollten, nahmen wir zwei Porter. Zum Glück. Von den 8 Teilnehmern waren wir die Ältesten. Die anderen waren mindesten 20 Jahre jünger.  Ach so, aus euren Reiseberichten wussten wir, dass stichfeste Handschuhe und Gamaschen sinnvoll wären. Vorab, das waren sie auch. Danke für die Info. 

Die Tracker hatten in der Früh unsere Gorillafamilie schon ausfindig gemacht. So fuhr Peter uns mit einem der Ranger zum Einstiegspunkt. Die anderen unserer Gruppe folgten. Bevor es losging, wünschte Peter uns Glück. 


Gemeinsam mit unseren Guides und den Portern machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging es leicht bergab. Der Weg führte immer tiefer in den dichten Wald hinein. Wir zogen unsere Handschuhe an. Durch üppiges Grün und teilweise rutschiges und unwegsames Gelände ging es schließlich steil bergab. Die Porter passten auf wie Adler, während der Abstieg problemlos an mir vorbeizog, wusste ich im Hinterkopf natürlich, was wir jetzt hinuntergehen, müssen wir später auch wieder hinauf.


Dann kam der Moment, auf den man wartet. Wir erreichten die Tracker auf einer kleinen Lichtung im Tal. Büsche und Gras standen hoch. Ich konnte noch keinen Gorilla entdecken. Wir mussten unsere Masken anziehen und unser Guide führte uns ein paar Schritte weiter. Plötzlich stand bzw. lag er da, der Silberrücken, nicht drei Schritte von mir entfernt, entspannt im Gras und den Morgen genießend. Unfassbar nah. Ehrfurcht legte sich wie ein leichter Schatten über mich. So ein riesiges, ruhiges Tier direkt vor uns, einfach unglaublich. Ich wagte kaum zu atmen. Es war ein unglaublicher Moment!



Ein paar Meter weiter, der Rest der Familie mit ihrem Nachwuchs. Die Kleinen waren voller Leben. Sie schaukelten an einer Liane, purzelten die Böschung runter, tobten, neckten und rauften. Die Mamas ließen sich davon wenig beeindrucken. Der Silberrücken brummte gelegentlich, doch den Kleinen schien das egal zu sein. Jedes Detail, jeder Blick war faszinierend.








So lange hatten wir uns auf diesen Augenblick gefreut, und nun saßen diese faszinierenden Tiere tatsächlich nur wenige Meter von uns entfernt. Man steht da, schaut ihnen zu und kann kaum glauben, dass man gerade mitten in ihrem Lebensraum ist. Es war aufregend, berührend und gleichzeitig irgendwie ganz still. Am liebsten hätte ich einfach ewig dort sitzen und beobachten wollen. Zwischendurch wechselten wir die Plätze, damit jeder mal näher an die einzelnen Tiere rankam. 


Doch irgendwann hieß es Aufbruch. Die Stunde in ihrer Gegenwart verging wie im Flug. Viel zu schnell war Schluß.  Jetzt begann der Teil, vor dem wir schon vorher Respekt hatten. Denn nun mussten wir den gesamten Weg wieder zurück und diesmal ging es berauf. Der Aufstieg war steil, der Weg fordernd, aber die Porter halfen enorm. Ich weiß nicht, ob wir ohne sie den Rückweg geschafft hätten. Jedenfalls nicht in dem Tempo, das vorgelegt wurde. Die Beine wurden schwerer, der Weg schien plötzlich viel steiler als auf dem Hinweg. Jeder Höhenmeter machte sich bemerkbar. Jetzt waren wir besonders froh, unsere Porter dabeizuhaben. Sie halfen uns, wo sie konnten und machten den Rückweg damit ein gutes Stück leichter. Aber dann war es geschafft. Müde, erschöpft und ziemlich außer Atem kamen wir wieder oben an. Trotz aller Anstrengung überwog eindeutig der Stolz. Wir hatten es geschafft! Wir hatten die Gorillas gesehen und die Tour gemeistert.


Mein besonderer Dank galt Moses, meinem Porter. Ich nahm ihn spontan in den Arm und bedankte mich herzlich bei ihm. Ohne seine Unterstützung wäre der Rückweg für mich sicherlich noch einmal deutlich härter gewesen. Natürlich bekam er auch ein entsprechendes Trinkgeld, das hatte er sich mehr als verdient.

