Namibia mit Dachzelt und Haken: Windhoek - Caprivi

Reisebericht 30 Antworten · 3'665 Aufrufe · gestartet 22. Sept. 2025 von wayfarer
Themenstarter24 Beiträge · seit 202525. Sept. 2025 ·
Hallo Conny,
das freut mich, dass ihr Ngepi bei der zweiten Chance so viel schöner erlebt habt – das zeigt wieder, wie sehr so etwas wirklich von Standort und Nachbarschaft abhängt. 🙂

Zu deiner Frage: Ja, ich verstehe, dass das vielleicht nicht so ganz nachzuvollziehen ist und auch nicht direkt was mit unserem Fund zu tun hat. Aber er hat uns doch ziemlich aus dem Konzept gebracht. Wir haben beide gemerkt, dass wir in diesen Tagen nicht mehr im „Abenteuer-Modus“ waren, sondern ziemlich "auf". Es wäre für uns das erste Mal Botswana zu zweit gewesen (vorher waren wir mit Freunden unterwegs) - und wenn man mit so einem Gefühl im Bauch in noch abgelegenere Regionen startet, dann fühlt es sich nicht mehr nach Abenteuer, sondern nach Risiko an. Wir wollten uns nicht „antun“, die Tour halbherzig oder mit zu viel Unsicherheit zu machen. Das war in dem Moment die richtige Entscheidung. Im Nachhinein sind wir froh drum, weil wir dadurch trotzdem viele schöne Erlebnisse hatten und entspannter unterwegs waren. Klar, das war eine verschenkte Buchung und sehr ärgerlich - aber es gibt ja immer wieder Reisende, die kurzfristig anfragen und dann vielleicht Glück hatten.

Nächstes Jahr sind wir aber dort, diesmal wieder zusammen mit Freunden. Ich freue mich sehr - und tatsächlich ist das berüchtigte Buchungschaos ausgeblieben, über das Online-Portal, das es jetzt gibt, hat es völlig problemfrei funktioniert!
Liebe Grüße und danke dir fürs Mitlesen – ich freue mich, bald den Rest zu teilen!
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2025
Themenstarter24 Beiträge · seit 202526. Sept. 2025 ·
Ngepi - Mahango - Riverdance
Also, nix für ungut, Ngepi – aber in diesem Urlaub fahren wir weiter. Ganz in der Nähe liegt Riverdance, dort ist noch etwas frei und wir beschließen, die Nacht auf der Campsite zu verbringen, bevor wir für unsere geplanten „Entspannungstage“ bei Mobola einchecken können.
Aber bevor es dorthin geht: Mahango ist ja direkt um die Ecke! Auf der Hinfahrt haben wir den Park ausgelassen, weil uns gesagt wurde, Buffalo sei schöner und mit mehr Tiersichtungen. Jetzt wollen wir aber doch mal reinschauen. 🙂 Die Tageszeit ist denkbar ungünstig – mittags, die Sonne knallt – aber egal, wir sind motiviert und werden schon am Eingang von Warzenschweinen begrüßt.

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Sport in der Mittagszeit, sowas! 🤪

Die Pisten sind gut zu fahren, wir lassen uns Zeit und genießen die Landschaft. Wie erwartet sehen wir zur Mittagszeit nicht übermäßig viele Tiere, und für Fotos ist das Licht auch eher suboptimal, aber egal – es gefällt uns! Die Vegetation wirkt stellenweise fast tropisch, nochmal anders als auf der anderen Flussseite. Mit Blick auf Nilpferde machen wir eine ausgiebige Mittagspause.

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Danach geht es weiter nach Riverdance. Die Atmosphäre dort ist wirklich schön, und die Campsite überzeugt: Gepflegtes, eigenes Waschhäuschen, ein gemütlicher Sitzbereich direkt am Fluss, mit Blick nach Angola. Das Beste: In der Lobby steht ein Kaffeeautomat, den man frei nutzen darf – Cappuccino inklusive! Der Outdoor-Milchaufschäumer darf also im Auto bleiben. 😄 Wir sitzen mit anderen Gästen auf der Terrasse, genießen den Flussblick.
Das Abendessen im Restaurant lassen wir aus, wir haben noch genug Vorräte – aber nächstes Jahr, wenn wir wiederkommen, möchten wir es probieren, es sah nämlich sehr gut aus. 🙂 Auch eine Bootsfahrt sparen wir uns für Mobola auf. Stattdessen hängen wir die Hängematten auf, spielen mit dem Hund der Lodge und ich beobachte neugierig das Treiben auf der angolanischen Flussseite. Dabei passiert mir allerdings ein richtiger Schnitzer: Beim Fotografieren im Gegenlicht bemerke ich erst später beim reinzoomen, dass sich zwei Frauen am Ufer waschen. Das habe ich wirklich nicht gesehen und ist mir echt unangenehm – das Bild habe ich natürlich gelöscht.

