THEMA: Von Wilderness zum Addo NP - Wandern und Reiten
08 Apr 2017 11:43 #470550
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8.3.2017 – Tsitsikamma Storms River Mouth Blue Duiker Trail - Eine Begegnung der besonderen Art

Wir haben geschlummert wie Prinzessinnen auf der Erbse und werden schon beim ersten Morgenlicht wach. Für mich ein Ritual in Afrika, sofern sich eine private Sitzgelegenheit im Freien bietet: Bei einem Kaffee ganz früh morgens die Morgenstille genießen.



Bei herrlichem Sonnenschein wird das Frühstück auf der Veranda direkt am Pool serviert. Besser kann ein Morgen doch nicht starten :) .



Während des Frühstücks trifft Owen, der Besitzer der Tamodi Lodge für die allmorgendlichen Honneurs ein. Er wusste schon Bescheid bezüglich unseres Anliegens und bedauert, uns keinen Ausritt auf der Lodge anbieten zu können. Er empfiehlt uns die Reitaktivitäten der Hog Hollow Lodge – als Alternative hatte ich noch das Plettenberg Game Reserve in Petto, wo Ausritte in das Game Reserve angeboten werden. Wir sind was Hog Hollow betrifft aufgrund eines Berichtes von Freunden recht skeptisch. Owen versichert uns aber, dass er die Ausritte dort uneingeschränkt empfehlen kann und er sich direkt für uns kümmern wird. Kurze Zeit später ist der Ausritt für morgen Nachmittag gebongt. Es soll in einem mehrstündigen Ritt Richtung Kurland zu einem Polo-Club gehen - klingt doch vielversprechend :whistle: !?

Heute brechen wir aber direkt nach dem Frühstück auf gen Tsitsikamma Nationalpark. Nachdem wir das derzeit in Umbau befindliche Gate passieren finden wir noch vor dem Informationszentrum direkt am Einstieg zum Lourie Trail einen Parkplatz.



Zuerst einmal bestaunen wir in Ruhe die Brandung direkt vor unserer Nase.







Nach einem kurzen aber schon recht steilen Anstieg erreichen wir den „Agulhas Lookout Point“.





Kurz darauf erreichen wir den Abzweig zum „Blue Duiker Trail“ und von nun an geht es immer weiter in das Herz des dichten Waldes.







Wir sind sehr erstaunt, dass uns hier keine Menschenseele begegnet. Manchmal sind wir gar nicht sicher, auf dem richtigen Weg unterwegs zu sein, wären da nicht diese Hinweisschilder.



Zwischendurch gönnen wir uns eine kurze Rast.







Nach geraumer Zeit erreichen wir einen Pool mit Wasserfall, wo wir auch seltsame Exkremente entdecken. Noch rätseln und witzeln wir, nichtsahnend, dass wir schon sehr bald leibhaftig erfahren werden, von welcher Kreatur diese stammen :unsure:.





Immer wieder äußert Dagmar Bedenken, ob wir hier wohl richtig sind. Der Weg ist stellenweise doch recht unwegsam. Voller Freude entdecke ich hinter einem steilen Anstieg eine Bewegung. „Da sind Leute“! :woohoo:





Oben angekommen bleibt mir fast das Herz stehen :woohoo: – ich schaue direkt in die Augen eines ausgewachsenen männlichen Baboons, der mir den Weg versperrt. Etwas mehr als eine „Armlänge“ von mir entfernt! :woohoo: :blink:

Ich neige ja bisweilen zu Übertreibungen, aber dieser Bursche war schon einer von der auf Maximalgröße ausgewachsener Kerl :woohoo:.

Mir schwirren tausend Gedanken durch den Kopf – der erste für eine Millisekunde ist der, ein Foto zu machen :pinch: :sick: . Diesen verwerfe ich allerdings schlagartig, denn mein Gegenüber ist deutlich, deutlich zu nah :woohoo: .

Mittlerweile hat auch Dagmar den Anstieg geschafft und steht nun erstarrt zu einer Salzsäule direkt hinter mir.

Mr. Baboon steht weiter regunglos und mit durchdringendem Blick vor uns – mittlerweile ist die erste Schockstarre überwunden und ich fange an ihn anzuschreien und zu klatschen :blush:. Mit dem Erfolg, dass er absolut ruhig und gelassen einen weiteren Schritt auf uns zu macht :woohoo: – jetzt fehlt nur noch, dass er uns die Hand zum Gruße reicht :ohmy:!

Das geht eindeutig zu weit, zumal hier keine Hilfe von Dritten zu erwarten ist! Schwer einzuschätzen, ob der Typ nun Böses im Sinn hat oder uns seltsame wild fuchtelnde Kreaturen einfach nur abstrus findet :pinch: Wir weichen vorsichtshalber langsam ein paar Schritte zurück. Panisch zurück zu rennen erscheint mir keine gute Idee :dry:.

Als nächstes fallen mir Steinschleudern ein, die ich allerdings grade nicht zur Hand habe. Die gab’s doch auf dem Farmers Market in Sedgefield zu kaufen – nützt mir jetzt aber gar nichts :sick:.

In der Not greife ich nun nach einem Stock am Boden – in dem Moment sind Gedanken an eventuell anwesende Schlangen auch eher sehr weit weg :S . Alleine diese Bewegung reicht aus, um wieder etwas Abstand zwischen uns zu bringen :side: .

Er weicht etwas zurück, ist aber immer noch nicht wirklich beeindruckt. Er lässt uns weiterhin nicht aus den Augen. Irgendwie macht er keinen bedrohlichen Eindruck, aber wer kann das schon sicher sagen :dry:?! Wahrscheinlich sind in unseren Gefilden nicht allzu seltene Begegnungen mit einem stattlichen Keiler im Wald weit aus gefährlicher :huh: .

Erst als ich den Stock energisch in seine Richtung schleudere – natürlich ohne ihn treffen zu wollen - tritt er endlich den Rückzug an :whistle:. In einem Bogen um uns herum flüchtet er nun in die Richtung aus der wir gekommen sind – also hinter uns. Auch nicht unbedingt ein angenehmes Gefühl - im dichten Geäst ist er bald verschwunden - aber ist er auch wirklich weg :S :S ?

