Farm kaufen

14 Antworten · 28,4k Aufrufe · gestartet 30. Aug. 2007 von Fragolino
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Themenstarter4 Beiträge · seit 200730. Aug. 2007 · #1
Hallo

Ich habe eine rein hypothetische Frage!

Wie würde das Chancen- /Risikoverhältniss aussehen, wenn ich in Namibia eine Farm kaufen würde?

Wie sieht es konkret mit der politischen Situation langfristig aus?
Die Meinungen gehen ja ziemlich auseinander.

Würde ich alles verlieren (Enteignung) oder würde ich eine faire Chance bekommen?

Bin auf die Feedbacks sehr gespannt!

Grüsse
Fragolino
76 Beiträge · seit 200730. Aug. 2007 · #2
Hallo Fragolino,

das ist momentan nicht so einfach. "Namibia" hat das vorkaufsrecht bei allen Landverkäufen ( wie das auch in anderen Ländern so ist z.B. in Deutschland die Gemeinden - bei verkäufen ein Vorkaufsrecht haben).

Wenn Namibia von diesem Vorkaufsrecht kein Gebrauch macht, kannst Du als "Ausländer" Grund und Land erwerben. Letztendlich mußt Du Dich noch um eine Aufenthaltsgenehmigung kümmern - welche wenn Du in Namibia investierst normalerweise kein Problem ist.
Bei einer Enteignung würdest Du den "Marktwert" (wer und wie auch immer der festgelegt wird) des Landes und der Gebäude bekommen - wenn Du über Marktwert eingekauft hast ist dies der Verlust....

Zu diesem Thema gibt es einige Berichte benutze mal die Suchmaschinen des www.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, zu bedenken ist da allerdings dass man an seine Mitkäufer für "immer" gebunden ist.

Die Lage in Namibia mußt Du selbst einschätzen, viele Fragen - viele Antworten. Nimm dir Zeit und bereise Namibia insbesondere die Farmen...

Viele Grüße
Jochen
Themenstarter4 Beiträge · seit 200730. Aug. 2007 · #3
@jomue
danke für deine antwort.
ich habe schon viel recherchiert und darüber gelesen. auf meiner nächsten namibia reise werde ich sicherlich auch noch mehr das gespräch mit einheimischen suchen.

@all
für weitere infos, meinungen, erfahrungen zu dem thema bin ich sehr dankbar.
Gast30. Aug. 2007 · #4
Hallo,
Wie würde das Chancen- /Risikoverhältniss aussehen, wenn ich in Namibia eine Farm kaufen würde?
Keiner von uns kennt die Farm, Deine Erwartungen, Deinen finanziellen Background usw. Deshalb kann das keiner besser beantworten als Du.
Wie sieht es konkret mit der politischen Situation langfristig aus?
Verlässliche Prognosen dazu hätte wohl jeder gern - sind aber leider nicht verfügbar. Namibia ist formal eine recht mustergültige Demokratie. In der Praxis ist das aber nicht ganz so mustergültig. Demokratie braucht zwingend eine Opposition und Kontrolle. Beides ist in Namibia praktisch nicht existent.
In fast allen südafrikanischen Ländern sind ehemalige Befreiungsbewegungen an der Macht und betrachten ihre Macht quasi als physikalische Gesetzmäßigkeit. In den meisten südafrikanischen Ländern gibt es keine historisch tief verwurzelte Demokratie. Entwicklungen wie in Simbabwe sind deshalb ein mögliches Szenario. Der SWAPO-Kongress im November wird ein Indiz liefern, wie es weiter geht.
Würde ich alles verlieren (Enteignung) oder würde ich eine faire Chance bekommen?
Es ist aktuell eine marktübliche Entschädigung vorgesehen. Ob die im Einzelfall wirklich marktüblich ist und vor allem ob das alles in 2, 5 oder 10 Jahren noch gilt, weiß auch niemand.

Wenn ich meine kompletten Ersparnisse dafür aufwenden müsste, würde ich sicher keinesfalls eine Farm in Namibia damit kaufen. Wenn bei Dir auch nach Farmkauf noch ordentliche finanzielle Mittel übrig bleiben, um Dir ggf. woanders wieder eine Existenz aufzubauen, dann könntest Du so ein Abenteuer "Meine Farm in Namibia" sicher entspannter angehen.

