Reisebericht

FotoGnu in Uganda

von FotoGnu · begonnen 18. Aug. 2025 · 22 Teile

Über diesen Reisebericht

Zu zweit sind wir im Juni 2025 für zwei Wochen in Uganda unterwegs, durchgehend geführt von einem Guide, der uns die ganze Reise über fährt und begleitet. Die Route führt von Entebbe über das Ziwa Rhino Sanctuary, den Kibale-Nationalpark, Bwindi, das Mgahinga-Gebiet bis zum Lake Mburo und zurück, mit durchweg gehobenen Lodges und Zelt-Camps als Unterkunft.

Höhepunkt ist das Gorilla-Trekking in Bwindi: Nach nur fünf Minuten Fußweg sehen wir unter optimalen Foto-Bedingungen die Rushegura Gorilla-Familie. Das zweite Trekking im Mgahinga-Gebiet verlangt uns körperlich deutlich mehr ab, steil und rutschig, dort helfen uns Porter über die schwierigsten Stellen. Im Ziwa Rhino Sanctuary erleben wir freilaufende Breitmaulnashörner mehrfach direkt am Camp, teils nur wenige Meter vom Zelt entfernt. Das Schimpansen-Trekking in Kibale gerät wegen schlechter Sicht auf die Tiere, zu vielen Gruppen und beschlagener Brille unter der Pflichtmaske zur echten Geduldsprobe. Auch der Bootsausflug zu den Schuhschnäbeln im Mabamba-Sumpf wird durch viele andere Boote gestört. Ein weiteres Highlight ist der Aufenthalt in der wunderschönen Mihingo Lodge.

Fotografisch ist die Reise durchgehend anspruchsvoll: wechselndes Licht, dichter Wald und bewegliche Motive fordern Ausrüstung, Objektivwahl und Geduld.

Reisezeitraum
14. Juni – 28. Juni 2025 (14 Tage)
Länder
Uganda
Gruppe
2 Personen (Paar)
Reiseart
durchgehend geführt, Guide fährt und begleitet die gesamte Tour
Fahrzeug
Fahrzeug des Guides mit aufklappbarem Dach für Gamedrives
Veranstalter
Safari Uganda
Unterkunftsart
durchweg gehobene Lodges und Zelt-Camps
Route
Entebbe – Ziwa Rhino Sanctuary – Kibale – Bwindi/Buhoma – Mgahinga – Lake Mburo– Entebbe
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht, einzelne Fahretappen von 3 bis 6 Stunden
Flug/Anreise
Turkish Airlines ab Bremen über Istanbul nach Entebbe
Besonderheit
zwei Gorilla-Trekkings (Bwindi und Mgahinga) in einer Reise, zusätzlich Nashorn- und Schimpansen-Trekking; fotografisch geprägter Bericht mit Fokus auf Ausrüstung, Licht und Tierverhalten
Empfehlung
https://www.africagorillawild.com/
Guide
Peter Mugogo, Africa Gorilla Wild
Gebiete
Ziwa Rhino Sanctuary · Kibale-Nationalpark · Bwindi Impenetrable Forest · Mgahinga-Nationalpark · Lake Mburo Nationalpark · Mabamba Swamp · Bigodi Wetland Sanctuary
Orte
Entebbe · Kisoro · Lake Bunyonyi
Unterkünfte
Viavia Entebbe · Turaco Treetops Lodge · Buhoma Community Restcamp · Lake Mulehe Safari Lodge · Mihingo Lodge
Reiseart
Guide Peter Mugogo · Africa Gorilla Wild
Bedingungen
Gorilla-Permits Juni · steiler Aufstieg Mgahinga-Trekking · lange Fahrzeiten zwischen Etappen · rutschiger Trekkingpfad bei Regen · Porter-Unterstützung Gorilla-Trekking
Natur
Rushegura-Gorillafamilie · Nyakagezi-Gorillafamilie · Schuhschnabel · Breitmaulnashorn Ziwa · Schimpansen Kibale · Leopardensichtung Lake Mburo · Rotschwanzmeerkatze
Teil 118. Aug. 2025
Liebe Fomis,

nach unserer außerafrikanischen Auszeit in Costa Rica und auf Galapagos (Link) war die Sehnsucht nach Afrika bei meinem Mann Lars und mir Anfang 2025 sehr groß.

Gleichzeitig hatten wir Lust auf etwas Neues - nicht nur um des Neuen willen, sondern auch aus der Befürchtung heraus, nach unserer wunderbar katzenreichen Tour in der Masai Mara (Link) für eine klassische „Big Five Safari“ zu verwöhnt zu sein.

Uganda oder Ruanda als mögliche Reiseziele hatten wir gleichzeitig zwar schon lange im Sinn, aber über den Gedanken, einmal im Leben Gorillas sehen zu wollen, waren wir nie hinausgekommen. Mit zunehmenden Alter bekam das „einmal im Leben“ eine neue Dringlichkeit. Schließlich ging es ja nicht nur darum, die Reise anzutreten, sondern auch darum, die körperlichen Strapazen, die mit so einem Gorilla-Trekking verbunden sind, bewältigen zu können. Nun war ich in meinem ganzen Leben leider noch nie eine Sportskanone, aber mit Beginn der 50er spürte ich doch, dass meine ohnehin wenig ausgeprägte körperliche Fitness weiter abnahm. Was ein Gorilla-Trekking anging schwankte ich also zwischen „jetzt oder nie“ und „der Zug ist schon abgefahren“.

Als Entscheidungshilfe las ich alle Reiseberichte, die ich im Internet finden konnte, um besser einschätzen zu können, wie körperlich herausfordernd so ein Gorilla-Trekking wohl sein würde. Die Berichte waren natürlich genauso unterschiedlich wie die Trekkings selbst: manche fanden ihre Gorilla-Gruppe nach kurzer Zeit, andere waren stundenlang unterwegs; für manche war es leicht, andere waren völlig überfordert… Somit wusste ich so viel wie zuvor: körperliche Fitness ist absolut hilfreich, wie viel man aber davon braucht, ist Glücksache!

Trotzdem waren die Berichte über Uganda, vor allem auch die hier im Forum, sehr hilfreich, zeichneten sie doch schon mal ein klareres Bild, was Uganda außer Gorillas noch so zu bieten hätte. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle den wunderbaren Reisebericht von Beatnick/Betti (Link), der uns sehr inspiriert und hinsichtlich Reiseanbieter, Guide und einiger Unterkünfte zur Nachahmung angeregt hat.

Obwohl uns sehr gefiel, was wir in den verschiedenen Berichten über das Reiseziel Uganda lasen, entstand bei uns doch auch der Eindruck, dass Uganda bezüglich klassischer Game Drives zwar vielleicht ganz nett wäre, aber nicht die Qualität anderer Länder des östlichen Afrikas hätte. Deshalb einigten Lars und ich uns schnell darauf, die klassischen Savannenparks wie Queen Elisabeth NP und Murchison Falls NP aus unserer Tour auszuschließen. Wir wollten uns komplett auf das konzentrieren, was wir bisher woanders noch nicht zu sehen bekommen hatten, nämlich Gorillas, Schimpansen, Schuhschnabel und - zur Sicherheit - nochmals Gorillas.

Als einzige Ausnahme davon wollten wir die Breitmaul-Nashörner im Ziwa Rhino Sanctuary in unsere Planung aufnehmen: Wir hatten 2019 schon einmal wilde Rhinos in Südafrika und 2021 habituierte in Namibia getrackt und waren sicher, dass wir von Ziwa genauso begeistert sein würden.

Auf dieser Basis fragten wir mal ganz unverbindlich eine entsprechende 14tägige Reise bei Herrn Pirani von Safari Uganda an und rechneten eigentlich kaum damit, noch ein Angebot für 2025 zu bekommen. Doch weit gefehlt: es gab noch Gorilla-Permits für das gleiche Jahr, und das auch sogar in der von Herrn Pirani für uns empfohlenen und auch von uns präferierten Reisezeit Juni. Die Kosten waren mit gleich zwei Gorilla-Trekkings natürlich nicht ohne und uns war klar, dass 14 Tage für unser Budget leider wirklich das Maximum sein würden.

Bevor wir nun mit Herrn Pirani in die Detailplanung gehen konnten, gab es noch einen wichtigen Punkt zu klären: Malaria-Prophylaxe. Seit er 2017 in Tansania schlechte Erfahrungen gemacht hatte, war Lars der festen Überzeugung Malarone nicht vertragen zu können. In der Zwischenzeit waren wir zwar in Malaria-Risiko-Gebieten unterwegs gewesen, hatten uns dort aber auf Expositionsprophylaxe verlassen. Für Uganda als Hochrisiko-Gebiet war Lars das aber zu unsicher und er bestand auf eine Beratung beim Reisemediziner.

Bis wir dort endlich einen Termin hatten, war es schon März und so glaubte ich inzwischen nicht mehr daran, dass - selbst wenn wir eine Lösung für das Malaria-Thema finden würden - wir noch in diesem Jahr fahren könnten. Tatsächlich bekräftigte die erfahrene Reisemedizinerin uns darin, unbedingt Malaria-Prophylaxe zu nehmen. Gleichzeitig konnte sie Lars mit Statistiken und neueren Forschungsergebnissen davon überzeugen, es noch mal mit Malarone zu versuchen.

Zu meiner Verwunderung und großen Freude gab es auch im März immer noch Gorilla-Permits für Juni, sodass einer Detailplanung mit Safari Uganda nun nichts mehr im Weg stand. Dabei war mir am wichtigsten, die besten Voraussetzungen für die zwei geplanten Gorilla-Trekkings zu finden. Herr Pirani war sehr optimistisch, dass es in Buhoma, dem Ausgangspunkt mit dem meisten habituierten Gorilla-Familien in Bwindi, möglich sein würde, einer Gruppe zugeteilt zu werden, die ich fitnessmäßig schaffen könnte. Zusätzlich empfahl er ein Trekking in Mgahinga, was er aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten ebenfalls als verhältnismäßig gut machbar und attraktiv zum Fotografieren einschätzte.

Der restliche Tourenverlauf war anschließend relativ schnell gestrickt, denn die Eckpunkte waren ja inzwischen klar: Neben den gewünschten Trekkings und der Dauer von 14 Tagen, war eine weitere Maßgabe, dass wir möglichst wenig im Auto sitzen und überall mindestens zwei Nächte bleiben wollten. Hinzu kam der Wunsch nach etwas Erholung am Ende der Tour. Da kam für uns - nachdem sie von Betti in ihrem Reisebericht so begeistert beschrieben wurde - nur die Mihingo Lodge im Lake Mburo NP in Frage.

Nach einigem Hin und Her wegen kniffligen Verfügbarkeiten in unseren Wunschunterkünften stand am Ende folgende Tour:

3x Entebbe - Viavia
2x Ziwa - Rhino and Wildlife Ranch
2x Kigali - Turaco Treetops Lodge
2x Bwindi - Buhoma Community Restcamp
2x Mgahinga - Lake Mulehe Safari Lodge
2x Lake Mburo - Mihingo Lodge
1x Entebbe - Viavia

Auch Flüge direkt ab Bremen waren mit Turkish Airlines noch zu einem fairen Preis zu bekommen, auch wenn die Flugzeiten wirklich gruselig waren.

Zu guter Letzt fragten wir bei Safari Uganda noch nach, ob wir vielleicht Peter Mugogo als Guide bekommen könnten, denn - so wie Betti ihn in ihrem Bericht beschrieben hatte - erschien er auch uns als Idealbesetzung eines Guides. Tatsächlich war das möglich und - ohne unserem Fazit vorgreifen zu wollen - das sollte sich wirklich als absoluter Glücksgriff herausstellen! Wir möchten Peter deshalb an dieser Stelle nicht nur als Tourguide, sondern auch als Reiseveranstalter wärmstens und von Herzen empfehlen: https://www.africagorillawild.com

So, nun aber genug der langen Vorrede. Wer Lust hat, uns bei unserer Tour in der Perle Afrikas zu begleiten, ist herzlich eingeladen! Wir freuen uns über alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer! In guter Tradition und zur Belohnung für alle, die die Textwüste bis hierher durchgehalten haben, gibt es kleine Auswahl unserer zahlreichen Tierbegegnungen auf dieser Reise:

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Liebe Grüße
Elke
Teil 220. Aug. 2025
14.06.2025: Anreise

Unser Flug geht um 10.20 Uhr mit Turkish Airlines ab Bremen. Die Reisetaschen, den Foto-Rucksack und den Tagesrucksack haben wir bereits am Vorabend gepackt und so startet der Abreisetag ganz entspannt. Da wir eine große (und sehr laute) Baustelle in der Straße haben und die ohnehin stets knappen Parkplätze nun echte Mangelware sind, fahren wir mit dem Auto in Richtung Flughafen. Dort stellen wir das Auto auf dem Parkplatz meines Arbeitgebers ab und fahren noch zwei Stationen mit der Straßenbahn. Weil am Samstagmorgen kaum Verkehr ist, kommen wir pünktlich zwei Stunden vor Abflug am kleinen Bremer Flughafen an, was hier im Normalfall auch mehr als reichlich Zeit ist.

Am TK-Schalter gibt es entsprechend noch keine Schlange, dafür aber ein kostenloses Upgrade an die Notausgangsplätze für den Flug von Bremen nach Istanbul - läuft bei uns!

An der Sicherheitsschleuse besteht der nette Sicherheitsbeamte darauf, dass wir ein Feuerzeug im Rucksack hätten, das er kontrollieren müsse. Er röntgt meinen Rucksack ganze drei Mal und räumt schließlich alles aus, aber es ist kein Feuerzeug zu finden. Am Ende ist unser Mückenstichheiler, der mit der gleichen Piezo-Technik wie ein Feuerzeug funktioniert, der Verursacher der Aufregung.

Über den Flug mit Turkish Airlines nach Istanbul lässt sich kaum Negatives berichten: das Bordprogramm ist gut (außer bei Lars, da ist irgendwas kaputt, aber er beschwert sich nicht), es gibt Strom zum Handy laden und kostenloses WLAN und wir bekommen sogar zwei vegetarische Gerichte zur Auswahl. Lars’ Pasta ist lecker und mein Bananenbrot auch. Dazu gibt sogar richtiges Besteck und Geschirr. Da hatten wir TK beide schlechter in Erinnerung.

Nach knapp drei Stunden landen wir überpünktlich in Istanbul, wo wir noch drei Stunden bis zum Weiterflug überbrücken müssen. Wir haben Glück und finden einen Bereich mit Liegen, von denen auch noch zwei frei sind - läuft weiterhin sehr gut bei uns!

Das Boarding nach Entebbe zieht sich ziemlich hin, aber irgendwann sitzen wir dann doch auf unseren gebuchten Plätzen am Notausgang. Gegen halb acht hebt der Flieger schließlich ab und ich hoffe, dass wir bis zum Zwischenstopp in Kigali noch ein paar Stunden Schlaf reinbekommen.

Weit gefehlt: Um ein Uhr gehen plötzlich die Lichter an und es wird Frühstück verteilt - was soll das denn jetzt? Geschlafen haben wir bislang nur ein paar Minuten und mein neues, riesiges, aufblasbares Schlafkissen funktioniert leider auch nicht so gut wie erhofft. Ein Blick auf das Display zeigt außerdem, dass wir gerade direkt an Entebbe vorbeifliegen…

Eine Stunde später landen wir in Kigali. Ein Großteil der Passagiere steigt hier aus. Anschließend wird überprüft, ob auch kein Handgepäck zurückgeblieben ist und die leeren Plätze werden durchgeputzt. Auch die Boardingpässe werden noch mal kontrolliert und schließlich steigen nach knapp einer Stunde neue Passagiere ein. Gut, dass wir das alles auf dem Rückflug nicht haben werden!

Um halb fünf landen wir schließlich mit 40 Minuten Verspätung und einem unsanften Rumps in Entebbe.

Bei der Immigration kommen wir schnell dran und versuchen, schon mal unsere eingerosteten Suaheli-Kenntnisse zu benutzen. Wir schauen allerdings in irritierte Gesichter - warum, werden wir erst später erfahren.

Als nächstes ziehen wir Uganda Shilling und werden durch den Kurs 1€ = 4000 UGX kurzfristig zu Millionären.

Am Ausgang wartet Peter ganz klassisch mit einem Schild in der Hand auf uns, heißt uns in der „Perle Afrikas“ herzlich willkommen und lobt uns für den Regen, den wir mitgebracht haben. Was für eine schöne Einstellung: Es schüttet inzwischen nämlich wie aus Kübeln, wofür mir ein Lob eher nicht in den Sinn käme.

Nach kurzer Fahrt durch den immer noch strömenden Regen erreichen wir unser Hotel in Entebbe, das Viavia. Durch eine Verwechslung ist unser Doppelzimmer bereits durch ein niederländisches Paar belegt, das hinter uns im Flieger gesessen hat und kurz vor uns ankam. Wir könnten deren Zimmer nehmen, aber das hat zwei einzelne Betten und da wir hier immerhin drei Nächte bleiben, wollen wir doch lieber in unser reserviertes Zimmer mit Doppelbett. Das ist für die anderen beiden kein Problem: Sie räumen das Zimmer, aber nicht ohne uns vorher noch von dem phantastischen Essen hier im Viavia vorzuschwärmen, das sie kennen, weil sie regelmäßig hier absteigen. Um sechs Uhr Ortszeit liegen wir dann auch endlich im Bett. Lars schlummert sofort ein, während ich trotz Erschöpfung nicht einschlafen kann und mir einen Podcast auf die Ohren lege.
Teil 321. Aug. 2025
15.06.2025: Chillen in Entebbe

Weniger als zwei Stunden später werde ich von einem furchtbaren Krach schon wieder aufgeweckt und wähne mich zurück zuhause, wo auf der Baustelle die Ramme und der Presslufthammer dröhnen. Aber es sind die Bässe von lauter Musik - wo zur Hölle sind wir denn hier gelandet?! Und wie kann Lars bei dem Krach einfach weiterschlafen?!

Dank Noice Canceling Kopfhörern mit beruhigenden Naturgeräuschen im Ohr gelingt es mir zum Glück wieder einzuschlafen, bis ich um zehn ins Bad muss. Die laut knarzende Badezimmertür übertönt sogar noch die wummernden Bässe, sodass Lars dann praktischerweise auch gleich wach ist.

Nach einer erfrischenden Dusche machen wir uns auf den Weg zur Rezeption, um einzuchecken und mehr trinkbares Wasser aufzutreiben. Dort erfahren wir auch, dass die laute Musik von der Kirche nebenan kommt. Das geht hier anscheinend jeden Sonntag von morgens bis abends so!

Anschließend gehen wir ins Restaurant und sofort verstehen wir, warum dieses Hotel so beliebt ist: das Restaurant liegt in einem herrlichen Garten mit einem kleinen See, an dem Klaffschnäbel, Ibisse und Hammerköpfe stehen.

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Während wir auf unser Mittagessen warten, kommt ein Pärchen Grauwangen-Hornvögel geflogen - eine Erstsichtung! Lars geht schnell die Kameras holen. Leider erwischen wir sie erstmal nur ganz unfotogen auf einem Balkongeländer.

Wir essen lecker Tilapia aus dem Victoria-See und unterhalten uns noch mal nett mit den Niederländern, die früher in Uganda selber eine Lodge hatten und morgen als angestellte Lodge-Manager einen Neuanfang machen. Sie bestätigen uns, dass wir sehr gute Unterkünfte ausgewählt haben und wir uns wegen des Essens oder Eiswürfeln in den Getränken überhaupt keine Sorgen machen müssen. Sie versichern uns außerdem, dass das Land sehr sicher ist und die Ugander sehr freundlich sind.

Der Garten bietet viele Vögel, z.B. diesen Riesenturako. Es sind noch mehrere Birder mit Kameras im Garten unterwegs und wir kommen mit einem Südafrikaner ins Gespräch, der Reisen in Botswana organisiert - da lassen wir uns doch gleich mal seine Visitenkarte geben…

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Nach dem Mittagessen räumen wir unsere Taschen aus und machen ein paar Fotos unserer Unterkunft. Dabei wummern uns weiterhin die Bässe um die Ohren. Also verziehen wir uns schnell wieder zurück in den ruhigen Garten.

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Um 14.00 Uhr sind wir mit Peter im Restaurant verabredet, weil er unsere Tour besprechen und wissen möchte, was uns besonders interessiert. Dabei macht Peter schon gleich einen genauso super netten und kompetenten Eindruck, wie von Betti beschrieben und wir fühlen uns bei ihm schon jetzt bestens aufgehoben.

Danach erholen wir uns weiter durch lockeres Chillen im Garten - wobei es bei so vielen tierischen Motiven natürlich nicht nur beim Chillen bleibt:

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Zum Dinner gibt es für uns heute nur Kleinigkeiten: Lars nimmt Veggy Samosas und ich Chapati (Brot) mit Hummus und Guacamole - beides sehr lecker! Nach der viel zu kurzen Nacht zuvor, liegen wir früh in der Falle und schlummern voller Vorfreude ein, dass unser Uganda-Abenteuer morgen richtig losgeht!
Teil 423. Aug. 2025
16.06.2025: Schuhschnabel-Tour in Entebbe

Der Morgen beginnt um sechs Uhr mit dem Klingeln des Weckers. Für Afrikaurlaub-Verhältnisse ist das eigentlich schon spät, aber trotzdem sind wir noch müde. Gut, dass wir uns gestern schon alles rausgelegt und unsere Rucksäcke fertig gepackt haben: Das Gehirn funktioniert irgendwie noch nicht so richtig.

Zum Frühstück bestellen wir Eier mit selbst gebackenem Brot und frischen Früchten. Dazu gib es Roiboos-Tee und einen herrlichen Blick auf den See und die erwachende Tierwelt. Leider fängt es bald an zu regnen, zum Glück nur ein leichter Schauer und als wetterfeste Norddeutsche lassen wir uns davon nicht beeindrucken oder gar zum Reingehen bewegen.

Um kurz nach sieben gehen wir zum Parkplatz, wo Peter schon auf uns wartet. Schnell verlassen wir die bessere Gegend von Entebbe und fahren über schlechte Straßen durch Entebbe Downtown. Überall sind Menschenmassen unterwegs und unzählige Kinder sind auf dem Weg zur Schule: Peter erzählt uns, dass über 50% der Bevölkerung in Uganda unter 16 Jahre alt sind.

Nach ungefähr einer halben Stunde erreichen wir einen Anleger und Lars und ich steigen in ein schäbiges Holzboot, in dessen Rumpf ein paar Zentimeter Wasser stehen. Dann geht es über den riesigen Viktoriasee in Richtung Mabamba Swamps. Der Seegang ist dabei ganz ordentlich.

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Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir den Ort Mabamba. Dort warten kleinere Boote mit Guides auf Kundschaft. Wir werden zu Richard und Hassan gefahren und steigen zu ihnen ins Boot.

Wir hatten uns vorgestellt, dass es ab hier ohne Motor weitergeht, aber leider knattern wir durch die engen Kanäle, sodass viele Vögel direkt Reißaus nehmen. Trotzdem sehen wir viele Eisvögel, African Jacanas, Reiher und andere Vögel.

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Wir stoppen aber nur kurz für einen Malachit Eisvogel und zwei Graufischer, denn zuerst soll der Schuhschnabel gefunden werden. Uns gefällt es nicht so recht, einfach an den vielen hübschen Foto-Motiven vorbeizufahren, aber natürlich möchten wir den eindrucksvollen Vogel wirklich gerne sehen. Wir fügen uns also erstmal in unser Schicksal und trösten uns damit, dass wir nach der Schuhschnabel-Sichtung bestimmt noch Zeit haben werden, um andere Vögel zu fotografieren.

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Nach knapp anderthalb Stunden intensiver und aus unserer Sicht wenig entspannter Suche ist es dann endlich soweit: Hassan findet einen Schuhschnabel. Er nähert sich vorsichtig und wir können ein paar Fotos von dem außergewöhnlichen Tier machen. Sehr schnell kommen jedoch weitere Boote herangeknattert und der Vogel fliegt davon.

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So hatten wir uns das nun ja mal gar nicht vorgestellt! Zumal wir überhaupt nicht verstehen, wo die vielen Boote plötzlich herkommen, waren wir doch bisher alleine unterwegs und hatten nur selten ein anderes Boot getroffen. Zum Glück fliegt der Schuhschnabel nur 50 Meter weiter, bevor er wieder landet. Sofort entwickelt sich ein kleines „Wettrennen“ der Boote, die alle möglichst schnell, aber ohne Hilfe des Motors, sondern nur durch Staken mit einem langen Holzstab, zum neuen Standort des begehrten Fotomotivs kommen wollen. Unser Boot liegt vorne und so haben wir eine gute Position und der saurierartig anmutende Vogel steht nun auch schön mit dem Licht statt im Gegenlicht.

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Trotzdem fühlt sich die Situation für uns nicht wirklich gut an, denn insgesamt lagern sechs Boote um den Schuhschnabel herum, der nicht so wirkt, als wolle er vor so viel Publikum dem Fischfang nachgehen. Wir sind hin und her gerissen, ob wir warten wollen, bis die anderen Boote abziehen oder lieber selber abziehen wollen und den armen Vogel in Ruhe lassen. Dummerweise kommen anscheinend alle zum gleichen Schluss, nämlich sich auf den Weg zu machen - was aber leider nur dazu führt, dass der große Vogel den gleichen Impuls hat und abermals davonfliegt.

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Nun steht er wieder im Gegenlicht und nach wenigen Bildern im Vorbeifahren machen wir uns, ernüchtert und etwas frustriert von dem Erlebten, auf die Suche nach anderen Motiven.

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Tatsächlich kommen uns auf dem Weg durch den Sumpf noch diese hübschen Geschöpfe vor die Linsen:

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Wenig später treffen wir jedoch schon auf unser Shuttle-Boot und sollen wieder umsteigen. Das kommt für mich etwas überraschend, denn ich hatte erwartet, dass wir noch mehr Zeit hätten, unter anderem um die wirklich extrem zahlreichen Graufischer zu fotografieren. Also fragen wir im Shuttle-Boot, ob wir noch einen kurzen Fotostopp machen können, was überhaupt kein Problem ist.

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Auf dem Weg zurück fahren wir noch einmal etwas näher am Ufer entlang. Der Grund wird uns bei einem kurzen Halt dann auch klar: Hier ist eine Otterfamilie unterwegs und taucht nach Fressbarem. Leider sind die Tiere so flink, dass Fotos nicht drin sind. Es ist trotzdem ein sehr schöner Moment.

Zurück auf dem See werden wir, aufgrund der kabbeligen Wellen, häufiger mal geduscht. Bei den Temperaturen ist das eine angenehme Erfrischung gratis!

Schließlich sind wir zurück am Hafen, wo Peter auf uns wartet. Wir fahren zurück zum Viavia, legen aber vorher einen Zwischenstopp bei einer Wechselstube ein, in einer Gegend, in der wir uns allein nicht mal aus dem Auto raus getraut hätten. Dort tausche ich Dollar gegen Shilling, denn Peter hatte uns gesagt, dass die Menschen in den ländlichen Gebieten nicht so viel mit Dollar als Trinkgeld anfangen können, und Lars große Shilling-Scheine gegen kleine. Jetzt sollten wir erstmal keine Probleme mehr mit dem passenden Tip haben.

Zurück im Hotel machen Lars und ich uns kurz frisch und treffen uns dann mit Peter im Restaurant. Wir bestellen alle drei ein „Rolex“, was wohl das typischste ugandische Gericht ist. Es ist sehr lecker und auch Peter ist zufrieden, weil sie das Gericht typisch zubereitet haben und nicht „europäisiert“.

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Wir quatschen noch lange mit Peter über Gott und die Welt und erfahren dabei nebenher, dass Suaheli entgegen unserer Annahme nur in wenigen Gegenden und bei Militär und Polizei verbreitet ist - das erklärt dann auch das Unverständnis, auf das wir bisher immer mit unseren gutgemeinten Suaheli-Worten gestoßen sind. Wir nehmen uns also vor, wenigstens ein paar Brocken Luganda zu lernen.

Erstmal wird aber im Garten gechillt, wobei wir aber natürlich auch noch mal ein paar bereits bekannte und neue Motive ablichten müssen.

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Zum Abendessen gibt es für uns beide heute wieder Tilapia. Der war gestern einfach so super lecker! Beim Warten lassen wir uns von chilliger Musik und dem wunderbaren Garten bezaubern.

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Anschließend zahlen wir unsere Rechnung, stecken Trinkgeld in die Box und packen unsere Sachen für unsere Abreise morgen zusammen. Trotz des etwas zwiespältigem Erlebnis im Sumpf hat uns der Auftakt in Uganda sehr gut gefallen!
Teil 523. Aug. 2025
17.06.2025: von Entebbe nach Ziwa

Für mich beginnt der Morgen schon um vier Uhr mit Halsweh, für Lars um viertel vor sechs mit dem Wecker. Im Urlaub krank zu werden, ist immer Mist, aber hier habe ich außerdem Angst, dass ich mit einer Erkältung nicht zu den Gorillas darf…

Wir genießen trotzdem noch einmal das leckere Frühstück und die erwachende Natur im Garten des Viavia, bevor es heute zu unserer nächsten Station, dem Ziwa Rhino Sanctuary, geht. Laut Peter liegen ca. fünf Stunden Fahrt in Richtung Norden vor uns.

Auf der Fahrt durch Entebbe und Kampala erleben wir mal wieder den großen Unterschied zwischen europäischem und ostafrikanischem Verkehr und sind sehr froh, dass wir nicht selber fahren müssen! Von der Rückbank aus ist das Verkehrsgewühl, durch das uns Peter souverän lenkt, allerdings durchaus unterhaltsam und spannend zu beobachten. Auch neben der Straße gibt es eine Menge geschäftiges Treiben zu sehen und zu bestaunen.

Nach drei Stunden Fahrt machen wir einen kurzen Zwischenstopp, weil Peter uns eine Kolonie Krauskopfpelikane zeigen möchte. Leider sind die Pelikane gerade nicht in ihrem Prachtkleid und außerdem bei schlechtem Licht hoch oben in den Bäumen, so dass wir auf Fotos verzichten.

Gegen halb zwölf kommen wir am Tor des Ziwa Rhino Sanctuary an, werden sehr freundlich mit Fruchtsaft begrüßt und checken ein. Dann fahren wir noch ungefähr eine Viertelstunde weiter zum Camp und sehen bereits die ersten Wildtiere, namentlich Buschböcke, Uganda Kobs, Warzenschweine und eine Zimtracke.

Im Camp angekommen, werden wir zu unserer Unterkunft für die nächsten zwei Tage gebracht: Wow, unser Zelt „Twiga“ übertrifft komplett unsere Erwartungen!

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Hatten wir hier nicht einen Standard Guest Room gebucht? So viel Komfort hatten wir in einem Zelt jedenfalls noch nie: Klimaanlage (die in einem Zelt zugegebenermaßen nicht so richtig viel Sinn ergibt) und Kühlschrank mit kostenlosen Getränken. Die Zelte scheinen ganz neu zu sein, denn auch Peter kennt diese Unterkünfte hier in Ziwa noch nicht und schaut sich unsere Bleibe interessiert an.

Am nächsten Tag sollen wir feststellen, dass wir tatsächlich kommentarlos ein dickes Upgrade bekommen haben, denn wir finden bei einem Gang über das Gelände die Standard Guest Rooms, die deutlich bescheidener als unser Zelt sind. Außerdem sind in der Vollpension hier alle nicht-alkoholischen Getränke enthalten, was wir aber auch erst feststellen, als wir sie bezahlen wollen.

Um eins treffen wir uns mit Peter zum Lunch und besprechen, dass wir später noch einen zusätzlichen Nature Walk machen wollen. Anschließend wollen wir die vielen Buschböcke auf der Anlage fotografieren. Das soll angeblich am besten beim Pool möglich sein. Tatsächlich findet sich eine ganze Herde entspannter Buschböcke am Pool - bislang haben wir die immer nur einzeln gesehen und kennen sie als sehr scheu.

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Wenn wir schon mal da sind, wollen wir den Pool natürlich auch nicht ungenutzt lassen: das Wasser ist bei 31 Grad Lufttemperatur wirklich herrlich und wir sind die einzigen Gäste - so lässt es sich aushalten!

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Auf dem Rückweg zu unserem Zelt treffen wir noch mitten in der Anlage auf den Nationalvogel Ugandas, den Kronenkranich. Er kennt überhaupt keine Scheu und lässt sich sogar mit wenig Brennweite schön porträtieren.

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Um vier beginnt unser Nature Walk, für den uns Peter Martin als Guide ausgesucht hat, der sich als nett und kompetent erweisen wird. Wir steigen alle zusammen in unser Auto, kommen aber nicht weit: noch auf dem Camp-Gelände treffen wir auf eine kleine Herde Zebras, die angeblich schon ein erstes Highlight darstellt, weil es hier nur wenige und das auch erst seit kurzem gibt. Lars und ich können uns zugegebenermaßen mehr für die Buschböcke begeistern, weil die so wenig scheu sind und so fotogen auf Hügeln herumstehen. Auch jede Menge neugierige Warzenschweine sind auf dem Gelände zu finden und müssen fotografiert werden.

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Schließlich reißen wir uns doch noch los und der Nature Walk wird erstmal zum Gamedrive. Mit offenen Dach fahren wir endlich wieder durch den afrikanischen Busch - herrlich!

Lars entdeckt einen Waran, der für ein Foto aber nicht stillhalten will, dann sehen wir noch einen jungen Defassa-Wasserbock, der für uns in dieser Unterart eine Erstsichtung darstellt, und einen scheuen Riedbock.

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Wir biegen mit unserem Fahrzeug auf einen kleinen Pfad ab und Martin deutet nach kurzer Zeit auf eine doch eher weit entfernte Gruppe Giraffen. Es handelt sich um sieben Rothschild-Giraffen, die für uns ebenfalls eine Erstsichtung dieser Unterart sind. Wir dürfen nun tatsächlich aussteigen und pirschen uns gemeinsam mit Martin und Peter an die wunderschönen Tiere heran. Martin erklärt uns, dass in diesem Jahr insgesamt 17 Giraffen aus Murchison Falls hierher gebracht und neu angesiedelt wurden.

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Zurück im Auto haben wir wieder großes Glück: wir entdecken eine Nashornkuh mit ihrem Kalb. Leider ist das Gras sehr hoch, so dass keine guten Fotos entstehen, trotzdem freuen wir uns sehr über diese Sichtung!

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Unser Nature Walk endet wieder am Gelände der Lodge, wo wir nun auch noch ein Uganda Kob vor die Linse bekommen, eine weitere Erstsichtung in diesem Urlaub.

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Zum Abendessen gibt es heute eine leckere Suppe mit zimtigem Brot und anschließend weniger leckeren Reis mit Gemüse. Danach bringt uns ein Angestellter zum Zelt, denn manchmal sollen die Rhinos ins Camp kommen und da ist natürlich Vorsicht geboten! Leider bekommen wir heute aber keine zu Gesicht. Wir hoffen daher sehr, dass sie vielleicht morgen früh beim Frühstück zu Besuch kommen!

Da wir morgen wieder früh raus müssen, machen wir uns zeitig bettfein, schreiben nur noch schnell den heutigen Tag in der Journi zusammen und machen schon gegen neun Uhr unsere Augen zu.
Teil 624. Aug. 2025
18.06.2025: Rhino Trekking in Ziwa,Teil I

Der Tag beginnt für mich wieder um vier - zu den Halsschmerzen kommt heute auch noch Schnupfen! Dann reißt mir beim Anziehen auch noch meine langjährige und liebste Safaribluse kaputt - ab jetzt kann der Tag nur noch besser werden… Wir hoffen ja weiterhin auf Nashörner im Camp, aber erstmal sehen wir nur das entsprechende Schild.

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Wie schon Mittag- und Abendessen haut uns auch das Frühstück hier nicht vom Hocker. Lars hat English Breakfast und ich Pancakes, die ohne alles serviert werden. Gut, dass wir nicht wegen des Essens hier sind!

Eigentlich soll das Trekking um acht Uhr beginnen, aber wie sagt Peter so schön: die Europäer haben die Uhren, die Afrikaner haben die Zeit! Ungeduldig stromern wir also schon mal umher und suchen nach anderen Foto-Motiven.

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Dann entdeckt Lars plötzlich in der Nähe des Pools zwei Nashörner!

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Aufgeregt informieren wir alle Anwesenden und zum Glück ist wenigstens schon ein Ranger vor Ort, der sich mit seiner Gruppe direkt auf den Weg zu den Rhinos begibt. Obwohl wir eigentlich nicht in seine Gruppe gehören, dürfen wir mitgehen und können den beiden riesigen Bullen ein bisschen folgen. Leider entschwinden sie schnell in den Busch.

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Wenig später ist dann auch unser Ranger, Sharif, da und wir steigen zusammen in unser Auto, das aber erstmal nicht anspringt. Mit einem kräftigen Schubs von zwei hilfsbereiten Mitarbeitern können wir trotzdem starten. Nach nur fünf Minuten Fahrzeit halten wir schon wieder an und können aussteigen. Dann laufen wir in einer achter Gruppe im Entenmarsch los und Sharif führt uns zielsicher zu zwei Nashörnern. Wir erfahren, dass es sich um zwei befreundete Bullen handelt, die auf die Namen Kageri und Apache „hören“. Als wir uns ihnen nähern, reagieren sie freundlich bis desinteressiert und legen sich schon bald gemütlich ins Gras.

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Da von den beiden nicht mehr viele Aktivitäten zu erwarten sind, wandern wir weiter und stoßen schon bald auf Lalojo mit ihrem weiblichen Kalb und einem weiteren Kalb, das sich den beiden angeschlossen hat, seitdem ihre Mutter ein neues Kalb geboren hat.

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Wir folgen den dreien eine ganze Weile und können ihr trautes Familienleben beobachten. Irgendwann wird es der kleinen Patchwork-Familie zu warm und sie legen sich in den Schatten. Das ist auch für uns das Zeichen aufzubrechen.

Gegen zehn ist unser Ausflug beendet und wir sind sehr froh, diese wunderbaren Geschöpfe so hautnah und entspannt erlebt zu haben!

Obwohl das Trekking nicht wirklich anstrengend war, sind wir aufgrund der Temperaturen doch gut durchgegart und freuen uns auf eine schöne Dusche! Dann sichten wir noch unsere Foto-Ausbeute und schreiben Journi.
Teil 725. Aug. 2025
18.06.2025: Rhino Trekking in Ziwa, Teil II

Zum Lunch bestellen wir heute nur Suppe mit Brot, weil uns das einzige vegetarische Gericht gestern nicht überzeugt hat und wir nicht schon wieder Fisch essen wollen. Die Lodge wird offensichtlich nicht oft für zwei Tage gebucht (viele übernachten gar nicht, sondern machen nur das Trekking im Vorbeifahren nach Murchison Falls) und so scheint man eine abwechslungsreiche Karte nicht für nötig zu befinden. Die Suppe ist lecker, aber dann doch sehr wenig, sodass wir heute sicherlich früh zum Abendessen gehen werden.

Nach dem Mittagessen gehen wir in den Shop des Camps, wo Lars ein T-Shirt mit dem schönen Ziwa-Logo kauft. Anschließend gönnen wir uns am leeren Pool noch mal eine schöne Auszeit.

So viel Freizeit auf einem Afrika-Trip sind wir allerdings überhaupt nicht gewohnt, also haben wir bald wieder Hummeln im Hintern und ziehen mit den Kameras über die Anlage. Bei einer großen Gruppe Meerkatzen machen wir lange Halt und beobachten, fotografieren und filmen ihr Familienleben. Die verspielten Kleinen haben es uns natürlich besonders angetan!

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Zurück im Zelt fangen wir an, schon mal unsere Sachen für unsere Abreise morgen zusammen zu packen, als ich plötzlich mit einem flüchtigen Blick aus dem Zelt zwei Nashörner direkt an unserem Zelt entdecke! Es handelt sich um eine Nashornkuh mit ihrem kleinen Kalb. Wow!

Wir schnappen uns eilig unsere Kameras und machen Fotos von unserer sicheren Terrasse aus. Die Kuh bleibt völlig entspannt und so trauen wir uns langsam von der Terrasse runter, damit wir eine bessere Perspektive bekommen.

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Als die zwei langsam an unserem Zelt vorbei zu einer Tränke ziehen, schleichen wir ihnen auf der anderen Seite des Zelts vorsichtig hinterher. Nun müssen wir wirklich aufpassen und die Kuh genau beobachten, denn wenn sie wollte, wäre sie viel schneller bei uns, als wir auf die sichere Terrasse zurück könnten. Als sie kurz irritiert aufschaut, sprechen wir daher beruhigend auf sie ein, denn Nashörner können schlecht gucken, aber gut hören und die Nashörner hier sind mit menschlichen Stimmen vertraut. Tatsächlich beruhigt sich die Mama sofort und grast friedlich weiter. Wir fotografieren, was das Zeug hält, bis die zwei uns nur noch den Rücken zuwenden.

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Dann flitzen wir schnell zurück ins Zelt, um uns mückensicher zu machen, denn es dämmert bereits und die Mücken werden aktiv. Als wir fertig sind, sind die beiden zu unserem großen Glück wieder umgekehrt und wir können sie direkt vor unserem Zelt weiter beobachten und fotografieren. Lars und ich sind völlig beseelt, zumal wir die zwei eine ganze Weile für uns allein haben.

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Als es endgültig zu dunkel für Fotos wird, machen wir uns fürs Abendessen fertig, noch völlig begeistert von der wundervollen Begegnung. Hungrig gehen wir zum Restaurant, wo das Dinner dieses Mal in Buffetform serviert wird, weil heute viele Gäste angereist sind.

Wir hatten gestern bereits Bescheid gesagt und auch beim Mittagessen noch einmal explizit auf meine Zwiebelunverträglichkeit hingewiesen, trotzdem hat das wenige Stunden später niemand mehr auf dem Schirm: Die Suppe enthält Zwiebel und keiner kann mir sagen, in welchen Speisen vom Buffet sonst noch Zwiebel enthalten ist und in welchen nicht. Deshalb wollen sie uns eigentlich den Koch vorbei schicken, der kommt aber nicht. Wir warten und warten und irgendwann kommt eine Servicekraft aus der Küche und richtet mir vom Koch aus, dass alles außer Reis und Kartoffeln mit Zwiebel zubereitet sei. Ich könne gerne das vegetarische Teller-Gericht bekommen. Das hat mir aber gestern schon nicht geschmeckt, sodass ich nach dem Fischgericht frage. Nun ist der Fisch am Buffet plötzlich doch ohne Zwiebel und so können Lars und ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich essen. Als wir satt und schon so gut wie fertig mit unserem Essen sind, kommt auch noch mal eine extra Suppe ohne Zwiebel für mich und zehn Minuten später sogar noch eine zweite…

Als wir zu unserem Zelt aufbrechen wollen, werden wir vom Manager noch mal eindringlich darauf hingewiesen, dass wir nur in Begleitung gehen dürfen. Das kennen wir von Camps ohne Zaun natürlich schon, aber wir hatten bislang noch nie eine Situation erlebt, in der das tatsächlich notwendig gewesen wäre. Heute ist das anders: unser Begleiter leuchtet die Umgebung ab und tatsächlich stehen da drei ausgewachsene Rhino-Bullen in 15 Metern Entfernung und grasen. Sie bewegen sich langsam in Richtung Restaurant und routiniert werden die Eingänge mit Gattern verschlossen. Wir hatten uns vorher schon über die hässlichen „Geländer“ gewundert, doch nun ergibt das plötzlich auch für uns “Muzungus“ einen Sinn! Die gesamte Dinnergesellschaft ist nun auf den Beinen und fotografiert und filmt. Zwischendurch bereichert auch noch eine Weißschwanzmanguste die Szenerie.

Die drei Nashörner ziehen langsam weiter und klingen in der Dunkelheit wie grasende Pferde. Dummerweise ziehen sie in Richtung unseres Zeltes, wo sie laut Managerin wohl gerne übernachten. Wir müssen also weiter warten. Aus einer anderen Richtung kommt ein Mitarbeiter, der trotz heftiger Lichtzeichen nicht bemerkt, dass er direkt auf die Nashorn-Bullen zuläuft. Ein Kollege sprintet in einem Affenzahn los, um ihn zu warnen. Hier wird einem echt gute Unterhaltung geboten!

Zu unserem Glück suchen sich die drei heute einen anderen Schlafplatz aus, sodass wir schließlich in unser Zelt gebracht werden können und unsere Taschen zu Ende packen können.
Teil 826. Aug. 2025
19.06.2025: von Ziwa nach Kibale

Auf dem Weg zum Frühstück sehen wir noch mal vier Nashörner - total verrückt, wie die hier ein- und ausgehen! Von den insgesamt 48 Rhinos auf Ziwa konnten wir in zwei Tagen immerhin 18 sehen.

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Das Frühstück gibt es heute auch in Büffet-Form, was uns entgegen kommt. Danach suchen wir noch nach tierischen Foto-Motiven, aber anders als wir es von anderen afrikanischen Ländern gewohnt sind, fängt hier anscheinend nicht der frühe Vogel den Wurm: mangels Motive bekommen wir heute früh nichts in den Kasten. Anscheinend ist es mit 18 Grad noch zu kühl und die Tiere warten auf wärmere Temperaturen.

Am Gate zahlen wir noch 40 USD für die beiden zusätzlichen Nature Walks und verlassen Ziwa. Nun liegen sechs Stunden Fahrt vor uns.

Wir fahren zunächst auf gut ausgebauten Straßen über Masindi - laut Peter eine „kleine Stadt mit hunderttausend Einwohnern“ - und Hoima. Nach knapp fünf Stunden Fahrt biegt Peter auf eine holprige Abkürzung ab, die durch eine sehr schöne und vielfältige Landschaft mit vielen Tee-Feldern führt. Alles ist so grün, dass es uns mehr an Costa Rica als an Afrika erinnert.

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Eine halbe Stunde später erreichen wir endlich den Kibale Forest National Park. Hier sehen wir das erste Mal seit Ziwa wieder Wildtiere an bzw. sogar auf der Straße, nämlich Paviane, auf die Peter allerdings ohne auch nur minimal abzubremsen, zuhält. Zum Glück schätzt er ihre Klugheit im Verhältnis zu ihrer Renitenz richtig ein.

Kurz bevor wir nach einer weiteren halben Stunde die Turaco Treetops Lodge erreichen, beginnt es wie aus Eimern zu schütten! Zum Glück haben wir unsere Ponchos griffbereit und außerdem kommt eine freundliche Dame mit Schirm, die uns vom Parkplatz abholt.

Dann gibt es in dem sehr schönen Restaurant erstmal ein spätes Mittagessen, das wir vorab über Peter per WhatsApp auswählen konnten: eine Maissuppe mit Chapati als Vorspeise und und Gnocchi in Tomatensoße als Hauptgang. Beides ist sehr lecker und sehr reichlich. Leider habe ich nur ein Video und kein Foto von dem Restaurant gemacht, aber immerhin den Blick auf den Pool habe ich fotografiert:

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Trotz des anhaltenden Starkregens wollen wir in unser Zimmer, das hält, was es auf den Fotos im Internet versprach. Besonders die Terrasse ist traumhaft, jedenfalls wäre sie das bei entsprechendem Wetter. Wir hoffen sehr, dass es morgen besser wird, sonst wird das Schimpansen-Trekking keine Freude!

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Wir machen es uns auf der Couch auf unserer Terrasse gemütlich und lauschen dem Regen, der auf die Blätter der Bäume fällt. Dazu hören wir Hörbuch. Als wir vor dem Dinner noch duschen wollen, stellen wir fest, dass meine Aussage, dass die Unterkunft hält, was sie verspricht, etwas zu voreilig war: Das Duschwasser wird nicht warm. Lars läuft zum Restaurant und meldet den Defekt. Sofort wird der Haustechniker verständigt, der noch vor Lars an unserer Doppelhaushälfte ankommt. Leider können er und seine Begleitung, eine Dame aus dem Service, den Fehler aber nicht sofort beheben und ziehen wieder ab. Wir gehen also ungeduscht zum Abendessen.

Den Hauptgang haben wir nach unserem reichlichen und späten Lunch abgesagt, stattdessen nehmen wir nur Suppe und Nachtisch. Die Suppe ist lecker, aber auch gewöhnungsbedürftig: es ist Bananensuppe. So stelle ich mir Baby-Gläschen Typ Banane vor. Als Dessert gibt es Mokka Mousse.

Zurück in unserer Unterkunft funktioniert die Dusche wieder, dafür ist Wasser aus dem Siphon des Waschbeckens ausgelaufen und Lars läuft noch mal los, um im Restaurant Bescheid zu geben. Dann ist der Tag für uns auch schon zu Ende, denn wir sind von der langen Fahrt platt und gehen früh ins Bett.
Teil 928. Aug. 2025
20.06.2025: Schimpansen-Trekking in Kibale, Teil I

Heute liegen Lars und ich beide ab drei Uhr wach: es gibt hier einen Frosch, oder vielleicht ist es auch ein anderes Tier, das exakt einen Weckerton nachahmt, den wir vor einiger Zeit mal hatten. Außerdem kommt bei mir zu heftigem Schnupfen nun auch noch Husten dazu. Ich hoffe, dass ich das Schimpansen-Trekking heute trotzdem mitmachen darf!

Wir sollten gestern unser Frühstück vorbestellen und hatten uns gefragt, wie groß die Portionen der einzelnen Komponenten wohl sein würden. Sie stellen sich als sehr groß und unsere Bestellung damit als zu reichlich heraus! Das French Toast ist allerdings nicht nach meinem Geschmack, sehr süß. Und obwohl die Küche hier eigentlich wirklich gehoben ist, zieht sich das Konzept, Pfannkuchen ohne alles zu servieren, auch hier durch. Wir sind trotzdem zufrieden und zumindest ich bin aufgeregt und hoffe, dass bei den Chimps alles gut geht!

Als Peter kommt, fragen wir ihn, ob wir wohl wirklich Gamaschen brauchen, was er bejaht. Also ziehen wir uns die Dinger, die seit vielen Jahren unbenutzt im Schrank schlummerten, im Auto an. Es zeigt sich allerdings, dass die Riemen die Zeit im Schrank nicht gut vertragen haben und porös geworden sind.

Wir haben auch Nobite benutzt, obwohl wir hier im Forum gelesen hatten, dass Repellents möglicherweise Wespen anziehen. Schauen wir mal…

Nach 15 Minuten erreichen wir den Parkeingang mit der Rangerstation, wo schon viele Touris anstehen müssen und außerdem eine lokale Tanzgruppe einen traditionellen Tanz aufführt. Normalerweise ist das überhaupt nicht unser Ding, aber hier gefallen uns Tanz und Musik sehr gut, denn die rein weibliche Truppe ist mit großer Leidenschaft und Energie dabei. Da geben wir gerne ein Trinkgeld, wenn auch scheinbar als einzige.

Wir treffen hier auch den Südafrikaner aus dem Viavia wieder, der uns einen Hinweis auf einen L’Hoest Monkey im Baum gibt. Für ein brauchbares Foto sind Entfernung und Licht allerdings zu schlecht.

Dann werden wir zum Briefing gerufen, wo es leider für 60 Personen nur 50 Stühle gibt und wir daher stehen müssen.

Das Briefing, in dem uns die wichtigsten Verhaltensregeln erklärt werden, ist recht unterhaltsam, denn der Guide Alex ist zu Späßen aufgelegt. Er ermahnt uns, immer beim eigenen Guide zu bleiben, auch wenn verschiedene Gruppen mit verschiedenen Guides vor Ort sind. Außerdem müssen wir, wenn wir bei den Schimpansen sind, Masken tragen. Das wussten wir selbstverständlich schon, aber irgendwie war ich ganz naiv davon ausgegangen, dass Masken vor Ort zur Verfügung gestellt würden. Jetzt bin ich froh, dass Lars darauf bestanden hat, dass wir eigene mitbringen, denn natürlich wird das vorausgesetzt.

Wir bekommen Alex als Guide zugeteilt und ich bin erleichtert, als ich sehe, dass vier von acht Teilnehmern zumindest rein optisch unfitter wirken als ich. Peter hatte uns erzählt, dass die Guides sehr schnell raus haben, wer in der Gruppe das „schwächste Glied“ ist, und dass diese Person vorne läuft und sich alle der Geschwindigkeit anpassen. Uns werden außerdem zwei bewaffnete Begleiter zugeteilt, von dem einer mit uns bei Peter einsteigt. Wir fahren nämlich erstmal ein Stück mit dem Auto.

Bereits nach kurzer Fahrt kommen wir am Einstieg zum Trail an und Lars und ich laufen erstmal vorne.

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Schnell zeigt sich, dass wir zusammen mit zwei Schweizern tatsächlich zu den fitteren Teilnehmern gehören. Anstatt aber die langsameren nach vorne zu holen, teilt sich die Gruppe schnell auf. Aber zwischendurch wartet der vordere Teil der Gruppe immer brav auf den hinteren Teil.

Es geht im gemächlichen Tempo leicht bergab und es ist sogar noch angenehm kühl. Ich bin super erleichtert, denn man muss sich zwar gut auf den inzwischen unwegsamen Pfad konzentrieren, aber körperlich scheint mir die Herausforderung nun doch überschaubar. Nach einer Stunde erreichen wir schon die Schimpansen, die allerdings noch hoch oben in den Bäumen in ihren Schlafnestern liegen und - vermutlich wegen der allgegenwärtigen Nässe - nicht im Traum daran denken, raus zu kommen.

Wir bleiben bei den bewaffneten Rangern, während Alex alleine loszieht, um eine andere Gruppe von Schimpansen zu finden. Warum erschließt sich uns nicht. Vielleicht weil diese überhaupt keine Anstalten machen herunterzukommen.

Eine Viertelstunde später hat Alex die gesuchte Gruppe offenbar gefunden, auf jeden Fall machen wir uns wieder auf den Weg. Zunächst laufen wir ein Stück der Stecke wieder zurück, dann wird der Pfad immer schlechter und man muss gut aufpassen, wo man hintritt, denn es ist sehr rutschig. Ich bin sehr froh, dass ich Gartenhandschuhe dabei habe, denn damit kann ich mich wenigstens etwas an Zweigen und Ästen festhalten. Ohne Handschuhe sollen wir nämlich nach Möglichkeit nix anfassen, weil es pieken, stechen, beißen oder uns sonstwie verletzen könnte.

Außerdem sollen wir nicht in die Fußspuren der Waldelefanten treten - ein guter Rat, wie sich wenig später zeigt, als eine ältere Frau aus unserer Gruppe doch reintritt und bis zu den Knien im Matsch einsinkt.

Endlich erreichen wir die zweite Schimpansengruppe, die aber leider auch hoch oben in den Bäumen sitzt. An gescheite Fotos ist also weiterhin nicht zu denken.

Wenig später sollen wir unsere Masken aufsetzen, was bedeutet, dass unsere Stunde bei den Chimps nun begonnen hat. Meine Gleitsichtbrille war vorher schon leicht beschlagen, aber mit Maske kann ich nun überhaupt nix mehr sehen - Scheiße!

Lars schlägt vor, dass ich den Sucher an der Kamera so einstelle, dass ich ohne Brille scharf durch den Sucher gucken kann und das scheint auch mir die einzige Lösung. Allerdings kann ich ohne Brille weder den Waldboden noch die Affen in den Bäumen richtig erkennen. Also muss ich die Brille dauernd auf und wieder absetzen. Dabei verstaue ich sie, wenn ich fotografiere, in meiner Hosentasche.

Die Schimpansen zeigen sich weiterhin wenig kooperativ. Außerdem tummeln sich mindestens vier 8er Gruppen bei den Chimps, von einem Naturerlebnis hat das leider wenig.

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Wenigstens kommen die Affen nach einiger Zeit ganz langsam etwas tiefer, so dass einige Fotos mit langer Brennweite gelingen.

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Aber die Kamera kommt bei dunklen Affenaugen in dunklem Fell im dunklen Wald echt an ihre Grenzen und produziert jede Menge Ausschuss. Lars ist noch frustrierter als ich: weil wir die Lichtverhältnisse und Entfernungen schlecht einschätzen konnten, hat er unser sehr lichtstarkes 70-200mm Objektiv installiert, dessen Brennweite für die Affen in den Bäumen aber leider überhaupt nicht ausreichend ist.

Schon nähert sich unsere Stunde bei den Affen ihrem Ende und obwohl die Schimpansen nun endlich auf den Boden kommen, besteht Alex darauf, die Affen sofort zu verlassen. Natürlich möchte ich kurz noch ein paar letzte Fotos machen und plötzlich kann ich keinen aus meiner Gruppe mehr in meiner Nähe entdecken. Ich will meine Brille wieder aufsetzen und stelle entsetzt fest, dass sie nicht mehr in meiner Hosentasche ist. Nun habe ich zwei Probleme: ich muss meine Gruppe und meine Brille finden. Ich werde leicht panisch…
Teil 1029. Aug. 2025
20.06.2025: Schimpansen-Trekking in Kibale, Teil II

Ich merke schnell, dass es keinen Zweck hat, die Brille zu suchen: auf der Suche nach einigermaßen guten Foto-Positionen war ich viel hin und her gelaufen und habe zwischen den Bäumen völlig die Orientierung verloren und keinen Plan, wo ich sie verloren haben könnte. Eine braune Brille im Dschungel zu finden, wäre an sich wohl schon schwierig, aber dann noch ohne Sehhilfe auf der Nase…

Zum Glück hatte ich meine alte Ersatzbrille in den Urlaub mitgenommen und so gebe ich die teure Brille zähneknirschend verloren und versuche halb blind meine Gruppe zu finden. Die anderen Ranger weisen mir die ungefähre Richtung und ich stolpere durch den Urwald. Wieso dürfen die eigentlich noch bei den Chimps bleiben? Und wo zur Hölle ist eigentlich Lars?

Zur Beantwortung der zweiten Frage zitiere ich hier mal Lars direkt aus unserer Journi:

Einer der Guides zeigt mit dem Finger den Berg hinauf und erklärt, dass dort eine Schimpansenmutter mit Baby auf dem Rücken unten auf dem Waldboden unterwegs ist. Elke ist irgendwie nicht zu entdecken, sodass ich kurzentschlossen den Pfad entlanghaste, um hoffentlich ein paar schöne Momente einzufangen. Leider ist an die zwei kein Rankommen, da sie von Handyknipsern abgeschirmt werden. Ich versuche, irgendwie die Menschentraube zu umgehen, komme aber nicht weiter. Plötzlich taucht eine Rangerin auf, die mir mitteilt, dass Alex’ Gruppe die Affen jetzt verlässt und ich mich schleunigst auf den Weg machen soll. Tja, das war leider nichts mit schönen Fotos…

Wenig später treffe ich auf Lars und zusammen finden wir wieder Anschluss an unsere Gruppe. Wir teilen Alex und den Guards den Brillenverlust mit, was sie aber nicht sonderlich interessiert. Stattdessen drängen sie weiterhin zum Aufbruch - klasse gelaufen!

Wenigsten kann ich jetzt Lars hinterherlatschen. Trotzdem ist der Rückweg für mich super anstrengend, denn es ist heiß und sehr schwül geworden und es geht bergauf. Außerdem bin ich sauer, weil die Brille weg ist und enttäuscht, dass wir die Chimps nicht richtig erleben konnten.

Zum Glück müssen wir nicht den ganzen Weg zurück, sondern nur bis zu einer Lodge am Rande des Parks. Dort warten wir auf unsere Guides, die uns mit dem Auto abholen. Ich bin so kaputt, ich will mich nicht mal mehr auf den Rasen hinsetzen, weil ich das Gefühl habe, dass ich nie wieder hochkäme. Alex behauptet, wir wären nur 3 km gelaufen. Das kann ich nun wirklich nicht glauben und er erhöht auf Nachfrage auf „insgesamt 5 km“. Dafür waren wir inklusive der Stunde bei den Affen vier Stunden zu Fuß unterwegs. Für das Gorilla-Trekking schwant mir nach den heutigen Erfahrungen mit meiner mangelnden Fitness und den Umständen nun wirklich Böses!

Obwohl wir stehend KO sind, fahren wir mit Peter nochmal zur Rangerstation, um dort unsere Zertifikate entgegenzunehmen. Das Ganze verläuft recht unspektakulär: Alex drückt Lars die beiden Umschläge mit den Urkunden wortlos in die Hand und das war’s auch schon.

Um halb zwei kommen wir wieder in der Lodge an. Da wir so spät dran sind, müssen wir nun erstmal essen, bevor wir duschen. Aber wir haben beide auch richtig Hunger nach der Anstrengung! Ich gehe im Anschluss tatsächlich sofort duschen, Lars trinkt noch ein Bier mit Peter.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, ist erstmal Pooltime angesagt. Kaum am Pool angekommen, fängt es an zu donnern und wenig später heftig zu regnen. Heute ist irgendwie der Wurm drin!

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Später macht Lars sich daran, noch ein paar Fotos von den Sunbirds im Garten zu machen.

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Wir hatten in Bettis Reisebericht gelesen, dass es bei der Küche eine Webervogelkolonie geben soll. Als wir eine Angestellte danach fragen, weist sie uns freundlich den Weg. Das Licht ist leider schon nicht mehr besonders gut, also nehmen wir uns vor, morgen früh noch mal vorbeizuschauen.

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Beim Dinner nehmen wir heute alles mit: Vorsuppe, Hauptgang und Dessert!

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Danach nutzen wir das WLAN im Restaurant, um die Beiträge in unsere Journi hochzuladen und gehen dann aber bald todmüde zu unserem Zimmer. Dort müssen wir schon wieder packen und fallen schließlich um halb zehn ins Bett.
Teil 1131. Aug. 2025
21.06.2025: Bigodi

Die blöde Erkältung und Kopfschmerzen lassen mich nicht schlafen. Seit drei Uhr liege ich wach und höre Podcasts und Hörbuch. Um halb sieben stehen wir dann beide auf und machen uns fertig. Wie immer in unseren Afrika-Urlauben machen sich nach ein paar Tagen die ersten Zersetzungserscheinungen bemerkbar - naja, Erholungsurlaub kann ja jeder!

Wir packen unsere letzten Sachen zusammen und gehen frühstücken. Anschließend zahlen wir unsere Getränke, geben Tip und gehen wieder auf Vogelpirsch. Die Webervögel lassen sich heute super fotografieren und auch zwei weitere Sunbirds landen auf dem Speicherchip.

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Etwas später als geplant starten wir dann zu unserer heutigen Aktivität, dem Bigodi Swamp Walk. Eigentlich war das für gestern geplant, aber da wir so platt waren, haben wir ihn auf heute verschoben. Es sind nur wenige Minuten Fahrt nach Bigodi.

Wir bekommen ein kurzes Briefing von Patrick und weil wir nur wenig Zeit haben, steigen wir anschließend wieder ins Auto und Peter fährt uns direkt zum Startpunkt unserer Wanderung. Wie ein Swamp kommt es uns hier noch nicht vor, aber das ändert sich später.

Ungefähr zwei Stunden lang wandern Lars und ich mit Patrick und Swisin, seinem „Praktikanten“, der freundlicherweise auch unseren Rucksack trägt, durch das kleine Feuchtgebiet. Man hört zwar jede Menge Zivilisationslärm, aber außer uns sind nur wenig andere Menschen unterwegs oder vielleicht verlaufen sich die Massen auch, sodass wir das gut ausblenden können und viel Freude an dem Ausflug haben. Die Bedingungen zum Fotografieren sind allerdings wieder herausfordernd und so gelingen nur wenige vorzeigbare Aufnahmen von vier der fünf hier heimischen Affenarten:

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Roter Stummelaffe / Red Colobus

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Rotschwanz- oder Weißnasenmeerkatze / Red-tailed Monkey

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Guereza oder Östlicher Schwarz-weißer Colobusaffe / Eastern Black and White Colobus Monkey

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Grünmeerkatze / Vervet Monkey

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Teil 1231. Aug. 2025
21.06.2025: Von Kibale nach Bwindi

Nach dem Swamp Walk heißt es wieder Strecke machen: Heute wartet die größte Entfernung auf uns und wegen des Regens können wir eine geplante Abkürzung auf einer unbefestigten Straße leider nicht nehmen.

So geht es wieder über Asphalt durch die wunderbar grüne, hügelige Landschaft,

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vorbei an Dörfern, Städten und einer total verrückten Wahlkampf-Prozession: als Deutsche wundern wir uns über so viel Begeisterung für Politik, aber Peter erklärt uns, dass eine Gratismahlzeit und kostenlose Getränke am Veranstaltungsort auf die Teilnehmer warten.

Gegen zwei machen wir am Queen Elisabeth NP Mittagspause und verspeisen mit Blick auf die Savannenlandschaft Sandwiches und Eier aus unseren Lunchboxen und leckere Ananas, die Peter uns ausgibt. Da wir ja nicht selber fahren und uns deshalb so gut wie gar nicht mit der Streckenführung befasst hatten, war uns vorher überhaupt nicht klar, dass wir direkt am QENP vorbeikommen.

Nachdem wir satt sind, braucht auch das Auto eine neue Tankfüllung, aber an der einzigen Tankstelle weit und breit gibt es keinen Diesel mehr. Peter will für die verbleibende Strecke auf Nummer sicher gehen und kauft den Sprit bei einem Privatmann im Ort, der die durch einen Streik bedingte, aktuelle Mangellage als willkommene Geschäftsgrundlage nutzt und Peter den doppelten Preis abknöpft.

Wenig später biegen wir auf eine unbefestigte Straße ein und erfahren völlig perplex, dass uns die von Peter geplante Streckenführung nicht nur am QENP vorbei, sondern für die nächsten ca. 80km sogar mitten durch den Nationalpark führt! Was für eine tolle Überraschung! So wird die vermeintliche Transfer-Fahrt zu einem Game Drive mit vielen tierischen Motiven und sogar drei Erstsichtungen.

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Neben den Vögeln und großen Wildtieren faszinieren uns auch die bunten Schmetterlinge, die sich zu Hunderten an den vielen wassergefüllten Schlaglöchern versammeln. Beim Passieren fliegen sie auf, sodass wir durch einen wunderbaren, lebendigen Schmetterlingstornado fahren.

Als wir den Nationalpark wieder verlassen, verändert sich die Landschaft wieder und für uns sieht es wieder wie das typische Uganda aus. Die Menschen hier wirken allerdings ärmlicher und weniger offen und die „Straße“ verdient den Namen wirklich nicht!

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Endlich kommen wir - schon im Dunklen - in der Bwindi Community Lodge in Buhoma an und werden freundlich mit heißen Handtüchern und Saft begrüßt. Dann erhalten wir eine kurze Info zu der Lodge und werden schließlich zu unserem Zimmer „Mongoose“ geführt. Peter hatte uns vorher gesagt, dass die Zimmer der Lodge frisch renoviert sind. Den Eindruck vermittelt unser Zimmer auf uns ehrlicherweise nicht.

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Dass diese Unterkunft einen anderen Standard hat, als die vorherige, merkt man auch deutlich am Service: obwohl ich gerade eine Viertelstunde vorher erklärt hatte, dass ich keine Zwiebeln essen kann, bekomme ich zunächst die normale Tomatensuppe mit Zwiebel serviert. Das Essen ist leider auch sonst nicht besonders lecker. Dafür unterstützt man mit einer Buchung dieser Lodge aber direkt die Bwindi Community: alle Erträge kommen der Dorfgemeinschaft und somit dem Gorilla-Schutz zugute.
Teil 1302. Sept. 2025
22.06.2025: Gorilla-Trekking in Bwindi, Teil I

Um drei Uhr liege ich wieder wach, aber mit Meditation und positiven Affirmationen zum heutigen Trekking schlafe ich zum Glück noch mal für zwei Stunden wieder ein.

Als um sechs der Wecker geht, bin ich trotzdem hundemüde und gleichzeitig total aufgeregt. Meine Erkältung klingt ganz langsam ab, dafür hat Lars heute Nacht Halsschmerzen bekommen - schöner Mist!

Weil ich nicht nur große Angst davor habe, der Anstrengung nicht gewachsen zu sein, sondern auch weiß, dass ich beim Bergab-Laufen schnell Probleme mit den Knien bekomme, ziehe ich heute orthopädische Kniebandagen an. Dann kommen noch die Socken über die Hose und darüber noch die Gamaschen, dazu nehmen wir wieder die Gartenhandschuhe und Wanderstöcke mit - an der optimalen Vorbereitung soll unser heutiges Abenteuer jedenfalls nicht scheitern. Unsere Rucksäcke haben wir zum Glück gestern schon gepackt, sodass wir hoffentlich auch sonst nichts Wichtiges vergessen haben.

Ein Blick aus der Tür zeigt, dass zumindest das Wetter schon mal mitspielt:

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Das Frühstück hingegen ist leider nicht so toll, aber ich will unbedingt was in den Magen bekommen, um genug Energie für das Trekking zu tanken.

Plötzlich steht Peter schon neben uns und gemeinsam gehen wir die paar Meter zu Fuß zur Ranger Station. Dabei jammere ich den armen Peter - nicht zum ersten Mal auf unserer Reise - wieder voll, wie groß meine Angst ist, dass ich das Trekking nicht schaffe. Er versucht mich zu beruhigen, was ihm aber nur mäßig gelingt.

Lars und ich nehmen für das Briefing in der ersten Reihe Platz und warten gespannt auf alles Weitere. Nach und nach füllen sich die Reihen mit anderen Touris und es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich sich die Leute für den heutigen Tag ausstaffiert haben. Von „sorglos“ bis „übertrieben“ ist aus unserer persönlichen Sicht alles dabei.

Bevor wir zu den Gorillas und dem Trekking aufgeklärt werden, dürfen wir erstmal eine längere Tanz- und Gesangseinlage der hiesigen Batwa-Community miterleben. Es ist eine überwiegend weibliche Gruppe, die zu lautem Getrommel richtig loslegt und voll abgeht! Besonders eine junge Frau sprüht nur so vor Lebensfreude und Energie, was besonders bemerkenswert ist, weil die Reaktionen im Publikum - freundlich gesagt - eher verhalten sind. Zwischendurch erzählt uns der Sprecher der Gruppe einiges zur Stammeshistorie, was, wie so häufig, etwas bedrückend ist.

Ranger Sahin erklärt anschließend die Spielregeln zum Trekking und das weitere Prozedere. Wir werden der Rangerin Joy zugeordnet. Insgesamt besteht unsere Gruppe aus vier Amerikanerinnen, einem anscheinend spanischen Paar und natürlich uns. Wir werden gefragt, ob wir Porter möchten und Lars und ich melden uns gleich für zwei. Zum einen, weil ich glaube, dass wir die Hilfe wirklich brauchen können, aber zum anderen auch, um die Community zu unterstützen. Die Akzeptanz der Gorillas und damit ihr Überleben hängt ganz wesentlich davon ab, dass die lokalen Dorfgemeinschaften vom Gorilla-Tourismus profitieren.

Joy erklärt, dass unsere Gorilla-Gruppe aus 17 Tieren besteht und Rushegura genannt wird. Das Familienoberhaupt ist der dominante Silberrücken Kabukojo.

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Kurz bevor wir uns auf den Weg machen, steckt Peter uns, dass er mit dem Chief Ranger gesprochen hat, um uns eine „gute“ Gruppe zuzuschanzen. In mir keimt die leise Hoffnung, dass es heute vielleicht nicht soo hart wird, zumal auch diese Gruppe rein optisch nicht wie Fitness-Freaks erscheinen. Dann fahren wir, zusammen mit Joy auf dem Beifahrersitz, schon los.

Komischerweise fahren wir nur ein paar Minuten und zwar an den Rand des Dorfes Buhoma. Dort geben wir unsere Rucksäcke an unsere beiden Porter Kevin und Bran.

Dabei höre ich eine der Amerikanerinnen sagen, dass sie einen Gorilla gesehen habe und schüttele innerlich belustigt mit dem Kopf: Ja, ist klar, als wenn das so einfach wäre! Aber - was soll ich sagen - Joy bestätigt, dass die Gorillas hier sind und dass wir großes Glück hätten, sie so leicht zu finden. Ich bin total perplex und gleichzeitig fallen mir tonnenweise Steine vom Herzen!

Wir gehen die paar Meter zu den Gorillas und können einen Silberrücken und einen Schwarzrücken ausmachen, die sich über Baumrinde und Eukalyptus hermachen. Ich kann die Situation noch gar nicht richtig glauben!

Wir fotografieren die zwei was das Zeug hält und sind im siebten Fotografen-Himmel. Gleichzeitig kann ich unser Glück kaum fassen, den wunderbaren Tieren so nah sein zu dürfen. Dabei sind unsere eindrucksvollen Verwandten völlig entspannt und friedlich.

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Nachdem wir uns eine ganze Weile fotografisch ausgetobt und die Anwesenheit der sanften Riesen einfach nur staunend und dankbar genossen haben, drängt sich mir der unwillkommene Gedanke auf, dass wir unser leichtes Trekking wohl damit „bezahlen“ müssen, dass wir keine Gorilla-Familie und somit keine Gorilla-Babys zu sehen bekommen. Doch unsere heutige Mega-Glückssträhne hat noch kein Ende...
Teil 1403. Sept. 2025
22.06.2025: Gorilla-Trekking in Bwindi, Teil II

Unter den wachsamen Schutz des dominanten Silberrückens Kabukojo zieht die komplette Gorilla-Familie den Berg herunter und kommt direkt auf uns zu. Gänsehaut!

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Wow, der Hammer! Die Gorillas ziehen direkt an uns vorbei; wir stehen regelrecht Spalier! Ich werd verrückt. Sogar die Mütter mit ihren kleinen Babys sind dabei und anscheinend auch völlig entspannt.


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Ich habe völlig das Zeitgefühl verloren, deshalb gehe ich davon aus, dass wir, als die Gruppe in einem Feld verschwindet, die Gorillas nun schon verlassen müssen, aber wir dürfen ihnen weiter folgen und können ein paar weitere Szenen einfangen.

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Dann wird es leider wirklich Zeit die Gorillas sich selbst zu überlassen. Wir sind total beseelt und geflasht.

Anstatt nun einfach zurück zu den Autos zu gehen, sollen wir uns unsere Gorilla Trekking Urkunde offenbar wenigstens noch ein bisschen verdienen: wir wandern am Fluss entlang bis wir schließlich zu Fuß wieder an der Rangerstation ankommen.

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Das offizielle Ende des Trekkings besteht aus der Übergabe des Zertifikats an uns und des Trinkgelds an Joy und die beiden Guards.

Dann ist natürlich ein dickes Dankeschön und eine herzliche Umarmung für Peter fällig, dem wir es zu verdanken haben, dass uns dieses unfassbar schöne Erlebnis so mühelos zugefallen ist!

Erfreulich früh sind wir zurück in der Lodge. Lars sichtet sofort seine Fotos, während ich erstmal eine Dusche genieße. Nachdem sich Lars auch frischgemacht hat, setzen wir uns gemütlich auf unsere Terrasse, verspeisen unsere Lunchpakete, sichten Fotos, freuen uns über Vögel und Affen in der Umgebung und schreiben Journi.

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Zwischendurch öffnet der Himmel seine Schleusen und ich denke sehr mitleidig an die armen Gruppen, die jetzt immer noch auf der Suche nach ihren Gorilla-Familien sind und bin gleichzeitig sehr, sehr dankbar, dass es uns heute so leicht gemacht wurde.

Da wir für WLAN sowieso ins Restaurant müssen, trinken wir dort auch noch einen Tee und essen dazu Kuchen aus der Lunchbox. Plötzlich kommt ein L’Hoest Affe rein und somit sogar eine Art, die wir hier noch gar nicht richtig gesehen haben. Schnell hinterher!

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Mit diesem Handy-Foto geben wir uns natürlich nicht zufrieden und holen schnell unsere Kameras.

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Danach gehen wir wieder ins Restaurant, wo wir mit einem belgischen Biologen und Guide ins Gespräch kommen, der in Kanada lebt und sich auf Birding-Touren spezialisiert hat. Seine Klientel scheint ziemlich schwierig zu sein und innerhalb der Gruppe gibt es Zoff. Wie gut, dass wir nur zu zweit bzw. dritt unterwegs sind!

Dann gibt es auch schon Abendessen, das wir heute zusammen mit Peter einnehmen. Mit Peter als Guide haben wir wirklich einen sehr guten Griff getan: wir erfahren wieder sehr viel über Land, Leute und Natur, dabei ist er immer freundlich und super angenehm als Mensch.
Teil 1507. Sept. 2025
23.06.2025: von Bwindi nach Mgahinga

Nun hat es Lars richtig erwischt: Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und Schnupfen. Die Nacht war entsprechend unruhig und wieder sehr kurz. Beim Duschen entdecke ich dann noch einen heftigen Ausschlag auf meinem Rücken - ein Blick auf den Beipackzettel zeigt, dass es sich wohl um Nebenwirkungen von Malarone handelt, genau wie übrigens auch Schlafstörungen! Ich beschließe, die Einnahme abzubrechen, denn der Schlafmangel macht mich wirklich mürbe und der Ausschlag ist jetzt der berühmte Tropfen…

Zum Frühstück haben wir heute gekochte Eier bestellt, die uns in großen Zwiebelringen serviert werden! Diese Lodge liegt wirklich traumhaft und die Angestellten sind super nett, aber die Küche werden wir nicht vermissen.

Gegen viertel nach acht brechen wir mal wieder auf: heute soll die Fahrt ungefähr vier Stunden dauern, obwohl es im Vorfeld auf der Karte nur nach einem Katzensprung aussah. Unser Weg führt uns wieder über miese Straßen und durch wunderschöne Landschaften, die sich einfach nicht richtig einfangen lassen - und schon mal gar nicht mit dem Handy.

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Heute verstehen wir einmal mehr, wie viel Glück wir gestern hatten: nach knapp anderthalb Stunden Fahrt erreichen wir einen anderen Teil von Bwindi, in dem auch Gorilla-Trekkings von Buhoma aus durchgeführt werden. Tatsächlich kommen wir genau zu dem Zeitpunkt vorbei, an dem sich eine Gruppe an einem Einstiegspunkt direkt an der Straße sammelt. Witzigerweise treffen wir dort auf Joy, die Peter und uns freundlich begrüßt.

Bei einem kurzen Fotostopp nutzt Lars die Gelegenheit und pflückt frischen Eukalyptus zur Selbstmedikation. Wenig später kommen wir an einem weiteren Startpunkt eines Gorillatrekkings vorbei, dieses Mal aber im Sektor Ruhiga.

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An der Ruhiga Ranger Station machen wir eine kurze Pipipause. Die Berge sind hier so steil - ich kann mir absolut nicht vorstellen, wie man hier ein Trekking machen soll! Tatsächlich sehen wir aber eine Gruppe an der Straße, deren Mitglieder erwartungsgemäß völlig fertig aussehen.

Die nächste Pipipause machen wir am Lake Buyoni. Ein unglaublich schöner Ort mit vielen Vögeln und Ottern. Auch hier in der Nähe kann man Gorillas sehen, im Rushaga Sektor.

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Gegen zwei kommen wir in Kisoro an, tanken und ziehen noch mal eine halbe Millionen Shilling aus dem Geld-Automaten, denn das Trinkgeld für Ranger, Tracker, Guards und Porter läppert sich mehr, als wir vorher dachten. Dabei fängt es mal wieder an zu regnen.

Peter fährt anschließend zum Hauptquartier für unser morgiges Gorilla-Trekking, um mit den Rangern abzustimmen, wo sich die Gorillas befinden und zu welchem Startpunkt er uns entsprechend hinbringen muss. Als er zurückkommt, hat er keine guten Nachrichten für uns: Leider werden wir uns morgen wohl deutlich mehr als gestern anstrengen müssen…

Um viertel vor drei kommen wir endlich bei der Lake Mahale Mulehe Safari Lodge an - das war schon wieder ein langer Ritt! Wir werden mit heißem Wasser zum Händewaschen, heißen Handtüchern und einem Fruchtsaft begrüßt. Dann bekommen wir ein kurzes Briefing mit Ausblick auf den wunderschönen namensgebenden See.

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Wir wählen noch schnell unseren Lunch aus und werden anschließend zu unserem Zimmer „Golden Monkey“ gebracht.

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Zum Lunch bekommen wir Suppe, Pasta und Früchte und alles ist sehr lecker. Danach machen wir noch einen fotografischen Verdauungsspaziergang über die Anlage und fallen anschließend todmüde ins Bett.

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Als der Wecker um halb sieben klingelt, überlegen wir kurz, einfach liegen zu bleiben, aber wir müssen ja auch noch unsere Sachen für morgen packen. Also machen wir das und gehen anschließend zum Abendessen, das hier wieder sehr gut ist. Dann gibt es kurz Konfusion, weil unser Kellner meint, wir müssten definitiv um halb sieben losfahren, wenn wir pünktlich beim Gorilla-Trekking sein wollen. Mit Peter hatten wir aber sieben abgemacht. Ich schreibe ihm eine Whatsapp, aber Peter bleibt dabei, dass sieben Uhr ausreichend ist. Wir bestellen also Frühstück für halb sieben.

Um halb neun liegen wir schon wieder im Bett, hören noch kurz Hörbuch und schlafen schnell wieder ein.
Teil 1608. Sept. 2025
24.06.2025: Gorilla-Trekking in Mgahinga

Heute habe ich endlich einmal durchgeschlafen und wache gut ausgeruht auf. Ich denke, allein deshalb war es schon eine gute Entscheidung, die Malarone abzusetzen. Der Ausschlag geht auch schon etwas zurück, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Auch Lars fühlt sich besser. Wir sind also startklar für unser 2. Trekking!

Wir frühstücken noch in Ruhe mit Blick auf den See, dann geht es pünktlich los. Wir sind auch dieses Mal etwas aufgeregt, aber deutlich weniger als beim ersten Mal: alles, was heute noch kommt, betrachten wir als Bonus! Selbst wenn ich das Trekking heute nicht schaffen sollte, kann uns das Erlebnis in Buhoma keiner mehr nehmen.

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Peter hatte schon angekündigt, dass die Fahrt etwas rau werden könnte. Tatsächlich hoppeln wir über eine der schlechtesten Straßen, die wir in Afrika je befahren haben. Peter erzählt uns, dass die Straße bald erneuert werden soll, und dass dazu viele Häuser abgerissen werden müssen. Die betroffenen Häuser sind auch bereits mit einem weißen X markiert. Wie so oft sind Vor- und Nachteile mit dieser Infrastruktur-Maßnahme verbunden, aber nach Peters Einschätzung wird diese Straße wenigstens auch einen Nutzen für die lokale Bevölkerung haben, die ihre Feldfrüchte künftig einfacher vermarkten kann. Für die Häuser gibt es Entschädigungen und der Staat hilft sogar bei der Suche nach einer neuen Bleibe - für die Betroffenen sicher trotzdem nur ein schwacher Trost.

Wir machen einen kurzen Stopp, um den Vulkan Muhavura zu fotografieren, an dessen Fuß wir gleich die Gorillas suchen wollen. Entlang der Straße sind ja immer viele Menschen unterwegs, aber als die „Muzungu“ mit der Kamera aussteigt, scheint das noch mehr Menschen anzulocken. Während ich versuche, die eindrucksvolle Landschaft auf Chip zu bannen, unterhält Lars sich mit einem der staunenden Schuljungen.

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Wenig später erreichen wir einen Parkplatz, wo die beiden Porter Ben und Wilson schon auf uns warten. Sie nehmen unsere Rucksäcke und unser Lunchpaket und geben uns im Gegenzug je einen Wanderstab aus Bambus, die wir auf Peters Empfehlung hin gegen die mitgebrachten Wanderstöcke tauschen. Dann beginnt der Aufstieg zum Startpunkt des Trekkings.

Ben erweist sich als absoluter Glücksgriff: er ist super aufmerksam und reicht mir bei jeder auch nur etwas anspruchsvolleren Stelle seine Hand. Und es kommen viele für mich anspruchsvolle Stellen! Auch Lars ist froh, dass er den Fotorucksack, der immerhin 14kg wiegt, nicht selber schleppen muss.

Unser Weg verläuft erst durch ein sehr felsiges, aber trockenes Flussbett und anschließend quer durch die Felder der hiesigen Community.

Oben am offiziellen Startpunkt angekommen, erwarten uns schon unsere Mitstreiter, die wir gestern schon beim Abendessen gesehen hatten und die eine halbe Stunde vor uns aufgebrochen waren: eine siebenköpfige asiatisch-amerikanische Familie aus San Diego, die zum Glück wenigstens eine ältere Dame dabei hat.

Kaum angekommen, tritt wieder eine lokale Tanzgruppe auf. Anschließend folgt ein Briefing durch den Ranger und noch ein letzter Gang zur Toilette, bevor wir mit unserem zweiten Trekking starten.

Nun geht es über unwegsame Dschungelpfade stetig bergauf. Mit der älteren Dame in der Gruppe habe ich richtig Glück: immer wenn ich denke, ich könnte eine Pause gebrauchen, wird ihr zuliebe tatsächlich eine eingelegt und das ganz ohne, dass ich darum bitten muss. Das schont mein Ego! Ben ist weiterhin ein Goldschatz und hilft, bevor ich überhaupt nur denken kann, dass ich Hilfe bräuchte. So geht es über eineinviertel Stunden.

Der Ranger hatte sich schon vor einigen Minuten per Rufen mit den Trackern verständigt, sodass wir wissen, dass wir der Nyakagezi-Familie schon näher kommen. Dann heißt es aber tatsächlich „Masken auf“ und unsere Stunde bei den Gorillas beginnt! Anders als in Buhoma dürfen die Porter bei uns bleiben, denn das Gelände ist so unwegsam und steil abfallend, dass ich mich ohne Bens Hilfe gar nicht fortbewegen kann. Aus diesem Grund muss die Gruppe auch immer zusammenbleiben und es ist schwierig, einen guten Platz zu finden. Bei diesem Kerlchen habe ich Glück mit meinem Platz!

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Als der Kleine den Hang absteigt und im Dickicht verschwindet, konzentriert sich die Gruppe auf einen Silberrücken in der Nähe.

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Als auch der Silverback den steilen Hang hinab wandert, sollen wir der Gruppe folgen. Ben nimmt nun auch noch meine Kamera und los geht’s. Wir halten an einigen Bäumen, auf die die Tiere geklettert sind. Lars und ich gehen hinten und können von unserer Position aus nicht wirklich etwas sehen, nur einmal können wir einen kurzen Blick auf das Jungtier erhaschen und ein Foto schießen. Aber dafür hören wir viele laute Gorilla-Fürze.

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Nach einer Weile kommt direkt neben uns ein Gorilla aus dem Gebüsch. Leider ist er so schnell unterwegs und das Gelände so rutschig, dass wir diesen Moment nicht einfangen können. Trotzdem haben wir Fotografenglück, denn das Tier setzt sich in unmittelbarer Nähe hin und beobachtet seine in den Bäumen sitzenden Familienmitglieder.

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Nach einer knappen Stunde macht sich unsere Gruppe auf den Weg zurück, den wir gekommen waren. Dabei treffen wir noch mal auf einen Silberrücken, der entspannt, aber wenig fotogen im Gras liegt. Zum Glück richtet er sich wenig später auf und wir sind in guter Fotoposition.

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Als er es sich dann wieder gemütlich macht, dürfen wir noch ein paar letzte Bilder machen, bevor unsere Stunde ganz abgelaufen ist und wir die Gorillas verlassen müssen.

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Nun kommt, wovor mir schon beim Aufstieg gegraut hat: der Abstieg. Die Gruppe legt ein ordentliches Tempo vor und die ältere Dame benötigt anscheinend keine Pausen mehr! Ich merke, dass ich, wahrscheinlich durch das wirklich anstrengende Stehen im Hang, total unsicher und schlapp auf den Beinen bin. Ben hat gut zu tun mit mir. Ich frage nach, wann wir eigentlich unsere Lunchboxen essen, aber das ist offenbar erst zurück an der Station geplant. Ich sage Ben, dass ich schlapp bin und Energie brauche und er organisiert in Absprache mit dem Ranger eine Pause, bei der wir uns alle ins Gras setzen, essen und trinken. Zum Schluss werfe ich mir schnell noch zwei Ibus ein, damit meine Knie auf dem steilen Weg nach unten nicht schlapp machen.

Die Pause hat gut getan, ich habe neue Energie. An den ganz heiklen Stellen hilft mir nun nicht nur Ben, sondern auch der Ranger. Zum Glück wird der Pfad irgendwann auch wieder leichter und ich bin guter Dinge, dass ich den restlichen Rückweg doch noch ohne richtig große Probleme schaffen werde. Für Lars ist der Abstieg sowieso kein Problem, er freut sich über eine wunderbare Wanderung durch die ugandische Natur.

Endlich an der Station angekommen, bekommen wir feierlich unsere Zertifikate überreicht. Anschließend kauft Lars noch ein T-Shirt und Ranger, Guards und Tracker erhalten ihr wohlverdientes Trinkgeld.

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Leider müssen wir nun aber noch durch die Community zum Parkplatz zurückwandern.

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Dabei stoßen wir auf die Chefin der Tanzgruppe, die hier ihre Felder bestellt. Lars bedankt sich noch einmal herzlich für die Tanzeinlage, worüber sich die alte Dame sichtlich freut.

Dank Ben schaffe ich schließlich auch noch das letzte Stück und wir sind um halb eins wieder bei Peter am Auto. Wir bedanken uns herzlich bei Ben und Wilson und geben ihnen gerne ein zusätzliches Trinkgeld. Dabei ärgere ich mich etwas über mich selbst, weil ich mich von Lars überzeugen lasse, dass beide Porter den gleichen Betrag erhalten: Lars ist es sehr wichtig gerecht zu sein, aber eigentlich hat Ben sehr viel mehr geleistet bzw. leisten müssen als Wilson und hätte daher eigentlich mehr Tip verdient.

Wir brauchen eine Stunde, bevor wir wieder an der Lodge sind. Jetzt aber erstmal duschen und den Rest der Lunchbox essen!

Anschließend gehen wir ins Restaurant und verbringen den verregneten Nachmittag damit, Bilder zu sichten, Journi zu schreiben und uns einen Amarula zu gönnen. Unsere frisch geputzten Schuhe stehen dort schon bereit - was für ein Service!

Um sechs gibt es ein leckeres Abendessen, das wir heute ganz besonders genießen.
Teil 1710. Sept. 2025
25.06.2025: von Mgahinga nach Lake Mburo, Teil I

Heute ist Lars schon vor dem Wecker wach, während ich wieder wunderbar durchgeschlafen habe. Da wir gestern Abend beim Hörbuch gegen 21:00 Uhr eingeschlafen sein müssen, haben wir etwas Schlaf gut gemacht und können der heutigen Fahrt, die wohl auch sechs Stunden dauern wird, etwas entspannter entgegen blicken.

Erstmal frühstücken wir aber in Ruhe und bekommen dabei Besuch von einem Schildraben. Dann heißt es wieder aufbrechen, zu unserer nunmehr schon letzten Station.

Als wir für ein Foto der drei Vulkane des Mgahinga Nationalparks stoppen, treffen dort wieder einmal auf den Südafrikaner vom Beginn unserer Reise. Wir schnacken ein bisschen und es stellt sich schnell heraus, dass wir uns in der nächsten Lodge wiedersehen werden.

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Der kurze Stopp lockt viele Kinder an und wir erleben das erste Mal, dass die Kinder betteln. Sie fangen sogar demonstrativ an zu husten. Peter bittet uns, ihnen nichts zu geben, denn damit würde man sie nur zum Betteln erziehen und das wird in der ugandischen Gesellschaft absolut nicht gerne gesehen. Wie auf jeder Fahrt mit Peter erfahren wir wieder sehr viel über Land und Leute.

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Kurz hinter Kabale stoppt Peter an der Straße, um Karotten zu kaufen. Je nach Region hat er unterwegs schon verschiedenste Feldfrüchte gekauft und im Kofferraum eingelagert. Sofort wird das Auto von Gemüseverkäufern umlagert und auch wir sollen Gemüse kaufen, aber wir lehnen natürlich ab. Als Peter mit den Verkäufern kurz verschwindet, kommt eine Frau ans Auto und bettelt extrem aufdringlich. Einerseits tut sie mir sehr leid, andererseits ist sie so penetrant und fast schon theatralisch, dass ich bockig statt weich werde. Auf jeden Fall empfinde ich die Situation als sehr unangenehm.

Nach ungefähr vier Stunden Fahrt kommen wir in eine Kulturlandschaft, die nicht mehr von Ackerbau, sondern von Viehzucht geprägt ist. Peter erklärt uns, dass die Menschen hier wohlhabender sind und das kann man auch an den Häusern erkennen. Es wird auch deutlich flacher und wärmer.

Nach weiteren anderthalb Stunden ändert sich die Landschaft wieder: wir sehen überwiegend die klassische Savannenlandschaft mit Akazien, aber anstelle von Wildtieren grasen dort schwarzbunte Kühe.

Um viertel vor zwei kommen wir endlich in der Mihingo Lodge an. Wie üblich werden wir mit feuchten Handtüchern und Fruchtsaft begrüßt.

Wir genießen unseren Lunch, der nicht nur vorzüglich schmeckt, sondern uns auch mit einem phantastischen Blick auf den Pool und die weite Savannenlandschaft begeistert. Am Camp-eigenen Wasserloch tummeln sich Impalas, Zebras, Büffel, Paviane und Warzenschweine.

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Ronna bringt uns anschließend zu unserer Unterkunft für die nächsten zwei Tage: „Buffalo“. Es geht viele, viele Stufen runter und Ronna meint, wir könnten ab morgen eine Unterkunft haben, die weiter oben liegt. Sie meint aber gleichzeitig, dass sie nicht glaubt, dass wir das wollen, wenn wir erstmal die Aussicht gesehen hätten - da soll sie recht behalten!

Wow!!! Mir war gar nicht klar, dass wir so eine schicke Unterkunft gebucht haben! Entgegen meiner Gewohnheiten hatte ich mir die Mihingo Lodge vorher nämlich gar nicht online angeschaut, sondern mich einfach auf Bettis begeisterte Beschreibung verlassen. Ich glaube, das ist die schönste Unterkunft, in der wir jemals untergekommen sind. Sogar das Klo hat eine phantastische Aussicht. Lars und ich sind völlig hin und weg. Nun müssen wir uns nur noch überlegen, ob wir auf unserer Terrasse oder lieber am Pool chillen wollen!

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Aufgrund der Temperaturen entscheiden wir uns für den Pool und packen auch gleich alles für unseren anschließenden Game Drive und das Dinner zusammen, denn wir wollen die knapp 200 Stufen nicht mehrfach laufen. Dann ist erstmal Chillen, Baden und Ausblick angesagt - herrlich!

Die Bade-Freude ist allerdings nur von kurzer Dauer, denn es steht ja noch ein Gamedrive an. Dafür verlassen wir natürlich gerne unsere Liegen! Wenig später rumpeln wir wieder mit offenem Dach durch die Savanne! Leider ist der Lake Mburo NP nur 300 qkm groß und es gibt weder Elefanten noch Löwen, aber allein das Gefühl, wieder auf Safari zu sein, ist großartig!

Wir sagen Peter, dass er bitte für alles halten möge, das in gutem Licht steht oder sitzt. Daher sehen wir zwar viele Zebras, Wasserböcke und einen Buschbock im Gegenlicht, fahren aber erstmal weiter.

Dann sagt Peter plötzlich, er würde einen Leoparden sehen, was tagsüber in dieser Gegend so dermaßen unwahrscheinlich ist, dass ich erstmal glaube, dass er uns auf den Arm nimmt - zumal ich in der angegebenen Richtung rein gar nichts sehen kann. Doch Lars entdeckt den Leo auch schnell, nur ich kann mal wieder nicht das sehen, was für die anderen beiden völlig offensichtlich scheint. Schließlich sehe ich aber doch ein paar Flecken im hohen Gras.

Der Leopard ist noch nicht ausgewachsen und sehr scheu und so gelingen im hohen Gras keine Bilder. Schon nach kurzer Zeit verschwindet er auch im Gebüsch, wohin wir ihm nicht folgen können.

Wir können auch danach noch einige Tiere entdecken und fotografieren, genießen es aber vor allem, wieder durch den Busch zu rumpeln und uns den warmen Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen.

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Teil 1811. Sept. 2025
25.06.2025: von Mgahinga nach Lake Mburo, Teil II

An einem Campingplatz dürfen wir kurz aussteigen. Dort ist eine Warzenschweinmutter mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Die drei scheinen recht zutraulich zu sein, aber als wir zu nah kommen, startet Mama Pumba einen Scheinangriff. Wir ziehen uns lieber zurück.

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Mit nachlassendem Licht findet Peter die beiden Tierarten, die er uns hier gerne zeigen wollte: eine Elen-Antilope und Rothschild-Giraffen. Die arme Elen ist leider am Ohr schwer verletzt und Peter will sie den Rangern melden.

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Zurück in der Mihingo Lodge gehen wir direkt zum Essen. Bevor wir noch unsere Vorsuppe bekommen, werden die Gäste informiert, dass das Bushbaby in der Bar ist! Dieses zutrauliche Bushbaby war auch ein Grund, warum wir uns für diese Unterkunft entschieden hatten. Tatsächlich holt sich das nachtaktive Wesen mit den Riesenaugen ein Stück Banane nach dem anderen ab und verzehrt es genüsslich.

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Danach wird das Essen serviert, das sehr lecker, aber auch ganz schön scharf ist. Der Nachtisch, ein Brownie mit Vanille-Eis, ist dann allerdings der Oberkracher!

Nach dem Essen gehen wir runter zu unserer Unterkunft, setzen uns auf unsere Terrasse und lauschen den nächtlichen Geräuschen - herrlich!
Teil 1911. Sept. 2025
26.06.2025: Chillen am Lake Mburo

Wir sind beide schon vor dem Wecker wach, haben aber in dem breiten und bequemen Bett super geschlafen. Wir machen uns fertig und genießen dann bei Tee und Keksen, die uns runter gebracht wurden, die erwachende Natur.

Pünktlich um 6:45 Uhr sind wir am Parkplatz, wo Peter schon mit offenen Türen auf uns wartet. Wir fahren bis zum Parkeingang und laden dort, nachdem alle Formalitäten erledigt sind, unseren Ranger Jamison ein. Dann geht es endlich los mit einem weiteren Gamedrive.

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Wir sehen viele Vögel, steigen ab und zu mal aus, um sie zu fotografieren oder genauer beobachten zu können, und steigen nach einer kurzen Walking-Einheit wieder ins Auto. Jamison weiß vieles zu den jeweiligen Spezies zu berichten und erklärt, dass wir uns zu den Giraffen aufmachen wollen.

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Nachdem wir irgendwann wieder anhalten und aussteigen, kommt ein weiteres Fahrzeug dazu, in dem eine vermeintlich indische Familie sitzt und sich unserem heutigen Bushwalk anschließt.

Auf dem Walk sehen wir die üblichen Verdächtigen und als absolutes Highlight können wir einen riesigen Python sehen, der zusammengerollt unter einem Busch liegt und ein Impala verdaut.

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Schließlich erreichen wir das eigentliche Ziel der morgendlichen Wanderung: eine Herde Giraffen mit drei Jungtieren. Von anderen Walking Safaris kennen wir es, dass Giraffen eher scheu sind, aber diese bleiben sehr entspannt.

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Nach gut drei Stunden kehren wir hungrig zur Lodge zurück, wo wir die einzigen sind, die jetzt noch frühstücken. Das Frühstück ist sehr gut und reichlich: wir bekommen lecker Omelette, Toast mit Nutella und ich bekomme außerdem mega gute Pancakes mit gegrillten Bananen, Joghurt und Schoki.

Danach laufen wir die 200 Stufen runter, machen uns Pool-fertig und laufen sie wieder hoch. Den Rest des nachmittags relaxen wir mit Ausblick auf die Savanne.

Für zehn vor sechs sind wir mit Peter verabredet. Er meint, wir wollen noch mal gemeinsam schauen, ob wir auf der Anlage Turacos finden, aber aufgrund der krummen Uhrzeit vermuten wir, dass er etwas anderes vorhat.

Tatsächlich stromern wir mit Peter aber erstmal über Teile der Anlage, die wir bisher noch gar nicht gesehen hatten. Es gibt hier auch einen Birdhide, den wir noch gar nicht auf dem Schirm hatten und den wir uns mental für morgen früh vormerken. Wir sehen auch noch zwei Ross’s Turacos, die aber leider nicht zu fotografieren sind. Außerdem ist die Aussicht von oben auf den Felsen toll und wir machen Fotos mit Peter, der so enorm zum Gelingen dieser Reise beigetragen hat.

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Dann überrascht uns Peter mit einem Sundowner mit Wein und Chips auf einem Felsen. Er möchte dort das Abschlussgespräch mit uns führen und erfahren, was uns gut und weniger gut in Uganda gefallen hat. Der Tausendsassa Peter arbeitet nämlich auch an einem Projekt, das den Tourismus in Uganda voranbringen soll und für das er entsprechende Informationen von seinen Reisenden sammelt. Er erzählt uns auch eine Menge aus seinem Guide-Alltag und es ist eine sehr nette Atmosphäre, nur leider sehr windig und dadurch irgendwann zu kalt.

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Wir gehen dann also zum Abendessen und Lars und ich diskutieren noch lange, warum sich das wunderschöne und vielfältige Uganda in unseren Köpfen nicht für eine Wiederholung anbietet, sondern ein Once in a lifetime Ziel geblieben ist.

Wie gestern kommt auch heute das Bushbaby und bringt sogar noch ein zweites mit. Wir freuen uns sehr über die niedlichen Wesen.

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Teil 2012. Sept. 2025
27.06.2025: von Lake Mburo nach Entebbe

Wir sind schon früh wach und hören unser Hörbuch zu Ende. Um halb sieben wird uns wieder Tee gebracht und wir genießen den letzten Morgen auf unserer Terrasse.

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Viel zu schnell wird es Zeit, unsere Taschen zu packen und zum Frühstück zu gehen, das wieder einmal sehr lecker ist. Dann zockeln wir noch mal los in Richtung Birdhide. Leider haben wir nicht mehr viel Zeit bis zu unserer verabredeten Abfahrtzeit um zehn Uhr und nachdem wir den Hide nach zehn Minuten noch nicht erreicht haben, geben wir die Wanderung auf und kehren um. Dann ist es endgültig Zeit für den Abschied von der Mihingo Lodge, was sich anfühlt, wie ein Abschied auf Raten von Uganda…

Wir haben uns überlegt, Peter zusätzlich zu dem wohlverdienten Trinkgeld sein Lieblingsbier und Bananenchips als Dankeschön zu überreichen. Also machen wir uns an der nächsten Total Tanke startklar um heimlich einzukaufen. Leider gibt es dort keinen Diesel und auch nicht bei der folgenden Shell Station. Erst die dritte Tankstelle hat Diesel, aber der Shop hat weder Chips noch das gesuchte Nile Special. Die Dame an der Kasse verweist uns an das Restaurant nebenan, wo wir wenigstens schon mal das Bier bekommen.

Gegen halb zwei machen wir den klassischen Stopp am Äquator, wo sich eine ganze Industrie von Shops und Restaurants angesiedelt hat. Wir nutzen die saubere Toilette und dann wird uns ein Experiment vorgeführt: Wasser wird durch einen Trichter gegossen und eine Blüte darauf gelegt. Im Süden dreht sich die Blüte gegen den Uhrzeigersinn und im Norden mit dem Uhrzeigersinn. Direkt auf dem Äquator versinkt die Blüte ohne sich zu drehen. Wir können nicht so richtig glauben, was wir da sehen, aber zumindest ist die kleine Vorführung geschickt gemacht und nicht auf den ersten Blick zu durchschauen. Danach machen wir das obligatorische Foto und schließlich gehen wir in einen Shop und kaufen einen hübschen Holzgorilla und die gesuchten Bananenchips. Zuletzt gibt es noch eine Cola, um die Müdigkeit zu vertreiben.

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Gegen halb fünf kommen wir endlich im Viavia an. Unglaublich, dass wir hier vor gut zehn Tagen gestartet sind! Wir checken kurz ein und dann ist es Zeit, Peter Lebewohl zu sagen. Da wir von ihm gelernt haben, dass man in Uganda Geschenke nicht im Stehen übergibt, setzen wir uns und überreichen Peter sein kleines Präsent und sein Trinkgeld und verabschieden uns sehr herzlich.

Anschließend lassen wir unseren Urlaub mit einem leckeren Essen und einem Drink am See ausklingen. Zurück im wunderbaren Garten des Viavia fühlen wir uns gleich wieder wie zuhause.

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Allerdings ist das Viavia heute proppenvoll und es gibt live Musik, die mit den nächtlichen Geräuschen der afrikanischen Nacht konkurriert. Für unseren letzten Abend hätten wir uns das anders gewünscht, aber immerhin lässt sich ein Flughund von dem Trubel nicht beeindrucken und wir können eine letzte Tierart auf der mentalen Uganda-Sichtungsliste vermerken.
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