Wir nutzen den freigewordenen Weg und machen uns schleunigst vom Acker. Wir folgen dem weiteren Verlauf des Trails – immer wieder hinter uns schauend, um sicherzugehen, nicht doch verfolgt zu werden :huh:. Langsam beruhigen wir uns wieder, sind aber heilfroh, als wir nach einer gefühlten Ewigkeit wieder die Straße erreichen :) .

Spätere Gespräche mit Owen und unseren Guides in den Game Reserves beruhigen uns, dass wir richtig reagiert haben. Es gibt zwar keine bestätigten schwerwiegenden Übergriffe von Baboons auf Menschen, allerdings ist dennoch höchste Vorsicht geboten! Baboons, die noch nie Kontakt mit Menschen hatten, gelten als eher sanftmütig – aber woher soll man das schon wissen :dry: :dry: ?

Ich wäre zumindest deutlich lieber dem Namensgeber des Trails begegnet – aber die heutige Begegnung hat mir zumindest nochmal deutlich gemacht, dass man sich auch auf den Touristenpfaden selbstverständlich in der Wildnis bewegt und demzufolge mit solchen Begegnungen rechnen muss. Ich für meinen Teil werde zukünftig besser vorbereitet sein!!

Nun queren wir die Straße und folgen weiter dem Trail, wiederum durch dichten Wald und wir bleiben auf der Hut, bis wir den Waterfall Trail am Meer erreichen. Hier begegnen uns auch die ersten Wanderer seit Stunden. Von hier aus haben wir nochmal einen schönen Blick auf den Urwald, durch den wir grade gewandert sind:



Mittlerweile hat es sich zugezogen und die Stimmung ist fast dramatisch. Dennoch erfreuen wir uns an den Wellen, die an den Felsen brechen:












Am provisorisch wiederaufgebauten „Cattle Baron“ angekommen, tummeln sich die Busreisegruppen – hier ist eine Stimmung wie auf einem Volksfest :sick:. Nach unserer einsamen Wanderung eher ein Kulturschock :S.

Aber auch wir haben Hunger und beschließen, ein verfrühtes Abendessen zu uns zu nehmen. Und wenn wir schon einmal hier sind wollen wir natürlich auch noch zu den Hängebrücken. Letztes Jahr hat es hier aus Eimern geschüttet und wir haben damals die Brücke nur im Schnelldurchgang angeschaut. Heute haben wir Glück, es klart wieder auf und wir machen uns auf den Weg.







Ich vermute hier haben wir Weißbrust-Kormorane entdeckt:



Unterwegs treffen wir auf eine Dassie-Kolonie. Zu putzig zu beobachten, diese possierlichen, friedlichen und wie Meerschweinchen quiekenden Tierchen :kiss: :kiss:

















Die Suspension Bridge zeigt sich in dieser schönen Abendstimmung deutlich attraktiver als bei meinem letzten Besuch, wenngleich der Weg über die vielen Stufen dorthin nach einer schon sehr aufregenden und ausgiebigen Wanderung doch recht schwerfällt.















Es ist schon spät, als wir den Heimweg antreten. Da wir nach dem Essen im Cattle Baron keinen großen Hunger mehr verspüren, statten wir dem lodgeeigenen prall gefüllten und ebenso gut sortierten Weinkeller einen Besuch ab und beenden diesen wirklich aufregenden, aber dennoch wunderbaren Tag mit einem guten Tröpfchen auf unserer privaten Veranda B)



Jetzt haben wir schon wieder gut lachen, über unsere heutige Begegnung der besonderen Art :laugh:





Später beginnt es zu regnen und wir versinken erschöpft in einen tiefen Schlaf in unserem königlichen Himmelbett.

Morgen früh werden wir zu einer „kurzen“ Wanderung im Natures Valley aufbrechen und für den Nachmittag ist dann der sehnsüchtig erwartete Ausritt geplant :whistle:
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10 Apr 2017 19:35 #470790
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9.3.2017 – Salt River Trail – Nature’s Valley am Morgen & Ausritt Hog Hollow am Nachmittag

Heute Nacht hat es geregnet - da es recht düster ist und auch ordentlich abgekühlt hat, nehmen wir das Frühstück heute vor dem gewaltigen und natürlich lodernden Kamin in der Küche ein.

Ordentlich gestärkt und die Reithosen vorsorglich schon im Gepäck machen wir uns auf nach Nature’s Valley in der Hoffnung, dass es heute trocken bleibt. Die Zufahrt zum malerischen Örtchen über die R102 ist derzeit eine Baustelle und auch nur von einer Seite aus erreichbar, daher muss mit etwas Wartezeit gerechnet werden.

An der Lagune des Groot River legen wir den ersten Stopp ein, um dann einmal komplett durch das kleine nostalgische Ferienörtchen hindurch zu fahren.



Im Ort gibt es nicht viel mehr als ein paar Ferienhäuser und einen Tante-Emma-Laden mit kleinem Lokal (Tea-Room). Hier parken wir unser Auto, um uns von hier aus auf den Salt River Trail zu begeben. Dazu geht es an den öffentlichen Toiletten vorbei an den Strand. Auf dem Weg dorthin kommen uns schon Fischer mit ihrem morgendlichen Fang entgegen.

Am Strand angekommen können wir leider nur erahnen, wie grandios diese Kulisse bei Sonnenschein sein muss :silly:









Nach ca. 400 Metern vom Strandzugang rechts gesehen, erreichen wir dieses Hinweisschild – hier sind wir richtig!





Nun gilt es wieder einen leichten Anstieg zu überwinden bis man an einen Aussichtspunkt gelangt, der einen grandiosen Ausblick über den halbmondförmigen Strand und das idyllische Örtchen bietet. An einem sonnigen Tag mit blauem Himmel sähe das Ganze natürlich deutlich besser aus :whistle:







Der gesamte Trail (Rundweg) ist mit 5 KM angegeben und wir dachten, das wäre locker am Vormittag zu schaffen :huh:. Der Weg zieht sich allerdings ziemlich und verläuft mit doch einigen Stufen und Anstiegen gespickt durch dichtes Buschwerk. Unterwegs treffen wir ein Pärchen aus Israel mit einem Baby. Weiter vorne gab es eine Hinweistafel mit einem Hinweis, dass ein Teil der Strecke gesperrt sei und wir sind alle recht unschlüssig, ob wir weitergehen können/dürfen :unsure:

Wir entschließen uns, erst einmal weiter zu gehen und die Lage zu erkunden. Nun geht es glücklicherweise überwiegend bergab und bald erreichen wir einen kleinen Strand.

