Starlink Südafrika

102 Antworten · 10,7k Aufrufe · gestartet 11. Juli 2023 von CarstenS
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537 Beiträge · seit 202001. Dez. 2024 · #41
Jossi schrieb:
Das ist ein bisschen Bullshit.
Strlnk betreibt nichts in Namibia. Kein Büro. Keine Bodenstation. Kein Netz.
Satelliten sausen zu tausenden umher und senden Signale an den Boden.
Der Kunde nutzt diese Satelliten.
Der kann sich einen Vertrag in seinem Heimatland holen und roamen.
Er empfängt Date überall. Ggf. auch in Namibia.
Aber Strlink betreibt damit kein Netz.
Den „Bullshit“ überlese ich mal (das kann man auch feiner ausdrücken), und ja, du hast damit vermutlich Recht. Dennoch ist die Nutzung der Satelliten (wofür man das entsprechende Equipment braucht) in Namibia eben noch nicht erlaubt, da die Lizenzerteilung noch aussteht. Deinen Erklärungen zufolge macht sich dann eben der User strafbar wenn er Starlink in Namibia nutzt - Starlink selber nicht. Offensichtlich wissen die Betreiber um die namibischen Gesetze.
Zitat aus deinem Link:
Starlink has submitted an application for a telecommunications service license; however, CRAN has not yet approved it, as the application remains under review. Until a license is granted, the importation of Starlink terminal equipment and the use of its services violate Sections 37(1) and 38(2)(a) of the Communications Act (No. 8 of 2009) and constitute a regulatory offence under Section 114(1) of the Act.
Das kann man evtl. mit Amateurfunk vergleichen. Ein Funkamateur, der zB in D seine Lizenz gemacht hat, darf nicht automatisch in Namibia sein Equipment nutzen - er muss eine Gastlizenz beantragen. Und genauso ist es dann eben auch Touristen in Namibia nicht erlaubt, Starlink zu benutzen (sie dürfen ihr Equipment nicht mal mitbringen - wenn ich das Zitat richtig verstehe).
Muss man nicht gut finden, ist aber halt namibisches Gesetz.
1'096 Beiträge · seit 200901. Dez. 2024 · #43
makis schrieb:

Das kann man evtl. mit Amateurfunk vergleichen. Ein Funkamateur, der zB in D seine Lizenz gemacht hat, darf nicht automatisch in Namibia sein Equipment nutzen - er muss eine Gastlizenz beantragen. Und genauso ist es dann eben auch Touristen in Namibia nicht erlaubt, Starlink zu benutzen (sie dürfen ihr Equipment nicht mal mitbringen - wenn ich das Zitat richtig verstehe).
Muss man nicht gut finden, ist aber halt namibisches Gesetz.


Jemand reist von Deutschland über die Westroute nach Namibia und hat sein Starlink Mini mit Roaming Vertrag im Gepäck. Was soll derjenige denn deiner Ansicht nach nun tun? Dem Zöllner schenken? Zur Abholung bei Ausreise hinterlegen? 😄 😄

Namibia nicht bereisen?

Liebe Grüsse Guido
537 Beiträge · seit 202001. Dez. 2024 · #44
Gute Frage. Ich bin nicht CRAN, und habe auch keine Antwort. Ich habe nur die Aussage von CRAN interpretiert. Vielleicht gibt es ja schon bald Erfahrungen aus erster Hand hier zu lesen.
1'096 Beiträge · seit 200901. Dez. 2024 · #45
Anbei einmal ein aktuelles Beispiel.
Das ist nicht in der totalen Pampa, sondern 6 km ausserhalb einer 13.000 Einwohner Stadt.
Diese Leistung erhalte ich von Paratus für NAD 750.00 mtl. Die haben nichtmal ein schlechtes Gewissen.
Starlink ist die einzige Option um die digitale Steinzeit zu verlassen.

Liebe Grüsse
Guido


IMG_8219.jpeg



PS: Für flüssiges Streaming in 1080P benötigt es etwa 3MBit/s. An 4K ist hier zu keiner Zeit zu denken.

PPS: mir ist der Unterschied zwischen Upload und Download bekannt. Das da oben ist "schnell". Ich hätte auch zig Fotos von 900KBit/s machen können. Die Downloadraten sind entsprechend.
zuletzt bearbeitet 01. Dez. 2024
88 Beiträge · seit 202001. Dez. 2024 · #46
Logi schrieb:
Seyko schrieb: Möchten wir streamen,
Du könntest ja auch statt dessen lieber ein Buch lesen oder ein schönes Gesellschaftsspiel mit der Familie spielen.
Und statt Auto kann man ja auch den Donkeycart nutzen 😄
makis schrieb:MTC hat tatsaechlich immer noch das beste Internet. Besser als das deutsche, sehr oft. Warum sollten wir einen global Player mit Milliardenvermoegen unterstuetzen, anstatt unsere eigenen Leute?
Technisch betrachtet, muss man das einfach als unzutreffend bezeichnen. Selbstverständlich ist das Internet im gesamten südlichen Afrika prinzipiell "schlechter", weil unzuverlässiger und zu den mistgebrauchten Servern mit höherer Latenz (Verzögerung beim Senden/Empfangen) belastet. Davon, dass MTC alles andere als flächendeckend überhaupt einen Service bietet, und in weiten Teilen des Landes überhaupt nur 3G (womit sich praktisch keine aktuelle Webseite wirklich sinnvoll nutzen lässt), ganz zu schweigen.
Selbst im nächsten Umland von Windhoek ist MTC oft die schlechtere Wahl gegenüber Paramus. Bspw. empfange ich bei mir auf der Farm zwar MTC per LTE, aber Paramus bietet auch einen WiFi-Service, der erheblich günstiger ist, bei ansonsten sehr ähnlicher Leistung.
Und zum Thema "eigene Leute unterstützen, statt Global Player": MTC ist zu einem erheblichen Teil in nichtstaatlichem Streubesitz, und damit in gewisser Weise ebenso ein Global Player, bei dem große Teile in ausländischer Hand sind.
makis schrieb:Starlink hat nunmal noch keine Lizenz, und es ist in meinen Augen unverschaemt, das Angebot dennoch schon zur Verfuegung zu stellen und auch zu nutzen.
Starlink bietet seine Dienste in Namibia nicht an.
So wie jeder andere Satellitenbetreiber darf Starlink jedoch prinzipiell über jedem Ort der Welt senden, das tun im Übrigen auch all die TV-Satelliten-Betreiber, die sicherlich auch nicht alle eine eigene Lizenz in Namibia haben.
Auch empfangen darf das Signal grundsätzlich jeder Mensch auf namibischem Boden, da zumindest nach meinem Kenntnisstand hiergegen kein Gesetz existiert. Das bedeutet, dass es den Nutzern lediglich untersagt ist, eine Sendeanlage in Namibia zu betreiben (quasi der Upload bei Starlink), und damit verstoßen die Nutzer im Land möglicherweise gegen das Gesetz, wobei ich das nicht unbedingt für entschieden halte. Der Besitz der Starlink-Geräte wiederum dürfte ebenfalls legal sein, da auch hier eigentlich der Betrieb von Sendeanlagen, nicht aber deren bloße Existenz untersagt ist. Aber das werden sich sicherlich die Gerichte in den nächsten Wochen genauer ansehen (wenn sie nicht zu sehr mit der Wahl beschäftigt sind 😗 )

