AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202410. Apr. 2026 ·
Etappe 8 - Endlich Mana Pools
Nach dem entspannten Morgen auf Doug's Campsite fühlen wir uns wieder ziemlich erholt. Durch die lange Etappe am Vortag haben wir einen Tag gewonnen und werden früher in Mana Pools ankommen. Zuvor legen wir noch einen Stopp bei Lion's Den an, um unsere Vorräte aufzufrischen und Saucey Sue's bekannte Rolls zu probieren. Was direkt auffällt, ist wie viel touristischer es hier schon zugeht - wir sehen deutlich mehr andere Touristen und auch die ersten Camper-Mietfahrzeuge, aber im Vergleich zu Namibia oder Botwana sind dennoch wirklich wenige Touristen unterwegs.
Und dann sind wir unterwegs nach Mana Pools. Wir sind super gespannt, und die Erwartungen sind natürlich hoch - schließlich ist das neben VicFalls DIE Tourist Destination des Landes, und für uns der Hauptimpuls, diese Reise zu machen.
Wir haben vorab Schlimmes über den Straßenzustand zwischen Karoi und Mana Pools gehört, finden die Fahrt aber ziemlich okay - da hatten wir anderswo schon schlimmere Straßen. Wir kommen gut durch, registrieren uns im Marongora Parks Office und steuern dann den Nationalpark an. Am ersten Gate bittet uns der Ranger, eine Tüte Toastbrot für die "Polizei" mit nach Nyampei zu nehmen. Wir packen das Brot ein und wundern uns. Bei der Ausfahrt aus dem Park lassen wir die Aktion Revue passieren und können uns noch immer keinen Reim darauf machen. 🤪
Als erstes machen wir uns bei der Rezeption vorstellig. Wir haben (unnötigerweise) unsere Campsites vorgebucht, da wir aber einen Tag früher dran sind, brauchen wir eine zusätzliche Nacht.
Nyamepi ist das Hauptcamp in Mana Pools, hier gibt es Waterfront Campsites und normale Campsites, die Waterfront Sites sind etwas teurer, natürlich ist die Lage aber viel besser. Nicht alle Stellplätze sind gleich gut, einige verfügen über kaum Schatten. Wir hatten uns vorab die #21, eine der hinteren Sites ausgesucht, und für später die #27 (nicht empfehlenswert). Die Vorabbuchung ist für Nyamepi außerhalb des Annual Game Counts nicht notwendig, und wir würden das auch nicht wieder buchen. An der Rezeption bekommen wir auf Nachfrage eine Walk-In Rate und dürfen uns einfach eine Campsite aussuchen, die uns gefällt. Camping in Mana Pools ist sehr teuer, da die Preise auf Basis von 6 Personen berechnet werden, für 2 schlägt das natürlich sehr ins Gewicht. Mit Walk-Ins kann man zumindest ein bisschen sparen.
Die Bezahlung ist ein kleiner Akt - wir haben Bargeld (USD in kleinen Scheinen) angeschleppt, weil auf dem Buchungsformular von Mana Pools als Zahlungsmittel nur Bank Transfer (zu teuer) oder EcoNet (hab ich nicht) aufgeführt waren. Vor Ort fragt uns der Ranger, ob wir nicht lieber mit Kreditkarte zahlen wollen, aber irgendwo muss das Bargeld ja hin, und so müssen wir eben ein paar Scheine zählen.
Auf dem Weg begegnen uns die ersten Tiere, und ich bin aufgeregt. Wir fahren die Campsite an, suchen uns einen Platz aus, und warum auch immer will Martin dann unbedingt erst Feuerholz, Stühle, Tisch, etc. rausholen und aufbauen, während ich im Nachmittagslicht eigentlich direkt los will, um die Gegend zu erkunden. Wir kommen nicht auf einen Nenner, und ich bin ganz schön sauer, weil wir die beste Zeit des Tages verpassen. Als wir dann endlich losfahren, wissen wir eigentlich nicht so recht wohin und irren ein bisschen umher. Zu allem Überfluss haben wir hinten die Tür unseres Campers nicht richtig geschlossen und fahren ein Stück mit offener Tür. Verloren haben wir wohl nichts, jedenfalls vermissen wir bis heute nichts, aber alles ist natürlich total verstaubt. Ich reibe Martin unter die Nase, dass das wohl nicht passiert wäre, wenn wir einfach direkt losgefahren wären. Ein irgendwie unnötig blöder Start.
Wir, also eher ich, reißen uns zusammen, und finden dann doch noch Freude an den Sichtungen, auch wenn die Zeit wirklich schnell vorbeigeht und wir uns dann wieder im Camp einfinden.
Mana Pools hat irgendwie ein sehr spezielles Flair. Das Licht ist besonders, die großen Bäume bieten eine tolle Kulisse, und überhaupt ist alles so mehrschichtig. Irgendetwas passiert im Vordergrund, während im Hintergrund etwas ganz anderes los ist. Es ist gar nicht so einfach, das zu beschreiben, oder auf Bildern einzufangen, aber die nächsten Beiträge werden dennoch sehr fotolastig. 😄
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202410. Apr. 2026 ·
Mana Pools - Meet Boswell
Am nächsten Morgen sind wir wie immer früh wach und machen uns auf den Weg auf den Morning Drive. In Mana Pools scheint jedes Tier besonders fotogen zu sein. Wir erfahren, dass in Richtung von Mana Mouth Löwen gesichtet wurden, finden sie aber nicht. Nach dem Morning Drive steuern wir die Rezeption an und quatschen mit dem Ranger. Er erzählt uns, wie wir die berühmten Elefanten Fred Astaire (hängt gerne an der Rezeption ab) und Boswell (Long Tusker mit einer Entourage) erkennen können. Wir sprechen noch über die besten Campsites, und er schlägt uns vor, dass wir uns Mucheni 2 anschauen können, diese Exclusive Site sei heute noch frei, falls wir gegen Nyamepi upgraden möchten. In den nächsten Tagen werden wir noch öfter mit dem Ranger quatschen - er macht wirklich einen super Job, einige seiner Kollegen sind leider deutlich weniger kompetent.
Wir kehren zum Frühstück und Duschen zurück ins Nyamepi Camp - bei dem Ablutionsblock für Damen bin ich positiv überrascht. Die erste Dusche hat einen Duschvorhang mit Monstera-Muster und einen schönen cobble stone Boden, das hat schon fast Spa-Character 😄 Martin kann das nicht so recht glauben, denn die Männerduschen sind wohl ziemlich rough.
Wir beschließen, uns Mucheni 2 tatsächlich anzusehen und verbringen den ganzen Nachmittag dort. Wir klappen die Zelte auf, ruhen uns aus und lesen ein bisschen. Mucheni 1 ist nur für Tour Operator Gruppen, und Mucheni 3 ist eine der besten Sites in Mana Pools, die jedoch schon besetzt war. Etwas später werden wir auch erfahren von wem.
Nach ein paar Stunden nähert sich ein anderes Fahrzeug. Simon (@brousinafrica) ist mit seinem Landrover unterwegs und hat Eugenie mit dabei. Wir werden den beiden noch häufig über den Weg laufen. Sie sind auf der Suche nach jemandem, der sich eine Campsite mit ihnen teilt. Das ist in Mana Pools offiziell erlaubt, und wohl auch ziemlich gängig und natürlich kostenmäßig attraktiv. Leider haben wir Mucheni ja selbst nicht gemietet, wir verbleiben aber so, dass wir uns nachher in Nyamepi wiedertreffen können. Dann gibts noch eine Roomtour unserer jeweiligen Fahrzeuge, und die beiden machen sich wieder auf den Weg.