Hier muss es herrlich sein, an einem schönen, sonnigen Tag zu baden B)





Wieder einmal sind wir hier fast allein. Vom Meer her kommend treffen wir auf zwei Wanderinnen, die wir zu der weiter oben angekündigten Sperrung befragen.

Sie berichten, dass sie gerade über sogenannten „Blue Rocks“ entlang der Küste gekommen sind. Dort gab es kürzlich wohl etliche Steinschläge und daher ist diese Strecke eigentlich gesperrt. Bei Ebbe sei sie jedoch mit einiger Kraxelei zu bewältigen.

Da uns die Zeit zwischenzeitlich allerdings weggeflogen zu sein scheint und das Wasser auch schon wieder auflaufend ist, beschließen wir auf diesen Teil des Trails zu verzichten.

Also nehmen wir wieder den gleichen Weg, nun schon wieder bergauf, zurück zum Parkplatz.



Wir müssen uns auch wirklich sputen, denn wir sind ja zum Reiten angemeldet und aufgrund der Baustelle ist schwer abzuschätzen, wie lange wir für den Rückweg brauchen würden.

Zu schade, dass wir hier nicht länger bleiben konnten – Nature’s Valley ist eine klare Empfehlung, nicht nur für einen kurzen Strandspaziergang – ganz ideal ist sicherlich eine Übernachtung hier im Ort.

Auf der Fahrt zum unserem nächsten Date klart es auf und wir erreichen überpünktlich die weitläufigen Koppeln und Ställe von Hog Hollow Horsetrails dann doch etwas vor der vereinbarten Zeit.

Hier in den Offenstallungen scheinen die „Patienten“ untergebracht zu sein, einige haben die Beine ordentlich eingewickelt – fast alle sind aufgrund von Verletzungen bandagiert – aber auf den Koppeln stehen noch einige Pferde herum und weiter hinten auf dem Gelände ebenfalls.



In diesem Gebäude befindet sich die Anmeldung, wo es auch eine kleine Küche mit Kaffee und Tee, eine Toilette, eine ganze Armada von Reithelmen und Chaps sowie eine ordentlich und gepflegt wirkende Sattelkammer befindet.



Bei der Begrüßung werden wir gebeten, einen Fragebogen ausfüllen: Alter, Gewicht, Reiterfahrung müssen angegeben werden und dann wird bezahlt. Die junge Dame klärt uns auf, dass wir noch auf weitere Gäste warten und wir später vom „Chef-Guide“ noch weiterführend eingewiesen werden. Wir suchen uns schon mal den passenden Helm aus und beobachten das Treiben an den Ställen.



Zwischenzeitlich trudeln weitere Reitgäste ein, unter anderem eine junge Dame in hautengen weißen Hosen nebst Begleiter in kurzen Hosen :dry:. Insgesamt werden wir am Ende 6 Reiter plus 2 Guides sein.

Unser „Chef-Guide“ kommt gerade von einem Ausritt zu zweit zurück und schon werden aus allen Himmelsrichtungen die bereits gesattelten Pferde von Pflegern gebracht.

Zunächst werden wir darüber aufgeklärt, dass wir in der Wildnis unterwegs sein werden und Begegnungen mit allerhand Tieren (sogar Leoparden :pinch:!) möglich sind. Im Falle solch einer Begegnung sollten wir uns ruhig verhalten und auf keinen Fall schreien :blink:! Aha!

Außerdem gibt es eine Kurzunterweisung in gängige reiterliche Grundregeln insbesondere zu Bergauf- und Bergabstrecken :blink:.

Nun geht es an die Verteilung der Pferde. Es wird gefragt, wer welche Reiterfahrung hat – wozu haben wir das eigentlich vorher im Fragebogen eingetragen :pinch:?

Ich bekomme einen Fuchs mit Namen „Rio“, der angeblich tritt, buckelt und beißt, wenn ein anderes Pferd zu nahekommt und daher immer ganz hinten bleiben muss :P. Kein Problem für mich – aber offensichtlich haben die Mitreiter das irgendwie nicht mitbekommen :angry:. Schon bei der Aufstellung suchen einige Mitreiter permanent unsere Nähe. Ich hatte gut zu tun, den Abstand dann wiederherzustellen. Dagmar bekommt eine unauffällige Schimmelstute mit Namen „Sprite“.

Nun stellt sich heraus, dass „Mrs. White“ noch nie auf einem Pferd gesessen hat – na das kann ja heiter werden :evil: :sick:! Ihr Begleiter, ich nenne ihn mal "Mr. White" in Shorts ist angeblich Profi und beteuert, auf seine Angebetete selbst aufpassen zu können :huh:.

Der Rest der Gruppe ist homogen – zumindest beherrscht jeder alle Gangarten und ist in der Lage sein Pferd zu steuern.

Nun geht’s endlich los – zunächst unter einer Unterführung der N2 hindurch und weiter im Schritt durch unwegsames und rutschiges Gelände. Glücklicherweise sind die Pferde recht trittsicher – nur manchmal muss ich echt die Augen zumachen :pinch:. Daher kommen bestimmt die vielen Invaliden in den Offenställen.





Ich bleibe ganz hinten mit einem zweiten Guide, dessen Name ich leider ebenfalls vergessen habe. Ein netter Kerl, er kommt wohl aus dem Pologeschäft und wir plaudern sehr nett.



Die erste Etappe führt durch ziemlich zugebuschtes Gelände – daher ist, wie sich das auch gehört, zunächst ein ganzes Stück Schritt reiten angesagt.

Als wir etwas offeneres Gelände erreichen, soll es dann im Trab weitergehen. „Mrs. White“ plumpst dem armen Pferd bei jeder Bewegung unerbittlich in den Rücken und droht fast zu stürzen– kurzerhand nimmt Guide Nr. 1 das arme Pferd an den Führstrick und versucht der jungen Dame im Schnelldurchgang das Leichttraben zu erklären :pinch:. Ich bekomme ganz hinten davon glücklicherweise nicht viel mit – Dagmar ist aber immer live dabei.