Ganz allgemein:
Es gibt hier im Land zahlreiche Menschen, denen Starlink eine große Hilfe wäre.
VSat ist keine echte Alternative, da die Latenzen hierbei so hoch sind, dass es für zahlreiche Anwendungen nicht oder nur schlecht geeignet ist (Videotelefonie & Games in erster Linie), von den hohen Kosten, der Störanfälligkeit und den prinzipbedingten Bandbreitenbeschränkungen (shared medium) ganz abgesehen.
Mobiles Internet via Mobilfunknetz ist kaum vorhanden.

Und ganz nebenbei wird die Zahl der Reiseblogger, die von ihren Afrika-Trips per Starlink quasi "live" berichten, von Tag zu Tag größer. Ob einem dieser Insta-Quatsch gefällt oder nicht: da wird der Nachwuchs für den Tourismusmarkt großgezogen. Wenn Namibia da auch nur ein paar Monate zurückfällt, weil ein Comrade noch nicht den Umschlag erhalten hat, um die Starlink-Lizenz durchzuwinken, schadet das letzten Endes der Branche, welche die zweitmeisten Arbeitsplätze im Land schafft.

So oder so, ich kann in der Verweigerungshaltung gegenüber Starlink nichts positives erkennen.
Vielmehr ist das in meinen Augen eine ziemliche Provinzposse.
Was kommt als nächstes? Wird Google untersagt, hierzulande eine Suchmaschine anzubieten?
Oder Maps mit Satellitenbildern?
Hat dieses Forum eigentlich eine Genehmigung von Shifeta, Reisetips zu geben? 😛
16,9k Beiträge · seit 201201. Dez. 2024 · #47
Buitepos schrieb:
Logi schrieb:
Seyko schrieb: Möchten wir streamen,
Du könntest ja auch statt dessen lieber ein Buch lesen oder ein schönes Gesellschaftsspiel mit der Familie spielen.
Und statt Auto kann man ja auch den Donkeycart nutzen 😄
Das könnte ich sogar! 🤩

Und da man aus Europa gerne mal Richter zu Reitsportveranstaltungen einfliegt, gehe ich davon aus, dass da meine Scheine der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) zur Gespannführung eigentlich ausreichen sollten. 😎

