THEMA: Reisbericht Uganda: Und täglich grüßt ein Gewitter
23 Okt 2011 14:45 #210134
  • uganda80
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  • uganda80 am 23 Okt 2011 14:45
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Freitag, den 30.09.2011

Die Nacht war eiskalt und klamm, aber endlich hörte es auf zu regnen. Zum Frühstück erschien unser Guide der Nkuringo Walking Safari, Evarist – so alt wie ich (31J.) und so verstanden wir uns auch auf Anhieb klasse. Ziel der heute 6 h Wanderung durch den Bwindi-Forest war das kleine Dörfchen Nkuringo, etwa 700 m höher gelegen als Buhoma. Die Wanderung führte uns durch diesen sagenhaften Regenwald und das ist wirklich noch ein Regenwald wie man ihn sonst nur aus Naturreportagen kennt. Riesenfarne, Moose die von den Bäumen und Ästen hängen, überall verschiedene Primatenarten und ein schöner Fluss, der sich durch den Wald windet. Mit Glück kann man schon hier auf die Berggorillas treffen, selbst wenn man kein Permit hat – dies war dann aber bei mir nicht der Fall. Trotzallem habe ich am laufenden Meter schöne Affenherden gesehen.

Nach ca. 4 h waren wir wieder aus dem Wald draußen, hier sieht man die ganz genau verlaufende Parkgrenze und die sich anschließenden bewirtschafteten Feldern der Einheimischen. Früher lebten noch die Pygmäen in dem Gebiet doch die wurden dann bei Errichtung des Parks vertrieben und man gab ihnen hier im umliegenden Gebiet Land (das klappte aber nicht überall so, in der Nähe von Kisoro sind Drogenprobleme und Alkoholsucht bei den Pygmäen keine Seltenheit).

Mit Evarist konnte man interessante Gespräche führen, der Koch des Nkuringo Camps Herbert war auch klasse und war als Träger dabei. Hinter uns dann noch zwei Parkranger mit schwerer Munition.

In der Zwischenzeit donnerte es schon wieder überall und im Bwindi zog eine Regenwand herein, doch wir hatten Glück und erreichten gegen 3.00 Uhr trockenen Fußes das Dorf Nkuringo und Dani stand gerade mit dem Auto da, als es anfing zu schütten.

Ich kann Euch nur diesen heißen Tipp geben, das Gorillatrekking hier starten zu lassen, wenn man halbwegs körperlich fit ist – mag sein, dass es in Ruanda wesentlich gemütlicher ist, aber alleine dieses Dorf ist für mich eine Reise wert. Das von Robert, einem englischen Schweizer hoch oben auf einem der schönsten Plätze dieser Welt geführte Camp ist tip top – saubere geräumige Zimmer, gute Betten und eine wahnsinnige Aussicht auf die Vulkankette und den Bwindi Forest. Zudem ist das Nkuringo Dorf spitze und man ist direkt im afrikanischen Alltag. Zwar haben die Zimmer kein privates Bad, aber für 3 Tage ist eine Gemeinschafts-dusche – und Toilette (blitz sauber) auch kein Thema.

Nachdem sich der Regen wieder beruhigt hatte, sind wir in ein Dorf heruntergefahren, der Name ist mir entfallen. Dort haben wir mit Evarist eine Schule besucht – das sind diese speziellen Momente auf Reisen, die man sein Leben lang nie mehr vergessen wird. Ich habe den Besuch gefilmt, aber leider kann ich Euch dazu nur ein paar Bilder anbieten die ich eben von dem Video gezogen habe (schlechte Qualität).

Weiter ging es auf einen bunten Kleider- und Gemüsemarkt.

Nun war einer der besten Momente gekommen, als kurzerhand beschlossen wurde, wir gehen von einem Kumpel Evarists, der auch im Nkuringo Camp Guide ist, zu seiner Hochzeit. Genauer gesagt wurde die Frau öffentlich an den Mann übergeben, die Hochzeit schloss sich zwei Tage später an. Zwar hat er schon drei Kinder mit ihr, aber nun war es an der Zeit, der Sache einen förmlichen Rahmen zu geben. Ja nun saßen wir da ruck zuck im Hochzeitszelt, laute Musik schallte aus den überdimensionalen Boxen die völlig überlastet waren, Berge von Reis und Matoke mit Hühnerschenkeln und Soße wurden gereicht – na da greif ich doch zu !! Ja alles nicht so steif und edel wie bei uns ! Geschätzte 500 Leute waren da locker, dazu ein leckeres Nile – klasse wars ! Allzu lang blieben wir aber nicht, wir mussten ja noch bei der Dunkelheit wieder nach Nkuringo zurück.

Dort wartete schon wieder ein leckeres Abendessen auf uns – ganz schön gefuttert heute, aber wir sind ja auch einige Stunden marschiert ! Robert erzählte uns, dass er gestern den aktiven Vulkan im Kongo vom Camp aus gesehen hätte – heute war er aber leider nicht zu sehen – vielleicht habe ich noch Glück ? Bitte klickt alle Bilder im Anhang durch, sind auch beschriftet !
Letzte Änderung: 23 Okt 2011 14:56 von uganda80.
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23 Okt 2011 16:59 #210168
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Axel auch von mir Glückwunsch zu den klasse Fotos. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es gerade im dunklen Regenwald ist gescheite Fotos zu machen! Bin daher schon echt auf die Gorilla-Bilder gespannt. :)

Uganda ist ein tolles Land und scheinbar finden immer mehr Leute hier gefallen daran....

