GinaChris4'984 Beiträge · seit 201607. Nov. 2022 ·
Sorry Panther, aber ich muss da jetzt auch ansprechen, zu welcher, sich stetig entwickelnden Gefahr die Löwen in Mabua schon geworden sind! Soziale Netzwerke sind voll von Leuten die "auch mal die Löwen so nah erleben wollen", und dort unbedingt hin müssen. Die Löwen in Mabua haben offenbar bereits jede natürliche Scheu vor den Menschen verloren; kein Wunder, werden ihnen doch allabendlich Wasserschüsseln und Grillreste fürs beste Foto bereitgestellt. Eine Frage der Zeit, bis etwas passiert für das die Löwen keine ursächliche Verantwortung, wohl aber die Konsequenzen tragen werden müssen...
Na toll! Schon die zwei nerven mich, da sie das Bodenzelt offen gelassen haben! Ein absolutes NoGo! Abgesehen davon dass man weder Skorpione noch Schlangen noch andere Tiere daran hindert ins Zelt zu gelangen so zeigt man so auch den Raubtieren das Zelte innen hohl sind und man rein kann! Da ist es nur eine Frage der Zeit bis es tote Touris gibt...da nützt dann auch ein Canvaszelt nichts! Das erinnert mich wieder an die Diskusion mit unserem Guide, ob ein Bodenzelt blickdicht geschlossen oder nur mit dem Moskitonetz geschlossen sein muss. Er hat sich anfangs über meine Meinung (blickdicht verschlossen, wie ich es in Tansania gelernt habe) amüsiert, bis unser Koch nachts Löwen bei sich im Zelt hatte! Von da an hiess es auch von Seiten des Guides dass die Zelte blickdicht geschlossen sein müssen.
Und dann liest man noch von Idioten, die Wasser und Grillreste liegenlassen... Muss wirklich erst jemand sterben bis sich die Leute mal dran erinnern dass die afrikanische Wildniss kein Streichelzoo ist?
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200708. Nov. 2022 ·
Das Haupt Problem in Mabuasehube sind die A-frames und die Wasseranschlüsse an den camp sites. Diese Meinung vertreten zumindest diejenigen die die Gegend gut kennen. Die Löwen integrieren seit Jahren die beiden Annehmlichkeiten in ihrem Leben. Schatten von den Holzstrukturen mit Blick aufs Menü unten in der (Salz) Pfanne und undichte tropfende Wasserhähne auf mundgerechter Höhe gegen den Durst in der Trockenzeit. Meine Idee man könnte Unterschriften sammeln setzte ich aufgrund mangelnder Energie nicht um. Aber ich bin überzeugt davon dass das entfernen der A-frames und der Wasserleitungen an den als "wild" camp sites bezeichneten Stellplätzen das Problem grossflächig beheben könnte. Und es würde Denkanstösse geben. Heute benutzen Löwen unbelegte Plätze das Jahr über und bleiben natürlich auch wenn Besucher drauf sind in der Nähe. Ohne A-frames und Wasser wäre ja nichts interessantes da, und Besucher würden mit ihrem Wasser sparen. Ein ähnliches Beispiel gibt's ja in den Duschschnecken in der CKGR. Dort schleifen Löwen auch mal ihre Beute rein um gemütlich und ungestört daran zu knabbern.
Gruss Leona
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201615. Nov. 2022 ·
Ein wunderbares Beispiel für "Selfie mit Löwe" aus Mabua/fb DriveBots Den Namen dieser Person habe ich bewusst weggelassen; den darf jeder für sich selbst auswählen...
16:00, man verlässt die Dusche und entdeckt in 30 Metern (!) Entfernung einen Löwen. Ist doch eine nette Gesellschaft fürs anschließende Grillen...
Ein Löwe erreicht im Sprint bis zu 80 km/h. Ohne eine Reaktionszeit zu beachten, wäre er also in 1,35 Sekunden bei der Person am Foto...
10.November um 17:21 Mpaya 1 campsite - mabuasehube - Kalahari - Botswana. This is wild camping with only 3 spots in a huge area. Each campsite has a small shower and a longdrop toilet. This thirsty guy surprised me 30m. away walking towards me, while I went out from the shower at 4pm. He seemed relaxed and only wanted the excess water from my bath in the drain. He laid down 30m. from us and watched us having dinner behind the car. We kept an eye on him and he couldn´t care less about our lambchops Mpaya 1 The picture is taken 1 min. after I left the shower.