Als wir wieder alleine sind, werde ich auf eine Gruppe Elefanten im Fluss aufmerksam. Einer davon ist ein Long Tusker mit Sender, und ich erinnere mich, dass der Ranger erklärt hat, dass Boswell oft eine Gruppe junger Bullen um sich hat, die sich freuen, wenn er leckere Snacks von den Bäumen pflückt und sie auch etwas abbekommen. Es ist natürlich ein Long Shot, aber ich beobachte den Elefanten in der Ferne und verfolge seine Route.
Dann kommt er tatsächlich kurz hinter unserer Campsite aus dem Wasser und zieht in Richtung Mucheni 1. Ich beschließe, ihm zu folgen, weil ich irgendwie im Gefühl habe, dass das der berühmteste Elefant Mana Pools sein könnte. Mein Gefühl basiert natürlich viel mehr auf Hoffnung als auf Ahnung.
Dann passiert alles ganz plötzlich. Er richtet sich auf, steht auf zwei Beinen und rupft Äste vom Baum. Ich kreische vor Überraschung oder Verzückung. Dann renne ich ein Stück Richtung Camper und rufe Martin zu, dass er schnell kommen soll. Mit Kamera natürlich. Und dann haben wir wieder Glück - mindestens 5 Mal stellt sich Boswell immer wieder auf seine Hinterbeine und liefert eine Show für uns. Was für eine Sichtung, und das am ersten richtigen Tag!
Später erfahren wir zurück in Nyamepi, dass Simon und Eugenie bei einer Familie aus Zimbabwe untergekommen sind, und dass rund um Mucheni wohl den ganzen Tag Löwen rumlagen, wahrscheinlich direkt vor unserer Nase.
In diesem Beitrag hier ein kleiner Teaser. Boswell bekommt aber seine eigene Fotostrecke im nächsten Beitrag.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202410. Apr. 2026 ·
Eindrücke aus dem Afternoon Drive
Wir fahren wieder in Richtung Mana Mouth und treffen Elefanten, Büffel, Hyänen und Carmine Bee Eater, sowie jede Menge Elands. In keinem anderen Park haben wir bisher so große Eland Herden gesehen, wenn überhaupt, sind sie uns sonst nur vereinzelt begegnet.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202412. Apr. 2026 ·
Mana Pools - Old BBC Campsite
Nach einem ruhigen Abend auf Nyamepi #21 werden wir heute zur Old BBC Exclusive Campsite weiterziehen.
Wir hatten ursprünglich, weil Old BBC zunächst nicht verfügbar war, New BBC gebucht. Die wenigen Informationen, die es zu den Camps online gibt, deuteten jedoch darauf hin, dass Old BBC die bessere der beiden sei. Sie wurde tatsächlich frei, über Whatsapp konnte ich bei einer wirklich hilfsbereiten Mitarbeiterin dann noch umbuchen - statt der eigentlich anfallenden Umbuchungsgebühr haben wir sogar noch einen Rabatt bekommen.
Zunächst unternehmen wir einen Morning Drive, der relativ ereignislos ist und kehren nochmal zum Nyamepi zurück. Unterwegs machen wir wie immer einen Stopp an der Rezeption, um uns nach den neuesten Ereignissen zu erkundigen. Anscheinend haben alle außer uns die mating lions bei Mucheni gesehen - die Chancen stehen aber gut, sie noch zu finden, da sich paarende Löwen sich wohl nur in einem kleinen Radius bewegen.
Auf der Rückfahrt zum Camp frühstückt ein Elefant genüsslich, und wir beschließen, dasselbe zu tun. Der Elefant könnte Fred Astaire sein, wir wissen es aber nicht sicher.
Während wir uns fertig machen, kommen Neuankömmlinge vorbei. Ein deutsches Paar sucht nach anderen Reisenden, die sich eine Campsite teilen wollen. Wir werden uns, wie fast alle, mit denen man Bekanntschaft schließt, noch oft wiedertreffen.
Nach dem Frühstück brechen wir nochmal auf einen Drive auf. Wir treffen unterwegs auf Simon und Eugenie, die von jemandem Koordinaten des Aufenthaltsortes der Löwen von heute Morgen bekommen haben. Die beiden selbst wollen nur noch einen Lunch-Stopp machen, bevor sie weiterziehen. Wir bieten ihnen unsere Old BBC Campsite an, und fahren nochmal los, um die Löwen zu finden. Als wir am Ziel ankommen, finden wir keine Löwen und sind ein bisschen frustriert, dass wir sie einfach nicht finden. Wir geben auf und brechen in Richtung Campsite auf.
Nun ist es so, dass die Beschilderung so la la ist und die Campsites bei Tracks4Africa komplett falsch eingezeichnet sind. Wir irren umher und finden die Campsite einfach nicht. Auf einem nicht sehr offiziell wirkenden Weg kommen wir irgendwie wieder bei der Rezeption raus, und der Ranger lacht. Es sei doch ganz einfach, Old BBC zu finden. Er schickt uns auf den richtigen Weg, und diesmal schaffen wir es tatsächlich. Simon und Eugenie nutzen maps.me und haben die Campsite besser gefunden als wir. Wir quatschen noch eine Weile, und sie empfehlen uns, morgens Long Pool aufzusuchen, da gäbe es ziemlich viel Action. Dann ist es Zeit, uns zu verabschieden.
Old BBC ist eine tolle Campsite. Es gibt eine Longdrop Toilette, ansonsten natürlich nichts, außer einen tollen Ausblick. Sie ist sicher eine der ruhigeren Campsites, gerade im Direktvergleich mit Mucheni, wo die Campsites näher beieinander liegen und auch öfter mal andere Fahrzeuge vorbeikommen.
Wir beschließen, uns heute nicht mehr von der Suche nach den Löwen treiben zu lassen. Heute wollen wir den Abend in der Nähe von Chikasiko Pools und dem für Mana Pools so typischen Wald verbringen. Diese Entscheidung erweist sich als im wahrsten Sinne goldrichtig.
Wir cruisen ein bisschen in der Gegend, als wir hören, dass Boswell und seine Entourage bei Chikasiko unterwegs sind. Der Tipp kommt von einem Fahrzeug, das wir noch nicht kennen (nach ein paar Tagen in Mana Pools kennt man eigentlich alle), der Fahrer kommt uns aber irgendwie bekannt vor. Es ist Francois (@forever.africa.travel), den wir aus Videos vom Safari Expert kennen. Sie sind die Mieter von Mucheni 3 und bestätigen, dass es eine der besten Campsites ist.
Im Wald vor Chikasiko versammeln wir uns alle auf dem "Parkplatz". Und tatsächlich, Boswell zieht durch den Wald, zeigt aber keine Tricks. Der Anblick der Elefanten im Wald ist dennoch wunderschön. Während die Elefanten im Wald die meisten Blicke auf sich ziehen, spielt sich neben uns eine zauberhafte Szene ab. Die Abendsonne taucht den Wald in ein unwirkliches, goldenes Licht. Ein paar Waterbucks ziehen vorbei und die Kulisse wirkt wie im Märchen.
