Grüner Wasserstoff

222 Antworten · 16,5k Aufrufe · gestartet 05. Nov. 2021 von travelNAMIBIA
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Gast08. Juli 2024 ·
Swakop52 schrieb:ZITAT:
To build a 10GW solar plant as envisaged by Hyphen Hydrogen, one would need 40 million solar panels if no wind turbines are used.
If only wind turbines are to be used at an average capacity of 3.2MW per turbine, they will need 3 125 wind turbines.
Ich weiß nicht, wie der sonst geschätzte John Grobler auf diese Zahlen kommen will. Wie wirklich jeder beim Online-Shop oder Händler seiner Wahl nachprüfen kann, hat ein Standard-PV-Panel heutzutage eine Leistung von um die 400 Watt. Entsprechend bräuchte man für 10 GW 25 Mio. Panel und nicht 40 Mio.

Wie die namibische Regierung im offiziellen Factsheet zum Projekt veröffentlicht hat, soll es in der ersten Phase 800 MW an PV-Leistung geben. Dann bleiben von angeblichen 40 Mio. Paneln noch 2 Mio. Panel übrig.
https://gh2namibia.com/wp-content/uploads/2022/09/Hyphen-SCDI-Project.pdf

In der zweiten Phase bis 2030 sollen noch mal 1.200 MW PV dazu kommen. Also noch mal 3 Mio. Panel. In der Summe wären es 5 Mio. Panel, die über 5-6 Jahre errichtet werden. Zur Orientierung: In Deutschland wurden allein im letzten Jahr ca. 35 Millionen neue PV-Panel installiert und in China an die 600 Millionen neue Panel. Aber weniger als 1 Mio. Panel pro Jahr in Namibia zu installieren, ist natürlich völlig unmöglich...., eine völlig absurde Idee der Linksgrünversifften.
Swakop52 schrieb:
Wer soll das jemals bezahlen? Eine pleite Namibia-Regierung und der deutsche Steuerzahler?
Auch wenn der namibische Staat einen kleinen Anteil erwerben will, ist es primär ein privates Wirtschaftsprojekt. Wieso bezahlt das dann die namibische Regierung oder der deutsche Steuerzahler? Klar werden die versuchen, Fördergelder abzusahnen, aber es ist nicht zu erwarten, dass das Projekt primär mit Steuergeld bezahlt wird. Wenn es doch so kommt, stimme ich gern im Chor der Kritiker mit ein.

Meist sind die Leute, die Solar- und Windkraft ablehnen ja große Fans von Atomkraft. Bleibt ja sonst auch nicht viel, wenn man nicht noch mehr Kohle verstromen will. Ein neues AKW kostet heute 20 Mrd. Euro und hat 10 Jahre Bauzeit. Das ist alles natürlich überhaupt kein Problem. Da fragt niemand, wer das bezahlen soll. Aber 2 Mio PV-Panel für Namibia, die zu aktuellen Marktpreisen 100-200 Millionen* Euro kosten, dass ist natürlich eine total lächerliche Idee der Linksgrünversifften.