Zum Abschluss gab es für uns noch eine Urkunde als Erinnerung an dieses ganz besondere Abenteuer. Ein kleines Stück Papier, das für uns aber eine riesige Erinnerung an diesen Tag bedeutet.

Obwohl wir genügend Wasser mitgenommen hatten, war kurz vor Ende das Wasser alle. Doch Peter hatte wie immer genügend Flaschen an Bord. Auch er freute sich über unseren Erfolg.

Und während wir später darüber nachdachten, musste ich an meine anfänglichen Zweifel zurückdenken. Ich hatte mich gefragt, ob wir uns diese Tour wirklich zutrauen sollten. Nun waren wir uns einig. Wir waren froh, dass wir es jetzt gemacht hatten. Denn wer weiß, ob wir in drei oder vier Jahren noch einmal einen solchen Weg geschafft hätten. Deshalb unser Rat. Nichts aufschieben. Wenn ihr die Möglichkeit habt und ihr ein solches Abenteuer erleben wollt, dann macht es so früh wie möglich. Dieses Erlebnis möchten wir jedenfalls niemals missen.


Im Gorilla Mist Camp gab es verspätet Lunch. Danach gönnten wir uns eine Pause, ließen die Beine entspannen und atmeten die klare Luft tief ein. Ein wenig Faulenzen stand auf dem Plan, doch wir nutzten die Zeit auch, um die Eindrücke Revue passieren zu lassen, Fotos per whatsapp an die Kinder zu schicken, zum Telefonieren mit unserer (Schwieger-)Mutter und zum Waschen unserer völlig verschwitzten Kleidung.

Beim Abendessen hatte am Nachbartisch jemand Geburtstag. Das Personal brachte ein Geburtstagsständchen mit Kuchen. Es ist herrlich, wie die Afrikaner singen können. Wir zwei Gospelchorsänger sind immer wieder begeistert. Wir schliefen diese Nacht wie Steine. Vielleicht lag es am Glück, an der heutigen Anstrengung oder vielleicht an dem Erlebnis, das noch lange in uns nachhallen wird.

Themenstarter30 Beiträge · seit 202130. Sept. 2026 ·

Teil 12 - Arcadia Lodge 08.01.26 – Hier wären wir gerne länger geblieben.


Da wir gestern Abend offenbar noch ganz unter dem Eindruck unseres aufregenden Tages standen, waren wir so schnell eingeschlafen, dass ich heute Morgen sogar vor dem Wecker wach wurde. Heute hieß es wieder Sachen packen und weiter zur Arcadia Lodge.

Um 7.30 Uhr saßen wir pünktlich im Auto. Als wir am Gorilla Trekking Center vorbeikamen, herrschte dort schon wieder reges Treiben. Ich musste unwillkürlich lächeln und schaute noch einmal zurück. Die Erinnerung an unser gestriges Gorilla-Erlebnis waren noch ganz frisch und ich war immer noch glücklich und ein bisschen überwältigt von dem, was wir erleben durften.


Wie schon auf dem Hinweg hatte Peter ein gutes Gespür dafür, wo es sich lohnte anzuhalten. Wann immer wir eine schöne Stelle entdeckten, stoppte er. Irgendwann machte er uns den Vorschlag, wir könnten doch einfach ein Stück zu Fuß gehen. Er würde langsam mit dem Auto folgen. Gesagt, getan! Wir stiegen aus und machten uns zu Fuß auf den Weg. Und plötzlich war da wieder dieses ganz besondere Gefühl. Afrika pur. Der Wald duftete herrlich, überall zwitscherten die Vögel und statt Motorengeräusche hörten wir nur die Geräusche des Waldes. Der dichte Urwald schloss sich um uns, und immer wieder gab es zwischen den Bäumen kleine Ausblicke auf die Landschaft.



Der Turako schien auch den Regenwald zu genießen.

Wir genossen diesen Spaziergang. Nach einer halben Stunde tauchte Peter wieder mit dem Auto hinter uns auf. Schweren Herzens stiegen wir ein. Wir hätten ruhig noch ein ganzes Stück weiter laufen können, aber wir mußten weiter. 

