Der Druck ist raus ... oder geht noch was? BOTS-NAM26
Chobe Riverfront - Morning Cruise
Weil "ausruhen" für uns ein Fremdwort ist, und wir leider nur 2 Nächte in Kasane haben, habe ich an unserem Abreisetag auch noch eine Morning Cruise bei Mojo gebucht. Wir fahren danach nach Nata weiter, ein eher ereignisloser Tag liegt vor uns, und daher sind wir froh, in der Früh noch eine Aktivität geplant zu haben.
Wir verlassen uns bei der Abfahrtszeit auf Mojo. Ich hatte ursprünglich gedacht, wir gehen es gemütlich an und starten um 8h, aber Mojo hat und gleich sehr ans Herz gelegt, bereits um 6h zu starten. Wir verlassen uns dabei auf seine Expertise, auch wenn das heisst, dass der Wecker um 5h30 läutet. Es ist wirklich noch stockfinster. Diesmal entscheidet mein Sohn sich dafür, liegen zu bleiben, und meine Mama wechselt in unser Zimmer damit er noch weiterschlafen kann. Es waren ja auch anstrengende Tage bisher, zwischendurch ausruhen tut ihm sicher gut! Er ist eh so tüchtig, es gibt kein Maulen und kein Jammern, bei fast allem ist er dabei, und die langen Fahrten zwischendurch verbringt er mit Hörbüchern und den Tinkers Maps.
Mojo sagt, er holt uns am Bootssteg der Lodge ab, und wir gehen schon mal in die Richtung, da bekommt der Staff gleich einen Herzinfarkt. Ich glaube, sie glaubt, wir wollen im Finsteren jetzt im Garten spazieren gehen oder so. Wir erklären ihr, dass wir abgeholt und durch den Garten begleitet werden, so ganz traut sie uns trotzdem nicht. Erst als Mojo mit starker Taschenlampe über den Rasen spaziert kommt und uns begrüßt, ist sie zumindest einigermaßen überzeugt, uns nicht vom nächsten Flusspferd runterkratzen zu müssen.
Wir steigen ins Boot, das sehr komfortabel ist - mit kleinen runden Tischen und Drehstühlen, besser geht es nicht! Im Finsteren fährt Mojo mit uns los, diesmal nicht Richtung Nationalpark, sondern in die andere Richtung. Er möchte mit uns zu den Rapids fahren, wo die Vögel nisten und übernachten. Das hatte uns Bele auch empfohlen. Es ist wieder mal bitterkalt, ich schätze so um die 5°, und das im offenen Boot 🥶

Wir kommen bei den Rapids an und es ist noch dunkel, wobei sich bereits ein dunkles Rot den Horizont hochschiebt. Wir sind erstmal überwältigt von den Geräuschen. Da wir noch nicht viel sehen, konzentrieren wir uns darauf, was wir hören. Überall rauscht, raschelt, zwitschert, kräht, schnattert es. Wir sitzen still im Boot und lassen alles auf uns wirken. Die Sonne kündigt sich an, und langsam, langsam graut der Morgen - wobei "Morgengrauen" hier der völlig falsche Begriff ist. Hier spielen alle Farben zwischen dem Lila - Rosa - Rot - Orange - Gelb-Spektrum, aber nichts ist grau! Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.
Am meisten wundert uns, dass wir völlig alleine sind! Ein einziges kleines Fischerboot ist uns begegnet, ansonsten ist weit und breit niemand zu sehen! Wir haben das ganze Spektakel für uns alleine.




Es wird etwas heller, und wir können langsam mehr erkennen.

African Sacred Ibis, Reed Cormorant, White-breasted Cormorant, African Darter, African Spoonbill


Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es sich hier abspielt! Die Bäume sind voll der unterschiedlichsten Vogelarten, dicht nebeneinander, das ergibt einen Geräuschpegel, der beachtlich ist. Und immer wieder flattern welche auf, oder fliegen woanders hin. In der Luft ist ein stetiges treiben, und wir können nur staunen. Und weiterhin staunen wir auch, dass immer noch kein anderes Boot hier ist, und wir dieses Spektakel ganz für uns alleine haben! Wieviele Leute das verpassen, und sie wissen wahrscheinlich gar nichts davon!
Mojo fährt uns jetzt in eine kleine Bucht hinein. Dort nistet sein Lieblingsvogel, wie er uns erklärt. Es ist immer noch recht dunkel, aber er findet ihn zielsicher! Wir sind begeistert, ist es doch eine Erstsichtung für uns.



Half-collared Kingfisher
Das Pärchen lässt sich kaum stören durch uns, und präsentiert sich wirklich wunderbar, allerdings musste ich die Bilder doch stark entrauschen.
Sie schaukeln eine Weile vor uns und fliegen dann wieder in ihre Höhle zurück. Der große Verwandte lässt sich auch kurz blicken.

Giant Kingfisher



Jetzt will die Sonne so richtig aufgehen.




African Openbill (et al.)


