Reisebericht

Der Druck ist raus ... oder geht noch was? BOTS-NAM26

von caroline · begonnen 15. Sept. 2026 · 16 Teile

Teil 115. Sept. 2026

Endlich - Botswana! ... ah ja, und auch Namibia!



Wir: das sind meine Eltern, die mir die Abenteuerlust vererbt haben, ich und mein Sohn (9). 
Equipment: Sony RX10 iv (ich), Nikon P950 (Sohn). 
Route:

Reiseroute: 10 Stopps, 18 Tage, 1748 km
Botswanas Norden und Namibias grüner ZipfelRoute in zebramap.com geplant, Stand 17.09.2026Route auf Zebramap öffnen ↗



Edit: Danke @Chrigu, jetzt konnte ich den Link erstellen 🙂


Wer möchte gerne mitfahren? 

Wir hätten noch ein bisschen Platz 🙂 Der Hilux ist ja ein wahres Platzwunder, und in der ein oder anderen Schublade geht sich auch noch was aus!



Wer oder was da oben im Wasser gelandet ist, wird sich erst am Ende der Reise auflösen 🤩


Geht's los? 


Liebe Grüße,

Caro


Teil 217. Sept. 2026

Liebe @Dorie , lieber @MaLu , das freut mich, dass ihr dabei seid! Wo kein Platz ist, wird Platz geschaffen...wir bekommen alle unter!

Ich konnte jetzt auch die zebra map direkt einbinden, und habe den Screenshot entfernt. 

Organisation

Kurz zu Anfang ein paar Dinge zur Orga, weil es vielleicht für andere Familien relevant ist:

Ich habe wirklich an jedem Grenzübergang in Botswana und Namibia alle Dokumente für meinen Sohn vorzeigen müssen. Sie wurden mal nur zur Kenntnis genommen, und mal wirklich genau studiert, aber grundsätzlich sehen wollten sie alle. 
Verlangt wurde immer: die Internationale Geburtsurkunde sowie das beglaubigte Affidavit meines Mannes mit beigefügter Passkopie, in dem er bestätigt, dass mein Sohn die Reise mitmachen darf. 

Vor- und Nachbereitungen

Uff. Jetzt habe ich es geschafft, mich durch die Fotos meines Sohnes und meine eigenen durchzuarbeiten. Das war gar nicht so leicht! Bei fast jedem Foto, das ich aussortiert habe, hat mir das Herz geblutet! Und das, obwohl ich längst nicht so toll fotografieren kann, wie viele hier im Forum 🫠

Heisst aber: ran an den Reisebericht, solange die Erinnerung noch frisch ist. 

An dieser Stelle ein großes Danke an meine Mama 🥰, die immer so brav Reisetagebuch schreibt!

Und auch eine ganz herzlichen Dank an @Champagner Bele, für den Support bei der Planung und vor allem dafür, dass sie mir Tipps zum Fotografieren gegeben und ihre Sony RX10 Einstellungen mit mir geteilt hat! Wenn ein paar gute Fotos rausgepurzelt sind, dann liegt es jedenfalls daran 💕

Nachdem wir 3x in Südafrika waren, dann 2025 einen Schlenker nach Costa Rica gemacht haben (was phantastisch war), haben wir endlich für Sommer 2026 Botswana geplant. Mein Sohn liebt schon immer Tiere über alles, und daher werden unsere Reisen darum herum geplant.

Wir haben schon viele gute Erfahrungen mit der deutschen Reiseagentur DIAMIR gemacht, und haben diese Reise wieder mit ihnen geplant. Auch diesmal waren wir sehr zufrieden. Sie sind es mittlerweile gewohnt, dass wir unsere Routen mehrmaligst umplanen und immer etwas Zeit brauchen, um das Richtige zu finden (wollen wir nicht doch in Windhoek starten? Oder in Johannesburg? Oder...?🤪). Wir haben eine Lodge Tour geplant, und da mussten wir auch auf unser eingeplantes Budget achten. Als dann die finale Route einigermaßen stand, hatte ich den glorreichen Impuls zu sagen, wir sparen uns den Stopp zwischen Maun und Divundu, es sind ja eh nicht sooo viele Kilometer, das schaffen wir an einem Tag! Gottseidank hat uns unser Berater eindringlichst gebeten, auf ihn zu hören, und die Strecke nicht an einem Tag zu fahren. Die Straßenverhältnisse erlauben kein flottes Vorankommen und beim Grenzübertritt weiß man auch nie, wie lange man warten muss. Und gut war es, dass wir seiner Erfahrung vertraut haben!

Schluckauf

So ganz ohne Hoppalas gehts ja dann meistens eh nicht. Am Sonntag vor dem Flug (Dienstag Abend) wollte ich unsere Reisedaten bei Ethiopian hinterlegen, damit der Checkin dann schneller gehen würde. Dabei fiel mir auf, dass bei meinem Sohn in der Zeile "Middle name" "CHD" eingetragen war. Hä? CHD kenne ich prinzipiell schon als Zusatz zum Ticket, dass es sich um ein Kinderticket handelt. Es war aber nie als middle name eingetragen. Dann ist mir aufgefallen, dass sein Ticket auch als "adult 12+" aufgeführt war. Dadurch konnte ich dann auch sein Geburtsjahr nicht anlegen, weil er mich das Jahr nicht auswählen lies! Kurzer Puls-Moment. Ok. Montag Früh gleich unseren Berater angerufen, der aber noch nicht im Büro war. Eine Kollegin konnte mir aber sehr nett weiterhelfen - sie versicherte mir gleich, dass wir nicht am Flughafen in Wien stehengelassen werden würden, die würde aber sicherheitshalbe nochmal intern beim Flugteam nachfragen. Der Rückruf kam prompt und das Problem bei Ethiopian schien schon bekannt gewesen zu sein. Einfach direkt am Flughafen vor Ort einchecken, die Kollegen lösen das dann. Gut. Am Abend hab ich dann trotzdem den Checkin in der App versucht, und siehe da, dort konnte ich dann plötzlich das korrekte Geburtsjahr angeben, und der Checkin hat geklappt.  Uff 😮‍💨
Spoiler Alert: sie haben uns mitgenommen 😄

Anreise

Wir haben für den Flug Ethiopian gewählt, weil wir so mit nur einem Stopp von Wien nach Maun kommen. Der Flug startet pünktlich um 22:05h. Zur großen Freude meines Sohnes bekommt er ein Goodie-Bag von EA; darin sind Malsachen, ein aufblasbares Flugzeug und ein kleiner Stoffelefant, der natürlich gleich geherzt wird und uns sicher Sichtungsglück für Elefanten bringen wird! 🐘
Das Essen ist für Airline Essen wirklich gut, sogar mein Sohn isst etwas. Danach noch einen halben Film schauen, und den Rest hat er gottseidank gut verschlafen. Ich kann im Flugzeug leider nie wirklich schlafen. 
Um 05:10h landen wir nach sehr ruhigem Flug in Addis Abeba, wo sehr viel los ist. Der Security Check ist leider sehr chaotisch, aber wir haben ja genug Zeit. Am Gate ist es dann wieder recht ruhig, und um 08:35h startet der Flieger nach Maun! Dieser hat kein Bord Entertainment; das ist aber nicht schlimm, weil das bei EA eh nicht auf deutsch ist, zumindest nicht das Kinderangebot. Wir haben ja das Tablet. Ähh...hatten. Ich verschütte ein bisschen Apfelsaft bei einem Ruckler des Flugzeugs, ein paar Tropfen landen auf dem Tablet. Was damit tot war. Mausetot. Macht keinen Mucks mehr! Ohweia, da sind alle Hörbücher für die Autofahrten drauf 😩 nagut, es wird sich eine Lösung finden. 

Beim Anflug auf Maun sehen wir bereits ein wenig vom Delta und wir sind ganz kribbelig vor Aufregung! Endlich wieder Afrika! 


Ankunft um 12:50, danach haben wir ungefähr 45 Minuten für die Einreise gebraucht. Wir mussten natürlich alle das Formular ausfüllen. Die sehr freundliche - aber auch sehr korrekte - Dame bei der Einreise studiert zuerst gründlich alle Dokumente, die ich für meinen Sohn zusätzlich mitnehmen musste. Dann muss ich ihr alle (!) einzelnen Unterkünfte nennen, die wir eingeplant hatten auf unserer Route. In dem winzigen Formular, auf dem winzigen Textfeld hatten wir nur jeweils die erste Station angegeben. Nachdem ich ihr das aus dem Kopf raus runterrattern kann, werden wir wohl für ein wenig vertrauenswürdig befunden (doch keine Vagabunden, die sich einschleichen wollen!) und mit strahlendem Lächeln und dem Wunsch einer schönen Reise werden wir zum Gepäck hinauskomplimentiert, das auch schon auf uns wartet. 

Mein erster Eindruck von Botswana: herzlich, aber korrekt, was ja kein Fehler ist 🙃

Teil 317. Sept. 2026

Herzlich

Am Flughafen werden wir bereits erwartet. Kurze Verwirrung - da stehen zwei Leute mit unserem Namensschild! Gleich aufgelöst: einmal ein Mitarbeiter von SafariDestinations, die lokale Partneragentur, und der Bushlore Mitarbeiter. Wir werden herzlich begrüßt und machen uns gleich auf den Weg zu Bushlore. 

Wenn ich unsere Eindrücke zu Land und Leuten auf unserer Reise mit nur einem Ausdruck benennen müsste, so wäre das "herzlich". In Botswana genauso wie in Namibia. Das ist einer der vielen Gründe, warum ich so gerne immer wieder zurückkomme.

Der übliche Verdächtige

Bei Bushlore haben wir einen Toyota Hilux 4x4 DoubleCab 2.4l gebucht. Als wir losfuhren hatte er 127.910km drauf. 

