geführte Namibia-Reise Offroad/Dachzelt/Mietwagen

22 Antworten · 1'652 Aufrufe · gestartet 27. Apr. 2026 von KIZ
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Themenstarter3 Beiträge · seit 202627. Apr. 2026 ·
Hallo zusammen,

ich komme zurück von einer „Offroad-Abenteuer-Camping-Tour durch die Namib und das Kaokoveld in Namibia für Abenteuerlustige oder die, die es werden wollen“. Die Reise fand während der zurückliegenden Schul-Osterferien statt. Anbieter war Hartmut Cramer aus 83624 Otterfing, der unter https://dein-afrika-guide.com/ sowie über Telegram wirbt. Einen Instagram-Kanal betreibt er außerdem unter https://www.instagram.com/dein_afrika_guide/

Da ich vorab keinerlei unabhängige Bewertungen zu diesem Anbieter im Internet gefunden habe, möchte ich hier meine persönlichen Erfahrungen teilen. Vielleicht hilft das anderen, die eine ähnliche Tour planen oder nach Einschätzungen zu geführten Offroad- und Mietwagenreisen in Namibia suchen. Alles, was folgt, ist mein subjektiver Eindruck.

Organisation & Ablauf – für mich oft improvisiert

Ich erwarte von einer Reiseleitung, dass Abläufe klar geplant sind, Tagesstrukturen nachvollziehbar bleiben und man als Teilnehmer Orientierung bekommt – und natürlich auch etwas über das Land erfährt, zumal wenn mit jahrzehntelanger Erfahrung geworben wird. Auf dieser Reise hatte ich jedoch mehrfach das Gefühl, dass vieles eher spontan entschieden wurde. Das betraf sowohl die Verpflegung als auch die Tagesplanung. Einige Situationen wirkten auf mich reichlich unkoordiniert, was in der Gruppe zu Unsicherheit geführt hat.

Kommunikation – für mich häufig unklar
Ich hätte mir eine transparentere und frühzeitigere Kommunikation gewünscht. Teilweise kamen wichtige Informationen gar nicht, sehr spät oder widersprüchlich an. Das führte nach meinem Empfinden dazu, dass sich einige Teilnehmer untereinander ärgerten, ohne es offen anzusprechen.

Auch Reise- und Landesinformationen kamen aus meiner Sicht deutlich zu kurz. Stattdessen lag der Fokus des Reiseleiters stark auf dem Verfolgen von Tierspuren – teils über mehrere Stunden und quer durchs Gelände. Für mich stand das in keinem Verhältnis zu dem, was ich unter einer geführten Rundreise verstehe.

Mietwagen – für mich ein kritischer Punkt
Besonders beschäftigt haben mich Abstecher abseits der regulären Routen. Ich hatte den Eindruck, dass diese Touren nicht immer mit den Bedingungen der Mietwagenverträge vereinbar waren. Auch das Wildcampen in der praktizierten Form erschien mir zumindest fragwürdig.

Wichtig zu wissen:
Mietwagenfirmen in Namibia erlauben bestimmte Strecken ausdrücklich nicht, und jede gefahrene Route ist zu 100 % nachvollziehbar, da die Fahrzeuge vollständig getrackt werden. Das wurde mir bei der Rückgabe nochmals bestätigt.

Was bedeutet das?
Verstöße können zu erheblichen Kosten führen, und das Tracking macht jede Abweichung sichtbar.

Ich hätte mir gewünscht, dass solche Risiken klarer angesprochen und ernster genommen werden. Obwohl ich das mehrfach offen thematisiert habe, hatte ich den Eindruck, dass diese Aspekte eher heruntergespielt wurden. Das hat mich verunsichert und war einer der Gründe, warum ich die Reise vorzeitig beendet habe.