Für die bald folgende erste Galoppstrecke übergibt Guide Nr. 1 an Guide Nr. 2. Was der in dieser Zeit mit „Mrs. White“ macht, entzieht sich meiner Kenntnis – aber wir müssen nicht lange auf die beiden warten. Ich bin doch erstaunt wie gut die beiden Guides dieses „Problem“ lösen ohne den Rest der Gruppe merklich zu behindern :unsure:. Es wird auch im weiteren Verlauf keinen Unfall oder Sturz für „Mrs. White“ geben, obwohl Guide Nr. 2 manchmal arge Bedenken mir gegenüber äußert.

Mein kleiner Rio benimmt sich super brav – ich halte ihn immer weit zurück – ehrlich gesagt muss dafür gar nichts tun, denn er ist nicht unbedingt ein Pferd mit großem Vorwärtsdrang :whistle:.

Der arme Kerl scheint allerdings auch etwas „platt“ zu sein – auf jeden Fall ist er nicht ganz taufrisch :unsure:. Zu Hause wäre ich umgedreht und hätte ihn in den Stall gebracht – es widerstrebt mir Pferde, bei denen ich auch nur ansatzweise das Gefühl habe, es tut etwas weh, durch die Prärie zu zwingen. Aber hier kann ich jetzt leider gar nix machen. Ich teile meinen Eindruck allerdings bei der nächsten Schrittphase Guide Nr. 2 mit und bitte ihn, zu Hause mal nach dem Rio genauer zu schauen.

Insgesamt ist der „Ausritt“ auch aufgrund Wegführung ohnehin beschaulich. Längere Trab- oder Galoppstrecken gilt es nicht zu bewältigen. Ich lasse Rio überwiegend am langen Zügel, um den für ihn angenehmsten Weg und Tempo zu finden.

Wir kommen in eine kleine Ansiedlung von Farmen und in weiter Ferne sind Polo-Plätze zu sehen. Hier kehren wir allerdings schon wieder um.



Zwischendurch gibt es vor schöner Kulisse einen Fotostopp und nach ca. 2 Stunden sind wir wieder zurück.










„Mrs. White“ hat den Ausritt tatsächlich unfallfrei überstanden, macht allerdings einen etwas zerknirschten Eindruck und "Mr. White" klagt über mindestens ein aufgescheuertes Knie :S.

Gekostet hat das zweifelhafte Vergnügen ZAR 600,--. Nicht günstig und unserer Meinung nach auch nicht wirklich empfehlenswert! Wir werden glücklicherweise noch erleben, dass das auch anders geht!

Zum Abschluss des Tages geht es für uns direkt und ohne Umschweife an den Keurboomstrand zu Enricos, wo wir den Tag am Meer ausklingen lassen. Hier gibt es sehr leckere Italienische Spezialitäten und natürlich frischen Fisch. Wir genehmigen uns heute Pizza&Pasta und zahlen günstige ZAR 300,-- für ein wirklich sehr gutes Abendessen inkl. Getränken und Kaffee.



Den etwas verspäteten Sundowner nehmen wir natürlich wieder auf unserem Lieblingsplatz ein.





Und morgen erwartet uns ein großartiger Tag im Robberg Nature Reserve - ein Highlight, soviel kann ich schon mal verraten!
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11 Apr 2017 20:13 #470917
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10.3.2017 – Wanderung auf der Robberg Halbinsel

Heute ist wieder ein herrlicher Tag :)! Strahlender Sonnenschein begrüßt uns an diesem Morgen, das Frühstück gibt es wieder auf der Veranda. Owen möchte natürlich wissen, wie uns der Ausritt gefallen hat und wir erzählen ihm von unseren Eindrücken. Er wirkte sehr erstaunt, aber ändern kann es ja nun auch niemand mehr :S.

Die für heute geplante Wanderung auf der Robberg Halbinsel ist mir ein großes Anliegen, da mein Mann und ich letztes Jahr gesundheitsbedingt darauf verzichten mussten. Und um es schon vorweg zu nehmen, für mich persönlich im Rückblick die schönste Wanderung überhaupt auf dieser Reise :woohoo:!

Also machen wir uns zeitig auf den Weg und erreichen schon bald das Entrance Gate – hier ist vielleicht was los :evil:! Wir wussten schon, dass man früh sein muss, aber einen solchen Stau haben wir nicht erwartet :sick:.

Nachdem wir endlich das Gate passieren konnten, quälen wir uns durch den völlig zugeparkten, ohnehin schon schmalen Weg in Richtung des eigentlichen Parkplatzes. Aber wie so häufig auf dieser Reise – wir haben Glück und es wird just direkt am Picknick-Aussichtspunkt ein Plätzchen frei :P.

Heute werde ich mal mehr Bilder sprechen lassen und nicht allzu viel schreiben. Ich schätze es wird der bildreichste Teil des Berichts :silly:.

Die wichtigsten Informationen schon mal vorab:



Wir haben uns eigentlich die komplette Umrundung, also inklusive des Point Circuit bis zur Spitze der Halbinsel ca. 9,2 KM vorgenommen - und nicht geschafft, denn man muss bis spätestens 14.00 Uhr am „The Point“ angelangt sein, um die komplette Umrundung zu bewältigen :angry:. Diesen Hinweis findet man aber erst, wenn man an der Witsand Düne angelangt ist. Ich weiß zwar nicht warum das so ist, hängt aber vermutlich mit den Gezeiten zusammen :unsure:.

Wir laufen den Rundweg im Uhrzeigersinn bis zur Witsand Düne, da man so die Düne im tiefen Sand bergab läuft – bergauf wäre das eine mühselige Angelegenheit.

Hinunter bis zum Strand „The Island“ vorgelagert und dann wieder zurück. Für diese „mittlere“ Runde von 5,5 KM haben wir 4 Stunden inklusive ausgiebiger Fotos-Stopps und Pausen gebracht. 4 Stunden sind in etlichen Reiseführern eigentlich für die ganz große Runde bis zum Point Circuit angegeben – das ist aus unserer Sicht nur für Schnell-Wanderer bzw. Jogger (die wir dort auch getroffen haben) möglich :whistle:.

Hier gibt es einige Kletterpassagen und je nach Witterung auch gefährlich glatte, schräg polierten Felsen zu bewältigen und man möchte ja auch noch die Landschaft genießen. Wir würden die in der Karte veranschlagten Zeiten verdoppeln, damit sollte man gut planen können, welche Variante man sich zeitlich „leisten“ kann. Aber unbedingt die Gezeiten im Auge behalten :P!