Wir werden bei Bushlore von einem unendlich geduldigen Mitarbeiter ausführlich eingeschult. Der Mitarbeiter zeigt uns alles an Equipment, was drin ist. Es ist alles schlau eingerichtet und gut erreichbar, wir haben sowas ähnliches wie Sandmatten mit (verzeiht, wenn ich nicht genau weiß, wie das heisst...es sind mehrere dünne Balken hintereinander aufgereiht und dient als Unterlage beim Wiederausgraben), ein Sandblech, Wagenheber, Kompressor, ein ordentlicher Spaten, gefüllter Wasserkanister, zwei Ersatzreifen, Ein Teil um die zweite Batterie als Starthilfe zu nutzen, einen High Lift Jack und sicher noch so einiges, was ich wieder vergessen habe 😄 - wir fühlen uns gut ausgestattet. Satelliten Telefon haben wir ebenfalls dazu bestellt. Meine Eltern waren bereits einmal in Namibia und zweimal in Botswana, jedesmal auch mit einem Hilux. Papa kennt sich also schon aus. Als der Mitarbeiter fragt, ob er uns den Gebrauch von High Lift Jack etc. zeigen soll, winkt mein Papa ab. Ich bin da nicht ganz so zuversichtlich und bitte ihn, es uns zu zeigen, was er auch gerne gemacht hat. 
Die Idee, alles zu filmen, habe ich als Tipp aus dem Forum mitgenommen - mega gut, weil wenn wirklich was ist, kann man zur Not immer alles nochmal nachschauen. Das hat mir während der Reise dann immer ein gutes Gefühl gegeben. Wir durften den High Lift Jack selber ausprobieren, damit wir ja wissen, wie es sich anfühlt und welche Handgriffe wir brauchen. Ich habe aus dem Forum auch mitgenommen, dass viele eigentlich davon abraten, da die Handhabung recht gefährlich sein kann. Wir haben ihn nicht gebraucht, aber ich war irgendwie schon ganz froh, ihn gehabt zu haben. 

Ein paar Dellen und Schrammen hatte der Gute schon, aber das zeigt ja nur, dass er was zu erzählen hat 😊


Sitzerhöhungsdrama und das Navi aus der H👹lle

Wir hatten für meinen Sohn noch eine Sitzerhöhung dazugebucht. Das steht bei uns irgendwie unter keinem guten Stern. In Südafrika1 hatte der Kindersitz geklappt, obwohl er auch da erstmal "nicht mitgebucht" war bei Europcar (obwohl es am Voucher stand). Es wurde aber einer gefunden - in Rosa. Was meinem Sohn damals noch egal war 😊. In Südafrika2 war auch irgendwas, was ich verdrängt habe. In Südafrika3 wollten sie uns zuerst einen Kleinkindsitz geben, in den hätte er niemals reingepasst. Sitzerhöhung gab es auch keine. Nach etwas Ärgern haben wir dann bei einem Toys'r'us selbst eine gekauft.   
Bei Bushlore hatte man da eine andere Lösung. Nachdem unsere Buchung der Sitzerhöhung mal wieder verloren gegangen war auf dem Weg von Dresden nach Maun, hat man nicht lange rumgefackelt: ein Mitarbeiter wird kurzerhand losgeschickt. Zehn Minuten später steht er wieder am Hof und hat einen noch in Plastik verpackten nagelneuen Kindersitz in der Hand. Dem wird kurzerhand das Oberteil entfernt - und fertig ist die Sitzerhöhung. 

Navi hatten wir auch im Auto, mit T4A Karte drauf. Wir sind abfahrbereit und fragen, wo denn der nächste BTC Laden wäre. Da wir morgen früh los wollen, möchten wir heute noch eine SIM Karte kaufen. Der Bushlore Mitarbeiter zeigt uns, dass ganz oben in den Favoriten der BTC Shop bereits eingespeichert ist. Distanz zum Ziel: 2,7km. Klasse. 

Wir starten das Auto, wir starten das Navi, und los geht es. Wir fahren. Und fahren. Nach längerer Zeit in Afrika ist mein Papa, wenn auch versierter Fahrer, doch erstmal wieder mit Umgewöhnung (und scheibenwischenden Blinkern 🙃) beschäftigit. Und meine Mama dann so, also wir sind jetzt aber schon mehr als 2 Kilometer gefahren! Ich schaue aufs Navi, das uns tur geradeaus leitet. Irgendwie kommt mir die Richtung auch falsch vor, wir fahren doch schon aus der Stadt raus!? Ein weiterer Blick auf das Navi zeigt: Ankunft in 17h. (S-T-U-N-D-E-N)! Und dreihundertdrölfzig Kilometer. Wie? Ich weiß nicht, was er da für eine Route berechnet hat. Mit zwingend drei Grenzübertritten vielleicht. Oder Fußgänger. Oder zwingend die längstmögliche Strecke. Wegen der Aussicht oder so. 
Ich fummle eine Weile daran herum, aber er ist nicht dazu zu bewegen, die Route zu finden. Nicht, nada. Stur wie ein Bock. Gut ich habe ja auch Organic Maps auf dem Handy installiert. Das findet den BTC Shop auch, tadaa, in 10 Minuten erreichbar. Wir fahren hin. Und was ist dort? Natürlich KEIN BTC Shop. Was jetzt? Ich springe bei der Tankstelle raus und frage einen netten Tankwart, ob er uns vielleicht helfen kann. Und wieder diese Herzlichkeit! Er sagt, ja klar, die sind umgezogen, ist nicht besonders weit. Mit seiner Hilfe finden wir nun endlich auch den Shop und wir haben innerhalb von 20 Minuten eine SIM Karte mit 50GB Daten, die wir niemals aufbrauchen werden 🤪

Das Navi haben wir während der gesamten Reise nicht dazu gebracht, eine vernünftige Route auszuspucken. Wir haben alles probiert, und ich bin jetzt nicht ganz auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, ich hab schon das ein oder andere Navi bedient. Was seine Schmerzen waren? Wir wissen es bis heute nicht 🤷‍♀️. Wir haben es aber immer angelassen, einfach um zu schauen, ob es sich an Routenlänge selbst noch toppen kann 🤪. 

Organic Maps hat uns immer gut geführt, bis auf die letzte Etappe, aber das ist eine andere Geschichte .... 😊




Teil 418. Sept. 2026

Endlich angekommen

Nach dem BTC Shop gehen wir noch kurz einkaufen, um Snacks und Wasser im Auto zu haben, und holen noch Bargeld. 
Ich habe zuhause bei der Bank vorab bereits ca. 300 USD und 6000 ZAR bestellt. Ich habe immer gern schon Bargeld dabei. Pula oder Nam$ konnte ich nicht bestellen. 

Jetzt geht es auf zu unserer ersten Unterkunft! 

Wir übersehen das kleine Schild zur Abzweigung an der Straße und biegen erstmal eine Straße zu spät ab. Nachdem klar war, hier kommt nix mehr 😄 drehen wir um und fahren zurück. Mit etwas Suchen finden wir den richtigen Weg und fahren unsere erste Sandstrecke 🤪


08.07.2026: The Waterfront Guesthouse



Das Waterfront ist für einen Stopover sehr nett, direkt am Thamalakane River gelegen, der auch einen guten Wasserstand hat. Die Zimmer sind sehr großzügig, mit kleiner Küchenzeile und Terrasse / Balkon. Einen Pool gibt es auch, den haben wir aber nicht benutzt.

Restaurant haben sie keines, nur Frühstück. Da ich das gewusst hatte, hatte ich bei Marc's Eatery reserviert (wieder ein goldwerter Tipp aus dem Forum!). Bele hatte mir den Taxifahrer ihres Vertrauens empfohlen, den ich auf Whatsapp kontaktiert hatte. Leider war er derzeit nicht vor Ort, hat mir aber die Nummer eines weiteren Taxifahrers gegeben. Dieser hat mir dann einen Dritten geschickt, der uns auch tatsächlich abgeholt hat 😄 

Im Restaurant werden wir wie Familie empfangen. Wir fühlen uns gleich wohl. Für mich gibt es Impala Stew in red wine + Juniper, für Max gibt es Schnitzel. Was mein Papa hatte, habe ich leider vergessen, meine Mama nimmt das Steak. 

Müde gehen wir ins Bett und schlafen gut.


Teil 518. Sept. 2026

Botswanas Straßen - und warum die Ziegen Schuld sind

Route: The Waterfront Guesthouse (Maun) > Guma Lagoon Camp

Start: 7:30h, 9° 

Ankunft: 12:46h

Wasserdurchfahrten: 13

Um 7h Frühstücken wir und rollen um 7h30 vom Hof. Da die erste Etappe lang werden würde, und ich mir sagen hab lassen, dass die Straßenverhältnisse eher schlecht sein werden, wollte ich zwischen 7 und 8 starten. Ich hatte beim Guma Lagoon Camp bereits vorab per Email einen Lunch bestellt und angekündigt, dass wir gegen 13h ankommen wollten. Weiters hatten wir auch die Info von unserer Agentur bekommen, dass auf Grund des vielen Wassers eine Eskorte empfohlen wird, um den Weg ab Etsha 13 zur Lodge auch finden zu können. Die Zufahrt ist eine reine 4x4 Zufahrt, mit teilweise wirklich tiefem Sand, und teilweise Wasserdurchfahrten. Wir sollten uns kurz vorher per Whatsapp melden, dann würde ein Fahrer zum Dorf kommen und uns von dort dann zur Lodge vorausfahren. 

Das erste Erlebnis war schon mal die A35. Ich hatte mir vorab schon mal die Straßenzustände angeschaut bzw. übers Forum mitgelesen. Aber sie dann in Live zu erleben...🤪

Zuerst liefs ja so: 

Easy. Wenn's so weitergeht, sind wir in 1h da! 

Dann so:

Immerhin war hier noch die Hälfte der Straße vorhanden...

Dann so:

Ok, keine Straße mehr, aber irgendwie gehts dann doch 😄

Und schließlich haben wir auch herausgefunden, warum die Straßen in Botswana so aussehen, wie sie aussehen:

Die Ziegen fressen die Straße !!! 

Dann wundert mich nichts mehr.

Von den Potholes ganz zu schweigen. Mein Papa meint: da versinkt ja ein Kleinwagen darin! Eintrag in Mamas Reisetagebuch: "Straße nun mit vielen Löchern (Kratern !!) und Sandumfahrungen."
Vielleicht hätten wir statt dem Hilux doch die Esel nehmen sollen 🤔 die wirken eigentlich immer viel entspannter. 

