THEMA: Feuertaufe im Regenwasser - Botswana 6.6.-28.6.09
28 Jul 2009 07:44 #110350
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  • Pete_Lwt am 28 Jul 2009 07:44
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Hallo Kathrin, Hallo Olli,

Euer Bericht klingt sehr spannend und nach echtem Nervenkitzel.
Seid froh, dass Ihr die Route von Gweta nach Kubu Island nicht probiert habt! Am 09.07. haben wir auf der Route unseren Wagen im Schlamm "versenkt" (Räder versunken, Achsen lagen auf) und konnten ihn erst 24 Stunden später mit Hilfe von ca. 10 Einheimischen wieder befreien. Eure Abreise von Kubu Island muss die absolute Härte gewesen sein, die Adrenalinausschüttung reicht vermutlich mindestens für den Rest des Jahres. Mir haben da schon die Wasserdurchfahrten zwischen Savuti und Moremi bzw. im Moremi gereicht. Aber wie heißt es so schön: Tourists bring back souvenirs, Travellers bring back stories!
Schön, daß auch Ihr alles heil überstanden habt, viel Spaß bei der Planung für nächstes Jahr!

Peter
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28 Jul 2009 16:21 #110403
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  • Olli Bö am 28 Jul 2009 16:21
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Schön, dass ihr da lebend rausgekommen seid und berichten könnt.

Hi Holger,

ja, darüber freuen wir uns auch sehr ;)

Klar war es geil, vor allem im Nachhinein.
Aber in so mancher Situation war uns doch etwas bang, denn man weiß ja trotz allem Optimismus nicht immer schon vorher, dass es letztendlich gut ausgeht.
Und die vielen Erfahrungen (danke für euere Schilderungen, Peter, Jamie und schoelink :huh:) zeigen, dass es wirklich nicht ganz ohne war, das viele Wasser.
Glücklicherweise waren wir uns dessen in der Situation gar nicht so 100% bewusst. Wir hatten genug damit zu tun zu überlegen, wie wir am besten weiterkommen und hatten dann eher mit den naheliegenden Problemen (Matschlöchern und Seen) zu kämpfen, als uns einen Kopf darum zu machen, was wäre wenn und hätten wir nicht doch und wer hatte überhaupt die Idee...

@ Peter: oh, das hört sich aber auch sehr abenteuerlich an :blink: . Wo habt ihr die Einheimischen denn aufgetrieben, die euch geholfen haben? Musstet ihr lange warten, bis jemand kam oder habt ihr zu Fuß Hilfe geholt?
Und wie kam es dazu, dass ihr euren Wagen derart versenkt habt?
Fragen über Fragen... :woohoo:
Kathrin und Olli