So jetzt geht's aber los :silly:

Blick auf Plettenberg Bay



„The Island“




Unterwegs











Es eröffnen sich herrliche Ausblicke :woohoo:







Nach einem steilen Anstieg müssen wir erst mal eine Pause einlegen :pinch: :whistle:



Nun geht es immer dem Geruch nach :P



Denn bald entdecken wir Unmengen an Robben, die sich unter uns im Wasser tummeln





Allerdings sehr weit weg unterhalb einer sehr steilen Klippe







Herrliche Ausblicke eröffnen sich immer wieder - Einfach eine tolle Landschaft hier











Wir erreichen die wirklich riesige „Witsand Düne“ - hätte man auf dem kleinen Eiland gar nicht erwartet B)









Vor uns liegt nun „The Island“ mit herrlichen Stränden











Man kann sich wirklich nicht satt sehen





Hier in der Nähe haben wir Rast gemacht











Es folgt eine sehr interessante Wegführung vorbei an einer steinzeitlichen Höhle











Gefolgt vom nächsten Traumstrand







Und jetzt heißt es nochmal richtig kraxeln :blink:





Wir werden nochmal mit einem grandiosen Ausblick belohnt





Wir sind vollends begeistert von diesem herrlichen Fleckchen Erde! Die Schönheit der Robberg Halbinsel ist in der Tat einzigartig! Wir hatten natürlich ausnahmsweise auch sehr viel Glück mit dem Wetter B) .

Bei „Schietwetter“ kann die Wanderung hier schon alleine aufgrund der gefährlichen Passagen bei Flut mit einhergehenden Überspülungen der Wege und aufgrund der „Steifen Brise“, die auch uns an manchen Passagen entgegenweht ist, richtig gefährlich werden. Nicht umsonst sind die „Totenköpfe“ in der Karte eingezeichnet – das sollte man auch wirklich beherzigen – und vor allem wichtig: Die Gezeiten im Blick behalten!

Nach dieser phantastischen Wanderung haben wir uns ein paar Stündchen Entspannung am schönen Keurboomstrand verdient, wo wir auch direkt nach der Wanderung hinfahren. Hier strecken wir die müden Knochen ein wenig in die Sonne und ich nehme ein erfrischendes Bad im Ozean.







Danach meldet sich ein leichtes Hungergefühl – das Enricos liegt ja schön in greifbarer Nähe ;) .

Ich leiste mir zur Feier dieses schönen Tages nicht ganz günstige Tiger Prawns (nicht ganz so gut wie im „Girls“) und Dagmar bleibt erneut bei der klassisch italienischen Küche.





Nebst Getränken, Kaffee und einem Eisbecher, der fast so viel kostet wie ein Hauptgericht :ohmy:, zahlen wir ZAR 500,--.

Zurück in der Tamodi Lodge genießen wir ein letztes Mal unsere schöne Veranda.

Morgen geht es für uns weiter in Richtung Addo Elephant Park – das Woodall Country House wartet schon B)!
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11.03.2017 – Auf ins Paradies - Woodall Country House

Wir genießen ein letztes Mal das Frühstück auf der schönen Terrasse und dann heißt es Abschied nehmen von unserer hochherrschaftlichen Bleibe. Das Auto ist schnell gepackt und in „The Crags“ tanken wir den Wagen nochmal voll.

Eigentlich wollte ich heute über den Prince Alfred’s Pass über Joubertina und Karedouw durch das Hinterland fahren, habe diesen Plan aber spontan wieder verworfen. Heute ist ein extrem heißer Tag und ich kann nur schwer abschätzen, wieviel Zeit uns dieser Schlenker kosten und ob er sich tatsächlich lohnen würde. Da wir ja nur 3 Nächte im Woodall eingeplant haben, hoffe ich noch heute schon einen nachmittäglichen Gamedrive in den Addo unternehmen zu können.

Also setzen wir uns auf die N2 und folgend dieser bis Port Elizabeth. Die Strecke ist langweilig und unspektakulär, dass es hiervon gar nichts zu berichten gibt, außer dass ich in einer Baustelle fast einen Poller mitgenommen hätte :sick:

In PE biegen wir dann Richtung Motherwell auf die R335 ab. Die Strecke führt durch ein Township und wir wundern uns über eine Schlange von Autos mit eingeschaltetem Warnblinker, die sehr langsam hintereinander herfahren. Vereinzelt Busse voll mit singenden Menschen.

Nach einiger Zeit wird uns klar, dass es sich hier um eine Beerdigung handelt. An der Spitze des Korsos ist ein Leichenwagen zu sehen, der kurze Zeit später auf einen riesigen Friedhof abbiegt.

Sobald wir Motherwell hinter uns gelassen haben geht es auf einer recht schlechten, wenn auch geteerten Landstraße weiter.

Endlich erreichen wir den Abzweig zum Woodall Country House und ich bin sehr gespannt, wie dieses kleine Paradies Dagmar gefallen wird :silly:. Im letzten Teil unserer Reise dürfen für einen Afrika-Rookie natürlich die Tiere nicht zu kurz kommen B)

Angekommen im von außen unscheinbaren Anwesen, werden wir bereits erwartet und zur Rezeption geführt. Die überaus freundliche und liebenswerte Empfangsdame führt uns nach Erledigung der notwendigen Formalitäten zum Restaurant- und Aufenthaltsbereich, wo wir bei einem Begrüßungsgetränk Platz nehmen dürfen und auch direkt unsere Wünsche zur Gestaltung der nächsten Tage loswerden können.

Bald können wir dann auch unser Zimmer beziehen. Leider haben wir nicht die Suite mit Pool wie beim letzten Besuch – die hätte unser Budget etwas gesprengt :whistle:. Wir betreten ein nicht weniger schönes und mehr als geräumiges Cottage mit „Doppelduschen“ Innen und Außen.



















Noch während wir unser Gepäck verstauen und erst mal unser Reich für die nächsten Tage inspizieren, bekommen wir Besuch von der netten Empfangsdame, die uns die gewünschten Aktivitäten für die nächsten Tage schon mal bestätigt.