Kurz vor der Arcadia Lodge kamen wir an einem Steinbruch vorbei. Was wir dort sahen, beschäftigte uns noch eine ganze Weile. Familien mit ihren Kindern saßen dort und bearbeiteten von Hand die Steine. Mit einfachen Werkzeugen wurden sie Stück für Stück zu kleinen Kieseln zerschlagen.



Wir fragten Peter, warum diese Arbeit nicht einfach von Maschinen übernommen würde. Seine Antwort war nachzuvollziehen. Die Menschen lebten von dieser Arbeit. Würden Maschinen eingesetzt, hätten die Familien kein Einkommen mehr. So hart und mühsam diese Arbeit auch ist, für die Menschen vor Ort bedeutete sie immerhin eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wieder einmal wurde uns bewusst, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen hier und bei uns sind.


Nur wenige später, um 11.15 Uhr erreichten wir schließlich die Arcadia Lodge. Unsere Chalet war noch nicht fertig gesäubert, deshalb machten wir es uns erst einmal auf der schönen Holzterasse gemütlich und tranken mit Peter einen afrikanischen Tea und Cappuccino.



Schon beim ersten Blick von der Lodge auf den See waren wir begeistert. Sie liegt wunderschön auf einer Anhöhe und bietet einen fantastischen Blick über den Lake Bunyonyi mit seinen unzähligen kleinen Inseln. Vor uns lag der See wie ein riesiges grünes und blaues Puzzle. Eine Aussicht, an der man sich kaum sattsehen konnte.


Wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Doch dann durften wir endlich unsere Häuschen beziehen und jetzt kamen wir aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus. Zuerst betraten wir ein kleines, gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer mit einem großen Fernseher. Den hatten wir auf unserer Reise bisher ehrlich gesagt überhaupt nicht vermisst. Über drei Stufen gelangten wir in das offene Schlafzimmer. Die Betten sahen nicht nur fantastisch aus, sie waren es auch. Dahinter befand sich ein riesiges Badezimmer mit zwei Waschbecken, einer Badewanne, Dusche und Toilette. Kaum zu glauben, damit hätten wir hier nicht gerechnet.


Vor unserem Häuschen befand sich eine große Terrasse mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem traumhaften Blick über den See. 



Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung. Also machten wir zunächst einen kleinen Spaziergang und ließen die Eindrücke der Lodge und der Umgebung auf uns wirken. Wir hatten die Gelegenheit einmal in Ruhe zu filmen und zu fotografieren. Der Lake Bunyonyi heißt nicht umsonst übersetzt "Ort der vielen kleinen Vögel". 

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Später widmete sich Thomas seinen Fotos und ich kam auf dieser Reise tatsächlich zum ersten Mal dazu, mein Buch zu lesen. Ein kleines Stück Urlaub im Urlaub.


Abendstimmung


Am Abend erwartete uns dann noch ein kulinarisches Highlight, Rinderfilet. Und was für eines ! Zart, perfekt zubereitet und einfach köstlich. Unser einstimmiges Urteil: Mit eines der besten Essen auf dieser Reise. Was für ein schöner Abschluss eines Tages, der eigentlich ganz unspektakulär mit frühem Aufstehen und Kofferpacken begonnen hatte.

107 Beiträge · seit 202430. Sept. 2026 ·
Liebe Marion,

Ich freue mich sehr für euch, dass ihr das Gorilla-Trecking gemacht habt!

Sehr schöne Fotos und Videos, vielen Dank dafür!


Liebe Grüße, Dorie

913 Beiträge · seit 201501. Okt. 2026 ·
Herzlichen Dank für den tollen Bericht.

Wir waren fast identisch unterwegs, leider nicht mit dem guten Peter.

Ihr hattet wirklich sehr viel Glück bei den Sichtungen.

Trotzdem bleibt Uganda in meinem Herzen und nach dem Gorilla Trecking im Mgahinga NP habe ich es direkt bereut nicht auch noch ein 2. Trecking im Bwindi NP gebucht zu haben. Also könnte man theoretisch noch mal hin...


