Mittwoch, 18.2.2026
Heute wird's spannend, einer der Hauptgründe, warum wir hier sind, steht auf dem Programm.
Ich habe vor einigen Jahren
hier im Forum von LaLeona über eine neue südliche Umfahrung vom Vyn Zyls Pass gelesen. Hatte dann mit Andrew auch direkt Kontakt aufgenommen, er hat mir auch sofort geantwortet und seine gpx Daten geschickt. Er fuhr die Strecke damals in Ost-West Richtung, wir sind heuer umgekehrt unterwegs.
2023, als wir das das erste Mal versuchen wollten, kamen wir wegen diverser Probleme nicht bis nach Camp Synchro, daher stand die Etappe heuer erneut auf dem Plan. Aufrufe hier im Forum oder auch in der 4x4community, ob die Strecke in der Zwischenzeit jemand gefahren wäre, blieben unbeantwortet. Wir wussten nicht wirklich, was uns erwarten würde.
Also machen wir uns nach einem Frühstück mit frischem Brot aus dem Camp Synchro auf den Weg. Zuerst wieder zurück durch's Marienflusstal direkt zum Fuße des Van Zyls Passes, wo der Track los geht.
Kleine Überreste am Weg von einem, der's nicht geschafft hat 😉Wir erreichen den Fuß des Passes und fahren ein Stück den Berghang Richtung Westen um schließlich in ein Tal einzufahren. Hier sind einige Hütten und auch Rinder zu sehen, der Track ist erkennbar aber es sieht nicht so aus, als würden hier öfter Autos unterwegs sein. Am Ende des Tals ist schließlich ein, in den Fels gebauter, Track zu sehen, der nach oben führt. Nach kurzem Check, ist genau das unser Weg. Schmal aber ausreichend, großteils fester Untergrund mit kleineren Steinen, mache ich mich auf den Weg nach oben.
Das (hochformatige) Video kann nicht direkt eingefügt werden, daher hier der Link:
https://www.youtube.com/shorts/EuvBVpeMt9sNachdem dieser erste Aufstieg geschafft ist, führt der Track mehr oder weniger sichtbar durch eine zart grün angehauchte hügelige Landschaft, ohne fahrerisch sehr anspruchsvoll zu sein. Ab und zu gibt's schmälere und breitere Reviere, wo manchmal der Track nicht mehr sichtbar ist, irgendwo in der Ferne sieht man aber immer die Spuren und so fahren wir gemütlich und langsam immer weiter Richtung Osten. Immer im Hinterkopf habend, dass dieser Track auf keinen Karten verzeichnet ist und uns hier möglichst nix passieren sollte. Wir schrecken ein Straussenpärchen auf, dass - wie immer - dann genau vor uns auf den Track entlangläuft und keinerlei Anstalten macht, einfach ein paar Meter links oder rechts abzuzweigen.
Am südlichsten Punkt des Tracks machen wir eine kurze Pause und sehen, dass vom kleinen Dorf hinter den Bäumen, zwei junge Mädchen zu uns kommen. Sie sind eher schüchtern, lächeln uns an und kommen auch näher. Kommunikation ist schwierig, das angebotene Wasser lehnen sie dankend ab. Sie setzen sich unter den Baum neben unsere Autos und wir betrachten uns wohl gegenseitig sehr neugierig. Peter macht mit ihrer Zustimmung dann auch ein paar Fotos, die sie auch gleich laut auflachend am Display betrachten. Mich hat die Haarpracht der beiden wirklich fasziniert. Die jüngere (wir hätten sie auf 14 geschätzt), mit den schwarzen festgebundenen, nach vorne ragenden Haaren ist, soweit ich das einmal gelesen habe, noch "single", die ältere (die hätten wir auf 16 geschätzt) mit den typischen roten, mit Lehm versehenen Haaren, dann bereits verheiratet. Ihr kleines Baby hatte sie auch bereits mit.
Sehr hübschen Schmuck hatten sie jedenfalls auch.Irgendwann wird's aber für uns Zeit, weiter zu fahren, wir wissen, dass wir noch nicht am Ende sind. So verlassen wir die beiden Mädchen, die im Schatten sitzen bleiben und fahren wieder nordwärts. Der Track geht nun auch wieder stetig bergauf und wie es der Teufel will, funkt Peter, dass sie erneut einen Platten haben.