Leider wird es nix mit meinem Plan :huh: - der Gamedrive am Nachmittag ist bereits ausgebucht, ansonsten wurde aber alles wie gewünscht für uns organisiert. Auf Empfehlung werden wir morgen den Nachmittag und Abend bei einen Game-Drive im Schotia Game Reserve verbringen und am Vormittag ist für uns eine African Wood Massage gebucht. Übermorgen stehen dann der hauseigene Morning Drive und der mit Spannung erwartete Ausritt im Addo Elephant Park auf dem Programm.

Da heute ein wirklich heißer Tag ist, beschließen wir nicht nochmal selbst in den Park zu fahren, sondern einfach das Ambiente in dieser Oase zu genießen. Wir trödeln ein wenig im Garten herum, faulenzen noch eine Runde am Pool und dann geht es zum Abendessen.

Das Dinner im Woodall ist jeden ZAR wert und ein absolutes Highlight :).



Eine schöne Geste, so empfinde ich es zumindest, sind die allabendlich personifizierten Speisekarten (hier ist nur die 2. Seite zu sehen) und „Gute-Nacht-Kärtchen“ auf dem Zimmer.

Hier wird Service ganz GROSS geschrieben, man wird immer wieder mit liebevollen Kleinigkeiten zu jedem möglichen Anlass überrascht.

Und damit der nächste Teil meines Berichts nicht mit Fotos überladen wird, stelle ich jetzt noch ein paar Aufnahmen vom Paradies ein, allerdings aufgenommen am nächsten Tag - da hat es dann leider geregnet :(. Weitere Fotos dieser herrlichen Unterkunft findet Ihr bei weiterem Interesse in meinem letztjährigen Reisebericht.















Angekommen im Paradies endet ein unaufgeregter Tag für uns. Morgen starten wir in den Tag mit einer herrlichen Massage und am Nachmittag geht es dann zum Tiere gucken ;)
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15 Apr 2017 19:27 #471447
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12.03.2017 – Schotia Tooth&Claw Tour

Der Tag heute beginnt mit einem paradiesischen Frühstück, allerdings auch mit Regen, den das vertrocknete Land dringend benötigt.

Für uns geht es zunächst mit einem Wohlfühlprogramm weiter. Wir gönnen uns eine „African Wood Massage“ – die wir wirklich sehr empfehlen können.

Hinter diesem vielversprechenden Eingangsbereich des „Citrus Spa“ werden unsere in den letzten Tagen arg beanspruchten Knochen und Muskeln für 90 Minuten bei einer traditionellen Massage wiederhergerichtet.



Es wird abwechselnd mit den Händen und Holzstöckchen massiert - einfach nur herrlich!

Später hat der Regen etwas nachgelassen und ich mache mich auf zum Teich und kann dort unzählige Southern Red Bishops in allen Lebenslagen beobachten.















Später entdecke ich in einem Baum noch einen Black-headed Oriole (Maskenpirol) :)





Oben im Gebälk eines Gebäudes – leider unscharf – entdecke ich noch diese Lesser Striped Swallow.



Die Zeit verfliegt und wird es Zeit für unseren Gamedrive. Ich habe lange überlegt, welches Game Reserve in der Nähe für Dagmar als Afrika-Neuling in Frage kommen würde. Da ich letztes Jahr das Amakhala bereits ausgiebig während unserer beiden Tage im Woodbury Tented Camp erkundet habe und uns das Schotia Game Reserve empfohlen wurde, waren die Würfel dann doch zugunsten von Schotia gefallen.

Was wir allerdings erst kurzfristig erfahren, die sogenannte „Tooth & Claw“ Tour beinhaltet ein Abendessen in der „Open Air Lapa“, was eine Nachtfahrt zurück zur Unterkunft bedeutet :sick:. Da ich ziemlich Nachtblind bin musste also noch ein Shuttle gebucht werden. Ein recht kostspieliges Vergnügen, allerdings besser als weit nach Einbruch der Dunkelheit noch selbst durch die Prärie zu fahren und für uns auch rückblickend betrachtet eine gute Entscheidung.

Gegen 13.30 Uhr werden wir von unserem Shuttle abgeholt. Unser Fahrer ist ein älterer sympathischer Herr Namens Francoise mit dem wir während der ca. 45-minütigen Fahrt nach Schotia nett plaudern. So nett, dass er kurzerhand beschließt, uns auf der Tour zu begleiten :woohoo:. Für ihn ist das Vergnügen sogar kostenlos, da er offizieller National Tourguide ist.

An den Toren des Reserves angekommen, schwant mir zunächst einmal gar nichts Gutes :angry:. Das ist ein Safari-Business im ganz großen Stil. Hier stehen Unmengen an Safarifahrzeuge bereit und eine entsprechende Menschenansammlung :blink:. Das ist ja so gar nicht nach meinem Geschmack und riecht verdächtigt nach Massenabfertigung :evil:!

Nach dem Check-In werden wir in 9-er-Gruppen jeweils einem Guide zugeteilt – wir müssen uns den Namen „Robert“ merken.

Noch kurz ein paar Worte zu Schotia: Das Reserve entstand aus der seit Anfang 1800 bewirtschafteten Farm „Orlando“. Besitzer und Betreiber des Reserves ist die Familie Bean, die nun in der 6. Generation und seit 25 Jahren das damalige Farmland als Game Reserve betreibt. Die Familie wohnt heute noch inmitten des Reserves und es soll das älteste private Reservat im Eastern Cape sein. Das Gebiet von Schotia grenzt direkt an den Addo.

Nach einer kurzen Wartezeit dürfen wir in einem Landrover, der seine besten Tage schon hinter sich hat, bei Robert Platz nehmen und es kann losgehen.



Entgegen meiner Befürchtungen werden wir bis zur „Teepause“ keinem einzigen Safarifahrzeug mehr begegnen und die ersten Tiere lassen im verhältnismäßig kleinen Reserve natürlich auch nicht lange auf sich warten.







Sehr ausgiebig beschäftigen wir uns mit dem Dung Beetle:





Eine echt mühselige Angelegenheit - das Tagewerk der Dung Bettles :whistle:







Unterwegs begegnen wir den üblichen Verdächtigen – ich werde jetzt nicht jedes Foto kommentieren. Robert allerdings weiß uns viele interessante Einzelheiten zu erzählen und berichtet unter anderem auch kritisch über die Ansiedlung von Arten in für sie nicht typischen Gebieten. Ein aktuell großes Problem sind hier derzeit die Elefanten - sie werden perspektivisch nicht genug Nahrung finden und zerstören außerdem die wunderschönen Schotiabäume. Es ist schon geplant, einige wieder umzusiedeln.

