LG
Logi
33,1k Beiträge · seit 200601. Dez. 2024 · #48
Of topic
-------
Hi Seyko,
Diese Leistung erhalte ich von Paratus für NAD 750.00 mtl.
vermutlich hast du vertraglich Skyfy mit 15 Mbits/s? Ich würde einfach nicht zahlen, wenn die Geschwindigkeit regelmäßig deutlich unter der vertraglich zugesicherte liegt. Hatte das selbst in Windhoek mal über 2 Monate bei Fiber und habe schlichtweg dann die Bezahlung eingestellt. Würde anstandslos akzeptiert und danach ging es wieder gut weiter. Ansonsten mal Alternativen wie Telecom WiMAX o.ä. ausprobieren.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
537 Beiträge · seit 202002. Dez. 2024 · #49
Buitepos schrieb:
makis schrieb:MTC hat tatsaechlich immer noch das beste Internet. Besser als das deutsche, sehr oft.
Technisch betrachtet, muss man das einfach als unzutreffend bezeichnen. Selbstverständlich ist das Internet im gesamten südlichen Afrika prinzipiell "schlechter", weil unzuverlässiger und zu den mistgebrauchten Servern mit höherer Latenz (Verzögerung beim Senden/Empfangen) belastet. Davon, dass MTC alles andere als flächendeckend überhaupt einen Service bietet, und in weiten Teilen des Landes überhaupt nur 3G (womit sich praktisch keine aktuelle Webseite wirklich sinnvoll nutzen lässt), ganz zu schweigen.
Selbst im nächsten Umland von Windhoek ist MTC oft die schlechtere Wahl gegenüber Paramus. Bspw. empfange ich bei mir auf der Farm zwar MTC per LTE, aber Paramus bietet auch einen WiFi-Service, der erheblich günstiger ist, bei ansonsten sehr ähnlicher Leistung.
Und zum Thema "eigene Leute unterstützen, statt Global Player": MTC ist zu einem erheblichen Teil in nichtstaatlichem Streubesitz, und damit in gewisser Weise ebenso ein Global Player, bei dem große Teile in ausländischer Hand sind.
Ich hätte hinzufügen sollen: in Namibia.
Wir nutzen übrigens sowohl MTC als auch Paratus (einen Anbieter Paramus kenne ich nicht), in Windhoek, und MTC ist so gut wie immer um Längen besser. Auf dem platten Land gibt es natürlich mehr Probleme. In so einem riesigen Land mit so wenigen Einwohnern werden Netzbetreiber schon vor ziemliche Herausforderungen gestellt.
Und natürlich ist MTC kein Global Player, nur weil ein paar ausländische Firmen einen Anteil daran haben.
Buitepos schrieb:
makis schrieb:Starlink hat nunmal noch keine Lizenz, und es ist in meinen Augen unverschaemt, das Angebot dennoch schon zur Verfuegung zu stellen und auch zu nutzen.
Starlink bietet seine Dienste in Namibia nicht an.
So wie jeder andere Satellitenbetreiber darf Starlink jedoch prinzipiell über jedem Ort der Welt senden, das tun im Übrigen auch all die TV-Satelliten-Betreiber, die sicherlich auch nicht alle eine eigene Lizenz in Namibia haben.
Du hast sicherlich meine weiteren Antworten nicht gelesen - ich hatte diese Aussage schon zurückgenommen.
Buitepos schrieb:
Auch empfangen darf das Signal grundsätzlich jeder Mensch auf namibischem Boden, da zumindest nach meinem Kenntnisstand hiergegen kein Gesetz existiert. Das bedeutet, dass es den Nutzern lediglich untersagt ist, eine Sendeanlage in Namibia zu betreiben (quasi der Upload bei Starlink), und damit verstoßen die Nutzer im Land möglicherweise gegen das Gesetz, wobei ich das nicht unbedingt für entschieden halte. Der Besitz der Starlink-Geräte wiederum dürfte ebenfalls legal sein, da auch hier eigentlich der Betrieb von Sendeanlagen, nicht aber deren bloße Existenz untersagt ist.
Da wäre ich mir nicht so sicher. Gibt es denn reine Empfängerkits für Starlink? CRAN spricht explizit von Terminals, und sowohl die Nutzung als auch der Import sind bis zur Lizenzvergabe verboten:

„ Until a license is granted, the importation of Starlink terminal equipment and the use of its services violate Sections 37(1) and 38(2)(a) of the Communications Act (No. 8 of 2009) and constitute a regulatory offence under Section 114(1) of the Act.“

(Ich glaube übrigens nicht, dass die Wahl die Gerichte beschäftigen wird, aber ich lasse mich überraschen).
Buitepos schrieb:
Was kommt als nächstes? Wird Google untersagt, hierzulande eine Suchmaschine anzubieten?
Oder Maps mit Satellitenbildern?
Es gibt Gesetze in Namibia. Ich weiß, dass viele hier (sowohl im Forum als auch im Land) der Meinung sind, dass diese Gesetze entweder überflüssig sind, oder es sie vielleicht gar nicht gibt und irgendwelche „Comrades“ nach Belieben schalten und walten können, aber das ist nur Einbildung. Man mag mit den Regulierungen nicht einverstanden sein, aber dann jedes Mal, wenn die eigenen Befindlichkeiten und der Komfort gestört werden Namibia als Bananenrepublik hinzustellen, finde ich nicht richtig.
zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2024
87 Beiträge · seit 202202. Dez. 2024 · #50
makis schrieb:
Jossi schrieb:
Und genauso ist es dann eben auch Touristen in Namibia nicht erlaubt, Starlink zu benutzen (sie dürfen ihr Equipment nicht mal mitbringen - wenn ich das Zitat richtig verstehe).
Muss man nicht gut finden, ist aber halt namibisches Gesetz.
Na dann hoffe ich, das die US-amerikanische Airforce schon eine namibische Lizenz fürs GPS beantragt und bekommen hat. Das chinesische (Beidou) und russische Militär (Glonass) sowie die EU (Galileo) ebenfalls. Anderenfalls sind sämtliche halbwegs modernen Autos in Namibia ab sofort illegal und und die Aktien der Eselskarrenhersteller dürften in den nächsten Tagen durch die Decke gehen.

Wenn man aber mit zweierlei Maß misst, lässt das nur zwei plausible Erklärungen zu: entweder hätte irgend jemand gern ein Geschenk vom reichsten Mann der Welt, oder ein mittlerer Beamter möchte sich für Höheres empfehlen und sich ein ganz klein bisschen wichtiger machen, als er eigentlich ist.