Durchgerüttelt und durchgeschüttelt kommen wir dennoch gut in Etsha 13 an, wo auch unsere Eskorte schon wartet. Wir werden - wieder sehr herzlich - begrüßt, und nachdem der Fahrer uns begutachtet hat, fragt er uns, ob wir nicht doch lieber das Auto hier stehen lassen und mit ihnen im Auto mitfahren wollen? Offenbar war das Vertrauen in das Fahrkönnen meines Papas, der die Strecke gefahren ist, nicht sehr groß. Normalo Touris eben, kriegen die das hin!? 
Aber mein Papa, der schon mit dem Hilux vor 10 Jahren die Strecke von Kasane nach Maun via Savuti gefahren ist, sagt gleich, nein nein, nicht nötig. Ich überlege kurz, denke daran, dass wir unseren ganzen Kram umpacken müssten, wobei mir der Schweiß ausbricht, und verneine ebenfalls. 

Was soll ich sagen!? Es war mit Sicherheit die wildeste Fahrt unserer Reise 🤣

Wie gesagt, mein Papa ist durchaus schon Tiefsandstrecken und auch die ein oder andere Wasserdurchfahrt in seinem Leben gefahren....aber 4x4 Profis sind wir halt keine. Ihr werdet sicher lachen, und auf den Fotos finde ich kommt es auch nie so wild rüber, wie es gefühlt war...



Teil 618. Sept. 2026

* Disclaimer *

Bevor ich es vergesse: alle Fotos, die mit einem "M" in der rechten unteren Ecke markiert sind, sind Fotos, die mein Sohn geschossen hat. Ich finde, für seine 9 Jahre hat er schon ein gutes Auge, und kann mit der doch recht schweren P950 gut umgehen! Es macht ihm Spaß, und das finde ich toll. 

Ich habe alle Fotos verkleinert, um hier im Forum nicht Riesenfotos hochzuladen. 

Teil 719. Sept. 2026

09.07.2026: Guma Lagoon Camp



Die. Fahrt. war. wild. 
Eigentlich wäre es nicht so arg gewesen, wenn es auf den Tiefsandstrecken nicht so arg viele enge Kurven gegeben hätte! Und wenn die Bäume nicht immer so nah an der Spur gestanden wären 🫣

Das war unser Trip:

Die Spur wechselte eigentlich immer zwischen Wasser und Sand. Es sind oft mehrere Spuren, die voneinander abzweigen, manchmal steht wo ein Pfeil, oft auch nicht. Alleine hätten wir wahrscheinlich irgendwie auch hin gefunden, aber es hätte mit Sicherheit auch deutlich länger gedauert 🫠 Und so hatten wir immer das Fahrzeug vor uns, das uns vor allem in den breiten Wasserdurchfahrten die richtige Spur vorfuhr, teilweise war es schon sehr tief!

Links und rechts war immer viel Wasser zu sehen. 

Gut, dass Bushlore unverkennbar auf beiden Seiten die Wasserlinie markiert hat!

Der Hilux kämpft sich tapfer durch (und mein Papa auch), aber durch die vielen Kurven schwimmt er ganz schön im Sand. Ich sehe uns schon bei jeder Biegung im nächsten Baum picken! (Und denke immer daran, was nicht alles nicht versichert ist 😁) 

Aber mein Papa steuert uns gut durch die 12km, und schwitzend aber erleichtert kommen wir in der Lodge an. Wir werden gleich im Haupthaus, das eigentlich mehr ein Hauptzelt ist, empfangen und wir bekommen auch gleich unser Mittagessen. Burger zum selber belegen - sehr lecker! 







Teil 820. Sept. 2026

Erste Bootsfahrt

Nach dem Mittagessen beziehen wir unsere Zelte und erkunden die Lodge, die wirklich sehr einsam und schön am Rande des Deltas gelegen ist. Hier hört man wirklich nichts, ausser das Wasser und gelegentlich ein Hippo! Einer der Campingplätze, den wir auf dem Weg zu unserem Zelt sehen, ist belegt, und sieht auch sehr schön aus. Die Zelte haben einen kleinen Balkon zum Wasser raus und sind innen wirklich gemütlich. 
Ich habe vorab per Email nicht nur das Mittagessen, sondern auch gleich eine Bootsfahrt gebucht. Pünktlich um 15:30h geht es los! 


Unser Guide sehr nett, und bemüht sich sehr, dass wir eine gute Zeit haben. Er möchte meinem Sohn unbedingt ein Krokodil zeigen, obwohl er sagt, dass es hier momentan schwierig ist. Die Stimmung ist einmalig, alles rundherum ist ruhig, kein anderes Boot ist unterwegs. Was für ein schöner Beginn! 


Little Bee-eater

Malachite Kingfisher

Squacco Heron

Die Landschaft ist wunderschön, wir fahren teilweise über weites, offenes Wasser, und teilweise durch enge Papyrusstraßen. 

White-fronted Bee-eater

African red-eyed Bulbul

Giant Kingfisher

Und endlich finden wir auch ein Krokodil, unser Guide freut sich mindestens so sehr, wie mein Sohnemann!

Gut, es ist jetzt nicht das größte, das wir je gesehen haben, aber das macht überhaupt nichts. Wir sind glücklich.

African Darter

Hier will ich immer - noch von unserer Costa Rica Reise her - Anhinga schreiben 😊


Auf der Rückfahrt gibt unser Guide nochmal gut Gas, wir halten unsere Hüte fest und genießen den Sonnenuntergang. Zum Abendessen gibt es Pork chops und Malvenpudding, es schmeckt uns wieder hervorragend, und müde fallen wir ins Bett. 

Die Nacht im Zelt ist bitterkalt - daran müssen wir uns erst gewöhnen. Wir haben Wärmeflaschen mitgenommen, im Zelt sind ebenfalls welche, das hilft 🙃 ich setze meinem Sohn in der Nacht noch die Haube auf, am Kopf verliert man ja die meiste Kälte. 

Teil 921. Sept. 2026

10.07.2026: Nunda River Lodge - Auf nach Namibia!

Route: Guma Lagoon Camp > Nunda River Lodge

Start: 9:07h, 6° 

Ankunft Etsha 13: 9:47h

Ankunft Shakawe: 11h / Mohembo Border Post: 12:20h

Ankunft Nunda River Lodge: ca. 14:00h


Die Nacht war sehr kalt, wir wachen morgens bei 6° auf. Ich hatte gestern schon das Gefühl gehabt, dass unser linker Hinterreifen weniger Luft hat als die anderen. Wir wollten das beobachten, und in der Früh war es tatsächlich noch weniger. Na toll - gleich am zweiten Tag ein Platten! Immerhin haben wir es rechtzeitig bemerkt. Vor dem Frühstück hilft uns noch ein Guide der Lodge Reifen wechseln, das geht zack zack. Wir frühstücken sehr gut und starten um 9:07h im Konvoi zurück nach Etsha 13. Diesmal fährt noch ein weiteres Auto mit uns mit. Beim Warten auf das Escort-Fahrzeug unterhalten wir uns, und der Fahrer des zweiten Autos, auch ein Hilux, wundert sich über unsere gute Ausrüstung! Er hätte lang nicht so viel von seinem Vermieter mitbekommen. 

Wir fahren die Sand-Wasser Strecke wieder zurück, und diesmal kann ich auch die Fahrt genießen. Es flutscht wie am Schnürchen und fühlt sich schon viel geschmeidiger an! Einerseits hat sich auch mein Papa jetzt gut eingefahren, und ich denke es macht auch einen Unterschied, dass der Sand in der Früh noch nicht so heiß ist. 

Wir brauchen 40 Minuten für die Strecke, um 9:47 sind wir wieder in Etsha 13 und verabschieden uns von der Eskorte. Die Strecke an sich hätten wir schon geschafft, aber ich war ganz froh, dass wir nicht bei jeder Spurenkreuzung und jeder Kurve rätseln mussten, welche nun die richtige (und am besten zu befahrende) Spur wäre. 

Nachdem wir jetzt nur noch einen Ersatzreifen haben, beschließen wir, in Shakawe unseren platten Reifen reparieren zu lassen. Unser Eskort-Guide empfiehlt uns einen Tyre-repair in Shakawe. Auf der A35 wieder angekommen, erhöhen wir wieder unseren Reifendruck. Der Streckenteil von Etsha 13 nach Shakawe ist sogar einigermaßen gut zu fahren, wenn auch oft schmal, da Baustelle. 

Wer kann mir bei diesem Vogerl helfen? Ist das ein Southern Boubou? - Nein, ein Swamp Boubou (danke @Champagner )

In Shakawe fragen wir an der Tankstelle und finden die Werkstatt direkt gegenüber der Tankstelle an der Kreuzung. Wir fahren auf den kleinen Hof, der erstmal nicht unbedingt nach Werkstatt aussieht.

Wir werden gleich freundlich begrüßt, und uns wird versichert, dass man sich gerne gleich unseren Reifen anschaut, obwohl gerade an einem Auto gearbeitet wird. Der Reifen wird im Wasserbad geprüft, und nach einigem Suchen finden wir tatsächlich ein winziges Loch. Der Reifen wird umgehen repariert und wir bezahlen satte 40 Pula (umgerechnet ca. 2,50€ !!!). Auch this is Africa. Freundlich, schnell, unkompliziert und günstig. 


Nach 20 Minuten rollen wir vom Hof und fahren Richtung Grenze, die wir auch bald erreichen. Beim Vet fence plaudern wir kurz mit der sehr freundlichen Mitarbeiterin. Bei der Ausreise wwerden wieder alle Dokumente gründlich kontrolliert. Es ist außer uns nur noch ein Auto da, und wir sind ruck-zuck durch. Ebenso bei der namibischen Einreise. Das eVisa hat gut geklappt, auch hier gründliche Kontrolle der Dokumente, vor allem derer meines Sohnes. Wieder alles sehr freundlich, kurze Unsicherheit unsererseits was wir noch bezüglich des Autos ausfüllen müssen (wir haben ein namibisches Kennzeichen), der Grenzbeamte hilft uns schnell durch. Und schon sind wir in Namibia! 

Beim Planen der Reise hatte ich Namibia gar nicht am Schirm, aber schnell hat sich herausgestellt, dass der Caprivi aus unserer Route im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache machen würde. Und ich bin sehr froh, dass wir das so gemacht haben, es war wirklich wunderbar! 

Mahango Core Area

Die Straße führt direkt durch die Mahango Core Area des Bwabwata National Parks, und wir nützen die Zeit, um noch einen Schlenker am Fluss entlang zu fahren. Mein Sohn ist bei den ersten Tieren so aufgeregt, als hätte er noch nie eine Antilope gesehen 😃 Es ist ein schöner, erster Gamedrive, mit Zebras, Giraffen, Kudus, Warzenschweinen, Pavianen, und sogar einem Elefanten. In der Ferne entdeckt mein Sohn, das Adlerauge, sogar ein dickes Kroko und ein Hippo. 