Also erneut auf dem schrägen Untergrund einen Reifen wechseln. Während der Aktion bemerken wir, dass der zweite Reservereifen mit einem Schlüssel versperrt ist. Und keiner der Schlüssel, die wir auf dem Schlüsselbund haben, passt. Bei meinem zweiten Wagenheber fehlt der Hebel, zudem ist offenbar kein Öl drin. Ich nehme einen Reservereifen von mir hinten hinunter, damit wir den bei Peter montieren können, Da kommen wir drauf, dass die Radmuttern nicht passen, weil es sich dabei offenbar um Alufelgen handelt. Na dann suchen wir halt passende Schrauben von den defekten Reserverädern und stecken alles passend zusammen.
Als wir fertig sind, bemerken wir einige Himba Buben, die rund 50 Meter von uns entfernt unter einem Baum sitzen und uns nur beiläufig zur Kenntnis nehmen. Egal wir müssen weiter. Haben zwar keinen Zeitdruck, weil wir ohnehin irgendwo am Weg eine Übernachtung eingeplant haben, aber zwei, drei Stunden haben wir noch, die wir ins Weiterkommen investieren können.
Der Track wird schließlich enger, steiniger und mühsamer zu befahren.
Stetig geht's bergauf, wir kommen nur im Schritttempo voran. Untersetzung ist bereits drin, 4x4 sowieso. Kurz nach einem Stück, bei dem es bergauf ging und ich schon eingestellt war, stetig am Gas zu bleiben und weiter zu fahren, nehme ich eine kurze aber ebene Fläche wahr und entscheide instinktiv stehen zu bleiben, um das vor uns liegende Stück genauer anzusehen.
Gute Entscheidung. Wir gehen hinauf, schauen uns den Untergrund an und entscheiden dann, unseren Endgegner gefunden zu haben. Der Track geht ganz oben auf diesem Bild nach rechts weg und führt etwa nochmal so lang bergauf. Zudem ist nur im ersten Viertel einmal rechts und dann links nackter Fels mit gutem Grip, danach sind nur mehr mittelgroße bis große Steine, rundgeschliffen und lose. Wir beraten kurz unsere Alternativen aber hier und in dieser Region macht ein Weiterfahren bergauf keinen Sinn. Wenn hier irgendwas passiert, ist man so in der absoluten Einöde, dass wir mit keinerlei Hilfe rechnen können.
Wir sehen, dass am südlichsten Punkt des Tracks, also beim Dorf mit den beiden Mädchen, ein Track Richtung Süden in die Otjiha Plains führt. Das würde uns zumindest ersparen, den ganzen Weg Richtung Marienflusstal zurückzufahren. Gesagt, getan. Wir drehen um und fahren bei den Buben vorbei, die wiederum keinerlei Anstalten machen, sich zu bewegen, passieren das kleine Dorf, in dem sich die Mädchen nicht mehr zeigen und fahren Richtung Süden in eine weite Ebene. Alles im Schritttempo. Der Tag ist schon lang und so beschließen wir, in dieser schönen Ebene unser Nachtlager aufzuschlagen.
Facts & FiguresGeplanter Track laut T4A: ~80 Kilometer
Fahrtzeit: ungewiss.
Tatsächlicher Track: 131 Kilometer
Gesamtzeit: 8:22 Stunden, Zeit in Fahrt: 6:36 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 19,8 km/h (14,5 km/h wenn man nur den Abschnitt ab dem Westende des Van Zyls Passes bis zum Übernachtungspunkt betrachtet).
Kosten Campsite: 0
Hier das Video des Tages.
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Weil's so lang ist, einige Schlüsselszenen:
Anfangs Fahrt durchs Marienflusstal.
Ab Minute 1: Einfahrt in das Tal mit Rindern
Ab Minute 1:30 Auffahrt erste Schlüsselstelle
Ab Minute 7:30: es wird enger...
Minute 8:40 this is the end...