Yellow-billed Stork (und Kids)

Pied Kingfisher
Und damit geht es auch schon Richtung Chobe Nationalpark. Wir merken, wie es minütlich wärmer wird und schälen uns aus unseren dicken Jacken. Waterbucks sind schon am Fluss.









Erstmal Mama-kuscheln und aufwärmen für Missetaten


Dann mit Stöckchen spielen..."Mama! Damit verhau ich den Löwen! Der soll nur kommen!"



Dann der Klassiker: einfach mal am Baum rumhängen und Pläne schmieden.


Hamerkop
Hier reicht es leider nur für ein Beweisfoto, mit der Kamera verrenke ich mir halb den Hals während ich mich dreimal um die eigene Achse drehe und steil nach oben fotografiere, um ihn zu erwischen. Wir tuckern weiter am Flussufer entlang und dann wieder Richtung Inseln. Auch jetzt sind wieder Crocs en Masse an Land und schauen grimmig in die Gegend.



White-breasted Cormorant & Reed Cormorant & Croc
Auch ganz schnuckelig: zwei Kormoran Küken bewacht von Tante Croc. Hoffen wir, dass Tante Croc bereits gefrühstückt hat, ich weiß nicht, wie schnell die zwei Kleinen sind!










African Skimmer
Zu meiner Freude entdecken wir noch einen African Skimmer an Land. Ich mag diese Vögel sehr gerne, ich finde, von Weitem sehen sie immer aus, als hätten sie keine Augen 😊 Sie sehen irgendwie sehr skurril aus, aber doch so putzig.Dann sind wir auch schon raus aus dem Nationalpark und steuern unsere Lodge an. Wir verabschieden uns herzlich von Mojo, wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass wir uns vielleicht irgendwann wieder sehen werden! Wir hatten zwei ganz tolle Fahrten mit ihm.
Beim Frühstückstisch erwarten uns schon meine Mama und der Sohnemann, und gemeinsam lassen wir es uns noch richtig schmecken, und erzählen von der Bootsfahrt. Mein Sohn hat sich gut ausgeruht, und ist bereit für die Weiterfahrt. Wir verabschieden uns noch vom Staff und verlassen dann Kasane Richtung Nata.
Es hat uns sehr gut gefallen hier. Ich hätte gerne mehr Nächte in Kasane verbracht, ich hätte mir gerne den Ort noch ein bisschen angeschaut und Aktivitäten rundherum gibt es ja unendlich viele. Das nächste Mal dann!!
Hallo Caroline,
danke für Deinen Reisebericht, ich folge dir hier sehr gerne, bewundere eure schönen Fotos und schwelge in Erinnerungen. Hut ab auch vor deinem Sohn, er hat ein gutes Auge für Fotos!
Wir waren im August ebenfalls mit Mojo auf zwei Touren im Chobe NP, einmal als Sunset River Cruise, einmal als Morning Game Drive. Wir können ihn auch sehr empfehlen, er ist ein wunderbarer Guide, der mit detailiertem Wissen zu jedem Tier aufwarten kann, immer beste Sicht fürs Fotografieren ermöglicht und auch noch den kleinsten Vogel aus unglaublichen Entfernungen sichtet.
Liebe Grüße
Anke
Wie schön, dass ihr auch so tolle Erlebnisse mit Mojo hattet!
Liebe Grüße,
Caro
Das Ambiente auf dem Chobe wie immer grandios.
Danke für die schönen Bilder.
Es grüsst
Annick
ich dank dir ganz lieb!
Ich genieße deinen Reisebericht aus der Mongolei auch sehr, mal was ganz anderes!
So...jetzt muss ich mich aber sputen, und weiterschreiben, sonst ist Bele vor mir in Mababe 😅
Liebe Grüße,
Caro
Die Baustellen des Grauens ... oder: Von Kasane nach Nata
Route: Chobe River Lodge > Nata Lodge
Start: 10:07h
Ankunft: 14:00h
Nach der wundervollen Morning Cruise starten wir erst recht spät in Kasane. Da wir aber für den heutigen Tag nichts mehr geplant hatten, können wir es gemütlich angehen. Wir waren nicht ganz sicher, wie gut wir durchkommen würden, und wollten uns auch ein bisschen Auszeit gönnen.
Die Fahrt erweist sich als äußerst zäh. Es gibt kaum etwas zu sehen, und wir müssen zwei Baustellen passieren, wovon eine ca. 30 Kilometer lang ist, und eine ca. 40 Kilometer (wenn meine Aufzeichnungen hier korrekt sind 🙄). Und dazwischen liegen unendlich viele Potholes. In den Baustellen ist meist nur eine Spur befahrbar, die Straße ist nur teilweise existent. Es sind doch einige Lastwagen unterwegs, und so ist das Vorankommen mühsam.

Um 14h kommen wir durchgerüttelt und durchgeschüttelt, aber ohne Olive in der Nata Lodge an. Es dauert ein wenig, bis wir unsere Hütten beziehen können. Diese sind riesig! Allgemein gefällt uns die Anlage recht gut, wobei wir leider alle etwas zu müde von den letzten Tagen waren, um sie zu erkunden. Es hätte sich bestimmt gelohnt, im Nachhinein finde ich das sehr schade.