Und hier noch ein paar Pyjama-Popos, weil sie so schön sind 😄

Little bee-eater, Fork-tailed Drongo, Crowned Lapwing, Lilac-breasted Roller, Burchell's Coucal - nein, ein White-browed Coucal (danke @Champagner )

Uns gefällt die Mahango Core Area bereits bei unserer kurzen Durchfahrt sehr. Ich hatte keine Erwartungen daran, ich habe sie eher als unspäktakulär abgespeichert (ich weiß auch nicht, wieso). Aber wie so oft, wenn man nichts erwartet, wird man überrascht. Wir hatten leider nur einen weiteren Gamedrive in der Mahango Core Area. Fazit: gerne wieder!

Bei der Ausfahrt bezahlen wir das Permit für den Park und sind dann auch gleich bei unserer nächsten Unterkunft angekommen. 

Nunda River Lodge

Wir gehen zur Rezeption, und die Mitarbeiterin, die uns herzlich begrüßt, sagt zu meiner Mama freudestrahlend: "But you have been here before! I remember you!" - und tatsächlich waren meine Eltern bereits vor ca. 15 (!!) Jahren in der Nunda River Lodge. Meine Mama ist ganz gerührt, dass man sich noch erinnert hat. Wie schön auch, wenn Mitarbeiter so lange dabei sind 🥰

Wir checken ein, und bekommen erstmal ein Häuschen in der zweiten Reihe, nicht direkt am Fluss, aber wir bekommen dann doch ein Fluss-Häuschen, das ist natürlich phantastisch. Ich habe vorab per Email bereits unsere Aktivitäten gebucht: eine private Bootsfahrt, und 3 private Gamedrives. Die Mitarbeiterin ist etwas verzweifelt, weil ein Gamedrive Auto gerade bei der Reparatur ist, und wir somit den ersten private Gamedrive am nächsten Morgen nicht machen können. Nachdem wir versichern, dass wir gerne auch gemeinsam mit anderen Gästen fahren, strahlt sie uns an und ist sichtlich erleichtert, dass sich das Problem so unkompliziert lösen lässt. 

Wir essen noch gut zu Mittag. Für Kinder gibt es gute Auswahl, und es schmeckt meinem Sohn vorzüglich. Die Chicken Strips mit Pommes sind wirklich lecker und wirken auch selbstgemacht. 

Die Zimmer sind schön, in beiden Häuschen. Die Fluss-Häuschen haben sie ganz neu gebaut, da standen mal die Meru-Tents, erzählt uns der Besitzer. Direkt am Fluss zu schlafen und aufzuwachen ist schon späktakulär. Und das Wichtigste für meinen Sohn: wir hören die Hippos! 

Zum Frühstück gibt es Buffet mit Eierstation, üppige Auswahl und sehr schmackhaft. Das Haupthaus ist sehr gemütlich, zwischen den Aktivitäten haben wir eigentlich viel zu wenig Zeit, um auch die Lodge mal in Ruhe zu genießen! Der Besitzer ist ein Schotte (kein Engländer, wie er betont!) und immer zwischen den Gästen unterwegs. Wir unterhalten uns mehrmals sehr nett mit ihm, er erzählt viel über die Historie der Lodge und mein Sohn ist ganz begeistert (obwohl er kein Englisch kann). Er fühlt sich so willkommen, man wird wirklich rundum wie Familie behandelt. Für ihn ist das die beste Lodge unserer Reise! (Neben der letzten Station). Hier hätten wir gut und gerne noch ein, zwei Nächte mehr verbracht. 


Teil 1022. Sept. 2026

Bootsfahrt auf dem Kavango zu den Popa Falls

Vorab hatte ich eine private Bootsfahrt per Email gebucht. Am Nachmittag unserer Ankunft geht es bereits los. Ich bin ganz froh, dass wir ein kleines Boot für uns haben, das zweite Boot ist recht groß und gut gefüllt! Wir haben Glück - wir bekommen den Guide Bassi, der wohl schon sehr lange in der Nunda River Lodge und auch im Forum bekannt ist als guter Birder. Er ist aber vor allem ein guter Childer - mein Sohn versteht sich sofort prächtig mit ihm. Bassi freut sich, dass mein Sohn auch Interesse an den Vögeln hat, und nicht nur an den "großen" Tieren!  

Pied Kingfisher, White-fronted Bee-eater, Egyptian Geese. (Der erste BiF meines Sohnes 😃)

Wir fahren zuerst flussabwärts, und sehen Ziegen, Kühe und Menschen bis zum Bauch im Wasser beim Fischen und Waschen. Direkt daneben schwimmen prustend die Flusspferde...Bassi sieht ein kleines Krokodil, an das wir mit dem Boot recht nahe herankommen.

Yellow-billed Stork

Yellow-billed Egret - noch ein BiF meines Sohnes (Bild 2) 

Auf der anderen Seite des Flusses entdeckt er ein Rudel (?) Cape Clawless Otter. Wie er diese auf die Entfernung erspäht hat, ist mir schleierhaft! Das sind lustige Gesellen, leider etwas schwer zu fotografieren, da wir nicht sehr nahe herankommen und sie auch flitzeschnell sind!

Wir fahren nun Richtung Popa Falls. Das Licht und die Ruhe am Fluss sind ganz wunderbar. Bassi sagt, dadurch, dass momentan viel Wasser ist, lohnt es sich auch besonders.

@Champagner: das ist jetzt aber der Burchell's Coucal? Und der kleine ist ein Thick-billed Weaver?


Popa Falls bei Sonnenuntergang

Wir erreichen die Popa Falls, es sind auch noch ein zwei, drei andere Boote hier, aber es fühlt sich trotzdem gottseidank nicht gedrängt an. Das Licht und die Stimmung sind magisch. Wir legen an einer kleinen sandigen Insel an, wo Bassi den Sundowner aufbaut. Wie schön es hier ist! Er erzählt uns viel zu der Gegend und den Tieren am Fluss. Man merkt, wie begeistert er selbst immer noch von seiner Arbeit ist. Mein Sohn erkundet die kleine Insel und freut sich am Sand. 



Auf der Rückfahrt begegnen wir noch einer Gruppe der Lieblingstiere meines Sohnes, und obwohl es schon spät ist, bleiben wir stehen und verweilen eine gute Zeit lang bei ihnen. Das Warten macht sich dann schließlich auch bezahlt - zuerst beäugen sie uns mißtrauisch und tauchen kaum aus dem Wasser auf. Doch dann zeigen sie uns spektakulär, was sie so drauf haben! 




Das rosa gesprenkelte Schnäuzchen ist doch herzallerliebst 🥰 Natürlich gelten sie nicht ohne Grund als die gefährlichsten Tiere Afrikas, aber seit wir in Südafrika Jessica und Seun besucht und kennengelernt haben, habe ich meine eigene Liebe zu diesen Tieren entwickelt. 

Im Dunklen kommen wir bei der Lodge an, wo wir uns nur kurz umziehen und gleich zum Abendessen gehen, das ganz wunderbar ist. Auf der Terrasse ist ein Feuer an, wo wir uns noch kurz wärmen, bevor wir müde und sehr zufrieden ins Bett gehen. Morgen läutet der Wecker früh, zu unserem ersten Morning Drive! 




Teil 1126. Sept. 2026

Mahango Core Area - Erster Morning Drive


Der Wecker läutet um 6h. Bei den Morning Drives überlasse ich es immer meinem Sohn, ob er aufstehen und mitfahren möchte. Ansonsten würde meine Mutter bei ihm bleiben. Er raunzt zwar ob der frühen Stunde, steht aber brav auf - verpassen will er nichts! Ich bin da recht pragmatisch, wir haben da seit er mit 3 Jahren in Südafrika war schon eine ganz gute Routine. Wenn wir sehr früh aufstehen müssen (und es sehr kalt ist in der Nacht), ziehe ich ihm schon zum Schlafen das Gewand für den Drive an. Wenn er mit Leggings schläft, muss ich in der früh nur noch die Jogginghose drüberziehen, Fleecejacke und Jacke drüber, Haube auf und los gehts. 
Im Haupthaus warten wir auf unseren Guide und trinken den ersten Tee und Kaffee. Da wir eh am Nachmittag auch nochmal in die Buffalo Core Area fahren, bleibt meine Mama lieber in der Lodge und genießt die morgendliche Ruhe, als sich zweimal durchschütteln zu lassen.

Um 6h30 holt uns unser guide Thomas ab, er wird uns auf jedem drive, den wir mit der Nunda River Lodge machen, begleiten. Diesmal ist auch noch eine französische Familie dabei, da unser private drive in der Früh wegen dem kaputten Auto ausfällt. Macht aber gar nichts, sie sind wirklich sehr nett, und sehr ruhig. 

Heute steht die Buffalo Core Area am Plan, man muss von der Lodge etwa 20 Minuten zum gate fahren. Da man auf der Straße ja doch etwas schneller fährt, als im Park, haben wir mehr Fahrtwind uns es ist kaaalt 🥶 Wir sind aber gut in Decken gewickelt und haben die Wärmeflasche für meinen Sohn auch noch dabei. 

Die morgendliche Stimmung ist wunderschön, der Himmel spielt alle Farben ab. Der Fluss dampft und es ist rund ums Wasser etwas neblig. Zauberhaft!



Der zweite (!) Platten

Das erste Abenteuer gibts bereits bei der Anfahrt - wir sind auf der Straße Richtung Divundu, plötzlich macht es flap-flap-flap-flap....wir haben einen platten Reifen! 😯 (Spoiler: es wird nicht der letzte gewesen sein 😙)

Thomas fährt links an den Straßenrand und begutachtet das Malheur. Platter geht nicht, der muss natürlich gewechselt werden. Er öffnet das Auto hinten und stellt mit Schrecken fest: jemand hat sich offenbar seinen Wagenheber ausgeliehen und nicht zurückgegeben! Das wird dann zum running gag für unsere nächsten Fahrten: Thomas und mein Sohn müssen vor jeder Fahrt prüfen, ob eh auch alles im Auto ist, was wir brauchen 😃

Wir sind leider auch schon recht weit weg von der Lodge. Was nun? Thomas telefoniert, als ein Auto bei uns anhält. Der Fahrer fragt, ob wir Hilfe brauchen. Thomas diskutiert mit ihm, woraufhin er umdreht und wieder dorthin fährt, woher er gekommen war. Nach 10 Minuten ist er wieder da, und hat uns von zuhause einen Wagenheber mitgebracht! Er, sein Beifahrer und Thomas machen sich nun daran, den Reifen zu wechseln. 