Grüße

* Das ist der Panelpreis. Ich würde annehmen, dass die Panel in mindestens einer Achse nachgeführt werden, um den Ertrag zu maximieren. Kommt also noch was dazu. Trotzdem sind die Dimensionen überschaubar.
zuletzt bearbeitet 08. Juli 2024
1’142 Beiträge · seit 202208. Juli 2024 ·
Beschaffungsprobleme bei Hardware und vor allem Kapital wurden vorhergesagt. Dazu kommt noch, dass vielerorts abnehmerseitig bei derart hohem Investitionsrisko für Prozessumstellungen abgewartet wird, ob und wann das mit dem Wasserstoff im Großen wirklich etwas werden wird. So wird berichtet. Das leidige Henne und Ei Problem.
Forrest (Fortescue), der in Australien an Wasserstoff in (Hyphen)^2-Dimensionen arbeitet, will daher selber PV und Rotorflügel herstellen. Anders geht das nicht, sagt Forrest. Er sollte eigentlich schon an E.ON liefern ist aber auch hinter Plan.
Man wird sehen. Kommen wird das mE sicher. Nur wann und durch wem? Und weil hier immer als Gegenargument gebracht: Der Wasserstoff ist nicht für Massenmobilität oder als Energieträger verplant. Eine Schlüsselrolle wird mE die Stahlindustrie einnehmen. Dafür braucht man dann sehr große Mengen. Dabei muss man aber in Jahrzehnten denken.
zuletzt bearbeitet 08. Juli 2024
1’142 Beiträge · seit 202209. Juli 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb:Erste Grüne-Wasserstoff-Eisenhütte der Welt wird in Namibia gebaut
"Namibia breaks ground on World’s first Green Iron Plant"
https://thebrief.com.na/2023/11/namibia-breaks-ground-on-worlds-first-green-iron-plant/
Update
Green energy innovations are being developed in Namibia’s desert
By John Grobler

https://mg.co.za/the-green-guardian/2024-07-09-green-energy-innovations-are-being-developed-in-namibias-desert/

n.b. den Autor 😎

von Stahlerzeugung versteht er nix, strotzt von Fehlern, erzeugt werden soll Eisen(schwamm), kein Stahl
aber dass etwas gebaut wird, wird wohl stimmen
zuletzt bearbeitet 09. Juli 2024
Gast10. Juli 2024 ·
Noch der Vollständigkeit halber: Die namibische Regierung nennt auf ihrer Website für das Hyphenprojekt im Endausbau 2030 5 GW an Stromerzeugungskapazität, davon 2 GW Photovoltaik, was sich, wie schon geschrieben, in ca. 5 Mio. Panels übersetzt. Auf der Hypen-Website ist von 7 GW in 2030 die Rede. Könnten dann auch 7 Mio. Panels werden, was aber immer noch weit weg von den 40 Mio. Panels ist, die John Grobler anführte.

Es ist immer wieder auch von einem Wasserstoffprojekt auf 970 Hektar in Purros mit zugehörigem Hafen bei Cape Fria die Rede. Das Projekt soll Grundwasser nutzen. MOU ist offenbar unterzeichnet und Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsstudie sollen laufen. Das könnte, falls realisiert, auch für dieses primär touristische Forum das weitaus bedeutendere Projekt sein, weil das die touristische Gegend völlig umkrempelt.

Weiß da jemand mehr, als die 3 Artikel hergeben?
https://miningandenergy.com.na/green-hydrogen-hub-set-for-development-in-kunene/
https://www.hydroreview.com/hydro-industry-news/oceantidalstream-power/aw-energy-signs-mou-to-produce-green-hydrogen-from-wave-energy-in-namibia/
https://oxpeckers.org/2024/01/how-green-is-this-hydrogen-valley/

Für die rohstoffreiche Gegend gab es in der Vergangenheit immer wieder hochtrabende Pläne. U.a. wollte China da mal ein gigantisches Eisenerz-Projekt hochziehen. Das wurde aber alles nie realisiert. In Groblers Oxpeckers-Artikel wird vor allem argumentiert, dass das nun angedachte Wasserstoffprojekt wegen der fehlenden Straßeninfrastruktur keine Chance hat. Das Argument trägt meines Erachtens aber nicht. In Saudi-Arabien, Oman und anderen Ländern kann man regelmäßig beobachten, wie schnell man eine Straße durch Wüsten und Gebirge bauen kann. Wenn man will, hat man da in einem Jahr eine perfekte Asphaltstraße. Es sind 60 km auf der bereits lange bestehenden D3707 von Purros bis Höhe Ougams Quelle, die man asphaltieren müsste. Von da sind es durch den Namibstreifen an der Küste noch 35 km bis an den Atlantik, wobei aber weder große Dünen noch hohe Berge zu queren sind. Das ist keine Hürde und sicher alles andere als unmöglich. Höchst fragwürdig wäre da für mich eher die Grundwasser-Nutzung.