Dieses Warthog zeigt uns deutlich, was es von uns hält B)







Am Krokodil- und Hippopool entdecken wir zwar kein Hippo, dafür aber ein Waffenkiebitz - Paar nebst Krokodilmama (dazu später mehr):







Es freut uns hier Giraffen zu sehen - denn im Addo sind sie definitiv nicht zu finden ;)











Bei den Büffel-Models verweilen wir auch einige Zeit. Die Madenhacker sind nicht grade zu beneiden :sick:











Auf einer Freifläche begegnen uns diese beiden Rhinos und kommen uns – nicht wir ihnen :whistle: – doch recht nah :woohoo:













Robert ist ein absolut sympathischer Typ, der sich auch nicht unbedingt an Zeitpläne hält. Er redet gerne und viel und lässt uns bei jeder Sichtung ausreichend Zeit zur Beobachtung.







Nachdem sie uns ausgiebig beäugt haben, wandern sie weiter zu den nächsten Safarifahrzeugen, um diese zu inspizieren ;)







Außer den Rhinos bieten sich noch weitere schöne Motive.












Dieses Foto mit den Kuhantilopen mag ich ganz besonders :kiss:



Ein Eli kreuzt nochmal unseren Weg



Ich wusste bislang gar nicht, dass Elefanten auch Kakteen fressen B)





Dank Roberts extremer Gelassenheit treffen wir auch als letzte Gruppe in dem alten Farmhaus zum Nachmittags-Tee ein :silly:. Außer heißen Getränken gibt es herrlich frisch gebackenes Roosterkoek mit gesalzener Butter. Extrem lecker!



Von hier aus geht es weiter in den separaten Bereich, in dem die Löwen zu Hause sind. Und es ist auch der Bereich, der mir irgendwie gar nicht gefällt :huh:. Die Löwen liegen zwar wie auf dem Präsentierteller faul neben abgenagten Resten eines Wildtiers, aber die Szenerie scheint mir völlig unnatürlich :S.











Den Höhepunkt erreicht das Ganze, als die anderen Guides mit ihren Fahrzeugen derart nah an die Tiere heranfahren, nur um sie zu einer Regung zu bewegen – absolut gruselig :sick:.







Ich habe das Gefühl, dass die Löwen hier ausschließlich Futter bereitgestellt bekommen und nicht mehr selbst jagen müssen. Sowohl Robert als auch Francoise verneinen dies auf Rückfrage zwar – meine Vermutung wird morgen aber von anderer Stelle bestätigt werden :pinch:











Irgendwie schauen die nicht wirklich glücklich aus :dry:








Da es schon dämmert machen wir uns nun schleunigst auf den Weg zur Lapa. Hier versammeln sich die Massen an Tagesgästen natürlich wieder an einem Platz :blink:.

Im Reserve gibt einige eingesetzte Krokodile. Besonders stolz ist man derzeit auf diese 6 von ursprünglich 10 im Reserve geschlüpften Krokodil-Jungtiere.





In der Lapa befindet sich die kleine Aufzuchtstation. Vier Jungtiere sind wohl Raubvögeln zum Opfer gefallen :(
, daher hat man beschlossen, die Kleinen hier in Sicherheit zu bringen.

In der angeblich größten „Open Air Lapa“ Südafrikas steht schon das abendliche Braai für uns bereit.





Zunächst kann man sich an der Bar mit einem Gin Tonic oder sonstigen Getränken versorgen und dann geht es wieder wohl geordnet nach Ranger-Gruppen zu Tisch.

Das Essen ist recht schmackhaft und reichlich, natürlich kein Vergleich zum Dinner im Woodall, das wir auch schmerzlich vermissen :pinch:. Wir sind ohnehin weniger mit dem Essen beschäftigt, sondern tauschen uns lieber mit den restlichen Teilnehmern unserer Gruppe aus.

Besonders interessant ist der Bericht zweier Holländerinnen, die eine große Rundfahrt von Namibia bis Lesotho unternehmen. Und das in einem Polo und ohne jegliches Campingequipment – alles zu teuer, sie schlafen einfach immer im Auto :woohoo:.

Nach dem Essen und insgesamt ca. 6 Stunden im Reserve geht es in der Dunkelheit zurück zum Parkplatz. Robert leuchtet noch ein wenig die Umgebung auf der Suche nach nachtaktiven Spezies aus – leider ohne Erfolg :(

Francoise bringt uns sicher zurück in unsere Unterkunft, wo auf unserem Zimmer bereits eine Kanne mit heißem Kakao auf uns wartet :)

Im Fazit werde ich nochmal näher auf unsere heutige Schotia Tour eingehen. Trotz manch zweifelhafter Eindrücke war ich dann doch ganz zufrieden, dass Dagmar einen recht sichtungsreichen ersten Game-Drive in Afrika erleben durfte – und sie natürlich so ganz ohne Vergleichsmöglichkeit sowieso :whistle: :pinch:

Morgen geht es dann in den Addo Elephant Park – sowohl motorisiert als auch zu Pferde
Letzte Änderung: 17 Apr 2017 14:23 von Applegreen.
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12.03.2017 – Morning Drive in den Addo Elephant Park

Der heutige Tag verspricht wettertechnisch ebenfalls eine Zitterpartie zu werden :sick:. Mein Ruf als Regenmacher im südlichen Afrika eilt mir ohnehin schon weit voraus :pinch:.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass nicht nur das Dinner, sondern ebenso das Frühstück im Woodall etwas ganz Besonderes ist? Entsprechend gut gestärkt machen wir uns auf zum Parkplatz, wo gerade Ichna auftaucht :woohoo:.