Als das Licht schwindet, wird es Zeit, zur Campsite zurückzukehren. Wir beobachten noch den Sonnenuntergang und lassen den Abend ausklingen. Unser Toastbrot ist leider verschimmelt, ich backe also über dem Feuer noch für das Frühstück am nächsten Morgen.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202412. Apr. 2026 ·
Mana Pools - Date Night
Am nächsten Morgen sind wir ein bisschen spät dran und kommen erst gegen 6:30 in Long Pool an. Es ist relativ ruhig, und wir nehmen uns vor, am nächsten Tag etwas früher herzukommen.
Den Tag gehen wir gemächlich an. Wir fahren ein paar neue Strecken ab und tauschen uns unterwegs mit anderen Reisenden/Suchenden aus. Eine der Hauptattraktionen in Mana Pools sind neben den Elefanten Wild Dogs - jedoch hat sie seit Tagen niemand gesehen, sie scheinen in die privaten Concessions gezogen zu sein.
Heute ist ein ruhiger Tag, wir verbringen viel Zeit im Camp, kümmern uns um Backups von unseren Fotos und loungen in unserem Camper, der für solche Tage einfach perfekt ist.
Nachmittags brechen wir zum Afternoon Drive auf und beschließen, nochmal die Gegend um Mucheni abzusuchen. Wir können einfach nicht glauben, dass die Löwen tagelang in der Gegend sind, und wir sie immer wieder verpassen. Zunächst scheinen wir wieder kein Glück zu haben. Aus einem Impuls heraus beschließen wir, uns nochmal die Stelle anzufahren, an der wir Boswell am ersten Tag gesehen hatten. Hier führt eine Sackgasse eigentlich nur noch zu Mucheni 1, aber wir schauen trotzdem mal vorbei. Und dann entdecken wir plötzlich eine Löwenmähne im Gebüsch. Ein paar Meter weiter liegt eine Löwin, es sind die mating lions, die hier seit Tagen gesichtet wurden. Es ist kompletter Zufall, dass wir sie finden. Von den Campsites sieht man sie nicht, und da hier keine richtige Straße entlangführt, kommt man normalerweise auch nicht einfach so vorbei. Wir sind lange das einzige Fahrzeug, bis wir ein anderes Fahrzeug herbeiwinken und sie auf die Löwen aufmerksam machen.
Die Löwen lassen sich bei ihrer Date Night nicht von uns stören. Für uns ist es das erste Mal, dass wir Löwen bei der Paarung sehen. Die Löwin steht auf und nähert sich dem Löwen an. Sie bestimmt genau, wann und wie lange es an der Zeit ist, und sobald der Akt verrichtet ist, lässt sich sich mit einer dramatisch anmutenden Art ins Gebüsch fallen.
Da der Löwe keine Aufmerksamkeit mehr von seiner Partnerin bekommt und die Date Night erstmal vorbei ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als den rest des Abends als der schönste Löwe von Mana Pools im Abendlicht zu posieren. Wir haben ja schon viele Löwen gesehen, aber in diesem Licht ist dieses Exemplar wirklich besonders schön, wenn nicht einer der schönsten Löwen. Ich kann mich gar nicht an ihm sattsehen. Auch jetzt finde ich ein Foto schöner als das andere. Wir wussten es an diesem Abend noch nicht, aber ab diesem Zeitpunkt sollte unsere Reise in einen löwenlastigen Trip umschlagen.
Im letzten Licht erreichen wir unser Camp als gerade ein mini kleiner Elefant mit seiner Mama die Campsite passiert.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202412. Apr. 2026 ·
Mana Pools - Breakfast Buffet und Spurensuche
Am nächsten Morgen starten wir früher zu Long Pool, und siehe da - es ist einiges Los. Wir sind fasziniert von den verschiedenen Tieren, die miteinander interagieren und sich am Buffet in Long Pool bedienen. Krokodile schnappen nach Fischen im Wasser, verschiedene Vögel fischen auf den Rücken der Hippos nach ihrem Frühstück, und wir lernen eine andere Seite der kleinen, süßen Kingfisher kennen.
Die Kingfisher haben wir bisher nur dekorativ auf Ästen sitzen sehen, hier werden sie aber ihrem Namen gerecht und fischen. Was danach passiert, kennen wir noch nicht: ein Kingfisher zieht sich mit seinem Fang auf einen Baum zurück, und beginnt, den gefühlt für ihn viel zu großen Fisch mit ziemlich viel Schwung immer und immer wieder gegen den Baum zu schlagen. Es mutet ganz schön brutal an, das hätten wir dem Kleinen gar nicht zugetraut. Der Fisch zappelt noch eine Weile, bis er wortwörtlich erschlagen ist und der Kingfisher sich an den Verzehr macht. Wir haben Respekt vor ihm - das muss schließlich ziemlich anstrengend gewesen sein.
Wir verabschieden uns dann von der Old BBC Site, die wirklich sehr schön und empfehlenswert ist. Unsere nächste Nacht verbringen wir wieder in Nyamepi.
Wie gewohnt fahren wir erstmal wieder zur Rezeption. Hier erfahren wir vom Ranger, dass die Wild Dogs wohl weg vom Zambesi in Richtung Ingwe Camp gezogen sind und am Chiruwe River gesichtet worden. Man könne wohl an der Straße parken und einige Kilometer zum Fluss wandern. Er zeigt uns die Stelle auf der Karte und misst sogar die Entfernungen für uns aus. Wir zweifeln zwar daran, dass wir eine Wanderung durch den Bush unternehmen werden, beschließen aber trotzdem, Richtung Ingwe zu fahren.
Die Strecke dorthin ist wenig befahren - wenn man nicht im Camp übernachtet, verirrt man sich nicht dorthin. An der Abzweigung zu Ingwe bitte ich Martin, nach ein paar Metern nochmal zur Kreuzung zurückzukehren. Ich habe Spuren gesehen, die ich mir mal anschauen möchte. Man muss dazu sagen, dass wir vom Spurenlesen sehr wenig Ahnung haben, weil wir es einfach noch nicht so oft gemacht haben. Nicht jede Straße bietet sich dafür an, aber sandige Wege sind dankbar, einfach weil man überhaupt mal Spuren sieht. Meistens sind es natürlich irgendwelche Antilopen, diesmal werde ich aber stutzig. Mir sind kurz vor dem Abbiegen viele kleine Spuren aufgefallen, sie sahen nicht nach Huftieren aus.
Ich steige aus und begutachte die Szene. Ich habe aber nur einen Verdacht und traue mich fast gar nicht, diesen auszusprechen, weil ich wie gesagt ein ziemlicher Newbie im Spurenlesen bin. Ich rufe Martin, er soll sich das auch mal ansehen. Nicht, dass er viel mehr Erfahrung im Spurenlesen hätte als ich - schließlich sind wir ja immer gemeinsam auf Safari. Aber Martin ist mit Hunden aufgewachsen, und attestiert: das sind Spuren von Hundepfoten.
