jaffles1'312 Beiträge · seit 200627. Apr. 2015 · #161
Hallo Topobär,
als stiller Mitleser möchte ich mich jetzt doch mal zu Wort melden. Es ist einfach großartig, was ihr so alles erlebt habt und so vielseitig!!! Der Moremi hat mir auch immer so gut gefallen, wir waren aber meist im September/Oktober dort. In der Regenzeit hätte ich dazu nicht den Mut gehabt! Aber das satte Grün und die tolle Stimmung ist schon was besonderes! Bin gespannt, was ihr sonst noch alles erlebt!
Mabe1'068 Beiträge · seit 201327. Apr. 2015 · #162
Och nööö, jetzt auch hier Leos ohne Ende...ich hab mich schon bei Casimodos´ Bericht beklagt. Ich krieg die grüne Farbe (Neid) schon gar nicht mehr los
Ansonsten les ich natürlich gerne weiter mit...die grüne Farbe in der Natur find ich nämlich total klasse! Gruß Mabe
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201228. Apr. 2015 · #163
Hallo Rodrigo, Zu Deinem Löwen, ich sage nur: "Das Auge des Hurricans" - einfach umwerfend fotografiert!
Liebe Grüße, Rolf
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200930. Apr. 2015 · #164
Vielen Dank an die vielen Kommentatoren und Danke-Button-Drücker. Für die treue Leserschaft gibt es pünktlich zum langen Wochenende gleich noch das nächste Kapitel.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200930. Apr. 2015 · #165
26.Tag (Mi. 14.01.2015) Moremi National Park (Xakanaxa Campsite – Khwai North Gate Campsite) 111km
Der Morgen-Gamedrive führt uns erst durch die großartigen Wälder zwischen Xakanaxa und 3rd Bridge. Daran anschließend fahren wir zu den Paradise Pools. Auch ohne besondere Tiersichtungen sind wir sehr zufrieden. Vor allem die Region um die Paradise Pools hat es uns angetan, so dass wir uns dort auch einen schönen Platz für unser Frühstück suchen.
Die Landschaft mit ihren vielen toten Baumgerippen erinnert uns stark an Dead Tree Island, hat aber den Vorteil, dass wir keine tiefe Furt durchqueren müssen.
Vom Frühstückstisch aus können wir Impalas und zahlreiche Wasservögel beobachten.
Nach dem Frühstück fahren wir weiter in Richtung Khwai. Unser erstes Ziel ist der Dombo Hippo Pool. Diesmal kommen wir von der „falschen“ Seite und unser Navi führt uns über Wege, die wahrscheinlich seit Jahren niemand mehr gefahren ist. Irgendwann haben wir es dann aber geschafft und Kathrin kann vom Hide aus Ihre dicken Lieblinge beobachten.
Entlang der Floodplains des Khwai führt uns die Fahrt zum North Gate, wo sich unsere Campsite für die folgende Nacht befindet. Wir sehen zahlreiche Lechwes und natürlich Unmengen von Vögeln.
Kurz nach Mittag erreichen wir unsere Campsite und richten uns erst einmal häuslich ein. Es ist heute nicht nur heiß, sondern auch drückend schwül. In der Ferne haben sich auch schon große Wolken gebildet.
Um 16:00Uhr starten wir zum abendlichen Gamedrive, bei dem wir die Floodplains des Khwai östlich des North Gates erkunden wollen. Auch hier sehen wir in erster Linie Lechwes. Wie schon am Vormittag stimmen auch hier Karte und GPS nicht mit der Realität überein. So manches Mal schlagen wir uns durchs dichte Unterholz in der Annahme einen Loop entlang des Ufers zu erreichen, enden dann aber in einer Sackgasse.
Es hat sich in der Zwischenzeit auch ein erstes starkes Gewitter gebildet, welches wir aus der Distanz beobachten können. Es sieht so aus, als würde es sich direkt über unserer Campsite entladen. Dabei stellen wir fest, dass wir sowohl die Campingstühle, als auch das Feuerholz auf der Campsite stehen lassen haben.