TAtacitus1'135 Beiträge · seit 202215. Nov. 2022 ·
Begegnungen „zu Fuß“ bis nächtliche Besuche im Camp sind immer schon vorgekommen und gehören für die Afrikaverrückten zu den schönsten Urlaubslebnissen, für Profis zum Berufsalltag und für Einheimische zur täglichen Herausforderung. Man ist daran gewöhnt, folglich entsteht nicht zwangsläufig ein unkontrollierbares Risiko, wenn man Regeln kennt und einhält. Dazu muss man diese aber kennen, die Erfahrungen dazu gesammelt haben… das dauert. Wenn sich aber recht unbedarfte Leute des Risikos nicht bewusst sind und sich so sorglos, besser deppert, verhalten wie im VideoSelfie dargestellt, kann/könnte es auch schiefgehen….. irgendwann.*) Die sozialen Medien, also auch Foren wie dieses, leisten mE einen enormen (negativen) Beitrag zur Entstehung solcher Situationen, weil sie suggerieren, dass potenziell gefährliche Wildtiere nämlich eh „relaxed“ sind und sich jeder einbildet, dass sich alles nur im augenblicklichen Blickfeld abspielt und man sich nicht bewusst ist, wie schnell sich das ändern kann. Und was macht man dann?.... man schmiert Butterbrote 🙂 wie in der herrlichen Geschichte hier: Ze Lion, Ze German and the heavily buttered sandwich https://www.4x4community.co.za/forum/showthread.php/180081-Ze-Lion-Ze-German-and-the-heavily-buttered-sandwich ... so Lesenwertes ist dann wieder ein Vorteil der “sozialen Medien”, aber man sollte den Ernst hinter dem Humor sehen.
*) außerdem erfährt man sowieso nie, dass besonders an Menschen gewöhnte und aufdringliche Tiere „entnommen“ wurden. So „entspannt“ sich dann wieder die Situation vor Ort.
EUEulenspiegel151 Beiträge · seit 201815. Nov. 2022 ·
Hallo zusammen, als ich dieses Foto und den zugehörigen Text entdeckt habe, war mein erster Gedanke: Die Eltern dieser Dame haben bei ihrer Geburt den lieben Gott auf keinen Fall um einen Zuschlag an Hirnmasse angebettelt. Mein zweiter Gedanke galt unseren Fehlern bei inzwischen 3 Besuchen im KTP. Ja auch wir haben am Abend schon mal vergessen die Auffangschale des Brauchwassers vor der Nachtruhe zu leeren und kaum waren wir im Zelt kam die Tüpfelhyäne und schlabberte diese leer. Und wir sind auch schon mal Mittags im Schatten sitzend bei über 40° Celsius beide eingenickt und haben nach 30 Minuten Nickerchen festgestellt, dass ein Löwenkater in 150 m Entfernung liegt und während unseres Mittagsschlafes etwa 70m an uns vorbeigelaufen ist. Beim Schreiben dieser Zeilen kommt mir noch ein dritter Gedanke: Wer nimmt sein Smartphone mit unter die Dusche? Zumal der Empfang jedweder Signale in der Mabu gegen Null geht. Vielleicht ist doch Alles ganz anders!? Es sei denn es gibt noch andere Duschfotos? Gruß Till
Das Foto welches Gina eingestellt habe, kenne ich von FB. Wir waren vor 5 Wochen auf der gleichen CS Mpaya 1 und haben ähnliches erlebt. Der Löwe lag am frühen Abend dort aber 10 Meter weiter und beobachtet uns 2 Stunden und er brüllte immer wieder. Wir haben uns die 2 Stunden ins Fahrzeug verzogen. Zum Wasser kann ich nur sagen, dass ich gesehen habe, dass Angestellte, die auf Mpaya 2 arbeiteten das Wasser für den Löwen eingestellt haben und er direkt aus der Leitung sofort. Giselbert
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200716. Nov. 2022 ·
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201616. Nov. 2022 ·
Diesen Satz, aus dem von Leona verlinkten Artikel, möchte ich herausheben!:
Of course, the other option in places like Mabua is to do nothing and let natural selection take its course. A tourist death-by-lion will be the best education tool of all.