Die Spuren gehen eindeutig weg von der Abzweigung nach Ingwe und führen auf die Middle Ranger Road. Sie sehen frisch aus, und so beschließen wir, der Straße zu folgen und zu schauen, was passiert. Die Middle Ranger Road ist wahrscheinlich extrem wenig befahren - hier gibt es ja eigentlich nichts, und sie ist ziemlich weit ab vom Schuss. Wir folgen der Straße ziemlich lange, kreuzen trockene Flüsse und fahren quasi über Stock und Stein. Die Spuren nehmen kein Ende, hier ist eindeutig ein Wild Dog Pack unterwegs gewesen. Wir sind schon ziemlich nah an der Middle Ranger Station, als wir die Spuren nach einem weiteren Flussbett Crossing nicht mehr wieder finden. Uns war klar, dass die Wildhunde natürlich jeder Zeit einfach in den Bush abbiegen könnten und wir dann keine Chance mehr hätten, sie zu finden, und so war es dann auch.
Wir beschließen, umzukehren, und treffen an der Kreuzung von Ingwe ein Auto mit Rangern von der Painted Dog Conservation. Auch sie sind auf der Suche nach den Wild Dogs. Wir erzählen ihnen, dass wir lange den Spuren gefolgt seien, und sie sind etwas ungläubig, schließlich hätte dieses Pack Welpen dabei, und es wäre sehr ungewöhnlich, dass sie so weite Strecken laufen. Als wir ihnen die Fotos von den Spuren zeigen, bestätigen sie aber, dass es dieses Pack ist - man sieht auf einigen Fotos sogar die kleinen Tracks der Welpen. Unsere Wege trennen sich. Wir werden die Ranger später nochmal treffen, und es bleibt dabei, dass in diesen Tagen niemand die Wild Dogs findet.
Wir finden es ein bisschen schade, dass es nicht geklappt hat. Schließlich hatten wir nur in Sabi Sabi das Glück, Wildhunde zu sehen. Damals war es unsere zweite Safari, und ahnungslos wie wir waren, wussten wir damals noch nicht, wie selten man diese tollen Tiere zu Gesicht bekommt. Dennoch sind wir zufrieden, dass wir den Versuch unternommen haben, und es war spannend, die Spuren zu finden und ihnen zu folgen. Nun haben wir einen guten Grund, Mana Pools erneut zu besuchen - vielleicht wird es ein anderes Mal mit den Wild Dogs klappen.
Zurück in Nyamepi steuern wir die von uns gebuchte Campsite #27 an, die uns jedoch überhaupt nicht gefällt. Es gibt auch keinen Schatten. Kurzerhand fahren wir zur Rezeption, um uns zu erkundigen, welche Alternative frei ist. Der Ranger ist nicht mehr im Dienst, und seine Kollegin kann leider - wie sich später herausstellt - nicht mit dem Computer umgehen. Wir sollen uns einfach irgendwo, wo frei ist, hinstellen. Als wir die Rezeption verlassen wollen, wird es busy - das erste Mal kommt ein Gefühl von Trubel auf. Es kommen viele neue Fahrzeuge zum Check-in an. Während wir kurz noch das Wifi an der Rezeption nutzen, erfahren wir, dass ein englisches Paar die Reservierung für Chitake Baobab am nächsten Tag gegen Nyamepi tauschen möchte und kommen auf eine Idee.
Bevor sich diese manifestiert, verbringen wir aber noch einen schönen Abend um Nyamepi herum. Bei der Auswahl der neuen Campsite hatten wir natürlich ein bisschen Pech - genau die "freie" Campsite wurde kurz nach unserer Ankunft von einer Gruppe Südafrikanern angesteuert. Wir ziehen nochmal um und landen dann auf der #9, die wir ebenfalls empfehlen können.
Nach dem Afternoon Drive kochen wir ein Beef Stew mit den letzten Resten einer wirklich leckeren Curry Mischung aus Zanzibar.
Dann machen wir etwas absolut blödes (ja, schon wieder!). Wir lassen das restliche Stew weiter auf dem Feuer kochen, und gehen schon mal in die Ablution Blöcke, um uns bettfertig zu machen. Gusseiserner Topf mit Deckel auf dem Feuer, was soll da schon passieren! Fragt mal die Hyäne, die Curry Mischung aus Zanzibar auch gut findet. Als wir zurückkommen, sehen wir den Deckel auf dem Boden liegen - vom Täter gibt es nur Fußspuren. Glücklicherweise ist dem Stew nichts passiert. Wie die Hyäne den Deckel überhaupt abbekommen hat, ist mir ein Rätsel. In unserer Vorstellung wird sie gemerkt haben, dass Gusseisen und Hitze keine sehr angenehme Kombination ist. Der heiße Deckel fällt zu Boden, die Hyäne haut ab. Wir hoffen, dass sie sich nicht verbrannt hat, und dass beide Parteien ihre Lektion gelernt haben. Wir werden in der Wildnis jedenfalls kein Essen mehr unbeaufsichtigt lassen!
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202416. Apr. 2026 ·
Etappe 9 - Chitake Springs
Nach 5 Nächten in Mana Pools beschließen wir am Morgen, keine weitere Nacht in Nyamepi zu bleiben, sondern einen Tag früher nach Chitake Springs aufzubrechen. Da wir mitbekommen haben, dass die Baobab Campsite für heute frei ist, machen wir einen letzten Game Drive und brechen dann in Richtung Chitake auf. Logistisch ist es empfehlenswert, erst Mana Pools und dann Chitake Springs anzufahren, da die Ausfahrt aus dem Park dann deutlich kürzer ist.
Für unseren Game Drive schauen wir mal wieder bei Mucheni vorbei, und siehe da - diesmal liegt ein Rudel Löwen direkt am Rand der Mucheni 2 Campsite. Wir beobachten die Löwen eine Weile von der Straße aus, einige Fahrzeuge fahren aber auf die Campsite, um eine bessere Sicht zu haben. Das ist eigentlich ein No-Go, und die Gäste der Campsite fahren kurz darauf vor, um die Fahrzeuge zu bitten, die Campsite zu verlassen. Auch wir sind keine Fans davon, wenn gebuchte Campsites von anderen Fahrzeugen aufgesucht werden - auf der Old BBC Campsite hatten wir sogar ungebetenen Besuch von einem Tour-Fahrzeug, das zum Sundowner auf die Campsite gekommen war. Wenn sich ein Fahrzeug mal auf eine Campsite verirrt oder einfach mal einen kurzen Blick werfen möchte, finden wir das aber völlig in Ordnung, solange ein rücksichtsvoller Umgang herrscht.
Wir beobachten die Löwinnen noch ein bisschen und fahren dann in Richtung Hauptstraße. Obwohl es mit den Wild Dogs nicht geklappt hat, haben wir das Gefühl, dass wir alles "erledigt" haben - das Highlight für uns bleiben die Elefanten von Mana Pools vor der wunderbaren Kulisse, die dieser Park bietet.
Nun sind wir aber gespannt auf Chitake Springs. Wir haben vorab gemischte Meinungen über die Campsites gelesen. Chitake Baobab wird gemeinhin als Overflow Campsite gehandelt, und Chitake 2 - unsere Campsite für 2 Nächte - hat den Ruf, die schlechtesten Views zu haben. Als Premium Campsite wird Chitake 1 gehandelt. Diese gilt als die schönste, aber auch teuerste der Chitake Sites.