Auf dem Rückweg zur Campsite geraten wir dann auch selbst ins Gewitter und die Wege verwandeln sich augenblicklich in Rutschbahnen. Man fährt wie auf Schmierseife. Ich kann mich teilweise kaum auf den Beinen halten, wenn ich bei unübersichtlichen Schlammpassagen aussteige, um die Lage zu erkunden. Manche Stellen lassen sich nur fahren, wenn ich alle Differentiale sperre.
So schnell wie das Gewitter gekommen ist, ist es auch wieder verschwunden und der Himmel klart rasch auf. So kommen wir auch heute wieder in den Genuss eine stilvollen Sundowners.
Beim letzten Licht kommen wir zu unserer Campsite zurück. Die Stühle sind natürlich komplett durchweicht und auch das Feuerholz ist klitschnass. Mit Hilfe von Grillkohle und Grillanzündern bekommen wir unser Campfire dann aber doch zum Laufen und so steht auch heute unserem Braai nicht im Wege
Abkühlung hat das Gewitter nicht gebracht. Es ist lediglich noch schwüler geworden, was ich bis dahin nicht für möglich gehalten hätte.
Wir sind gerade mit Essen fertig, da erscheint eine Hyäne auf unserem Platz. Ein Riesentier. Dagegen waren die beiden am South Gate Zwerge. Außerdem zeigt sie keinerlei Scheu. Sie kommt ohne zu zögern auf uns zu und stellt sich erst einmal direkt neben das Lagerfeuer. Soviel zu dem Gerücht, Wildtiere hätten Angst vor Feuer. Sie trollt sich erst, als wir sie laut anschreien. Kaum haben wir dann den Tisch verlassen um aufzuräumen und mit dem Abwasch zu beginnen, steht die Hyäne am Tisch und leckt unsere Teller ab. Nur wenn man sehr aggressiv auf sie zugeht, verschwindet sie. Danach umkreist das Tier die ganze Zeit unser Camp. Wir können sie nicht einen Augenblick aus den Augen lassen, denn niemand möchte plötzlich den warmen Atem einer Hyäne im Nacken spüren. So halte ich zunächst mit dem Spaten bewaffnet Wache, während Kathrin den Abwasch erledigt. Danach nehmen wir unseren Absacker im Stehen vor der Heckklappe ein, um im Zweifelsfall in den Wagen flüchten zu können, sollte die Hyäne noch Verstärkung erhalten. Aufs Tagebuch schreiben verzichte ich diesen Abend erstmals auf dieser Reise. Ist viel zu stressig. Man will wissen, was um einen herum vor sich geht. Da passt es überhaupt nicht, den Blick in ein Buch zu vertiefen. Das Kathrin immer mal wieder kurz aufschreit, weil sie von bissigen Ameisen traktiert wird, trägt auch nicht gerade zur Entspannung bei.
tiggi1'558 Beiträge · seit 201130. Apr. 2015 · #166
Hallo Topobär, nun erst fand ich die Zeit, deinen Bericht gesonnt weiterzulesen. Fantastische Bilder, klar, scharf und ausgesprochen tolle Motive! Ihr hattet wirklich viel Glück mit all den Katzen. Für uns sind die grünen Landschaften immer noch ungewohnt, da wir nur die Winterzeit in Botswana erleben können. Das stellt so manch ein Tier noch hübscher heraus. Ein bisschen ängstlich habe ich deine Wasserwanderungen und das Erforschen der Furten betrachtet. Die Erinnerungen an viele gut getarnte Krokos, würden uns nicht so unbeschwert durchlaufen lassen. 😕 😐 Aber du scheinst ja noch auf zwei Beinen zu laufen. 😈
Unsere Vorfreude auf den Moremi steigt durch deinen Bericht , danke!