Sicherheitsgefühl – subjektiv, aber für mich relevant
Sicherheit ist für mich ein zentraler Punkt – besonders in einem Land wie Namibia, wo Entfernungen groß sind, Straßenverhältnisse stark variieren und man oft weit abseits der Zivilisation unterwegs ist. Von einer Reiseleitung erwarte ich daher Umsicht und ein gutes Risikobewusstsein.

Auf dieser Reise hatte ich jedoch mehrfach das Gefühl, dass Risiken anders eingeschätzt wurden, als ich es mir gewünscht hätte. Einige Situationen wirkten auf mich unnötig riskant – sei es durch spontane Routenänderungen, anspruchsvolle Strecken oder Entscheidungen, die nicht ausreichend erklärt wurden. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass Abenteuerlust gelegentlich über Sicherheit gestellt wurde.

Hinzu kommt: In unserer Gruppe waren auch Jugendliche und Kinder dabei. Gerade dann erwarte ich ein erhöhtes Maß an Verantwortungsbewusstsein. So empfand ich es als problematisch, in Gegenden zu fahren, in denen keinerlei Notrufe möglich sind – und dabei kein Satellitentelefon oder ähnliches mitzuführen. Das wirkte auf mich eher abenteuerorientiert als sicherheitsorientiert und machte mich – insbesondere mit Blick auf die jüngeren Teilnehmer – unruhig.

Diese Wahrnehmung hat mein Vertrauen in die Führung der Gruppe deutlich beeinflusst. Ich hätte mir gewünscht, dass Risiken klarer benannt, Alternativen angeboten und Entscheidungen transparenter begründet werden.

Fahrstil & Gruppenführung – für mich nicht angemessen
Ein weiterer Punkt war der Fahrstil des Reiseleiters. Da er stets vorneweg fuhr, gab er das Tempo vor. Dabei wurden Geschwindigkeitsbegrenzungen nach meinem Eindruck nicht eingehalten, und das Tempo war insgesamt höher, als es von der Fahrzeugvermietung zulässig war. Ich hätte mir auf einer geführten Reise mehr Zeit zum Erkunden des Landes gewünscht – zumal, wie bereits erwähnt, Familien mit Kindern dabei waren.

Mir ist bewusst, dass aufgrund der Entfernungen lange Fahrzeiten von 8 bis 10 Stunden an einzelnen Tagen notwendig sein können. Allerdings war das hier eher die Regel als die Ausnahme. Stellenweise fühlte es sich so an, als müssten wir eine „Camel Trophy“ gewinnen, statt eine geführte Rundreise zu erleben, bei der Sicherheit und Rücksicht im Vordergrund stehen.

Kosten & Transparenz – für mich eines der größten Probleme

Besonders schwierig war für mich die Kostenstruktur. Zu Beginn wurde mir eine bestimmte Summe genannt, mit der ich geplant habe. Im Verlauf der Reise hatte ich jedoch den Eindruck, dass immer wieder zusätzliche Posten dazukamen – teils Kleinigkeiten, teils größere Beträge, die vorher nicht erwähnt oder in der ursprünglichen Berechnung deutlich niedriger angesetzt waren.

Am Ende lag der Gesamtbetrag für mich etwa beim 1,5‑fachen der ursprünglich genannten Summe. Und es geht mir dabei nicht um 100 Euro mehr oder weniger – das ist bei Fernreisen normal. Aber ich kann nicht mit rund 3.500 Euro starten und am Ende bei über 5.000 Euro landen, ohne dass das vorher klar kommuniziert wurde.

Und ich war offenbar kein Einzelfall. Andere Teilnehmer erzählten mir, dass sie durch die immer neuen Zusatzkosten in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten seien. Einige mussten sogar private Rücklagen auflösen, um die Reise überhaupt zu Ende finanzieren zu können.

Gerade bei einem Anbieter, der mit jahrelanger Erfahrung wirbt, hätte ich mir hier deutlich mehr Transparenz und Verlässlichkeit gewünscht.