Wir bestellen für meinen Sohn Chicken Fingers und wir teilen uns einen Salat, beides wirklich sehr gut. Danach war eigentlich relaxen am Plan, aber irgendwie hält es uns nicht, und wir beschließen, doch noch in das Nata Bird Sanctuary zu fahren.
Es ist schon recht spät, aber das Licht ist sehr schön. Viele Tiere sehen wir nicht; hauptsächlich Gnus, Strauße und andere Vögel. Landschaftlich gefällt es uns sehr gut.


















Ist das ein Black-winged Kite?

Und das ein Swainson's Spurfowl?






caroline schrieb:So...jetzt muss ich mich aber sputen, und weiterschreiben, sonst ist Bele vor mir in Mababe 😅
Liebe Grüße,
Caro
😂 Keine Sorge, Mababe war unsere letzte Station!
Ich gestehe, ich habe die letzten Kapitel nur von unterwegs aus überflogen, werde aber in den nächsten Tagen mal in Ruhe alles nachlesen. Auf jeden Fall freut es mich, dass Ihr eine gute Zeit in Kasane und auch mit Mojo hattet.
Zu deinen letzten Vogelfragen: Black-winged Kite stimmt (ich finde, den kann man immer so gut an seinen mandelförmigen Augen erkennen) und die Spurfolws dürften wie von dir vermutet Swainson's sein. Man erkennt die eigentlich ganz einfach an ihrer roten Kehle, aber genau die ist auf den Fotos nicht zu sehen. Aber ansonsten spricht alles für sie....
Liebe Grüße von Bele
Planet Baobab
Route: Nata Lodge > Planet Baobab
Start: 09:00h
Ankunft: 12:00h
Wir starten um 9 Uhr, und weiter geht es mit Baustellen und Potholes 😊 Teilweise wieder abrupte, tiefe Krater, die man von Weitem kaum sieht. Landschaftlich ist die Strecke allerdings sehr schön, und wir sehen neben der Straße immer wieder Wasser.























Blacksmith Lapwing

Cape Starling
Vor dem Hauptgebäude wird am Abend ein Feuer angezündet, an dem wir ein wenig sitzen und uns mit anderen Gästen unterhalten, bis wir zum Abendessen gehen. Das Abendessen bestellen wir von der Karte, und auch hier ist die Küche wunderbar. Besonders für meinen Sohn haben sie hier ein gutes Angebot. Er entscheidet sich für ein Burger Patty ohne Brötchen, und es schmeckt ihm wirklich gut. Ich nehme den Fisch und bin auch sehr zufrieden. Danach schauen wir in die Küche und bedanken uns für das gute Essen. Hier herrscht reger Betrieb, aber sie begrüßen uns herzlich und zeigen uns gerne die Küche.
Die Wege sind schön beleuchtet, aber wir nehmen immer den falschen Abzweiger zu unserer Hütte, wir können es uns einfach nicht merken 🙃






die Fotos sprechen mich total an. Das sieht Mega aus. So schön hab ich mir Planet Baobab gar nicht vorgestellt. Ich finde auch das Wasser unglaublich schön. Obwohl man dort gern die Salzpfannen sehen möchte. Aber die Stimmung sieht einfach Klasse aus. Mein Afrika Hunger wird augenblicklich größer😃.
Liebe Grüße,
Silvia
es ist Zeit für einen kleinen Zwischendank!
Wie abwechslungsreich eure Tour ist! Das gefällt mir sehr gut.
Über die vielen Wildhund-Sichtungen kann ich nur staunen. Und die schöne Begegnung mit dem Half-collared kingfisher macht mich etwas neidisch. Den Vogel konnten wir bisher noch nicht fotografieren.
Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Lieber Gruß
Sascha
ja ich hatte mir eigentlich wenig von PB erwartet, ich dachte, dass es eben schon sehr touristisch sein wird, aber es war wirklich total nett und die Stimmung war wirklich sehr schön. Das Setting mit den Salzpfannen und dazwischen immer wieder stehendes Wasser hatte auch etwas ganz besonderes, das sieht man in der Trockenzeit wahrscheinlich weniger!
Lieber @H.Badger Sascha, vielen Dank zurück 😊 schön, dass dir unsere Tour so gut gefällt. Die Wildhunde fanden wir auch ganz besonders, auch wenn sie ganz schön müffeln 🤪 Der Half-collared Kingfisher war auch für uns ganz speziell. Leider während sehr wenig Licht, aber immerhin!
Liebe @Enilorac65 Caroline, das hatten wir kurz überlegt vorab, ich hab mich dann aber dagegen entschieden, vor allem wegen meinem Sohn. Und ich war dann eigentlich auch recht froh, dass wir es nicht gemacht haben, in der Nacht hatte es in PB jeweils um die 4°, das waren die kältesten Nächte der ganzen Reise. Zu welcher Zeit wart ihr denn dort? Wie kalt war es, oder ging es?
Liebe Grüße,
Caro