Manchmal wollen die Goetter, dass etwas nicht gelingt, damit die Menschen die Demut bewahren.
Reisebericht Botswana Apr/Mai 08:
www.namibia-forum.ch/download/olliboe08.pdf
Reisebericht Botswana Jun 09: Feuertaufe im Regenwasser
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04 Aug 2009 10:50 #111093
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  • Pete_Lwt am 28 Jul 2009 07:44
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Wir waren uns zunächst nicht sicher, ob die Route von Gweta nach Kubu Island befahrbar ist, oder ob wir doch lieber vom Norden hinfahren sollten. Morgens im Planet Baobab versicherte uns noch jemand, dass er am Vortag die direkte Route von Kubu Island nach Gweta gefahren war. Wir sollten uns nur an den Main Track der T4A-Karten halten, dann wäre es zwar manchmal ein wenig matschig, aber problemlos machbar. Der Main Track führte irgendwann durch einen See, den wir aber problemlos umfahren konnten, und auch die Salzpfannen selbst waren problemlos befahrbar. Nach einer weiteren Seeumfahrung führte der Track von T4A durch eine mit trockenem Gras bewachsene Senke, und auch mehrere sehr deutliche Fahrspuren führten schnurgeradeaus hindurch. Also sind wir den Spuren gefolgt und stellten (zu) spät fest, dass die Spuren irgendwann mit Wasser gefüllt und der Untergrund sehr matschig war. Da waren wir allerdings schon recht weit in der Senke drin und Wenden bzw Anhalten war unmöglich. Also versuchten wir, den Schwung und die begrenzte Traktion zu nutzen, um irgendwie durch die Senke bzw. an den Rand zu kommen, doch irgendwann war einfach Schluss und wir steckten fest. Nur 3m weiter schien der Untergrund wieder etwas besser zu werden und ich suchte einen Weg auf passabel scheinendem Untergrund zum Rand der Senke. Den gab es tatsächlich (wie am nächsten Tag gezeigt wurde...), nur wie bekommt man das Auto dorthin? Nach 3 Stunden graben, Holz unterlegen etc. waren wir einen Meter vorwärts gekommen, dann tauchte eine Gruppe Südafrikaner auf, die auch nach Kubu Island wollten. Sie ließen uns ihren Highlift Jack da und fuhren weiter, man wollte sich ja abends auf Kubu Island wiedertreffen. Eine Stunde später (wir waren immer noch nicht wesentlich weiter) kamen die Südafrikaner jedoch zurück, da ihr Tourguide die Route als zu riskant bzw. unpassierbar einstufte. Wir wurden dann von ihnen zurück nach Gweta mitgenommen und in der Gweta Lodge abgesetzt. Nachdem die Unterkunft dort geklärt war, wurden wir an der Bar auf Terry und Tony verwiesen, vermutlich gehören sie irgendwie zu den Lodge-Besitzern und hatten viel Erfahrung mit Autobergungen. Am nächsten Tag blieb meine Frau in der Lodge (einen Tag Entspannung hatte sie während der Hochzeitsreise immerhin verdient!), während ich mit Terry, Tony und ca. 7 schwarzen Lodgearbeitern bzw. kurzfristig angeheuerten Leuten aus Gweta zu unserem Auto aufbrach, um (so der Plan) den Wagen mit weiterem Graben und Holzunterlegen mit vereinten Kräften im Laufe des Tages ans "Ufer" zu bewegen. Als wir ankamen, wollten die Schwarzen es zunächst einmal mit Schieben versuchen. Ich ließ lieber den Offroad-Profi Terry fahren und beteiligte mich am Schieben. Die erste "Etappe" brachte gleich ca. 2m, und mit einem weiteren "Schubser" mit vereinten Kräften war der Wagen dann auf dem von mir erkundeten passablen Untergrund, und mit viel spritzendem Schlamm erreichte unser Auto ohne weiteres Versinken das Ufer. Ich war wirklich extrem erleichtert!
Die Reise konnten wir dann fast wie geplant fortsetzen. Wir übersprangen einfach die geplante Nacht in Nata und fuhren von Gweta direkt nach Kasane bzw. Livingstone und anschließend durch Chobe und Moremi.
Ich hoffe, meine Zeit lässt es demnächst zu, einen ausführlichen Reisebericht für das Forum zu schreiben.

Viele Grüße
Peter
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06 Aug 2009 09:16 #111332
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  • Olli Bö am 28 Jul 2009 16:21
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Hallo Peter,

wow, abenteuerliche Hochzeitsreise - aber an die werdet ihr euch auch ewig erinnern. Was sind schon solche Erlebnisse gegen 2 ereignislose Wochen auf den Malediven? :P

Da hattet ihr aber wirklich Glück, dass die Südafrikaner des Weges kamen und euch dann mit nach Gweta genommen haben! Hattet ihr denn keinen Highlift Jack, weil sie euch ihren da ließen?
Und hat einer mit dem Gweta-Lodge-Fahrzeug gezogen und die anderen haben gleichzeitig geschoben, oder habt ihr euer Fahrzeug allein nur durch schieben raus bekommen? Und das mit dem Holz zum Unterlegen finden ist auch nicht immer einfach, oder?