Mein persönlicher Gesamteindruck
Zusammenfassend hatte ich den Eindruck, dass sich die Reiseleitung eher wie ein eigenes Abenteuer des Leiters angefühlt hat. Für mich wirkte es so, als würde er vor allem „seinen Urlaub“ machen, während wir als Gruppe eher wie geduldete Begleitung dabei waren – die am Ende auch noch die ganze Chose bezahlt haben.

Zusätzlich irritierend war für mich, dass sich keine der Aussagen auf seiner Internetseite und auch nicht das verlinkte Video in der Realität wiederfanden. Ich hatte vielmehr das Gefühl, bei einem völlig anderen Anbieter gelandet zu sein als dem, der online beschrieben wurde. Auch das ist natürlich nur mein persönlicher Eindruck, hat aber meine Wahrnehmung der gesamten Reise stark geprägt.

Fazit
Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht. Andere mögen die Reise anders erlebt haben.
Für mich war die Summe der Eindrücke jedoch so, dass ich die Reise vorzeitig beendet habe.

Namibia ist ein beeindruckendes Land und bietet enormes Potenzial für unvergessliche Erlebnisse.
Damit Teilnehmer sich jedoch wirklich gut aufgehoben fühlen, wären aus meiner Sicht mehr Struktur, mehr Transparenz und ein professionellerer Umgang mit Risiken, Kommunikation und Mietwagenbedingungen wichtig.

Ich hoffe, dieser Bericht hilft anderen, die nach Erfahrungen mit Namibia‑Reiseleitungen, Offroad‑Touren, Mietwagen‑Tracking oder privaten Reiseanbietern in Afrika suchen.
zuletzt bearbeitet 28. Apr. 2026
2'462 Beiträge · seit 200627. Apr. 2026 ·
Danke für den Erfahrungsbericht. Ich habe die Website überflogen, war aber schon bei "entdecke, fühle und stärke Deine Weiblichkeit/Männlichkeit" durch eine Reise nach Namibia raus - hoffentlich gab es keine Videos von A. Tade zur Vorbereitung der Reise. 😗
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'542 Beiträge · seit 200727. Apr. 2026 ·
Hi,
danke für deinen Bericht.
Hab' mir die Webseite auch angeschaut, da kommt mir sehr vieles einfach "spanisch" vor und ich glaub' dein Eindruck "als würde er vor allem „seinen Urlaub“ machen, während wir als Gruppe eher wie geduldete Begleitung dabei waren – die am Ende auch noch die ganze Chose bezahlt haben." ist nicht ganz so falsch.

Ich mein, man kann durchaus gewisse Dinge offen lassen (muss man zu gewissen Jahreszeiten auch), aber in einer geführten Gruppenreise abends diskutieren, wie der nächste Tag aussehen soll, halte ich persönlich dann auch für "zu offen".

Die Route (genau wird sie ja in dem verlinkten PDF nicht beschrieben) schaut eigentlich auch ziemlich anspruchsvoll aus, wir sind Teile davon heuer auch gefahren und 8-10 Stunden Fahrtzeit geht eigentlich gar nicht. Nicht mal als "Verbindungsetappe" von Windhoek nach Norden. Das kann man, wenn man selbst organisiert unterwegs ist, mal machen, wir hatten auch ein paar längere Tage, aber als Gruppe?

Generell ist das alles in der Beschreibung ziemlich schwammig, auch der gesamte Kostenteil. Da wundert es mich nicht, dass sich manche dann über die Gesamtkosten gewundert haben.