Wir brettern über die Hauptstraße und fahren dann vorbei am zweiten Gate in Richtung Chitake Springs. Weil wir nicht wissen, ob die Campsite uns überhaupt gefällt, steuern wir die Campsite direkt an ohne einen Stopp beim bekannten Fig Tree einzulegen. Oben angekommen stellen wir fest, dass die Campsite wunderschön ist. Sie liegt abgelegen von der Spring auf einer Anhöhe und bietet einen tollen Ausblick, die Baobabs sorgen zusätzlich für eine besondere Atmosphäre. Dass die Campsite als Overflow Site gehandelt wird, liegt wohl daran, dass sie weiter weg vom Geschehen ist, und dass es keinerlei Facilities - nicht mal eine Long Drop - gibt.
Da es uns gut gefällt, beschließen wir, hier zu bleiben. Nun setzt aber ein Dilemma ein. Wir wissen ja nur informell, dass Chitake Baobab für heute frei ist, sind aber offiziell auf Nyamepi gebucht. Natürlich könnten wir einfach dort bleiben, ich werde aber unruhig und fühle mich ein bisschen gestresst. Was, wenn die Mieter doch beschließen, zu kommen statt wie geplant in Nyamepi zu bleiben? Oder jemand anderes die Campsite spontan bucht. Blöd natürlich, dass wir mit den anderen Reisen nicht einfach offiziell getauscht haben. Für peace of mind frage ich Martin, ob wir zum Zwischengate zurückfahren können, um dort unseren Wechsel offiziell zu machen. Die Fahrt dauert nur ca. 30 Minuten, aber das hätten wir natürlich in einem Abwasch auf dem Hinweg erledigen können.
Am Gate angekommen erkläre ich die Situation, nach einem kurzen Telefonat mit der Nyamepi Rezeption ist der Tausch bestätigt, und wir bezahlen artig das Upgrade von Nyamepi auf Chitake bar am Gate. Wahrscheinlich hätten wir das gar nicht machen müssen, aber ich merke direkt, dass ich viel entspannter mit der offiziellen Lösung bin.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202416. Apr. 2026 ·
Safari: Chitake-Style
Safari in Chitake funktioniert etwas anders, als im sonstigen Teil von Mana Pools. Hier gibt es keine Game Drives. Die Hauptattraktion besteht darin, zu Fig Tree zu fahren, und dann an der Quelle zu sitzen und darauf zu warten, dass etwas passiert. Lange war diese Stelle die einzige Frischwasserstelle weit und breit, und die natürliche Lage im Hang in Kombination mit der einzigen Wasserquelle sorgte für viele dramatische Szenen. Inzwischen gibt es bei diversen Lodges künstliche Wasserlöcher, was sich auch auf die Chitake Experience auswirkt, dennoch hat man hier die Chance, ein besonderes Schauspiel zu beobachten.
Nachdem wir also offiziell auf der Chitake Baobab Campsite eingezogen sind, fahren auch wir runter zu Fig Tree, dem großen Feigenbaum mit Blick auf Chitake Springs. Wir bauen unsere Camping Stühle auf und sehen uns um. Chitake ist heute ausgebucht: zu uns gesellen sich eine Gruppe von 3 Franzosen mit ihrem Tour Guide, eine südafrikanische Familie, und ein französisches Paar, ebenfalls mit Guide. Eine weitere Gruppe - die Bewohner von Chitake 2 - zieht ohne Guide durch den Busch. Die anwesenden Guides schütteln den Kopf über diese Leichtsinnigkeit.
Es scheint ein ruhiger Nachmittag am Fig Tree zu sein, bis einer der Guides uns auf die Löwen aufmerksam macht. Wir sind überrascht, denn wir hatten überhaupt nicht gemerkt, dass sie sich aus verschiedenen Richtungen der Quelle angenähert haben. Mit geübtem Auge - oder den entsprechenden Hinweisen der Guides - entdeckt man aber, dass sich dort ziemlich viele Löwen versteckt halten. Die Chitake Pride ist berüchtigt dafür, an der Quelle zu lauern und zu warten, bis durstige Tiere nicht anders können, als sich trotz der Gefahr an die Quelle zu trauen.
In der langsam einsetzenden Dämmerung werden die Löwen aktiver, aber die Zeit läuft gegen uns. Leider müssen wir bald aufbrechen, bevor wir aber los müssen, kommen einige Löwen selbst zum Trinken ans Wasser.
Dann ist es auch schon an der Zeit, zurück zur Campsite zu fahren. Wir richten uns ein, machen ein Feuer und Abendessen. Als wir uns zum Essen an den Tisch setzen, erblicken wir neugierige Augen in der Nähe. 3 Hyänen haben uns entdeckt und sind hoffnungsvoll, zum Abendessen eingeladen zu werden. Wir vertreiben sie relativ einfach mithilfe unserer Taschenlampen. Martin scherzt, ob die Hyänen schlau genug sind, um nicht immer aus der gleichen Richtung angelaufen zu kommen. Wenige Minuten später stellen wir fest: ja, sind sie. Zu dritt beschließen sie, unsere Campsite zu umkreisen, und ein bisschen mulmig ist uns schon, als sie aus verschiedenen Richtungen kommen. So langsam haben wir den Dreh mit den Do's and Don'ts mit den Hyänen aber raus, und dieses Mal gehen sie leer aus. Wir wissen nicht genau, ob es jetzt eigentlich 1:2, oder doch 3:0 für uns steht, sind aber froh, dass es keinen weiteren Zwischenfall gibt.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202425. Apr. 2026 ·
Frühstück für Löwen
Nachdem wir einen wirklich schönen Abend auf der Baobab Campsite verbracht haben, brechen wir am Morgen früh auf und fahren runter zum Fig Tree. Zunächst scheint wenig los zu sein, mit den ersten Sonnenstrahlen finden sich aber die ersten Tiere am Hang ein. Zaghaft laufen sie zum Wasser, aber mit Ausnahme der Baboons scheinen alle angespannt zu sein. Kein Wunder! Denn hier lauern Löwen - und zwar überall! Sie tauchen nahezu unbemerkt auf und platzieren sich auf jeder Seite des Hanges. Gefühlt könnte hinter jedem Baum und Strauch ein Löwe liegen, und tatsächlich sind wir überrascht, wie viele wir entdecken. Sie sind nicht besonders aktiv, ab und zu kommen aber einige Löwinnen zum Wasser, um sich dann wieder in den Sträuchern hinzulegen.
Wir sind sehr zufrieden mit der Löwen-Ausbeute des Morgens, beobachten die Baboons, die im Feigenbaum immer eine gute Show abliefern, und freuen uns besonders über Lilian's Lovebirds, die in großen Schwärmen immer wieder zum Wasser kommen.
Die Löwen ändern ab und zu ihre Position, aber alles sieht nach einem ruhigen Vormittag aus, und wir beschließen nach ein Paar Stunden, zurück zur Campsite zu fahren und ein ordentliches Frühstück zu machen. Die kühleren Morgenstunden, in denen die Tiere vermeintlich aktiver sind, sind immerhin vorbei, und wir freuen uns auf eine gemütliche Zeit auf der Campsite. Wie sich herausstellen wird, sollten wir nicht die einzigen bleiben, die ein großes Frühstück im Sinn hatten.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202425. Apr. 2026 ·
Showdown? Erstmal Kaffee.
Wir fahren also zurück zum Camp, machen ein Feuer und tischen ein großes Frühstück auf. Das zweite Frühstück nach dem Gamedrive ist für uns immer ein Highlight. Früh morgens packen wir schnell zusammen, um möglichst früh loszukommen. Oft gibt es einen Kaffee und ein paar Rusks, das richtige Frühstück folgt dann aber nach der Rückkehr vom Gamedrive. Wir machen oft ein Feuer, brühen einen zweiten Kaffee auf und genießen die Entschleunigung. Kaffee nehmen wir auch im Urlaub sehr ernst, und so findet sich in unserem Equipment eine Aeropress, eine Kaffeewaage, Handmühle, und natürlich Single Origin Specialty Coffee, der vor jeder Zubereitung frisch gemahlen wird. In diesem Urlaub ist der Kaffee besonders lecker, und wir freuen uns wirklich jeden Tag darauf. Seit unserer Botswana-Reise im Vorjahr hat sich zusätzlich noch eine etwas seltsame Tradition bei uns ausgeprägt: wir haben jetzt immer eine Panettone oder Colomba (je nach Jahreszeit) dabei! Wie wir auf die Idee kamen, sie mitzunehmen, wissen wir nicht mehr genau, aber es ist eine herrliche Kombination mit einer guten Tasse Kaffee. Eine gute Panettone bleibt tatsächlich sehr lange frisch, und für die nächste Reise ist schon vorgesorgt.
Nach dem Frühstück kümmern wir uns noch um unseren Camper, filmen eine kleine Room Tour als Erinnerung und packen dann langsam zusammen. Unsere nächsten zwei Nächte werden wir auf der Chitake 2 Campsite verbringen, die am nächsten am Fig Tree gelegen ist.
Wir fahren allmählich zurück zum Feigenbaum und wundern uns, dass wir niemanden vorfinden. Ich habe direkt eine Vorahnung, dass etwas passiert ist, allerdings wäre es auch nicht ungewöhnlich, wenn die anderen Gruppen die Mittagszeit im Camp verbringen oder bereits abgereist sind. Dann sehen wir plötzlich auf der anderen Seite des Hanges 3 Personen. Es sind das französische Paar und ihr Guide. Wir fragen uns, was sie da machen, aber schließlich darf man in Mana Pools und Chitake Springs ja fußläufig unterwegs sein. Dann laufen sie den Hang hinunter, überqueren die Quelle und kommen direkt auf uns zu. Sie sind außer Atem und aufgeregt. Der Guide erzählt uns, dass die Löwen auf der anderen Seite einen Buffalo erlegt haben, und sie sind extra zurück auf unsere Seite gekommen, um uns Bescheid zu sagen.
Während wir also gemütlich Kaffee getrunken haben, haben auch die Löwen Lust auf Frühstück bekommen. Als drei Büffel zum Wasser kommen, sehen sie ihre Chance und greifen an. Die Büffel behalten in der ersten Runde die Oberhand und vertreiben die Löwen. Dann werden sie übermütig und gehen erneut runter zur Wasserstelle. Die Löwen erwischen diesmal den schwächsten der Büffel und verletzen ihn. Sie versuchen, zu entkommen und laufen den Hang hoch, werden aber von den Löwen verfolgt.
Wir sehen diese Szenen natürlich nur auf einem Handy-Video, denn oben auf der Campsite haben wir überhaupt nichts davon mitbekommen. Der Rest der Jagd und der Kill finden dann abseits des Publikums statt. Der Buffalo schafft es noch den Hang hoch, hat aber letztlich keine Chance gegen die Löwen.
Das Gefühl, diese Szenen verpasst zu haben, ist ziemlich seltsam. Wir ärgern uns natürlich, dass wir nicht dort geblieben sind und ausgerechnet so etwas Spektakuläres verpasst haben. Andererseits hatten wir eine schöne Zeit auf unserer Campsite. Inzwischen ist genau diese Ironie ein Teil der Geschichte, wir haben aber gelernt: solange die Löwen dort sind, bleibt man dort sitzen. Egal, ob morgens, mittags oder abends. Ohnehin haben wir in Mana Pools gemerkt, dass die Faustregel, dass man die besten Chancen früh morgens oder später am Nachmittag hat, nicht ganz hinhaut.
Jedoch hätten wir ohne die Hilfe des Guides wahrscheinlich alles verpasst. Er leitet uns an, wo wir hinfahren müssen, um die Löwen und ihren Kill zu finden. Dankenswerterweise gibt es einen Weg, der genau dorthin führt, und auch das hätten wir ohne den Hinweis des Guides natürlich nie gewusst. Wir steigen also ins Auto und fahren los. Was an Chitake interessant ist, ist dass es nur so wenige Besucher gibt. Als wir beim Kill ankommen, sind wir die einzigen. Die beiden französischen Gruppen mit ihren Guides haben das Spektakel vorher mitbekommen, und die anderen beiden Gruppen sind schon abgereist.
Was wir als nächstes beobachten, ist faszinierend und unbarmherzig zugleich. Trigger Warnung: die nächsten Bilder können Unbehagen auslösen. Wir haben die sehr expliziten Bilder ausgelassen, die Szene zeigt jedoch Löwen mit ihrer Beute.
Natürlich ist das ganze Rudel anwesend und schlägt sich die Bäuche voll. Die kleinen Löwen sind für uns faszinierend - sie sind niedlich und noch ziemlich tollpatschig, aber auch ziemlich hungrig. Wir bleiben eine Weile und fragen uns, wie lange die Löwen wohl brauchen werden, um den Büffel zu verzehren. Einige Geier warten schon in freudiger Erwartung, sie werden sich aber noch gedulden müssen.
Im Verlauf des Tages werden die Löwen nur vereinzelt runter zum Wasser kommen, um zu trinken. Es wird aber ein ruhiger Nachmittag und Abend, da das Rudel in der Nähe des Kills bleiben wird.
Mit gemischten Gefühlen kehren wir zu Fig Tree zurück. Die Szenen oben waren zweifelsohne Eindrucksvoll, aber das Wissen, etwas verpasst zu haben, nagt noch an mir. Dieses Gefühl wird noch eine ganze Weile vorhalten, aber so ist eben die Natur: voller Überraschungen und nicht planbar.
Zum Sundowner kehren wir nochmal zur Baobab Site zurück - diese ist heute unbewohnt, und wir treffen auf die andere französische Gruppe, die ganz geflashed sind von den Ereignissen des Tages. Im Abendlicht ist die Baobab Site immernoch wunderschön - aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben, weil sie so schön ist, bleibt.
Der Rest des Abends auf Chitake 2 verläuft dann sehr ruhig. Wir sind zuvor gewarnt worden, uns zeitnah ins Fahrzeug zurückzuziehen, weil Chitake 2 mitten im Territorium der Löwen liegt. Heute Abend sind sie jedoch alle oben bei ihrem Kill, und so verbringen wir eine ruhige Nacht.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202426. Apr. 2026 ·
Über solche Begebenheiten freut man sich besonders! Bitte stelle hier die Kontaktdaten ein damit wir uns diese merken oder notieren können.