Grüße
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2024
1’142 Beiträge · seit 202211. Juli 2024 ·
mitglied19210 schrieb:...... Für die rohstoffreiche Gegend gab es in der Vergangenheit immer wieder hochtrabende Pläne. U.a. wollte China da mal ein gigantisches Eisenerz-Projekt hochziehen. Das wurde aber alles nie realisiert.
Das war beispielsweise so angedacht:
https://www.miningreview.com/top-stories/chinese-want-own-labour-for-kunene-iron-ore-project/
Chinesisches Personal, ganze bis teilweise Befreiung von Zöllen auf Anlagen, Materialien und Produkte, keine oder reduzierte Abgaben und Steuern, aber voller Zugang zum namibischen Markt für den "Industriepark" usw. Daraus wurde (bisher) nix, aber auch unabhängig davon sollte man das derzeit mE nicht ernst nehmen, weil:

Die Weltproduktion von Eisenerz liegt bei rd. 2 Milliarden Jahrestonnen, ca. die Hälfte davon in Australien. Die 5 größten Minen(komplexe) produzieren zwischen (jeweils!!) 150 bis 220 Millionen Jahrestonnen; Sishen in RSA vergleichsweise ca. 30. Die großen Player sind alle in Australien und Brasilien, mit bereits bestehenden Transportwegen und Häfen mit riesigen Kapazitäten und Großkunden.
Es ist mE sehr unwahrscheinlich, dass Jemand ohne voraussehbare Mangelsituation am Weltmarkt gerade in Namibia und dort, mit denkbar schlechten Voraussetzungen für industrielle Entwicklung, jetzt in sowas investieren wird. Außer man schenkt ihm alles (siehe oben).
Zumal es ja auch keinen regionalen Markt gibt. Der wird erstens von den südafrikanischen Minen gedeckt und zweitens ist die Stahlindustrie in RSA selber in der bestehenden Größenordnung und technologisch grenzfällig. ArcelorMittal SA wollte ja unlängst schon das Newcastle-Werk schließen. Was sollte also in Kunene gehen, was im "Industrieland" RSA nicht mehr geht?
zuletzt bearbeitet 11. Juli 2024
Gast13. Juli 2024 ·
Swakop52 schrieb:https://www.az.com.na/politik/nicht-verpflichtend2024-07-12?ct=t(RSS_EMAIL_CAMPAIGN)&mc_cid=e65f7bd255&mc_eid=5073454769
Da geht es primär um Öl. Das es eine sehr reale Gefahr ist, dass am Ende nur ein paar SWAPO-Leute und exzellent vernetzte, zwielichtige "Business Men" von den Wasserstoffprojekten in Namibia profitieren und nicht die breite Bevölkerung, hatten wir in diesem Thread, glaube ich, schon behandelt. Wenn die namibische Regierung sich ganz bewusst weigert, Transparenz herzustellen, steigt sicher die Gefahr.

Im Korruptionsindex von Transparency International ist Deutschland, an dem sich man sich in Namibia ja besonders gern abarbeitet, auf Platz 9 und Namibia auf Platz 59. Dann beschwert sich Namibia, dass der IWF von Namibia mehr Transparenz fordert, aber nicht von westlichen Industrieländern? Nach den Metriken von Transparency International ist die Korruption in Namibia in den letzten Jahren übrigens schlimmer geworden.

Nur was soll die Konsequenz sein? Niemand investiert mehr in irgendwas in Namibia? Höchstens noch die Chinesen, weil die ihre Interessen gegenüber der namibischen Regierung rigoros verteidigen und durchsetzen? Dann ginge Namibia ziemlich sicher "vor die Hunde". Namibia braucht diese ausländischen Investitionen, um eine realistische Chance auf eine gute Zukunft zu haben.

Grüße
1’222 Beiträge · seit 201015. Juli 2024 ·
Mal eine Frage:
Was haben deutsche Investoren tatsächlich bisher in Namibia umgesetzt?
Die kleine Zementfabrik?
Alle anderen sind doch längst weggerannt! Was war denn alles mit Unternehmen wie Krupp, Klöckner & Co. etc.?