Tut mir leid für dich, dass das mit einem Abbruch geendet hat, ich hoffe, die Landschaft hat dich dennoch gepackt und du überlegst, eventuell einmal selbst auf eigene Faust wieder nach Namibia zu fahren. Vielleicht nicht genau dort hin, aber etwas einfacheres zum Einsteigen. Dann komm hierher zurück und man hilft dir, eine ordentliche Route zu planen.

lg Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
33,1k Beiträge · seit 200627. Apr. 2026 ·
Hallo KIZ,

danke für Deinen Beitrag. So wie ich das auf den ersten Blick sehe (Website des Anbieters, NTB-Registrierungsinfos etc) ist das Unternehmen nicht in Namibia als Reiseveranstalter registriert. Ist der Guide aus D mit Euch angereist? Da würde sich auch die Frage nach dem nötigen Arbeitsvisum stellen. Neben der womöglichen Illegalität des gesamten Angebotes (wobei ich eben nicht alles auf die Schnelle überprüft habe; meine Aussage ist als unter Vorbehalt zu verstehen) scheint mir eben auch vieles was Du so berichtest (Gebiete des Mietwageneinsatzes, Campingorte) schlichtweg "illegal".

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
449 Beiträge · seit 201027. Apr. 2026 ·
Meeensch Sanne, Bele, Doro, Karin, Claudia...und auch sonst alle afrikaverrückten Frauen: lasst uns sofort bei der Frauentour anmelden. Endlich mal ein Typ, der so richtig unsere Weiblichkeit hervorholt! Seid ehrlich: darauf warten wir doch schon lange 😛
Aber mal im Ernst: wie kommt man auf die Idee, aufgrund so einer Website sich und sein Geld so einem schrägen Typen anzuvertrauen?
Ich kann es kaum glauben!
Kopfschüttelnde Grüße und eine sonnige Woche,
Sille
2'542 Beiträge · seit 200727. Apr. 2026 ·
Hi Sille,
Sille schrieb:
Aber mal im Ernst: wie kommt man auf die Idee, aufgrund so einer Website sich und sein Geld so einem schrägen Typen anzuvertrauen?
Ich kann es kaum glauben!
na, na, für "alte Hasen" mag das seltsam erscheinen, allerdings darf man die Schuld nicht bei jenen suchen, die da gebucht haben.
Ich hatte zwei tolle Motorradtouren in Namibia und da gab's auch nicht viel mehr an Infos auf der Webseite. Allerdings war der Guide und Inhaber aus Windhoek. Und OK, es war weniger "esoterisches Geschwurbel" dabei.

lg Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
2'497 Beiträge · seit 201127. Apr. 2026 ·
Nun war ich auch neugierig geworden und habe die Website angeschaut.
Ja, als "alter Hase" hat sich mir fast der Magen umgedreht, aber vor meiner ersten Reise hätte ich das alles vielleicht auch noch nett gefunden.
Erschreckend finde ich den Satz von fast 2000 Euro nur für die Begleitung und grobe Planung, das Ganze mal Anzahl der Mitfahrer. Da hab ich dann meine nächsten Reisen super finanziert.

Das tut mir sehr leid für dich, liebe/lieber KIZ. Hoffentlich kannst du irgendwann eine schöne und entspannte Tour durch Namibia machen.

Liebe Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2026
2'542 Beiträge · seit 200727. Apr. 2026 ·
Hi,
chamäleon2011 schrieb:
Erschreckend finde ich den Satz von fast 2000 Euro nur für die Begleitung und grobe Planung, das Ganze mal Anzahl der Mitfahrer.
Gut, das ist überhaupt das Ärgste. Ich mein, wenn man da zu zweit fährt, ist das schon fast so viel, wie ein ganzer vergleichbarer Urlaub für 14 Tage kostet. Und das nur dafür, dass da einer vorne wegfährt und am Abend dann G'schichten erzählt. Da ist ja sonst wirklich *nix* dabei.

lg Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
33,1k Beiträge · seit 200627. Apr. 2026 ·
Zur Info: Ich habe mich noch etwas schlau gemacht und der "Veranstalter" (aka Tour Guide) wurde scheinbar bereits in mind. einem Fall dem NTB und er dt. Botschaft in Windhoek gemeldet. Fast €2000 für "nichts" x 8-14 Personen ist schon ein nettes Taschengeld...