Was die mit großem Abstand wichtigste politische Person in Namibia von weißen Farmern hält, kannst Du hier noch einmal in einem Interview nachlesen:
http://www.welt.de/print-welt/article282118/Hoert_endlich_auf_mit_eurer_weissen_Arroganz.html

Guido<br><br>Post geändert von: login37, am: 30/08/2007 10:14
1'455 Beiträge · seit 200630. Aug. 2007 · #5
Das man als Ausländer Land kaufen kann wäre ganz neu (ausser Grundstücke im Stadtgebiet), das gab es früher einmal. Ein Namibier muß mind. 51% der Anteile halten.
Außerdem hast Du eine nicht unerhebliche Grundsteuer.
LG Jens
852 Beiträge · seit 200630. Aug. 2007 · #6
Hallo!

Nach Allem was ich weiß, kann ein Ausländer in Namibia keine Farm
erwerben, auch die "Schlupflöcher" gehen nicht mehr.
Investiere Dein Geld in ein anderes Land, das Investoren in Grundeigentum willkommen heißt. Mosambique z.b.hat freundlichere Bedingungen, zumindest was die Pacht auf 99 Jahre betrifft. Auch Tansania ist, nachdem was ich gehört habe, Investorenfreundlich.
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962 Beiträge · seit 200730. Aug. 2007 · #7
Hallo Fraglino,
besorge dir im Internet die Tel.- Nr. von der Ermo Safaris Lodge und ruf Regina oder ihre Tochter (Österreicher)an, die sind auskunftsfähig und können dich bestens aus eiger Erfahrung beraten.
mit ah-namibia grüsst myrio
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html
573 Beiträge · seit 200730. Aug. 2007 · #8
jomue schrieb:
das ist momentan nicht so einfach. "Namibia" hat das vorkaufsrecht bei allen Landverkäufen ( wie das auch in anderen Ländern so ist z.B. in Deutschland die Gemeinden - bei verkäufen ein Vorkaufsrecht haben).
In Deutschland gibt es kein generelles Vorkausrecht, auch nicht zugunsten der Kommunen.

Kanzler
Gast30. Aug. 2007 · #9
Moin Fragolino,

an Deiner Stelle würde ich mich vom Großen zum Kleinen in der Informationsgewinnung durchhangeln. Zunächst würde ich mich über die politischen Verhältnisse in der Region (SADC) informieren (politische und wirtschaftliche Großwetterlage). Hierbei sollte man immer beachten, dass Namibia sich in wirtschaftlicher Abhängigkeit von Südafrika befindet. Dortige politische und wirtschaftliche Entwicklungen schlagen früher oder später notwendigerweise auf Namibia durch.

Guido hat schon auf die politische Großwetterlage und ihre namibische Ausprägung hingewiesen. Ich spiele hier jetzt einmal holzschnittartig den Advocatus Diaboli:

1. Jeder schwarzafrikanische Staat (Ausnahme bisher Botswana) wurde binnen 25 Jahren nach seiner Unabhängigkeit ruiniert.

2. Die zimbabwische ZANU, der südafrikanische ANC und die namibische SWAPO sind marxistische Parteien, die, nach bisheriger Praxis, nicht dafür bekannt sind, das Recht auf Privateigentum unter allen Umständen anzuerkennen. Dies bezieht sich insbesondere auf den Landbesitz Weißer.

3. In den von mir genannten Ländern geht es den Regierungen darum, die Folgen von Kolonialismus und Apartheid zu beseitigen. Zu den Folgen der genannten Umstände gehören/gehörten in den genannten Ländern auch mehr oder weniger große weiße Bevölkerungsteile.

