THEMA: Reisebericht Katzen und Mäuse unfenced in SA
01 Apr 2012 09:58 #230194
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Tankwa Karoo NP / Elandsberg Cottage

Distanz 225 KM

Wir sind schon gespannt, was uns Heute erwartet. Der erste Teil der Strecke führt uns durch bergige Landschaft in Richtung Ceres, Diese Strecke sind wir schon mehrfach gefahren. In Ceres finden wir einen netten Drankwinkel, in dem wir uns mit Windhoek, Sparkling Water und dem so geliebten Savannah versorgen. Auch hier ist jetzt am Samstag die Hölle los. Erleichtert stellen wir auf der Weiterfahrt fest, daß es mit jedem KM immer einsamer und auch dürrer wird. Bald erreichen wir die erste Pad in diesem Urlaub. Die Landschaft wird weitläufiger und immer wüstenähnlicher.
Irgendwie vergessen wir Fotos zu machen.

Und dann nach bestimmt 50 KM NICHTS auf einmal ein Padstal. Das gibt’s doch nicht ! Hier fährt doch fast kein Auto !?! Wer um Himmels Willen eröffnet hier einen Padstal ?





Die Eigentümer sind übrig gebliebene Hippies, die uns sehr freundlich empfangen. Er sieht aus wie ein totaler Freak (Der Blonde Mann hinter der Theke).





Begeistert über neue Kundschaft ruft er in den heißen Gastraum „An icecold beer ?“
Als wir wegen der irren Hitze ablehnen und nach Kaffee fragen, ist er irgendwie enttäuscht.

Auf der Veranda sitzt eine farbige Familie mit einem kleinen, total süssen Mädel. Ansonsten ist es total still.





Wir setzen uns draußen hin und finden es irgendwie supercool hier in the middle of nowhere bei der Familie Freak Instant-Kaffe zu trinken und wie die blöden zu schwitzen.





Doch was ist jetzt ? Plötzlich kommt ein Motorrad nach dem anderen an. Die Gang trainiert gerade für eine Charity Tour von Kairo nach Kapstadt. Die machen dem Cheffreak eine Freude und trinken
das eiskalte Bier in Massen. So langsam wird es skurril, die Rocker kaufen Hippie-Schlapphüte und sind hier in der Wüste richtig gut drauf.

Nach ca. 1 Stunde fahren wir weiter über die einsame Pad. So langsam tauchen am Horizont imposante Berge auf.





Im Office am Parkeingang checken wir bei der freundlichen aber wortkargen Dame ein. Sie gibt uns den Schlüssel für die Family Unit und einen DIN A4 Plan des Parks und verabschiedet uns. Hier gibt es übrigens keinen Shop, nur Feuerholz ist verfügbar.

Bisher war die Pad eigentlich ganz gut, im Park ändert sich das schlagartig.
Über heftiges Wellblech geht es die letzten KM immer parallel zur Gebirgskette bis nach Elandsberg.





Erst im letzten Moment kann man bei der Anfahrt erkennen, welch einen schönen Blick man in den nächsten drei Tagen haben wird.
Letzte Änderung: 27 Jul 2013 15:11 von casimodo.
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01 Apr 2012 10:13 #230196
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Fortsetzung Tankwa Karoo / Elandsberg

Das Cottage ist riesig und wunderschön eingerichtet.



Es gibt einen kleinen Plunge Pool eine überdachte und somit schattige Grill- und Sitzecke, eine große Wohnküche, einen Kamin, zwei Schlafzimmer und ein großes Bad mit einer Dusche, aus der man einen Blick ins Freie hat.









Das Klo lädt zum Verweilen ein :pinch: Gelle Annick, Gelle Conny !



Strom ist nicht vorhanden, Petroleum-Lampen gibt es genug. Das Wasser schmeckt auch abgekocht brackig, man muss genügend Trinkwasser mitnehmen. Zum Zähneputzen und Waschen ist es OK.

Wir sind sehr angetan, hier können wir erst einmal ausspannen und runterkommen. Wir räumen unsere Sachen aus dem Auto und installieren uns. Auf der Folie des abgedeckten Pools hat sich etwas Wasser angesammelt, das eine Reihe von Vögeln anzieht.


Der Bokmakirie ist wunderschön


Die Mäuse krabbeln geschickt im trockenen Gras rum



Wir genießen die Ruhe und den wunderschönen Ausblick und bereiten gegen Abend das erste Braii vor. Es gibt Boerewors, Lammsteak mit selbstgemachter Knobibutter, Tomate Mozarella und Gemsquash.





Zusätzlich muss natürlich die erste Flasche Wein, ein wunderbarer Anura Shiraz dran glauben. Nachdem die Sonne den wolkenlosen Himmel verlassen und die Berge rot gefärbt hat, tauchen langsam die ersten Sterne auf. Da kein Mond da ist , dürfen wir einen Hammer-Sternenhimmel erleben. Wer findet auf dem Bild das Kreuz des Südens ? ;)



Es ist einfach wunderschön und wir erinnern uns wieder, warum wir Afrika so lieben ! Die Temperatur sinkt nur ganz langsam, bei weit geöffneten Fenstern schlafen wir gute 10 Stunden, bis die Vögel mich kurz nach Sonnenaufgang wecken.

