RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201818. Juni 2020 ·
"Serengeti darf nicht sterben!"
Vor viele Jahren riefen Bernhard Grzimek und sein während der Verfilmung tödlich verunglückter Sohn Michael dazu auf, das Naturwunder der Serengeti zu bewahren. Dass die Bedrohung durch Wilderer ein fortbestehendes Problem ist, ist vermutlich allen klar - daß Afrikas Tierwelt unter der COVID-19-Pandemie und der daran geknüpften weltweiten Maßnahmen nun noch exponentieller bedroht ist, vielleicht weniger.
Durch den gekappten Tourismus stehen nun sehr wenige Gelder zur Verfügung, Ranger und andere Schutzmaßnahmen weiterhin zu bezahlen. Wilderer nutzen die leeren Parks, in denen sie nun um so einfacheres Spiel haben. Wenn nichts unternommen wird, könnte es sein, dass sich schon nächstes Jahr (falls der Tourismus dann wieder läuft und auch Ihr wieder getrost diesen wunderbaren Kontinent bereisen könnt) alles anders ist.....
Durch lokale Vernetzung bekomme ich verschiedene Anstrengungen mit, wie dem entgegen gewirkt werden soll. Vieles erscheint wie ein Tropfen auf einen heißen Stein - doch möchte ich mich auch an diesen Tropfen beteiligen. Vielleicht der ein oder andere unter Euch auch?
Hier leite ich Euch eine crowd-funding-Aktion einiger in Tanzania lebender "Expat-Kinder" weiter, die kreativ geworden sind! Mit ihrem Erlös unterstützen sie das "de-snaring program" der Frankfurter Zoological Society:
Ich habe mich selber noch nicht bis zum Ende durchgeklickt und hoffe, dass trotz vorgegebener englischer Pfund eine Überweisung aus Euro-Währungs-Konten möglich sein wird. Da die Kinder aber heute ihre Mt.Meru-Besteigung beginnen, wollte ich das zeitnah einstellen.
Ich bin ferner an einem "support the rangers"-Projekt für das Kenya-Tanzania-grenzübergreifende "Amboseli Ökosystem" dran und werde, wenn mir dazu ausreichende Informationen zur Verfügung stehen, es in diesen thread posten.
Laßt uns gemeinsam einen Beitrag leisten, dass Afrikas Tierwelt auch weiterhin bereist werden kann!
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201814. Aug. 2020 ·
Die Bilder haben wir jetzt Mitte Juli aufgenommen. In der Nord Serengeti haben wir KEIN EINZIGES anderes Touristen Auto getroffen, in der Zentralserengeti nur ein paar wenige. An den Parkgates gab es keine Schlangen. Die Löwen haben wir selber entdeckt und alleine genossen. Schön ist es dort im Moment!
Aber leider, wie anfangs des threads erwähnt, sehen das die Wilderer ebenso. Bei einer Elefantenherde fällt uns einer auf, der ein trauriges Zeugnis dieser ständigen Realität ist:
Die Bilder von ihm sind leider nicht sehr gut, aber wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass ihm der halbe Rüssel fehlt:
Wir beobachten diese Herde lange, und es ist eine Mischung aus staunend und herzzerreissend, ihm beim Fressen zuzusehen: Wie er seinen Fuß benutzt zur Hilfe, das Gras abzurupfen, und sich dann müht, es ins Maul zu bekommen. Er sieht gesund und gut genährt aus. Er kommt wohl klar damit - faszinierend! Und dennoch auch schmerzhaft, diese Folgen der "snares/Schlingen" mit ansehen zu müssen....
Wer weiß, wievielen dieses Schicksal noch bevorsteht?
Kann es sein dass der abgerissene Rüssel auch von z.B. Kampf mit einem Raubtier ist? Ich hab schon einige, vor allem sehr junge Elefanten mit halbem Rüssel gesehen, vor allem in Botswana ist mir das in Erinnerung geblieben. Dort wo wir auch sahen wie Löwen Elefanten frassen.
Seit wir in Tansania unterwegs sind haben wir nur sehr wenige Musungus getroffen. In den Lodges sind wir meistens allein. Im Ruaha NP konnten wir nur 5 Game Drive Wagen in 4 Tagen sichten.....
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201819. Aug. 2020 ·
Picco schrieb:
Kann es sein dass der abgerissene Rüssel auch von z.B. Kampf mit einem Raubtier ist?
