BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200607. Aug. 2008 · #21travelNAMIBIA schrieb:Nun mal vroausgesetzt das klappt alles so (werden wir ja dann im TV-Bericht sehen).
Ich sehe leider den Vorteil gegenüber z.B. Abkochen und/oder Tabletten nicht so ganz. Ich gebe zu, Tabletten sind eine geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftige Lösung, funktionieren aber - wie auch das Abkochen - doch etwas schneller als +- 6 Stunden.
... Du denkst zu europäisch.
Wieviel kosten Entkeimungsmittel?
Wieviel verdient ein Durchschnittsafrikaner am Tag?
Wieviel Personen muß er damit ernähren?
Wie weit schleppen die Frauen das Feuerholz nach Hause?
Was bedeutet es, wenn in Afrika etwas ein paar Stunden länger dauert?
Denke mal nicht an die Leute, die in Städten leben und eine Wasser- und Stromversorgung haben. Denke an die Menschen auf dem Land (ohne Stromversorgung), die ewig unterwegs sind, um Feuerholz zu sammeln. Die sind noch länger unterwegs, wenn sie zusätzlich Holz zum Abkochen von Wasser brauchen. Das abgekochte Wasser, wenn es zu viel war, verkeimt anschließend nach einer gewissen Zeit wieder. Wenn man es in PET-Flaschen füllen könnte und davon einen gewissen Vorrat hätte, müßte man sich um nichts mehr kümmern, außer die leeren Flaschen regelmäßig wieder zu füllen.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Goldmull795 Beiträge · seit 200707. Aug. 2008 · #22Ihr kennt doch alle den Moringabaum im südl. Afrika:
eine bestimmte Art (Moringa oleifera) kann das Wasser mit den Samen entkeimen und reinigen.
Ich weiß allerdings nicht, ob diese Art auch in Namibia vorkommt, kenne nur Moringa ovalifolia in Namibia.
In Äthiopien u. auf den Kapverden z.B.wird diese Reinigung des Wassers so vorgenommen.
Weitere Infos dazu:
Moringa-Projekt: Umweltfreundliche Trinkwasseraufbereitung durch den Einsatz von Samen des Moringa oleifera/Meerettichbaums
http://derfu.de/plugin/tag/moringa+oleifera Enkeimen durch die Sonne:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/astuecke/44744/index.htmlGruß,
Godmull
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200707. Aug. 2008 · #23wobei der Moringa olifiera noch ganz andere Qualitäten hat:
in der 3.Welt wird er als "Wunderbaum eingesetzt"
ess - kochbar ist fast alles von dem Baum: von den Blättern wird Gemüse gemacht, von den Schoten Salat und die Blüten locken Bienen an.
Nicht zuletzt ist die zermahlene Baumrinde ein Heilmittel.
Und Wasser braucht der Moringa nur zum anwachsen, dann binden seine Wurzeln Wasser und er gibt Schatten.
LG 🙂
Traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
www.namibiakids.com
Gebt Rassismus keine Chance!
HelmarThemenstarter667 Beiträge · seit 200607. Aug. 2008 · #24Hi,
das war leider mehr so ein "Erlebnisbericht" im TV.
Mir fehlten die exakten wissenschaftlichen Labordaten, die über den Grad der Keimreduktion, die Art der reduzierten Keime, ihre Pathogenität, die beste Art der Wasserentnahme, Grenzen der Einsetzbarkeit.. und..und.. berichteten. Dazu kann man aber im Internet bessere Infos erhalten. Siehe Link aus Chrigus Beitrag.
Aber war es für die Alpen-Germanen nicht eine Genugtuung?? Es war ein SCHWYZER!
Mit fröhlichen Grüssen in die Schweiz,
Helmar
PEpeterB249 Beiträge · seit 200608. Aug. 2008 · #25Hi Helmar
Da wir alle Wissenschafter und Experten sind möchte ich etwas klar stellen...
Chrigu ist stolzer Berner.!
Lebt in der SCHWEIZ.
Ist Schweizer.
Aber NIE ist er ein Schwyzer schon wegen seinem Akzent.
Fröhliche Grüsse
Peter
KEKetty55 Beiträge · seit 200708. Aug. 2008 · #26Nochmals zur Verdeutlichung, hier geht es nicht darum, dass Wasser für einen europäischen Magen-Darm- Trakt trinkbar zu machen, sondern für einen afrikanischen. Wenn wir Europäer das Wasser, welches für Afrikaner trinkbar ist, trinken, endet das in der Regel mit heftigsten Durchfällen. Umgekehrt ist es aber genauso: Ein nach europäischen Maßstäben entkeimtes Wasser ist für Afrikaner aufgrund der fehlenden Keimbelastung schlicht und ergreifend durchfallauslösend.
Das ist leider so und sollte akzeptiert werden. Unsere Poler deckten ihren Trinkwasserbedarf direkt aus dem Delta. Und ihnen ging es fantastisch.
