THEMA: Murchison Nationalpark
04 Mai 2021 21:22 #614887
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  • Gabi-Muc am 04 Mai 2021 21:22
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Hallo,

wir planen im August nach Uganda zu reisen. Bgzl. des Murchison bin ich mir noch nicht sicher, welche Lodgen ich buchen soll. Ich habe in Biggi's Reisebericht schon nachgefragt, aber bevor der Reisebericht jetzt zu sehr gekapert wird, stelle ich die Anfrage hier ein.

Für Murchison habe ich 3 Nächte eingeplant. Eigentlich würde ich diese gerne in der Murchison River Lodge verbringen, diese Lodge spricht mich am meisten an. Allerdings müssen wir dann ja jeden Tag die Fähre nehmen. Wie ich aber gelesen haben, sollte im August die Brücke fertig sein. Die könnten wir dann befahren, habe ich das richtig verstanden? Ist halt nur die Frage, ob die Bauarbeiten wie geplant beendet werden.

Alternativ würde ich 2 Nächte Pakabu Lodge und eine Nacht Murchison River Lodge planen.

"Herr" Alm hat mir schon mal geschrieben:
die Murchison River Lodge ist wirklich zu empfehlen; nicht nur wegen der sehr gepflegten Anlage als solche. Der Restaurantbereich inklusive großer Terrasse zum Nil hin mit phantastischem Ausblick, die sauberen Sanitäranlagen der Campsite, die großzügige Aufteilung des Anwesens, der Swimming Pool und besonders die kleinen Details überall. Alles dort ist so stimmig und läßt es einem rund um gut gehen. Der Weg zur Fähre bzw. demnächst zur Brücke über den Nil ist ein Katzensprung und beeinträchtigt in keiner Weise negativ die zeitlichen Aspekte was Game Drives im Nationalpark anbelangt. Ich würde sogar sagen, daß es, in unserem Falle die Fährüberfahrt, irgendwie ein bißchen mehr „Abenteuer“ ist, wenn man einen zusätzlichen Kick in den Gesamtkontext eines MFNP-Aufenthaltes einbauen muß bzw. kann. Ein weiterer Vorteil der Murchison River Lodge ist, daß man sich außerhalb der Nationalparkgrenzen befindet und, sofern statt eines Game Drives im NP selbst, eine ausgiebige Bootstour auf dem Nil zu den Fällen geplant ist, keine Nationalparkgebühren anfallen. Summ summarum hat es uns enormen Spaß bereitet, zwei Tage auf der Campsite der Murchison River Lodge verbracht zu haben. Der Relaxfaktor dort entschädigte uns für die kleinen und großen Anstrengungen im Nationalpark selbst, denn die Pads im August damals waren, besonders im Bereich des Deltas, teils katastrophal einschränkend für entspannte Game Drives. Doch die Farben des MFNP empfanden wir spektakulär und entschädigten ein wenig für die Einschränkungen der Befahrbarkeit. Ich habe Dir hier mal ein paar Fotoeindrücke der Murchison River Lodge beigefügt.

Daß es jetzt via Autobahn von Masindi durch den Budongo Forest gen Paraa geht, läßt mir mein Herz bluten. Sicher, für die Bevölkerung dort endlich ein wenig Komfort. Doch das Heimelige bei der Durchfahrt verschwindet bestimmt,, wenn jetzt viel mehr Fahrzeuge mit kreischenden Reifen über den Asphalt brettern. Ich erinnere mich noch gut an die Millionen von blauen Riesenschmetterlinge auf den ersten Kilometern hinter des NP-Gates bei der Budongo Women Community. Das sich durch den Dschungel Schlängeln mit geschätzt Hunderten von Tse-Tse-Fliegen auf dem Fahrzeug. Die immer wieder auf die Pad reichenden, weitausladenden Äste der Bäume. Affengesindel, daß es sich rechts und links und auf der Pad gemütlich machte. Warthog-Communities am Rande der Pad. Einfach eine atemberaubende Natur mit quasi, quasi keinem Verkehr.

