Eigentlich wollten wir gar nicht so lange im Capri verweilen, sondern noch einen Abstecher in den Hoanib machen. Aber im Caprivi war es so wunderschön, dass wir uns nicht losreißen konnten.
Wir kamen nach einem völlig problemlosen Flug recht früh am Hosea Kutako Airport an. Bei der Einreise gab es eine kleine Schikane. Wir hatten das Anmeldeformular aus dem Internet bereits vorausgefüllt, in DIN4, der Schalterbürokrat bestand auf DIN5. (Dann sollen die Tro.. das Internetformular auch in der richtigen Dimension anbieten, grrr, wieder hinten anstellen…).
Aber egal, das war der einzige (!) Schatten über unserer Reise.
Der Chef von Odyssey holte uns persönlich ab. Den Service vergesse ich nie. Odyssey hatte für uns alles Zeitraubende bereits erledigt, wie den Kauf von SIM Karten, Fleisch der Klein Windhoek Schlachterei und Einkauf der grundlegenden Lebensmittel als „Erstausstattung“. Das war ein immenser Zeitgewinn.
Der HILUX hatte rund 70.000 km drauf und war sehr gepflegt aus. Das tollste waren die vier ganz neuen Reifen mit einem ordentlichen Profil. Da hatte ich schon anderes erlebt. Es gab auch keinerlei Probleme mit dem Fahrzeug. Insbesondere die Stromversorgung (Kühlschrank) funktionierte hervorragend. Ziel war der Caprivi. Das bedeutet eine lange Fahrt. Aufgrund der Zeitersparnis erreichten wir am Landetag noch unsere erste Übernachtung das „Cest Si Bon“ Hotel in Otjiwarongo ohne jegliche Überforderung. Wir waren die einzigen Gäste. Das Abendessen und Frühstück in der gegenüber liegenden Casa Forno war hervorragend. Eine kleine nette Überraschung war das Fendt Dieselross im Garten des Hotels. Als Bayer freut man sich über so einen Anblick.
Die Fahrt nach Rundu am nächsten Tag verlief wieder völlig problemlos und war, da wenig Verkehr herrschte, überraschend schnell erledigt. Die Zelte des Camps Hogo zeigten sich einwandfrei und in romantischer Lage, so konnten wir den späten Nachmittag und ersten Abend am Kavango richtig genießen. Wir waren wieder die einzigen Gäste.
Am nächsten Tag, der reine Luxus. Zwei Tage in der Shametu River Lodge am Oh-Kavango. Die Chalets waren erstklassig. Und der Ausblick auf den Fluss, ein Traum. Clark Gable und Rita Hayworth lassen grüßen. Was für ein Blick am Morgen. Der Okavango im Nebel und darin schemenhaft die grunzenden Hippos.
Boatcruise und selfdrive gameview im Mahango Game Reserve vervollständigten den Afrikagenuss. Jetzt waren wir wieder „da“.
Nächstes Ziel der Kwando und dort die Namushasha River Lodge der Gondwana Collection Namibia. Die Selfcateringzelte (camping2go) waren schnell bezogen. Das Hippo- und Elefantenkonzert vermischte sich mit Frosch- und Vogelgesang zu einem unvergesslichen Afrikasound. Mangels anderweitiger Nachfrage konnten wir uns den Boatcruise frei aussuchen. Natürlich selfdrive safari in den Bwabwata NP. Wir waren die einzigen Gäste. Die Mitarbeiterin im Park Office meinte, sie sei seit einigen Tagen selbst nicht mehr im Park gewesen, wegen des Tiefsandes sollten wir ein wenig aufpassen. So ganz allein Viecher beobachten ist sehr angenehm….
Die zwei Abende vor den Luxuszelten unter dem Sternenhimmel bei der üblichen Malaria Prophylaxe im milden, honigfarbenen Licht der (von Odyssey besorgten) Petroleumlampe sind etwas anderes als „Gardaseee halligalli“. Aber jedem das seine.
Weiter ging es zur Ngoma Chobe River Lodge. Die dortige Crew freute sich über weitere 4 Gäste. Insgesamt waren erinnerlich 4 Zelte belegt. Die Boatcruises waren von der Tiersichtung nicht „völlig erfolglos“… Oder besser gesagt, so viele auf einem Haufen im Sumpf herumstapfende Elefanten habe ich selbst in Botswana noch nicht gesehen.
Jetzt wollten wir noch den Zambesi besuchen. Die Caprivi Mutoya Lodge bot sich an. Das ist eine wunderbare Unterkunft. Der Eigentümer, ein ZIM-Brite , führte uns selbst die gesamte Anlage vor. Allein die Aussichtsterrasse mit dem riesigen Baum in der Mitte war ein Traum. Die Chalets sind perfekt geeignet auch mal wieder die Kinder mit zu nehmen.
Mit Zwischenübernachtungen in der Nunda River Lodge, dort trafen wir Weilheimer mit ihrem MAN, die seit sechs Jahren auf Achse sind, brach die Rückreise aus dem Caprivi an. In einem Rutsch bis zur Onguma Game Lodge und dann für 3 Nächte nach Okaukuejo.
Vorbuchungen waren nicht nötig. Die Chalets einwandfrei. Die Wasserstelle war wie immer gut besucht. Fast wie bei Mordillo kam ein Trupp Viecher nach dem anderen. Am Abend sieben Rhinos im Liebesrausch nur gestört von launigen Elefanten. Ein Rhino kam bis auf 2 Meter an die bekannte Mauer und „glotze uns um“.