Ich wüsste: drei tage Kloschüssel.
Es geht hier nicht darum, dass Trinkwasser nach europäischen Maßstäben trinkbar zu machen, sondern einzig und allein es so weit zu entkeimen, dass es von der Bevölkerung gefahrlos getrunken werden kann. Und das wird mit der Desinfektion durch die Sonne erreicht.
Außerdem ist es im äußersten Notfall mit Sicherheit auch für Europäer zu gebrauchen.
Ich habe mein Wasser immer in Flaschen gekauft und die leeren Flaschen an "sichtbaren" Orten platziert. Die wurden gerne genommen....man sollte sie nur nicht in den Müll schmeissen....
GEGernot EickerGast08. Aug. 2008 · #27moin,
bis vor garnicht solanger Zeit haben wir unsere Wassertanks immer(!) an der 3rd Bridge gefüllt. Und das ist immer allen bestens bekommen.
Es gibt ja auch bei uns in D'land Kläranlagen, bei denen die dreckige Brühe durch Schilfbestände geleitet wird, um sie zu klären.
MAMatt415 Beiträge · seit 200808. Aug. 2008 · #28So funktioniert’s………zumindest in den meisten Kläranlagen in der Schweiz
Häusliches Abwasser aus Spültoiletten, Küche, Badezimmer, Waschküche, Lavabo sowie gut abbaubares Abwasser aus dem Kleingewerbe werden durch Kanäle der ARA „Niderwis“ zugeführt. Sind diese dort angekommen, beginnt ein ausgesprochen komplexer Reinigungsprozess. Dieser besteht aus 3 Stufen - der mechanischen, biologischen und der chemischen Abwasserreinigung.
Bei der mechanischen Reinigung werden grössere Feststoffe erstmals durch einen Rechen aus dem Verkehr gezogen, damit diese die Rohre und Anlagen der Kläranlage nicht verstopfen. Als nächstes gelangt das nun von festen Elementen befreite Abwasser in einen Sandfang. Im Sandfang werden Sand und andere mineralische Stoffe ausgeschieden. Diese Stoffe sind schwerer als Wasser und setzen sich daher am Beckenboden ab. Von dort können sie aus dem Wasser entfernt und entsorgt werden.
Nun fliesst das Abwasser weiter in das Belebungsbecken. In diesem Becken arbeiten Mikro-organismen, denen durch einen Oberflächenbelüfter der benötigte Luftsauerstoff zugeführt wird. Hier beginnt die 2. Stufe, die biologische Reinigung des Abwassers. Die im Belebungsbecken enthaltenden Mikroorganismen „fressen“ die im Wasser noch enthaltenden Schadstoffe. Im Belebungsbecken sind jedoch nicht nur Lebewesen am Werk- sondern da beginnt auch die 3. Stufe – die chemische Reinigung. Mit der Zugabe von Fällmittel wird bewirkt, dass sich die vorhandenen Phosphate
vom Wasser trennen. Diesen Vorgang nennt man Fällung. Die ausgefällten Phosphate stammen vorwiegend aus Reinigungsmitteln und Seife.
Nachdem das Abwasser durch das Belebungsbecken hindurch geflossen ist, läuft es als trübe Brühe weiter in das Nachklärbecken. In diesem Becken wird das Wasser, wie der Name sagt, geklärt. Die gesättigten Mikroorganismen und die Phosphate aus dem Belebungsbecken sind mit dem Wasser ins Nachklärbecken geflossen. Hier sinken sie nun durch ihr Gewicht auf den Boden ab. Damit die Mikroorganismen ihre Arbeit erneut aufnehmen können, werden Sie mit dem angesammelten Belebtschlamm wieder zurück ins Belebungsbecken befördert.
Zuletzt wird das vorgereinigte Wasser durch ein Pumpwerk zu den Tauchtropfkörpern (TTK) befördert. Hier fliesst das Abwasser in eine Wanne, wo sich die teilweise eingetauchten Tauchtropf-körper ständig langsam drehen. Auf deren Ober-fläche bildet sich ein biologisch aktiver Bewuchs, der teilweise beim Eintauchen in das Abwasser durch darin enthaltene Nährstoffe und während der Bewegung durch die Luft mit Sauerstoff versorgt wird. Durch die Nährstoffannahme des Bewuchses wird der restliche Kohlen- und Stickstoff im Abwasser abgebaut.
Sind einmal alle Reinigungsprozesse durchlaufen, wird das trinkbare Wasser dem Wissenbach zugeführt.
An verschiedenen Stellen des Abwasserreinigungsprozesses entsteht Schlamm. Dieser wird in einen Faulraum geleitet und dort ausgefault. Organische Stoffe werden im Faulraum bei ca. 35° zu Methan, Wasser und Kohlendioxid abgebaut. Der zurückgebliebene Restschlamm muss dann entwässert und in der Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt werden.
www.hafz.ch / Ein Projekt, welches privat finanziert und transparent ist. Informiert Euch. Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung
WolffRuediger1'125 Beiträge · seit 200608. Aug. 2008 · #29Guten Morgen!
