makis schrieb:"MTC hat tatsaechlich immer noch das beste Internet."
Ich hätte hinzufügen sollen: in Namibia.
Das hatte ich schon so verstanden, aber es ist halt letztlich eine Frage dessen, was man braucht.
Für mobile Daten in der Fläche führt sowieso kein Weg an MTC vorbei, für Fiber sehe ich keinerlei Unterschiede, sehr wohl aber bspw. beim Service. Und wenn man im konkreten Fall über Paratus (meine Rechtschreibkorrektur hat daraus ParaMus gemacht?) ein WiFi-Angebot hat, ist das natürlich eine bessere Option als das mobile MTC.
makis schrieb:Und natürlich ist MTC kein Global Player, nur weil ein paar ausländische Firmen einen Anteil daran haben.
Sicherlich Definitionssache. MTC ist jedenfalls nicht ein "VEB Mobile Fernmeldedienste" 😉
Und Starlink ist, wenn man ganz ehrlich ist, auch kein direkter Konkurrent, sondern bedient schon rein preislich eine völlig andere Klientel.
makis schrieb:Buitepos schrieb:
Auch empfangen darf das Signal grundsätzlich jeder Mensch auf namibischem Boden
Da wäre ich mir nicht so sicher. Gibt es denn reine Empfängerkits für Starlink? CRAN spricht explizit von Terminals, und sowohl die Nutzung als auch der Import sind bis zur Lizenzvergabe verboten:
„ Until a license is granted, the importation of Starlink terminal equipment and the use of its services violate Sections 37(1) and 38(2)(a) of the Communications Act (No. 8 of 2009) and constitute a regulatory offence under Section 114(1) of the Act.“
Reine "Empfängerkits" gibt es nicht, die würden auch keinen Sinn ergeben.
Danke für den Verweis auf den einschlägigen Act. Wenn ich dort nachlese, wird meine Vermutung allerdings bestätigt.
Weder der Import, noch der Besitz von Empfangs- und Sendeanlagen ist untersagt, sondern alleine das Anbieten des Dienstes und der Betrieb des Netzwerks (damit würde man sich quasi strafbar machen, sobald man das Gerät einschaltet, da man rein technisch daran beteiligt ist, ein Netz zu betreiben):
"PART 1 TELECOMMUNICATIONS LICENCES
Prohibition of provision of telecommunications services and operation of network without licence
37. (1) No person may
provide a telecommunication service except under and in accordance with a licence issued to that person in terms of this Chapter, unless any other provision of this Act or a regulation made in terms of subsection (5) expressly authorises the provision of such service without a licence."
makis schrieb:
Es gibt Gesetze in Namibia.
Das Problem sind nicht die Gesetze, sondern das Handeln der Exekutive.
Grundsätzlich gilt in eigentlich allen Rechtssystemen der Welt "was nicht explizit verboten ist, ist erlaubt", nur Diktaturen und Bananenrepubliken handhaben das anders.
In Namibia und (was ich so höre) einigen anderen afrikanischen Ländern bewegt man sich hier grenzwertig zur Banane, und geht immer erst mal den Weg des "solange es nicht ausdrücklich vom Minister genehmigt ist, gehen wir erstmal davon aus, dass es verboten ist / sein sollte".
Und das ist ja nicht nur bei Starlink so, sondern beginnt schon, wenn man hier ein Business aufmachen will.
Wird zwar jetzt sehr off-topic, aber es kann hier ein paar Monate dauern, einen Laden zu eröffnen, eine Sache, die in Deutschland bspw. "nach meiner Kenntnis ist das sofort – unverzüglich" (Zitat Günter Schabowski) machbar ist.
Sowas ist einfach nur unnötig, und kostet Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum.
Und es ist eben auch ein offenes Geheimnis, dass sich die "Wartezeit" mit entsprechenden Zuwendungen verkürzen lässt.
makis schrieb:Man mag mit den Regulierungen nicht einverstanden sein, aber dann jedes Mal, wenn die eigenen Befindlichkeiten und der Komfort gestört werden Namibia als Bananenrepublik hinzustellen, finde ich nicht richtig.
In meinem Fall werden weder Komfort noch Befindlichkeit gestört, da ich selbst kein Starlink brauche.
Ich finde einfach, Namibia macht gelegentlich ein paar unnötige Fehler, die Arbeitsplätze kosten, die Entwicklung des Landes bremsen, und alles andere als den Menschen hier im Land dienen.
Damit sind nicht einmal in erster Linie die Starlink-Kunden selbst gemeint, sondern, wie von mir bereits geschildert, die Menschen, deren Jobs im Tourismus gefährdet werden.
Oder die Schüler, die vielleicht das Pech haben, durch diese Verzögerung jetzt in dem Jahrgang zu sitzen, der bereits schnelles Internet hätte haben können, und denen dadurch die Chance verbaut wird, eine Karriere in der IT zu machen.
Das kann man alles als "Ausnahmen" oder "nur wenige Leute" abtun, aber es sind immer noch Menschen, deren Leben dadurch sicherlich nicht besser wird.
Wofür? Weil man auf einem vermeintlichen "Recht" gepocht hat, und es "dem bösen Elon" (den ich schon unsympathisch fand, bevor es cool war) zeigen wollte?
Neee, sorry, ich bleibe dabei, das ist für mich das Verhalten einer Bananenrepublik, welche die Interessen der eigenen Bürger ignoriert.