Die Amerikaner und Briten sind genauso weggerannt, und haben alles den Chinesen überlassen.
Immerhin werden Einheimische auch von den Chinesen beschäftigt. auch zu angemessenen Gehältern, wer qualifiziert ist.

Der genannte Korruptionsindex ist auch eine Fehleinschätzung. Deutschland gehört mindestens 20 Stellen höher gesetzt. Es besteht kein Grund arrogant auf Namibia herab zu schauen. Während sich die Korruption in NAM primär auf Swapokader und Beamte beschränkt, ist diese in D sehr viel breiter gespreizt und mit ganz anderen Geldvolumen. Und das nicht erst seit gestern.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
1’222 Beiträge · seit 201015. Juli 2024 ·

Bei YouTube ansehen ↗

*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
Gast15. Juli 2024 ·
Swakop52 schrieb:https://youtu.be/KrDHF8nLA2o?si=8hXXNmj0RJnbDguG
Der Hans Hofmann-Reinecke bedient alle rechten Blogs mit seiner "Expertise". Jedes Mal mit der selbstherrlichen Attitüde "ich bin ja studierter Physiker und weiß alles besser. Die Grünen sind ja so doof" und stellt dann immer nur groteskes Unwissen zur Schau, wie in dem Artikel von ihm, den wir hier ja bereits diskutiert haben. In der Vergangenheit hatte ich ein paar Artikel von Hofmann-Reinecke überflogen. Hier fordert er beispielsweise, dass Windräder bzw. Windparks zu Wechselakkustationen für Elektroautos werden.
https://www.achgut.com/artikel/windbatterien_zu_pferdestaerken

Vorteile laut Hans Hofmann-Reinecke:
- Windenergie würde endlich sinnvoll genutzt
- dezentral, kein Netzausbau nötig
- keine Ladezeiten mit Elektroautos
- überschüssigen Windstrom nicht mehr ins Ausland "verklappen"

Er schließt seine Ausführungen zu seiner Idee in gewohnt überheblich-süffisanter Weise "Wird man diesen Weg in Deutschland verfolgen? Vermutlich hätte diese Sache zu viele Vorteile für die Bevölkerung und wird deswegen abgelehnt"

Seine "Idee" hat einfach zu viele Vorteile? Seine Idee zeigt wirklich groteskes Unwissen. Schaut man auf die Ist-Situation in Deutschland, dann würde die bestehende Anzahl an Elektroautos nur knapp 3% des erzeugten Windstroms in Deutschland nutzen können. Geht man davon aus, dass wir langfristig 100% Elektromobilität haben, dann werden ohne Netzausbau PKWs in Bayern mit Windstrom zukünftig höchstens 5.000 km im Jahr fahren können. Mehr Windstrom ist da nicht. PKWs in Schleswig-Holstein müssten über 100.000 km im Jahr fahren, um den in Schleswig-Holstein erzeugten Windstrom zu verbrauchen. Davon abgesehen stehen Windräder nicht in Städten, nicht da, wo die Menschen leben. Ist ja schön, dass man mit Wechselakkusystemen Ladezeit spart. Wenn jemand aus Berlin dann erstmal 20 Minuten hin und 20 Minuten zurück zum nächsten Windpark mit Wechselstation im Umland fahren muss, dann spart er wie viel Zeit gegenüber einer Ladesäule? Wechselakkussysteme skalieren schlecht, weil man eben Hardware skalieren muss und bedingen, dass es mehr Akkus als Autos gibt. Diese Mehr-Akkus müssen bezahlt werden und das verteuert Elektromobilität signifikant. Deswegen sind bislang alle mit Wechselakkusystemen gescheitert und auch der einzige verbliebene Anbieter (NIO) wird scheitern.