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200904. Mai 2015 · #167
Hallo Biggi,
ja, die Beine sind noch dran. Bei Furten ist das halt immer eine Risikoabwägung. Wenn das Gelände übersichtlich und das Wasser klar ist, gehe ich lieber mit dem Wagen auf Nummer sicher, anstatt einen Tauchgang zu riskieren. Ein Restrisiko bleibt natürlich immer.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200905. Mai 2015 · #168
27.Tag (Do. 15.01.2015) Khwai North Gate – Savuti 146km
In der Nacht hat es dann richtig heftig angefangen zu gewittern. Das war ein Schauspiel! Der Regen war so stark, dass wir die Seitenwände des Dachaufbaus komplett schließen mussten.
Morgens ist der Niederschlag dann in einen leichten Nieselregen übergegangen. Wir verzichten auf Frühstück und Gamedrive. Fürs Frühstück ist es uns zu ungemütlich und der Gamedrive wäre mir in dieser Gegend bei den Bedingungen zu stressig. Außerdem stellt sich die Frage, in welchem Zustand die Strecke nach Savuti ist und wie lange wir dafür brauchen. Lieber erst einmal am nächsten Etappenziel ankommen und dann dort entscheiden, wie es weiter geht.
Bei Auschecken am Gate fragt uns die Rangerin, ob wir gestern auch die Wildhunde gesehen hätten. Gegen 18:00Uhr hätte ein Rudel ein Impala quer durchs Camp gejagt. So spielt das Schicksal. Wir durchstreifen den Busch und währenddessen ist auf der Campsite Highlife.
Nächster Stop ist die Furt hinter Khwai Village. Man gut, dass ich die auch dieses Jahr wieder ablaufe, denn die Fahrspur ist jetzt eine ganz Andere als beim letzten Mal. Wäre ich einfach die bekannte Linie gefahren, hätte ich den Wagen wahrscheinlich versenkt.
Die befestigte Piste Richtung Mababe Village ist noch gut zu befahren, aber das ändert sich schlagartig, als wir in den Track Richtung Mababe Gate einbiegen. Inzwischen hat sich das Wetter zum kräftigen Landregen entwickelt und der Track ist eine einzige Aneinanderreihung von Pools. Manche waren so groß und tief, dass ich mir Sorgen machte, ob dort schon Hippos eingezogen sind. Viele Pools sind tiefer als die Furt.
Dies ist noch ein einfacher Abschnitt. Bei den tieferen Abschnitten, habe ich mich nicht getraut anzuhalten. Immer in Bewegung bleiben hieß dort die Devise.
Gleich nach dem Abzweig und somit weit außerhalb der Nationalparks kamen wir an vielen Elefantenbullen vorbei, die links und rechts der Strecke auf Futtersuche waren. Während die meisten Tiere bei Regen Schutz suchen, habe ich bei Elefanten immer den Eindruck, dass sie den Regen genießen.
Nach dem Mababe Gate fahren wir auf der Sandridge Road nach Savuti. Die Marshroad ist bei diesen Verhältnissen absolut unpassierbar. Selbst auf der Sandridge Road, die normalerweise für ihre Tiefsandpassagen berüchtigt ist, sind die unter Wasser stehenden Passagen gegenüber den sandigen Abschnitten in der Überzahl. Bei über 100km Wasserschlacht am Stück verspannt man sich ganz schön und abends brauchte ich dann erst einmal eine Massage von Kathrin, um wieder etwas geschmeidiger zu werden.
Als wir die Savuti-Region erreichen klart der Himmel im Osten auf und der regen lässt nach. Wir ändern unseren Plan und fahren nicht direkt zur Campsite, sondern zunächst zum großen Baobab, um dort in Ruhe zu Mittag zu essen. Inzwischen knurrt uns nämlich heftig der Magen.
Nicht weit entfernt zieht ein Elefant vorbei und der Regen hört ganz auf. Immer wieder lässt sich die Sonne blicken. Wir entspannen so langsam.
Für die restliche Strecke zur Campsite nehmen wir nicht den Hauptweg, sondern fahren über die zahlreichen kleinen Tracks. Hier gibt es auch reichlich Tiere zu sehen.
Besonders beeindruckend ist, wie sich hier innerhalb kurzer Zeit die Landschaft komplett verändert. Kommt man sich zum Ende der Trockenzeit vor wie in einer lebendfeindlichen Wüste…
Oktober
… fährt man 3 Monate später durch eine von saftigem Gras umgebene Seenplatte.