@ Bloke- musst dich halt ein wenig beeilen- es wird immer voller dort...!:whistle:

Für alles die evtl. selber Uganda 2erfahren2 wollen hier noch einmal der Verweis auf unsere Tour 2010/2012
www.namibia-forum.ch...ere-erfahrungen.html

-Jörg
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren.

One elephant is killed every 15 minutes
www.iworry.org
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23 Okt 2011 17:51 #210181
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Hallo Jörg,

vielen Dank für Deine Nachricht. Dein Reisebericht hat mich damals vor Anmeldung hier im Forum schon begeistert, Du warst auch am Mt. Elgon und hast die Riesenlobelien gesehen - ein noch unerfüllter Traum.:( Grüße, Axel
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23 Okt 2011 19:30 #210195
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Hallo!

Danke für diesen ausführlichen Reisebericht und die vielen Fotos. Da kommt echt Fernweh auf!!! In Uganda war ich noch nicht, aber da muss ich auch unbedingt einmal hin! Zu zweit mit Guide ist natürlich optimal.

VG Manuel

:silly:
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23 Okt 2011 21:13 #210205
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Samstag, 01.10.2011

Ich bin früh aufgewacht, um den Sonnenaufgang vom Camp aus zu betrachten, mein Gott ist das ein schöner Ausblick von hier oben ! Auf den Fotos seht ihr die Vulkankette, bestehend aus dem Mt. Muhavura (4127m), Mt. Gahinga (3474m) und den Mt. Sabinyo (3645m). Letztgenannten wollten wir eigentlich morgen besteigen, mehr dazu aber später.





An diese Kette schließen sich weitere Vulkane u.a. der aktive Vulkan Mt. Nyiragono in der DRK an, das Bild zeigt, wenn man ganz genau hinschaut, eine Rauschwade – ist auch 60 Kilometer entfernt !



Anschließend gings zum Frühstück. Zwei Wochen Spanish Omelette und was soll ich sagen – mir bekommts :unsure: ! Man braucht schließlich noch eine Stärkung für die bevorstehende Wanderung zum Lake Mutanda ! Sorry Leute aber die Gorillas müssen noch warten. Hab ich eigentlich schon geschrieben was da in dem Omelette drin ist ? Natürlich Eier, manchmal ein paar Zwiebeln, Tomaten, grüne Paprika und auch mal geschrotete Karotten. Lecker !!!

Anbei ein paar Bilder des Camps:




Mit Evarist ging es heute auf eine ca. 3 stündige Wanderung zum Ufer des Sees, vorbei an den wunderschön bewirtschafteten Feldern der Dorfbewohner. Im Hintergrund stets die oben beschriebene Vulkankette.





Am Ufer des Sees war dann schon das für uns angemietete Einbaumboot zum Ablegen bereit – ich kann nur eins sagen, das Boot ist bei 2 ½ h Seeüberquerung schon eine unbequeme Angelegenheit und ich habe größten Respekt vor dem Paddeln des Bootsführers. Am Lake Bunyonyi selbst mal ausprobiert – es ist schweine anstrengend. Anbei ein paar Impressionen des Tages.









Angekommen, stand bereits Dani da und fuhr uns nach Kisoro. Hier verabschiedeten wir uns von Evarist und belegten ein schönes Zimmer im Travellers Rest (Diane Fosseys zweite Heimat).
Am Nachmittag schlenderten wir ein bisschen durch Kisoro, einer ganz netten Stadt nahe der kongolesischen Grenze. Hier hat sich wohl in den letzten Jahren viel verändert, asphaltierte Straße zum Kongo, eine nun leere große Wiese auf der noch vor Jahren viele Flüchtlinge hausten. In einem Laden konnte man kongolesische Kunst erwerben (bieten tolle Masken an oder geschnitzte Puppen, sieht alles ein bisschen unheimlich aus, aber wie schon erwähnt, der Kongo zieht mich irgendwie magisch an).

Eigentlich stand für morgen die Besteigung des Mt. Sabinyos auf dem Programm. Doch durch die Regenfälle der letzten Tage war nicht sicher, ob wir am darauffolgenden Tag den schnellen Weg zurück nach Nkuringo nehmen konnten, um rechtzeitig für das Gorillatrekking da sein zu können. Denn bei diesem Regen lösen sich andauernd Schlammlawinen in diesem Gebiet, weil so viele Bäume abgeholzt wurden. Und noch war die Strecke passierbar, wenn auch mit Einschränkungen. Daher entschieden wir uns, den morgigen Tag mit einem Golden Monkey Trekking früher enden zu lassen und schon nachmittags nach Nkuringo aufzubrechen. Das war sicherer, denn die Gorillas wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und da die Vulkane eh ab 11.00 Uhr in den Wolken verschwinden – was solls. Nächstes Mal. Es muss auch schönes für einen zweiten Besuch geben !

Wer mit Evarist eine Tour durch Uganda machen möchte oder einfach die Schönheiten in und um Nkuringo, dem empfehle ich eine Nachricht an seine Mailadresse:
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Der Mann ist einfach nur spitze !
Letzte Änderung: 13 Sep 2012 15:03 von uganda80.
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24 Okt 2011 07:09 #210221
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  • kk0305 am 24 Okt 2011 07:09
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Hallo uganda80,

auch von mir ein riesiges Lob für deinen tollen und informativen Bericht. Auch mich würde interessieren bei welchem Veranstalter du die Tour gebucht hast. Vielen Dank!

Liebe Grüße,
Kerstin
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