Reisebericht

Neuling im Forum - Uganda der nächste Sehnsuchtsort

von MaryAfrica · begonnen 09. Sept. 2026 · 15 Teile

Teil 109. Sept. 2026



Hallo Forum,

seitdem das Forum jetzt aktualisiert wurde, habe ich mich etwas damit beschäftigt und beschlossen, auch einmal einen  Reisebericht zu schreiben. Im Moment arbeite ich mich hier ein wenig durch, wird aber. Natürlich auf diesem Wege mal ein dickes Dankeschön an Chrigu für die enorme Arbeit. Wahnsinn.

Nun aber eine kurze Vorstellung, wer wir sind.

Wir, Thomas und Marion, sind 66 Jahre und kommen aus dem Münsterland. Wir lieben das südliche Afrika. Aber, wem sagen wir das.

Wie kamen wir dazu? Unsere Tochter machte 2008 für ein halbes Jahr in einem Aids-Kinderheim in Kimberley, Südafrika, ein Voluntariat. Afrika stand eigentlich so gar nicht auf unserer Agenda, obwohl wir sehr naturverbunden sind und vor allem ich Tiere sehr liebe und gerne beobachte.

Wir haben uns dann dafür entschieden, sie bis Kapstadt zu begleiten, um vorher einen zweiwöchigen Urlaub mit unserer Familie (wir beide, unsere Tochter und unser Sohn) entlang der Gartenroute zu verbringen. Voll mit positiven Eindrücken kehrten wir zurück. Nach dem Voluntariat unserer Tochter lag sie mir ständig in den Ohren, dass sie unbedingt wieder zurück zu "ihren Kindern" nach Südafrika möchte. Also habe in nach vielem hin und her ein Jahr später mit ihr die Reise geplant, allerdings unter der Voraussetzung, dass wir auch eine einwöchige Walkingsafari durch den Krüger Nationalpark machen. Ab dem Zeitpunkt war mein Afrikafieber ausgebrochen.

Wieder zuhause sagte ich meinem Mann, die einzige Alternative zu einer direkten Auswanderung sei, unsere Urlaube ab sofort nur noch im südlichen Afrika zu verbringen. Das Ergebnis: Wir waren jetzt ein paarmal in Südafrika, einmal in Botswana und seit Corona ein paarmal in Namibia. Letzten Januar verbrachten wir zwei Wochen in Uganda. Davon später, da ich gerne meinen ersten Reisebericht über diese Reise ins Forum stellen möchte. Ich hoffe, dass Thomas mir ein paar Fotos hierfür überläßt. 

Hier aber einmal ein großes Dankeschön an euch alle. Als leise Mitleserin habe ich in den letzten Jahren so viele Tipps aus dem Forum gezogen und die Urlaube waren immer toll. Das Forum gehört übrigens mittlerweile zu meiner Abendlektüre. Bei den Reiseberichten habe ich immer das Gefühl, ich wäre dabei gewesen. Da meine Sehnsucht nach Afrika sehr groß ist, sind die Reiseberichte für mich ein Trost. Nun aber demnächst hier auch etwas von uns.


Uganda der nächste Sehnsuchtsort


Liebe Formis,


hier kommt nun endlich der Reisebericht unserer letzten Tour durch Uganda. Eines vorweg: Uganda trägt den Beinamen „Perle Afrikas“ völlig zu Recht. Das Land hat uns begeistert, überrascht und verzaubert- und wir können es jedem nur ans Herz legen.


Auf unserer persönlichen Bucket-List standen schon seit Jahren die Berggorillas. Allerdings haben wir das Abenteuer immer wieder vor uns hergeschoben. Irgendetwas war schließlich immer: mal fehlte die Zeit, mal machten uns unsere zu pflegenden Eltern ein Strich durch die Rechnung und dazu kam, wir waren uns nicht ganz sicher, wie es um die Sicherheit in den entsprechenden Regionen bestellt ist. Doch dann kam Bettis Reisebericht daher – und traf uns genau zum richtigen Zeitpunkt. Danach war ich Feuer und Flamme. Dafür ein dickes Dankeschön an Betti.


Thomas ist in Ruhestand gegangen und wie man so schön sagt: Die Berge laufen nicht weg, aber wir werden schließlich nicht jünger. Also Schluss mit dem Aufschieben – jetzt oder nie!

Schnell nahmen wir Kontakt mit Uganda-Safari auf, und ebenso schnell stand unsere Route für Ende Dezember 2025 bis Anfang Januar 2026 fest. Als Guide wurde uns Peter (auf Anfrage) angekündigt. Dass das ein echter Glücksgriff ist, wussten wir ja seit Bettis Bericht, was sich dann auch bewahrheitet hat. Peter hat die Reise mit seiner Kompetenz, seiner Gelassenheit und seinem Humor zu etwas Besonderem gemacht. Wenn alles klappt, werden wir im nächsten Jahr sogar noch einmal mit ihm unterwegs sein.

Doch nun genug der Vorrede – schließlich wollt ihr nicht unsere Planungsgeschichte lesen, sondern Uganda erleben.


Unsere Reiseroute/Unterkünfte:


27.12.25 Flug mit Turkish Airlines von Düsseldorf über Istanbul, Kigali nach Entebbe

28.12.25 Ziwa Rhino Wildlife Ranche 1 Nacht

29.12.25 Pakuba Safari Lodge (Murchison NP) 3 Nächte

01.01.26 Turaco Treetops Lodge (Kibale Forest NP) 2 Nächte

03.01.26 Twin Safari Lodge (Queen Elisabeth NP) 2 Nächte

05.01.26 Embogo Lodge (Queen Elisabeth NP/Ishasha)1 Nacht

06.01.26 Gorilla Mist Camp (Bwindi NP/Ruhija) 2 Nächte

08.01.26 Arcadia Lodge (Lake Bunyoni) 1 Nacht

09.01.26 Mihingo Lodge (Lake Mburo NP) 2 Nächte

11.01.26 Via Via Guesthouse (Entebbe) 3 Nächte


Am 26.12.25 geht es für uns bereits los nach Düsseldorf. Wir reisen grundsätzlich schon einen Tag vor dem Abflug an – schließlich soll der Urlaub nicht erst am Gate beginnen, sondern schon mit der entspannten Fahrt zum Flughafen.


Außerdem ist es unglaublich praktisch, ein Hotel in Flughafennähe mit Parkmöglichkeit für die gesamte Reisedauer zu buchen. So spart man sich am Abflugtag Stress und kann ganz gelassen in den Urlaub starten. Unsere erste Wahl ist dabei das Maritim Hotel – gerade einmal zwei Gehminuten vom Terminal entfernt. Das Beste daran: Man kann morgens nach dem Einchecken ganz gemütlich ins Hotel zurückschlendern, um in aller Ruhe zu frühstücken. Besser kann ein Urlaub kaum beginnen!


Der Flug mit Turkish Airlines geht am Samstag (27.12.25) pünktlich los und landet mit Zwischenstop in Istanbul und Kigali um 5.00 Uhr morgens in Entebbe.


Ein turbulenter Start in Uganda (Sonntag 28.12.25)


Nach den Einreiseformalitäten und nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten, wollten wir nur noch zwei klitzekleine Dinge erledigen: schnell ugandische Schillinge am Geldautomaten (ATM) holen und eine Prepaid-Sim-Karte kaufen. Schließlich wartete zu Hause eine 92-jährige Mutter sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen von uns.


Tja … und dann passierte es.

Wir waren noch keine 30 Minuten in Uganda.


Am Geldautomaten lief zunächst alles wie am Schnürchen. PIN eingegeben – akzeptiert. Der Automat ratterte, summte und machte den Eindruck, als würde er gleich einen ordentlichen Stapel Geld ausspucken. Doch stattdessen herrschte plötzlich Funkstille. Kein Geld. Keine EC-Karte. Gar nichts. Der Automat hatten offenbar beschlossen, Thomas' Karte als Souvenir zu behalten.


„Das musste ja unbedingt noch am Flughafen sein!“, schimpfte Thomas, weil ich darauf gedrängt hatte. Und ganz ehrlich – in dem Moment konnte ich ihm nicht einmal widersprechen.


Da es ausgerechnet Sonntag und das auch noch zwischen den Feiertagen war, hatten natürlich sämtliche Bankschalter geschlossen. An die Karte war vor Montag nicht mehr heranzukommen. Ein perfekter Start in den Urlaub !?


Während Thomas die SIM-Karte besorgte, suchte ich erst einmal Peter. Doch auch unser Reiseleiter schaute etwas ratlos. Das eigentliche Problem war nämlich: Wir hatten in Entebbe gar keine Übernachtung gebucht, sondern wollten direkt nach Ziwa weiterfahren.


Peter blieb trotzdem erstaunlich gelassen. „Dann holen wir die Karte eben am Ende der Reise wieder ab“, meinte er. Klingt einfach – wenn man nicht gerade seine Bankkarte in einem fremden Land verloren hat.


Zum Glück hatte ich noch meine zweite EC-Karte und Mastercard dabei und Thomas zusätzlich seine Mastercard. Peter fuhr mit uns zu einer anderen Bank, wo wir ohne Drama Geld abheben konnten. Anschließend lotste er uns noch in eine kleine Wechselstube, die wir alleine wahrscheinlich niemals betreten hätten.


Wenig später standen wir mit einem dicken Bündel ugandische Schillinge da. So viele Geldscheine hatte ich noch nie gleichzeitig in der Hand. Man fühlte sich für einen kurzen Moment unglaublich reich – bis man feststellt, dass es umgerechnet doch gar nicht so viel ist.


Während der Fahrt versuchten wir, die verschluckte Karte sperren zu lassen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Meine EC-Karte musste zwangsweise gleich mitgesperrt werden.

Zum Glück hatten wir ja noch unsere Mastercards als Rettungsanker. Erst in Ziwa gelang es Thomas schließlich, beide EC-Karten korrekt sperren zu lassen. Ganz wohl war uns trotzdem nicht.


Peter gestand uns später, was ihm in den ersten Minuten durch den Kopf gegangen war: „Das kann ja heiter werden mit uns.“ ,

Im Nachhinein müssen wir sagen: Er sollte recht behalten. Unsere Reise mit Peter war im positiven Sinne wirklich heiter.


Gegen 12 Uhr erreichten wir Ziwa, doch unser Chalet war leider noch nicht bezugsfertig. Also stärkten wir uns zunächst beim Lunch – kulinarisch eher durchschnittlich, aber ausreichend, um die Wartezeit zu überbrücken. Anschließend konnten wir endlich unser wunderschönes Chalet beziehen, das direkt am Pool lag. Von unserer Terrasse aus hatten wir einen herrlichen Blick auf mehrere Marabus und sogar auf Ugandas Nationalvogel, den eleganten Graukronenkranich. Schon dieser erste Eindruck machte Lust auf alles, was uns noch erwarten würde.




Am Nachmittag stand dann das erste Highlight auf dem Programm: die Walkingtour zu den Nashörnern. Nach einem kurzen Briefing ging es zunächst mit dem Safariauto los. Peter blieb allerdings zurück – vermutlich hatte er beschlossen, den Pool auf Nashornsicherheit zu überprüfen ;-)


Nachdem wir das Fahrzeug verlassen hatten, wurde es ernst. Plötzlich standen wir den Nashörnern erstaunlich nahe. Erstaunlich nahe bedeutet; so nah, dass man sich fragte, ob die wohl auch unsere Sonnencreme riechen konnten. Das war wirklich beeindruckend und ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.


Thomas war im siebten Fotografenhimmel. Endlich Motive, die nicht weglaufen – zumindest nicht besonders schnell. Ich dagegen war anfangs noch etwas vorsichtig. Doch unser Guide strahlte eine solche Ruhe aus, dass mein Vertrauen mit jedem Schritt wuchs und wir uns immer weiter heranwagten. Boah, was für eine fantastische Tour! Spätestens jetzt war unsere kleine EC-Karten-Misere komplett vergessen.


Am Abend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Restaurant. Doch kurz vor dem Ziel wartete die nächste Überraschung: Direkt neben dem Restaurant standen zwei Nashörner und ignorierten uns völlig. Wahrscheinlich dachten sie sich: „Ach schon wieder Touristen“. Wir hingegen fanden die Situation deutlich aufregender als sie.





Das Abendessen konnten mit den Nashörnern allerdings nicht mithalten. Es war eher unter der Kategorie „essbar und schnell vergessen“ einzuordnen. Aber mal ehrlich: Wir waren schließlich nicht wegen der Sternenküche nach Ziwa gekommen. Dafür stimmte einfach alles andere – und wann bekommt man schon Nashörner als Restaurantnachbarn serviert?