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Frühstücksluxus und ein Entschluss: Zurück nach Buffalo
Am nächsten Morgen frühstücken wir in der Lodge – und was für ein Frühstück! Alles, was man braucht, und noch mehr.
Und wisst ihr, was wir danach machen, bevor wir bei Mobola einchecken können? Wir fahren zurück in die Buffalo Core Area. Denn wir sind von uns selbst genervt, dass uns das Erlebnis mit der Granate so aus dem Konzept gebracht hat, und wollen Klarheit haben.
Am Gate sitzt tatsächlich wieder die gleiche Dame wie beim letzten Mal. Sie erinnert sich sofort an uns – und bestätigt direkt, was wir schon ahnten (im Beisein anderer Gäste, die daraufhin sichtbar ins Grübeln kamen, ob sie wirklich einfahren sollten): Ja, es war eine scharfe Granate. Ja, es war gefährlich. Der Park sei noch am selben Tag geschlossen worden, die Granate gesprengt – und außerdem habe man noch weitere (ich meine, sie sagte fünf, aber nagelt mich nicht darauf fest) gefunden und ebenfalls unschädlich gemacht. Alles sei abgesucht und „sehr sicher“. Wie und warum die Dinger dort gelandet sind, konnte sie nicht sagen.
Ob es sich wirklich genau so zugetragen hat, kann ich nicht belegen – wir haben später versucht, mehr herauszufinden, aber keine Infos entdeckt. Vielleicht auch kein Wunder: „Mörsergranaten im touristisch besuchten Nationalpark“ ist sicher keine Meldung, die man gerne in die Welt trägt. 😉 Jedenfalls: Am Ende unserer Reise haben wir dazu noch eine interessante Begegnung.
Für uns war es jedenfalls eine Erleichterung, zu hören, dass etwas unternommen wurde – und auch, dass die Geschichte für uns nicht einfach offen blieb. Ich glaube, das hätte uns wirklich ein bisschen verrückt gemacht. Also fahren wir auch noch einmal hinein, um das Kapitel „im Guten“ abzuschließen. Alles liegt gemächlich in der Hitze:

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Die alten Militärruinen sind inzwischen von Affen besetzt.

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Danach geht es weiter nach Mobola – für uns diesmal in den „Luxusbungalow“, denn das war die einzige noch freie Unterkunft. Eine Beschreibung folgt im nächsten Abschnitt. Heute werden wir erstmal von kleinen

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und großen, aber gut versteckten

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Besuchern an unserer Terrasse begrüßt und lassen den Abend entspannt ausklingen.

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zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2025
Themenstarter24 Beiträge · seit 202530. Sept. 2025 ·
Karten, Kaffee, Krokodile
Wir genießen die Zeit auf Mobola, stehen trotz unserer nun entspannten Tagespläne früh auf, genießen Atmosphäre und Umgebung.

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Außerdem widmen wir uns den wirklich wichtigen Dingen: Karten spielen. 😉 Bei uns gilt die Tradition, dass der Verlierer den Kaffee machen muss – sehr zur Freude des jeweils anderen.