Leider, wie schon eingangs geschrieben, und die Vergangenheit zeigt, wäre der Tod eines dieser Touristen, gleichbedeutend mit dem Abschuss zumindest eines Löwen. Gruß Gina
STsteinbeisser576 Beiträge · seit 200616. Nov. 2022 ·
Ich finde, es genügt allmählich mit der Selbstgerechtigkeit einiger Fomis! Ja, es gibt Touristen, die aus Unwissenheit oder Übermut oder aus welchen - wirklich nicht immer nachvollziehbaren - abstrusen Beweggründen heraus Wildtiere anlocken, sich in Posen stellen, Elefanten auf die Pelle rücken usw. Oft für ein Foto, welches dann daheim präsentiert wird ... Dass dieses Verhalten im Falle von Löwen und anderen stärkeren Tieren wohl nur naiv genannt werden kann (oder dem Ballermann-Syndrom entspringt?) ist klar. Aber auch das Quälen eines Namibgecko für ein nettes Foto ganz ohne Lebensgefahr ist fragwürdig. Und jetzt mal ehrlich: die Allermeisten haben, wie auch Till schon schrieb, zumindest aus Unwisssenheit oder Nachlässigkeit entsprechende Fehler gemacht. Die einen haben ein schlechtes Gewissen und lernen daraus, die anderen werden vernünftiger, wieder andere leider nicht. Aber nun den Touristentod zwecks moralischer Erziehung zu propagieren, was ist das denn bitte schön?
Hallo Steinbeißer, vergeblich habe ich in den Beiträgen der Forumsmitglieder etwas gesucht, was auch nur annähernd Deinem Vorwurf entspricht, hier würde
CuF schrieb:Hallo Steinbeißer, vergeblich habe ich in den Beiträgen der Forumsmitglieder etwas gesucht, was auch nur annähernd Deinem Vorwurf entspricht, hier würde
Touristentod zwecks moralischer Erziehung
propagiert. Gruß Friederike
Hallo Friederike, hast Du darüber
A tourist death-by-lion will be the best education tool of all.
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201616. Nov. 2022 ·
Ist es wirklich so schwer zu verstehen was Tony mit diesem Satz meint?
Man geht in Xakanaxa nicht bei Dunkelheit zu Fuß zum Clo, sonst läuft man Gefahr von einem Leoparden angegriffen zu werden. (das Ende dieser Geschichte kennen wir) Man lässt im Hluhluwe und oder KNP, und oder Mkuze keine Kinder allein im offenen Zelt schlafen, sonst könnten sie ein ähnliches Schicksal erleiden. Und man grillt auch in Mabua nicht 30 m neben einem Löwen, weil man das mit seinem Leben bezahlen könnte.
Hier propagiert und wünscht sich niemand den Tod von irgendwem, aber wenn diese xxx so weitermachen, wird genau das passieren! Und dann?
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200716. Nov. 2022 ·
Weil es immer mehr neue Besucher gibt ist es unmöglich von allen die richtige Verhaltensweise zu erwarten denn wir alle machten Anfängerfehler und lernten daraus. Aber nicht nur unerfahrene Touristen sind das Problem auch und vorallem die Parkverwaltungen. Heute und seit ich Mabua und die Zentralkalahari kenne herrscht ein laisser faire. An den Parkeingängen fehlt es an jeglicher proaktiver 1 zu 1 von Officer zu Besucher vermittelten Verhaltensregeln. Es gibt auch keine Ranger Patrouille welche die Camper regelmäßig kontrolliert. Die Ranger selber sind keine Vorbilder. Es ist eine Wildnis die viele so lieben und erhalten wollen. Aber die Frage bei Mabua ist eben, wie lange geht das noch bevor ein Löwe mit seinem Leben für einen schweren oder tödlichen Unfall eines Touristen zahlen muss?
Die Schlussfolgerung dass der Autor des von mir verlinkten Artikels sagt dass es einen toten Touristen braucht um die Touristen moralisch zu erziehen ist falsch ausgelegt. Tony sieht den Tod eines Touristen wie ein wake up call an alle Beteiligten. Der zitierte erfahrene Camper welcher unter der (Eimer) Dusche bei abnehmendem Tageslicht von Löwen auf der campsite vor seiner Familie gefressen wurde in Mana Pools Chitake Springs hat die Parkverwaltung und die öffentliche Meinung gehörig gerüttelt. Heute erhalten Besucher gezielt Informationen wie sie sich verhalten sollen. Zudem buchen die meisten Leute heute einen bei der Parkverwaltung vor Ort organisierten und bewaffneten Ranger der die ganze Zeit über bei den Touristen in Chitake ist. Ich kenne niemanden der heute auf einem der drei in der Trockenzeit von Löwen "verseuchten" wilden Chitake campsites abends im Dunkeln noch grillt. Gegessen und alles versäumt wird vor Einbruch der Dunkelheit und die meisten verziehen sich in die Zelte oder sitzen mit dem Rücken zur Autotür am Auto. Auch ein Thema welches Tony Weaver anschneidet im Artikel. Feuer und braai zieht Raubtiere an.