Teil 212. Sept. 2026



2. Teil - Murchison Falls Nationalpark (Montag 29.12.25)


An diesem Tag durften wir ausschlafen, ein echter Luxus auf unserer Reise. Erst um 8.00 Uhr ging es zum Frühstück, bevor wir um 10.00 Uhr gut gestärkt Richtung Murchison NP aufbrachen.


Während der Fahrt wurde es keineswegs langweilig. Peter versorgte uns mit Informationen über Uganda, von der Geschichte des Landes und über die Tierwelt bis hin zu kleinen Geschichten aus dem Alltag. Ganz nebenbei beantwortete er geduldig unsere neugierigen Fragen. So lernten wir Uganda mit jedem Kilometer ein bisschen besser kennen.


Unser erstes Etappenziel war Masindi. Dort legten wir im traditionsreichen Masindi Hotel eine wohlverdiente Kaffeepause ein. Nach der Fahrt schmeckte der Kaffee gleich doppelt so gut, und natürlich nutzten wir die Gelegenheit, uns ein wenig die Beine zu vertreten.


Peter hatte eine Überraschung parat: Er fragte, ob wir Interesse an der Geschichte des Hotels hätten und organisierte dann kurzerhand eine Führung. Das Masindi Hotel ist das älteste Hotel Ugandas und kann auf über 100 Jahre Geschichte zuückblicken. Es wurde im charmanten Kolonialstil erhalten und versprüht mit seiner stilvollen Einrichtung den Charme vergangener Zeiten. Kein Wunder also, dass hier schon berühmte Gäste wie Ernest Hemingway, Humphrey Bogart und Katharine Hepburn übernachtet haben. Wer möchte, kann hier selbst ein Zimmer beziehen oder auf der Campingwiese sein Zelt aufschlagen. Ein Pool und eine sonnige Terrasse laden zum Entspannen ein, und von hier aus lassen sich verschiedene Ausflüge unternehmen. Für Reisende auf dem Weg in den Murchison-NP ist das Hotel der perfekte Zwischenstopp und der Kaffee schmeckte im Masindi Hotel ausgezeichnet. Peter entschied sich statt Kaffee für seinen geliebten African-Tea, einen Rooibos-Tee mit einer ordentlichen Portion Milch. Anfangs war ich etwas skeptisch. Tee mit so viel Milch? Doch durch die Milch wird er wunderbar mild, cremig und bekommt eine leicht süssliche Note. Neugierig nahm ich einen Schluck und musste meine Zweifel sofort zurücknehmen. Der Tee war überraschend lecker! Nachdem waren Peter und ich uns einig und wo auch immer Kaffeezeit war, tranken wir unseren African-Tea.


Nach unserer kleinen Zeitreise ging es weiter. Der Murchison Falls Nationalpark lag nur noch etwa 20 km entfernt. Am Parkeingang, dem Kichumbanyobo Gate, kümmerte sich Peter um unsere Permits, während wir uns regestrierten. Nach einer letzten Toilettenpause, schließlich weiß man nie, wann sich die nächste Gelegenheit bietet, konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. Unser Ziel im Park waren die beeindruckenden Murchison-Falls. Wir fuhren auf asphaltierter Straße durch den Kaniyo Pabidi Wald an großen Mahagonibäumen vorbei. Nachdem wir den Wald verlassen hatten, bogen wir ostwärts ab zu den Fällen. Diese erreichten wir nach ungefähr 45 Minuten.


Dann standen wir endlich vor den Murchison-Falls und eines war sofort klar: Fotos können einfach nicht vermitteln, was einem hier erwartet. Der gesamte Victoria-Nil zwängt sich mit unglaublicher Wucht durch eine gerade einmal sieben Meter breite Felsspalte und stürzt anschließend rund 43 Meter in die Tiefe. Kein Wunder, dass die Murchison-Falls als die gewaltigsten Wasserfälle der Welt gelten. Es donnert, rauscht und spritzt aus allen Richtungen.


Peter erzählte uns, dass im Moment besonders viel Wasser den Wasserfall hinunterstürzte. Er habe aber auch schon Jahre erlebt, in denen der Wasserstand deutlich niedriger war und man die Felsen am Rand viel besser sehen konnte. Davon war diesmal allerdings nichts zu erkennen. Heute hatte eindeutig das Wasser das Sagen!

Je näher wir kamen, desto feuchter wurde es. Aus dem feinen Sprühnebel wurde schnell eine kostenlose Dusche. Es war aber bei den Temperaturen eine herrliche erfrischende Abkühlung. Wir genossen jede Minute.


Überhaupt meinte es das Wetter auf unserer Reise ausgesprochen gut mit uns. Wir wurden jeden Tag mit strahlendem Sonnenschein um die 30 Grad verwöhnt. Da kam die kleine Dusche am Wasserfall genau richtig, ganz ohne Aufpreis und definitiv spektakulärer als jeder Hotelpool.


Nach einem kleinen Mittagslunch, es gab Ananas, fuhren wir weiter über die 2018 eröffnete Paara Bridge, die den Victoria-Nil überspannt. Peter erzählte uns, dass früher alle Fahrzeuge mit der Fähre den Victoria-Nil überqueren mussten. Heute gibt es zwar die moderne Paraa Bridge, die die beiden Parkhälften verbindet, doch die Fähre fährt weiterhin. Zum Glück, denn eine Nilüberquerung mit Blick auf Flusspferde, Krokodile und Wasservögel gehört einfach zu einer Safari dazu. Manche Wege sollten ruhig etwas länger dauern. Leider hatten wir dafür am heutigen Tage keine Zeit mehr.


Die Brücke wurde von einem chinesischen Bauunternehmen errichtet und mit chinesischer Finanzierung unterstützt. Das leider nicht ohne Grund. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Erschließung der Erdölvorkommen im Albertine Graben. Der Murchison NP liegt mittendrin. Offiziell wurde der Bau als Infrastrukturprojekt für Tourismus, Wirtschaft, Versorgung und Verkehr begründet. Aber mal ehrlich, ohne Öl wohl auch keine Brücke. Die Vibrationen und der Lärm der riesigen Bohranlagen vertreiben Wildtiere und vor allem Elefanten fliehen aus dem Park in die angrenzenden Dörfer, was zu Konflikten führt. Ein Ölunfall könnte für Mensch und Tier alles zerstören. Sorry für die Ausführlichkeit. Aber das regt mich einfach auf. Der Park hat uns wirklich sehr gut gefallen und es ist eine Schande, wie mit solchen Naturjuwelen umgegangen wird.


So, jetzt aber genug davon, es geht weiter mit unserem Reisebericht.


Von der Brücke bis zur Pakuba Lodge lag noch etwa eine Stunde Fahrt vor uns. Natürlich wurde die nicht mit aus-dem-Fenster-starren verschwendet, sondern mit ausgiebiger Wildbeobachtung. Unterwegs entdeckten wir verschiedene Antilopenarten, Affen, Giraffen , ein Päärchen Hornraaben und zum krönenden Abschlus eine große Elefantenherde. Welche Antilopen genau das waren? Tja... mein Vergangenheits-Ich war leider der Meinung, dass Notizen völlig überbewertet sind.  Aber keine Sorge: In den nächsten Tagen hatte ich viel gefilmt und werde ausführlich berichten.


An der Pakuba Lodge angekommen, konnten wir überraschend schnell unser Zimmer beziehen. Von dort hatten wir einen wunderschönen Blick bis zum Fluss und auf die gepflegte Anlage. Etwas weiter rechts befanden sich der Pool, die Bar und das Restaurant. Also alles, was man nach einer staubigen Safari-Fahrt so braucht. Links befindet sich auf der großen Wiese eine Holzterrasse mit gemütlichen Hängematten, Hängesesseln, Korbstühlen etc.


Nachdem wir unser Gepäck etwas verteilt (man muss schließlich erst einmal so tun, als würde man länger bleiben), den Safari-Staub unter der Dusche zurückgelassen und uns etwas ausgeruht hatten, ging es zum Abendessen. Wir bekamen einen tollen Platz auf der Außenterrasse und konnten den Tag entspannt ausklingen lassen. Was genau es zu essen gab? Ehrlich gesagt: keine Ahnung mehr.? Ich weiß nur noch, dass es ausgesprochen lecker war und definitiv niemand hungrig ins Bett gehen musste.


Die erste Nacht in der Lodge war herrlich ruhig. Keine Autos, kein Stadtlärm, nur die Geräusche der Natur. Entsprechend haben wir tief und fest geschlafen und waren bereit für den nächsten Safaritag.

Teil 313. Sept. 2026



Teil 3 -  Safari im Murchison National Park (Dienstag, 30.12.25)


Um 5.45 Uhr hieß es: Frühstück! Peter hatte für uns einen straffen Zeitplan. Er wollte pünktlich um 6.15 Uhr zum Game Drive aufbrechen und um 11.00 Uhr war eine Bootsfahrt zu den Murchison-Falls geplant. Das englische Frühstück war sehr gut – alles, was das Herz begehrt: Eier, Speck, Würstchen, Bohnen Toast, Obst,.... Leider war unser Appetit um diese Uhrzeit noch irgendwo tief unter der Bettdecke verschwunden.

Draußen war es noch nicht hell, aber irgendwie kündigte der Himmel einen wunderschönen Morgen an. Wenig später folgte allerdings ein ziemlicher Stimmungskiller. Mitten im Nationalpark kamen wir an einer großen Baustelle vorbei, wo künftig Öl gefördert werden soll. Zwischen all der unberührten Natur wirkte das wie ein Fremdkörper – ein wirklich trauriger Anblick.

Ganz in der Nähe entdeckten wir auf einer kleinen Anhöhe tatsächlich eine Gruppe Löwen. Schon aus der Ferne zeichneten sich ihre Silhouetten deutlich gegen den Horizont ab – ein vielversprechender Anblick. Doch ausgerechnet zwischen uns und den Tieren verlief die Baustelle, die uns den Weg versperrte. Näher heranzukommen war unmöglich.

Thomas gelang mit seinem Teleobjektiv immerhin noch ein Foto, aber das war nur ein kleiner Trost.


Ich hätte die Löwen viel lieber aus nächster Nähe beobachtet und gefilmt. So blieb uns nichts anderes übrig, als weiterzufahren. Entsprechend war meine Stimmung etwas im Keller: Erst diese Baustelle und dann saßen die Löwen auch noch unerreichbar vor unserer Nase mittendrin.

Zum Glück wartete bald schon die nächste Entdeckung. Wir sahen unsere erste Kuhantilope (Hartebeest). Zugegeben: Einen Schönheitswettbewerb würde sie vermutlich nicht gewinnen. Mit ihren langgezogenen Gesichtern, den langen Beinen und abstehenden Ohren sehen die Tiere aus, als hätte die Evolution beim Design ein wenig experimentiert. Aber genau das macht sie so sympathisch. Irgendwie erinnerte sie mich sofort an ein Fabelwesen oder an eine Figur aus einem Fantasyfilm.


Natürlich begegneten uns auch viele der Klassiker der afrikanischen Savanne: Büffel, Uganda-Grasantilopen, Wasserböcke und Buschböcke – teilweise sogar gemeinsam mit den stark bedrohten Rothschild-Giraffen, die mit ihren dunklen Flecken sehr aufällig sind.


Am Ende meinte es der Morgen besonders gut mit uns. Auf dem Weg zum Delta entdeckte Peter plötzlich einen Leoparden, gemütlich auf einem Baum liegend. Ehrlich gesagt: Wir wären vermutlich noch dreimal daran vorbeigefahren, ohne ihm zu bemerken. Es bleibt mir bis heute ein Rätsel, wie Guides selbst während der Fahrt jedes noch so gut getarnte Tier aufspüren. Die scheinen einen eingebauten Safari-Radar zu besitzen.



Wir beobachteten den Leoparden eine ganze Weile, machten Fotos und filmten ihn. Dann sagte Peter ganz gelassen: „Der schaut ständig nach links und rechts. Der kommt gleich runter.“

Ich dachte noch: Na klar... Doch kaum gedacht, erhob sich der Leopard tatsächlich, kletterte elegant den Stamm hinunter und verschwand mit einem einzigen Satz im dichten Gebüsch. Weg war er. Peter zuckte nur mit den Schultern, grinste und meinte trocken: „Show is over“.Und genauso fühlte es sich an – als hätten wir gerade eine perfekt inszenierte Vorstellung erlebt, deren Hauptdarsteller genau wusste, wann sein großer Abgang gekommen war.


Am Delta gönnten wir uns eine kurze Pause. Glücklicherweise war auch eine Toilette vorhanden. Die Aussicht war zauberhaft: sattes Grün, ein Ufer wie aus dem Bilderbuch, Papyrusgras, Gräser und Schilf. Am Ufer tummelten sich Kormorane, manche trockneten ihr Gefieder mit weit ausgebreiteten Flügeln. Weiße Reiher hoben sich perfekt vom üppigen Grün ab – diese Farben – wunderschön.