Mit einer Tasse Kaffe schaue zu, wie die Sonne über den Bergen erscheint. Kerstin schläft noch bis halb neun. Bis dahin habe ich abgewaschen, mit dem aus Deutschland mitgebrachten Kaffe und Reisefilter eine Thermoskanne Kaffee gebraut und die ersten Mäuseschäden festgestellt. Selbst daran Schuld, wenn man das Toastbrot und die Tomaten auf der Spüle liegen läßt. Die Maus hat ein schön symetrisches Loch in eine Tomate gefressen, es sieht fast schön aus. In der Toastpackung ist das Plastik angefressen und ein für eine Maus gigantisches Loch klafft Mitten im Brot. Dick und hässlich sollen sie werde, die elende Diebe ! Wir sehen aber von Strafverfolgungsmassnahmen ab und verhängen kein Todesurteil ! Die Mausefalle auf dem Fensterbrett bleibt unbenutzt. Mit dem Foto erwischen wir sie mit den Resten unseres O-Saftes :



Den Rest des Tages verbringen wir im Schatten, es hat sicher Ende 30 Grad. Zwischen unseren Beinen hüpft die ganze Zeit ein schneidiger, kleiner Vogel herum, der mit großem Erfolg Fliegen fängt. Er hat Null Angst vor uns und wir schließen ihn sofort ins Herz.

Um halb vier brechen wir zum Gannaga Pass auf.



Über Wellblech, einsame Landschaft und vorbei an meist verlassenen Farmhäusern geht es genau in das eine Tal, in das wir von unserem Haus aus sehen können. Langsam wird die enge Pad steiler und Kerstin immer stiller.



Sie sitzt auf der Talseite und fühlt sich sichtlich unwohl. Der Ausblick in die Ebene und ins Tal wird immer spektakulärer, die kleine Pad windet sich in Serpentinen den Berg hoch.



Wir erreichen ein Hochplateau und drehen an der verlassen wirkenden Gannaga Lodge um. An einem schönen Aussichtspunkt genießen wir bei völliger Stille die gigantische Aussicht, ein kühles Getränk und lecker Kekse.







Auf der Abfahrt steht ein kleiner Steenbok neben dem Auto am Berg, Kerstin ist jetzt auch etwas entspannter.

Im Tal angekommen, sitzt ein Southern Pale Chanting Goshawk direkt neben dem Weg auf einem Zaunpfosten. Stück für Stück pirschen wir uns mit dem Auto näher heran. Er bleibt tatsächlich sitzen, sogar als das Auto nur noch 5-10 Meter entfernt ist.



Da entdecken wir so in 50 Meter Entfernung einen Schakal. Er hat den Vogel fest im Blick. Das wäre sein perfektes Dinner !

Er pirscht sich gaaaanz langsam heran, hat aber keine Chance. Nach ca. 20 Minuten fahren wir weiter und sehen noch einen Oryx und einige Springböcke.



Die Temperatur wird langsam erträglicher und so vergeht der Abend mit Vogel- und Mäusebeobachtung am Pool. Inzwischen sind auch einige der angekündigten Bienen da, wir wussten bei der Buchung von der Problematik, die bisher keine war.



Relaxt wird während des Sonneunterganges das Essen vorbereitet, das Feuer angezündet und die ersten Schlücke eines leckeren Cuvees von Diemersfontain rinnen unsere Kehlen herunter.





Bei wieder gigantischem Sternenhimmel gibt’s Butternut, Speckwürste und Steaks. Gegen 22.00 Uhr siegt die Müdigkeit.

Vielleicht einmal eine Anmerkung zwischendurch:

Wir haben während des gesamten Urlaubes keine einzige Seite eines Buches gelesen. Früher hätten wir nie im Leben geglaubt, das es niemals langweilig wird, über Stunden gar nichts zu tun und nur die Stille und die Weite der Landschaft und die Kleintierwelt genießen zu dürfen. In Deutschland würde es uns nach wenigen Minuten langweilig, in Afrika nicht.
Anhang:
Letzte Änderung: 27 Jul 2013 15:11 von casimodo.
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01 Apr 2012 10:45 #230202
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casimodo schrieb:
Es ist das Zelt Nr. 1, in dem schon einiges an Forumsprominenz gewohnt hat.

Hallo Carsten,

bin schon gespannt wie Dein Bericht weiter geht.

Wir waren im Zelt No.2. In Nummer 1 sollte die Küche neu gemacht werden. Es kamen 9 Arbeiter auf 3 Lkw`s, von denen 2 gearbeitet haben (ausserhalb des Chalets) und blieben etwa 10 Minuten. Was die wohl in der Zeit geschafft haben????? Deshalb meine Frage: Ist die Küche fertig renoviert?

LG Pascalinah
Letzte Änderung: 01 Apr 2012 10:45 von Pascalinah.
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01 Apr 2012 10:48 #230205
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Hallo Pascalinah,

also uns ist Nichts aufgefallen, die Küche war in normalem Zustand.

Viele Grüße
Carsten
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01 Apr 2012 12:10 #230210
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Hallo Ihr zwei,

schöner Bericht und auch sehr schöne Bilder. Da könnte man doch grade wieder
ins Flugzeug steigen. ;)

Viele Grüße aus dem Westerwald :)
Maria
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01 Apr 2012 12:13 #230211
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  • Hanne am 01 Apr 2012 12:13
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Hallo Carsten,

erstmals danke, dass wir anhand Deines Reiseberichtes mitlesen und vieles
miterleben und erfahren dürfen.
Ich bewundere alle die einen Reisebericht schreiben- denn ich kann besser
lesen als schreiben - also wird es von mir nie einen Reisebericht geben.
Tulbagh fanden wir auch reizend. Freu mich auf die Fortsetzung - vor allen
Dingen - wo Ihr noch überall Mäuse erlebt - das ist für mich ja der Horror... ;)
Auch bin gespannt über das erlebte im KTP, da wir ja kurz vor Euch da waren.
Einen sonnigen und schreibfreudigen Sonntag
wünscht Dir und Kerstin
Hanne
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