Alles, was von Hans Hofmann-Reinecke kommt, ist auf dem Level "Ich habe als studierter Physiker herausgefunden, dass 3 x 3 gleich 6 ist, aber die die doofen Linksgrünversifften glauben tatsächlich, dass 3 x 3 = 9 ist. Hahaha." Es ist wirklich bizarr, was der absondert. Und noch bizarrer ist, dass es dafür scheinbar Plattformen und ein Publikum gibt.

Lieber Swakop52: Es muss rund um die geplanten Wasserstoffprojekte in Namibia nicht alles toll und richtig sein. Es kann valide Gründe geben, warum man annehmen darf, dass das scheitert oder doch nicht sinnvoll ist. Aber bitte nichts mehr von Hans Hofmann-Reinecke posten. Das ist jedes Mal eine intellektuelle Beleidigung. Deswegen habe ich jetzt auch nicht 20 Minuten zum Anhören des verlinkten Inhaltes verwendet. Ich nehme aber an, dass das seinem neuesten Blog-Post bei AchGut entspricht.

Grüße

Nachtrag, damit meine Angaben nicht wie der Unsinn von Hofmann-Reinecke als unbelegte Besserwisser-Behauptungen im Raum stehen. Wir haben aktuell in Deutschland knapp 1,5 Millionen Elektroautos. Bei 14.000 km Fahrleistung pro Jahr und einem Verbrauch von 18 kWh/100km verbrauchen diese im Jahr rechnerisch ca. 3,8 TWh an Strom. Wir generieren 140 TWh Windstrom pro Jahr. D.h. 2,7% des Windstroms ließen sich aktuell durch Elektroautos verbrauchen. Damit soll dann laut Hofmann-Reinecke die Windstrom-Problematik gelöst sein.

Quellen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/265995/umfrage/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland/
https://energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&interval=year&year=2023
zuletzt bearbeitet 15. Juli 2024
1’222 Beiträge · seit 201015. Juli 2024 ·
OK verstehe. Hier läuft im Hintergrund ein ideologischer Schlagabtausch grüner Parteikader ab? Wer nicht genehm berichtet, der wird ausgegrenzt? Fast wie im richtigen Leben?
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 15. Juli 2024
537 Beiträge · seit 202015. Juli 2024 ·
Ja nun, wenn einer denkt, er wuesste alles, muss er nix mehr lernen.


Ich finde ja den einen Spruch der da zitiert wurde bezeichnend:
"Wir sehen nicht ein, warum wir eine verfehlte deutsche Energiepolitik mit unserer Biodiversitaet bezahlen sollen."

Dem schliesse ich mich hundertprozentig an.
1’142 Beiträge · seit 202216. Juli 2024 ·
makis schrieb:J... "Wir sehen nicht ein, warum wir eine verfehlte deutsche Energiepolitik mit unserer Biodiversitaet bezahlen sollen...
Gerade darum geht es bei Wasserstoff „im Großen“ überhaupt nicht, wenn auch ein Teil davon auch "energetisch" im weitesten Sinn verwertet werden würde/wird. Die großen Mengen sollen in Metallerzeugung, chemische Prozesse udgl. gehen. Die Forschungen dazu begannen schon vor Jahrzehnten nicht wg. "Treibhauseffekts" sondern im Wissen über die „Endlichkeit“ fossiler Kohlenstoffträger. „Irgendwann“ wird man sich deswegen sowieso damit auseinandersetzen müssen, wie man Eisen u. a. Metalle und Basisstoffe unserer Zivilisation ohne oder mit möglichst wenig Kohlenstoff erzeugt. In Zeiten von Hochkonjunktur mit dann hohem Stahlverbrauch gab es schon jetzt Mangel an Koks(kohle). Dazu kommen die gigantischen Umwelt- und Gesundheitsschäden rund um Kohle. Gemessen daran sind PV-, Solar- und Windkraftwerke und Elektrolysen in unbewohnten Wüsten- und Steppengebieten Peanuts. Es wäre ein gigantischer Fortschritt wenn wir Metalle mit erneuerbaren Reduktionsmitteln und Energiequellen erzeugen können. Weltweit werden dahingehende Verfahren und Strategien entwickelt, manche bestehen schon und alle warten auf den Wasserstoff. Das sind keine Phantasien von links/grünen Phantasten. Das wird zwar Jahrzehnte dauern aber wir kommen nicht darum herum.