Warzenschweine zogen ohne Scheu an den Safarifahrzeugen vorbei. Sie schnüffelten nach etwas Essbarem, das die Touristen vielleicht vergessen oder liegen gelassen hatten. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Die Bilder habe ich heute noch vor Augen.


Leider mußten wir weiter zur Anlegestelle für unsere Bootstour zu den Murchison-Falls. Pünktlich um 11.00 Uhr legten wir mit einem kleineren Boot und ca. 12 Gästen ab. Unterwegs, entlang des Ufers, reihten sich ganze Gruppen von Flusspferden aneinander, die neugierig ihre Ohren und Augen aus dem Wasser streckten. Ein Schlangenhalsvogel, kaum sichtbar, schwamm nicht weit von unserem Boot im Wasser. Ab und zu flogen Graufischer am Boot vorbei, Kingfisher landeten auf den über das Wasser rankenden Ästen. Dazu gesellten sich ein eleganter Silberreiher und auch ein paar Antilopen kamen zum Trinken ans Ufer. Hier hatten wir das erste Mal Gelegenheit, ein Krokodil zu sehen, dass mit hoch erhobenem Kopf und hoch aufgerichteten Beinen am Ufer entlangstapfte. Bisher hatten wir auf unseren Reisen Krokodile nur faul liegend bzw. schlafend oder im Wasser gesehen.





Etwa 300 Meter vor den Murchison-Fällen war jedoch Schluss. Der Bootsführer nahm das Tempo heraus und erklärte, dass ein Näherkommen viel zu gefährlich wäre. Die Strömung wurde immer wilder, das Wasser brodelte und die gewaltigen Wassermassen stürzten mit Getöse in die Tiefe, wobei eine dichte Gischt aufstieg.

Wir ließen diesen beeindruckenden Anblick eine Weile auf uns wirken, bevor das Boot wendete und mit deutlich höherem Tempo zurück zur Anlegestelle fuhr. Dort wartete Peter bereits auf uns. Bevor wir von Bord gingen, bedankten wir uns bei unserem Bootsführer mit einem wohlverdienten Trinkgeld.

Auch Peter drückte auf der Rückfahrt ordentlich aufs Gaspendal – schließlich wollten wir noch pünktlich zum Lunch um 14.00 Uhr wieder in der Lodge sein. Zum Glück ging der Plan auf, und wir erreichten unser Ziel rechtszeitig. Nach der aufregenden Fahrt ließen wir uns das leckere Essen schmecken und genossen die wohlverdiente Mittagspause. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, denn um 17.00 Uhr stand bereits der nächste Gamedrive auf dem Programm.

Um 17.00 Uhr wartete Peter schon auf uns. Wir fuhren an einer Elefantenmama mit ihrem Kalb vorbei. Das Kälbchen hatten einen Teil seines Rüssels verloren, kam damit aber scheinbar gut zurecht. Trotzdem tat mir der Kleine Leid.


Später querte eine größere Gruppe Elefanten vor uns die Straße. Einer von ihnen stellte sich quer, damit die restliche Familie ungehindert vorbeiziehen konnte – als wollte er aufpassen, dass niemand an ihnen vorbeifährt.

Unterwegs erkundigte sich Peter bei den vorbeifahrenden Guides nach besonderen Sichtungen und schließlich hieß es, dass sich nicht weit von uns eine Löwin mit ihrem Jungen sehen ließ. Peter steuerte direkt dorthin. Von weitem waren die Autos schon zu erkennen – die Löwen waren also noch da. Peter suchte eine gute Lücke, damit wir die Tiere besser beobachten konnten. Die Mama wirkte sichtlich müde und satt, direkt neben der Piste liegend. Der Kleine war unruhig, lief hin und her, setzte sich schließlich aber zu seiner Mutter, um seinen Hunger zu stillen. Es ist so entzückend  kleine Löwen zu beobachten. Das war ein schöner Abschluß für diesen Tag (so dachten wir) und was für ein Tag!!!!




Als wir zurückfuhren und die Pakuba Lodge erreichten, erwartete uns doch noch ein Highlight: Auf der großen Wiese unter den schattigen Bäumen grasten ein gutes Dutzend Elefanten. Ganz ruhig zogen sie gemächlich umher, während wir ihnen fasziniert zusahen.


Inzwischen war es dunkel geworden, sodass wir direkt zum Abendessen schlenderten. Nach dem guten Essen (Buffet) waren wir so müde, dass wir anschließend zufrieden ins Bett fielen. Ich freute mich schon auf den nächsten Tag.  

Teil 415. Sept. 2026

Teil 4 - Süße Affen, Büffel, Leopard und noch mehr Elefanten (Mittwoch 31.12.25).


Nach dem Frühstück ging es um 7.00 Uhr nochmal Richtung Delta. Wir fuhren durch ein lockeres Akazienwäldchen, als direkt neben dem Trail  Weißnasen-Husarenaffen auftauchten – inklusive einer ganzen Kindergartengruppe. Die kleinen Affen waren einfach zum Verlieben: Sie tobten, balgten sich, jagten sich gegenseitig, kuschelten mit Mama und stillten ihren Hunger. Ich hätte noch stundenlang zuschauen können. Nur die beiden Männer wollten dann irgendwann weiter.

Zum zweiten Mal hatten wir das große Glück einen Leoparden, diesmal abseits der Straße, in einem Baum zu entdecken. Ruhig verweilte er dort, den Blick aufmerksam über die Savanne wandernd, als wolle er prüfen, ob sich in der Umgebung etwas Unerwartetes regte. Er rührte sich nicht und wir ließen den Moment auf uns wirken. Das sind Momente, die Afrika so besonders machen. 


Weiter fuhren wir durch die schöne Savannenlandschaft. Es waren wieder viele Antilopen mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Kein Wunder, daß es hier in der Nähe Leoparden gibt. Am Delta entlang erblickten wir eine große Büffelherde, die am Ufer graste, eingerahmt von ihren Begleitern (Kuhreihern). Aus dem Albertsee ragten hier und da die Köpfe der Hippos heraus und Reiher versuchten ihr Glück am Uferrand, um ihren Hunger zu stillen. Die strahlenden Farben der Umgebung im Hintergrund (genau wie gestern) vervollständigten das Bild.

Kurze Zeit später sahen wir Elefanten im Wasser, wie sie das hohe Gras abknabberten. Bald setzten sie sich gemächlich in Bewegung, wie eine stille Parade, die sich langsam zu uns schob. Die Farben schienen zu lachen, alles strahlte, als hätte der Himmel sich selbst ein Lächeln aufgesetzt. Dieses friedliche Bild berührte mich tief. Für mich eines der schönsten Momente in Afrika. Mir kamen die Tränen vor Freude, einfach überwältigend, dieses Wunder der Welt.


Auf dem Rückweg zur Lodge sahen wir erneut eine Elefantenherde, auf deren Rücken sich auffällig viele Vögel niedergelassen hatten – vermutlich Piapiacs.

Eine Elefantenmutter aus der Herde mit ihrem Kalb zog unsere volle Aufmerksamkeit auf sich. Das Kalb wollte dem Muttertier nicht folgen. Die Mutter wanderte unruhig hin und her. Endlich setzten sie beide zusammen ihren Weg fort  und wir atmeten auf. Selbst Peter war sichtlich erleichtert. Er war auch unsicher gewesen, ob alles in Ordnung war. Wie der Tag sonst verlaufen wäre, weiß ich nicht. Wahrscheinlich hätte ich Mühe gehabt, die beiden ihrem Schicksal zu überlassen. Mir würde das schwer auf dem Magen liegen, auch wenn ich weiß, dass in der Natur nicht alle Elefantenkälber überleben.

Mittags während unseres Lunches näherte sich eine Horde Paviane mit ihren Babies auf dem Rücken der Lodge. So schnell, wie sie gekommen waren, waren sie auch schon wieder verschwunden. Es gab immer etwas zu beobachten, verschiedene Vögel, auch die großen Marabus, Eidechsen und Uganda-Kobs, die übrigens hier immer die Nacht verbrachten. Wahrscheinlich fühlten sie sich hier auf dem Geländer sicher und waren das wohl auch. Nachmittags war relaxen angesagt. Wir nutzten die Zeit endlich mal in den Pool zu springen, mit Familie sowie Freunden zu chatten und mit unserer alten Mutter zu telefonieren, um allen einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.

Abends trafen wir uns mit Peter zum Abendessen. In der Bar verbrachten wir anschließend eine schönen , aber leider zu kurzen Abend, ließen uns ein paar Drinks schmecken (ich persönlich liebe Amarula oder Springbock) und lachten über Erlebnisse der letzten Tage oder erzählten von unserer Heimat, was Peter sehr interessierte. Aber auch Peters Lebensgeschichten waren spannend. Trotz Silvester gingen wir zeitig zu Bett, da uns morgen eine lange Wegstrecke bevorstand. 


Teil 518. Sept. 2026

Teil 5 - Neujahr in Uganda 01.01.26

Unser Tag begann um 6. Uhr. Neujahr im Morgengrauen in Afrika. Uns könnte es wirklich schlechter gehen. Die Koffer waren zum Glück schon so gut wie gepackt, sodass nach einer flotten Dusche und einem gemütlichen Frühstück eigentlich nur noch eines auf dem Programm stand, Abschied nehmen.

Wenn wir zur nächsten Unterkunft weiterziehen, stellen wir uns den Wecker grundsätzlich lieber etwas früher. Wir mögen es nämlich, den Morgen ganz entspannt anzugehen, mit genügend Zeit für Dusche, Frühstück, Koffer und die vermeidliche Frage: "Haben wir auch wirklich nichts vergessen?" Hektik gehört schließlich nicht in unseren Reiselan. Und schon gar nicht an Neujahr. 

Besonders schwer fiel der Abschied von  unserem Lieblingskellner. Seine freundliche Art, seine Aufmerksamkeit und seine lockeren Sprüche haben unseren Aufenthalt wirklich bereichert. Vor allem Thomas lieferte sich mit ihm immer wieder kleine Scherze. Beide hatten ihren Spaß und wir lachten viel.

Um 7.30 Uhr waren die Taschen verstaut, das Fahrzeug startklar, Peter putzmunter und wie immer gut gelaunt. Also ab nach Kibale. 


Als uns ein schöner Sonnenaufgang begrüßte, hielten wir kurz an. 



Auf dem Weg aus dem Park begegneten uns Antilopen, Giraffen und ein paar Warzenschweine, die mit hochgestelltem Schwanz davonliefen. Ein einsamer Elefant kreuzte unseren Weg, vielleicht um "Auf Wiedersehen" zu sagen.


Die Fahrt bis Kibale zog sich über ungefähr 7 Stunden – eine abwechslungsreiche Szenerie, offene Savannen, Dörfer, winkende Kinder, riesige Teeplantagen und glitzernde Seen, bis der Regenwald vor uns auftauchte. Peter hielt an jeder Stelle an, die einen tollen Ausblick versprachen.


Hier einmal ein Video, wie es in Ugandas kleinen Städtchen aussieht. Für die, die noch nicht in Uganda waren.



In Hoima tankten wir auf und kauften mit Peters Hilfe (die nette Dame am Tresen hätte uns sonst nicht verstanden) einen zweiten Adapterstecker.  In Fort Portal machten wir eine Pause. Peter wollte zur Bank. Danach kehrten wir im Gardens Restaurant ein und bestellten African-Tea , natürlich, was sonst. Gegessen hatten wir nichts, da Peter rechtzeitig zum Mittag in der Turaco Treetops Lodge sein wollte. Das war auch gut so, denn wir hatten ohnehin nicht allzu großen Hunger.



Wir aßen später unterwegs ein bisschen Obst und ein paar Nüsse. Ach ja, da ich gerade von Nüssen spreche. Aus Deutschland hatten wir Knoppers, Studentenfutter, Nussmischungen und Müsliriegel mitgebracht. Peters Favoriten waren die Knoppers und die Nussmischung, die wir ihm zum größten Teil gern überließen – es gab ja genug anderes. Bevor es weiterging, empfahl Peter uns, die neben dem Restaurant gelegene Art Gallery zu besuchen. Und tatsächlich konnten wir ohne Mitbringsel den Ort nicht verlassen.

Als wir aus der Galerie kamen, bot sich ein faszinierendes Bild. Große Menschengruppen zogen singend und tanzend in den Farben Weiß und Gelb durch die Straßen der Stadt. Begleitet von rhytmischer, traditioneller Trommelmusik feierten die Einheimischen auch am Straßenrand den Beginn des neuen Jahres.



