…was es mit dem Haken auf sich hat – und warum er etwas mit Botswana zu tun hat – dazu später mehr!
Aktuell stecken wir - mein Mann und ich - mitten in den Vorbereitungen für unsere nächste Tour 2026, diesmal Namibia & Botswana kombiniert. Um die Vorfreude noch ein bisschen mehr zu steigern – und weil ich mit der ersten dicken Erkältung der Saison gerade Zeit (und Langeweile) habe – kommt hier ein Rückblick auf unsere letzte Reise. Warum? Dieses Forum war bei meinen Planungen immer Gold wert. Ich habe unzählige Reiseberichte gelesen, mir Tipps herausgezogen und die Vorfreude so schon Monate vorher hochgeschraubt. 🙂 Vielleicht kann ja jemand aus meinem Bericht ebenfalls ein wenig mitnehmen – das würde mich freuen.
2023 war es also wieder soweit: Namibia! Für meinen Mann bereits das dritte, für mich – dank eines beruflichen Projekts – schon das fünfte Mal. 2017 waren wir zusammen mit Freunden im Dachzelt nach Namibia und Botswana unterwegs, und ein paar Jahre später führten uns unsere Flitterwochen in einem Mix aus Dachzelt und Lodge bis an die Epupa Falls. Besonders schöne Erinnerungen habe ich an die Tage auf Camp Aussicht – der Besitzer, Marius Steiner, ist ja leider vor einiger Zeit verstorben. Wir waren in manchem sicher ganz unterschiedlicher Ansicht, aber so einen freundlichen, rücksichtsvollen und gelassenen Menschen habe ich selten erlebt. Doch das ist eine andere Geschichte – jetzt möchte ich mich auf die Reise besinnen, die noch nicht so lange zurückliegt und bei der die Erinnerungen noch frischer sind.
Camp Aussicht 2022
Unsere Reiseroute Die sah am Ende ganz anders aus als ursprünglich geplant. Eigentlich sollte es eine Dachzelt-Rundreise ab Windhoek durch Botswana werden - der Rückweg vom Caprivi über Chobe und Moremi. Dort waren wir vor einigen Jahren ja schon einmal – diesmal sollte die Route zwar etwas kürzer ausfallen, aber wir hatten tatsächlich alle Camps bekommen, die wir wollten (es kam anders – dazu später mehr).
Reisezeit & Übernachtungen Unterwegs waren wir drei Wochen im Juli/August – leider bin ich beruflich großteils an die Ferien gebunden. Meistens campten wir, ab und zu aber auch mit „Luxus-Intermezzo“ in festen Unterkünften. So ein Indoor-Badezimmer am kühlen Morgen wird nach einigen Nächten im Dachzelt plötzlich zum Wellness-Highlight.
Anreise & Ankommen Los ging’s mit Discover von FFA im Direktflug nach Windhoek.
Keine Überraschungen, pünktlich, Essen prima, Schlaf für mich gleich null – ich bin nach einem Nachtflug immer sehr zerknittert und rasend schlecht gelaunt wie sonst nie. Zum Glück steckt mein Mann die Flüge locker weg und ist am nächsten Tag fit. Beim Landeanflug über die endlose Weite werde aber auch ich wach und einfach nur dankbar: Zurück in Namibia!
Die Einreise verlief reibungslos und recht schnell. Der Fahrer von Savanna muss nur kurz warten: Am ATM ist keine Schlange und bei den SIM-Karten kommen wir auch schnell and die Reihe. Weiter geht's also nach Windhoek. "Früher" hatten wir noch die älteren Dachzeltmodelle, diesmal gönnten wir uns das Upgrade: Moderner, komfortabler und für die kommenden Wochen unser kleines Zuhause auf Rädern. Ich werde direkt im Wageninneren eingesperrt und getestet, ob ich die schwere Hecktür auch alleine aufbekomme. Klappt. Mit Savanna waren wir übrigens immer sehr zufrieden - die Autos gut in Schuss und auch, als wir mal bei der Anfahrt zu besagtem Camp Aussicht leider einen dicke Delle is Auto gefahren haben, waren die Mitarbeiter sehr hilfreich und der Umgang sehr kulant.
Nun kann's also losgehen! Wir fahren zunächst in den Maerua Spar und haben diesmal sogar eine grobe Einkaufsliste vorbereitet (Angst, vor lauter Müdigkeit etwas Essenzielles wie Kaffee zu vergessen), lassen uns aber auch treiben und so landen auch ein paar für uns neue Sorten Rusks, Chutney Chips und allerlei weitere Köstlichkeiten in unserem Einkaufswagen. Fotos vom Supermarkt? Fehlanzeige. Ich habe mir irgendwann abgewöhnt, wirklich alles zu fotografieren – erleichtert die spätere Auswahl ungemein. Landschaft und insbesondere Tiere dagegen knipse ich weiterhin exzessiv, ohne jede Zurückhaltung. 😄
Mehr Fotos aber erst im nächsten Abschnitt - jetzt möchte ich erstmal testen, ob sie auch wirklich da landen, wo sie sollen. 😉 Ich freu' mich, wenn der eine oder andere Lust hat, mitzulesen, für die nächste Reise recherchieren kann oder einfach ein bisschen das Fernweh pflegt.
Teil 222. Sept. 2025
Unser erster Stopp: Das Omatozu Safari Camp bei Okahandja. Nach entspannter Fahrt bauen wir das Camp auf, kochen uns unser erstes kulinarisches Highlight (Nudeln mit Fertigsauce verfeinert mit Parmesan– schmecken draußen aber sowieso doppelt so gut) und gönnen uns einen Drink. Fotos? Die Müdigkeit ist plötzlich groß und Fotos nehme ich mir ganz sicher für den nächsten Tag vor (an dem ich diese natürlich vergessen habe). Dabei ist das Camp wirklich schön – mit eigenem Waschhäuschen und Bar, die wir auf diesem Zwischenstop aber nicht ausprobiert haben. Nächstes Jahr sind wir wieder da – dann nehme ich mir fest vor, die Umgebung ein bisschen ausführlicher zu erkunden.
Ameib – Lieblingsort & Sternenhimmel Am nächsten Morgen geht es richtig los: Auf nach Ameib! Schon einmal waren wir hier – und obwohl die Campsite recht einfach ist, gehört die Region zu unseren absoluten Lieblingsplätzen. Schwierig zu erklären, aber dieser Ort hat eine ganz besondere Anziehungskraft. Die fahrt dauert ungefähr 2,5 Stunden und wir biegen an der gleichen Stelle wie beim letzten Mal falsch ab - sehr zum Amüsement der Passanten, die unser Wendemanöver begutachten (hätte ich auch :D). Angekommen und schnell eingecheckt, suchen wir uns eine schöne Campsite (alles ist frei) und machen uns erstmal French Toast zum Lunch. Nachmittags geht's zum Sundowner zum „Elephants Head“. Immer wieder sind wir beeindruckt von dieser spektakulären Natur, die sich so schwer in Bildern festhalten lässt.
Falls sich jemand fragt, warum der hintere Reifen seltsam platt aussieht - auf dem Foto sitzt davor eigentlich mein Mann auf seinem Campingstuhl - den habe ich aber im Sinne der Privatsphäre fix mehr schlecht als recht rauseditiert 😉
Am Abend wage ich einen Fotoversuch am unglaublich klaren Sternenhimmel – ohne Stativ, nur mit Campingtisch als Ersatz. Das Ergebnis: Naja, aber die Erinnerung daran ist so schön!
Giants Playground & Bulls Party Am nächsten Tag wartet auf uns Neuland: Der „Giants Playground“. Wir sind die Einzigen auf diesem Wanderweg – und für ein paar Minuten stellt sich echtes Abenteuerfeeling ein. Schließlich könnte hier ja theoretisch ein Leopard unterwegs sein (auch wenn Sichtungen hier wohl sehr selten sind). Stattdessen treffen wir aus der Ferne auf ein paar Springböcke und lassen uns von der bizarren Landschaft beeindrucken. Leider habe ich mein Weitwinkel nicht dabei - mir war nicht klar, auf was für einer großen, von runden Felsen überzogenen Felsplatte wir landen würden.
Kleine Zwischenpanne: Auf dem Rückweg ist der Weg plötzlich verschwunden. Kurz Panik, es ist heiß (und was, wenn er Leopard doch kommt?! :D) - nach ein paar irritierten Minuten finden wir ihn wieder.Völlig unklar, wie wir so komplett vom Weg abkommen konnten, es war ja der gleiche wie auf dem Hinweg – dafür entspannen wir uns zurück am Camp mit Kaffee und Snacks. Abends geht’s weiter zur „Bulls Party“. Wir bewundern Felszeichnungen, treffen Antilopen (ich bin verliebt in DikDiks) und erleben einen Sonnenuntergang, der die roten Felsen regelrecht zum Glühen bringt.
Frühstück mit Giraffenblick Am nächsten Morgen genießen wir unser Frühstück mit tierischer Gesellschaft: Giraffen stehen direkt hinter dem Zaun des Camps!
Mein persönlicher Luxus: Ich habe immer einen Camping-Milchaufschäumer dabei – und ein Cappuccino in der Wildnis schmeckt einfach himmlisch. Mit dieser Aussicht sogar noch besser. Noch eine kleine Morgenrunde, ein paar Zebras winken uns zum Abschied.
Und weiter geht es...
Teil 322. Sept. 2025
Weiter geht’s – Richtung Etosha! Die Landschaft ist wunderbar, wir haben unsere Roadtrip-Playlist an und gute Laune.
Irgendwann zieht es sich dann auf der Teerstraße doch ziemlich. Ein willkommener Zwischenstopp: Kaffee in Omaruru und ein Besuch bei Tikoloshe. Die riesige, kunterbunte Mischung aus importierten Souvenirs (die man überall findet), wunderschönen handgefertigten Schnitzereien und Masken aus allen möglichen afrikanischen Ländern (teilweise wirklich furchteinflößend, zumindest für mich 😉) ist fast ein bisschen überwältigend. Am Ende darf aber ein schönes Stück mit, das uns bis heute Freude macht. Ziel des Tages ist das Etosha Safari Camp, eine Gondwana-Unterkunft, die ich wirklich mag. Diesmal schlafen wir nicht in einem Bungalow, sondern auf der Campsite. Die ist solide, für meinen Geschmack etwas zu dicht an dicht – aber für eine Nacht völlig in Ordnung. Neben dem Waschhaus läuft mir ein DikDik über den Weg. Auf der letzten Reise habe ich keins gesehen, diesmal begegnen sie mir ständig – das darf gern so weitergehen! Zum Abendessen haben wir uns im Restaurant eingebucht: Lecker, entspannt, gute Stimmung. Bei einem Drink genießen wir die schöne Atmosphäre. Fotos? Nur ein paar unvorteilhafte Selfies – die erspare ich euch lieber. 😉 Am nächsten Morgen bekommen wir Frühstückspakete mit und dann geht’s endlich Richtung Etosha!
Einlass mit Hindernissen Wir sind früh da – sogar weit vorne in der Schlange. Nur: Die Officials am Gate sind es nicht. Es wird später, heller, die Stimmung unter den Wartenden kippt langsam. Schließlich möchte man ja so viel wie möglich vom weichen Morgenlicht einfangen! Wir lassen unsere Frühstückspakete noch zu, haben aber zum Glück morgens Kaffee gekocht, genießen ihn beim Warten mit ein paar Keksen und beobachten, wie immer wütendere Menschen sich immer lautstarker beschweren. Puh, manch einer hat es wirklich nicht so mit der Freundlichkeit und übertreibt gar sehr. Auch die Safariguides in ihren offenen Fahrzeugen und Bussen werden zunehmend nervöser und drängeln sich teils sehr unfein an der Schlange vorbei. Mir tut es aber tatsächlich sehr Leid für die Leute, die das erste und vielleicht auch einzige Mal da sind: Da ist es natürlich besonders schade, nicht nur das schöne Licht, sondern auch Zeit zu verlieren. Irgendwann, viel zu spät, kommt dann doch jemand und die Schranken öffnen sich. Wir rollen hinein – werden aber sofort von einer Giraffe ausgebremst.
Der Start könnte schlechter sein. 😉 Und wir erwischen noch das schöne Licht, auf das wir gehofft hatten.
Tiere über Tiere Schon kurz nach dem Gate zeigt sich Etosha von seiner besten Seite: Tiere über Tiere! Für uns ein Glücksfall, denn unser Besuch ist diesmal – wahrscheinlich für viele unverzeihlich – sehr kurz gehalten: Wir fahren morgens beim Anderson Gate hinein, legen einige Schlenker ein und machen eine Pause in Halali. Am Wasserloch ist diesmal nichts los – auf der letzten Reise hatten wir hier noch riesige Schwärme Blutschnabelweber, dazu Elefanten im Hintergrund, ein unvergessliches Bild! Diesmal: Gähnende Leere. Aber die Toiletten und ein Eis vom Kiosk sind auch sehr willkommen! Danach geht es mit vielen Stops weiter quer durch den Park, am Abend rollen wir beim Von Lindequist Gate wieder hinaus. Etosha an einem Tag: Für uns war das in diesem Urlaub kein Stress, sondern ganz bewusst so geplant - wir kennen den Park ganz gut, können die Strecken einschätzen und wollten uns dieses Mal einfach mehr Zeit für neue Erlebnisse außerhalb nehmen. Für uns war Etosha auf dieser Reise daher einfach die „Scenic Route“ – und genau das war sie auch:
Es folgt eine bunte Auswahl aus sehr vielen Sichtungen - leider nicht ganz in der richtigen Reihenfolge, irgendwas ist durcheinander gekommen, macht nix!
Den typischen Zebrastreifen gab's auch.
Teil 422. Sept. 2025
Ich finde, im Etosha ist immer ein ganz besonderes Licht - egal zu welcher Tages- und Jahreszeit, es hat was sehr Besonderes. Gegen Ende fotografiere ich - ohne dass wir anhalten, daher leider verwackelt - diese nicht mehr besonders lebendige Schlange. Weiß jemand, was das für eine ist? Die Google-Rückwärtssuche behauptet, sie sei aus Südamerika - das wage ich mal zu bezweifeln! 😄
Löwen haben wir diesmal nicht gesehen. Macht nichts – die treffen wir im weiteren Verlauf noch. 😉 Ein Leopard hingegen lässt uns weiterhin zappeln. Bei einer früheren Reise mit Kolleginnen hatte ich das Glück, einen Leoparden mit frischem Riss direkt am Straßenrand zu sehen – mein Mann sucht dagegen bis heute. Seine Big Five sind also noch nicht komplett. Aber: Man muss ja Ziele haben!
Onguma Campsite Am Abend schlagen wir unser Lager in Onguma auf – wenn ich mich richtig erinnere, auf der Tamboti Campsite. Mit eigenem Waschhäuschen, was ich sehr schätze. Der Stellplatz selbst: Okay, nicht besonders malerisch. Aber die Bar mit Blick aufs Wasserloch entschädigt mehr als genug – und zur Krönung läuft mir dort noch ein sehr kleines DikDik über den Weg (die sieht man wahrscheinlich ständig, nur ich hatte bislang immer Pech. Vielleicht wollte ich sie auch einfach ZU sehr finden 😉)!
Wir schlafen tief und fest – und sind am nächsten Tag erholt und voller Vorfreude: Auf geht’s in Richtung Caprivi!
Teil 523. Sept. 2025
Schön, dass ihr dabei seid! Der nächste Abschnitt ist leider nicht ganz so schön und mit einer Sichtung, die sonst hoffentlich niemand mehr in einem Nationalpark haben wird.
Mobola Island Am nächsten Morgen geht es früh los: Viel Strecke liegt vor uns, sodass es nicht mal für den obligatorischen Milchschaum im Kaffee reicht. 😅 Rund sechs Stunden reine Fahrtzeit bis zur Mobola Island Lodge bei Divundu warten. Zwischenstopp im wuselig-chaotischen Rundu zum Tanken, irgendwo unterwegs füllen wir die Vorräte auf – ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, wo genau.
Von Mobola hatte mir eine Kollegin vorgeschwärmt – und wir sind ebenfalls begeistert (später, auf dem Rückweg nach Windhoek, ändert sich unser Eindruck etwas, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag). Für jetzt genießen wir unser wunderschönes Selbstversorgerhäuschen direkt am Fluss.
Die Hippos hören wir, sehen sie aber nicht. Dafür beobachten wir von der Terrasse, wie Neuankömmlinge ihr Gepäck über die wackelige Holzbrücke schleppen – hinüber zur Insel, auf der Bar und feste Campingzelte und liegen. Frühstück oder Braai-Paket kann man dazubuchen – wir bleiben beim Selbstversorgen. Der Sonnenuntergang ist ein Traum. Wir wagen uns über die Holzbrücke an die Bar, haben nette Gespräche mit ein paar Schweizern und genießen den Abend.
Buffalo Core Area – von Tiersichtungen und einer Schrecksekunde Am nächsten Morgen frühstücken wir gemütlich. Ein Vogel – keine Ahnung, welcher, Vogelbestimmung ist wirklich nicht meine Stärke 😅 – leistet uns Gesellschaft und hofft wohl auf ein paar Krümel.
Dann geht’s in die Buffalo Core Area des Bwabwata Nationalparks. Am Gate kaufe ich das Permit, plaudere mit der freundlichen Angestellten. Sie ist wirklich nett, gibt uns Tipps, zeichnet Routen auf der Karte ein und sagt dann noch einen Satz, der den Verlauf unserer Reise nachhaltig verändern sollte: „This is a bit of a tricky sand road, no one has been there for a few days I think, but you will be fine with your car.“ - das Problem wird allerdings nicht der Tiefsand sein... Die Militärruinen Pica Pau lassen wir erstmal links liegen – die schauen wir uns ein anderes Mal an. Heute steht uns der Sinn nach Tiersichtungen. Und die lassen nicht lange auf sich warten: Von klein
über viele Antilopen – darunter eine Sitatunga –
bis groß, aber gut versteckt
ist alles dabei. Wir sind begeistert. Kaum andere Autos unterwegs, wir haben das Gefühl, den Park für uns allein zu haben. Dann erreichen wir die Sandpad, vor der uns die Dame am Gate erzählt hatte. Alles läuft problemlos, mein Mann fährt, ich halte Ausschau nach Tieren. Plötzlich sehe ich links am Weg etwas, das so gar nicht in die Landschaft passt. Ich bitte ihn sofort anzuhalten. Wir starren – ist das wirklich…? Oder spinnen wir schon und irgendjemand hat hier einen Regenmesser oder sowas aufgestellt (ja, der Gedanke ist uns wirklich durch den Kopf gegangen)? In meiner Aufregung mache ich nur schnell ein verwackeltes Foto – aber seht selbst:
Ja, da steckt eine Mörsergranate im Boden. Uns ist klar: Das hier war früher Militärgebiet, alte Munition ist möglich – aber das sieht so neu aus. Weiterfahren? Keine Option. Drehen? Kaum möglich, der Weg eng, die Vegetation dicht. Also bleibt nur eins: Ein ordentliches Stück im Rückwärtsgang. Wir wollen jetzt wirklich nicht steckenbleiben. Kurze Zeit später begegnen wir einem Wagen mit Rangern, schildern unseren Fund. Sie winken ab: „Alles alt, ungefährlich, sowas wird ständig gefunden.“ Wir bräuchten nichts weiter unternehmen. Wir beruhigen uns halbwegs – aber ein mulmiges Gefühl bleibt.
Noch ein Schreckmoment
Nach all der Aufregung muss die Blase entleert werden. Wir steuern einen Picknickplatz an – offiziell erlaubt, wir prüfen die Umgebung sorgfältig. Nur ein Nilpferd in weiter Ferne, also steigt mein Mann aus. Genau in dem Moment sehe ich aus dem Augenwinkel eine Büffelherde zu meiner Linken. 😳 Wo waren die eben bitte versteckt?! Einmal mehr wird klar: Man ist in der Wildnis nie so allein, wie man glaubt.
Wir fahren weiter, sehen noch einige Tiere – darunter sogar eine Löwin mit Jungen. Doch sie liegen tief im Gebüsch, und unsere Stimmung ist inzwischen gedrückt - die Geier passen irgendwie dazu. Ich habe nicht mal mehr Lust auf Fotos, knipse nur ein paar schnelle „Beweisbilder“.
Rückmeldung am Gate Am Gate sprechen wir die nette Dame erneut an, schildern den Fund. Zunächst sagt sie ebenfalls, es sei alte Munition, wir sollen uns keine Sorgen machen. Doch als sie das Foto sieht, wirkt sie plötzlich irritiert, bedankt sich und greift noch in unserem Beisein direkt zum Telefon und meldet das Ganze. Wir machen noch ein paar Angaben und können dann fahren. Zurück in der Lodge sind wir platt. Ich überlege, ob jemand im Bekanntenkreis sowas beurteilen kann – und tatsächlich fällt mir ein: Der Freund einer Kollegin ist bei der Bundeswehr. Ich schicke ihm das Bild. Die Antwort kommt schnell und ist wenig beruhigend: „Das ist keine alte Munition.“ Worte wie „Weißer Phosphor“ und „Vibrationszündung“ fallen. Klar können wir immer noch nicht genau einschätzen, ob wirklich was passiert wäre und ich will keine Panik machen - aber ich möchte mir auch echt nicht ausmalen, was, gewesen wäre, wenn ich gerade eine coole Sichtung gehabt und das Ding nicht gesehen hätte, wir einfach vorbeigefahren wären?! In ein paar Tagen werden wir herausfinden, was nach unserer Meldung passiert ist - dazu später mehr. Wir sind gleichzeitig aufgeregt, erschöpft und auch dankbar, dass alles gut ausgegangen ist. Aber natürlich ist unser Fund das Thema des Abends und wir fragen uns, wie das Ding dahergekommen ist - Militärübungen, Wilderei? Das Abendessen fällt kurz aus, und für den nächsten Tag gönnen wir uns eine Pause. Ausschlafen, nichts tun, einfach die Lodge genießen – genau das brauchen wir nach diesem Tag.
Teil 623. Sept. 2025
Ein Tag zum Durchatmen Am nächsten Morgen dann endlich zum ersten Mal auf dieser Reise: Ausschlafen! Der Kaffee schmeckt gleich doppelt so gut – diesmal auch wieder mit Milchschaum.
Mein Outdoor-Milchaufschäumer ist hier übrigens vorne im Bild zu sehen - ich liebe den! ;D Beim Frühstück bekommen wir wieder tierischen Besuch:
danach verbringen wir den Tag abwechselnd auf unserer Terrasse und auf der Bar-Terrasse.
Es ist schön, einfach mal Zeit zu haben: Fotos sortieren, ein wenig Ordnung ins chaotische Gepäck bringen, lesen, die Ruhe genießen und ein Mittagsschlaf kommt auch gut! Zum Essen machen wir selbstgemachte Brötchen über dem Feuer (normalerweise gelingen die immer, diesmal aber eher… naja 😅), dazu Kräuterbutter – die auch dank einer in der Küche bereitstehenden Gewürzmischung (Hauptbestandteil Glutamat 🙈) überraschend lecker wird – und Grillgemüse.
Abends beobachten wir noch einmal den Sonnenuntergang von der wackeligen Brücke aus und lassen den Tag schließlich auf unserem Balkon ausklingen.
Plötzlich taucht im Baum direkt vor uns eine Ginsterkatze auf!
Unsere Begeisterung bleibt nicht unbemerkt: Ein Mitarbeiter, der gerade vorbeikommt, bleibt stehen, freut sich mit uns und erzählt ein bisschen. Für ihn sind Ginsterkatzen nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine Delikatesse – und werden wohl außerdem als traditionelles Heilmittel genutzt. Als er merkt, dass wir uns für Tiere interessieren, möchte er uns noch gerne eine Eule zeigen, findet sie aber leider nicht. Als "Entschädigung" präsentiert er mit einem Augenzwingern die Flughunde, die im Nachbarbungalow am Terassendach hängen – auch nett. 🙂 Es ist schon total dunkel und schon lange kein Fotolicht mehr, aber trotzdem freuen wir uns und beobachten die Tiere eine Weile, bis wir uns mit einem Dankeschön in den Abend verabschieden.
Nicht der ereignisreichste Tag, aber das war nach der buchstäblichen Granate gestern auch echt ok und ja sogar willkommen. Am nächsten Tag geht's ja auch schon wieder spannender weiter - wir fahren in die Kwando Core Area zum Nambwa Camp, dort haben wir drei Tage Zeit und freuen uns schon sehr - wir waren noch nie in der Ecke und die neu gestaltete Campsite soll sehr schön sein (Spoiler: War sie auch!!).
Teil 724. Sept. 2025
Nambwa Campsite Ja, die Geschichte mit der Granate war wirklich alles andere als schön. Wir werden in den nächsten Tagen noch einmal in den Park zurückkehren und erfahren, was daraus geworden ist – und auch am letzten Tag unserer Reise wartet dazu noch eine interessante Begegnung. Ich erzähle das übrigens nicht, um Angst zu machen oder vom Besuch im Park abzuraten. Wir sind ja selbst auch nochmal reingefahren. 😅 Solche Dinge können einem wohl überall auf der Welt passieren – der Freund meiner Kollegin, den ich deswegen angefragt hatte, meinte später sogar, dass so etwas gar nicht so selten vorkommt. Fazit: Die Augen offen halten schadet, besonders in diesem Gebiet, nie!
Nach unserem absoluten Entspannungstag geht es also weiter nach Nambwa auf die neue Campsite. Wir haben Stellplatz Nummer 1 gebucht, der besonders privat liegen soll – wir sind gespannt! Schon die Anreise ist nach dem Stück Teerstraße sehr schön, und unterwegs bekommen wir bereits ein paar Tiersichtungen geschenkt.
Die gefürchteten Tiefsandstellen bei der Anfahrt sind problemlos, auch wenn die Schlaglöcher hier eher Krater sind. Angeblich fährt regelmäßig ein Team der Lodge los, um steckengebliebene Neuankömmlinge zu retten – heute sind wir nicht dabei. 😉 Am Camp angekommen: Nummer 1 liegt wirklich traumhaft abseits mit weitem Blick in die Landschaft.
Mir gefällt die Gestaltung mit alten Flaschen, die hier kreativ als Deko eingesetzt sind.
Es gibt einen Lagerfeuerplatz, einen großen überdachten Sitzbereich mit Spüle und ein offenes Badezimmer – auch die Duschwände sind aus Flaschen gebaut.
Ein bisschen frisch zieht es durch die Flaschen am Morgen schon, aber das ist Jammern auf hohem Niveau – so werde ich immerhin schnell wach. Ein Pavian hat uns übrigens ein ganz besonderes „Gastgeschenk“ neben dem Waschbecken hinterlassen:
Wie nett von ihm! Da wir spät in Mobola losgefahren sind und unterwegs schon einen kleinen Gamedrive hatten, bleiben wir den restlichen Tag am Camp, denn auch von hier aus gibt es viel zu sehen. Mit Blick auf Antilopen kochen wir entspannt unser Abendessen.
An der "Küchenzeile" hängt dieses Gedicht - wie passend für den weiteren Verlauf des Abends:
Denn plötzlich bemerken wir Bewegung auf der anderen Seite – und diesmal ist der Besucher deutlich größer.
Zunächst bleiben wir noch draußen, doch als er sehr gezielt Richtung Campsite marschiert, ziehen wir uns lieber ins Auto zurück.
Danach kann man unsere Herzen klopfen hören: Der Elefant bleibt direkt vor unserem Wagen stehen - ich habe meinen Zoom auf der Kamera und er ist für ein Foto tatsächlich ZU nah. 😄 Dazu ganz nebenbei: Bei meiner Sony-Kamera gibt es die Funktion, lautlos Fotos zu machen, das lästige Klickgeräusch, dass doch so oft Tiere erschreckt, entfällt. Gut für beide Seiten! Der Ellie schaut, schnuppert, tritt vor, zurück, vor, zurück… und steht dann eine gefühlte Ewigkeit wie angewurzelt vor uns. Schließlich legt er den Rückwärtsgang ein und entscheidet sich für den Rückzug. Puh! Aufatmen. Aber auch ein besonderes Erlebnis. Von oben beobachtet uns dabei übrigens eine Horde Paviane - ich vermute hier die netten Gastgeber, die uns das Geschenk hinterlassen haben.
Später taucht der Elefant nochmal auf – diesmal gefolgt von einem Campmitarbeiter, der seelenruhig mit seiner Angelrute hinter ihm herspaziert. Er erzählt uns, dass dieser Elefant quasi ein „Resident“ auf der Campsite sei und sehr friedlich. Nun also wieder ganz entspannt lassen wir den Abend bei Lagerfeuer und guter Aussicht ausklingen und schmieden Pläne für den nächsten Tag: Dann möchten wir zu Sonnenaufgang los und den Horseshoe erkunden.
Teil 824. Sept. 2025
Ein Tag in der Kwando Core Area Der nächste Tag ist ganz dem Gamedrive gewidmet. Wir lassen uns viel Zeit, kurven durch die Gegend und genießen die Ruhe. Riesige Tiersichtungen bleiben heute zwar aus, aber das macht gar nichts: Paviane beim Spielen, Antilopen beim Grasen und Vögel in allen Farben und Größen sorgen schon für jede Menge Unterhaltung.
Richtig aufregend wird es kurz, als mein Mann eine Kurve nimmt und plötzlich ein Büffel mit dem Kopf quasi direkt in meinem Fenster hängt. Mindestens so erschrocken wie ich, macht er eine blitzschnelle Kehrtwende – ich lasse vor Schreck das Handy fallen, mit dem ich gerade versucht habe, die recht interessante "Straße" zu filmen. Das Ergebnis ist ein hochprofessionelles Filmchen, über das wir bis heute lachen. Irgendwie haben wir’s mit den unsichtbaren Büffeln. 😅 Später treffen wir auf einige Elefanten mit Jungen. Der Abstand ist sehr groß, weit mehr als die empfohlenen 50 Meter – und trotzdem wirkt die Herde richtig nervös. Man merkt schon, dass hier deutlich weniger Verkehr herrscht als etwa im Etosha. Wir wollen die Tiere nicht weiter beunruhigen, verzichten auf Fotos und ziehen uns lieber schnell zurück. Dafür verbringen wir umso mehr Zeit am Aussichtspunkt Horseshoe. Hier schaffen wir es dann auch fast, den Wagen so richtig im Sand festzufahren, kommen aber nochmal glimpflich davon. Schließlich sitzen wir entspannt mit einem kühlen Getränk am Wasser – lange ist nichts los, bis auf eine einsame Sable-Antilope.
Und dann passiert das, was man auf Safari so liebt: Aus dem Nichts kommen die Tiere. Wir spekulieren noch, ob am anderen Ufer ein Ast oder ein Krokodil im Wasser treibt (es entpuppt sich tatsächlich als Krokodil) – und plötzlich erscheinen sie von allen Seiten:
Rundherum turnen Paviane, und wir haben das Schauspiel erst einmal ganz für uns allein. Später gesellt sich noch ein netter Safariguide mit ebenfalls netten Gästen dazu. Wir erzählen kurz ein bisschen, aber schweigen auch gemeinsam und genießen den Abend - passt! Irgendwann lege ich die Kamera beiseite – manchmal mag ich auch einfach nur schauen. Auf dem Rückweg gibt es dann noch ein Abendessen in freier Wildbahn zu beobachten.
Zurück am Camp ist schon jemand da und sorgt fleißig für Feuerholz.
Na dann: gute Nacht. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende, und wir wissen jetzt schon, dass wir irgendwann wieder nach Nambwa zurückkehren möchten – diesmal mit mehr Zeit. Doch an diesem Abend schleicht sich auch ein anderer Gedanke ein. Das Erlebnis mit der Granate hat uns stärker getroffen, als wir zunächst wahrhaben wollten. Irgendwie sind wir nicht mehr ganz im Abenteuermodus, vielleicht verständlich. :'D Wir wissen, dass Botswana in vielerlei Hinsicht noch wilder und herausfordernder ist – und obwohl wir uns riesig darauf gefreut haben, spüren wir beide: Mit dieser Grundstimmung wäre es einfach etwas leichtsinnig, die Tour wie geplant zu machen. Also beschließen wir, die Reservierungen in Savuti und Co. zu stornieren. Ein bisschen bitter, denn bis auf Kasane und Ghanzi hatten wir die Camps im Voraus gebucht – aber zum Glück hatten wir zumindest noch keine Permits, und so hält sich der finanzielle Verlust in Grenzen. Bestimmt freut sich jemand anderes über eine plötzlich frei gewordene Nacht in Savuti. Wir planen um: Statt durch Botswana zurück nach Windhoek geht es nun über den Caprivi. Ein kleiner Abschiedsschmerz ist dabei, aber gleichzeitig auch Erleichterung. Denn eine der wichtigsten Reise-Regeln gilt auch hier: Es soll Urlaub bleiben – kein Stress. Wir möchten unbedingt nochmal nach Botswana, aber nicht so. Und jetzt: Augen schließen. Bei den Geräuschen des Busches schlafe ich ohnehin immer besonders gut – egal, wie laut ein Vogel meckert. 😉 Und am nächsten Morgen werden wir in Nambwa besonders schön geweckt werden.
Teil 925. Sept. 2025
Zwischenstops im Caprivi Am nächsten Morgen wachen wir mit diesem Ausblick auf: Geht schlechter, oder?
Heute steht Umplanen auf dem Programm. Eine Nacht haben wir noch in der Zambezi Mubala Campsite gebucht; die wollen wir auf jeden Fall nutzen und dort überlegen, wie wir den Rest unserer Reise gestalten. Auf dem Weg dorthin finden wir noch diese Sable-Antilope.
Ich freue mich riesig, denn bislang waren sie immer extrem scheu und sofort wieder verschwunden, sobald sie uns gesehen haben. Dieses Mal bleibt sie lang genug stehen, dass wir sie in Ruhe bewundern können. Die Campsite am Zambezi selbst ist für eine Zwischenübernachtung absolut gut – länger müsste ich hier aber nicht bleiben. Wir machen es uns auf der Terrasse an der Bar gemütlich, bekommen einen Korb mit allerlei frittierten Leckereien und planen:
Wir möchten gern noch einmal zurück nach Mobola Island – dort ist die nächsten zwei Nächte alles voll, aber dann ist der „Luxusbungalow“ noch frei. 2023 zumindest war er nur ein paar Euros teurer als die normalen Bungalows – also, warum nicht? Vorher also zwei Nächte in Ngepi. Da ist noch was frei. 2017 waren wir schonmal dort, damals aber nur bei sehr später An- und früher Abreise – also quasi Neuland. Wir sind gespannt: Manche lieben es, andere eher nicht. Nach Mobola geht’s dann weiter zum Waterberg, den mein Mann noch nicht kennt. Die letzte Nacht verbringen wir auf Okambara – bisschen ab vom Kurs, aber die Buchung fürs Zimmer hatten wir schon, und wir wollen sie nicht verfallen lassen. Am Abend bekommen wir diesen Sonnenuntergang zu sehen:
Am nächsten Tag geht’s dann auf die lange Strecke zurück durch den Caprivi bis nach Ngepi. Der erste Eindruck ist… gemischt. Vor uns ist eine riesige Schülergruppe angekommen, es herrscht wildes Gewusel, und wir müssen ziemlich lange warten. Wir haben zwar keinen Stress, aber der Manager entschuldigt sich und lädt uns auf ein Getränk ein – das wir dann am Ende doch bezahlen müssen. Na gut. 😅 Die Bar-Area gefällt uns eigentlich ganz gut, aber die Campsite selbst hat ihre besten Tage hinter sich. Ich bin nicht pingelig, aber hier wirkt vieles heruntergekommen. Und im Nachhinein fällt mir auf: Ich habe fast keine Fotos gemacht – das sagt ja eigentlich alles.
Schlimmer als der Zustand der Campsite ist aber: Neben uns campiert eine große Gruppe unglaublich lauter (und sehr betrunkener) Südafrikaner. Bis in die frühen Morgenstunden wird gefeiert, an Schlaf ist kaum zu denken. Die einzige Entschädigung: Zähneputzen mit Blick auf Nilpferde.
Wir werden mit dem Camp einfach nicht warm. Vielleicht haben wir auch einfach Pech mit den anderen Campbesuchern - es ist überall so laut. Für manche ist es sicher der perfekte Ort – für uns war es zu groß, zu voll, zu laut. Eigentlich hatten wir zwei Nächte eingeplant, aber wir ändern kurzerhand unsere Pläne und buchen für die nächste Nacht die Campsite von Riverdance. Spoiler: eine sehr gute Entscheidung! Ab dem nächsten Tag werden auch wieder mehr Fotos gemacht. 🙂
Teil 1026. Sept. 2025
Ngepi - Mahango - Riverdance Also, nix für ungut, Ngepi – aber in diesem Urlaub fahren wir weiter. Ganz in der Nähe liegt Riverdance, dort ist noch etwas frei und wir beschließen, die Nacht auf der Campsite zu verbringen, bevor wir für unsere geplanten „Entspannungstage“ bei Mobola einchecken können. Aber bevor es dorthin geht: Mahango ist ja direkt um die Ecke! Auf der Hinfahrt haben wir den Park ausgelassen, weil uns gesagt wurde, Buffalo sei schöner und mit mehr Tiersichtungen. Jetzt wollen wir aber doch mal reinschauen. 🙂 Die Tageszeit ist denkbar ungünstig – mittags, die Sonne knallt – aber egal, wir sind motiviert und werden schon am Eingang von Warzenschweinen begrüßt.
Sport in der Mittagszeit, sowas! 🤪
Die Pisten sind gut zu fahren, wir lassen uns Zeit und genießen die Landschaft. Wie erwartet sehen wir zur Mittagszeit nicht übermäßig viele Tiere, und für Fotos ist das Licht auch eher suboptimal, aber egal – es gefällt uns! Die Vegetation wirkt stellenweise fast tropisch, nochmal anders als auf der anderen Flussseite. Mit Blick auf Nilpferde machen wir eine ausgiebige Mittagspause.
Danach geht es weiter nach Riverdance. Die Atmosphäre dort ist wirklich schön, und die Campsite überzeugt: Gepflegtes, eigenes Waschhäuschen, ein gemütlicher Sitzbereich direkt am Fluss, mit Blick nach Angola. Das Beste: In der Lobby steht ein Kaffeeautomat, den man frei nutzen darf – Cappuccino inklusive! Der Outdoor-Milchaufschäumer darf also im Auto bleiben. 😄 Wir sitzen mit anderen Gästen auf der Terrasse, genießen den Flussblick. Das Abendessen im Restaurant lassen wir aus, wir haben noch genug Vorräte – aber nächstes Jahr, wenn wir wiederkommen, möchten wir es probieren, es sah nämlich sehr gut aus. 🙂 Auch eine Bootsfahrt sparen wir uns für Mobola auf. Stattdessen hängen wir die Hängematten auf, spielen mit dem Hund der Lodge und ich beobachte neugierig das Treiben auf der angolanischen Flussseite. Dabei passiert mir allerdings ein richtiger Schnitzer: Beim Fotografieren im Gegenlicht bemerke ich erst später beim reinzoomen, dass sich zwei Frauen am Ufer waschen. Das habe ich wirklich nicht gesehen und ist mir echt unangenehm – das Bild habe ich natürlich gelöscht.
Frühstücksluxus und ein Entschluss: Zurück nach Buffalo Am nächsten Morgen frühstücken wir in der Lodge – und was für ein Frühstück! Alles, was man braucht, und noch mehr. Und wisst ihr, was wir danach machen, bevor wir bei Mobola einchecken können? Wir fahren zurück in die Buffalo Core Area. Denn wir sind von uns selbst genervt, dass uns das Erlebnis mit der Granate so aus dem Konzept gebracht hat, und wollen Klarheit haben. Am Gate sitzt tatsächlich wieder die gleiche Dame wie beim letzten Mal. Sie erinnert sich sofort an uns – und bestätigt direkt, was wir schon ahnten (im Beisein anderer Gäste, die daraufhin sichtbar ins Grübeln kamen, ob sie wirklich einfahren sollten): Ja, es war eine scharfe Granate. Ja, es war gefährlich. Der Park sei noch am selben Tag geschlossen worden, die Granate gesprengt – und außerdem habe man noch weitere (ich meine, sie sagte fünf, aber nagelt mich nicht darauf fest) gefunden und ebenfalls unschädlich gemacht. Alles sei abgesucht und „sehr sicher“. Wie und warum die Dinger dort gelandet sind, konnte sie nicht sagen. Ob es sich wirklich genau so zugetragen hat, kann ich nicht belegen – wir haben später versucht, mehr herauszufinden, aber keine Infos entdeckt. Vielleicht auch kein Wunder: „Mörsergranaten im touristisch besuchten Nationalpark“ ist sicher keine Meldung, die man gerne in die Welt trägt. 😉 Jedenfalls: Am Ende unserer Reise haben wir dazu noch eine interessante Begegnung. Für uns war es jedenfalls eine Erleichterung, zu hören, dass etwas unternommen wurde – und auch, dass die Geschichte für uns nicht einfach offen blieb. Ich glaube, das hätte uns wirklich ein bisschen verrückt gemacht. Also fahren wir auch noch einmal hinein, um das Kapitel „im Guten“ abzuschließen. Alles liegt gemächlich in der Hitze:
Die alten Militärruinen sind inzwischen von Affen besetzt.
Danach geht es weiter nach Mobola – für uns diesmal in den „Luxusbungalow“, denn das war die einzige noch freie Unterkunft. Eine Beschreibung folgt im nächsten Abschnitt. Heute werden wir erstmal von kleinen
und großen, aber gut versteckten
Besuchern an unserer Terrasse begrüßt und lassen den Abend entspannt ausklingen.
Teil 1130. Sept. 2025
Karten, Kaffee, Krokodile Wir genießen die Zeit auf Mobola, stehen trotz unserer nun entspannten Tagespläne früh auf, genießen Atmosphäre und Umgebung.
Außerdem widmen wir uns den wirklich wichtigen Dingen: Karten spielen. 😉 Bei uns gilt die Tradition, dass der Verlierer den Kaffee machen muss – sehr zur Freude des jeweils anderen.
Ein Wort zur Unterkunft: Diesmal hatten wir ja den „Luxusbungalow“. Der liegt etwas abseits, direkt am Fluss – wunderschön! Man merkt, wie ich vorher auch schonmal in einigen Rezensionen gelesen habe, dass er vielleicht ursprünglich mal als Wohnhaus der Familie diente, was sowohl an der Raumaufteilung als auch an der eher zusammengewürfelten Ausstattung deutlich wird. Wir finden's aber insgesamt sehr gemütlich. Einen Dämpfer gibt mir ein Blick ins Bücherregal: Neben historischen medizinischen Werken – die teils sehr fragwürdige und heute absolut unzeitgemäße, weil u.A. diskriminierende Praktiken beschreiben – standen zumindest zum Zeitpunkt unserer Reise dort auch sehr (!) verschwörungslastige Titel. Das irritiert mich schon sehr, und ehrlich gesagt frage ich mich, warum man sowas Gästen präsentiert. Vielleicht gehören die medizinischen Bücher zur Familiengeschichte, vielleicht hat auch mal ein Gast ein Buch dagelassen, aber das hinterlässt einen seltsamen Beigeschmack. In den "einfacheren" Bungalows haben wir uns tatsächlich wohler gefühlt. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Bootstour, die wir für den Nachmittag gebucht haben, denn die angestellte Mitarbeiter, die wir schon kennengelernt haben, waren alle wirklich herzlich.
So auch unser Guide - er gibt er sich große Mühe, und schon nach wenigen Minuten zeigt er uns das erste Krokodil und erzählt nebenbei einiges über Flora, Fauna und von seiner Familie.
Während ich noch damit beschäftigt bin, das Krokodil ordentlich ins Bild zu bekommen, entdeckt er auf unglaubliche Entfernung noch eins. Ich brauche ewig, bis ich es erkenne – ehrlich gesagt hätte ich es von alleine niemals gesehen, so platt wie es auf dem Stein liegt. Zum Glück fahren wir etwas näher heran, sodass es auch auf dem Foto zu erkennen ist.
Unterwegs begegnet uns noch ein verlassenes Mokoro, das seine besten Tage lange hinter sich hat.
Dann folgt einer dieser Sonnenuntergänge, die gefühlt alle paar Sekunden noch schöner werden. Ich muss mich echt bremsen, nicht permanent auf den Auslöser zu drücken, weil ich genau weiß, dass mich das spätere Aussortieren wahnsinnig machen wird.
Ganz am Ende, als das Licht schon fast weg ist, entdecken wir schließlich auch noch ein Hippo.
Teil 1230. Sept. 2025
Am Waterberg Weiter geht es zum Waterberg – hier war mein Mann noch nie und wir verbringen eine gute Zeit. Die Plateau Campsite ist gepflegt, und obwohl es recht voll ist, ist das Miteinander entspannt und freundlich. Wir kommen mit einigen Mitreisenden ins Gespräch, genießen die Aussicht, bekommen Besuch auf dem Stellplatz und freuen uns über ein paar weitere kleine Sichtungen. 🙂
Abschluss auf Okambara Unsere letzte Nacht verbringen wir auf Okambara, auch hier mit einigen Tiermomenten und guten Gesprächen – und zwar nicht nur mit dem Papagei, vor dem mein Mann etwas Respekt hat 😄
Am spannendsten ist aber das Abendessen am Gemeinschaftstisch: Wir werden mit einem netten Paar zusammengesetzt, die natürlich sofort an unserer Granaten-Geschichte hängenbleiben. Es stellt sich heraus, dass sie zu der Zeit einen recht „hochrangigen“ Posten bei der EU-Delegation in Windhoek hatte. Als wir ihr unser Foto zeigen, ist sie völlig baff. Noch am selben Abend nimmt sie Kontakt zu zuständigen Kollegen auf – und wir werden später aufgefordert, einen detaillierten Bericht zu verfassen. Das machen wir nach der Rückkehr von zuhause aus, betonen aber, nur das anzugeben, wovon wir wirklich sicher sind und lassen keine Spekulationen einfließen. Was daraus geworden ist? Keine Ahnung – wir haben nie wieder etwas gehört.
Heimweg & Rückblick Den letzten Abend in Namibia verbringen wir also mit sehr (!) leckerem Essen und Gesprächen am Lagerfeuer. Am nächsten Tag wird es Zeit, das Auto bei Savanna zurückzugeben und den Heimweg anzutreten. Im Flieger haben wir noch en richtig versöhnliches Erlebnis: In unseren Flitterwochen haben wir zufällig ein paar Tage vor dem Heimflug eine Stewardess und Co-Pilot unseres Heimfluges kennengelernt, uns gut verstanden (und sind dadurch und en Genuss von ein paar Extra-Aufmerksamkeiten der Crew gekommen). Und wieder, was für ein Riesen-Zufall - in ihrem WhatsApp-Status sehe ich in der Abflughalle, dass sie wieder auf unserem Heimflug ist 😄 Als wir uns später treffen, ist die Freude groß, es werden ein paar Erinnerungsselfies gemacht und wir kommen in den Genuss von ein paar Cocktails, Extra-Snacks und einem Päckchen mit Zahnpasta etc. 😉 So kann man eine Reise doch wunderbar abschließen, herzlichen Dank! 🙂 Fazit: Trotz allem, was schief gelaufen ist, eine tolle Reise mit auch vielen schönen Erlebnissen und Begegnungen, aus der wir viel mitnehmen konnten Wir haben viel gelernt, viel gesehen und auch wenn ich wie immer wehmütig nach Hause geflogen bin, musste ich ganz ehrlich sagen: Nach fünf Reisen nach Namibia war in diesem Urlaub für mich - und auch für meinen Mann - ein bisschen die Luft raus. Nach einem tollen Start wurden wir ziemlich überrumpelt, haben umgeplant und letztlich weniger gemacht, als wir eigentlich wollten. In den letzten zwei Jahren standen deshalb ganz andere Reiseziele auf unserem Plan. Und trotzdem: Das Südliche Afrika lässt uns nicht los. Ich glaub', so geht es doch ganz vielen, die einmal da waren. 🙂 Mit etwas Abstand hat sich der Schrecken gelegt – und die Lust, verpasstes aufzuholen, ist zurück. Nächstes Mal sind auch unsere Freunde mit dabei. Ich kann es kaum erwarten! Und nachdem ich in den letzten zwei Jahren auch viel an der Fotografie gearbeitet habe, freue ich mich besonders auf die kommenden Wildtier-Begegnungen. Und falls ihr nochmal Lust auf einen Reisebericht habt: Ich verspreche, beim nächsten Mal auch mehr Fotos von den Unterkünften und dem Leben im Camp zu machen 😄 Danke, dass ihr mitgelesen habt!