Liebe Grüße 

yvy

https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
Themenstarter30 Beiträge · seit 202101. Okt. 2026 ·
Hallo Dorie,

Schön, daß du dich mit uns freust und vielen vielen Dank für dein Lob. Es ist ganz schön viel Arbeit, die ganzen Fotos, aber vor allem die Videos zu sichten und einzustellen. Zumindest für mich, weil ich damit noch nicht so viel Erfahrung habe und manchmal etwas unsicher bin. Aber es kann nur besser werden. Es macht mir trotzdem richtig viel Spaß. Beim Durchgehen der Videos fallen mir immer wieder so viele Erlebnisse ein. Irgendwie fühlt es sich dadurch an, als wäre ich dem Land wieder ein kleines Stück näher.

Liebe Grüße Marion

Themenstarter30 Beiträge · seit 202101. Okt. 2026 ·
Hallo yvy

Danke für die Rückmeldung. Wir möchten auf jeden Fall noch einmal mit Peter durch Uganda reisen. Dieses Mal würde ich unglaublich gern ganz in den Norden nach Kidepo und natürlich auch zu den Golden Monkeys.

Ich verliebe mich jedes Mal aufs Neue in Afrika, in die unbeschreibliche Natur, die Weite und ganz besonders in die faszinierende Tierwelt. Es ist jedes Mal so, wenn ich ein neues afrikanisches Land kennen lerne, bleibt ein kleines Stück meines Herzens dort. 

Liebe Grüße Marion


Themenstarter30 Beiträge · seit 202103. Okt. 2026 ·

Teil 13 -  Lake Mburo NP – 09.01.26

Am heutigen Morgen mußten wir die schöne Arcadia Lodge wieder verlassen. Gerne wären wir noch ein bisschen geblieben. Nach dem Frühstück fuhren wir weiter zum Lake Mburo Nationalpark.

Vorbei an Ananasplantagen sahen wir, daß die Ananas direkt am Boden wächst. Eine Art Staude mit langen, spitzen Blättern, aus deren Mitte die Frucht wächst. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Tja wieder mal etwas schlauer geworden.


Weiter ging es vorbei an Tälern und Feuchtgebieten. Die Böden dort bieten perfekten tonhaltigen Lehm, aus dem Ziegelsteine hergestellt werden. Er wird mit Wasser vermischt, gestampft und  in eine Holzform gestrichen. Wir sahen große aufgestapelte Ziegelöfen und etliche Reihen von Ziegelsteine, die in der Sonne getrocknet wurden.


Weiter in Mbarara erreichten wir den Ntungamo Central Market. Peter erklärte uns, dass es einer der wichtigsten Märkte für Kochbananen ist. Vor dem Markt sahen wir zum wiederholten Mal ein riesig großes Wahlkampfplakat der Regierungspartei NRM mit dem Gesicht von Präsident Yoweri Museveni. Die Plakate von Museveni verfolgten uns schon seit Entebbe.

Die Wahlkampagnen im Januar 2026 konnten wir überall spüren. Die Bevölkerung trug ihre Hoffnung lautstark mit Trommeln, Gesang und Tänzen direkt auf der Straße vor. Es war festlich und farbenfroh. Wir beobachteten ausgelassene und fröhliche Menschen  sowie die politische Anspannung und Militärpräsenz im Hintergrund. Große Lastwagen oder Pickups der Parteien NRM (Museveni) und NUP (Bobi Wine) fuhren mit riesigen Lautsprechern durch Städte und Dörfer, spielten ohrenbetäubende Musik und hielten über Megafone ihre Reden.


Als wir das Ishanyu Food Centre erreichten, legten wir eine Pause ein. Peter schlug uns ein Getränk vor, dass wir noch nicht kannten. Es wird aus der Frucht Soursop (Stachelannone) hergestellt und schmeckt wie eine Mischung aus Erdbeeren, Ananas und etwas Zitrone. Sehr lecker, schade, dass wir es nicht schon früher probiert hatten.