Da kommt ds nächste Problem: Der Wagenheber hebt den Nissan Micra unseres Helfers mit Sicherheit halb zum Mond, aber unser Landy kann da nur müde lächeln...😏 kurz und gut (im wahrsten Sinne des Wortes), der Wagenheber kann den Landrover nicht so hoch heben, dass wir den Reifen abmontieren könnten. Sie finden eine Art viereckiges Eisenrohr, aber das reicht auch noch nicht.

Mein Papa hat sich das ja schon gedacht, als der den Dreien so zugeschaut hat. Pfiffig wie er ist, hat er die Umgebung abgesucht und tatsächlich eine Art größeren Ziegel gefunden. Der wird nun unter den Wagenheber gepackt, und schon kann der Reifen gewechselt werden!



Geschafft! Wir bedanken uns überschwenglich (und mit gutem Trinkgeld) bei unseren Helfern. Ich weiß nicht, wo sie hingewollt hatten, aber sie haben in Summe mit Sicherheit eine gute halbe Stunde oder mehr Zeit verloren. 

Jetzt kanns aber wirklich auf gehen in den Park! 



Mein Sohn scherzt noch, dass uns eigentlich ein Büffel in der Buffalo Core Area begrüßen müßte, und was sehen wir als erstes direkt nachdem wir reinfahren? 


Cape Buffalo

Ein Prachtexemplar, direkt neben der Straße. Er guckt uns eigentlich ganz freundlich an, und frühstückt dann gemütlich weiter. Da kenne ich deutlich grantigere Artgenossen!

McDonalds - aber DriveIn, bitte!

Wir haben nach der letzten Reise beim Fotos durchsehen bemerkt, dass wir kaum bis gar keine Impalas fotografiert hatten. Auf grund der inflationären Sichtungen fährt man halt auch schnell mal einfach an ihnen vorbei, was sie so gar nicht verdient haben, sie sind doch auch so wunderschön! Deshalb haben wir uns diesmal vorgenommen, vielleicht nicht bei jedem Impala stehen zu bleiben, aber ihnen doch auch den gebührenden Respekt zu erweisen, und sie auch abzulichten.


Impala - nur Original mit dem schwarzen "M"!

Bushbuck


Die Landschaft gefällt uns sehr gut, es ist sehr abwechslungsreich und grün. Auf dem Parkgelände sind Militärruinen, ein bisschen gruselig ist das schon auch. Thomas erzählt uns ein bisschen über die Geschichte des Parks und der Region. 


@Champagner Swallow jedenfalls ... Mosque Swallow?

Crimson breasted Shrike

Purple Heron (?) Edit: Bele sagt eher Goliath.

Southern red-billed Hornbill

Tree Squirrel


Uns gefällt die Buffalo Core Area sehr gut, Thomas fährt immer wieder zum Fluss hinunter und wieder in den Busch hinein, es ist sehr abwechslungsreich . Aber wir sehen tatsächlich keinen einzigen Elefanten! Wir sind aber trotzdem sehr zufrieden. 


African Fish Eagle


Ein Adler namens Toni 

Edit: Ein Adler namens Dochnicht.

Jetzt sehen wir einen Vogel, der uns noch die restliche Reise immer wieder begleiten wird, in unterschiedlichen Formen 😃 Da mein Sohn noch kaum Englisch spricht, wird der Tawny kurzerhand zu unserem Toni.

Edit: nachdem Bele die Bestimmung von unserem Guide korrigiert hat, muss ich diese Geschichte dann an anderer Stelle noch einmal erzählen. Vielleicht stellt sich heraus, dass wir den Toni sogar nie gesehen haben 😆 


Tawny "Toni" Eagle (noch einigermaßen juvenile?) Edit: Bateleur (juvenile)


Der Geist und die Dunkelheit


Thomas hat meinen Sohn ganz zu Anfang gefragt, was für Tiere er denn gerne sehen möchte. Da wir in Südafrika zwar Glück mit Leoparden hatten, mit Löwen aber weniger, steht dies ganz oben auf seiner Liste (eigentlich stehen ganz ganz oben Geparden, aber den Zahn hab ich ihm schon vor dem Urlaub gezogen - mit Geparden wird es kaum was in den Gegenden, wo wir hinfahren).

Thomas ist also auf einer Mission!

Immer wieder finden wir frische Spuren. Thomas folgt ihnen, fährt mehrmals auch recht abwegig steil den Busch hinauf, aber Fehlanzeige. Sie wollen sich nicht zeigen. Als wir die Hauptstraße zurückfahren, finden wir Löwenspuren, die über unsere Spuren drübergehen - sie haben wohl gewartet, bis wir vorbei sind, und haben dann gemütlich die Straßenseite gewechselt 😡



Mit Sicherheit haben sie sich löwenköniglich über uns amüsiert!

Wir machen Pause am Fluss um uns die Beine zu vertreten und zu Frühstücken. Es ist herrlich. Mittlerweile ist es so warm geworden, dass man im Tshirt herumlaufen kann. Doch wo Essen ist, sind auch...



Wenn die nicht wie Gangster aussehen, dann weiß ich auch nicht.

Besonders einer beäugt uns intensiv, und nützt die Gelegenheit, als alles aufgebaut war...


Das sieht alles aber auch zu lecker aus! Es bleibt beim Versuch und er nimmt Reißaus, aber nicht ohne uns noch kräftig zu beschimpfen!

Ganz weit weg entdeckt mein Sohn eine Halbinsel im Fluss, auf der sich wirklich massig! und massige! Krokodile tummeln! Die Fotoqualität ist ob der Entfernung leider nur beweisfotomäßig, aber der Gruselfaktor kommt denke ich ganz gut rüber. Ich zähle mindestens 10.



Mein Sohn ist natürlich gewaltig begeistert. Spazierengehen möchte ich dort eigentlich nicht unbedingt!

Es wird langsam doch Zeit, zurückzufahren, wir haben einen langen Weg vor uns bis zur Lodge. 

Und da entdecken wir noch etwas im Gebüsch: zwei Säbelantilopen  Edit: Rappenantilopen!!! In unseren 3 Südafrikareisen haben wir insgesamt überhaupt erst eine gesehen, und die nur unschön hinter einem Zaun eines Private Game Reserves in Madikwe. Entsprechend groß ist unsere Begeisterung! 
Da sie tief im Busch sind, werden auch die Fotos leider nicht besonders gut, aber wir strahlen trotzdem übers ganze Gesicht. 



Und dann, ganz zum Schluss unseres Game Drives, sehen wir auch noch endlich einen Elefanten...



...der offenbar gerade einen Baum umwerfen will 😄



Und einer läuft uns noch fast bis zum Parkausgang nach. Schöne Eskorte!


Es war ein aufregender Morning Drive und wir sind schon auf den Nachmittag gespannt! Da wir etwas Zeit verloren haben durch das Reifenwechseln, kommen wir zufrieden erst nach etwas mehr als 5h wieder zur Lodge zurück. 



Hier noch ein Bild unserer Flusshütte (mit ausgegrautem Sohnemann, der fleißig Kreuzchen in der Tinkersmap macht 😊)

Teil 1228. Sept. 2026

Buffalo Core - die Zweite Runde


Einschub Ihr merkt schon, dass ich vielleicht nicht die zielsicherste Tierbestimmerin bin 🫠 bitte entschuldigt das. Zum Glück steht ihr mir ja zur Seite und bügelt die übelsten Schnitzer aus! Ich bleibe trotzdem weiter dabei, heißt ja nicht, dass es keinen Spaß macht. Für Eifer gibt es doch auch Noten, oder!? 😃Über jede Korrektur bin ich dankbar.

In meinem Zeugnis würde wahrscheinlich stehen: Sie war stets "bemüht". 😁

Wir kommen mit gutem Hunger zurück zur Lodge und Essen auf der schönen Terrasse mit Ausblick auf den Fluss zu Mittag. Viel Zeit zum Relaxen haben wir nicht, um 14h geht es gleich wieder zurück in den Buffalo Core, Mama ist diesmal auch mit dabei. Thomas ist fest entschlossen, Löwen zu finden. 


Diesmal kommen wir ohne Panne im Park an 😃


Pied Crow

Greater Kudu

Und wir finden...Elefanten 🙂 Offenbar haben alle, die sich am Vormittag versteckt haben, beschlossen, heute doch am Nachmittag zum Fluss zu gehen. Deswegen fahre ich so gerne öfter in den gleichen Park - jede Fahrt ist anders, und überrascht einen immer wieder.


African Elefant (ok, das musste jetzt sein, oder?)

Wir bleiben eine ganze Weile stehen und saugen die Stimmung in uns auf. Wenn man das doch mitnehmen könnte! Ein bisschen tut man das ja, wenn man dann den Reisebericht schreibt und die Fotos bearbeitet und durchsieht, aber es ist ja trotzdem nicht das Gleiche. Elefanten strahlen immer so eine Ernsthaftigkeit und Ruhe aus, wie ich finde. Selbst wennn sie kämpfen, spielen, herumalbern, oder auch mal wütend auf das Gamedrive Auto losstarten. Ihre Gravität berührt mich jedesmal tief.

Der Impala der Vogelwelt

Ein wunderschöner Vogel, man sieht ihn halt permanent, und fährt deshalb gerne an ihm vorbei. Deshalb hat mein Sohn darauf bestanden, extra auch für ihn einmal stehen zu bleiben. (Leider mit nicht sehr ansprechender Szenerie 🤢)


Burchell's Starling

Schön ist er schon, oder? Gleich im Anschluss finden wir eine zweite Gruppe Elefanten, diesmal mit einem kleinen Würmchen. Auch hier bleiben wir lange stehen, und sehen ihnen zu. 