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2026
1'947 Beiträge · seit 201127. Apr. 2026 ·
Hallo KIZ, ich finde deinen Beitrag sehr informativ und vor allem für Menschen, die nach geführten Touren suchen, sehr wichtig, weil du auch immer wieder erläutert hast, was nicht ok war.
Achtung - Ironie: Du hast aber wahrscheinlich übersehen, dass es eine "Transformations-Reise" war, die nachhaltig dein Leben verändern wird und damit in deine Zukunft investiert hast. Du musst irgend etwas übersehen haben, die Reise sollte dich entweder zur vollkommenen Weiblichkeit oder zu einem authentisch wilden und starken Mann machen (siehe website) 🙄.

Tut mir leid, dass du diese Erfahrung machten musstest und gut, dass du sie mitgeteilt hast.
Ich hoffe, du konntest trotzdem dieses wunderbare Land ein bisschen genießen.

Liebe Grüße
Margit
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
449 Beiträge · seit 201027. Apr. 2026 ·
na, na, für "alte Hasen" mag das seltsam erscheinen, allerdings darf man die Schuld nicht bei jenen suchen, die da gebucht haben.

Hallo Wolfgang, natürlich hast du völlig recht und es geht mir auch nicht um Schuld haben! Das Angebot dieser Reise ist mehr als unlauter und dort liegt die Verantwortung.
Aber wenn ich sehe, dass er 23 Tage plant, der Reisezeitraum aber nur 17 Tage sind, dann wäre ich doch spätestens mal misstrauisch geworden. Dazu die kalkulierten Preise-echt eine Frechheit.

Es tut mir für die Gruppe sehr leid, dass einige sicherlich das erste Mal dort waren und dann soviel Geld versenkt haben und schlechte Erfahrungen gemacht haben.

LG
Sille (die keine alte Häsin ist und noch nie geführt in Afrika war)
33,1k Beiträge · seit 200627. Apr. 2026 ·
Aber wenn ich sehe, dass er 23 Tage plant, der Reisezeitraum aber nur 17 Tage sind, dann wäre ich doch spätestens mal misstrauisch geworden. Dazu die kalkulierten Preise-echt eine Frechheit.
Im PDF sind es 23 Tage (https://dein-afrika-guide.com/wp-content/uploads/2024/10/241029_20_Programm_Abenteuer_Damaraland_Kaokoveld_Campingtour_Namibia.pdf), auf der Website selbst 17 Tage. Er reserviert sogar "freiwillig" schon die Mietwagen... bestimmt mit 20 Prozent Kommission (als Reisevermittler registriert?), da die €1990 pP kaum für den ganzen Aufwand ausreichen werden 😉 Das Preisbeispiel im PDF sieht 14 Tage Mietwagen vor, die Reise ist ja aber viel länger (oder auch nicht...).
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2026
88 Beiträge · seit 201427. Apr. 2026 ·
Für mich sieht das das auch grenzwertig aus, aber geschickt gemacht. Er bietet sich "nur" als Reiseleiter für einen pauschalen Betrag an. Alles andere wird den Reisenden überlassen. Wenn man sich auf sowas einlässt, trägt man halt das Risiko aller Kosten auch von Mehrkosten. Webauftritt ist auch nicht schlecht gemacht, inkl. ganz ordentlichen Bewertungen.

Umsomehr danke für den Bericht hier.

Übrigens, den Campigplatz in der Erongo Gegend hatten wir im Rahmen einer Übernachtungstour von der Hohensteinlodge aus gemacht. Schöne Gegend.
1'014 Beiträge · seit 201627. Apr. 2026 ·
Also, eine klassische organisierte Rundreise mit klassischem Reiseleiter kann man eigentlich nicht erwarten. Das angekündigte "Reiseerlebnis" ist nach meinem Leseverständis ziemlich genau das, was dabei rausgekommen ist.
Ein Trip, bei dem er mehrere Leute mitgenommen hat, die dafür bezahlt haben, ihn auf seiner Tour zu begleiten. Mehr wurde objektiv nicht versprochen. Nur wie es gelingen soll, Männlein und Weiblein in Geländewagen zu stecken und nach knapp drei Wochen Gerumpel über Pisten und Grillen am Lagerfeuer in "vollkommene Frauen und wilde Männer" zu verwandeln, das würde mich schon interessieren 😎 🙄