Unterwegs kauften wir Gemüse und Mangos am Straßenrand und passierten das Nashara-Gate. Wir fuhren durch offenes Grasland mit Rinderherden, Zebras und Antilopen. Peter erzählte, dass der Lake Mburo NP  der einzige Park in Uganda ist, wo die Wildtiere und die Rinder, durch ein Abkommen der UWA mit der lokalen Bevölkerung, offiziell nebeneinander grasen dürfen. Wegen der offenen Grenzen wandern die Wildtiere bis an die Parkränder. Gelegentlich reißen Leoparden Schafe, Ziegen oder Kälber. Früher hatten die Bauern die Kadaver oft mit giftigen Pestiziden präpariert, so daß die Leoparden qualvoll starben. Dadurch wurden die Löwen im Park ausgerottet und die Leoparden- sowie Hyänenbestände stark dezimiert.

Deswegen gründeten die Besitzer der Mihingo Lodge den Mihingo Conservation Community Deverlopment Fund. Wird ein Riss gemeldet, bekommen die Bauern eine Entschädigung. Durch dieses privat finanzierte Projekt, auch gestützt durch die Übernachtungsgäste, konnte sich die Population der Leoparden erholen.

Wir fuhren zur Mihingo Lodge durch eine Ebene, die von Hügelketten eingerahmt war. Bald wurde das Gelände höher und das Buschwerk dichter. Impalas und Warzenschweine kreuzten unseren Weg. Die Granitfelsen, auf der sich die Mahingo Lodge befindet, tauchten vor uns auf. Wir verließen die Ebene und fuhren den steilen Felsen hinauf bis zum Parkplatz. Von hier aus liefen wir den Hang hinauf zum Empfang. Vom offenen Hauptgebäude schauten wir auf einen schönen Pool und auf ein künstlich angelegtes Wasserloch, an dem Zebras, Impalas und Pavianne tranken. Das Tal, durch das wir gekommen waren, lag vor uns.



Wir wurden herzlich begrüßt und bekamen noch ein verspätetes Mittagessen. Anschließend bezogen wir unser Chalet „Kingroom“. Von unserer Terrasse sahen wir ebenfalls weit über den Park und zum Wasserloch. Das Chalet war großzügig, das Bad mit dem Fels in der Mitte, der als Duschwanne diente, war etwas gewöhnungsbedürftig. Sah aber zweifellos eindrucksvoll aus.



Um 16 Uhr starteten wir mit Peter unseren Game Drive. Ein Nerina Trogon saß kurz sichtbar unterhalb der Lodge. Ich konnte ihn mit der Videokamera nur ganz kurz erwischen. In der grünen Buschlandschaft begegneten uns Zebras, Büffel, Giraffen, Warzenschweine, Elenantilopen, Leierantilopen, Impalas, Paviane, zahlreiche Vögel und wieder Giraffen, Zebras...... 






Zum Dinner kehrten wir zurück. Das Essen war auch hier sehr gut und wir ließen den Tag auf der Terrasse bei einem Amarula ausklingen. 


Themenstarter30 Beiträge · seit 202104. Okt. 2026 ·
Teil 14 - Lake Mburo NP - 10.01.26


Nach einem kurzen Kaffee mit Keksen holte Peter uns, wie verabredet, um 7.00 Uhr am Parkplatz ab. Gemeinsam fuhren wir zum Gate des Lake Mburo NP. Die Mihingo Lodge liegt nur wenige Kilometer außerhalb des Parks. Dort stieg eine Rangerin zu, die uns auf unserer heutigen Walking-Safari begleiten würde, und schon wenig später waren wir unterwegs im Park. Nach den zahlreichen Tiersichtungen am Vortag waren wir gespannt, welche Überraschungen der Park heute für uns bereithalten würde.


In einiger Entfernung sahen wir eine größere Gruppe Giraffen und stiegen aus. Langsam näherten wir uns den stattlichen Tieren. Sie zeigten keine Furcht. Wahrscheinlich haben sie sich an uns neugierige Menschen gewöhnt. Thomas war begeistert. Wir haben zwar schon einige Walking-Safaris in Südafrika gemacht, aber so nah waren wir den Giraffen noch nie. Direkt vor Thomas standen zwei Giraffen. Ich beobachtete die Szene und es war nicht klar, wer jetzt sein Gegenüber bestaunte. Thomas die Giraffen – oder die Giraffen Thomas? Ganz ruhig und scheinbar völlig unbeeindruckt bewegten sie sich langsam und um uns herum. So kurz vor ihnen und nah an ihren langen, stelzenartigen Beinen wirken sie noch viel größer als man sie sich ohnehin vorstellt. Fast eine Dreiviertelstunde blieben wir bei ihnen.