Ich freue mich riesig, denn mit Ichna waren wir bereits im letzten Jahr im Addo unterwegs und ich hoffe natürlich, dass wir auch heute bei ihr auf dem Auto mitfahren können. Im Gegensatz zu letztem Jahr ist das Woodall übrigens während unseres Aufenthalts bummsvoll bis unters Dach und somit starten heute Morgen gleich 2 Fahrzeuge zum Morning Drive in den Addo :huh:. Unser Wunsch wird nach einer kurzen Umplanung dann tatsächlich erfüllt und wir dürfen in Ichnas Auto Platz nehmen :). Das wird sich noch als Glückstreffer herausstellen :whistle:

Da es heute Morgen richtig kalt ist, mummeln wir uns für die kurze Fahrt zum Maingate des Parks direkt in die wärmenden Ponchos ein. Nach kurzer Wegestrecke erreichen wir das Gate und Ichna zeigt uns gleich schon mal wo der Parkplatz zu den Ställen zu finden ist. Da die Zeit zwischen Rückkehr und Beginn des Ausritts recht knapp werden könnte, versuchen wir während die anderen nochmal das stille Örtchen aufsuchen bereits jetzt an der Rezeption unseren Ausritt zu bezahlen. Leider ohne Erfolg, denn es ist Regen vorhergesagt und dann wird der Ausritt nicht stattfinden :ohmy:. Es bleibt also spannend :pinch:!

Leider hatte ich bislang noch nicht die Ehre, diesen Park bei Sonnenschein zu erleben :angry:.



Schon kurz nach der Einfahrt lassen die ersten Tiere nicht lange auf sich warten. Neben einem stattlichen Kudu-Bock sehen wir einen schönen Schwarzhalsreiher (Black-headed Heron), eine Schakalfamilie, einen Schildraben (African Pied Crow) und jede Menge Pumbas.



























Gefolgt von zwei halbstarken Elis – allerdings sehr weit weg – die sich spielerisch auf zukünftige Kämpfe vorbereiten.

















Auf der Weiterfahrt entdecken wir eine Kuduherde und einen stattlichen Büffel.





Kurze Zeit später werden wir erst einmal an der Weiterfahrt gehindert, denn dem Fahrer dieses Wagens rückt ein jugendlicher Eli etwas zu sehr auf die Pelle :silly:







Eine stattliche Kuh folgt dem Jungtier, um es wieder auf den rechten Weg zu bringen ;)





Der Park macht auch dieses Mal wieder seinem Namen alle Ehre, denn die nächste Gruppe Elis veranlasst uns zu einem weiteren Stopp an diesem Wasserloch, wo wir lange das friedliche Treiben beobachten.








Wir sind sehr nah und können gut das Gegurgel beim Einsaugen des Wassers hören. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen und die armen Zebras müssen sich glaube ich noch ziemlich lange gedulden.













Auch während der Weiterfahrt gibt es links und rechts immer wieder was zu sehen.









Ichna entdeckt ein paar hundert Meter weiter ganz weit hinten am Zaun zwei Cheeta-Brüder. Leider sehr weit weg, daher reicht es nur für ein sogenanntes „Beweisfoto“ – dieses ist aber in der Tat ein Besonderes - wenn auch ein miserables :S



Diese beiden Cheeta-Brüder wurden aus einer Auffangstation quasi zur „Kur“ für kurze Zeit hier in den Addo „eingesetzt“. Sie sind nun schon seit ein paar Monaten hier und sollen in Kürze wohl wieder „umziehen“. Im Addo leben natürlich vorkommend keine Geparde und zudem besteht hier im Park mangels weiblicher Gesellschaft für die beiden Brüder keine Möglichkeit sich zu paaren.
Wir warten hier eine ganze Weile in der Hoffnung, dass die beiden sich vielleicht ein ganz kleines bisschen bewegen – aber außer einer leichten Neigung des Kopfes steht den beiden nicht der Sinn nach anstrengenderen Aktivitäten :P

Also setzen auch wir unseren Weg durch den Park weiter fort. Unterwegs begegnen wir einem Blue Crane und einem Secretary Bird gefolgt von einer Zebrafamilie.











Plötzlich stoppt Ichna sehr abrupt und schaut gebannt durch das Fernglas :dry:. Was sie wohl während der Fahrt im hohen Gras entdeckt hat :ohmy:?

Ich traue meinen Ohren nicht, als ich sie sagen höre: „Oh my god, this makes my day – look over here – a Caracal!" :woohoo: :woohoo:

Ichna und ich sind völlig aus dem Häuschen, wenn auch die Katzenmutter mit ihrer frischen Beute im Maul ziemlich weit weg und im hohen Gras recht schwer zu erkennen ist. Sie hat wohl gerade eine Manguste gefangen und trägt sie nun zu ihrem Jungen.






Karakale jagen überwiegend während der Nacht. Nur in Regionen, in denen sie sich völlig ungestört fühlen, kann man sie jedoch auch während des Tages bei der Jagd beobachten oder wie in diesem Fall vermutlich, weil sie ein Jungtier zu ernähren hat.





Leider erhaschen wir von dem Jungtier nur einen „Glimpse“ – der Karakal ist geschätzt keine drei Minuten und das Jungtier vielleicht für eine Sekunde zu sehen und dann leider viel zu schnell wieder im hohen Gras vollends verschwunden :huh:.

Ichna und ich sind uns sehr einig, dass diese Sichtung das absolute Highlight des Tages für uns war :silly: :laugh:. Die restlichen Mitfahrer scheint diese Sichtung nicht sonderlich beeindruckt zu haben :pinch:. Auch Dagmar konnte zunächst unsere Begeisterung nicht so recht verstehen :whistle:.

Schweren Herzens machen wir uns auf dem Weg zu unserem Picknickplatz an einem Wasserloch. Hier leisten uns zwei Elefanten Gesellschaft, die wir bei kleinen Leckereien und Getränken ausgiebig beobachten können.









Mit Ichna spreche ich während des Picknicks über die Löwen vom Schotia Game Reserve. Sie kennt das Reserve und übrigens auch Robert sehr gut und bestätigt meine Vermutung. Alle drei Löwen sind Handaufzuchten und werden täglich zugefüttert - ganz selten jagen sie wohl auch selbst.

Nach dem Picknick fahren wir Richtung Gate ohne weitere Sichtungen und das Wetter wird immer schlechter :sick:. Trotzdem war dieser Morning Drive ein ganz besonderes Erlebnis :woohoo: - wie lange ich schon darauf gehofft habe, endlich einen Karakal in freier Wildbahn zu sehen :) :silly:

Mit bangen Blicken schauen wir zum Himmel – ob es mit unserem Ausritt in den Addo wohl klappen wird? Das erfahrt Ihr dann im nächsten Teil B)
Letzte Änderung: 17 Apr 2017 20:17 von Applegreen.
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