Januar
Jetzt sind auch zahlreiche Wasservögel anwesend.
Als wir die Savuti Campsite erreichen gewinnt endgültig die Sonne die Oberhand. Uns kommt das sehr gelegen, denn wir haben inzwischen so einiges zum trocknen.
Wir teilen unsere Campsite mit zahlreichen Baumhörnchen, die keinerlei Scheu zeigen und sehr neugierig sind. Mit denen wird es nicht eine Sekunde langweilig.
Unser Abend-Gamedrive führt uns auf der Südostseite des Channels bis in die Savuti-Marsh. Die Wege stehen zwar fast alle unter Wasser, sind aber gut zu befahren, da der Untergrund aus Sand besteht und wir dadurch keine Probleme mit Schlamm haben.
Savuti ist Elefantenland und so gehören die Dickhäuter zu unseren ständigen Begleitern. Normalerweise mag ich keine Arschfotos von Tieren, aber keine Regel ohne Ausnahme.
Wir sehen viele Vögel. Besonders interessant ist das Verhalten der Karmesinspinte. Sie haben anscheinend gelernt, dass die Autos Insekten aufscheuchen und fliegen deshalb immer mit Fahrzeuggeschwindigkeit vor oder neben der Motorhaube. Hält man an, lassen sie sich auf nahe gelegenen Ästen nieder und sowie man wieder startet fliegen sie wieder neben einem her.
In der Marsh nutzen wir die Furt durch den Savuti-Channel um auf die Westseite zu gelangen. Witziger weise herrscht hier während der Regenzeit Niedrigwasser und so lassen sich die Furt und weite Teile der Marsch besser als während der Trockenzeit befahren.
Auf dem Rückweg zur Campsite läuft ewig ein Elefant vor uns auf dem Weg entlang und blockiert uns. Zeitplanung ist in Elefantengebieten immer Glückssache. Als er sich in einem neben dem Weg befindlichen Schlammloch ausgiebig der Körperpflege widmet, werden wir für unsere Geduld großzügig entlohnt.
Für einen Sundowner ist es dann zu spät. Man muss halt Prioritäten setzen. So fahren wir direkt zurück zu unserer Campsite und stoßen dort auf den vergangenen Tag an.
Als es dunkel ist ertönt ein Ohren betäubendes Froschkonzert. Das ist auch gut so, denn dadurch hört man den Generator nicht, der inzwischen direkt am Waschhaus steht und nicht mehr einige hundert Meter entfernt am Abzweig zum Airstrip.
Es knackt auch die ganze Zeit laut im Unterholz auf der anderen Seite des Channels. Wir können aber nicht heraus bekommen, wer dort unterwegs ist.
Ich hab mir tagsüber einen Akaziendorn in den Finger gerammt und der Einstich tut noch immer sehr weh. Ich frag mich, ob die Dornen mit einer Schmerz verstärkenden Substanz überzogen sind. Wenn man sich mit einer Nadel sticht oder mit einem Messer schneidet, vergeht der Schmerz wesentlich schneller.
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201205. Mai 2015 · #169
Absolut herrlich, Topobär, ganz toll!
VG. Rolf
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200912. Mai 2015 · #170
28.Tag (Fr. 16.01.2015) Savuti – Ihaha 190km
Der Morgen-Gamedrive führt uns auf der Marshroad nach Süden, soweit es die Pistenverhältnisse zulassen. Wir kommen bis zur Marabou Pan. Hier wimmelt es nur so von Tieren. Zebras, Gnus, Warzenschweine und Giraffen in Massen.
Auf dem Rückweg geht des dann durch die Marsh. Skurilerweise lässt es sich hier derzeit am besten fahren, da Niedrigwasser herrscht und das Wasser der letzten Regenfälle besser von den Pisten abläuft.
Da einem die großen Weidetiere ohnehin immer ins Auge springen, widmen wir uns heute wieder viel den kleineren Vertretern der Fauna. Primär sind dies die Vögel, von denen es in der Gegend reichlich gibt.