Vielen Dank für deine Mühe mit deinem ausführlichen Bericht, ich lese gerne und interessiert mit! Liebe Grüsse
Hi Leona, Danke fürs Mitlesen 🙂 Ich merke natürlich jetzt erst, dass die Telefonnummern auf dem Foto eigentlich nicht lesbar sind 😏 Doug ist unter +263 77 969 1792 bei whatsapp zu erreichen, und hier noch der Pin auf google maps: https://maps.app.goo.gl/JNdrtz8Z1DuvuEAr7 Ich markiere mir oft irgendwas "für später" auf maps, um es nicht aus dem Blick zu verlieren, auch wenn die Nutzung vor Ort natürlich nicht so irre praktisch ist.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202426. Apr. 2026 ·
picco schrieb:Hoi Akane
Hier einfach mal ein kleines 'Dankeschön' für diesen interessanten Bericht!
Hab mir so dies und das gegoogelt und abgespeichert, danke für die Infos. Vielleicht gehts ja auch mal nach Zimbabwe...wer weiss!
Hey Picco,
Ich kann Zimbabwe einfach nur sehr empfehlen (weiß nicht, ob das schon so rüber kommt, oder ob ich noch ein bisschen weniger subtil berichten muss)! Natürlich ist die volatile Vergangenheit des Landes kein gutes Marketing, aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass es im Vergleich zu den vielbereisten Nachbarn so außen vor bleibt.
Unser Afrika Track Record ist im Vergleich zu deinem noch sehr überschaubar, aber wenn ich mir eine Reise zur Wiederholung aussuchen könnte, würde ich sofort wieder Zimbabwe wählen. Obwohl Martin schon wieder Lust hat, den Kilimanjaro nochmal zu machen 😮 es gibt wohl einfach zu viele hochkarätige Ziele.
ein großes Dankeschön für den interessanten Reisebericht über Simbabwe. Die Bilder sind wunderschön und Dein Schreibstil informativ und anschaulich. Vielleicht gibt uns Dein Bericht den fehlenden Anschub, auch einmal nach Simbabwe zu fahren. Bisher haben wir irgendwie immer Abstand genommen und sind dann doch im mittlerweile vertrauten Botswana geblieben. Habt Ihr die Unterkünfte direkt über Zimpark gebucht oder über eine Agentur? Vielleicht kannst Du einen Hinweis dazu geben. Oder habe ich das überlesen?
Kleiner Funfact: Wir sind mit Eurem Auto (gleiches Kennzeichen) ein paar Wochen nach Euch in Südafrika und Botswana unterwegs gewesen. Technisch ist er einwandfrei gelaufen, allerdings ist der Kühlergrill zwischen Khwai und Magotho zurück geblieben, wir haben es nicht einmal bemerkt, die "Pfützen" waren inzwischen so groß und tief wie riesige Schwimmbecken 🤪
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202429. Apr. 2026 ·
travelnext schrieb: Kleiner Funfact: Wir sind mit Eurem Auto (gleiches Kennzeichen) ein paar Wochen nach Euch in Südafrika und Botswana unterwegs gewesen. Technisch ist er einwandfrei gelaufen, allerdings ist der Kühlergrill zwischen Khwai und Magotho zurück geblieben, wir haben es nicht einmal bemerkt, die "Pfützen" waren inzwischen so groß und tief wie riesige Schwimmbecken 🤪
Hey Enja, Das ist ja ein witziger Zufall 😁 der Steinschlag in der Windschutzscheibe ist übrigens von uns 😗 oder vielleicht haben sie den ja reparieren lassen, aber irgendwie gehe ich nicht davon aus. Wir haben das Auto geliebt! Das Seitenzelt ist einfach ein Raumwunder, und hat viel Aufmerksamkeit von anderen Reisenden bekommen. Wir mieten im November jetzt doch nur den kleinen HilCam2(A), und irgendwie sehe ich mich schon dem Seitenzelt hinterhertrauern!
Gebucht haben wir übrigens alles auf eigene Faust. Ich plane und buche tatsächlich gerne selbst. ZimParks hat feste Ansprechpartner pro Park, also kann die Erfahrung dann auch variieren. Gonarezhou war super easy - wir haben immer schnell eine Rückmeldung bekommen. Mana Pools war ein bisschen gemischt und ich musste teilweise mehrfach nachhaken. Eine Mischform aus Email und Whatsapp war dann aber letztlich auch erfolgreich. Bei Mana hatte ich eher das Gefühl, dass die Erfahrung sehr davon abhängt, bei wem man landet, aber Gonarezhou hat auf uns allgemein sehr gut gemanaged gewirkt! Im Direktvergleich mit Botswana war es aber wirklich einfach, selbst zu buchen - da braucht man keine Agentur, finde ich. Aber wie gesagt mache ich das auch gerne - und beharrlich 😄
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202429. Apr. 2026 ·
Chitake Campsites
Chitake 2 als Campsite polarisiert. Bei unserer Vor-Recherche sind wir über einige negative Rezensionen gestoßen, die Chitake 2 als schlechte Campsite bezeichnen. Es gäbe keine View, und überhaupt sei das nur ein Stellplatz im Busch. Ganz falsch ist das nicht - im Direktvergleich mit Chitake 1, die schön am Flussbett gelegen ist, und Chitake Baobab mit der tollen Kulisse, kann Chitake 2 in Bereich "scenic" nicht mithalten. Wir sind trotzdem überrascht, als wir die Campsite beziehen. Es gibt einen schönen großen Baum, reichlich Platz, und eine Long Drop Toilette. Gar nicht so schlecht! Wir dekorieren die umliegenden Sträucher noch mit unserer Solar-Lichterkette, und voilà, hier lässt es sich aushalten!
An eine online Bewertung denke ich jedoch noch heute: "Chitake 2 is the best and most dangerous campsite". Die Guides, mit denen wir sprechen, bestätigen dieses Einschätzung - geschlossen stimmen auch sie für Chitake 2 als beste Campsite. Wenn man eben gerne nah dran am Geschehen ist. So richtig können wir uns nicht vorstellen, was das eigentlich bedeutet. Nicht umzäunte Campsites kennen wir natürlich sowohl von dieser Reise als auch aus Botswana, wo wir eines Morgens bei der Rückkehr vom Duschhäuschen auch mal zwei Löwinnen auf unserer Campsite erwischt haben, und Besuch von größeren und kleineren Tieren gehört zum Programm. Trotzdem hätten wir bisher keine Campsite als "most dangerous" bezeichnet.
Da das gesamte Löwenrudel auf der anderen Seite hinterm Hang abhängt, bleibt die erste Nacht auch ungefährlich. Nachts werden wir aber trotzdem von Besuch auf der Campsite geweckt. Es raschelt und knackt im Gebüsch, und wir versuchen, herauszufinden, wer die Ursache ist, sehen aber nichts. Trotz Vollmond und Night Vision Kamera dauert es wirklich lange, bis wir unsere Gäste identifizieren können: wir haben Besuch von Elefanten. Damit haben wir nicht gerechnet, denn um Chitake Springs herum gibt es sehr wenig Wasser. Wir hatten am Vorabend schon Elefanten in der Ferne gehört, tagsüber aber keinen einzigen gesehen. Wir hätten gerne einen besseren Blick auf unsere Besucher geworfen, sie sind aber erstaunlich gut darin, sich zu verstecken. Wir geben also auf und gehen wieder schlafen.