Bevor sie zum Fluss gehen, wollen sie offenbar noch ein Staubbad nehmen. Sie halten sich recht lange auf, und es gibt immer wieder ein liebevolles Geschubse und Gerangele, der Zwerg immer mitten drin. Alle Großen passen auf ihn auf. Besonders einer der Teenager ist sehr aufmerksam, behält uns immer misstrauisch im Auge, und stellt sich immer wieder vor den Zwerg.

 


Das Geschubse erinnert meinen Sohn an General Hathi und seine Elefanten beim Dschungelbuch.



Irgendwann haben sie dann genug trockengebadet, und wandern zum Wasser. Es ist schön, dass wir soviel Zeit haben. Besonders wenn man ohne weitere Gäste mit dem Guide unterwegs ist, die vielleicht schon zur nächsten Sichtung drängen. Wir genießen die Zeit mit "unseren" Ellis, dann als sie wieder im Busch verschwinden, unsere leisen Riesen, fahren wir weiter. Wir sehen viele Tiere und wenig Autos, genauso wie schon am Vormittag. Thomas schaut immer wieder auf die Straße. Wir finden wieder frische Löwenspuren, die vom Fluss weg über die Straße gehen. Da ist sogar ein Weg, der recht steil den Hügel rauf geht, und wir fahren eine Weile. Immer wieder lauscht Thomas, ob er vielleicht etwas hört. Leider wieder umsonst - die Löwen mögen sich uns einfach nicht zeigen! Man merkt, dass Thomas sich richtig fuchst. Mein Sohn ist ja super zufrieden und genießt den Drive auch ohne Löwen, er freut sich an allem ob klein oder groß. Aber Thomas ist in seiner Ehre gepackt 😃

 

Warthog

Great Egret

White-backed Vulture

So sieht die Gegend aus in der Buffalo Core Area


Hippopotamusse 😃

Crested Barbet

@Champagner hier tu ich mir schwer: Snake Eagle? Dafür ist er mir aber nicht braun genug? Hawk Eagle? 🤔 

Edit: Martial Eagle (juvenile)

Leider nur von hinten, die Beine bzw. deren Befederung sieht man leider nicht. 
Wir bleiben zum Sundowner wieder an der selben Stelle stehen, wo wir schon gefrühstückt haben. Mein Sohn schaut natürlich gleich, ob die Krokodile wieder (noch?) da sind. Auf der Halbinsel liegen sie wieder.
 


Zu Mittag hatten wir uns mit Cameron unterhalten, dem Chef der Lodge. Er hatte uns gefragt, ob wir einen schönen Drive hatten, und ich habe mich bedankt und auch gesagt, dass mein Sohn das Biltong so geliebt hat, das wir bei der Bootsfahrt mitgehabt hatten. Prompt ließ er uns ein extra Snack-Schiffchen für den Drive einpacken, mit großem Berg Biltong (Kudu). Mein Sohn ist überglücklich 😃 Cameron gibt uns auch noch den Tipp, wo wir gutes Biltong für die Weiterreise bekommen.
Wir genießen den Sundowner, Chobe Buchbucks und Kudus hüpfen um uns herum und stören sich kaum an den Zweibeinern. Die üblichen Verdächtigen (Vervet Monkey) versuchen natürlich wieder, uns zu beklauen.


Wieder einmal sehr zufrieden kommen wir gegen 18h15 in der Lodge an und freuen uns auf das Abendessen und das Lagerfeuer auf der Terrasse. Kurz überlegen wir, ob wir in den Pool gehen wollen, aber es ist uns mittlerweile dann doch zu kühl. 



Zum Abendessen gibt es Kudu Steak, wiedereinmal alles sehr lecker. Müde gehen wir früh schlafen, morgen müssen wir leider bereits wieder weiterreisen. Mein Sohn ist besonders traurig, er hat sich hier so wohl gefühlt! Man merkt, dass die Lodge rivat geführt ist. Cameron ist jeden Tag da, auch seine Frau lernen wir kennen, und wir unterhalten uns immer wieder mal mit ihnen. Er ist immer sehr bemüht um alle, besonders auch, dass mein Sohn sich wohlfühlt. Der Staff ist auch ganz wunderbar, es ist wirklich eine sehr familiäre Unterkunft, und ich verstehe, dass sie für meinen Sohn (fast) die Nummer eins ist auf unserer Reise. 

Zum Glück wartet morgen noch ein Morning Drive in die Mahango Core Area auf uns, bevor wir dann weiterfahren! Darauf freuen wir uns jetzt schon.

Teil 1306. Okt. 2026

Mahango Core Area - Encore

Ein kurzer Exkurs nochmal zu unserem ersten Gamedrive in der Buffalo Core Area, weil ich vergessen habe, es zu erwähnen: relativ zu Anfang habe ich ein paar ganz lustige Vögel gesehehn, recht klein, mit langem Schnabel, die ganz aufgeregt geschnattert haben. Leider waren sie viel zu flink, als dass ich sie jemandem hätte zeigen können. Wir sollten diesen kecken Gesellen zum Glück am Ende unserer Reise noch einmal begegnen. 

Um kurz vor 6h läutet der Wecker. Hatte ich schon die Heizdecken erwähnt? Die sind unter das Leintuch druntergelegt und heizen das Bett gemütlich auf. Was für ein Luxus bei dieser Vervet Monkey-Kälte! Mein Sohn maunzt kurz, steht aber auf. Bevor wir heute abreisen fahren wir noch einmal mit Thomas auf Erkundungstour, diesmal in die Mahango Core Area. Meine Mama bleibt lieber in der Lodge und genießt die Stille und den Sonnenaufgang am Fluss und schreibt Reisetagebuch. Die MCA liegt ja nicht so weit weg von der Lodge, was gut passt, weil wir heute ja auch noch weiter müssen. Pflichtbewusst wird von Thomas und meinem Sohn geprüft, ob auch alles im Auto ist (besonders der richtige Wagenheber 😊). Es ist wieder kalt: 9°, und wir sind dick eingepackt in Winterjacken, Schals, Haube, Handschuhe und die Decken um uns gewickelt. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass wir so abfahren, und im T-Shirt dann zurückkommen. Sobald die Sonne aufgeht, merkt man richtig, wie schnell es warm wird. 

Im Park angekommen biegen wir zunächst rechts ab. Thomas sucht - immer noch - Löwen für meinen Sohn. Wir sind noch nicht weit gefahren, da darf ich tatsächlich rufen: "Hyänen!" Ich liebe diese Wuscheltiere sehr, und freue mich riesig. Leider ist es noch recht dunkel, aber wir dürfen sie ein Stückchen begleiten auf ihrem Weg. Dann biegen sie auf eine Spur, die nur sie sehen, und sind verschwunden.

 


Wir haben einen Bogen wieder zurück zur Hauptstraße geschlagen, und Thomas lässt seinen ursprünglichen Plan fallen und wir fahren doch wieder Richtung Fluss auf die andere Seite. Wir sind noch gar nicht weit gekommen, da ruft er aufgeregt: "Dogs! Dogs!" Zuerst sind wir etwas verwirrt, bis wir begreifen, dass er natürlich Wilddogs meint 😮 Links von uns ist eine Ebene, die man recht gut bei aufgehender Sonne überblicken kann. Da - tatsächlich! Da laufen ein paar...Punkte. Viel sehen wir noch nicht. Wir haben bisher erst einmal Wildhunde gesehen, kurz in Madikwe, und da sind sie nur faul herumgelegen und haben nicht viel gemacht. Ich hatte nicht viel Hoffnung, in NAM/BOTS welche zu sehen, daher waren wir gebührend begeistert! Mein Sohn hat das längere Zoom und findet sie tatsächlich. Es sind vier oder fünf, und sie machen sich ein wenig halbherzig auf, ein paar Impalas zu ärgern. 



Da es nur halbherzig ist, bleibt es beim Versuch, auch wenn es für uns schon recht spektakulär ist, die Hunde mal in Aktion zu sehen. Die Impalas geben trotzdem gehörig Hufe, und die Wildhunde laufen in einem Bogen in die aufgehende Sonne und aus unserem Sichtfeld. Da das Licht noch recht schlecht war, und sie auch sehr weit weg waren, sind die Fotos leider nicht besonders. Ich muss noch herausfinden, welche Einstellungen bei solchen Bedingungen da besser sind...wahrscheinlich noch höheres ISO und danach eben massiv entrauschen 🤔
Aber wir sind glücklich. Wildhunde! Im Mahango!! Sohnemann strahlt. Thomas strahlt auch! Er sagt, dass man sie hier sieht, ist sehr ungewöhnlich. Wie ein Jackpot. So fühlen wir uns auch. Thomas fährt weiter, die Augen immer auf die Straße gerichtet, nach Löwenspuren suchend.


Grey Go Away Bird

@Alle: hier muss mir bitte wieder jemand helfen. Was ist das jetzt wieder für ein junger Kerl?
Edit: 
African Harrier-Hawk

Das Foto ist leider unscharf. Greifvögel sind offenbar mein Endgegner, ich bekomme sie einfach nicht bestimmt 😄

Die Landschaft ist wunderschön im Morgenlicht. Am Fluss sehen wir das erste mal eine Herde Lechwes. 


Wir biegen auf einen Weg ein, da Thomas mal wieder frischeste Löwenspuren entdeckt hat. Aber auch diese Verursacher bleiben uns verborgen. Wir drehen wieder um und fahren weiter, da wird Thomas angerufen. Er redet aufgeregt, kurz geht es hin und her. Er legt auf und düst los. Wir halten unsere Mützen fest und wissen: es gibt etwas zu finden! 