Man kann nur hoffen, das sich die Wellen wieder legen, wenn die Wahlergebnisse endlich mal in trockenen Tüchern sind. Vielleicht sollte Elon mal ein paar Kits zur Anbindung entfernter Wahllokale anbieten 😄
537 Beiträge · seit 202002. Dez. 2024 · #51
magpie13 schrieb:
Na dann hoffe ich, das die US-amerikanische Airforce schon eine namibische Lizenz fürs GPS beantragt und bekommen hat. Das chinesische (Beidou) und russische Militär (Glonass) sowie die EU (Galileo) ebenfalls. Anderenfalls sind sämtliche halbwegs modernen Autos in Namibia ab sofort illegal und und die Aktien der Eselskarrenhersteller dürften in den nächsten Tagen durch die Decke gehen.
Auch an dich der Hinweis, dass es ein Kommunikationsgesetz in Namibia gibt, und man sich hier daran haelt. Ich weiss nicht, ob GPS etc eine Lizenz hier benoetigen - denke dass kann jeder selber im Gesetz nachlesen wen es interessiert.
88 Beiträge · seit 202002. Dez. 2024 · #52
makis schrieb:"MTC hat tatsaechlich immer noch das beste Internet."
Ich hätte hinzufügen sollen: in Namibia.
Das hatte ich schon so verstanden, aber es ist halt letztlich eine Frage dessen, was man braucht.
Für mobile Daten in der Fläche führt sowieso kein Weg an MTC vorbei, für Fiber sehe ich keinerlei Unterschiede, sehr wohl aber bspw. beim Service. Und wenn man im konkreten Fall über Paratus (meine Rechtschreibkorrektur hat daraus ParaMus gemacht?) ein WiFi-Angebot hat, ist das natürlich eine bessere Option als das mobile MTC.
makis schrieb:Und natürlich ist MTC kein Global Player, nur weil ein paar ausländische Firmen einen Anteil daran haben.
Sicherlich Definitionssache. MTC ist jedenfalls nicht ein "VEB Mobile Fernmeldedienste" 😉
Und Starlink ist, wenn man ganz ehrlich ist, auch kein direkter Konkurrent, sondern bedient schon rein preislich eine völlig andere Klientel.
makis schrieb:
Buitepos schrieb:
Auch empfangen darf das Signal grundsätzlich jeder Mensch auf namibischem Boden
Da wäre ich mir nicht so sicher. Gibt es denn reine Empfängerkits für Starlink? CRAN spricht explizit von Terminals, und sowohl die Nutzung als auch der Import sind bis zur Lizenzvergabe verboten:

„ Until a license is granted, the importation of Starlink terminal equipment and the use of its services violate Sections 37(1) and 38(2)(a) of the Communications Act (No. 8 of 2009) and constitute a regulatory offence under Section 114(1) of the Act.“
Reine "Empfängerkits" gibt es nicht, die würden auch keinen Sinn ergeben.
Danke für den Verweis auf den einschlägigen Act. Wenn ich dort nachlese, wird meine Vermutung allerdings bestätigt.
Weder der Import, noch der Besitz von Empfangs- und Sendeanlagen ist untersagt, sondern alleine das Anbieten des Dienstes und der Betrieb des Netzwerks (damit würde man sich quasi strafbar machen, sobald man das Gerät einschaltet, da man rein technisch daran beteiligt ist, ein Netz zu betreiben):
"PART 1 TELECOMMUNICATIONS LICENCES
Prohibition of provision of telecommunications services and operation of network without licence
37. (1) No person may provide a telecommunication service except under and in accordance with a licence issued to that person in terms of this Chapter, unless any other provision of this Act or a regulation made in terms of subsection (5) expressly authorises the provision of such service without a licence."
makis schrieb:
Es gibt Gesetze in Namibia.
Das Problem sind nicht die Gesetze, sondern das Handeln der Exekutive.
Grundsätzlich gilt in eigentlich allen Rechtssystemen der Welt "was nicht explizit verboten ist, ist erlaubt", nur Diktaturen und Bananenrepubliken handhaben das anders.
In Namibia und (was ich so höre) einigen anderen afrikanischen Ländern bewegt man sich hier grenzwertig zur Banane, und geht immer erst mal den Weg des "solange es nicht ausdrücklich vom Minister genehmigt ist, gehen wir erstmal davon aus, dass es verboten ist / sein sollte".
Und das ist ja nicht nur bei Starlink so, sondern beginnt schon, wenn man hier ein Business aufmachen will.
Wird zwar jetzt sehr off-topic, aber es kann hier ein paar Monate dauern, einen Laden zu eröffnen, eine Sache, die in Deutschland bspw. "nach meiner Kenntnis ist das sofort – unverzüglich" (Zitat Günter Schabowski) machbar ist.
Sowas ist einfach nur unnötig, und kostet Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum.
Und es ist eben auch ein offenes Geheimnis, dass sich die "Wartezeit" mit entsprechenden Zuwendungen verkürzen lässt.
makis schrieb:Man mag mit den Regulierungen nicht einverstanden sein, aber dann jedes Mal, wenn die eigenen Befindlichkeiten und der Komfort gestört werden Namibia als Bananenrepublik hinzustellen, finde ich nicht richtig.
In meinem Fall werden weder Komfort noch Befindlichkeit gestört, da ich selbst kein Starlink brauche.
Ich finde einfach, Namibia macht gelegentlich ein paar unnötige Fehler, die Arbeitsplätze kosten, die Entwicklung des Landes bremsen, und alles andere als den Menschen hier im Land dienen.
Damit sind nicht einmal in erster Linie die Starlink-Kunden selbst gemeint, sondern, wie von mir bereits geschildert, die Menschen, deren Jobs im Tourismus gefährdet werden.
Oder die Schüler, die vielleicht das Pech haben, durch diese Verzögerung jetzt in dem Jahrgang zu sitzen, der bereits schnelles Internet hätte haben können, und denen dadurch die Chance verbaut wird, eine Karriere in der IT zu machen.
Das kann man alles als "Ausnahmen" oder "nur wenige Leute" abtun, aber es sind immer noch Menschen, deren Leben dadurch sicherlich nicht besser wird.
Wofür? Weil man auf einem vermeintlichen "Recht" gepocht hat, und es "dem bösen Elon" (den ich schon unsympathisch fand, bevor es cool war) zeigen wollte?
Neee, sorry, ich bleibe dabei, das ist für mich das Verhalten einer Bananenrepublik, welche die Interessen der eigenen Bürger ignoriert.
33,1k Beiträge · seit 200602. Dez. 2024 · #53
Na dann hoffe ich, das die US-amerikanische Airforce schon eine namibische Lizenz fürs GPS beantragt und bekommen hat. Das chinesische (Beidou) und russische Militär (Glonass) sowie die EU (Galileo) ebenfalls. Anderenfalls sind sämtliche halbwegs modernen Autos in Namibia ab sofort illegal und und die Aktien der Eselskarrenhersteller dürften in den nächsten Tagen durch die Decke gehen.
In solchen Fällen geht es um die Zulassung der Endgeräte, die die Signale verarbeiten. Und da haben selbstverständlich die Fahrzeughersteller die nötige Lizenz von CRAN (meist als Group Rating). Es ist z. B. auch theoretisch nicht erlaubt irgendein Handfunkgerät aus der Heimat für den Urlaub mit nach Namibia zu bringen, solange das Endgerät hier keine Zulassung hat.