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Ein Wort zur Unterkunft: Diesmal hatten wir ja den „Luxusbungalow“. Der liegt etwas abseits, direkt am Fluss – wunderschön! Man merkt, wie ich vorher auch schonmal in einigen Rezensionen gelesen habe, dass er vielleicht ursprünglich mal als Wohnhaus der Familie diente, was sowohl an der Raumaufteilung als auch an der eher zusammengewürfelten Ausstattung deutlich wird. Wir finden's aber insgesamt sehr gemütlich. Einen Dämpfer gibt mir ein Blick ins Bücherregal: Neben historischen medizinischen Werken – die teils sehr fragwürdige und heute absolut unzeitgemäße, weil u.A. diskriminierende Praktiken beschreiben – standen zumindest zum Zeitpunkt unserer Reise dort auch sehr (!) verschwörungslastige Titel. Das irritiert mich schon sehr, und ehrlich gesagt frage ich mich, warum man sowas Gästen präsentiert. Vielleicht gehören die medizinischen Bücher zur Familiengeschichte, vielleicht hat auch mal ein Gast ein Buch dagelassen, aber das hinterlässt einen seltsamen Beigeschmack. In den "einfacheren" Bungalows haben wir uns tatsächlich wohler gefühlt.
Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Bootstour, die wir für den Nachmittag gebucht haben, denn die angestellte Mitarbeiter, die wir schon kennengelernt haben, waren alle wirklich herzlich.

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So auch unser Guide - er gibt er sich große Mühe, und schon nach wenigen Minuten zeigt er uns das erste Krokodil und erzählt nebenbei einiges über Flora, Fauna und von seiner Familie.

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Während ich noch damit beschäftigt bin, das Krokodil ordentlich ins Bild zu bekommen, entdeckt er auf unglaubliche Entfernung noch eins. Ich brauche ewig, bis ich es erkenne – ehrlich gesagt hätte ich es von alleine niemals gesehen, so platt wie es auf dem Stein liegt. Zum Glück fahren wir etwas näher heran, sodass es auch auf dem Foto zu erkennen ist.

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Unterwegs begegnet uns noch ein verlassenes Mokoro, das seine besten Tage lange hinter sich hat.

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Dann folgt einer dieser Sonnenuntergänge, die gefühlt alle paar Sekunden noch schöner werden. Ich muss mich echt bremsen, nicht permanent auf den Auslöser zu drücken, weil ich genau weiß, dass mich das spätere Aussortieren wahnsinnig machen wird.

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Ganz am Ende, als das Licht schon fast weg ist, entdecken wir schließlich auch noch ein Hippo.

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Themenstarter24 Beiträge · seit 202530. Sept. 2025 ·
Am Waterberg
Weiter geht es zum Waterberg – hier war mein Mann noch nie und wir verbringen eine gute Zeit. Die Plateau Campsite ist gepflegt, und obwohl es recht voll ist, ist das Miteinander entspannt und freundlich. Wir kommen mit einigen Mitreisenden ins Gespräch, genießen die Aussicht, bekommen Besuch auf dem Stellplatz und freuen uns über ein paar weitere kleine Sichtungen. 🙂

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Abschluss auf Okambara
Unsere letzte Nacht verbringen wir auf Okambara, auch hier mit einigen Tiermomenten und guten Gesprächen – und zwar nicht nur mit dem Papagei, vor dem mein Mann etwas Respekt hat 😄


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Am spannendsten ist aber das Abendessen am Gemeinschaftstisch: Wir werden mit einem netten Paar zusammengesetzt, die natürlich sofort an unserer Granaten-Geschichte hängenbleiben. Es stellt sich heraus, dass sie zu der Zeit einen recht „hochrangigen“ Posten bei der EU-Delegation in Windhoek hatte. Als wir ihr unser Foto zeigen, ist sie völlig baff. Noch am selben Abend nimmt sie Kontakt zu zuständigen Kollegen auf – und wir werden später aufgefordert, einen detaillierten Bericht zu verfassen. Das machen wir nach der Rückkehr von zuhause aus, betonen aber, nur das anzugeben, wovon wir wirklich sicher sind und lassen keine Spekulationen einfließen. Was daraus geworden ist? Keine Ahnung – wir haben nie wieder etwas gehört.