Yanjep
1'135 Beiträge · seit 202227. Apr. 2026 ·
Hier gab es immer wieder Keilversuche nach dem Schema: Kenne Land und Leute, organisiere Alles und suche Mitreisende gegen "Kostenbeteiligung" 😎 Wenn man wg. Konzession udgl. nachfragt, gehen sie auf Tauchstation.

Auch der o.a. Anbieter scheint ein Pfuscher zu sein, im qualitativen wie gewerbe- (und steuer)rechtlichen Sinn. Da vermutet travelNamibia mE zu Recht. Eine Anzeige zu Letzterem würde da mehr bewirken, als Beschwerden in Reiseforen. Ebenso, wenn Interessenten Qualifikations- und Berechtigungsnachweise verlangen würden
mM
zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2026
Themenstarter3 Beiträge · seit 202628. Apr. 2026 ·
Hallo zusammen,
vielen Dank für die vielen Rückmeldungen und Informationen.
Tja, so ist das - wäre wohl schlau(er) gewesen, wenn ich mich vorneweg hier bzgl. des "Veranstalters" informiert hätte. Jedenfalls war es sehr lehrreich - oder wie heißt es so schön: hinterher ist man immer schlauer.

Vielleicht noch folgendes zur Information:
- Seine Reisen sind immer "individuell", daher sind die auf seiner Homepage genannten Reisen lediglich Beispiele. Er konnte uns morgens nicht sagen, wo wir am Abend sein werden, da er ja auch nicht weiß, ob er bspw. einen Fluß überqueren kann oder ob wir außen rum müssen - so jedenfalls seine Argumentation. Dafür war es aber höchst individuell.

- Wir waren beim Start fünf Fahrzeuge, jeweils mit mind. zwei Personen besetzt. (Die Familien waren natürlich mehr auf einem Auto) Nachdem meine Partnerin und ich feststellen mussten, dass es doch komplett anders läuft, als im Vorfeld dargestellt, haben wir uns entschlossen, die Gruppe zu verlassen. D.h. die erste Woche waren wir mit der Gruppe unterwegs, dann haben wir uns getrennt und unser eigenes "Ding" gemacht - Konkret: Während die Gruppe weiter nördlich gegangen ist, sind wir vor an den Atlantik und die Skeleton Coast runter nach Swakopmund, haben dort ein paar Tage verbracht und dann wieder in's Landesinnere, damit wir rechtzeitig in Windhoek waren, um unseren Rückflug zu erreichen. Ich denke, auf diese Weise haben wir mehr vom Land gesehen, als die Anderen. Vor allem konnten wir ab dem Zeitpunkt der Trennung auch unser Tempo gehen.

- das Land hat uns wirklich begeistert, auch wenn wir mit dem "Veranstalter" nicht zufrieden waren.

Nochmals vielen Dank für die rege Diskussion.

Viele Grüße
KIZ
2'462 Beiträge · seit 200628. Apr. 2026 ·
Ich möchte Dir danken, dass Du Deine Erfahrungen hier teilst. Wir alle verlassen uns darauf, dass "Reiseveranstalter/Vermittler" auch die entsprechende Lizenz haben, über die notwendige Erfahrung verfügen und das Wohl ihrer Klienten im Blick behalten. Mancher von uns kennt eher die schwarzen Schafe, aber das ist der Erfahrung von vielen Reisen dort geschuldet - niemand wacht morgens auf und ist in der Lage zu erkennen, wer sich halt einfach als Experte ausgibt. Ich kann mich noch gut an jemanden hier im Forum erinnern, der lange vor Ort lebte, viel Wissen vermittelte, sich dann angeblich als Guide selbständig machte und Menschen glaubten ihm - ich auch. Dann machte er eine Privattour als Guide, bei der Reise fing das Fahrzeug Feuer und die Touristin lag lange im Krankenhaus. Sie konnte nicht einmal Ansprüche geltend machen, da er ohne Lizenz unterwegs war.