Fakt ist: Starlink und Endverbraucher haben illegal in Namibia die Signale gesendet/genutzt. Starlink hat die nötige Lizenz beantragt und das wurde auch im Amtsblatt veröffentlicht. Rechtlich gibt es dann diverse Einspruchsfristen etc, die das Prozedere verzögern können/werden (ich vermute mal, dass MTC und Telecom Einsprüche eingelegt haben; Paratus wohl kaum, da sie schon den Exklusivvertriebsvertrag mit Starlink geschlossen haben). Insgesamt kann der Lizenzierungsprozess eben bis zu 12 Monate dauern. Soviel Geduld muss man bzw. Starlink halt aufbringen, auch wenn viele (v.a. Unterkunftsbetreiber in entlegenen Gebieten, Farmer usw.) es gern anders hätten (sogar ich hätte gern Starlink hier). Unter anderem gab es noch Ende September eben große rechtliche Probleme bei dem Antrag von Starlink, da sie keine, wie vorgeschrieben, lokale Miteigentümer haben wollen (https://www.namibian.com.na/starlink-seeks-exemption-from-local-ownership-rule-to-launch-operations-in-namibia/). Das alles bringt weitere Verzögerungen mitsich. Warum hat Starlink eigentlich nicht schon vor Jahren den Antrag gestellt, sondern bis vor ca. vier Monaten gewartet?

Wir schweifen aber etwas vom Thema ab, zumal der Threadtitel "Südafrika" lautet.

Viele Grüße
Christian
Und Starlink ist, wenn man ganz ehrlich ist, auch kein direkter Konkurrent, sondern bedient schon rein preislich eine völlig andere Klientel.
Wieso das? Starlink kostet in Nachbarländern teilweise nur 30 USD/Monat. Das ist deutlich weniger als die USD 170 bei Paratus (für etwa die gleiche Geschwindigkeit) oder die USD60 bei MTC (für ihre maximal 75 Mbit/s).
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2024
88 Beiträge · seit 202002. Dez. 2024 · #54
travelNAMIBIA schrieb:
Und Starlink ist, wenn man ganz ehrlich ist, auch kein direkter Konkurrent, sondern bedient schon rein preislich eine völlig andere Klientel.
Wieso das? Starlink kostet in Nachbarländern teilweise nur 30 USD/Monat. Das ist deutlich weniger als die USD 170 bei Paratus (für etwa die gleiche Geschwindigkeit) oder die USD60 bei MTC (für ihre maximal 75 Mbit/s).
Ok, kommt natürlich drauf an, was man vergleicht, und irgendwie ist da alles Äpfel und Birnen, muss man mit Fiber vergleichen, Mobile oder VSat? Gleiche Geschwindigkeit, oder einfach nur "was die Leute halt so nutzen"?
Der Vergleich mit Zambia ist auch nicht ganz fair, so billig gibt's Starlink, soweit ich weiß, fast nirgends.
Ich sehe Starlink vor allem bei den Farmen, Lodges, und den Touristen, sowie bei geschäftlichen Kunden überall dort, wo es sonst keine guten Alternativen gibt. Rein technisch kann Starlink nicht einfach so Massen von Privat-Nutzern bedienen, ohne auch Infrastruktur vor Ort aufzubauen.
Aber ich kann mich irren, und Starlink kann eine echte Konkurrenz zu MTC sein, was für mich aber noch immer kein guter Grund wäre, protektionistisch die Hand drüber zu halten (und dieser Eindruck beschleicht mich eben insbesondere in Bezug auf Südafrika, aber auch vielleicht hierzulande).

In einem jedenfalls muss ich dir widersprechen: Starlink hat sicher nicht illegal Signale gesendet.
Als Satelliten-Betreiber benötigt die Firma nur eine internationale Lizenz der International Telecommunications Union, wo selbstverständlich auch Namibia Mitglied ist. Nur für das aktive Anbieten des Service in Namibia würde eine extra Lizenz benötigt, was Starlink bietet hierzulande aber nicht tut.
Wohlgemerkt: die Nutzer dürfen das Equipment hier vielleicht nicht betreiben, aber selbst da wäre ich nicht ganz sicher (jedenfalls halte ich die Verfolgung von Nutzern für völlig überzogen).

Und um deinen Einwand des "off-topic" zu entkräften: das gilt so auch für Südafrika, das selbstverständlich auch in der ITU ist 😉
33,1k Beiträge · seit 200602. Dez. 2024 · #55
Als Satelliten-Betreiber benötigt die Firma nur eine internationale Lizenz der International Telecommunications Union, wo selbstverständlich auch Namibia Mitglied ist.
Das sieht CRAN scheinbar und bezieht sich da auf bestehend Gesetze. Also im Communication Act aus 2009 ist ganz klar geregelt, dass der "Uplink" von Satellitendienstleistungen mit einer Lizenzgebühr bedacht ist. Und darum geht es CRAN vielleicht? Aber ich kenne mich da rechtlich und v. a. technisch auch nicht en detail aus. Mir liegt auch leider die Original-Mitteilung von CRAN nicht vor. Die Medien haben da möglicherweise auch etwas missverstanden?!