Heimweg & Rückblick
Den letzten Abend in Namibia verbringen wir also mit sehr (!) leckerem Essen und Gesprächen am Lagerfeuer. Am nächsten Tag wird es Zeit, das Auto bei Savanna zurückzugeben und den Heimweg anzutreten.
Im Flieger haben wir noch en richtig versöhnliches Erlebnis: In unseren Flitterwochen haben wir zufällig ein paar Tage vor dem Heimflug eine Stewardess und Co-Pilot unseres Heimfluges kennengelernt, uns gut verstanden (und sind dadurch und en Genuss von ein paar Extra-Aufmerksamkeiten der Crew gekommen). Und wieder, was für ein Riesen-Zufall - in ihrem WhatsApp-Status sehe ich in der Abflughalle, dass sie wieder auf unserem Heimflug ist 😄 Als wir uns später treffen, ist die Freude groß, es werden ein paar Erinnerungsselfies gemacht und wir kommen in den Genuss von ein paar Cocktails, Extra-Snacks und einem Päckchen mit Zahnpasta etc. 😉 So kann man eine Reise doch wunderbar abschließen, herzlichen Dank! 🙂
Fazit: Trotz allem, was schief gelaufen ist, eine tolle Reise mit auch vielen schönen Erlebnissen und Begegnungen, aus der wir viel mitnehmen konnten Wir haben viel gelernt, viel gesehen und auch wenn ich wie immer wehmütig nach Hause geflogen bin, musste ich ganz ehrlich sagen: Nach fünf Reisen nach Namibia war in diesem Urlaub für mich - und auch für meinen Mann - ein bisschen die Luft raus. Nach einem tollen Start wurden wir ziemlich überrumpelt, haben umgeplant und letztlich weniger gemacht, als wir eigentlich wollten. In den letzten zwei Jahren standen deshalb ganz andere Reiseziele auf unserem Plan.
Und trotzdem: Das Südliche Afrika lässt uns nicht los. Ich glaub', so geht es doch ganz vielen, die einmal da waren. 🙂
Mit etwas Abstand hat sich der Schrecken gelegt – und die Lust, verpasstes aufzuholen, ist zurück. Nächstes Mal sind auch unsere Freunde mit dabei. Ich kann es kaum erwarten! Und nachdem ich in den letzten zwei Jahren auch viel an der Fotografie gearbeitet habe, freue ich mich besonders auf die kommenden Wildtier-Begegnungen.
Und falls ihr nochmal Lust auf einen Reisebericht habt: Ich verspreche, beim nächsten Mal auch mehr Fotos von den Unterkünften und dem Leben im Camp zu machen 😄
Danke, dass ihr mitgelesen habt!

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zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2025
639 Beiträge · seit 202330. Sept. 2025 ·
Ich finde es immer ein bisschen schade, wenn ein Reisebericht zu Ende ist. Er hat mir aber sehr gut gefallen und auch die Bilder sind klasse!

Dann freue ich mich einfach auf den nächsten Reisebericht 🙂

Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, einen Bericht zu schreiben!
770 Beiträge · seit 201730. Sept. 2025 ·
Hallo wayfarer, herzlichen Dank für deinen Reisebericht, welcher, bis auf die nachdenklich machende Granatengeschichte, sehr schön war. Gut habt ihr auf euer Bauchgefühl gehört, und gut habt ihr euch trotzdem wieder für eine neue Reise entschieden, bei der ich gerne wieder mit dabei sein werde. Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Themenstarter24 Beiträge · seit 202530. Sept. 2025 ·
Danke für eure Rückmeldungen 😊
Es ist tatsächlich immer ein etwas wehmütiges Gefühl, wenn ein Bericht endet, das geht mir auch immer so, wenn ich mitlese. Umso schöner zu hören, dass er euch gefallen hat und ihr „mitgereist“ seid.
Die Granatengeschichte hat uns ja selbst ziemlich nachdenklich gemacht, und wir sind froh, dass wir auf unser Bauchgefühl gehört haben (auch wenn ihr uns manchmal trotzdem in den Allerwertesten beißen, dass wir Botswana ausgelassen haben). Aber wie gesagt, das war in dem Moment richtig. Gleichzeitig haben wir so viele tolle Erlebnisse mitgenommen, die in Erinnerung bleiben – und das macht die Vorfreude auf die nächste Reise nur noch größer.
139 Beiträge · seit 200830. Sept. 2025 ·
Hallo wayfarer,
ich habe deinen Reisebericht gelesen und auch nochmals überflogen, weil mir immer noch nicht klar ist, wo die Granaten (vermutlich) herkommen?
Viele Grüße,
Nambo
Themenstarter24 Beiträge · seit 202530. Sept. 2025 ·
Hey,
genau, da steht nur, dass wir nicht mehr erfahren haben - und so war es auch. Ich hatte gehofft, dass wir über den EU-Kontakt noch weitere Infos bekommen, dem war aber leider nicht so.
Vermutet wurde, dass es entweder eine ordentlich misslungene Militärübung war (in der Nähe ist auf jeden Fall Militärgelände) oder evtl. Wilderer wurde genannt (wobei ich da auch nicht weiß, ob Mörsergranaten das Mittel der Wahl sind?!). Aber das sind nur Mutmaßungen. Das ist wohl auch (hoffentlich) ein Einzelfall gewesen. Aber falls hier jemand mehr weiß, freue ich mich natürlich über ein Update.
16,9k Beiträge · seit 201213. Mai 2026 ·
Heute in der AZ:


Alte Munition verletzt Kinder: NDF will Verdachtsflächen in Kavango Ost gezielt räumen
Nach der Explosion eines mutmaßlichen militärischen Sprengkörpers nahe einer Militärzone in der Region Kavango Ost will die namibische Armee Spezialisten zur Räumung möglicher Gefahrenbereiche einsetzen. Zwei Jungen im Alter von 13 und 14 Jahren waren bei dem Vorfall im Dorf Mavanze schwer verletzt worden. ...





In diesem Zusammenhang fiel mir sofort dieser Reisebericht ein:
wayfarer schrieb:
...
Plötzlich sehe ich links am Weg etwas, das so gar nicht in die Landschaft passt. Ich bitte ihn sofort anzuhalten. Wir starren – ist das wirklich…? Oder spinnen wir schon und irgendjemand hat hier einen Regenmesser oder sowas aufgestellt (ja, der Gedanke ist uns wirklich durch den Kopf gegangen)?
In meiner Aufregung mache ich nur schnell ein verwackeltes Foto – aber seht selbst:

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Ja, da steckt eine Mörsergranate im Boden. Uns ist klar: Das hier war früher Militärgebiet, alte Munition ist möglich – aber das sieht so neu aus. Weiterfahren? Keine Option. Drehen? Kaum möglich, der Weg eng, die Vegetation dicht. Also bleibt nur eins: Ein ordentliches Stück im Rückwärtsgang. Wir wollen jetzt wirklich nicht steckenbleiben.
Kurze Zeit später begegnen wir einem Wagen mit Rangern, schildern unseren Fund. Sie winken ab: „Alles alt, ungefährlich, sowas wird ständig gefunden.“ Wir bräuchten nichts weiter unternehmen. Wir beruhigen uns halbwegs – aber ein mulmiges Gefühl bleibt.
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Rückmeldung am Gate
Am Gate sprechen wir die nette Dame erneut an, schildern den Fund. Zunächst sagt sie ebenfalls, es sei alte Munition, wir sollen uns keine Sorgen machen. Doch als sie das Foto sieht, wirkt sie plötzlich irritiert, bedankt sich und greift noch in unserem Beisein direkt zum Telefon und meldet das Ganze. Wir machen noch ein paar Angaben und können dann fahren.
Zurück in der Lodge sind wir platt. Ich überlege, ob jemand im Bekanntenkreis sowas beurteilen kann – und tatsächlich fällt mir ein: Der Freund einer Kollegin ist bei der Bundeswehr. Ich schicke ihm das Bild. Die Antwort kommt schnell und ist wenig beruhigend: „Das ist keine alte Munition.“ Worte wie „Weißer Phosphor“ und „Vibrationszündung“ fallen. Klar können wir immer noch nicht genau einschätzen, ob wirklich was passiert wäre und ich will keine Panik machen - aber ich möchte mir auch echt nicht ausmalen, was, gewesen wäre, wenn ich gerade eine coole Sichtung gehabt und das Ding nicht gesehen hätte, wir einfach vorbeigefahren wären?! In ein paar Tagen werden wir herausfinden, was nach unserer Meldung passiert ist - dazu später mehr.
Wir sind gleichzeitig aufgeregt, erschöpft und auch dankbar, dass alles gut ausgegangen ist. Aber natürlich ist unser Fund das Thema des Abends und wir fragen uns, wie das Ding dahergekommen ist - Militärübungen, Wilderei? Das Abendessen fällt kurz aus, und für den nächsten Tag gönnen wir uns eine Pause. Ausschlafen, nichts tun, einfach die Lodge genießen – genau das brauchen wir nach diesem Tag.
LG
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