Off TOPIC Ein Ranger in Zimbabwe ist was anderes als diejenigen im Krüger die einen auf walking safaris begleiten. In Zimbabwe muss ein professioneller Ranger einen Büffel und einen Elefanten erlegt haben als Teil seiner zweihährigen Ausbildung, denn das Gewehr ist nicht nur eine Dekoration, er/sie muss in einer Situation um Leben und Tod auch damit umgehen können.
Und ich sehe es ebenso wie Steinbeisser die little five in Swakopmund werden mehrmals täglich für Foto Zwecke mit Stöckchen geschubst und aus ihrem Unterschlupf gezogen und sogar angefasst. Aber auch hier Asche auf mein Haupt; als ich die Tour zum ersten Mal machte war ich auch noch fasziniert. Man lernt erst später dazu.
Nichts ist so simpel wie auf den ersten Augenschein. Sonst hätte man schon lange Lösungen für viele Tier-Mensch-Profit-Konflikte gefunden.
Übrigens die Jungs im von panther eingangs eingestellten Video haben nur eins falsch gemacht, nämlich das Zelt offen zu lassen beim austreten. Sonst sehe ich kein Fehlverhalten. Klar war es zudem unvorsichtig zwischen Zelt und Auto in der Morgendämmerung rum zu latschen. Leider wird ihr Video nicht Leute abschrecken sondern genau das Gegenteil. Sowas zu erleben und vorallem Digital festzuhalten ist nicht nur eine Adrenalin Pumpe es gibt dafür auch unzählige LIKES.
Gruss Leona
TAtacitus1'135 Beiträge · seit 202217. Nov. 2022 ·
@Weaver meine ich, dass es hier nur wenige geben wird, die seine Natur- und Ortskenntnisse haben, und das über eine Zeitspanne von Jahrzehnten. Das befähigt und berechtigt ihn wohl zu der Frage, wo das hin führen soll/wird/kann. So ist mE der inkriminierte Satz zu verstehen. Mich regt er deswegen nicht auf. @Soziale Medien und deren Rolle bei der Propagierung von unangepassten Verhaltensweisen. Durch ihre Reichweite hat das eine neue Dimension erreicht, das „Tiereschauen“ in Afrika wurde/wird zum Massenvergnügen. Und das soll ohne „Benimmregeln“ funktionieren? ME lächerlich. Ein Konzept wie in Mabuasehube KANN nur mit Regeln funktionieren. Hinweise auf diese (Weaver, GinaChris, Leona…) entspringen mE keiner „Selbstgerechtigkeit“, aber wohl einem Sicherheitsinteresse, für sich selber und andere. Dieses Forum hat z. B. 20.000+ Registrierte, jede Woche kommen Dutzende dazu, davon beteiligen sich aktiv ein paar Prozente, die überwiegende Mehrheit konsumiert und informiert sich und macht dann ihr Ding (ein Großteil der Fragerei ist nämlich sowieso unnötig). Und das muss man nun mit FB, TrAd …. usw. multiplizieren. Daher und dabei kann es leicht passieren, dass einige Unbedarfte das verlinkte Video Selfie für „normales Verhalten“ halten. Darauf hinzuweisen dass es da nicht ist, ist daher LEIDER nötig und auch im ureigensten Interesse der Selbstfahrergemeinschaft (derzeit und in spe), wenn diese das so wie jetzt erhalten möchte. Die einzige mittelfristige Alternative wäre nämlich einzuzäunen. @Gewöhnung. Gewöhnung entsteht durch Wiederholung, durch Kontakte gewöhnt man sich aneinander, baut Distanz ab, je öfter die Kontakte desto mehr die Gewöhnung. Ist leider so und diametral zum Wunsch von immer mehr Leuten „das“ auch zu erleben. Betr. Mabuasehube wurde außerdem schon vor einiger Zeit (wo?) berichtet, dass zur Verbesserung des Genpools immer wieder Löwen aus der Kalahari eingeführt werden. Diese werden vor der Auswilderung lange in Gehegen gehalten und gefüttert. Später verhaltensauffällige Tiere sollen so eine Vorgeschichte haben. PS. Habe meinen ersten und diesen Text nochmals aufmerksam durchgelesen und erkenne nur eine Meinungsäußerung, ohne Selbstgerechtigkeit