Es ist aber auch wieder die eine oder andere Schildkröte aus dem Weg zu räumen, was Kathrin besonders gefällt, da es die einzigen Tiere sind, für die das afrikanische Tier-Paradoxon nicht gilt. Was, Ihr wisst nicht was das ist? Ganz einfach: Alle Tiere, die man gefahrlos streicheln könnte, laufen weg. Alle Tiere, die nicht weglaufen, kann man leider nicht gefahrlos streicheln. Einzige Ausnahme sind die Schildkröten.
Brunch gibt es wieder unter dem großen Baobab. Einen besseren Picknickplatz kann man sich kaum vorstellen.
Dann heißt es Abschied nehmen, von unserem liebsten Gebiet in Botswana. Savuti war wieder ein Traum und wird auch zukünftig bei keiner Botswana-Tour fehlen.
Die Strecke zum Goha Gate und weiter bis zur Asphaltstraße in Kachikau ist dann wieder eine Wasser- und Schlammschlacht. Wieder sind viele Pfützen tiefer als die Furten im Moremi. Über den zweiten Gang kommen wir nicht hinaus. Der Wagen quietscht inzwischen sehr erbärmlich. Über 300km Wasser/Sand-Schleifemulsion gehen auch an einem Geländewagen nicht spurlos vorüber und dies ist auch ganz besonders bei den Bremsen des Landcruisers ein Schwachpunkt. Das hatten wir auch schon auf anderen Reisen.
Am späten Nachmittag erreichen wir die Chobe Riverfront. Gegenüber in Namibia wird mal wieder Gras abgebrannt. Machen die das eigentlich das ganze Jahr über? So langsam nervt es mit dem Rauch. Ich möchte hier auch mal wieder einen nicht vom Rauch getrübten Himmel erleben.
Wir fahren direkt zur Campsite Ihaha. Beim Checkin erfahren wir, dass in der vorherigen Nacht ein Auto aufgebrochen worden sei und man deshalb jetzt einen Sicherheitsdienst vor Ort hätte.
Unser Stellplatz liegt traumhaft schön und bietet einen weiten Blick über die Flussniederung. Wir beschließen, heute das Auto stehen zu lassen und die Natur von hier aus zu genießen. Schon bald kommt ein einzelner Elefant bei der Futtersuche ganz dicht hinter uns vorbei.
Unten am Fluss tummelt sich zunächst eine große Büffelherde, die schon bald von einer Elefantenherde abgelöst wird.
Während dessen braut sich im Westen ein Gewitter zusammen, welches uns recht bald erreicht. Der Wolkenbruch hält nur kurz an, aber danach nieselt es noch eine ganze Zeit lang. Da sind wir mal wieder dankbar für unsere Markise. So können wir schon mit dem kochen beginnen. Aufs Grillen verzichten wir heute angesichts des Wetters, denn es sieht die ganze Zeit so aus, als könne es jeden Moment wieder mit dem Regen losgehen.
Die Gewitterstimmung hat aber auch ihr Gutes. Durch ein Wolkenloch bricht die Sonne hindurch und zaubert einen wunderschönen Sonnenuntergang mit Regenbogen in die Landschaft.
Die Paviane, von denen es hier reichlich gibt, habe die Bäume rings um unsere Campsite zum schlafen erwählt. Dumm gelaufen, für eine Meerkatzen-Mama mit Baby, die die gleiche Idee hatte und nun um ihr leben fürchten muss, denn die Paviane versuchen sie für ein Betthupferl zu erwischen. Gerade so gelingt Ihr durch einen spektakulären Sprung auf unser hoch geklapptes Dach die Flucht.
Überrascht hat uns, dass die Paviane hier nicht ein einziges Mal versucht haben, sich bei uns zu bedienen. Das sind wir anders gewohnt.
Nach dem Abendessen genießen wir noch das Wetterleuchten über Namibia. Unten in der Flussniederung ziehen zwei Hyänen vorbei und wir hören laut die Löwen brüllen.