Biggi hat dann folgendes geschrieben:
Alm hat recht mit der Murchinson Lodge. Sie liegt 1,5 Km außerhalb des National Parks, westlich und ist bestimmt sehr schön. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ihr als Transitgäste vom Kichumbanyobo Gate ohne Gebühren dorthin reisen dürft und zurück. Denn schließlich fahrt ihr durch den Park. Alm kann sicherlich genauere Angaben dazu machen. Die westliche Strecke ist nicht ganz so gut, wie die neue Straße nach Masindi.
Der erste offizielle Eröffnungstermin war für Ende März angesetzt, ob der Termin im Juni gehalten wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Chinesen sind aber bestimmt zuverlässiger, als so manch ein Unternehmen in Deutschland.
Die Lodges auf der Südseite haben kleine Privatboote mit denen sie ihre Gäste über den Nil in den Park bringen. Dort stehen dann eigene Game-drive-Fahrzeuge. Das hat den Nachteil, dass man nicht mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sein kann.
Derzeit gibt es keine Fähre für Touristenfahrzeuge über den Nil. :(
Vielleicht sinkt der Nil-Wasserspiegel aber weiter und die offizielle Fähre wird noch einmal in Betrieb genommen. Ich glaube es nicht, aber man weiß ja nie. Die Murchinson Lodge wird euch Auskünfte geben können.
Die Pakuba Lodge hat den Vorteil, dass sie im Park liegt und ohne Gate jederzeit ein- und ausgefahren werden darf zur Tierbeobachtung. Ich habe kaum Fotos gemacht, da wir auch schon 2019 dort genächtigt haben und ich damals viele Foto erstellt habe.
Ich wünsche dir viel Spaß bei deinen weiteren Planungen,

sowie
Hallo Alm,
ich danke dir für die Infos zur Murchinson Lodge an Gabi-Muc. Wir selber waren nicht auf der Lodge. Es ist ganz ok, dass du dich "einmischt", denn es geht ja im Reisebericht um Infos für andere Reisende.
Mir ist nicht ganz klar, ob man trotzdem durch den Park fahren darf, ohne Gebühren zu zahlen?
Gibt es eine Transitmöglichkeit zur Murchinson River Lodge?

Die Fähre geht derzeit nicht, weil der Nil zu hoch ist? Seit wann ist denn so?

Tiggi, Ihr seit aber schon über die Brücke gefahren oder?

Ich würde zwar lieber selber fahren, aber wenn sowohl Fähre wie auch Brücke nicht gehen, dann könnte ich zumindest einen geführten Gamedrive machen. Dann muss ich mir nicht ganz so sorgen. Blöd wäre halt, wenn man 3 Nächte in der Murchison River Lodge hat und dann nicht in den Park kommt. Denn außenrum zum anderen Gate ist wohl zu weit.

Allerdings habe ich auch noch nicht wirklich einen Plan gefunden - so was wie den Etosha-Plan. Aber ich vermute mal, das suche ich vergeblich.

LG

Gabi


LG Gabi
08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute von Kapstadt zum Addo Elephant Park
Letzte Änderung: 04 Mai 2021 21:29 von Gabi-Muc.
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05 Mai 2021 09:11 #614916
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Guten Morgen Gabi,

den Ausdruck „Etosha-Plan“ finde ich spannend und es würde mich interessieren, was dahintersteckt.
Für den Murchison Falls NP ist es aufgrund der geographisch-übernachtungstechnischen Situation nicht leicht, eine perfekte Lösung zu finden; auch und gerade, wenn man die Unwägbarkeiten hinsichtlich der Befahrbarkeit der Pads dort gebührend berücksichtigt. Hinzu kommt nun noch das Fähre-Brücken-Problemchen. Biggi hat vollkommen recht… Die Pakuba Lodge hat den großen Vorteil, innerhalb des MFNP zu liegen und somit stellt sich nicht dieses Problemchen und man kann während der gestatteten Zeiten durch den NP eiern. Persönlich kenne ich die Pakuba Lodge nicht, doch ich bin mir sicher, daß wenn Ihr zwei Nächte dort verbringt und die dritte Nacht in der Murchison River Lodge, dann macht Ihr nix falsch. Vielleicht gelingt es Dir ja, noch eine Nacht dort dran zu hängen und einen private boat trip den Nil entlang zu machen (hoch zu den Fällen und runter zum See). Kann ich wärmstens empfehlen.