Wir bleiben bei einer Ansammlung an kurzgewachsenen Büschen und kleinen Palmen stehen, fahren ein Stück weiter, drehen uns mehrmals im Kreis. Thomas ist so angespannt, wir trauen uns nicht, ihn anzureden, was er sucht 🤪 er scheint es jedoch nicht zu finden. Enttäuscht dreht er um und fährt wieder hinaus. Er sagt, dass Löwen ein Impala gerissen haben, und jetzt hier irgendwo herumliegen müssen. Mein Sohn spitzt die Ohren: Lions. Das versteht er schon sehr gut!  Thomas telefoniert nocheinmal, er bekommt Anweisung, wie genau der Busch aussehen soll, wo sie sich zurückgezogen haben. Kurz überlegt er, dann macht er ein kleines U und fährt die Büsche, wo wir vorher dreimal auf der einen Seite vorbeigekreist sind, von der anderen Seite an, und da! "I see them!" ruft er, und man hört, wie aufgeregt er selber ist. Wir fahren noch ein Stückchen weiter, und das erste, das wir sehen, ist das, naja, nicht mehr ganz intakte Impala 🤢 das, was Innen war, nach aussen gestülpt 😁😩 ...und keine zwei Büsche weiter liegen zwei prächtig prachtvolle Löwinnen, mit noch etwas, ähm, vom Essen verschmiertem Näschen 😊

  


Wir beobachten sie eine Weile still, und sie beobachten uns. Sie wirken sehr entspannt - gut, sie hatten auch offenbar ein reichliches Früshtück, das will auch verdaut werden! Mit viel Bewegung ist hier nicht mehr zu rechnen. Aber wie schön das war! Schließlich reißen wir uns doch los, und fahren zu einem Picknick Spot. Wir begegnen einem netten Engländer, der hauptsächlich Vögel sucht, zu ein paar Löwinnen natürlich auch nicht nein sagt. Thomas gibt ihm eine detaillierte Beschreibung des Busches. Also der kleine dicke Busch neben dem etwas schiefen Busch, hinter der Biegung nach den drei anderen Büschen ... ich hoffe, er hat sie gefunden. 

Thomas packt unser Picknick aus, und wir haben so ein tolles Foto von Thomas gemeinsam mit meinem Sohn - ich kann nicht sagen, wer von beiden mehr strahlt!! Es rührt mich jedesmal, wenn ich es anschaue, mit welcher Begeisterung beide dabei waren, und dass Thomas dann als krönenden Abschluss doch noch die Löwen für meinen Sohn gefunden hat, macht ihn - und uns natürlich - sehr glücklich. 



Da wir heute noch weiter wollen, haben wir gar nicht mehr so viel Zeit und rollen jetzt langsam dem Ausgang entgegen, auf dem Weg mit noch weiteren tierischen Begegnungen, unsere Herzen noch übervoll mit den heutigen Erlebnissen. 



Zurück bei der Lodge kommt uns meine Mama schon entgegen, und mein Sohn läuft aufgeregt zu ihr, um ihr brühwarm zu erzählen, was sie verpasst hat. Oma! Hyänen! Wildhunde! UND Löwen!!! 

Sie ist natürlich schon ein bisschen traurig, dass sie diese Fahrt verpasst hat, hat aber den Vormittag ebenso genossen und freut sich natürlich enorm mit ihrem Enkel. 

Wir frühstücken noch, und packen dann wehmütig unsere Siebensachen ins Auto (das ist natürlich gelogen; es waren mit Sicherheit siebzigdrölfmillionen Sachen 🙄). Wir unterhalten uns noch kurz mit dem Chef und seiner Frau, mein Sohn kann sich gar nicht losreißen. Er würde gerne länger bleiben. Aber dann sitzen wir doch im Auto, und bleiben nochmal beim Supermarkt stehen um für die Fahrt noch Biltong zu tanken. 

Byebye Nunda River Lodge! Du wirst uns fehlen! 🥰

Auf geht's nach Camp Kwando!

Teil 1407. Okt. 2026

Sag mir Kwando, sag mir wann...


Die Fahrt verläuft ereignislos - also fast 😃 Die B8 kommt uns wie eine österreichische Autobahn vor, nach der A35 in Botswana 🤪 wenig Schlaglöcher, wenig Verkehr, wir rasen nur so dahin mit unseren fast 90 kmh! Ich genieße die zugegebenermaßen eher eintönige Landschaft und lasse meine Blicke schweifen...links, rechts...halt...da ist was, was nicht ist, wie es sein soll. "Papa ich glaub unsere Heckklappe steht offen." Wir bleiben stehen. Tatsache, leise schwingt sie nach, ich sehe uns schon zurückfahren bis zur Nunda Lodge, den Weg wie Hänsel und Gretel fein säuberlich mit unseren Gepäckstücken markiert. Man könnte sonst ja nicht zurückfinden, und weils dort doch so schön war! 

Das Vorhängeschloss war zwar zu, aber eben nur um sich selber rum, der Hebel war nicht ordentlich eingerastet, und ei einem der wenigen Schlaglöchern hat er sich wohl gelockert und die Tür zum Laderaum ging auf. Wir hatten Glück - da wir in guter Tetris-Manier alles vollgestopft hatten, hatte sich auch nichts gelöst. Es war noch alles da. Tür wieder zu, diesmal ordentlich eingehakt, Vorhängeschloss vor, und weiter gehts. Links und rechts sieht man immer wieder die typischen, umzäunten kleinen Dörfer, die alle einen sehr gepflegten Eindruck machen. Wir erreichen Camp Kwando am frühen Nachmittag (hier lassen mich grad sämtliche unserer Aufzeichnungen im Stich) und sind sofort begeistert. Was für eine schöne Unterkunft! Richtig im Busch, direkt am Kwando, ganz wunderbar. Wir beziehen unsere Tree-Zelte und lernen schon mal ein paar vom Staff kennen. 
Ich stiefele gleich zur Activity Managerin, um zu prüfen, ob die von mir per Email gebuchten Aktivitäten auch so eingeplant sind. Ich stelle mich vor - "Hi, nice to meet you, I'm Caroline", woraufhin sie mich anstrahlt und sagt, "I'm Caroline, too!" Wir haben uns gleich prächtig verstanden. Das hat sie im Nachhinein wahrscheinlich wieder bereut 😈😁
Ich hatte für den Nachmittag nichts eingeplant, da ich nicht wusste, wie gut wir durchkommen. Aber anstatt dass wir die Auszeit nützen und einfach mal die Seele - und die Beine - baumeln lassen, juckt es uns in Letzteren und ich vereinbare gleich noch eine Sundowner Bootsfahrt. 


Das ist unsere morgendliche Aussicht - direkt gegenüber nach Botswana. Wir sagen immer, wir tun in der Früh Buschfernsehen. Gemütlich in die dicken Decken gewickelt liegen wir im Bett, lauschen den Geräuschen draussen, und sehen der Sonne beim Aufgehen zu. Es gibt nichts besseres.



Lustige Vorgeschichte zu Camp Kwando: wir haben es eigentlich immer gern, wenn wir zwischendurch auch mal länger an einem Ort sind. Bisschen entschleunigen, und ankommen. Die Gegend und die Leute kennenlernen. Deshalb hatten wir unseren Berater gebeten, im Camp Kwando doch bitte 3 Nächte einzuplanen. Seine etwas lakonische Antwort war: "3 Nächte? Das ist aber üppig..." 😁 Nichtsdestotrotz konnten wir uns diesmal bei ihm durchsetzen, und wir haben es nicht bereut. 

Das Camp Kwando hat auch ein Haushippo: Henry und seine Familie. Das hatte ich auf deren Website schon gelesen, und das war mit ein Grund, warum wir uns für diese Lodge entschieden haben. Hippos sind nun mal die Lieblingstiere meines Sohnes. Und als hätten wir ihn bestellt, begrüßt er uns auch direkt im Fluss an der Lodge.



Sunset cruise

Wir freuen uns, dass es genug Wasser gibt, um auch hier eine Bootsfahrt machen zu können. Sie ist vielleicht etwas weniger spektakulär, weil wegen dem ausreichenden Wasser weniger Tiere am Ufer sind, aber allein die Landschaft und die afrikanischen Farben - besonders zu Sonnenuntergang - machen das alles wett. 

Es ist unglaublich ruhig, wir sind nur umgeben von immer wieder prustenden Hippos. 

African Jacana 

Jeweils Banded Snake Eagle ?

Den Kollegen schaffe ich auch: Glossy Ibis

Water Thick-knee

Goliath Heron


Angriff der Affenbande

Zufrieden gehen wir vom Bootseinstieg hinauf Richtung Lodge, nichtsahnend, dass gerade ein feiger Überfall auf uns geplant wurde! Wir haben das Haupthaus noch nicht erreicht, so stürmen drei oder vier Banditen in Affengestalt kreischend auf meinen Sohn zu - dieser erschrickt natürlich heillos, und ich musste dazwischengehen und die Räuber in die Flucht schlagen. Was genau sie gewollt hatten, das diebische Gesindel, weiß ich nicht. Mein Sohn hatte vom Bootsfahren noch seine Schwimmweste an, sonst hätten sie ihm wahrscheinlich die Kleider vom Leib gerissen! Diebesbande! 

Das war ein Schreck, der aber glücklicherweise gimpflich ausgegangen war. Wir ziehen uns kurz um und gehen dann gleich zum Abendessen. Anke hat gezaubert, es ist ganz wunderbar. Das Menü: Butternut stuffed Pancakes, Caprese stuffed Chicken Breast, Couscous und Butter Carrots, als Nachtisch Chocolate Mousse. Herrlich. 
Allein für meinen Spezialesser ist es eher nichts, aber auf Nachfrage wird ihm Anke gerne am nächsten Abend Bolo kochen. Das geht doch immer!

Zufrieden wiedermal mit allem und der Welt drumherum fallen wir müde ins Bett, nicht jedoch ohne uns vorher von der Küche die Wärmeflaschen füllen zu lassen. Die braucht es wirklich, nachts ist es bitterkalt. 

Teil 1510. Okt. 2026

Mudumu ... und du? 


Wir frühstücken gut, vorher gehe ich noch bei meiner Namensvetterin vorbei und werfe nochmal ihren so sorgfältig am Whiteboard ausskizzierten Aktivitätenplan um. Eigentlich hatten wir geplant heute Vormittag Mudumu Nationalpark, Nachmittags Bootsfahrt, und am Tag darauf nur noch einen nachmittäglichen Gamedrive nochmal in den Mudumu. Das Camp Kwando bietet leider nur Fahrten in den Mudumu an. Es hat mich ein bisschen gefuchst, dass wir an der Kwando Core Area vorbeigefahren sind, aber nicht hineinfahren würden. 
Aber irgendwie hatte ich im Hinterkopf - aus dem Forum hier - dass man doch vielleicht mit der Namushasha Lodge einen Gamedrive in die Kwando Core Area machen könne. Das Problem ist nämlich, dass das Gate oben an der B8, wieder ein Stückchen zurück Richtung Divundu, liegt. Und das ist von unserer Lodge doch ein ziemliches Stückchen zu fahren. Ich frage also die liebe Caroline, ob das geht und sie ist liebenswert wie immer, und ruft sofort bei der Namushasha Lodge an. Diese ist bequemerweise unsere Nachbarslodge. Ja natürlich, wir nehmen gerne day guests mit auf den Gamedrive sagen sie, und schon ist es vereinbart. 