........die Unsicherheit in IHAHA scheint sich ja wie ein roter Faden durchzuziehen..... 🙁 🙁 🙁
mit Grüssen,
BMW
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200912. Mai 2015 · #172
Hallo BMW,
da ich nicht der schnellste Schreiber bin, sind die Geschehnisse auf Ihaha schon über ein viertel Jahr her. Das war ungefähr die Zeit, als das Thema hier im Forum diskutiert wurde. Spätere Reisende hatten in Ihren Berichten dann auch häufig die Bewachung geschildert. Von Diebstählen oder Überfällen habe ich danach nichts mehr gehört. Vielleicht hilft die Bewachung ja.
ich bin hin und weg - wir sind ja genau diese Strecke auch gefahren Anfang September und ich (er)kenne so viel Stellen - und doch meine ich in einem fremden Land zu sein! Wie anders sieht Botswana in Grün doch aus! Danke für die vielen tollen Fotos.
Kann ich dich eigentlich regresspflichtig machen? Schon lange geht mir der Gedanke durch den Kopf, mal an Ostern einen Kurz-Camping-Trip durch Moremi/Savuti/Chobe mit BW zu machen - ich hatte schon fast die Kurve gekriegt, 2016 hart zu bleiben und lieber zu sparen..... und jetzt kommst du mit deinem Bericht ums Eck 😎 .......
Deine Gedanken zum Chobe kann ich gut nachvollziehen - dreimal war ich jetzt dort und immer genervt von dem Rauch in der Luft ( und außerdem von dem Gegenlicht, das man dort meistens hat) 🤩 .
Jetzt bin ich mal noch gespannt auf eure Chobe-Sichtungen und dann auf ZIM!
THBiker1'366 Beiträge · seit 201113. Mai 2015 · #174
Es ist aber auch wieder die eine oder andere Schildkröte aus dem Weg zu räumen, was Kathrin besonders gefällt, da es die einzigen Tiere sind, für die das afrikanische Tier-Paradoxon nicht gilt. Was, Ihr wisst nicht was das ist? Ganz einfach: Alle Tiere, die man gefahrlos streicheln könnte, laufen weg. Alle Tiere, die nicht weglaufen, kann man leider nicht gefahrlos streicheln. Einzige Ausnahme sind die Schildkröten.
Da muss ich aber widersprechen 😉 Chameleons laufen auch nicht weg....zumindest nicht schneller als Schildkrören 😗
...und außerdem von dem Gegenlicht, das man dort meistens hat
Wieso Bele? Steht im Chobe die Erde still? 🤩 😎
Im übrigen ist dies ein sehr interessanter Bericht 😎 mit sehr schönen Bildern und guten Informationen Danke 🙂
...und außerdem von dem Gegenlicht, das man dort meistens hat
Wieso Bele? Steht im Chobe die Erde still? 🤩 😎
😎 Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, fährt man ja viel am südlichen Ufer des Flusses entlang und glotzt dann immer mehr oder weniger grob nach Norden in die Sonne - dazu dann noch der Rauch in der Luft..... das gestaltet das Fotografieren von großen Herden dort etwas schwierig. Vom Boot aus hat man dann oft ein komplett anderes Bild, wenn man ans Ufer schaut (in Richtung Namibia ändert sich natürlich wenig...). Okay, wenn man nicht direkt am Ufer entlang fährt, ist die Situation eine andere - aber trotzdem....ich finde, man könnte da mal was an der Sonne drehen, oder am Fluss...irgendwie halt für bessere Sicht sorgen - oder??? 😗
Das beste Licht hatte ich eigentlich beim ersten Mal und dachte, das ist immer so ... 🙁
THBiker1'366 Beiträge · seit 201113. Mai 2015 · #176
Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass die Sonne ja auch dort von Ost nach West wandert und deshalb zu den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden zumindest einmal das Licht gut sein muss 😉 egal wohin man guckt. Und Gegenlichtaufnahmen können auch ihren Reiz haben 😎 Aber ich verstehe was du meinst, man hat das Gefühl jedesmal zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200913. Mai 2015 · #177
Champagner schrieb:Hallo Thomas,
Kann ich dich eigentlich regresspflichtig machen? Schon lange geht mir der Gedanke durch den Kopf, mal an Ostern einen Kurz-Camping-Trip durch Moremi/Savuti/Chobe mit BW zu machen - ich hatte schon fast die Kurve gekriegt, 2016 hart zu bleiben und lieber zu sparen..... und jetzt kommst du mit deinem Bericht ums Eck 😎 .......