 


Irgendwann führte uns die Rangerin weiter durch den Park. Vorbei ging es an Zebras, Antilopen und Affen, bis wir erneut auf eine große, weit verstreute Gruppe Giraffen trafen. Offenbar hatten wir heute einen ausgesprochen guten Giraffen-Tag erwischt. Peter erklärte uns später, das einige Rothschild-Giraffen 2015 aus dem Murchison-Falls-NP in den Lake Mburo NP umgesiedelt wurden. Es sollte der Bestand wiederhergestellt werden, um den Tourismus zu fördern. Inzwischen ist die Herde im Park auf ca. 100 Tiere gewachsen.








In einiger Entfernung wartete bereits Peter auf uns, um uns wieder abzuholen. Doch kurz bevor wir das Auto erreichten, wurde es noch einmal richtig spannend. Nur 50 Meter entfernt entdeckten wir Büffel an einem Wasserloch. So friedlich das Ganze auch aussah, bei Büffeln weiß man schließlich nie. Sie gelten nicht ohne Grund als durchaus gefährliche Tiere. Also beschlossen wir, lieber kein unnötiges Risiko einzugehen und gingen vorsichtig und mit angemessenem Respekt die letzten Meter bis zum Auto.

 


Was für ein Erlebnis! Eine Walking-Safari ist noch einmal etwas ganz anderes, als die Tiere bequem aus dem Auto heraus zu beobachten. Wenn man zu Fuß mitten in dieser beeindruckenden Natur unterwegs ist, nimmt man die Umgebung ganz anders wahr. Man spürt förmlich, wie klein man selbst eigentlich ist und gleichzeitig, wie großartig und lebendig diese Welt ist. Wir waren am Ende einfach nur glücklich, beeindruckt und ein bisschen ehrfürchtig.


Zurück in der Lodge genossen wir eine ausgiebiges Frühstück. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung und so ließen wir uns auch viel Zeit. Wir beobachteten vom Frühstückstisch aus lange die Tiere, die zum Wasserloch kamen. Da wir aber wieder Hummeln unterm Hintern hatten, wollten wir zum Wasserloch wandern. Leider war das aber nicht mehr erlaubt. Aufgrund der Erholung des Wildtierbestandes wird das Wasserloch direkt unterhalb der Lodge häufiger von Büffelherden und Leoparden genutzt. Deswegen hat die Parkbehörde und das Lodge-Management die Reißleine gezogen.

 

Wir liefen stattdessen bis zu den Pferdestallungen, die sich etwas abseits vom Hauptgebäude befinden auf dem Mihingo Walk, also auf dem Rundweg zwischen Hauptgebäude, Tennisplatz und Pferdeställe. In der Nähe des Tennisplatzes roch es unangenehm nach Aas. Da sich um der Lodge ein Leopard aufhalten sollte, sind wir sicherheitshalber zurückgelaufen und zur anderen Seite der Lodge gewandert bis zum letzten Zelt „Klippspringer“, weiter über den dahinter liegenden flachen Felsen und einen kleinen Weg entlang. Der Weg ging abwärts, wahrscheinlich zum Wasserloch, also drehten wir auch hier wieder um. Abends beim Dinner, erzählte uns der Gast des Klippspringer-Zeltes, dass er uns gesehen hatte und einige Zeit vorher einen Leoparden. Wir hatten nichts gesehen und auch nichts bemerkt.

 



Pünktlich zum Lunch waren wir wieder zurück und überlegten, ob wir danach kurz in den Pool springen sollten. Gesagt getan, nach dem Essen gingen wir uns umziehen und machten es uns am Pool bequem. Nebenbei genossen wir den Blick auf das Wasserloch. wo sich immer wieder die verschiedensten Tiere aufhielten.