Die Turaco Treetops Lodge erreichten wir verspätet. Um 14.30 Uhr war Lunchtime vorbei. Wir hatten unterwegs einfach zu oft angehalten, um die Aussicht zu genießen. Egal, wir hatten ja noch unsere Lunchpakete von der Pakuba-Lodge. Die Turaco Treetops Lodge ist wirklich etwas besonderes, so wie Betti es in ihrem Reisebericht beschrieben hat. Die Lage mitten im Regenwald ist einfach traumhaft. Danke Betti, dein Bericht hat uns hierher geführt.


Nach der endlosen Fahrt durfte Peter sich endlich in seine wohlverdienten Feierabend verabschieden, während wir uns häuslich einrichteten. Danach hielt uns nichts mehr drinnen. Der Regenwald zog uns magisch an und wir liefen zum Bird Hide der Lodge. Schon auf dem Weg dorthin wurden wir lautstark begrüßt. Ein kreischender Turako flog über unsere Köpfe hinweg, während sein Partner hoch oben im Blätterdach thronte.


Am Versteck angekommen, faszinierten uns die Nektarvögel, die unruhig von Blüte zu Blüte huschten. Zurück im Zimmer gab es für mich nur ein Ziel, das gemütliche Sofa auf dem Balkon, das ich bis zum Abendessen erfolgreich belagerte. Die Sichtungen waren eher überschaubar. Der Regenwald war einfach zu dicht und gab selten den Blick frei. Dafür war die Geräuschkulisse umso beeindruckender. es raschelte, zwitscherte und zirpte.


Wir fühlten uns sauwohl hier. Einer meiner Lieblingsorte, ganz klar, genauso wie die Arcadia Lodge und die Mihingo Lodge. Das anschließende Dinner war sehr gut, aber die Portionen waren schlichtweg zu groß. Oder lag es an der bleiernen Müdigkeit? Völlig erschöpft zog es uns früh ins Bett. Vorher brachten wir nur noch schnell Ordnung in unser Chaos und packten die Rücksäcke. Die Vorfreude auf das morgige Schimpansen-Trekking im Gepäck.  

Teil 620. Sept. 2026

 Teil 6 - Schimpansen-Trekking 02.01.26


Nach dem Frühstück brachen wir um 7.30 Uhr zum Kanyanchu Visitor Center auf – mein Puls schlug vor Aufregung schneller. Wir mussten nicht weit fahren, doch vor dem Center war schon einiges los. Nach der Registrierung an der offenen Theke versammelten wir uns zu einem Briefing nebenan in einem größeren Raum. Es ging um die Schimpansengruppen, die Verhaltensregeln, wie Abstand, Ruhe, kein Essen oder Trinken im Gelände, Toilettenetikette etc. Dann rief ein Ranger alle Personen zu den dazugehörigen Gruppen nacheinander auf. Wir liehen uns Wanderstöcke aus und starteten mit einer kurzen Vorstellungsrunde in unserer Gruppe. Die Vorfreude wuchs von Minute zu Minute. Endlich ging es los. Wir stiegen in unser Auto und Peter stieg mit einem bewaffneten Rancher dazu. Wir mussten mit dem Auto tiefer in den Wald fahren, da sich die Schimpansen etwas abseits befanden. Aber nicht lange und wir konnten wieder aussteigen. Die anderen unserer Gruppe folgten. Unsere Fahrer blieben am Auto zurück, während wir (8 plus Führer und Ranger) uns auf einen schmalen Dschungelpfad wagten. Das Dickicht zog sich enger, und wir stiefelten hindurch, begleitet vom Rascheln der Blätter und dem fernen Ruf der Tiere.


Bosco, unser Führer hielt kurz inne und lauschte. Wir verhielten uns still. Von weitem hörten wir immer wieder die Schreie der Schimpansen – mal auf der Seite, mal an einer ganz anderen Seite. Die Gruppen waren verstreut und offenbar im Streit, so dass die Anweisungen der Tracker sich ständig änderten.

Nach anderthalb Stunden folgten wir immer noch den Schreien und Anweisungen der Tracker. Doch plötzlich standen wir wieder vor unseren Autos. Mein erster Gedanke: Mist, haben wir die Schimpansen verpasst? Dann zeigte Bosco an den Fahrzeugen vorbei, und plötzlich waren die Schreie nah. Das waren sie, direkt vor uns, als hätten wir hier an den Autos nur warten müssen. Bosco steuerte auf zwei Schimpansen zu, die keine Scheu zeigten und uns neugierig heranließen. Jetzt hieß es, Masken anziehen, um sie vor menschlichen Krankheiten zu schützen.


 Dann verschwanden sie im Dickicht und wir folgten den beiden die immer wieder pausierten und lauchten. Der Lärm brach wieder los: Schreie, Getrappel und ein so lautes Trommeln mit den Füßen gegen die Bäume, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können. Was müssen die Schimpansen für eine Kraft haben.


 Wir eilten hinterher, durch dichtes Gebüsch und von den Affen ausgetreten Wegen, bis wir wenige Meter vor einem der Kandidaten standen. Ich zückte die Kamera, filmte drauflos. Zuerst saß er friedlich da, schaute abwechselnd hin und her. Doch plötzlich fing er immer leise an zu rufen. Er wurde immer lauter bis wieder das Geschrei losging, er lief direkt auf mich zu. Vor Schreck filmte ich versteinert einfach weiter. Kurz vor mir bog er rechts ab.

Mir war das Herz in die Hose gerutscht. Schwein gehabt. Ich war sowas von erleichter. Anschließend wurde es wieder ruhiger und wir konnten sie in sicherem Abstand wunderbar beobachten. Nicht weit entfernt saß eine Mama im Gebüsch, deren Nachwuchs auf einem Baum rumturnte. Wie niedlich doch die Kleinen sind.


Ständig liefen wir von einem Ort zum Anderen. Überall verteilten sich die Schimpansen.





Dann rief Bosco zum Rückzug. Die Stunde ging viel zu schnell vorbei und wir waren so voller Eindrücke, dass wir schweigend den Rückweg antraten, um das Erlebte erst einmal zu verarbeiten.

Am Nachmittag relaxten wir am Pool bis kurz vor dem Abendessen. Meine Gedanken waren immer noch bei den Schimpansen. So langsam registrierten wir, was wir am Morgen erlebt hatten. Einfach fantastisch. Das Abendessen war wieder sehr gut und auch wieder zu viel. Wir können die Turaco Treetops wirklich empfehlen.  

Teil 720. Sept. 2026

Teil 7 - Community Walk 03.01.26 u. Weiterfahrt zum QENP


Morgens wurden wir von den Vögeln früh geweckt. Ich stand auf und ging auf den Balkon. Da es noch nicht ganz hell war, eher ziemlich dämmrig, konnte ich nichts sehen. Also ließ ich die Tür auf und flüchtete nochmals ins Bett. Herrlich dieses Stimmengewirr der Vögel. So würde ich mich gerne jeden Tag wecken lassen. Aber leider war es unser letzter Morgen hier in der Turaco Treetops Lodge.

Hier mal eine Hörprobe:


Peter hatte für uns kurzfristig den Bigodi Swamp Walk inklusive Cultural Village Walk organisiert. Um 8.30 Uhr, nach dem Frühstück, holte er uns wie immer pünktlich ab. Am Visitor Center wurde uns ein Guide zugeteilt. Nach der Begrüßung bekamen wir Gummistiefel, damit wir die schlammigen Wege bequem bewältigen konnten. Kaum waren wir ein paar Meter unterwegs, entdeckten wir die ersten Primaten. Besonders die niedlichen Rotschwanzmeerkatzen mit ihren weißen Stupsnasen hatten es mir angetan.


Kurz darauf ließen sich auch die Roten Colobusaffen und die Schwarz-Weißen Colobusaffen blicken.



Ich wußte gar nicht, wo ich zuerst meine Filmkamera hin lenken sollte. Kleine Papageien flogen krächtzend über unser Köpfe. Leider haben wir sie nicht auf unsere Kamera bekommen und so kann ich sie nicht bestimmen. Über wacklige Holzstege führte der Weg duch den Sumpf. Trotz einiger morscher Bretter (man mußte aufpassen, wo man hintrat) konnten wir den beeidruckenden blauen Riesenturacco entdecken, ein echtes Highlight.


Unterwegs zeigte uns der Guide einige besondere Pflanzen und Bäume. Darunter der Prunus africana (Afrikanischer Stinkholz). Deren Rinde soll gegen Malaria und Fieber helfen. Außerdem ist die Rinde des Baumes in Europa gegen Prostataleiden extrem gefragt. 

Es waren auch viele Vögel zu hören, aber wir bekamen sie selten zu Gesicht. Schade, aber wir waren nicht gerade die Vogelfanantiker. Wir waren!!!..., denn  Peter macht uns auf unserer Reise auf so viele hübsche Vögel mit so vielen bunten Farben aufmerksam, dass wir uns mittlerweile auch für dies kleinen Geschöpfe interessieren. 



Der Community-Walk in Bigodi war voller spannender Begegnungen. Zuerst besuchten wir den Bananenmann, der uns zeigte, wie aus Bananen Saft, Bier und sogar Gin hergestellt werden. Erstaunlich was alles in einer Banane steckt! Anschließend gingen wir zu einer Kaffeebäuerin, die uns zeigte wie man aus den getrockneten Kaffeekirschen Kaffeepulver produziert. Ich durfte mithelfen, vor allem beim Mahlen mit einem großen Holzmörser – und so schmeckte der Kaffee anschließend noch viel besser.

Danach besuchten wir eine Gruppe Frauen, die wunderschöne Untersetzer, Wandteller und Körbe aus Naturmaterialien flechten. Auch hier durfte ich das Handwerk ausprobieren. Als krönender Abschluß führten die Fauen einen mitreißenden traditionellen Tanz auf. Ehe ich mich versah, wurde ich kurzerhand an die Hand genommen und eingeladen mitzumachen und bekam dafür sogar ein buntes Röckchen aus Bast umgebunden. Das sorgte für viele Lacher und machte die Tour zu einem besonderen Erlebnis. Peter amüsierte sich köstlich, denn er hatte nicht gedacht, dass ich tatsächlich bei dem Tanz mitmachen würde. Das Video möchte ich euch aber nicht zeigen, zu peinlich!



Das wir einige Mitbringsel mitnahmen war selbstverständlich.

Jackfrucht


Von der Turaco Treetops Lodge hatten wir uns schon am morgen verabschiedet und so ging die Fahrt weiter zu Twin Lakes Safari Lodge.


Sogar ein ganzes Bett läst sich auf einem Boda Boda transportieren.
Lake Nkuruba

Die Twin Lakes Safari Lodge ist eine Lodge mit Blick in den Queen Elizabeth National Park. Die Häuser liegen terassenförmig verteilt in einem gepflegten Garten und haben alle einen tollen Ausblick auf den Nationalpark. Und der Infinity-Pool verführte uns sofort zum Entspannen. Das Wetter war zwar bedeckt aber warm und wir hatten den Pool für uns ganz allein. Die übrigen Gäste waren noch unterwegs und erschienen erst zum Abendessen. Das Essen war, wie fast immer hier in Afrika, sehr gut und auch das Frühstück war einfach nur super. Für meinen Geschmack das beste Frühstück auf unserer Reise, reichhaltig und lecker. 


Der Plan für den nächsten Morgen stand schon fest. Um 7.00 Uhr Gamedrive in den Queen Elizabeth Nationalpark.
Unser erster Regen in Uganda. Dann ist das Bett doch doppelt so gemütlich. 


Teil 823. Sept. 2026

So jetzt geht es weiter. Ich habe ein bischen gebraucht um einige Videos zusammen zu schneiden. Aber jetzt bin ich fertig. Ich hätte noch so viele zeigen können. Wenn euch das zu viel ist, last es mich gerne wissen.  

Teil 8 - Gamedrive QENP – Kazingakanal Bootsfahrt 04.01.26

Heute klingelte der Wecker wieder früh. Bereits um 6.30 Uhr saßen wir beim Frühstück. Es war empfindlich kalt, aber wozu hat man schließlich die guten Softshelljacken dabei? Peter ließ sich heute Morgen etwas mehr Zeit, sodass wir ganz entspannt noch einmal die Toiletten aufsuchen konnten. Um 7.10 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg in den Queen Elizabeth National Park.

Die Straße führte direkt am Park entlang und schon nach wenigen Minuten entdeckten wir die ersten Elefanten in der Ferne. Ein beeidruckender Bulle stand nur etwa 50 Meter von der Straße entfernt. Nach einem kurzen Stopp am Gate erledigte Peter die Formalitäten, während wir uns noch einmal die Beine vertraten. Dann wurde das Aufstelldach geöffnet und der Game Drive konnte beginnen.