Versuche doch mal, das von dieser Warte aus zu betrachten.

Weil in den letzten Jahren der gleichzeitig hohe CO2-Ausstoß dieser Verfahren und dessen negative Auswirkungen auf die Atmosphäre im Brennpunkt der öffentlichen Debatte standen, wurde auf obig „vergessen“ 😎

Aber in einem sind wir uns einig. In einer freien Gesellschaft darf auch die *Existenz des Treibhauseffekts* oder die Endlichkeit fossiler Rohststoffe oder …………. die Schwerkraft bezweifelt werden 😉 .
*auf deine Antwort, ob du diesen ernsthaft abstreitest, warte ich noch.
zuletzt bearbeitet 16. Juli 2024
Gast16. Juli 2024 ·
VP schrieb:
Hallo Mitglied19210,

eine andere Meinung gleichzusetzen mit "bedient alle rechten Blogs", ist schon diskutabel.
Was ist denn genau ein "rechter Blog" und wer legt das fest?
Was ist ein "linker Blog" und wer legt das fest?

Sich einen verlinkten Inhalt nicht anzuhören, aber darüber zu urteilen, empfinde ich als seltsam.

Du scheinst sehr von Dir und Deinen Argumenten überzeugt zu sein, was auch in Ordnung ist.
Aber jedes Gegenargument oder eine andere Meinung per se als "rechts" oder "Verschwörung"
abzutun, zeugt für mich nicht von Größe oder einer Diskussionskultur.
Meine Meinung: "Wir haben in Deutschland im Hochsommer Höchsttemperaturen von minus 10 Grad." Jetzt zeige bitte die Größe und die Diskussionskultur, dies als andere, gleichwertige Meinung zu denen einzustufen, die sagen, dass wir im Sommer meist 15-35 Grad haben! Ich erwarte, dass Du das ernst nimmst!

Dein Gedankenfehler ist, dass es nicht unter "Meinung" fällt, wenn man pure Lügen erzählt, falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet. Wie viel Windkraft wir haben, wie viel Strom ein Windrad durchschnittlich produziert usw. das sind alles harte Fakten (genau so wie die Temperaturen hier). Da gibt es keine Meinungen. Widerlege doch einen einzigen Punkt von mir, mit dem ich den Unsinn von Hans Hofmann-Reinecke widerlegt habe. Wenn jemand immer lügt, immer mit falschen Zahlen (natürlich ohne Quellenangaben), immer mit physikalischem Unsinn argumentiert, dann muss man das nicht als andere Meinung akzeptieren. Dann ist jemand grotesk inkompetent oder hat eine ganz andere Agenda.

Und natürlich hast Du Dich oben bei meiner (fiktiven) "Meinung" zu den Temperaturen gefragt, wie man denn so einen Schwachsinn schreiben kann, weil Du gesichertes Faktenwissen hast, dass das nicht stimmt. Und bei diesem, deinen Faktenwissen kommt es auch nicht darauf an, ob man grün, blau oder schwarz wählt: Diese Fakten bleiben Fakten. Genauso geht es mir mit Hofmann-Reinecke.