Natürlich hast Du Recht - der Rüssel kann auch durch andere Gründe zu Schaden gekommen sein. Es muss nicht zwingend eine Wilderer-Schlinge gewesen sein. Krokodile z.B. wären auch denkbar. Wenn ich allerdings lese, wieviel Schlingen in welchen Parks immer wieder entfernt werden, dann kann ich mir gut vorstellen, dass es einer der Hauptgründe ist. Bleibt aber letztlich Spekulation. Antje
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201810. Sept. 2020 ·
Für diejenigen, denen derzeit der direkte Besuch von Afrikas Schönheiten verwehrt bleibt: Ich dachte, ich gebe Euch mal per link ein bisschen "Serengeti Aktuell" weiter - wunderschöne, kurze und lehrreiche Ausschnitte:
das ist natürlich auch ein interessantes Projekt zum unterstützen. Hast du genauere Informationen wer das Geld bekommt und was damit gemacht wurde bzw. wird? Vielleicht ein Link zu dem Hilfsfund?
Btw. unterstütze ich gerade ein ähnliches Projekt in Kenia. Vielleicht habt ihr den Thread schon gesehen. (--->klick)
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201822. Sept. 2020 ·
Hallo Thorsten, nun hat meine Antwort etwas auf sich warten lassen, da ich in "Alltags-shughuli" versunken war ("Shughuli" ist ein sehr schönes Kiswahili-Wort für "Aufgaben", "Angelegenheiten", "Beschäftigungen" 🙂 )
Leider kann ich Dir zu meinem initial eingestellten Projekt keine weiteren Details geben, da ich die Leute nicht persönlich kenne, und auch in der vergangenen Woche keine näheren Informationen in Erfahrung bringen konnte. Es war mir aber aus verschiedenen Gründen vertrauenswürdig. Auch würde ich der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft weiterhin mein Vertrauen schenken. Das mag für Dich etwas "dünn" untermauert sein, was ich nicht abstreiten kann. Ich fand es eine sehr schöne Initiative der Kinder, und habe es deshalb hier weiter gegeben.
Eigentlich war mein Bestreben, Enduimet und deren Ranger (Tansanische Seite des Amboseli-Ökosystems) zu unterstützen und hier noch Einzelheiten weiter zu geben, da ich da einen sehr engen Draht zu verlässlichen, engagierten Personen habe. Es war aber schwierig, die lokalen Leute dazu zu bekommen, einen guten Informations-Video dazu zu erstellen. Wir wollten, dass sie selber auch Einsatz bringen - aber das ganze gestaltete sich nicht so einfach wie anfangs erhofft. Sie haben das mit Videos versucht, aber die waren für die "westliche Welt" nicht gut genug, und wer da noch Ahnung gehabt hätte, dem steht selber gerade das Wasser bis zum Halse, und der muß sich momentan auch um sein eigenes Überleben kümmern. Meine Freundin teilte mir jedoch kürzlich mit, dass es für das Enduimet-Projekt jetzt einige Sponsoren gibt, die die Gehälter für die Ranger immerhin für ein Jahr decken. Das läßt hoffen - denn Enduimet ist ein wunderschönes, kleines, (bis Corona kam...) aufsprossendes Juwel an der westlichen Seite des Kilimanjaro. Infos zum Park und zu "sustainable Tourism": https://youtu.be/uk727-Btvbc
Wobei auch das von Dir genannte kenyanische Projekt einen guten Eindruck macht!
Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, dass ein wenig dieser wunderbaren Tierwelt auch über diese Krise hinweg erhalten bleibt! Gut stehen die Karten allerdings nicht....
Rehema schrieb:Hallo Thorsten, nun hat meine Antwort etwas auf sich warten lassen, da ich in "Alltags-shughuli" versunken war ("Shughuli" ist ein sehr schönes Kiswahili-Wort für "Aufgaben", "Angelegenheiten", "Beschäftigungen" 🙂 )
Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, dass ein wenig dieser wunderbaren Tierwelt auch über diese Krise hinweg erhalten bleibt! Gut stehen die Karten allerdings nicht....
Liebe Grüße, Rehema
Hallo Rehema,
vielen Dank für die Links, ich schaue mir das mal an. Ich hoffe auch, dass wir mit den kleinen AKtionen doch das ein oder andere Projekt unterstützen können, damit auch die Natur- und Tierwelt heil durch die Corona-Krise kommt und wir auch zukünftig unser Afrika genießen können.