Viele Grüße
Christian
Der Vergleich mit Zambia ist auch nicht ganz fair, so billig gibt's Starlink, soweit ich weiß, fast nirgends.
https://techcentral.co.za/starlink-prices-around-the-world-africa/234231/ (ist aber aus 2023): Da bewegt sich alles um 30-50 Euro...
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2024
128 Beiträge · seit 202402. Dez. 2024 · #56
Buitepos schrieb:So wie jeder andere Satellitenbetreiber darf Starlink jedoch prinzipiell über jedem Ort der Welt senden.
Nein, absolut nicht. Auf keinem Staatsgebiet der Welt. Der Luftraum bis mindestens 60km Höhe gehört zum Hoheitsgebiet eines Staates. Wie jeder andere Satellitenbetreiber darf Starlink in ausreichender Höhe über jeden Ort der Welt fliegen, aber die dürfen nicht nach Lust und Laune auf Frequenzen ihrer Wahl in der Signalstärke ihrer Wahl an jeden Ort der Welt irgendwas senden. Jedes Land entscheidet souverän selbst, wofür es welche Frequenzbänder nutzen will. Wenn jemand ein Frequenzband (oder mehrere) im staatlichen Hoheitsgebiet nutzen will, braucht er eine Genehmigung. Wenn jeder funkt, wie er will, dann werden Frequenzbereiche eventuell mehrfach genutzt, Signale überlagern sich und am Ende funktioniert ggf. nichts mehr. Das muss schon alles koordiniert sein.

GPS taugt nicht als Vergleich. Das ist fast 50 Jahre alt, kommt vom Militär. Das lief damals anders. 😎 Außerdem sind die Signale extrem schwach und nutzen relativ niedrige Frequenzen, während Starlink für hohe Datenraten auf 12-40 GHz setzt.

Für die Bevölkerung in Namibia wäre die Verfügbarkeit von Starlink sicher ein großer Vorteil, weil es Bandbreite und akzeptable Latenz zu halbwegs bezahlbaren Kosten in die Fläche bringt. Auf der anderen Seite wird man abwägen, wie sehr das lokalen "Champions" wie Telecom Namibia, MTC, Paratus zusetzt. Und was es potentiell bedeutet, dass Elon Musk extrem unzuverlässig ist und alles, was er beeinflussen kann, skrupellos für eigene Zwecke nutzt.

Viele Grüße
88 Beiträge · seit 202002. Dez. 2024 · #57
ewbabmiz schrieb:
Buitepos schrieb:So wie jeder andere Satellitenbetreiber darf Starlink jedoch prinzipiell über jedem Ort der Welt senden.
Nein, absolut nicht. Auf keinem Staatsgebiet der Welt. Der Luftraum bis mindestens 60km Höhe gehört zum Hoheitsgebiet eines Staates. Wie jeder andere Satellitenbetreiber darf Starlink in ausreichender Höhe über jeden Ort der Welt fliegen, aber die dürfen nicht nach Lust und Laune auf Frequenzen ihrer Wahl in der Signalstärke ihrer Wahl an jeden Ort der Welt irgendwas senden.
Niemand redet davon, dass sie nach Lust und Laune irgendwelche Frequenzen nutzen dürfen.
Aber es ist eben keineswegs Sache des Staats, der da zufällig unten drunter vorbeizieht, sondern einzig und allein Sache der ITU. Ich habe mich da gerade erst nochmal kurz eingelesen, weil mich das jetzt auch neugierig gemacht hat. Natürlich ist der ganze Vorgang noch komplexer, als von mir geschildert. Kurz gesagt können Staaten durchaus auch Frequenzen exklusiv reservieren, müssen das dann aber auch bei der ITU tun.
ewbabmiz schrieb:Jedes Land entscheidet souverän selbst, wofür es welche Frequenzbänder nutzen will.
Nein, das wäre auch eine komplette Katastrophe, schließlich könnte dann der Papst mit seinem Piratensender Pontifex die armen Leute von RAI in Rom in den Wahnsinn treiben. 😄
Oder, um ein wenig die Kurve zum on-topic hinzukriegen: der König von Eswatini stört den Funk in Durban.
ewbabmiz schrieb:Wenn jeder funkt, wie er will, dann werden Frequenzbereiche eventuell mehrfach genutzt, Signale überlagern sich und am Ende funktioniert ggf. nichts mehr. Das muss schon alles koordiniert sein.
Und genau deswegen macht das die ITU, weil Radiowellen nunmal nicht an Staatsgrenzen haltmachen.
ewbabmiz schrieb:GPS taugt nicht als Vergleich. [...] Außerdem sind die Signale extrem schwach und nutzen relativ niedrige Frequenzen, während Starlink für hohe Datenraten auf 12-40 GHz setzt.
Rein technisch: au contraire. Je höher die Frequenzen, umso weniger Reichweite in der Atmosphäre, und damit geringeres Störpotential.
Ob nun das Starlink-Signal stärker als das GPS ist, überprüfe ich nicht, weil das eigentlich irrelevant ist, allerdings wäre mein Bauchgefühl auch hier: geringere Distanz, größere Antennen, eher schwächeres Signal.
ewbabmiz schrieb:Auf der anderen Seite wird man abwägen, wie sehr das lokalen "Champions" wie Telecom Namibia, MTC, Paratus zusetzt.
Das sollte zumindest für CRAN keine Rolle spielen, zumindest ist das nicht ihre Aufgabe.