Ein bisschen aufgerecht bin ich trotzdem, denn im Seitenzelt des Autos fühlt sich alles nochmal näher als im Dachzelt an, und am liebsten schlafe ich auch mit "offenen Fenstern". Egal, ob es das erste Licht in der Dämmerung ist oder ein vorbeikommendes Tier - schlafen im Zelt mit offenem Blick ist einfach großartig!
In der nächsten Nacht machen wir die Fenster aber lieber zu. Dann bekommen wir ein Gefühl dafür, was es eigentlich heißt, wenn die Campsite im Revier der Löwen liegt.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202430. Apr. 2026 ·
Im besten Licht abgestaubt
Der nächste Morgen bricht an, und wie man das so macht in Chitake Springs steuern wir direkt Fig Tree an. Wir haben es nicht weit - wären nicht potentiell ringsherum überall Löwen, könnte man von der Campsite auch kurz rüberlaufen, aber wir setzen uns brav ins Auto und fahren vor.
Meine FOMO ist natürlich auch schon hellwach, und so schwirren mir schon Gedanken durch den Kopf, ob denn heute überhaupt etwas am Fig Tree los sein wird, wenn die Löwen doch pappsatt hinter dem Hang rumliegen. Wir sind die ersten am Fig Tree, klappen unsere Stühle auf, und warten. Kurz nach uns kommt das französiche Paar mit ihrem Guide, und so hoffen und warten wir gemeinsam darauf, dass etwas passiert.
Und wie es der Zufall will, stimmt unser Timing an diesem Morgen perfekt. Es ist im wahrsten Sinne ein Spiel aus Licht und Schatten. Die verpasste Action am Vortag und der Rückzug der Löwen auf die andere Seite des Hanges führen uns genau zu diesem Moment.
Gegen 6:30 Uhr steht die Sonne bereits hoch genug hinter dem Hügel, um ihr Licht über die Szenerie zu legen. In diesem Moment erscheinen die Löwen am Kamm des Hanges und setzen sich in Bewegung, runter zum Wasser.
Zunächst erscheint eine Löwin, checkt die Lage und stillt ihren Durst.
Und dann sehen wir sie: immer mehr Löwen tauchen im Hintergrund auf.
Eine halbe Stunde später wäre es einfach nur ein weiteres, schönes Sighting gewesen. Doch jetzt entsteht etwas Besonderes: Licht, Staub und die Bewegung der Löwen verschmelzen zu einer unwirklich wirkenden Szene. Der aufgewirbelte Staub bricht die Sonnenstrahlen und legt einen goldenen Filter über den Hang.
Es ist nicht einfach, den Moment auf Bildern einzufangen - die Lichtverhältnisse sind schwierig, und der Augenblick flüchtig, aber er ist wunderschön anzusehen.
Ein paar Minuten später ist der Zauber vorbei - die Sonne hat sich schon ein Stück bewegt, und der magische Filter verschwindet. Als die letzte Löwin etwas später den Hang hinunterläuft, ist der Effekt nahezu vollständig vorbei. Dieser Kontrast zeigt: Timing ist alles. Manchmal klappt es einfach nicht, aber ein anderes Mal ist man vielleicht genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
AkaneThemenstarter235 Beiträge · seit 202401. Mai 2026 ·
Just an ordinary day at Chitake Springs: kleine und große Begegnungen
Nachdem das Highlight des Tages schon früh am Morgen abgehakt ist, beschließen wir, beim Buffalo Kill des Vortags vorbeizuschauen. Wir haben keine Vorstellung davon, wie lange ein Löwenrudel an einem Büffel frisst, und sind vor Ort überrascht: die Löwen sind schon fertig sind, stattdessen erwartet uns eine Geierparade. Die Geier sind eifrig damit beschäftigt damit, sich über die Reste herzumachen. Wir sehen ihnen eine Weile zu, bevor wir zurück zum Fig Tree fahren. Hier ist alles erledigt - die Löwen werden den restlichen Tag wohl woanders verbringen.
Als wir zurückkommen, ist es ruhig am Fig Tree. Die Löwen haben sich zurückgezogen, und die anderen Tiere scheinen ein Gespür dafür zu haben, dass heute nicht viel Gefahr an der Quelle lauert. Sie trauen sich nun, zum Wasser zu kommen und zu trinken, und es kommt sogar ein Elefant vorbei.
Am Nachmittag kommen dann die Löwen zurück und übernehmen wieder das Revier. Man sieht ihnen die vollen Bäuche richtig an, und sie scheinen durstig zu sein. Anders als am Vortag ziehen sie sich nicht in den Hang zurück, sondern verteilen sich im Flussbett. Jetzt, wo sie nicht mehr auf der anderen Seite lauern, merken wir, wie nah sie am Aussichtspunkt - und damit auch an uns - sind.
Auch bei den Baboons, die wie immer Unsinn am Fig Tree treiben, ist die Ankunft der Löwen nicht vorbeigegangen. Sie legen eine Zwangspause von ihrer Action ein und beginnen, sich zu verstecken. Ein kleiner Baboon ist sichtlich skeptisch ob dieser Situation 😄
Inzwischen ist auch eine neue Gruppe an Reisenden angekommen - sie haben einen Ranger dazu gebucht, der sie bei ihrem Aufenthalt in Chitake begleitet. Wir hatten vorher von dieser Möglichkeit gehört, haben sie aber nicht in Erwägung gezogen. An diesem Nachmittag sind wir dann aber ganz froh, dass Simon, der Ranger, dabei ist.
Denn nachdem die Löwinnen eine Weile im Flussbett geruht haben, bekommen sie Lust, heute mal auf der anderen Seite abzuhängen. Sehr nah an dem Arrangement der verschiedenen Camping Stühle kommt zuerst eine Löwin den Hang hinauf, und springt auf einen umliegenden Strauch. Diese Idee findet auch eine andere Löwin super, läuft gefühlt unmittelbar vor uns den Hang hinauf und am Feigenbaum vorbei, um sich auf demselben Strauch einzufinden. Die Szene ist ganz schön seltsam. Erstens sind wir es nicht gewöhnt, dass Löwen so nah an uns dran sind, während wir nicht in einem Fahrzeug sitzen. Zweitens: was machen die da eigentlich auf den Sträuchern? Wir erinnern uns an unsere Tanzania Reise, wo wir in Lake Manyara ausgerechnet nicht die auf den Bäumen sitzenden Löwen sehen haben, dann aber in der Serengeti Glück hatten. Hier hatten wir das nicht erwartet. Entweder wollen sie von den kleinen Insekten in Ruhe gelassen werden, eine bessere Aussicht genießen, oder vielleicht ist es auch einfach nur sehr bequem?
Auf den Stühlen sitzt natürlich schon längst niemand mehr, aber während wir alle die in der Nähe von Simon stehen, kommen uns die Löwen doch gleich viel größer vor als aus dem Auto.
Die Löwinnen sind nun also keine 20 Meter von uns entfernt und chillen auf dem Baum, als auch noch einer der beiden ausgewachsenen männlichen Löwen dazu kommt. Er lässt sich jedoch unter dem Strauch nieder.
Wir sind eigentlich schon spät dran. Die Sonne geht unter, und in der einsetzenden Dämmerung brechen wir auf zu unserer Campsite. Zum Glück - oder auch nicht - ist sie ja nicht weit. Zwischen dem Aussichtspunkt und unserer Campsite liegen vielleicht 200 oder 300m. Beziehungsweise: zwischen uns und den Löwen.