Gruß, Michael
382 Beiträge · seit 200630. Aug. 2007 · #10
login37 schrieb:
Hallo,
Wie würde das Chancen- /Risikoverhältniss aussehen, wenn ich in Namibia eine Farm kaufen würde?
Keiner von uns kennt die Farm, Deine Erwartungen, Deinen finanziellen Background usw. Deshalb kann das keiner besser beantworten als Du.
Wie sieht es konkret mit der politischen Situation langfristig aus?
Verlässliche Prognosen dazu hätte wohl jeder gern - sind aber leider nicht verfügbar. Namibia ist formal eine recht mustergültige Demokratie. In der Praxis ist das aber nicht ganz so mustergültig. Demokratie braucht zwingend eine Opposition und Kontrolle. Beides ist in Namibia praktisch nicht existent.
In fast allen südafrikanischen Ländern sind ehemalige Befreiungsbewegungen an der Macht und betrachten ihre Macht quasi als physikalische Gesetzmäßigkeit. In den meisten südafrikanischen Ländern gibt es keine historisch tief verwurzelte Demokratie. Entwicklungen wie in Simbabwe sind deshalb ein mögliches Szenario. Der SWAPO-Kongress im November wird ein Indiz liefern, wie es weiter geht.
Würde ich alles verlieren (Enteignung) oder würde ich eine faire Chance bekommen?
Es ist aktuell eine marktübliche Entschädigung vorgesehen. Ob die im Einzelfall wirklich marktüblich ist und vor allem ob das alles in 2, 5 oder 10 Jahren noch gilt, weiß auch niemand.

Wenn ich meine kompletten Ersparnisse dafür aufwenden müsste, würde ich sicher keinesfalls eine Farm in Namibia damit kaufen. Wenn bei Dir auch nach Farmkauf noch ordentliche finanzielle Mittel übrig bleiben, um Dir ggf. woanders wieder eine Existenz aufzubauen, dann könntest Du so ein Abenteuer "Meine Farm in Namibia" sicher entspannter angehen.

Was die mit großem Abstand wichtigste politische Person in Namibia von weißen Farmern hält, kannst Du hier noch einmal in einem Interview nachlesen:
http://www.welt.de/print-welt/article282118/Hoert_endlich_auf_mit_eurer_weissen_Arroganz.html

Guido<br><br>Post geändert von: login37, am: 30/08/2007 10:14
pa also wenn man dieses Interview durchliest ist muss einem wohl offensichtlich klar sein dass ein Kauf einer Farm in Namibia wohl nicht die Beste Idee ist...

Bei dieser Art zu reden und denke sind durchaus auch mal Zustände wie in Simbabwe möglich - meiner Meinung nach...
http://meine.flugstatistik.de/BaliHai
Themenstarter4 Beiträge · seit 200730. Aug. 2007 · #11
bin auch gespannt wie sich die situation entwickelt.

der SWAPO-Kongress wird sicherlich zeigen in welche richtung es gehen wird.

die antworten vom präsident sam nujoma sind ziemlich ernüchternd, was ein investment in dieses land betrift.
nochmals der link: http://www.welt.de/print-welt/article282118/Hoert_endlich_auf_mit_eurer_weissen_Arroganz.html

was braucht denn dieses wundervolle land? ideen, knowhow, gesunden tourismus, investoren, arbeitgeber, ...
Themenstarter4 Beiträge · seit 200731. Aug. 2007 · #14
Nujoma ist seit dem 20. März 2005 nicht mehr Präsident, möchte allerdings wiedergewählt werden, richtig?

Der aktuelle Präsident ist nun Lucas Pohamba - hat er Chancen für eine Wiederwahl?

Pohamb

<br><br>Post geändert von: Fragolino, am: 31/08/2007 08:28
Gast31. Aug. 2007 · #15
Moin Fragolino,

Du schriebst:
Nujoma ist seit dem 20. März 2005 nicht mehr Präsident, möchte allerdings wiedergewählt werden, richtig?
Ich glaube, ja, denn ansonsten ergeben die Kampagnen der verschiedenen SWAPO-Organisationen keinen Sinn.
Der aktuelle Präsident ist nun Lucas Pohamba - hat er Chancen für eine Wiederwahl?
Nur dann, wenn die SWAPO ihn und nicht Nujoma aufstellt. Du darfst Dir bei diesem Abstimmungsprozess nicht so etwas vorstellen, wie es hier üblich ist. Die SWAPO ist eine marxistische Kaderpartei, und Nujoma hatte schon bei der "Wahl" Pohambas zum SWAPO-Kandidaten mit "Bürgerkrieg" gedroht, sollte der seinerzeitige Gegenkandidat gewählt werden. Pohamba hat sich immer als Parteisoldat verstanden. Auch deshalb muss er sich ja öffentlich vehement gegen den Verdacht wehren, Nujomas Puppe zu sein.

Gruß, Michael