Jedes Mal, wenn wir in einen Nationalpark fahren, bin ich aufs Neue aufgeregt. Was werden wir heute wohl entdecken? Viele meiner Bekannten können sich gar nicht vorstellen, den Urlaub damit zu verbringen, nach Tieren Ausschau zu halten. Für uns ist dagegen jede Sichtung etwas Besonderes. Ganz gleich, ob groß oder klein.

Schon nach kurzer Zeit begegneten uns, was wohl? Wie immer die ersten Antilopen. 

Bald darauf standen mehrere Fahrzeuge am Pistenrand. Das konnte nur eines bedeuten: Hier gab es etwas Besonderes zu sehen. Und tatsächlich, im Gras lagen zwei Löwinnen mit ihren drei Cubs. Die Kleinen tobten ausgelassen miteinander, kletterten übereinander und lieferten sich kleine Rangeleien. An Ruhe war für die beiden Löwinnen kaum zu denken. Ganz entspannt grasten in einiger Entfernung Antilopen. Offenbar wussten sie genau, dass die Löwinnen im Moment alle Pfoten voll mit ihrem Nachwuchs zu tun hatten. Als sich die Löwinnen schließlich erhoben, setzte Peter das Fahrzeug geschickt um, sodass wir sie noch eine ganze Weile beobachten konnten. Ein wunderschöner Start in den Tag.


Weiter ging die Fahrt vorbei an Büffeln, Wasserböcken und Uganda-Grasantilopen, die sich von uns überhaupt nicht stören ließen. Plötzlich hielt Peter an einem Schlammloch an. Zunächst hatten wir gar nicht erkannt, was dort lag. Drei Büffel nahmen ein ausgiebiges Schlammbad. Im ersten Moment dachte ich sogar, sie wären tot, bis sich einer langsam bewegte. Zum Glück! Die Tiere waren fast vollständig mit Schlamm bedeckt. So konnten sie sich vor Sonne und lästigen Insekten bestens schützen.


Als Peter von einem entgegenkommenden Fahrzeug einen neuen Hinweis bekam, steuerte er gezielt eine kleine Kolonne von Safarifahrzeugen an. Auf den Dächern standen die Gäste mit Ferngläsern und Kameras. Ein Leopard sollte gesichtet worden sein. Wir suchten angestrengt das Gras ab, konnten aber beim besten Willen nichts entdecken. Erst später, als ich meine Videokamera durchsah, dich ich einfach hatte mitlaufen lassen, entdeckte ich ihn. Gut versteckt lugte er ein wenig hervor. l Wieder einmal zeigte sich, warum Leoparden als wahre Meister der Tarnung gelten.

Erkennt ihr ihn?

Im Laufe des Vormittags hatten wir unzählige Tierbeobachtungen, darunter viele Elefantenherde. Besonders beeindruckend war eine Gruppe von rund 40 Tieren mit zahlreichen Elefantenkälbern, die gemütlich die Sandpiste überquerte. Die Kleinsten liefen gut geschützt zwischen den Erwachsenen oder neben ihrer Mutter.


Zur Mittagszeit fuhren wir zur Anlegestelle des Kazingakanals. Dort sollte um 13.00 Uhr unsere Bootstour starten. Während wir auf das Boot warteten, machten wir uns über unsere Lunchpakete her. Die Bootsfahrt war schlichtweg einmalig. Wer den Queen Elizabeth National Park besucht und diese Tour auslässt, verpasst eines der absoluten Highlights. Peter dirigierte uns beim Einsteigen genau auf die richtige Bootsseite und das sollte sich schnell auszahlen.

Schon am gegenüberliegenden Ufer standen Elefanten, die ihren Durst löschten oder ausgiebig badeten. Eigentlich lässt sich diese zweistündige Bootsfahrt kaum in Worte fassen. Ständig gab es etwas Neues zu entdecken. Es verging keine Minute, in der nicht irgendwo Tiere zu sehen waren.

Wir beobachteten Büffelherden, Wasserböcke, Warzenschweine, große Schwärme von Scherenschnäbeln, Krokodile, Gruppen von Flusspferden mit ihren Kälbern an Land und im Wasser sowie immer wieder Elefantenfamilien.




Elefanten und Büffel bewegten sich in der Nähe der Dörfer und Fischer.



Ein besonders lustiger Moment blieb uns im Gedächtnis. Wir sahen einen Elefanten, der auf seinem Hinterteil eine Böschung hinunterrutschte. Ob er auch seinen Spaß dabei hatte? Leider habe ich das nicht auf meiner Videokamera, weil er seitlich runterrutschte. 


Krokodile lagen, völlig unbeeindruckt, in der Nähe von Büffeln und Elefanten. Manchmal wurden die Krokodile, Büffel oder Flusspferde allerdings von den Elefanten energisch auf Abstand gehalten. Auch die Vogelwelt war überwältigend: Eisvögel, Kormorane, Reiher, Ibisse, Hammerköpfe, Marabus, Schreiseeadler, Paviane, Rosapelikane und viele weitere Arten begleiteten uns während der gesamten Fahrt. Es war einfach unglaublich.



Zum krönenden Abschluss wartete am Ausstieg noch ein Büffel direkt neben der Anlegestelle auf uns. Vorsichtig schlichen wir an ihm vorbei, bevor wir wieder in Peters Fahrzeug stiegen. Er grinste schon von Weitem und freute sich sichtlich über unsere Begeisterung.

Zurück in der Lodge ruhte ich mich erst einmal aus, während Thomas die Fotos des Tages sichtete. Nach einer erfrischenden Dusche ging es um 18.30 Uhr zum Abendessen.

Wieder ein wunderbarer Tag. Schon der Game Drive am Morgen war voller Höhepunkte gewesen. Doch die Bootsfahrt setzte dem Ganzen tatsächlich noch die Krone auf. Noch heute denke ich mit einem Lächeln an diesen unvergesslichen Tag im Queen Elizabeth National Park zurück.

Teil 925. Sept. 2026

 Teil 9 - Ishasha 05.01.26

Unser nächstes Etappenziel lag im Süden des Queen Elizabeth Nationalparks. Das Ishasha-Gebiet, bekannt durch seine Baumlöwen. Zuerst fuhren wir zurück zur Hauptstraße und später weiter durch den QENP, aber die Sichtungen hielten sich in Grenzen. Wir verließen die Savannenlandschaft und fuhren über eine anspruchsvolle Schotterpiste mit tiefen Schlaglöchern. Weiter ging es durch dichtes Busch- und Waldgebiet, vorbei an mehreren Flussläufen und Sumpfgebiet, die mit Papyrus, Wasserlinsen und dichten grünen Wasserpflanzen zugewachsen waren. Was für eine Farbexplusion. Blatthühnchen  und Teichhühnchen liefen behende über die Pflanzen, Nimmersatt und Kingfisher saßen am Uferrand. Hippos verschwanden in dem Grün. Wir stiegen kurz aus und saugten die Szenerie regelrecht auf.


Unterwegs beobachteten wir noch Schwarz-Weiß Colobusaffen.


Kurz vor Ishasha machten wir Rast und packten unsere Lunchpakete aus.

Über uns lugten grüne Meerkatzen auf unsere Lunchpakete. Ob sie wohl etwas abhaben wollten?



Kurz vor unserer nächsten Lodge, der Embogo Lodge, sprach Peter mit einem Guide, der angeblich wusste, wo ein Baumlöwe in der Nähe faulenzen würde. So fuhren wir nicht direkt zu unserer Lodge. Wir hatten leider kein Glück. Der Löwe war leider schon verschwunden, als wir ankamen.



Ihasha ist berühmt für seine Baumlöwen, doch die Population sinkt seit 2018 dramatisch. Drei Löwinnen und acht Jungtiere starben 2018 durch Vergiftung. 2021 wurden wieder sechs Löwen getötet. Konflikte mit umliegenden Dörfern sind der Hauptgrund. Um sie zu schützen arbeitet die UWA (Uganda Wildlife Authority) mit Rangerteams des benachbarten Virunga-Nationalparks Kongo zusammen. Wir halten die Daumen.


Nach dem Check-in in Embogo wurden wir zu unserem Chalet geführt. Die Lodge selbst können wir auch empfehlen. Sie liegt direkt an der Grenze des Nationalparks, nicht eingezäunt, so das Wildtiere, sogar Elefanten, vorbeischauen können. Im Herzen des Grüns steht ein schöner Aussichtsturm, ständig bewacht. Von dort hat man einen guten Überblick. Doch auf den kurzen Weg dorthin ist vorsicht (besonders nach Dämmerung) geboten. Die Zimmer sind groß, das Bad großzügig, und vor dem Chalet befindet sich eine erhöhte, schattige Holzterasse mit Blickkontakt zu einem kleinen Tümpel, an dem ein Hammerkopf-Fischjäger ganz ungeniert nach Beute suchte.


Wir bereuten es jetzt schon, daß wir nur eine Nacht hier bleiben würden. Um 16.30 Uhr verabredeten wir uns mit Peter zum Game Drive. Zuvor machten wir noch einen Abstecher zum Aussichtsturm, dann entspannten wir auf der Terasse. 


Ob wir wirklich Baumlöwen sehen würden? Es gibt keine Garantie dafür und wir hatten auch keinen weiteren Game Drive auf dem Plan. Unterwegs sahen wir einige Antilopen, Warzenschweine und einen einsamen Büffel – Löwenfutter war also vorbereitet.

Wir hatten Glück. Ein Auto an einem großen Feigenbaum winkte uns zu. Wir hielten an und tatsächlich hing eine Löwin zwischen den Baumästen. Ab und zu warf sie uns einen müden Blick zu, als wolle sie sagen: „Immer diese Touris“. Eine Walking-Safari durch den Busch hätte wohl weniger Freude bereitet. Bei einem möglichen Angriff wäre ein Baum vielleicht doch kein sicherer Zufluchtsort gewesen. Zumindenstens kein Baum auf dem ich noch raufgekommen wäre.


Die baumkletternden Löwen in Ishasha sitzen fast ausschließlich auf den Feigenbäumen. Sie haben dicke, massive und vor allem horizontale Äste und bieten eine stabile und bequeme Liegefläche mit dichtem Blätterdach, auf der sie sich lang ausstrecken können. Der perfekte Rückzugsort vor der brennenden afrikanischen Sonne.

Wir standen lange, doch die Zeit für weitere Sichtungen war begrenzt, denn Peter wollte unbedingt noch weiter. Wir passierten das Ishasha Ranger Outpost (UWA) bzw. das Hauptquartier der Wildhüter und erreichten eine langgezogene Geländeerhebung inmitten des ansonsten flachen Ishasha-Sektors. Der Blick ging hinab auf die weite, offene Savanne. Direkt hinter dieser Graslandschaft verläuft ein dichter Wald. Die Anhöhe stürtzte steil ab. Am Rand standen Tische mit Stühlen. Davon war eine Ganitur für uns gedeckt. Eine echte Überraschung. Sundowner-Time mit spektakulärem Blick.




Elefantenherden und Antilopen zogen genau zur Sundowner-Time aus dem Wald in das offene Grasland. Vermutlich um zu fressen oder auf dem Weg zur nächsten Wasserstelle. Dieser Ort ist perfekt für einen Sundowner. Die Sonne tauchte die Wolken in Orange- und Rottöne wir tranken Wein und ließen den Tag mit Peter stimmungsvoll ausklingen. Eine wirklich schöne Überraschung.

Als wir zurück zur Lodge kamen, war schon Dinnertime – das Buffet war super und der Akku des Tages längst leer. Vor allem nach dem Wein. Das Bett rief: Gute Nacht.

Teil 1026. Sept. 2026

Teil 10 - Bwindi-Regenwald 06.01.26 – Die Spannung steigt

Nun wartete das nächste Highlight unserer Reise auf uns. Der Bwindi-Regenwald und das Gorilla- Trekking. Allein der Gedanke daran machte mich schon ein wenig nervös. Aber dazu später mehr.

Da die Strecke nicht weit war, hatten wir genügend Zeit und während Thomas sich fertig machte, setzte ich mich noch einmal gemütlich vor unserer Unterkunft und genoss die morgendliche Ruhe. Um 9.00 Uhr ging es pünktlich los in Richtung Bwindi, genauer gesagt zum Ruhija-Sektor.

Zunächst ging es wieder durch die Landschaft rund um Ishasha. Je weiter wir fuhren, desto mehr veränderte sich die Umgebung. Wir kamen durch Dörfer, in denen sich das Leben entlang der Straße abspielte.

Viele Geschäftsgebäude sind so wie auf dem rechten Bild angelegt. Im vorderen Teil befindet sich der Verkaufsraum und direkt dahinter schläft und lebt die Familie.