In der Tat ist es so, daß, wenn man die direkte Strecke nach Masindi nimmt, man die Nationalparksgebühr entrichten muß, auch wenn man sich nur im Transit befindet. Als unser Unterfangen, morgen von der Murchison River Lodge zur Campsite im Kabwoya Wildlife Reserve am Lake Albert aufgrund des miserablen Padzustandes schon kurz hinter der Ausfahrt der MRL ein jähes Ende fand, cancellten wir zu unserem großen Bedauern unseren geplanten Aufenthalt im Kabwoya Wildlife Reserve und fuhren auf der Hauptstrecke durch den MFNP nach Masindi. Da im Bereich zwischen Red Chili Pepper Camp und Murchsion River Lodge lediglich ein Schlagbaum mit einzelnem Menneken die Grenze des NP markierte, mußten wir die NP-Gebühr dann bei unserer Ausfahrt am Kichubanyobo Gate zahlen. Klar, daß war eine kostspielige Maut, aber für uns nicht zu vermeiden, da wir uns ja gen Süden bewegen mußten.

Viel Spaß noch beim Planen and…. Always on your disposal.

Liebe Grüße

Alm
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05 Mai 2021 09:50 #614924
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Hallo,

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und mir persönlich gibt der Murchison Falls Nationalpark gar nichts. Sicher kann man da ein paar Tiere beobachten, aber der Park hat kaum "Flair". Die meisten Lodges liegen massiert südlich des Victoria-Nils knapp außerhalb des Parkes. Da wo auch die Murchison River Lodge liegt. (Sichtbare) Tiere und fahrbare Loops gibt es im verbuschten/bewaldeten Südteil kaum. Es geht eine Autobahn durch den Park, auf der recht viele LKWs und Baumaschinen fahren. An allen möglichen Stellen neben der Autobahn wird abgeholzt. Das alles ist für mich nicht wirklich Afrika. Bezüglich der Flussüberquerung würde ich mir keine Gedanken machen. Es ist Afrika und es wird eine Lösung geben. Auch UWA Staff und andere Touristen müssen über den Fluss kommen. Niemand wird dazu knapp 300km außen rum fahren müssen.

Der mit Abstand schönste Park in Uganda ist für mich der Kidepo (KVNP). Natürlich kostet die Anreise etwas Zeit, aber im August sind zumindest die Straßenverhältnisse meist unproblematisch. Im QENP gibt es auch hübsche Ecken, aber wie im MFNP frisst sich auch da die Zivilisation durch den Park und er zerfasert in einzelne "Pockets". Auch da hat man sehr gute Tiersichtungen, aber es ist für mich nicht so richtig afrikanische Natur.

Aber wie gesagt: das ist nur meine Meinung. Es muss jetzt niemand empört aufschreien, wenn der MFNP sein Liebling ist. Andere Meinungen sind zulässig. Einige, die den MFNP loben, waren aber auch nie im im abgelegenen KVNP und können dann nicht so wirklich vergleichen.

Grüße

Torsten
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05 Mai 2021 11:01 #614930
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Moin Torsten,

stimmt genau. Wie sagt man so schön? Geschmacksache, sagte der Affe, als er in die Seife biß.