Insgesamt ärgert mich an dieser Provinzposse in erster Linie, dass offensichtlich mal wieder keiner vorausschauend gearbeitet hat. Ich meine, seit Jahren ist doch jedem Blinden mit Krückstock klar, dass Starlink früher oder später hierher kommt. Also hätte man sich frühzeitig überlegen können, wie man sich grundsätzlich dazu stellt. Will man es, oder eben nicht? Und dann hätte man proaktiv eine Linie entwickeln können, wie man mit der Nutzung des Service umgeht.
Stattdessen kommt jetzt ein "Cease and Desist" für simple Roaming-User, was quasi erstmal heißt "wir haben keine Ahnung, was das ist, erklären uns mal für zuständig, gehen davon aus, dass ihr eine Genehmigung braucht, und dass ihr hier Dienste anbietet, also untersagen wir euch das".
Das ist peinlich, und das würde ich in Deutschland als Totalversagen einer Behörde ansehen.
Insofern kann ich nicht erkennen, wieso ich das hierzulande anders handhaben sollte.
Die Situation in Südafrika bewerte ich ähnlich, aber dort habe ich es naturgemäß weniger genau verfolgt.
537 Beiträge · seit 202003. Dez. 2024 · #58
Buitepos schrieb:
ewbabmiz schrieb:Auf der anderen Seite wird man abwägen, wie sehr das lokalen "Champions" wie Telecom Namibia, MTC, Paratus zusetzt.
Das sollte zumindest für CRAN keine Rolle spielen, zumindest ist das nicht ihre Aufgabe.
Nein - aber wie von Christian beschrieben, ist es Teil der Lizenzvergabe, dass lokale Anbieter sehr wohl Einspruch erheben dürfen, und ihre Argumente geprüft werden müssen.
Du verdrehst ständig die Tatsachen, und erst das hier hat mir ein Licht aufgehen lassen, warum du das tust:
Buitepos schrieb:
Insgesamt ärgert mich an dieser Provinzposse in erster Linie, dass offensichtlich mal wieder keiner vorausschauend gearbeitet hat. Ich meine, seit Jahren ist doch jedem Blinden mit Krückstock klar, dass Starlink früher oder später hierher kommt. Also hätte man sich frühzeitig überlegen können, wie man sich grundsätzlich dazu stellt. Will man es, oder eben nicht? Und dann hätte man proaktiv eine Linie entwickeln können, wie man mit der Nutzung des Service umgeht.
Stattdessen kommt jetzt ein "Cease and Desist" für simple Roaming-User, was quasi erstmal heißt "wir haben keine Ahnung, was das ist, erklären uns mal für zuständig, gehen davon aus, dass ihr eine Genehmigung braucht, und dass ihr hier Dienste anbietet, also untersagen wir euch das".
Das ist peinlich, und das würde ich in Deutschland als Totalversagen einer Behörde ansehen.
Insofern kann ich nicht erkennen, wieso ich das hierzulande anders handhaben sollte.
Es ist genau diese deutsche Überheblichkeit, die mir so gewaltig auf den Senkel geht, dass ich jedem Deutschen, der hier leben darf (ja, man muss sich nur bisschen umhören, um zu wissen dass es ein Privileg ist), und meint, es müsse hier doch genauso laufen wie in Deutschland (warum ist man dann da weg?), dringend empfehlen möchte, doch dann wieder nach Deutschland zurückzukehren. Und falls es sich um Deutschnamibier handelt: einfach mal ein paar Jahre in Deutschland zu leben.
Es ärgert dich also, dass man nicht vorausschauend gedacht hat? Lebst du noch nicht lange genug in Namibia, um zu wissen, dass vorausschauende Planung nicht zu den herausragendsten Eigenschaften der Menschen hier zählt? Dass eine verkrustete, überladene Bürokratie andererseits auch ein schnelles und flexibles Handeln sehr oft unmöglich macht? Um „proaktiv eine Linie zu entwickeln“ braucht es weit mehr als die Erkenntnis, dass man einen Plan machen sollte - was zumindest in in vielen Köpfen hier verankert ist. Wenn du das ernsthaft von Namibia erwartest, wirst du hier sehr schnell sehr unglücklich werden, und dich jeden Tag aufs Neue ärgern: über die Stadtverwaltung, die Angestellten, die Regierung, die Bürokratie, das Internet, etc etc etc.
Ich habe einen Bekannten, der nicht mal zwei Jahre in seinem Wunschland (seine Worte bevor er herkam) lebt und nur am Jammern und inzwischen Wüten ist, weil die Menschen dumm, die Bürokratie schwerfällig und die Regierung korrupt ist, und der anscheinend glaubt, das alles passiert nur um ihm das Leben schwer zu machen. Und ich bin es so Leid, dieses Rosinenpicken und Korinthenkacken, dieses Anspruchsdenken das seit Jahren immer mehr zunimmt („ich will aber schnelles Internet und ich will es jetzt“). Nun, ich habe Neuigkeiten: nicht alles, was woanders möglich ist, ist in Namibia möglich. Vor allem ist es hier nicht schnell möglich. Und das liegt nicht an „Provinzpossen“ oder fetten SWAPO Politikern, die ja sowieso alle korrupt sind, und zeigt auch kein „Totalversagen“ von Behörden - gerade letzteres stimmt in diesem Fall überhaupt nicht, da CRAN sehr wohl weiß, was Starlink ist, und natürlich auch zuständig ist, und die namibischen Gesetze akribisch anwendet. Nochmal: warum denkst du hat Starlink die Lizenz beantragt, wenn die Behörde doch gar nicht zuständig ist und nicht weiß was sie tut?

Es mag vieles unrund laufen in Namibia. Vieles könnte verbessert werden, und es ist auch in Ordnung, tatsächliche Missstände zu kritisieren (zB gibt es viel zu wenige Sozialarbeiter, was Adoptionen und Fostercare unnötig lange verzögert - DAS führt zu echtem Trauma!), aber als Deutscher hierherzukommen, und sich darüber zu beklagen, dass Namibia nicht Deutschland ist (ein sehr, sehr idealisiertes Deutschland übrigens - man denke an Stuttgart 21, Berliner Flughafen, die Deutsche Bahn, Weihnachtsmärkte und die „proaktive Linie“ die während Corona gefahren wurde), oder wenigstens so perfekt wie man selber, da reagiere ich allergisch.