Wir sahen Kaffee- und Teeanbau, Felder zogen sich über steile Hänge und dazwischen standen kleine Häuser. Die Landschaft wurde zunehmend hügeliger. Wir gewannen langsam an Höhe und die Straße wurde kurviger. Wir fuhren auf unbefestigte, holprige Pisten mit Schlaglöchern und matschigen Stellen, die die Fahrt abenteuerlich machten. Aber gerade dadurch wurde es interessant. Wir waren nun mitten im ländlichen Uganda unterwegs und bekamen einen viel besseren Eindruck vom Leben abseits der großen Straßen.

An steilen Berghängen sahen wir Menschen bei der Arbeit. Auf kleinen Feldern, die teilweise unglaublich steil am Hang lagen, wurde gehackt, gepflanzt oder geerntet. Es war kaum vorstellbar, wie mühsam die Arbeit dort sein musste.



Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft grüner und ursprünglicher. Die offenen Felder und Dörfer gingen in eine immer dichtere Vegetation über. Die Berghänge wurden noch steiler, tiefe Täler öffneten sich neben der Straße und schließlich befanden wir uns am Rande des Bwindi-Regenwaldes. Wir konnten uns kaum sattsehen. Immer wieder baten wir Peter anzuhalten, wenn sich ein besonders schöner Blick auftat. Von den Aussichtspunkten konnten wir über die bewaldeten Berghänge und tiefen Täler schauen.


Gegen 13.00 Uhr erreichten wir schließlich das Gorilla Mist Camp. Das Camp liegt im Ruhija-Sektor, nur etwa 10 bis 12 Minuten vom Gorilla-Briefingpunkt entfernt.

Wir wurden von einem Dreihornchamäleon begrüßt. Übrigens meine erste Sichtung.


Die Lage des Camps ist wirklich traumhaft. Von der Terrasse hatten wir einen fantastischen Blick über die Berghänge. Wir konnten bis in Richtung der Virunga-Vulkane schauen. Häufig hängen Nebel und Wolken zwischen den Bergen, was wohl auch zum Namen „Mist Camp“ beigetragen hat.



Unser Chalet war geräumig und sauber, könnte allerdings an der einen oder anderen Stelle eine kleine Auffrischung vertragen. Die Sofas waren schon etwas durchgesessen und auch nicht mehr sehr ansehnlich. Auch mit dem Bett hatten wir so unsere Probleme. Es waren mit Abstand die unbequemsten Betten, in denen ich bisher auf einer Reise geschlafen habe.

Nach dem Lunch machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Ruhija, der kleinen Siedlung in der Nähe des Camps. Ein klassisches Dorfzentrum gibt es hier eigentlich nicht. Vielmehr reihen sich kleine Häuser und einfache Holzhütten entlang der Straße. Überall sieht man Menschen bei der Arbeit oder sie sitzen vor ihren Hütten. Es wurde gehämmert, gesägt und gehandelt. Kleine Verkaufsstände und Läden boten bunte Stoffe, Kleidung, Ketten, Holzschnitzereien und andere Dinge an. Wir kamen schnell mit einigen der freundlichen Bewohner ins Gespräch und wurden überall neugierig und herzlich begrüßt.



Besonders lustig wurde es, als Thomas mit einem der Arbeiter ins Gespräch kam, der gerade dabei war, eine kleine neue Hütte zu bauen. Direkt am Straßenrand wurde das Holz dafür zugesägt. Irgendwann bot er Thomas scherzhafter Weise an, selbst einmal mit anzupacken. Das ließ er sich natürlich nicht zweimal sagen. Also stand er plötzlich mitten zwischen den Arbeitern und legte selbst Hand an. Die Männer sahen zu und Thomas war mit großem Eifer dabei. Es wurde gelacht, gescherzt und natürlich kräftig weitergesägt. Ein völlig ungeplanter Moment, aber wir hatten alle unseren Spaß.



Natürlich konnten wir anschließend nicht mit leeren Händen zurück ins  Camp gehen. Wir kauften einige schöne Stoffe und einen wirklich gelungenen, aus Holz geschnitzten Gorilla. Ein passenderes Souvenir für unseren Aufenthalt in Bwindi hätten wir wohl kaum finden können.

Zurück im Camp wurde es dann ernst. Wir packten unsere Rücksäcke für das Gorilla-Trekking am nächsten Morgen. Wasser, Snacks, Regenjacken, Handschuhe, Nüsse und unsere Kameras, alles musste bereitliegen. Beim Abendessen versuchten wir, uns noch einmal zu entspannen. Das Essen war ganz gut, aber lange blieben wir nicht sitzen. Wir wollten früh ins Bett, denn schließlich sollten wir am nächsten Morgen fit sein.

Bei Thomas war die Vorfreude vermutlich größer als die Nervosität. Bei mir war es genau umgekehrt. Ich lag später im Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Zum einen lag das definitiv an dieser unbequemen Matratze. Zum anderen kreisten meine Gedanken ständig um den nächsten Tag. Ich hatte keine Ahnung, was uns erwartete. Wie steil würde es werden? Wie lange müssen wir laufen?  Würden wir durch Schlamm und dichtes Unterholz klettern? Und vor allem, finden wir die Gorillas überhaupt? Hoffentlich würden wir eine möglichst leichte Strecke bekommen, denn wir hatten Angst, dass wir nicht fit genug sind. Mit diesen Gedanken lag ich noch lange wach und ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der nächste Tag ganz anders werden sollte, als ich ihn mir vorgestellt hatte.

Teil 1128. Sept. 2026

Teil 11 - Gorilla-Trekking 07.01.26 – Machen wir das jetzt wirklich?


Der Wecker klingelte pünktlich um 6.30 Uhr und ich fühlte mich, als hätte jemand die Batterie meines Gehirns entnommen. Hundemüde, kaum ausgeruht, kroch ich trotzdem aus dem Bett, denn heute stand Gorilla Trekking auf dem Plan. Irgendetwas in mir flackerte zwischen Nervosität, Vorfreude und dem unbändigen Wunsch, einfach weiterzuschlafen.

Nach dem Frühstück brachte Peter uns um 7.30 Uhr zum Gorilla Trekking Center. Wir registrierten uns und begaben uns in den Briefing-Room. Dann ging es los. Eine lokale Gesangs- und Tanzgruppe aus Ruhija begrüßte uns mit traditioneller Musik. Leuchtende Gewänder, Trommeln und mitreißende Rhytmen müßten die Vorfreude auf das Trekking merklich steigern. Ich wurde nur immer nervöser und konnte mich gar nicht auf den Tanz konzentrieren.


Das Briefing war sachlich: Abstand halten, leise sein, Gorillas nicht berühren usw.... Die Gruppen wurden eingeteilt, wir bekamen unseren Guide, zwei bewaffnete Ranger und eine Gorilla-Familie zugeteilt – unsere war die Oruzogu-Familie. Wir stellten uns untereinander vor und wurden gefragt, ob wir einen Porter und Stöcke benötigen. Wir hatten zwar unsere Walkingstöcke dabei, doch Peter meinte, dass sie nicht so gut geeignet wären. Da wir die Menschen der umliegenden Dörfer unterstützen wollten, nahmen wir zwei Porter. Zum Glück. Von den 8 Teilnehmern waren wir die Ältesten. Die anderen waren mindesten 20 Jahre jünger.  Ach so, aus euren Reiseberichten wussten wir, dass stichfeste Handschuhe und Gamaschen sinnvoll wären. Vorab, das waren sie auch. Danke für die Info. 

Die Tracker hatten in der Früh unsere Gorillafamilie schon ausfindig gemacht. So fuhr Peter uns mit einem der Ranger zum Einstiegspunkt. Die anderen unserer Gruppe folgten. Bevor es losging, wünschte Peter uns Glück. 


Gemeinsam mit unseren Guides und den Portern machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging es leicht bergab. Der Weg führte immer tiefer in den dichten Wald hinein. Wir zogen unsere Handschuhe an. Durch üppiges Grün und teilweise rutschiges und unwegsames Gelände ging es schließlich steil bergab. Die Porter passten auf wie Adler, während der Abstieg problemlos an mir vorbeizog, wusste ich im Hinterkopf natürlich, was wir jetzt hinuntergehen, müssen wir später auch wieder hinauf.


Dann kam der Moment, auf den man wartet. Wir erreichten die Tracker auf einer kleinen Lichtung im Tal. Büsche und Gras standen hoch. Ich konnte noch keinen Gorilla entdecken. Wir mussten unsere Masken anziehen und unser Guide führte uns ein paar Schritte weiter. Plötzlich stand bzw. lag er da, der Silberrücken, nicht drei Schritte von mir entfernt, entspannt im Gras und den Morgen genießend. Unfassbar nah. Ehrfurcht legte sich wie ein leichter Schatten über mich. So ein riesiges, ruhiges Tier direkt vor uns, einfach unglaublich. Ich wagte kaum zu atmen. Es war ein unglaublicher Moment!



Ein paar Meter weiter, der Rest der Familie mit ihrem Nachwuchs. Die Kleinen waren voller Leben. Sie schaukelten an einer Liane, purzelten die Böschung runter, tobten, neckten und rauften. Die Mamas ließen sich davon wenig beeindrucken. Der Silberrücken brummte gelegentlich, doch den Kleinen schien das egal zu sein. Jedes Detail, jeder Blick war faszinierend.








So lange hatten wir uns auf diesen Augenblick gefreut, und nun saßen diese faszinierenden Tiere tatsächlich nur wenige Meter von uns entfernt. Man steht da, schaut ihnen zu und kann kaum glauben, dass man gerade mitten in ihrem Lebensraum ist. Es war aufregend, berührend und gleichzeitig irgendwie ganz still. Am liebsten hätte ich einfach ewig dort sitzen und beobachten wollen. Zwischendurch wechselten wir die Plätze, damit jeder mal näher an die einzelnen Tiere rankam. 


Doch irgendwann hieß es Aufbruch. Die Stunde in ihrer Gegenwart verging wie im Flug. Viel zu schnell war Schluß.  Jetzt begann der Teil, vor dem wir schon vorher Respekt hatten. Denn nun mussten wir den gesamten Weg wieder zurück und diesmal ging es berauf. Der Aufstieg war steil, der Weg fordernd, aber die Porter halfen enorm. Ich weiß nicht, ob wir ohne sie den Rückweg geschafft hätten. Jedenfalls nicht in dem Tempo, das vorgelegt wurde. Die Beine wurden schwerer, der Weg schien plötzlich viel steiler als auf dem Hinweg. Jeder Höhenmeter machte sich bemerkbar. Jetzt waren wir besonders froh, unsere Porter dabeizuhaben. Sie halfen uns, wo sie konnten und machten den Rückweg damit ein gutes Stück leichter. Aber dann war es geschafft. Müde, erschöpft und ziemlich außer Atem kamen wir wieder oben an. Trotz aller Anstrengung überwog eindeutig der Stolz. Wir hatten es geschafft! Wir hatten die Gorillas gesehen und die Tour gemeistert.


Mein besonderer Dank galt Moses, meinem Porter. Ich nahm ihn spontan in den Arm und bedankte mich herzlich bei ihm. Ohne seine Unterstützung wäre der Rückweg für mich sicherlich noch einmal deutlich härter gewesen. Natürlich bekam er auch ein entsprechendes Trinkgeld, das hatte er sich mehr als verdient.

Zum Abschluss gab es für uns noch eine Urkunde als Erinnerung an dieses ganz besondere Abenteuer. Ein kleines Stück Papier, das für uns aber eine riesige Erinnerung an diesen Tag bedeutet.

Obwohl wir genügend Wasser mitgenommen hatten, war kurz vor Ende das Wasser alle. Doch Peter hatte wie immer genügend Flaschen an Bord. Auch er freute sich über unseren Erfolg.

Und während wir später darüber nachdachten, musste ich an meine anfänglichen Zweifel zurückdenken. Ich hatte mich gefragt, ob wir uns diese Tour wirklich zutrauen sollten. Nun waren wir uns einig. Wir waren froh, dass wir es jetzt gemacht hatten. Denn wer weiß, ob wir in drei oder vier Jahren noch einmal einen solchen Weg geschafft hätten. Deshalb unser Rat. Nichts aufschieben. Wenn ihr die Möglichkeit habt und ihr ein solches Abenteuer erleben wollt, dann macht es so früh wie möglich. Dieses Erlebnis möchten wir jedenfalls niemals missen.


Im Gorilla Mist Camp gab es verspätet Lunch. Danach gönnten wir uns eine Pause, ließen die Beine entspannen und atmeten die klare Luft tief ein. Ein wenig Faulenzen stand auf dem Plan, doch wir nutzten die Zeit auch, um die Eindrücke Revue passieren zu lassen, Fotos per whatsapp an die Kinder zu schicken, zum Telefonieren mit unserer (Schwieger-)Mutter und zum Waschen unserer völlig verschwitzten Kleidung.