Im Übrigens finde ich es wirklich lustig, dass ausgerechnet die ganzen Anti-Grünen nun ihre Liebe zur Natur entdecken und nicht mehr in den Schlaf kommen, weil sie sich um Sukkulenten und Käfer in Namibia sorgen, die effektiv auf ein paar Promille der Fläche des Tsau-Khaeb-Nationalparks durch Windräder und Photovoltaik bedroht sind. Aber OK, die Sache ist ja wirklich ganz einfach: Die ganzen Projekte in Namibia abblasen. Keine zig Milliarden an Investitionen. Und den grünen Wasserstoff beziehen wir zukünftig eben aus Saudi-Arabien, Marokko, Algerien, Ägypten. 1,5 Promille von deren Landesfläche mit Photovoltaik zu bestücken, reicht rechnerisch aus, um den prognostizierten Wasserstoffbedarf in der EU in 2050 von ca. 1.500 TWh zu decken. Grüner Wasserstoff ist aus meiner Sicht eine riesige Chance für Namibia, aber wenn man den in Namibia nicht generieren will, ist das völlig in Ordnung. Und das meine ich nicht sarkastisch. Es ist da wirklich niemand auf Namibia angewiesen, es entstehen auf der Welt keine unlösbaren Probleme, wenn Namibia zukünftig keinen Grünen Wasserstoff exportiert.