Caroline ist wirklich äußerst zuvorkommend, kein Wunsch ist zu abwegig oder zu mühsam. Wir haben glaube ich dreimal die Aktivitäten umgeplant, dann fuhren mal zwei doch nicht mit, und es war nie ein Problem. 

Wir fahren also heute Vormittag in den Mudumu, und am Nachmittag in die Kwando Core Area. Yay! Im Camp Kwando ist man etwas gemütlicher unterwegs, die Morning Drives starten erst um 8h. Das passt mir zwar nicht so sehr, weil ich der Meinung bin, je früher umso mehr tut sich was, aber ich kann es nicht ändern und immerhin müssen wir so nicht ganz so früh aufstehen. 


Hier noch ein paar Impressionen der Lodge. 

Black-collared Barbet

Dieser Geselle (und ein weiterer, kleinerer gelber Vogel) besuchen uns immer vor dem Fenster von unserem Badezimmer.

Nach dem Frühstück geht es nun 4h in den Mudumu Nationalpark. Wir waren insgesamt zweimal dort, und haben jedesmal relativ wenig gesehen. Man fährt oft lange Strecken, ohne auch nur ein Vogerl zu sehen. Landschaftlich ist der Park ganz nett. 

African Hoopoe

Zebras, Lechwes und Hippos sehen wir recht häufig

Fork-taild Drongo

White-fronted Bee-eater


Mittags essen wir auf der schönen Terrasse und genießen die Aussicht. Henry ist mit seiner Familie auch wieder da und sonnt sich auf einer Sandbank.

Wir lernen auch ein Duiker kennen, das in der Lodge aufgezogen wurde und jetzt dort zuhause ist. Leider ist es das einzige Duiker, das wir auf dieser Reise sehen werden, aber immerhin!


Teil 1611. Okt. 2026

Kwando Core ... and more!


Nach kurzer Pause fahren wir hinüber zur Namushaha Lodge, die zur Gondwana Collection gehört. Es ist eine sehr schöne Lodge, vor allem mit toller Terrasse mit Flussblick, aber für unseren Geschmack ist sie zu groß. Da ist uns das etwas rustikalere Camp Kwando um ein Vieles lieber, für uns hat es doch deutlich mehr Afrika-Feeling.  

Aber der große Vorteil: die Namushaha Lodge liegt direkt gegenüber der Kwando Core Area, und sie hat zwei Gamedrive Autos im Nationalpark geparkt. Wir melden uns an der Rezeption an, bezahlen den Gamedrive und müssen nur noch kurz warten, dann geht es schon los! Wir gehen von der Terrasse aus die Stiege hinunter zum Fluss, wo zwei kleinere Boote an einem Steg liegen. 



In eines dieser Boote steigen wir ein und werden gleich von unserem Guide John begrüßt. Wir hatten gedacht, dass wir mit dem Boot nur über den Fluss übersetzen und gleich in das Auto steigen, aber es wird eine richtige kleine Bootsfahrt von etwa 20 Minuten, die für sich schon sehr schön ist! Wir kurven den Kwando entlang und sehen schon ein paar Tiere. 



Wir sehen viele Lechwes, und als wir langsam um eine Kurve fahren, entdeckt unser Guide sogar ein Sitatunga! Für uns eine Erstsichtung. Leider ist es so schnell weg, dass nicht viel mehr als ein Beweisfoto zustande kommt. Was für eine schöne Entdeckung!



Wir steigen vom Boot in das Gamedrive Auto und schon geht es los! Wir sind zwei Gruppen in zwei Autos. 



Wir fahren nach Norden, Ziel ist der berühmte Horseshoe bend, wo der Fluss eine Krümmung macht, die wie ein Hufeisen aussieht. Dort wollen wir den Sundowner machen. Die Fahrt ist schön, die Landschaft abwechslungsreich. Wir fahren noch gar nicht lange, da entdecken wir direkt neben dem Weg Wildhunde! Einer unserer Sitznachbarn meint, das ist ja ein Jackpot, die sind kaum zu finden! (Ich weiß nicht genau, ob er ein Gast ist oder wa ssonst, er hat nur ein Tshirt und kurze Hosen an sonst nichts, nichteinmal Schuhe, er sitzt tatsächlich Barfuß im Safariauto! 😃 Er ist aber super nett und scheint auch viel über die Pflanzen und Tiere des Parks zu wissen. 



Wir bleiben eine ganze Weile bei den bunten Hunden stehen (wie man an der Zahl der Fotos sieht 😊) und beobachten sie. Es gibt nicht viel Aktion, sie liegen hauptsächlich herum schauen zufrieden in der Gegend herum. Wir finden es toll, ihnen so nahe zu sein, sie liegen direkt neben dem Auto, kümmern sich aber eigentlich nicht um uns. 



Jeder hat seine eigene Farbe und Zeichnung. Der Herr ohne Schuhe (mein Sohn fühlt sich ihm sehr verbunden, mag er doch auch keine Schuhe und hat nur welche an, wenn es tatsächlich unbedingt notwendig ist 😒) erzählt uns, dass Wildhunde mit die erfolgreichsten Jäger sind. Sie haben eine sehr hohe Erfolgsrate, wenn sie auf die Jagd gehen. 

Dann müssen wir uns jedoch wirklich losreissen, wir wollen es ja noch zum Horseshoe schaffen! 



Wir kommen rechtzeitig an, und unser Guide John und sein Kollege richten die Tische für den Sonnenuntergangsdrink und -snack her. Wir vertreten uns die Beine und bewundern die wirklich sensationelle Landschaft. Ruhig liegt der Fluss da, das Wasser glitzert, da entdecken wir - pünktlich wie bestellt - eine Herde Elefanten, die zum Fluss trinken kommt. Ein kleiner Zwerg stiefelt munter in der Gruppe mit. 



Es dauert auch nicht lange, da haben sie genug, und das Schauspiel ist vorbei. Wir waren gerade zur rechten Zeit da, um sie zu sehen. 



Was für ein wundervoller Anblick! Zufrieden packen wir zusammen und machen uns auf den Rückweg. Wir sind recht spät dran, aber ein, zwei Begegnungen hat der Park noch in petto für uns!



Wir fahren auf die untergehende Sonne zu, da ruft unser barfüssiger Freund unserem Guide etwas zu - er soll stehenbleiben und ein Stück zurück fahren. Er hat eine Zobelantilope (sic! 😉) ahem...Sable Antelope...entdeckt. Tatsächlich, jetzt kommt sie auch fein. hinter den Büschen für uns hervor. 



Schön ist sie in diesem abendlichen Licht! Auch ein paar Zebras tummeln sich noch. 


Und schließlich noch ein paar Lechwes bei ganz wunderbarem Sonnenuntergang.



Wir waren bis jetzt noch recht gemütlich unterwegs, das zweite Auto haben wir bereits aus dem Blickfeld verloren, es ist schon viel weiter vorne. Der zweite Guide funkt uns an, und John steigt in die Eisen. Wir sind offenbar wirklich spät dran, es wird schon langsam dunkel, und wir müssen doch die Boote erreichen und rechtzeitig zurückfahren. Nicht mehr ganz so gemütlich geht es holter.di-polter über die teilweise tiefsandigen Wege, bis John langsamer wird. Ich denke noch, da haben wir aber nicht geparkt, und sehe vor uns zwei Autos stehen - unser zweites Safariauto und ein Privatwagen. In dieser sonst so einsamen Gegend firmiert das schon als veritabler Stau - und was bedeutet ein Stau auf Safari? Nun meistens gibt es was zu sehen 😯

Wir sind langsam aufgeregt, John wird langsamer und lässt seine Blicke umherschweifen. Leise spricht er sich mit dem zweiten Guide ab. Was gibt es denn zu sehen? Wir werden unruhig. Da! Eine Bewegung im - wirklich sehr hohen - Gras. Ein Leopard!! Ich sehe wie mein Sohn aufgeregt ist, mir selbst geht es nicht anders. Wir haben in Südafrika schon ein paar Leoparden gesehen, aber nichts Anderes kann diese spezielle Aufregung hervorrufen. Sie sind wirklich wie Geister, lautlos und flüchtig. 



Es scheint noch ein eher junger Leo zu sein, er schleicht ein wenig im Gras umher, fühlt sich dann aber doch ein bisschen zu sehr beobachtet, und verschwindet hinter ein paar Büschen. 



Wir sind atemlos - was für eine Begegnung! Mein Sohn sagt: wie cool! 
Die Sonne ist schon tief am Horizont, und wir haben schlechtes Licht, und in der Aufregung hatte ich vergessen, den Kameramodus umzuschalten. Naja, aber ein paar Fotos sind es dann doch geworden, die einigermaßen ok sind. Wir sind unendlich glücklich. 
Jetzt geht es aber hurtig zur Bootsanlegestelle zurück!

 


Wir fahren zurück und kommen wirklich spät erst in der Lodge an. Unser Guide John war wirklich ganz toll, und wir haben diese Fahrt sehr genossen. Bei der Rückfahrt sind wir ganz still, jeder hängt noch dem Gefühl nach, wie toll alles war. Wie froh sind wir, dass wir in der Kwando Core Area waren! 
Der Gamedrive mit der Namushasha Lodge ist nicht ganz billig, aber er hat sich auf jeden Fall ausgezahlt.

Was für ein toller Tag! Hungrig finden wir uns beim Abendessen ein. Heute gibt es: Pap & Wors, Beef & Blueberry Goulash served with Tagliatelle & Beets sowie Peppermint Crisp Tart. Anke hat sich wieder selbst übertroffen, es schmeckt hervorragend. Max bekommt Farfalle mit Bolognaise. 



Müde geht es ab ins Zelt mit unseren Wärmeflaschen. Mein Sohn klagt ein wenig über Bauchweh, ich hoffe, dass es über die Nacht wieder besser wird. Morgen Vormittag geht es nochmal in den Mudumu mit unserem Guide Dickie. Zu Mittag wollen wir das Traditional Village besuchen. Aber jetzt erstmal gut schlafen und morgen Früh gibts wieder Buschfernsehen, wenn die Sonne aufgeht und die Natur erwacht!


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