Beim Abendessen hatte am Nachbartisch jemand Geburtstag. Das Personal brachte ein Geburtstagsständchen mit Kuchen. Es ist herrlich, wie die Afrikaner singen können. Wir zwei Gospelchorsänger sind immer wieder begeistert. Wir schliefen diese Nacht wie Steine. Vielleicht lag es am Glück, an der heutigen Anstrengung oder vielleicht an dem Erlebnis, das noch lange in uns nachhallen wird.

Teil 1230. Sept. 2026

Teil 12 - Arcadia Lodge 08.01.26 – Hier wären wir gerne länger geblieben.


Da wir gestern Abend offenbar noch ganz unter dem Eindruck unseres aufregenden Tages standen, waren wir so schnell eingeschlafen, dass ich heute Morgen sogar vor dem Wecker wach wurde. Heute hieß es wieder Sachen packen und weiter zur Arcadia Lodge.

Um 7.30 Uhr saßen wir pünktlich im Auto. Als wir am Gorilla Trekking Center vorbeikamen, herrschte dort schon wieder reges Treiben. Ich musste unwillkürlich lächeln und schaute noch einmal zurück. Die Erinnerung an unser gestriges Gorilla-Erlebnis waren noch ganz frisch und ich war immer noch glücklich und ein bisschen überwältigt von dem, was wir erleben durften.


Wie schon auf dem Hinweg hatte Peter ein gutes Gespür dafür, wo es sich lohnte anzuhalten. Wann immer wir eine schöne Stelle entdeckten, stoppte er. Irgendwann machte er uns den Vorschlag, wir könnten doch einfach ein Stück zu Fuß gehen. Er würde langsam mit dem Auto folgen. Gesagt, getan! Wir stiegen aus und machten uns zu Fuß auf den Weg. Und plötzlich war da wieder dieses ganz besondere Gefühl. Afrika pur. Der Wald duftete herrlich, überall zwitscherten die Vögel und statt Motorengeräusche hörten wir nur die Geräusche des Waldes. Der dichte Urwald schloss sich um uns, und immer wieder gab es zwischen den Bäumen kleine Ausblicke auf die Landschaft.



Der Turako schien auch den Regenwald zu genießen.

Wir genossen diesen Spaziergang. Nach einer halben Stunde tauchte Peter wieder mit dem Auto hinter uns auf. Schweren Herzens stiegen wir ein. Wir hätten ruhig noch ein ganzes Stück weiter laufen können, aber wir mußten weiter. 

Kurz vor der Arcadia Lodge kamen wir an einem Steinbruch vorbei. Was wir dort sahen, beschäftigte uns noch eine ganze Weile. Familien mit ihren Kindern saßen dort und bearbeiteten von Hand die Steine. Mit einfachen Werkzeugen wurden sie Stück für Stück zu kleinen Kieseln zerschlagen.



Wir fragten Peter, warum diese Arbeit nicht einfach von Maschinen übernommen würde. Seine Antwort war nachzuvollziehen. Die Menschen lebten von dieser Arbeit. Würden Maschinen eingesetzt, hätten die Familien kein Einkommen mehr. So hart und mühsam diese Arbeit auch ist, für die Menschen vor Ort bedeutete sie immerhin eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wieder einmal wurde uns bewusst, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen hier und bei uns sind.


Nur wenige später, um 11.15 Uhr erreichten wir schließlich die Arcadia Lodge. Unsere Chalet war noch nicht fertig gesäubert, deshalb machten wir es uns erst einmal auf der schönen Holzterasse gemütlich und tranken mit Peter einen afrikanischen Tea und Cappuccino.



Schon beim ersten Blick von der Lodge auf den See waren wir begeistert. Sie liegt wunderschön auf einer Anhöhe und bietet einen fantastischen Blick über den Lake Bunyonyi mit seinen unzähligen kleinen Inseln. Vor uns lag der See wie ein riesiges grünes und blaues Puzzle. Eine Aussicht, an der man sich kaum sattsehen konnte.


Wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Doch dann durften wir endlich unsere Häuschen beziehen und jetzt kamen wir aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus. Zuerst betraten wir ein kleines, gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer mit einem großen Fernseher. Den hatten wir auf unserer Reise bisher ehrlich gesagt überhaupt nicht vermisst. Über drei Stufen gelangten wir in das offene Schlafzimmer. Die Betten sahen nicht nur fantastisch aus, sie waren es auch. Dahinter befand sich ein riesiges Badezimmer mit zwei Waschbecken, einer Badewanne, Dusche und Toilette. Kaum zu glauben, damit hätten wir hier nicht gerechnet.


Vor unserem Häuschen befand sich eine große Terrasse mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem traumhaften Blick über den See. 



Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung. Also machten wir zunächst einen kleinen Spaziergang und ließen die Eindrücke der Lodge und der Umgebung auf uns wirken. Wir hatten die Gelegenheit einmal in Ruhe zu filmen und zu fotografieren. Der Lake Bunyonyi heißt nicht umsonst übersetzt "Ort der vielen kleinen Vögel". 

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Später widmete sich Thomas seinen Fotos und ich kam auf dieser Reise tatsächlich zum ersten Mal dazu, mein Buch zu lesen. Ein kleines Stück Urlaub im Urlaub.


Abendstimmung


Am Abend erwartete uns dann noch ein kulinarisches Highlight, Rinderfilet. Und was für eines ! Zart, perfekt zubereitet und einfach köstlich. Unser einstimmiges Urteil: Mit eines der besten Essen auf dieser Reise. Was für ein schöner Abschluss eines Tages, der eigentlich ganz unspektakulär mit frühem Aufstehen und Kofferpacken begonnen hatte.

Teil 1303. Okt. 2026

Teil 13 -  Lake Mburo NP – 09.01.26

Am heutigen Morgen mußten wir die schöne Arcadia Lodge wieder verlassen. Gerne wären wir noch ein bisschen geblieben. Nach dem Frühstück fuhren wir weiter zum Lake Mburo Nationalpark.

Vorbei an Ananasplantagen sahen wir, daß die Ananas direkt am Boden wächst. Eine Art Staude mit langen, spitzen Blättern, aus deren Mitte die Frucht wächst. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Tja wieder mal etwas schlauer geworden.


Weiter ging es vorbei an Tälern und Feuchtgebieten. Die Böden dort bieten perfekten tonhaltigen Lehm, aus dem Ziegelsteine hergestellt werden. Er wird mit Wasser vermischt, gestampft und  in eine Holzform gestrichen. Wir sahen große aufgestapelte Ziegelöfen und etliche Reihen von Ziegelsteine, die in der Sonne getrocknet wurden.


Weiter in Mbarara erreichten wir den Ntungamo Central Market. Peter erklärte uns, dass es einer der wichtigsten Märkte für Kochbananen ist. Vor dem Markt sahen wir zum wiederholten Mal ein riesig großes Wahlkampfplakat der Regierungspartei NRM mit dem Gesicht von Präsident Yoweri Museveni. Die Plakate von Museveni verfolgten uns schon seit Entebbe.

Die Wahlkampagnen im Januar 2026 konnten wir überall spüren. Die Bevölkerung trug ihre Hoffnung lautstark mit Trommeln, Gesang und Tänzen direkt auf der Straße vor. Es war festlich und farbenfroh. Wir beobachteten ausgelassene und fröhliche Menschen  sowie die politische Anspannung und Militärpräsenz im Hintergrund. Große Lastwagen oder Pickups der Parteien NRM (Museveni) und NUP (Bobi Wine) fuhren mit riesigen Lautsprechern durch Städte und Dörfer, spielten ohrenbetäubende Musik und hielten über Megafone ihre Reden.


Als wir das Ishanyu Food Centre erreichten, legten wir eine Pause ein. Peter schlug uns ein Getränk vor, dass wir noch nicht kannten. Es wird aus der Frucht Soursop (Stachelannone) hergestellt und schmeckt wie eine Mischung aus Erdbeeren, Ananas und etwas Zitrone. Sehr lecker, schade, dass wir es nicht schon früher probiert hatten.


Unterwegs kauften wir Gemüse und Mangos am Straßenrand und passierten das Nashara-Gate. Wir fuhren durch offenes Grasland mit Rinderherden, Zebras und Antilopen. Peter erzählte, dass der Lake Mburo NP  der einzige Park in Uganda ist, wo die Wildtiere und die Rinder, durch ein Abkommen der UWA mit der lokalen Bevölkerung, offiziell nebeneinander grasen dürfen. Wegen der offenen Grenzen wandern die Wildtiere bis an die Parkränder. Gelegentlich reißen Leoparden Schafe, Ziegen oder Kälber. Früher hatten die Bauern die Kadaver oft mit giftigen Pestiziden präpariert, so daß die Leoparden qualvoll starben. Dadurch wurden die Löwen im Park ausgerottet und die Leoparden- sowie Hyänenbestände stark dezimiert.

Deswegen gründeten die Besitzer der Mihingo Lodge den Mihingo Conservation Community Deverlopment Fund. Wird ein Riss gemeldet, bekommen die Bauern eine Entschädigung. Durch dieses privat finanzierte Projekt, auch gestützt durch die Übernachtungsgäste, konnte sich die Population der Leoparden erholen.

Wir fuhren zur Mihingo Lodge durch eine Ebene, die von Hügelketten eingerahmt war. Bald wurde das Gelände höher und das Buschwerk dichter. Impalas und Warzenschweine kreuzten unseren Weg. Die Granitfelsen, auf der sich die Mahingo Lodge befindet, tauchten vor uns auf. Wir verließen die Ebene und fuhren den steilen Felsen hinauf bis zum Parkplatz. Von hier aus liefen wir den Hang hinauf zum Empfang. Vom offenen Hauptgebäude schauten wir auf einen schönen Pool und auf ein künstlich angelegtes Wasserloch, an dem Zebras, Impalas und Pavianne tranken. Das Tal, durch das wir gekommen waren, lag vor uns.



Wir wurden herzlich begrüßt und bekamen noch ein verspätetes Mittagessen. Anschließend bezogen wir unser Chalet „Kingroom“. Von unserer Terrasse sahen wir ebenfalls weit über den Park und zum Wasserloch. Das Chalet war großzügig, das Bad mit dem Fels in der Mitte, der als Duschwanne diente, war etwas gewöhnungsbedürftig. Sah aber zweifellos eindrucksvoll aus.



Um 16 Uhr starteten wir mit Peter unseren Game Drive. Ein Nerina Trogon saß kurz sichtbar unterhalb der Lodge. Ich konnte ihn mit der Videokamera nur ganz kurz erwischen. In der grünen Buschlandschaft begegneten uns Zebras, Büffel, Giraffen, Warzenschweine, Elenantilopen, Leierantilopen, Impalas, Paviane, zahlreiche Vögel und wieder Giraffen, Zebras...... 






Zum Dinner kehrten wir zurück. Das Essen war auch hier sehr gut und wir ließen den Tag auf der Terrasse bei einem Amarula ausklingen. 


Teil 1404. Okt. 2026
Teil 14 - Lake Mburo NP - 10.01.26


Nach einem kurzen Kaffee mit Keksen holte Peter uns, wie verabredet, um 7.00 Uhr am Parkplatz ab. Gemeinsam fuhren wir zum Gate des Lake Mburo NP. Die Mihingo Lodge liegt nur wenige Kilometer außerhalb des Parks. Dort stieg eine Rangerin zu, die uns auf unserer heutigen Walking-Safari begleiten würde, und schon wenig später waren wir unterwegs im Park. Nach den zahlreichen Tiersichtungen am Vortag waren wir gespannt, welche Überraschungen der Park heute für uns bereithalten würde.


In einiger Entfernung sahen wir eine größere Gruppe Giraffen und stiegen aus. Langsam näherten wir uns den stattlichen Tieren. Sie zeigten keine Furcht. Wahrscheinlich haben sie sich an uns neugierige Menschen gewöhnt. Thomas war begeistert. Wir haben zwar schon einige Walking-Safaris in Südafrika gemacht, aber so nah waren wir den Giraffen noch nie. Direkt vor Thomas standen zwei Giraffen. Ich beobachtete die Szene und es war nicht klar, wer jetzt sein Gegenüber bestaunte. Thomas die Giraffen – oder die Giraffen Thomas? Ganz ruhig und scheinbar völlig unbeeindruckt bewegten sie sich langsam und um uns herum. So kurz vor ihnen und nah an ihren langen, stelzenartigen Beinen wirken sie noch viel größer als man sie sich ohnehin vorstellt. Fast eine Dreiviertelstunde blieben wir bei ihnen.