Es freut mich, dass Ihr trotz der Erfahrungen mit dem Anbieter noch tolle Tage in Namibia hattet.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'542 Beiträge · seit 200728. Apr. 2026 ·
Hallo KIZ,
KIZ schrieb:Hallo zusammen,
Vielleicht noch folgendes zur Information:
- Seine Reisen sind immer "individuell", daher sind die auf seiner Homepage genannten Reisen lediglich Beispiele. Er konnte uns morgens nicht sagen, wo wir am Abend sein werden, da er ja auch nicht weiß, ob er bspw. einen Fluß überqueren kann oder ob wir außen rum müssen - so jedenfalls seine Argumentation. Dafür war es aber höchst individuell.
Nur zum besseren Verständnis noch ein Punkt: das *kann* generell auch bei sehr gut geführten Touren im April im Kaokoveld schon mal vorkommen, wenn man beispielsweise den Crowtherstrail nach Norden fährt und dann vom fließenden Hoanib steht. Allerdings kann man sich ja vorab spätestens in Palmwag das Wetter anschauen um einen groben Überblick über die Niederschläge im Einzugsgebiet zu bekommen und man kann auch mit dem Elephant Song Camp kommunizieren, wie dort die Wassersituation aussieht beispielsweise.

Es ist im Kaokoveld nie schlecht, einen Plan B und C zu haben. Auch wir haben heuer im Februar zu unserem Plan A auch Alternativen gehabt bzw. hätten auf schwere Regenfälle und unpassierbare Flüsse dann auch spontan die Region gewechselt. Aber wir hatten einen Plan A mit jeweils der Strecke und dem Übernachtungsplatz.

Dass offenbar fast jeden Tag die Etappe und der Übernachtungsplatz nicht genau feststand, ist dann wirklich unprofessionell und wahrscheinlich auch (nur eine Vermutung meinerseits) dem unterschiedlichen 4x4 Fahrkönnen der Teilnehmer und den dadurch offenbar auch zu langen Etappen geschuldet. Auch das ein Zeichen, dass es eher sein Urlaub war, in dem er halt eine Gruppe mitgenommen hat, die dafür bezahlt.

Eventuell kannst du deine Erfahrungen ja auch dem NTB https://visitnamibia.com.na/contact-us/ schicken.

lg Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
33,1k Beiträge · seit 200628. Apr. 2026 ·
wahrscheinlich auch (nur eine Vermutung meinerseits) dem unterschiedlichen 4x4 Fahrkönnen der Teilnehmer
Laut der Website des Anbieters ist das kaum möglich, schließlich schreibt dieserr: "Anfangs wirst Du in die speziellen Kenntnisse des 4×4 Offroad Fahrens eingeweiht, damit dem Abenteuer-Afrika nichts im Weg steht" 😉
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1 Beiträge · seit 202625. Mai 2026 ·
Hallo allerseits
Ich bin schon 2 mal mit dem Anbieter in Namibia/Botswana unterwegs gewesen.
Ich hatte immer eine gute Zeit. Bin allerdings auch kein ängstlicher Mensch und Abenteuer und Sicherheit sind nicht immer leicht zu kombinieren. Wer in Afrika unterwegs ist hat kein Sicherheitsgurt, Airbag und Fallschirm….
Viele Teilnehmer erkennen erst nach der Reise was so eine Reise mit einem macht…. Wenn man Herausforderungen meistert, kann man wachsen und auch Niederlagen lassen einen wachsen und ich denke so ist es auch gemeint…. Ich finde es schade das die meisten Menschen über andere Menschen sprechen anstatt miteinander zu reden.