Letzte Station Frans Indongo Lodge, um in Otjiwarongo am Samstag bei Pathcare die notwendigen Tests zu machen. Die Lodge, umwerfend. Ich konnte ein Foto der Lodge unter der gesamten Milchstraße machen. Dazu habe ich mich aus den umzäunten Bereich der Lodge geschlichen. Die ganze Zeit der Aufnahmen (Panorama 3x6 35mm 47MB Bilder) hatte ich aber ein mieses Gefühl, beobachtet zu werden … OK
Pathcare absolut seriös, professionell und zuverlässig. Die Testergebnisse waren binnen 26 Stunden da. Perfekt für die Heimreise. Letzter Tag. Flott nach Windhoek. Roadblocks, der übliche Smalltalk „Woher?“, „Ah Deutschland, FC Bayern….?“ Und weiter. Bei Odyseey Car hire bedanken wir uns erneut für den tollen Service und all die Freundlichkeit. Natürlich kommen wir so schnell wie möglich wieder. Heimflug. Für jeden eine 4er Sitzreihe zum Ausschlafen.
Was will man mehr. Wer aus typisch deutscher Vollkaskomentalität zögert und zaudert und von Corona-Hysterie gelähmt sich das entgehen lässt, ist selbst daran schuld. LG Stephan
PS.: 127 GB Bilder und Filme warten noch auf die Auswertung
danke für deinen Bericht und die tollen Fotos! "Vollkasko-Mentalität" - das Wort merke ich mir 😄 Ich fühl mich da ein bisschen angesprochen - weil ich meine immer alles bis zum letzten Detail planen zu müssen, damit nichts schief geht, was ich Corona-Zeiten schlichtweg unmöglich ist. Wir sind immer noch wild entschlossen ab 10.8. für 3 1/2 Wochen in Namibia Urlaub zu machen, auch die 2-wöchige Quarantäne dann daheim konnten wir jetzt so organisieren, dass es klappt - hoffen aber schon noch, dass sich diese wenigstens noch reduziert und man sich "Freitesten" kann. Dann weiterhin noch viel Spaß beim Fotos sortieren, vielleicht sehen wir ja noch das eine oder andere,
Hmm, ich kann mit dem Begriff "Vollkaskomentalität" nichts anfangen. Was spricht dagegen, die wenigen Wochen Urlaub die man im Jahr hat (von den Glücklichen die mehre Zeit haben mal abgesehen), so zu planen das man auch das bekommt was man sich erwartet? Ich gehe davon aus, das die meisten hier Ihre Urlaube nicht aus der Portokassa zahlen sondern mehr oder weniger ein Budget dafür haben. Für mich ist es nur logisch das ich versuche alles so zu planen das es auch funktioniert, oder zumindestens wenn nicht, dass sich der finanzielle Verlust in Grenzen hält. Dazu gehört auch das Abwägen gewisser Risiken.
DWDr. WeThemenstarter282 Beiträge · seit 201206. Juli 2021 · #8
Fahrt!
Ich hatte das Gefühl, dass alle in Namibia ihr Bestes geben, um den Touristen zu helfen, sie zu schützen und ihnen zu einer gelungenen Reise zu verhelfen.
Insbesondere die Autovermietung verschaffte uns einen gelungenen Einstieg, indem sie uns jegliche Gefährdung im Großraum Windhoek fern hielt.
Plane nicht zuviel. Du brauchst derzeit nichts! vorbuchen. Selbst in Etosha gab es vor Ort zu buchende Waterholechalets.
LG Stephan
HOhoneybadger110 Beiträge · seit 200705. Aug. 2021 · #9
Hallo Stephan, wie haben euch die Selfcateringzelte (camping2go) der Namushasha River Lodge gefallen? War für die Selbstverpflegung entsprechendes Equipment (Besteck, Teller etc) vorhanden?
HOhoneybadger110 Beiträge · seit 200705. Aug. 2021 · #11
loser schrieb:
honeybadger schrieb: War für die Selbstverpflegung entsprechendes Equipment (Besteck, Teller etc) vorhanden?
Danke du Newspeakmarder, you made my day 🙂 😁 wie wir in der Englisch Spikker in der Safari Kommunity sagen. Das kommt in mein Forumsschatzkisterl Danke und Grüße
Freut mich, dass ich zur Belustigung beitrage 😄 Hätte mich wohl besser ausdrücken sollen, aber ich denke, mit etwas gutem Willen versteht man, was ich meine 😎
Hallo honeybadger, ich habe jetzt schlechtes Gewissen und daher gelöscht. Das macht natürlich nur Sinn, wenn du auch..... weil schon zitiert Grüße und nichts für ungut
ich finde, hier muss man nichts löschen, das ist doch alles in allem ein ganz charmantes kleines Geplänkel und mir wäre ohne die "Nachhilfe" der humoristische Anteil schlicht entgangen. Honeybadger ist sicher selbstbewusst genug, über sich selber zu schmunzeln und sich mit uns zu freuen. Schreibt er ja sogar.
Ernstes und trauriges haben wir hier genug.
Viele Grüße von der schmunzelnden Karin
Ach, und danke Dr. We für den Bericht. Ich kann so gut verstehen, dass Ihr Euch nicht vom Caprivi trennen konntet, er ist superschön. Ich gehöre zu den Feiglingen, aber lange halte ich die Namibia-Abstinenz nicht mehr aus.
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
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DWDr. WeThemenstarter282 Beiträge · seit 201206. Aug. 2021 · #15
Dann fahre los. Schöner wirst Du das südliche Afrika nie wieder sehen.
PS.: Das selfcatering Zelt war 1a ausgestattet. I.Ü fahre ich immer im komplett ausgestatten Camping HILUX. Kostet nicht viel mehr und ich kann theoretisch überall stehen bleiben.