 


Irgendwann führte uns die Rangerin weiter durch den Park. Vorbei ging es an Zebras, Antilopen und Affen, bis wir erneut auf eine große, weit verstreute Gruppe Giraffen trafen. Offenbar hatten wir heute einen ausgesprochen guten Giraffen-Tag erwischt. Peter erklärte uns später, das einige Rothschild-Giraffen 2015 aus dem Murchison-Falls-NP in den Lake Mburo NP umgesiedelt wurden. Es sollte der Bestand wiederhergestellt werden, um den Tourismus zu fördern. Inzwischen ist die Herde im Park auf ca. 100 Tiere gewachsen.








In einiger Entfernung wartete bereits Peter auf uns, um uns wieder abzuholen. Doch kurz bevor wir das Auto erreichten, wurde es noch einmal richtig spannend. Nur 50 Meter entfernt entdeckten wir Büffel an einem Wasserloch. So friedlich das Ganze auch aussah, bei Büffeln weiß man schließlich nie. Sie gelten nicht ohne Grund als durchaus gefährliche Tiere. Also beschlossen wir, lieber kein unnötiges Risiko einzugehen und gingen vorsichtig und mit angemessenem Respekt die letzten Meter bis zum Auto.

 


Was für ein Erlebnis! Eine Walking-Safari ist noch einmal etwas ganz anderes, als die Tiere bequem aus dem Auto heraus zu beobachten. Wenn man zu Fuß mitten in dieser beeindruckenden Natur unterwegs ist, nimmt man die Umgebung ganz anders wahr. Man spürt förmlich, wie klein man selbst eigentlich ist und gleichzeitig, wie großartig und lebendig diese Welt ist. Wir waren am Ende einfach nur glücklich, beeindruckt und ein bisschen ehrfürchtig.


Zurück in der Lodge genossen wir eine ausgiebiges Frühstück. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung und so ließen wir uns auch viel Zeit. Wir beobachteten vom Frühstückstisch aus lange die Tiere, die zum Wasserloch kamen. Da wir aber wieder Hummeln unterm Hintern hatten, wollten wir zum Wasserloch wandern. Leider war das aber nicht mehr erlaubt. Aufgrund der Erholung des Wildtierbestandes wird das Wasserloch direkt unterhalb der Lodge häufiger von Büffelherden und Leoparden genutzt. Deswegen hat die Parkbehörde und das Lodge-Management die Reißleine gezogen.

 

Wir liefen stattdessen bis zu den Pferdestallungen, die sich etwas abseits vom Hauptgebäude befinden auf dem Mihingo Walk, also auf dem Rundweg zwischen Hauptgebäude, Tennisplatz und Pferdeställe. In der Nähe des Tennisplatzes roch es unangenehm nach Aas. Da sich um der Lodge ein Leopard aufhalten sollte, sind wir sicherheitshalber zurückgelaufen und zur anderen Seite der Lodge gewandert bis zum letzten Zelt „Klippspringer“, weiter über den dahinter liegenden flachen Felsen und einen kleinen Weg entlang. Der Weg ging abwärts, wahrscheinlich zum Wasserloch, also drehten wir auch hier wieder um. Abends beim Dinner, erzählte uns der Gast des Klippspringer-Zeltes, dass er uns gesehen hatte und einige Zeit vorher einen Leoparden. Wir hatten nichts gesehen und auch nichts bemerkt.

 



Pünktlich zum Lunch waren wir wieder zurück und überlegten, ob wir danach kurz in den Pool springen sollten. Gesagt getan, nach dem Essen gingen wir uns umziehen und machten es uns am Pool bequem. Nebenbei genossen wir den Blick auf das Wasserloch. wo sich immer wieder die verschiedensten Tiere aufhielten.



Um 17.45 Uhr holte Peter uns ab und wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, was er für uns vorbereitet hatte. Auf dem Felsen neben unserem Chalet standen bereits ein Tisch und Stühle bereit, mit einem wunderbaren Blick auf die umliegende Landschaft, von dem aus wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Peter schenkte uns allen ein Glas Wein ein und voller Vorfreude machten wir es uns gemütlich. Was für eine schöne Überraschung.



Eigentlich braucht es für so einen Moment gar nicht viel. Man sitzt einfach da, trinkt Wein, unterhält sich, lässt den Blick schweifen und schaut in die riesige, weite Landschaft rund um die Mihingo Lodge. Es wurde erzählt, gelacht und noch einmal über die Erlebnisse der vergangenen Tage gesprochen. Dabei kamen natürlich auch einige Geschichten auf den Tisch, die uns vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben würden.

 

Der Sonnenuntergang selbst fiel an diesem Abend leider etwas unspektakulär aus. Es war zu dunstig, sodass die Sonne keinen großen Auftritt hinlegen konnte. Aber auch das hatte seinen ganz eigenen Reiz. Mit zunehmender Dämmerung verschwammen die Konturen der Landschaft immer mehr und alles wirkte wie in Watte gepackt.

 

Vorsichtig machten wir uns schließlich an den Abstieg vom Felsen. Ich war dabei besonders vorsichtig. Ich vertrage nicht viel Alkohol und so hatte der Wein bei mir nicht lange auf sich warten lassen und war bereits deutlich zu spüren. Im Schein unserer Taschenlampen tasteten wir uns Schritt für Schritt über die unebenen Steine. Jeder setzte seine Füße mit Bedacht, denn ein falscher Tritt hätte uns womöglich schneller nach unten befördert, als uns lieb gewesen wäre.

Während wir beim Abendessen saßen wurde uns langsam bewusst, dass die nächste Etappe bereits unsere Rückkehr nach Kampala sein würde. Damit rückte auch das Ende unserer Reise immer näher. Nach all den Erlebnissen der vergangenen Tage war dieser Gedanke irgendwie ungewohnt.

Teil 1508. Okt. 2026

Teil - 15  - 11.01.26 Zurück nach Kampala


Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns für die Weiterfahrt bereit. Peter kümmerte sich wie gewohnt um den Ablauf uns sorgte dafür, dass alles seinen Platz fand. Viel Zeit zum Trödeln blieb uns nicht, denn vor uns lag eine längere Strecke zurück in die Hauptstadt.

Ein letzten Gruß bekamen wir von diesem niedlichen Klippschliefer. Eigentlich hatte hier ich am Abend zuvor auf ein Buschbaby gehofft, da es an dieser Stelle wohl häufiger zu sehen ist. 


Die Fahrt fühlte sich etwas anders an als die bisherigen Etappen. Noch einmal zogen Landschaften, Dörfer und Menschen an uns vorbei, während wir allmählich realisierten, dass unsere gemeinsame Zeit mit Peter bald zu Ende sein würde.


Unterwegs kamen wir an einer Unfallstelle vorbei, die uns alle sofort aufmerksam werden ließ. Ein Kleinbus war von der Straße abgekommen und lag umgekippt im Graben. Helfer waren bereits vor Ort und versuchten, die Insassen vorsichtig aus dem Fahrzeug zu befreien. Für einen Moment wurde es im Wagen ganz still, während wir an der Unfallstelle vorbei fuhren. Wir fragten uns, wie lange es dauern würde, bis professionelle Hilfe kommen würde. Und wie schnell könnte ein Verletzter tatsächlich medizinisch versorgt werden?

Wir fragten Peter danach. Seine Antwort war für uns zunächst ziemlich erschreckend. Er erklärte uns, dass man gerade außerhalb der größeren Städte nicht unbedingt damit rechnen könne, dass kurzfristig ein Rettungswagen vor Ort sei. Im Ernstfall müsse man sich zunächst selbst darum kümmern, einen Verletzten zu einem Krankenhaus oder einer anderen geeigneten medizinischen Einrichtung zu bringen. Rettungsfahrzeuge seien vor allem in ländlichen Gegenden nicht überall verfügbar, und auch die Wege zu geeigneten Krankenhäusern könnten weit sein. Dass für solche Transporte teilweise private Fahrzeug oder andere improvisierte Möglichkeiten genutzt werden, ist in Uganda tatsächlich ein bekanntes Problem.

Auf dieser Straße war der Unfall. Ich hatte ihn aber nicht gefilmt.


Uns war natürlich schon vorher klar gewesen, dass wir uns hier nicht darauf verlassen konnten, im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit sofort professionelle Hilfe zu bekommen. Aber zu wissen, dass diese Sicherheit nicht selbstverständlich ist und es dann tatsächlich so unmittelbar vor Augen geführt zu bekommen, war noch einmal etwas ganz anderes. Die Unfallstelle und Peters Erklärungen machten uns bewusst, wir schnell eine solche Situation ernst werden konnte und wie sehr man im Notfall zunächst auf sich selbst und die Hilfe anderer angewiesen sein konnte. Besonders auf den langen und teilweise abgelegenen Strecken, die wir während unserer Reise zurücklegten, konnte ein medizinischer Notfall deshalb eine ganz andere Dimension bekommen.


Direkt am Äquator legten wir eine wohlverdiente Pause ein. Es ist schon ein besonderes Gefühl, an dem Ort zu stehen, der die Nord- und Südhalbkugel der Erde voneinander trennt. Das markante Denkmal und die gelbe Linie auf dem Boden luden natürlich sofort zu den obligatorischen Erinnerungsfotos ein.

Interessant war ein Experiment mit Wasser und Blüten direkt auf der Äquatorlinie. Uns wurde gezeigt, wie sich das Wasser je nach Halbkugel verhält. Es wurde Wasser in eine Schale gegossen und eine Blüte hineingelegt. Nachdem das Wasser in der Mitte der Schale abgelassen wurde, drehte sich die Blüte an der nördlichen Seite im Uhrzeigersinn. Ein paar Meter nach Süden auf der anderen Seite, drehte sie sich genau andersherum. Direkt auf der Äquatorlinie floss das Wasser ganz gerade ab und die Blüte drehte sich nicht. Interessant, diesen Unterschied so nah beieinander zu sehen.


Bevor wir uns dem kulinarischen Teil des Stopps widmeten, schlenderten wir durch die bunten Souvenirläden am Straßenrand. Die Regale waren vollgepackt mit regionaler Handwerkskunst, kunstvoll geschnitzte Holzfiguren, bunte Textilien, Gemälden, Schalen, Körben, traditioneller Schmuck und vieles mehr. Wir hatten aber unterwegs schon genügend Mitbringsel gekauft und benötigten nichts mehr.

Zum Abschluss des Stopps ließen wir uns eine leckere Pizza schmecken, bevor wir die Weiterreise antraten.


Auf dem Weg weiter nach Kampala kamen wir an Mpambire vorbei, einem Ort, der für seine traditionelle Trommelherstellung bekannt ist. Entlang der Straße gibt es Werkstätten und Stände, an denen die Trommeln noch von Hand gefertigt und anschließend zum Verkauf angeboten werden. Leider hatten wir dieses Mal keine Zeit, dort anzuhalten und uns die Herstellung genauer anzusehen. Dabei wäre das durchaus interessant gewesen. Man kann den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen, sich erklären lassen, wie die Trommeln entstehen und teilweise sogar selbst Hand anlegen und eine eigene Trommel herstellen.

Das haben wir uns auf jeden Fall für eine nächste Reise vorgemerkt. Besonders Thomas wäre davon begeistert gewesen, denn er trommelt selbst sehr gerne. Eine solche Werkstatt einmal in Ruhe zu besuchen wäre für ihn sicherlich ein besonderes Erlebnis.


Schließlich erreichten wir Kampala. Je näher wir ins Stadtzentrum kamen, desto voller wurden die Straßen. Überall waren Autos, Busse und vor allem unzählige Boda-Bodas unterwegs, die sich durch den dichten Verkehr schlängelten. Für uns war schnell klar, dass wir froh waren, nicht selbst durch Kampala fahren zu müssen. Der Verkehr wirkte auf uns sehr unübersichtlich und ziemlich chaotisch, da sich die Fahrzeuge ihren Weg durch die engen Lücken suchten und ständig neue Situationen entstanden. Umso entspannter konnten wir uns zurücklehnen und Peter das Fahren überlassen.


Im  Via Via angekommen, bekamen wir schnell unser Zimmer und Peter half uns, alle unsere Sachen aus dem Auto zu holen. Da am nächsten Tag noch unsere letzte Tour zum Lake Victoria anstand, wollten wir am folgenden Tag noch einmal in Ruhe schauen, ob wir nichts im Auto vergessen hatten.


Wir verabschiedeten uns für den Abend von Peter, wussten aber, dass wir uns am nächsten Morgen noch einmal sehen würden, da er uns für unsere Tour zum Lake Victoria abholen wollte. Nachdem Peter sich auf den Heimweg  gemacht hatte, gingen wir auf die schöne Terrasse der Bar und genossen ein leckeres Abendessen. Zum  Abschluß des Tages durfte natürlich auch unser obligatorischer Absacker nicht fehlen, selbstverständlich ein Amarula. Wir freuten uns auf den nächsten Tag und unsere Tour, in der Hoffnung, morgen einen der seltenen Schuhschnabel zu sichten.

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