Leider kenne ich den Kidepo NP noch nicht, um einen Vergleich zum MFNP ziehen zu können.
Trotz dem finde ich, daß der MFNP auf der Agenda eines Uganda-Trips stehen sollte. Außerdem bietet der MFNP ja nicht nur Fauna. Man kann dort das Falls-Fluß-Lake-System bewundern und für u. a. Federviehverrückte ist es dort der wahre Genuß.
Man sollte halt nur ausreichend Zeit mitbringen. Als one night-Stop-das-nehme-ich-mit-Ziel ist der MFNP mitnichten geeignet.
Im Übrigen... Daß in Uganda seit vielen Jahren Raubbau an den Naturreservaten durchgeführt wird, ist keine Neuigkeit mehr.
Ölbohrtürme, Straßen, Rodung, viele neue Unterkünfte u.v.m. haben zu einer enormen Einbuße eines real nature-Erlebnisses geführt und die Sache hat noch lange nicht ihr Ende gefunden. Leider.

Alm
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05 Mai 2021 11:45 #614940
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Ja, Uganda ist 60 mal so dicht besiedelt wie Namibia und auch doppelt bis dreimal so dicht wie die Nachbarländer Tansania und Kenia. Diese Massen an Menschen auf relativ wenig Land brauchen verständlicherweise Siedlungsfläche, Infrastruktur und Einkommen. Das "drückt" auf und in die Nationalparks. Die Bevölkerung wächst bislang weiter mit einer Geschwindigkeit, bei der sie sich in rund 20 Jahren verdoppelt.

Die einzige wilde Gegend ist eben vorerst noch der Norden - vor allem mit dem Kidepo Valley National Park. Kein Asphalt, keine Infrastruktur. Wirklich wildes Afrika. Selbst Städte wie Kotido (noch rund 100km vor dem Kidepo und laut deutscher Wikipedia mit 75.900 Einwohnern) wurden erst 2020 erstmals an das nationale Stromnetz angeschlossen. Man glaubt ja kaum, dass es so etwas im 21. Jahrhundert noch gibt: Eine Stadt ohne Strom. War aber so: Abends eine ganze Stadt zappenduster.

Grüße

Torsten
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05 Mai 2021 14:31 #614958
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Hallo Gabi,
im Juli/August 2019 waren Axel (Licht-angler) und ich 4 Nächte im Murchison Falls und im Kidepo Valley.

Zwei Nächte waren wir in der Murchison Falls River Lodge.
Die hat mir sehr gut gefallen.
Zwei Nächte waren wir in der Pakuba Lodge. Die liegt im Nordteil in der Nähe vom Weißen Nil.
Die Pakuba Lodge war OK, aber ist nicht sonderlich prickelnd.
Damals war die Autobahn durch den Park schon im Bau.
Die Brücke war auch schon sehr weit fortgeschritten.
Das letzte Brückensegment war noch in Arbeit.

Für den "Umzug" von der Murchison River Lodge zur Pakuba Lodge haben wir eine Bootsfahrt auf dem Nil gemacht.
Auf dem Rückweg hat uns der Kapitän in der Pampa auf der Nordseite ausgesetzt.
Unser Guide ist inzwischen über die Fähre gefahren und hat uns dann dort abgeholt.

2008 war ich schonmal im Park.
Damals waren es zwei Nächte im Red Chilli Pepper Camp in der Nähe der Fähre.

Gegenüber 2008 hat sich der Tierreichtum im Murchison Falls vervielfacht.
Der Tierreichtum im Kideopo Valley Nationalpark war eher überschaubar.
Ähnlich, wie Murchison Falls 2008.
Im hintern Tal (Kidepo Valley) waren keine großen Tiere zu sehen.

Auf meiner Heimseite gibt es zwei Bildgalerien mit jeweils 24 Bildern
vom Murchison Falls und Kidepo Valley Nationalpark.
Bildgalerie Murchison Falls
Bildgalerie Kidepo Valley
Leider hatte ich noch keine Zeit, die Bilder von der Reise zu bearbeiten und einen Reisebericht zu erstellen.

Axel (Licht-angler) hat auf seiner Heimseite einen kurzen Reisebericht mit Bildgalerien für jeden Tag eingestellt.
Reisebericht Uganda

Viele Grüße
Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x)

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Letzte Änderung: 05 Mai 2021 14:35 von Kiboko. Begründung: Links Fehlerhaft
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