makis schrieb:Es gab mal eine Zeit, da wurde der saure Regen als Fakt hingestellt - ueber den redet heute keiner mehr. Mitte der 70er wurde uns schon erzaehlt, dass das Oel knapp ist und die Quellen kurz vorm Versiegen sind - darum hatten wir autofreie Sonntage.Nur kurz: Der saure Regen war real, weil wir bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe riesige Mengen säurebildender Abgase in die Luft geblasen haben - vor allem Schwefeldioxid. Dagegen kann man was machen, nämlich die fossilen Brennstoffe vor der Verbrennung entschwefeln oder nach der Verbrennung die Abgase entschwefeln. Genau das haben wir flächendeckend gemacht. Die Schwefeldioxid-Emissionen sind seit 1990 um 95% gesunken und deswegen ist saurer Regen heute kein Thema mehr und nicht weil das damals alles ein Fake war.
Richtig ist, dass sich das angekündigte Peak-Oil-Datum durch die Entdeckung immer neuer Vorkommen bzw. wirtschaftlichere Fördermethoden jahrzehntelang immer weiter nach hinten verschoben hat. In den 70ern war Öl aber nicht knapp. Als Folge des Jom-Kippur-Krieges (Israel gegen arabische Staaten) haben die arabischen Staaten den Ölhahn etwas zugedreht, um den Westen für seine Unterstützung von Israel zu bestrafen und unter Druck zu setzen. Das hat einen Preisschock ausgelöst. Der Ölpreis vervierfachte sich und die hiesige Reaktion darauf waren autofreie Sonntage. Nebenbei: Heute ist davon auszugehen, dass die bekannten Öl-Lagerstätten nicht mehr alle vollständig ausgebeutet werden, also das, was Ursprünglich mit Peak Oil gemeint war, nie eintreten wird.
makis schrieb:Wenn ich an die Mengen an Beton denke, die da benoetigt werden, und welche Flaechen da versiegelt werden wird mir uebel.Gehen wir davon aus, dass da 4 GW Windkraft errichtet werden sollen. Mit 10 MW Windrädern wären das 400 Stück. Wir unterstellen Betonfundamente mit jeweils 50 Meter Durchmesser. Ergibt knapp 2000 Quadratmeter Versiegelung pro Windradfundament. In Summe 800.000 Quadratmeter, also 0,8 Quadratkilometer. Dann nehmen wir noch an, dass dafür 200 km 8m breite Asphaltstraße an Zuwegung gebaut werden und dauerhaft verbleiben (was eigentlich unüblich ist). Ergibt noch mal 1,6 Quadratkilometer Flächenversiegelung. In Summe 2,4 Quadratkilometer. Weniger als 0,01% der Fläche des Tsau-Khaeb-Nationalparkes. Allein die noch relativ junge Husab-Uran-Tagebau-Mine hat schon heute 25 Quadratkilometer namibischen Bodens umgepflügt und verwüstet. Tendenz steigend. Wenn Dir die Projekte zum grünen Wasserstoff Sorgen machen, müssen Dich Husab und ähnliche Projekte um den Verstand bringen.
makis schrieb:Ich kann nur von mir sprechen: ich bin Namibier. Und als solcher darf ich mich ja wohl um das Land sorgen, in dem ich lebe und das ich liebe?Ja natürlich. Das kann ich total verstehen und akzeptieren. In einer objektiven, rationalen Abwägung halte ich das für falsch, aber natürlich kannst Du persönlich eine andere Prioritätensetzung haben. Es würde mich dann eben nur etwas wundern, falls Du nicht auch entschiedener Gegner des Uranabbaus in Namibia und der geplanten Ölförderung in Namibia und vor der Küste Namibias bist. Die ökologischen Schäden und Gefahren, die es da gibt, sind meines Erachtens weitaus größer, als durch paar Fundamente für Windräder und Punktfundamente für aufgeständerte Photovoltaik.
Grüße