Um 17.45 Uhr holte Peter uns ab und wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, was er für uns vorbereitet hatte. Auf dem Felsen neben unserem Chalet standen bereits ein Tisch und Stühle bereit, mit einem wunderbaren Blick auf die umliegende Landschaft, von dem aus wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Peter schenkte uns allen ein Glas Wein ein und voller Vorfreude machten wir es uns gemütlich. Was für eine schöne Überraschung.



Eigentlich braucht es für so einen Moment gar nicht viel. Man sitzt einfach da, trinkt Wein, unterhält sich, lässt den Blick schweifen und schaut in die riesige, weite Landschaft rund um die Mihingo Lodge. Es wurde erzählt, gelacht und noch einmal über die Erlebnisse der vergangenen Tage gesprochen. Dabei kamen natürlich auch einige Geschichten auf den Tisch, die uns vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben würden.

 

Der Sonnenuntergang selbst fiel an diesem Abend leider etwas unspektakulär aus. Es war zu dunstig, sodass die Sonne keinen großen Auftritt hinlegen konnte. Aber auch das hatte seinen ganz eigenen Reiz. Mit zunehmender Dämmerung verschwammen die Konturen der Landschaft immer mehr und alles wirkte wie in Watte gepackt.

 

Vorsichtig machten wir uns schließlich an den Abstieg vom Felsen. Ich war dabei besonders vorsichtig. Ich vertrage nicht viel Alkohol und so hatte der Wein bei mir nicht lange auf sich warten lassen und war bereits deutlich zu spüren. Im Schein unserer Taschenlampen tasteten wir uns Schritt für Schritt über die unebenen Steine. Jeder setzte seine Füße mit Bedacht, denn ein falscher Tritt hätte uns womöglich schneller nach unten befördert, als uns lieb gewesen wäre.

Während wir beim Abendessen saßen wurde uns langsam bewusst, dass die nächste Etappe bereits unsere Rückkehr nach Kampala sein würde. Damit rückte auch das Ende unserer Reise immer näher. Nach all den Erlebnissen der vergangenen Tage war dieser Gedanke irgendwie ungewohnt.

zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2026
1’880 Beiträge · seit 201604. Okt. 2026 ·
Hallo Marion,

es wird mal Zeit für ein geschriebenes Dankeschön!

Tolle Erlebnisse hattet ihr in Uganda. Vielen Dank fürs Teilen!

Eure Tour weckt beste Erinnerungen an unsere Hochzeitsreise, die nun schon einige Jahre zurückliegt. Damals haben wir auch die meisten Orte besucht, die ihr erlebt habt. Die Walking-Safaris am Lake Mburo habe ich auch noch in bester Erinnerung. Wir haben damals einen Schuhschnabel entdeckt und suchten eigentlich nach Sitatungas - fanden aber dann einen Leoparden. Das war aufregend!

Liebe Grüße

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter30 Beiträge · seit 202104. Okt. 2026 ·
Hallo ihr Lieben

ich werde morgen noch ein paar Fotos und Videos einfügen. Hatte zu schnell veröffentlicht. 

Themenstarter30 Beiträge · seit 202105. Okt. 2026 ·
Hallo Sascha,

es freut mich, dass ich bei dir so schöne Erinnerungen an eure Hochzeitsreise wecken konnte. Ein Schuhschnabel dort hätte mich allerdings auch überrascht und dann sogar noch einen Leoparden zu sehen, das sind wirklich besondere Erlebnisse.

Viele liebe Grüße

Marion


1’727 Beiträge · seit 201606. Okt. 2026 ·
Hallo Marion,

zurück von einer Reise habe ich endlich Zeit gefunden, deinen schönen RB zu lesen. Wir freuen uns sehr, dass wir euch inspirieren konnten und vor allem, dass ihr mit Peter eine so tolle Zeit hattet. Er ist schon ein herausragender Guide und Mensch. Wir überlegen auch, wie ihr ein weiteres Mal mit ihm auf Tour zu gehen. Mal schauen.

Traurig stimmt mich dein Murchison-Kapitel. Es war schon bei unserer Reise zu erahnen, dass es für den NP und seine Tiere schlimm wird. Leider scheint sich das zu bestätigen, und es wird ja auch noch weitergehen.


Vielen Dank fürs Berichten und liebe Grüße,

Betti  

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