Unsere größte Sorge war, neben dem Stecken bleiben an sich, die Tatsache, dass sich nach DEM Regen ja sicher die nächsten Wochen niemand mehr auf den Weg in die Salzpfannen gemacht hätte. Da hätten wir vermutlich stehen können, bis ihr vorbei gekommen wärt :woohoo:
Naja, ist ja alles gut gegangen.

So, ich hoffe auch, dass Du demnächst mal einen ausführlichen Reisebericht schreibst ;) Dann brauchst Du natürlich auch die Fragen nicht zu beantworten, so geduldig bin ich dann schonB)

Viele Grüße,
Kathrin
Kathrin und Olli

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06 Aug 2009 09:51 #111341
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  • Pete_Lwt am 28 Jul 2009 07:44
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Hallo Kathrin,

Ja, unsere Hochzeitsreise brachte deutlich mehr Geschicht(ch)en als ein Strandurlaub, und ich bin echt froh, dass meine frisch Angetraute ebenso wenig Strandurlaubfan ist wie ich.
Wir hatten auch echte Sorgen, dass uns niemand in der Pampa findet, da wir den ganzen Tag über nur einem Fahrzeug begegnet waren.
Ein Highlift gehört bei Hubert Hester leider nicht zur Standardausrüstung, daher waren wir auf die Leihgabe angewiesen. Holz zum Unterlegen hatten wir in begrenzten Mengen (Feuerholz) dabei, und am Rand der Senke wuchsen Büsche, die man nutzen konnte, aber von Milliarden (!!!) Moskitos erbittert verteidigt wurden.
Wenn man uns mit einem Auto hätte rausschleppen können hätten das auch die Südafrikaner getan (waren mit Seilwinde etc. ausgestattet), doch leider fehlten ca. 400m Abschleppseil, die man gebraucht hätte, um das schleppende Fahrzeug auf vernünftigem Untergrund mit ausreichend Traktion und geringer Feuchte zu positionieren. Zum Glück bekamen wir unser Auto nur mit "Manpower" frei.
Die absolute Hölle bei der stundenlangen Schaufel-Aktion und dem fünfminütigen Schiebeeinsatz waren allerdings die Moskitos. Sie hatten sich durch den Regen explosionsartig vermehrt, aber seitdem keinen Warmblüter mehr zu Gesicht bekommen. Also waren wir (und die einheimischen Helfer) bei ihnen sehr begehrt. Ich habe mir beim Schaufeln mehrere hundert Stiche eingefangen und hätte am nächsten Tag meine Arme und Beine am liebsten mit einer Drahtbürste bearbeitet!

Wie es momentan aussieht, muss ich nächste Woche schon wieder auf Dienstreise, da sollte ich zwischendurch hoffentlich ausreichend Zeit haben, die Fotos zu sortieren und einen Bericht zu schreiben.

Viele Grüße
Peter
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07 Sep 2009 09:25 #114450
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  • Olli Bö am 28 Jul 2009 16:21
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Hallo zusammen,

besser spät als nie...

Anbei der versprochene Reisebericht in Buch-Dicke (126 Seiten) und mit Bildern.

Herzlichen Dank an Markus (Juma), der den Bericht auf seiner Seite online gestellt hat! :kiss:

Die Dateigröße ist ob der Bilder groß (6 MB), insofern bitte Geduld beim Öffnen. Sorry, für alle, die die langsamen Verbindungen in Afrika haben, aber anders krieg ich das nicht hin. :blush:
Ollis Kommentare sind wie letztes Mal auch in rot eingefügt. Jetzt aber genug geschrieben, viel Spaß beim Lesen:
[/]myafrica.cc/reiseberichte/Feuertaufe im Regenwasser
Kathrin und Olli

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Letzte Änderung: 07 Sep 2009 09:29 von Olli Bö.
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