Liebe Grüße von Bele
Hallo Bele,
ich kann Dir nur empfehlen, diese Idee in die Tag umzusetzen. Gerade 2016 bietet sich besonders an, da Ostern besonders früh liegt. Ich würde Dir sogar empfehlen die gesamten Osterferien zu nutzen. In 2 Wochen kannst Du die geplante Tour bequem um CKGR & Nxai Pan erweitern. Gerade diese beiden Gebiete lohnen besonders in der Regenzeit. Ich würde immer wieder in der Regenzeit nach Botswana fahren. Grün ist das Land einfach am schönsten.
ich kann Dir nur empfehlen, diese Idee in die Tag umzusetzen. Gerade 2016 bietet sich besonders an, da Ostern besonders früh liegt. Ich würde Dir sogar empfehlen die gesamten Osterferien zu nutzen. .
Grrrrrr...... welche 2 Wochen???? Wir haben 2016 nur von Gründonnerstag ab und dann noch eine ganze Woche 😈 😈 😈 Das ist ja das Ärgerliche - sonst hätte ich noch ganz andere Pläne.... 🙁
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200919. Mai 2015 · #180
29.Tag (Sa. 17.01.2015) Ihaha – Kasane 103km
Um die Sicherheit auf der Campsite zu gewährleisten, wurden in der Nacht Patrolien gefahren und die Umgebung mit Taschenlampen ausgeleuchtet. Dadurch war zwar alles save, aber leider auch recht unruhig und wir haben nicht so gut geschlafen, wie die letzten Nächte.
Es ist kein Vergnügen, wenn eine Pavian-Gruppe die umliegenden Bäume der Campsite als Schlafplätze auswählt. Wirklich unglaublich, was für Mengen die Biester scheißen. Die ganze Zeit über hört man es um sich herum aus den Bäumen nach unten platschen. Entsprechend penetrant stinkt es am nächsten Morgen. 🤢
Aus diesem Grund starten wir auch sofort zum Gamedrive. Hier kommt kein Appetit auf. Doch auch beim Gamedrive dominieren zunächst die Paviane. Wir treffen eine Gruppe nach der anderen und jede davon kommt uns riesig vor.
Ein paar Kilometer weiter treffen wir am Ufer einen bildhübschen Junglöwen. Aus der Entfernung hatten wir zunächst eine Löwin vermutet, bis wir dann beim Näherkommen das entscheidende Detail bemerkten und feststellten, dass dem Jüngling lediglich noch der Bartwuchs fehlte.
Östlich von Serondela steht dann ein Schild, welches die Weiterfahrt nur mit einem River-Ticket erlaubt. Davon hatten wir bislang noch gar nichts gehört und auch die Ranger am Gate hatten dieses Ticket mit keiner Silbe erwähnt. Also beschließen wir, das Schild zu ignorieren. Aufgrund der Einbahnstraßenregelung geht es zunächst oben am Hang weiter nach Osten, um dann vom Sedutu-Valley aus den River-Drive zurück nach Serondela zu fahren.
Wir werden für unsere Risikobereitschaft auch schon bald belohnt. Kurz bevor wir das Sedutu-Valley erreichen, stehen links von uns jeder Menge Marabus. Als ich anhalte, um sie zu fotografieren, entdecke ich im Hintergrund noch etwas viel interessanteres.
Unten auf den Überschwemmungswiesen liegt ein Rudel Wildhunde. So bleiben wir nicht lange bei den hässlichen Vögeln, sondern sehen zu, dass wir so schnell wie möglich auf den River-Drive und zu den Wildhunden gelangen. Die sind dann glücklicherweise noch an Ort und Stelle.
Im weiteren Verlauf des River-Drives sehen wir dann einige Hippos außerhalb des Wassers. Die scheinen hier besonders verfressen zu sein und nachts nicht satt zu werden.
Wir gelangen zurück nach Serondela, ohne bezüglich eines River-Tickets kontrolliert worden zu sein. Bei unserem Glück mit den botswanischen Rangern grenzt das schon an ein kleines Wunder.
Die Picknick-Site von Serondela nutzen wir dann auch zum Frühstück. Hier gibt es sehr viele diebische Meerkatzen. Anscheinend sind es die dreisten Biester gewohnt, dass die Touristen Angst vor Ihnen haben, denn einer springt gleich auf unseren Tisch, um sich zu bedienen und obwohl wir daran sitzen. Da hat er aber die Rechnung ohne Kathrin gemacht, von der er sich gleich einmal eine ordentliche Kopfnuss einfängt und daraufhin schleunigst das Weite sucht. Danach kommt die Schleuder zu Einsatz und damit ist auch für den letzten Affen klar, wo die Bannmeile um unseren Frühstückstisch beginnt. So begnügen wir uns damit, uns gegenseitig zu beobachten.
Nach dem Frühstück geht es dann durchs Hinterland direkt nach Kasane. Unterwegs gibt’s in erster Linie Impalas zu sehen.
In Kasane führt uns unser erster Weg zum Supermarkt, um unsere Vorräte wieder aufzustocken. Die Frischwaren kaufen wir aber erst, wenn wir Kasane wieder verlassen.
Danach checken wir in unserer üblichen Unterkunft in Kasane ein, der Campsite der Chobe Safari Lodge. Wir haben beschlossen zwei Tage zu bleiben. Die Huntersroad ist nach den Regenfällen der letzten Tage wahrscheinlich unbefahrbar und bei unserem Wagen müssen dringend die Bremsen gemacht werden. Da bietet sich ein voller Tag in Kasane bestens an.
Nach kurzem Telefonat kommt auch bald ein Mechaniker von Bushlore vorbei und untersucht den Wagen. Er bestätigt unsere Diagnose und sagt uns eine Reparatur für den folgenden Tag zu, obwohl es sich dabei um einen Sonntag handelt.
Um 15:00Uhr starten wir dann auf den Boatscruise, den wir bei der Chobe Safari Lodge gebucht haben. Wie üblich auf einem sehr großen Boot, welches aber nur zu einem Viertel besetzt ist, so dass man viel Bewegungsspielraum zum fotografieren hat.
Zu Beginn befürchten wir noch, dass wir komplett verbrutzeln, da wir unseren Sonnenschutz vergessen haben. Schon bald müssen wir allerdings feststellen, dass sich von hinten ein starkes Gewitter angeschlichen hat. Wir sind noch keine Stunde unterwegs, da bricht es mit aller Macht los. Durch den Sturm werden die heruntergelassenen Regenplanen immer wieder losgerissen und bald sich alle an Bord bis auf die Haut durchnässt. Eine Fortsetzung der Fahrt hat keinen Sinn und so beschließen wir einstimmig die Rückkehr. Tiere haben wir kaum gesehen, dafür aber ein Naturschauspiel hautnah miterlebt.
Beim Sprint vom Boot in die Bar lege ich mich erst einmal ordentlich auf die Fresse. Bei Nässe ist der Fußboden der Lodge mit Crocs spiegelglatt. Mit einem Heißgetränk warten wir ab bis der Regen nachlässt und ziehen dann auf die Campsite um. Hier hat es eine sehr gemütliche Bar direkt am Fluss, wo wir einen wunderschönen Sundowner erleben, da die Sonne zu guter Letzt doch noch durch die Wolken bricht.
Zum Dinner gehen wir zurück in die Lodge. Das gute Buffet ist einer der Hauptgründe, weshalb wir in Kasane immer auf der Campsite der Chobe Safari Lodge übernachten.