Grüße
zuletzt bearbeitet 16. Juli 2024
537 Beiträge · seit 202016. Juli 2024 ·
tacitus schrieb:
Gerade darum geht es bei Wasserstoff „im Großen“ überhaupt nicht, wenn auch ein Teil davon auch "energetisch" im weitesten Sinn verwertet werden würde/wird. Die großen Mengen sollen in Metallerzeugung, chemische Prozesse udgl. gehen.
Und das soll wo passieren? In Deutschland, oder in Namibia? Ich denke wohl eher in Deutschland, bzw in einem Industrieland.
tacitus schrieb:
Aber in einem sind wir uns einig. In einer freien Gesellschaft darf auch die Existenz des Treibhauseffekts* oder die Endlichkeit fossiler Rohststoffe oder …………. die Schwerkraft bezweifelt werden 😉 .
*auf deine Antwort, ob du diesen ernsthaft abstreitest, warte ich noch.
Ich diskutiere nicht auf einer solchen Basis, wo die Existenz der Schwerkraft gleichgesetzt wird mit der Existenz des Treibhauseffektes. Das eine ist eine physikalische Realitaet, das andere basiert auf Berechnungen und Modellen.
Es gab mal eine Zeit, da wurde der saure Regen als Fakt hingestellt - ueber den redet heute keiner mehr. Mitte der 70er wurde uns schon erzaehlt, dass das Oel knapp ist und die Quellen kurz vorm Versiegen sind - darum hatten wir autofreie Sonntage.
Ich bin dennoch der Meinung, dass man sich trotzdem mit alternativer Energiegewinnung beschaeftigen koennte - wenn man Abhaengigkeiten vermeiden kann, ist das immer positiv (sich von Namibia abhaengig zu machen in Bezug auf die Lieferung von gruenem Wasserstoff bzw Ammoniak halte ich uebrigens auch fuer extrem unklug). Atomkraft waere eine sehr effiziente Methode, dazu auch ausbau- bzw entwicklungsfaehig. Und genau DAS ist der Grund, warum in Namibia die deutsche Energiepolitik als verfehlt bezeichnet wird, denn eure "Ampel" hat dafuer gesorgt, dass diese Option fuer lange Jahre nicht mehr zur Verfuegung steht.
Themenstarter33,2k Beiträge · seit 200616. Juli 2024 ·
Ich erinnere mich nicht ob ich dies hier schon gepostet hatte...
📎 GreenhydrogenTsauKhaebNationalPark(NCEPositionPaper).pdf
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
537 Beiträge · seit 202016. Juli 2024 ·
mitglied19210 schrieb:Diese Fakten bleiben Fakten. Genauso geht es mir mit Hofmann-Reinecke.
Damit habe ich persoenlich (auch wenn ich hier nicht angesprochen war) kein Problem. Auch ich habe einige unwahre Aeusserungen von ihm wahrgenommen, allem voran die Behauptung, Namibia hatte die Bevoelkerungsanzahl von Hamburg - da hat einer den aktuellen Zensus noch nicht mitbekommen. Sicherlich war da noch mehr, was ich jetzt grad nicht mehr erinnere.
Aber er hat zumindest die zwei Stimmen in Namibia angesprochen, die Befuerworter, und die Ablehner. Er hat das Dilemma erklaert, dass es eben den einen Geld fuer Namibia bedeutet, und den anderen (die Naturschutzkammer) ein Raubbau an der Natur, und einer recht einmaligen Biodiversitaet in genau dem Gebiet, die darunter auf Jahrzehnte zu leiden haette. Er spricht auch von den Voraussetzungen, die erfuellt werden muessten, also das technische Know-How, die Logistik (Versorgung all der beteiligten Menschen mit Wasser, Nahrung, Abwassersystem, Strom - der Transport der Anlagen fuer die der Hafen in Luederitz nicht mal geeignet ist), den Wasser- und auch Strombedarf der technischen Anlagen (man wuerde eine Entsalzungsanlage bauen muessen, und auch den Strom irgendwie generieren). Wenn ich an die Mengen an Beton denke, die da benoetigt werden, und welche Flaechen da versiegelt werden wird mir uebel.
All diese Probleme (ausser dem Umweltschaden) kann man natuerlich mit Geld loesen. Viel Geld. Und Geld ist natuerlich auch ein grosser Pro-Faktor, der gerade bei den namibischen "Grosskopferten" die Augen leuchten laesst. Und genau diejenigen, die sich sonst ueber die fehlende Transparenz in der Politik Namibias aufregen, finden es gut, dass diese Politiker die Dollarzeichen in den Augen haben, wenn es um "gruene Energie" geht....
Ich denke, dass die genannten anderen afrikanischen Laender tatsaechlich besser geeignet sind. Schon alleine weil der Transportweg viel kuerzer ist, und die Logistik mit Sicherheit schneller einsatzbereit wenn nicht schon vorhanden, und evtl auch mehr Kapital durch die Laender selber aufgebracht werden kann. Und die Nachhaltigkeit wird auch eher gegeben sein.
mitglied19210 schrieb:Im Übrigens finde ich es wirklich lustig, dass ausgerechnet die ganzen Anti-Grünen nun ihre Liebe zur Natur entdecken und nicht mehr in den Schlaf kommen, weil sie sich um Sukkulenten und Käfer in Namibia sorgen, die effektiv auf ein paar Promille der Fläche des Tsau-Khaeb-Nationalparks durch Windräder und Photovoltaik bedroht sind.
Ich kann nur von mir sprechen: ich bin Namibier. Und als solcher darf ich mich ja wohl um das Land sorgen, in dem ich lebe und das ich liebe?
Themenstarter33,2k Beiträge · seit 200616. Juli 2024 ·
Und das soll wo passieren? In Deutschland, oder in Namibia? Ich denke wohl eher in Deutschland, bzw in einem Industrieland.
Also zumindest zum Teil auch in Namibia:
"Grundsteinlegung für grünes Eisenwerk HyIron/Oshivela"
https://hitradio.com.na/grundsteinlegung-fuer-gruenes-eisenwerk-hyiron-oshivela/
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
537 Beiträge · seit 202016. Juli 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb:
Und das soll wo passieren? In Deutschland, oder in Namibia? Ich denke wohl eher in Deutschland, bzw in einem Industrieland.
Also zumindest zum Teil auch in Namibia:
"Grundsteinlegung für grünes Eisenwerk HyIron/Oshivela"
https://hitradio.com.na/grundsteinlegung-fuer-gruenes-eisenwerk-hyiron-oshivela/
Der erste Schritt zum Industrieland...Na, da wuensche ich guten Erfolg 😉
Vize-Bundeskanzler Robert Habeck sprach in einer Pressemitteilung von großen Eisenerzvorkommen, die sich mithilfe von grünem Wasserstoff in direkter Nachbarschaft zu den Abbaustätten kostengünstig zu Eisen produzieren lassen könnten. Diese Eisen soll dann auch an Stahlwerke in Deutschland verschifft werden und dort zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion beitragen.
Und das Schiff faehrt sicher klimaneutral.
In meinen Augen der falsche Weg, aber ich lasse mich gerne ueberraschen.
zuletzt bearbeitet 16. Juli 2024
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