Das perfekte Land gibt es so wenig wie den perfekten Partner. Und genau wie beim Partner muss man auch beim Land wissen, was einem wichtig ist, und was man übersehen kann. Wer zB täglich seine Portion (europäische) Kultur braucht, wird wahrscheinlich in Omaruru nicht glücklich werden (nicht mal in Windhoek). Dann aber Omaruru vorzuwerfen, es hätte nicht genug interessante Architektur und Kunstausstellungen, wäre doch reichlich unfair, oder?

Um zum Schluss wieder zum Thema zu kommen: ob und wann Starlink in Namibia zur Verfügung stehen wird, steht in den Sternen :zwinker:
Man sollte sich nicht darauf verlassen, aber auch nicht komplett die Hoffnung verlieren. Ich habe gelernt, dass man in Namibia eigentlich nur eins braucht, und das ist Geduld. Wir werden schnelles Internet bekommen, auf die eine oder andere Weise. Da bin ich mir sicher.
33,1k Beiträge · seit 200603. Dez. 2024 · #59
Und dann hätte man proaktiv eine Linie entwickeln können, wie man mit der Nutzung des Service umgeht.
Das verstehe ich nicht. Wieso muss eine Regulierungsbehörde proaktiv sich mit irgendeinem möglichen Lizenzantragsteller auseinandersetzen? Starlink ist nicht wichtiger oder unwichtiger als jeder andere. Und die Gesetze dazu gibt es wie gesagt (zum Großteil seit 2009) und werden konsequent, eben auch bei Starlink, angewendet. Ich verstehe auch den Aufschrei nun nicht so ganz. Starlink gibt es seit Jahren, hat aber aus irgendwelchen Gründen jetzt erst den Antrag in Namibia auf Lizenzierung gestellt und parallel aber schon einen Betrieb "ermöglicht". Zudem wurden diverse Punkte füe die Lizenzierung eben bisher nicht erfüllt, darunter die Eigentumsstruktur. Ich sehe da vor allem ein unprofessionelles Vorgehen bei Starlink und nicht bei der CRAN.

Aber keine Sorge: Es wird kommen, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber da man hier im Land nun schon 2+ Jahre drauf wartet (oder eben nicht, denn der Aufschrei kommt ja erst jetzt... die letzten Jahre hat die Thematik hier fast keinen interessiert), werden einige weitere Monate wohl nicht schaden.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
88 Beiträge · seit 202003. Dez. 2024 · #60
makis schrieb:Es ist genau diese deutsche Überheblichkeit, die mir so gewaltig auf den Senkel geht
"Well, that escalated quickly".
Ich lasse das hier einfach mal so stehen, im Prinzip ist das ja ein interessantes Thema, zu dem ich mich gerne mit dir austauschen würde, aber das ist vielleicht im Auswandererforum besser aufgehoben?
Jedenfalls hat es weder mit Starlink noch mit Südafrika zu tun 😉
makis schrieb:Um zum Schluss wieder zum Thema zu kommen: ob und wann Starlink in Namibia zur Verfügung stehen wird, steht in den Sternen
Wie gesagt, ist mir persönlich das eher egal, und ein paar Monate hin oder her interessieren eh nicht. Wenn's halt ähnlich wie in Südafrika läuft, wäre das für manche Farmer, Lodges, Businesses und vielleicht, wie von mir bereits angedeutet, Schulen, um es höflich zu formulieren: suboptimal.
travelNAMIBIA schrieb:
Und dann hätte man proaktiv eine Linie entwickeln können, wie man mit der Nutzung des Service umgeht.
Das verstehe ich nicht. Wieso muss eine Regulierungsbehörde proaktiv sich mit irgendeinem möglichen Lizenzantragsteller auseinandersetzen?
Von "müssen" war nicht die Rede, von "können" habe ich geschrieben.
Es gehört in meinen Augen sehr wohl zu den vorrangigen Aufgaben einer Aufsichtsbehörde, sich mit Neuerungen in ihrem Aufsichtsbereich auseinanderzusetzen. Dazu werden üblicherweise auch Angestellte durch die halbe Welt von Konferenz zu Konferenz und von Messe zu Messe geschickt, und auch die eine oder andere Fortbildung besucht.
Vielleicht ist CRAN wirklich zu understaffed, um das effektiv bewerkstelligen zu können, aber auch dann bleibt natürlich meine grundsätzliche Kritik bestehen.
Und es geht hier auch nicht um einen Antragsteller, sondern um eine technische Neuerung, bei der es in naher Zukunft einiges an Konkurrenz geben dürfte (kurz gegoogelt: OneWeb von Eutelsat, Project Kuiper von Amazon, Lightspeed von Telesat und AST SpaceMobile, und soweit ich mich erinnere, hat China auch was in der Pipeline).


Aber nochmal zurück zu den Fakten:
1. Starlink darf Satelliten betreiben, und die Frequenzen nutzen, selbstverständlich auch über namibischem oder südafrikanischem Hoheitsgebiet. Zuständig ist die ITU, nicht das jeweilige Land.
2. Starlink bietet keine Dienste im Land an. Deshalb kann man kein Equipment von ihnen kaufen und auch keine Verträge abschließen.
3. Touristen, die ihr Equipment und ihre Verträge im Ausland gekauft haben, sehen sich mit der Drohung konfrontiert, dass ihr Equipment möglicherweise beschlagnahmt wird, und/oder sie begehen unwissentlich Straftaten (Ordnungswidrigkeiten?), wenn sie ihr globales Roaming nutzen.
4. Einheimische, die sich aus der Not heraus, dass bei ihnen auf der Farm kein Internet zu haben ist, die sich in Zambia oder sonstwo "selbst geholfen" haben, werden gegängelt.

Es gilt hier in meinen Augen das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu beachten: Elon Musk wird das ganze reichlich egal sein, die Leidtragenden sind in allererster Linie Menschen, die glücklich waren, endlich eine Möglichkeit zu haben, auf der Farm ins Internet zu können, und Touristen.
Ich kann daran nichts positives sehen, sorry.
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2024