Ich bin eben erst auf dieses Thema im Forum gestoßen - und fand es hochinteressant. Wieder eine Menge dazugelernt. Bei Wikipedia wird - habe ich eben nachgelesen - unter dem Stichwort 'PET-Flasche' auch über diese Art der Trinkwasserdesinfektion berichtet. (Komisch, ich hab immer 'Plastikflasche' dazu gesagt, altmodisch, wie ich bin).
Ich selber nehme übrigens immer mein Trinkwasser in großen Colaflaschen, also PET-Flaschen, wie ich jetzt gelernt habe, aus Mafikeng mit, dazu weiteres in einem großen Wassertank. Aber auf Namtib trinke ich Wasser direkt aus dem Hahn: Ich habe noch NIE so wohlschmeckendes, erfrischendes Wasser getrunken wie dort (gilt wohl für das ganze Tirasgebirge!). Zum Duschen zu schade.
LG
Wolff-Rüdiger
HelmarThemenstarter667 Beiträge · seit 200608. Aug. 2008 · #30Ketty schrieb: Ein nach europäischen Maßstäben entkeimtes Wasser ist für Afrikaner aufgrund der fehlenden Keimbelastung schlicht und ergreifend durchfallauslösend.
Da habe ich allerdings meine Zweifel. Von einer
fehlenden Keimbesiedlung als Durchfallursache habe ich nie etwas gehört. Es handelt sich dabei wohl eher um eine veränderte Konzentration von Elektrolyten, pH-Abweichungen u. Ä. Umgekehrt gilt es aber: Fremde Keime wirken bis zum Aufbau von Antikörpern im Darm Durchfall auslösend.
Die SORDIS Methode beruht auf der Reduzierung von Keimen um 99,x %, siehe Chrigus link weiter oben.
@Matt: Danke für Deine genaue Schilderung, sehr interessant!
Gruss, Helmar
KEKetty55 Beiträge · seit 200708. Aug. 2008 · #31Ich hätte auch nicht für möglich gehalten, ist aber wohl so.
Fakt ist: Mein Professor, der diverse Projekte in Algerien betreut hat, war total down, als sämtliche Leute von seinem superklaren Wasser extreme Durchfälle bekamen, irgendein Local hat ihm gesagt, dass sein Wasser wohl zu sauber wäre, das wäre ja UNGENIESSBAR 😄
er hat dann eine etwas höhere "Belastung" zugelassen und der Durchfall war verschwunden.
Es ist doch nun so: manche Leute haben eine trainierte Darmflora und können fast alles ohne Montezumas Rache essen, andere reagieren empfindlich.
MAMatt415 Beiträge · seit 200808. Aug. 2008 · #32Also das kann ich kaum glauben, das Wasser zu rein sein kann...
Aber hast Du schon einmal gesehen, was für Wasser teilweise und in gewissen Ländern Afrika gezwungenermassen getrunken wird?
Das Projekt "Sodis" hat jedenfalls durchschlagenden Erfolg. Es gibt den Leuten die Möglichkeit, auf einfachste Weise sauberes Wasser "herzustellen"...
www.hafz.ch / Ein Projekt, welches privat finanziert und transparent ist. Informiert Euch. Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung
GEGernot EickerGast08. Aug. 2008 · #33Ketty schrieb:Ich hätte auch nicht für möglich gehalten, ist aber wohl so.
Fakt ist: Mein Professor, der diverse Projekte in Algerien betreut hat, war total down, als sämtliche Leute von seinem superklaren Wasser extreme Durchfälle bekamen, irgendein Local hat ihm gesagt, dass sein Wasser wohl zu sauber wäre, das wäre ja UNGENIESSBAR 😄
er hat dann eine etwas höhere "Belastung" zugelassen und der Durchfall war verschwunden.
Es ist doch nun so: manche Leute haben eine trainierte Darmflora und können fast alles ohne Montezumas Rache essen, andere reagieren empfindlich.
moin,
das kann ich mir gut vorstellen! Trinkt man z.B. eine bestimmte Menge destillierten Wassers, dann ist man tot.
MAMatt415 Beiträge · seit 200808. Aug. 2008 · #34Wir reden aber nicht von destilliertem Wasser...
Ich denke einfacht, die beste Referenz ist doch, dass die AfrikanerInnen dieses Projekt mitreissen und allem Anschein nach einen grossen Vorteil daraus ziehen.
Zudem wurde die Wirkung der Entkeimung sicherlich 1000 mal erprobt...
www.hafz.ch / Ein Projekt, welches privat finanziert und transparent ist. Informiert Euch. Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung