Hallo,
in diesem Forum sind wir schon länger angemeldet, waren oft stille „Mitfahrer“ und haben für unsere Reisen ins südliche Afrika (Botswana 2014, 2016 und 2018, Südafrika 2017 und Namibia 2019) viele wertvolle Hinweise erhalten.
Jetzt wollen wir davon ein bisschen etwas zurückgeben und fangen mit einem Reisebericht über Zimbabwe an, da hier deutlich weniger Informationen im Vergleich zu Namibia, Botswana und Südafrika vorhanden sind. Und zugleich möchten wir zugegebenermaßen Werbung für dieses wundervolle Land machen, welches uns sehr ans Herzen gewachsen ist.
Wir, das sind Harald und Silke aus der Nähe von München. Seit Ende 2023 sind wir in Rente und haben deshalb endlich mehr Zeit zu reisen. 2018 haben wir uns einen Iveco Daily 4x4 gekauft, den wir in den Jahren 2019 bis 2021 selbst auf- und ausgebaut (ausgenommen der Leerkabine) und dann dieses Jahr im April nach Südafrika verschifft haben.
Dort sind wir Anfang Mai gestartet und dann langsam die Ostküste Richtung Zimbabwe hochgefahren. Hier durften wir wunderschöne 7 Wochen erleben.
Zuerst ein kurzes Fazit und allgemeine Informationen über Zimbabwe, dann folgt der Reisebericht:
Wir haben einen überaus positiven Eindruck von diesem Land. Auffallend sind sofort die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen, egal ob arm oder reich, schwarz oder weiß. Man kommt mit jedem leicht ins Gespräch, die Leute sind sehr interessiert, immer freundlich, immer nett. Interessant ist auch, dass sich jeder Beamte, Ranger, Polizist ... immer zuerst mit Namen vorstellt, die Leute sind sehr höflich. Leider ist in Zimbabwe der Wohlstand sehr ungleichmäßig verteilt, es gibt viel Armut, die meisten Menschen leben unter einfachsten Bedingungen. Oft sahen wir, dass die Frauen das Wasser noch von zentralen Punkten holten und nach Hause trugen. Durchschnittseinkommen: 150 US-Dollar pro Monat. Monatseinkommen einer Reinigungskraft: 50 US-Dollar. Trotzdem ist alles hier teuer, teurer als in Deutschland. Wie die Leute das Stemmen, ist uns ein Rätsel.
Apropos Geld: Wir hatten US-Dollar dabei, und das war gut so. Aber die Akzeptanz von Kreditkarten war deutlich höher als erwartet: geschätzt 50 % aller Supermärkte, 80 % aller Lodges und Nationalparks und vielleicht 40 % der Tankstellen akzeptierten VISA oder MASTER. Probleme gibt es aber gelegentlich mit schwachen Mobilfunkverbindungen oder Stromausfällen, dann geht nichts mehr. In Tankstellen mit Kreditkartenakzeptanz wird man deshalb meistens vorm Tankvorgang gefragt, ob man zur Not auch in bar bezahlen könnte, sonst bekommt man keinen Sprit.
Bezüglich Kriminalität, wir haben uns in Zimbabwe immer sicher gefühlt. Es gab viele Polizeikontrollen (im besiedelten Land im Schnitt 5 pro Tag), aber die meisten haben uns durchgewunken. Wenn wir hin und wieder anhalten mussten, war immer alles ok und freundlich. Gelegentlich wurden wir von Polizisten gefragt, was wir ihnen aus Deutschland mitgebracht hatten, und unsere Antwort „Gute Laune“ oder „unsere Liebe zu Afrika“ wurde immer akzeptiert. Manchmal gaben wir etwas Trinkwasser ab (wir haben einen 150 Liter Tank). Manchmal wollten die Polizisten auch unser Fahrzeug inspizieren, aber das war ausnahmslos der persönlichen Neugierde geschuldet, wie so ein „rollendes Heim“ von innen aussieht. Und dann wurden fasziniert alle Kollegen hinzugeholt, um sich unsere Wasserhähne – aus denen auch Wasser kommt – anzusehen.
Auffallend sind auch die vielen Schulen - und Schüler, auch in den abgelegensten Ecken. Und so gut wie jeder spricht Englisch, man merkt Englisch ist die offizielle Amtssprache. Es scheint so, dass jeder Erwachsene ein Handy hat. Das Mobilfunknetzt ist einigermaßen flächendeckend ausgebaut, aber die Datenübertragungsgeschwindigkeit ist (trotz 3G oder 4G) oft sehr langsam, und am Abend hat man oft gar kein Netz mehr. Vermutlich zu viele Nutzer. WLan, wenn vorhanden, ebenfalls sehr schwach.
Die Straßen sind oft abenteuerlich, von den Pisten ganz zu schweigen. Ein robustes Auto, am besten mit viel Bodenfreiheit, ist ein Muss.
Essen gehen in Zimbabwe heißt Fleisch essen, nur sehr selten werden fleischlose Alternativen angeboten, dafür sind die Portionen eher klein, vor allem, wenn man den Preis berücksichtigt. Wir hatten nach dem Essen öfters noch Hunger. Beim Frühstück wird man in der Regel satt, deshalb haben wir mittags schon mal ein Frühstück bestellt (mit Eier nach Wahl, Avocado, Grilltomate, Bohnen, Speck, evtl. Würstl und Toast).
Campsites: wir haben immer auf Campsites übernachtet, auch um mit den Zimbabwern in Kontakt zu kommen. Die meisten Campsites haben einen Ward, der sich rührend um die Gäste kümmert, neben der Reinigung der Ablutions auch Lagerfeuer macht, den Donkey-Ofen anheizt, Asche entsorgt usw.. Die Campsites haben mit der App iOverlander gefunden, persönliche Empfehlungen von Zimbabwern haben die Auswahl erleichtert.
Die meisten sanitären Anlagen (auch in Restaurants) sind – sagen wir mal positiv „so lala“. Manchmal waren wir schon froh, dass wir unser eigenes Badezimmer dabeihatten.
Die Nationalparks sind mittlerweile gut erschlossen, die Camps nicht eingezäunt, wie in Botswana. Die Tiere sind meistens relaxt, wenn auch noch nicht so sehr an Menschen gewöhnt wie im Kruger NP oder in Botswana. Nur im Gonarezhou waren die Elefanten teilweise angespannt.
In jedem Fall ziehen wir ein uneingeschränkt positives Fazit. Die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit der Zimbabwer macht alle eventuellen Nachteile bei weitem wett. Sehr empfehlenswert.
Zimbabwe 2024
Unsere Reiseroute im Überblick:
Beitbridge – Bulawayo - Matobo Hills – Naletale Ruins – Great Zimbabwe - Gonarezhou NP - Save Valley Conservancy – Mutare – Honda Valley – Nyamapanda – Harare – Mana Pools – Kariba See – Hwange NP – Pandamatenga
16.06.2024
Heute sind wir von Südafrika nach Zimbabwe übergewechselt, über den Grenzübergang Beitbridge, der einen zweifelhaften Ruf bezüglich Bürokratismus besitzt. Wir haben es in 2 1/4 Stunden geschafft, und waren auch richtig happy darüber. Vielleicht ging es so (relativ) schnell, weil Sonntag war. Für alle, die mit dem eigenen Fahrzeug einreisen wollen: wir hatten ein TIP (Temporary Import Permission) und das Carnet. Carnet alleine wollten sie an der Grenze nicht machen (obwohl es wohl möglich sein sollte), und TIP alleine wäre wesentlich teurer. In Kombination mit dem Carnet kostet das TIP und die Fahrzeugeinfuhr nichts. Auch bei der Verlängerung nach 30 Tagen (VISA und TIP) fielen keine weiteren Kosten an. So spart man ca. 100 Dollar.
Endlich im Land gings dann weiter auf der eintönigen "Autobahn": stellenweise nur Schotter, stellenweise so schmal, dass zwei LKWs nicht aneinander vorbeifahren können - einer muss von der Straße, viele tiefe Schlaglöcher - aber dafür Mautpflichtig. Auf den Schotterpassagen wird die Sicht manchmal dürftig, wir haben hier nur ein gemächliches Tempo vorgelegt.
Es geht in Richtung Norden zu den Matobo Hills, wo wir morgen ankommen wollen. Am Nachmittag beziehen wir die nette Campsite „Gwanda Urban“, mit direktem Zugang zur Bar. Der Barzugang nutzt nur nichts, wir sind die einzigen Gäste, die Bar ist geschlossen.
in diesem Forum sind wir schon länger angemeldet, waren oft stille „Mitfahrer“ und haben für unsere Reisen ins südliche Afrika (Botswana 2014, 2016 und 2018, Südafrika 2017 und Namibia 2019) viele wertvolle Hinweise erhalten.
Jetzt wollen wir davon ein bisschen etwas zurückgeben und fangen mit einem Reisebericht über Zimbabwe an, da hier deutlich weniger Informationen im Vergleich zu Namibia, Botswana und Südafrika vorhanden sind. Und zugleich möchten wir zugegebenermaßen Werbung für dieses wundervolle Land machen, welches uns sehr ans Herzen gewachsen ist.
Wir, das sind Harald und Silke aus der Nähe von München. Seit Ende 2023 sind wir in Rente und haben deshalb endlich mehr Zeit zu reisen. 2018 haben wir uns einen Iveco Daily 4x4 gekauft, den wir in den Jahren 2019 bis 2021 selbst auf- und ausgebaut (ausgenommen der Leerkabine) und dann dieses Jahr im April nach Südafrika verschifft haben.
Dort sind wir Anfang Mai gestartet und dann langsam die Ostküste Richtung Zimbabwe hochgefahren. Hier durften wir wunderschöne 7 Wochen erleben.
Zuerst ein kurzes Fazit und allgemeine Informationen über Zimbabwe, dann folgt der Reisebericht:
Wir haben einen überaus positiven Eindruck von diesem Land. Auffallend sind sofort die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen, egal ob arm oder reich, schwarz oder weiß. Man kommt mit jedem leicht ins Gespräch, die Leute sind sehr interessiert, immer freundlich, immer nett. Interessant ist auch, dass sich jeder Beamte, Ranger, Polizist ... immer zuerst mit Namen vorstellt, die Leute sind sehr höflich. Leider ist in Zimbabwe der Wohlstand sehr ungleichmäßig verteilt, es gibt viel Armut, die meisten Menschen leben unter einfachsten Bedingungen. Oft sahen wir, dass die Frauen das Wasser noch von zentralen Punkten holten und nach Hause trugen. Durchschnittseinkommen: 150 US-Dollar pro Monat. Monatseinkommen einer Reinigungskraft: 50 US-Dollar. Trotzdem ist alles hier teuer, teurer als in Deutschland. Wie die Leute das Stemmen, ist uns ein Rätsel.
Apropos Geld: Wir hatten US-Dollar dabei, und das war gut so. Aber die Akzeptanz von Kreditkarten war deutlich höher als erwartet: geschätzt 50 % aller Supermärkte, 80 % aller Lodges und Nationalparks und vielleicht 40 % der Tankstellen akzeptierten VISA oder MASTER. Probleme gibt es aber gelegentlich mit schwachen Mobilfunkverbindungen oder Stromausfällen, dann geht nichts mehr. In Tankstellen mit Kreditkartenakzeptanz wird man deshalb meistens vorm Tankvorgang gefragt, ob man zur Not auch in bar bezahlen könnte, sonst bekommt man keinen Sprit.
Bezüglich Kriminalität, wir haben uns in Zimbabwe immer sicher gefühlt. Es gab viele Polizeikontrollen (im besiedelten Land im Schnitt 5 pro Tag), aber die meisten haben uns durchgewunken. Wenn wir hin und wieder anhalten mussten, war immer alles ok und freundlich. Gelegentlich wurden wir von Polizisten gefragt, was wir ihnen aus Deutschland mitgebracht hatten, und unsere Antwort „Gute Laune“ oder „unsere Liebe zu Afrika“ wurde immer akzeptiert. Manchmal gaben wir etwas Trinkwasser ab (wir haben einen 150 Liter Tank). Manchmal wollten die Polizisten auch unser Fahrzeug inspizieren, aber das war ausnahmslos der persönlichen Neugierde geschuldet, wie so ein „rollendes Heim“ von innen aussieht. Und dann wurden fasziniert alle Kollegen hinzugeholt, um sich unsere Wasserhähne – aus denen auch Wasser kommt – anzusehen.
Auffallend sind auch die vielen Schulen - und Schüler, auch in den abgelegensten Ecken. Und so gut wie jeder spricht Englisch, man merkt Englisch ist die offizielle Amtssprache. Es scheint so, dass jeder Erwachsene ein Handy hat. Das Mobilfunknetzt ist einigermaßen flächendeckend ausgebaut, aber die Datenübertragungsgeschwindigkeit ist (trotz 3G oder 4G) oft sehr langsam, und am Abend hat man oft gar kein Netz mehr. Vermutlich zu viele Nutzer. WLan, wenn vorhanden, ebenfalls sehr schwach.
Die Straßen sind oft abenteuerlich, von den Pisten ganz zu schweigen. Ein robustes Auto, am besten mit viel Bodenfreiheit, ist ein Muss.
Essen gehen in Zimbabwe heißt Fleisch essen, nur sehr selten werden fleischlose Alternativen angeboten, dafür sind die Portionen eher klein, vor allem, wenn man den Preis berücksichtigt. Wir hatten nach dem Essen öfters noch Hunger. Beim Frühstück wird man in der Regel satt, deshalb haben wir mittags schon mal ein Frühstück bestellt (mit Eier nach Wahl, Avocado, Grilltomate, Bohnen, Speck, evtl. Würstl und Toast).
Campsites: wir haben immer auf Campsites übernachtet, auch um mit den Zimbabwern in Kontakt zu kommen. Die meisten Campsites haben einen Ward, der sich rührend um die Gäste kümmert, neben der Reinigung der Ablutions auch Lagerfeuer macht, den Donkey-Ofen anheizt, Asche entsorgt usw.. Die Campsites haben mit der App iOverlander gefunden, persönliche Empfehlungen von Zimbabwern haben die Auswahl erleichtert.
Die meisten sanitären Anlagen (auch in Restaurants) sind – sagen wir mal positiv „so lala“. Manchmal waren wir schon froh, dass wir unser eigenes Badezimmer dabeihatten.
Die Nationalparks sind mittlerweile gut erschlossen, die Camps nicht eingezäunt, wie in Botswana. Die Tiere sind meistens relaxt, wenn auch noch nicht so sehr an Menschen gewöhnt wie im Kruger NP oder in Botswana. Nur im Gonarezhou waren die Elefanten teilweise angespannt.
In jedem Fall ziehen wir ein uneingeschränkt positives Fazit. Die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit der Zimbabwer macht alle eventuellen Nachteile bei weitem wett. Sehr empfehlenswert.
Zimbabwe 2024
Unsere Reiseroute im Überblick:
Beitbridge – Bulawayo - Matobo Hills – Naletale Ruins – Great Zimbabwe - Gonarezhou NP - Save Valley Conservancy – Mutare – Honda Valley – Nyamapanda – Harare – Mana Pools – Kariba See – Hwange NP – Pandamatenga

Heute sind wir von Südafrika nach Zimbabwe übergewechselt, über den Grenzübergang Beitbridge, der einen zweifelhaften Ruf bezüglich Bürokratismus besitzt. Wir haben es in 2 1/4 Stunden geschafft, und waren auch richtig happy darüber. Vielleicht ging es so (relativ) schnell, weil Sonntag war. Für alle, die mit dem eigenen Fahrzeug einreisen wollen: wir hatten ein TIP (Temporary Import Permission) und das Carnet. Carnet alleine wollten sie an der Grenze nicht machen (obwohl es wohl möglich sein sollte), und TIP alleine wäre wesentlich teurer. In Kombination mit dem Carnet kostet das TIP und die Fahrzeugeinfuhr nichts. Auch bei der Verlängerung nach 30 Tagen (VISA und TIP) fielen keine weiteren Kosten an. So spart man ca. 100 Dollar.
Endlich im Land gings dann weiter auf der eintönigen "Autobahn": stellenweise nur Schotter, stellenweise so schmal, dass zwei LKWs nicht aneinander vorbeifahren können - einer muss von der Straße, viele tiefe Schlaglöcher - aber dafür Mautpflichtig. Auf den Schotterpassagen wird die Sicht manchmal dürftig, wir haben hier nur ein gemächliches Tempo vorgelegt.








