Thailand - Reisebericht und "Workshop" ... ;-)

Reisebericht 54 Antworten · 7'154 Aufrufe · gestartet 16. Apr. 2021 von BikeAfrica
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200616. Apr. 2021 · #1
Hallo zusammen,

ich hatte im Reisebericht durch Surinam ja einen weiteren Bericht über Thailands Norden angekündigt. Zum Mitmachen gibt es dann auch Kochrezepte, nachdem wir in Chiang Mai einen Kochkurs besucht haben und diverse Rezepte ausprobiert und mitgebracht haben. Das ist übrigens ziemlich empfehlenswert, fanden wir beide.
Die Reise fand vor vier Jahren statt und ich war unterwegs mit Melli (Melanie), mit der ich acht Jahre zuvor schon mal durch Tanzania geradelt war.

Ich werde euch dann die Originalrezepte liefern und bei der Menge der Chilis müsst ihr evtl. Anpassungen vornehmen. Das habe ich auch getan und mehr davon genommen. Bei der Hälfte der Gerichte haben die Kochlehrer anschließend beim Verkosten gemeint, dass es ihnen zu scharf sei. 😉
Ich fands lecker …
Die meisten werden aber lieber etwas weniger Chili nehmen oder zumindest nicht mehr als im Rezept steht. Idealerweise hat man zum Kochen einen Wok mit Gasbrenner, aber man kann das auch in der Pfanne und/oder im Topf machen.

Der Start des Berichts verzögert sich jedoch etwas, da ich seit einigen Tagen keine Fotos mehr einfügen kann. Das Problem habe ich schon lokalisiert, aber eine Lösung habe ich noch nicht.
Sobald ich es gelöst habe, geht es los.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200617. Apr. 2021 · #2
… eine Info aber schon vorab zu den Chilis.
In Thailand verwendet man -wen wunderts?- Thai-Chilis. Die liegen etwa bei Schärfegrad 7 und haben außer Schärfe eher keinen Geschmack oder eher einen seltsamen Beigeschmack, wenn man sie einfach pur isst. Ich mache sowas zum Testen und bei Thai-Chili ist das (zumindest für mich) auch noch recht einfach möglich. Diese Chilisorte ist auch die bei uns am einfachsten erhältliche, aber eben eher langweilig.

Wer gerne scharf isst (Casimodo z.B.), sollte lieber Habaneros verwenden. Diese haben ein fruchtiges Aroma, aber sie gibt es in vielen Varianten. Manche sind extrem scharf (Schärfegrad 10+) und da reicht eine halbe für 2 Personen und bei anderen kann man sich alleine 4-5 ins Essen machen. Man muss die vorher mal an einem kleinen Stück pur probieren. Ansonsten kann es passieren, dass es an Schärfe fehlt oder man das Essen bei der Sondermüllannahmestelle entsorgen muss. Eine scharfe Habanero komplett pur essen endet schnell wie ein Besuch in der Sauna. Tolles Erlebnis. Ich habe noch nie so geschwitzt wie nach meinem ersten Kochversuch mit Habaneros. Am Ende habe ich schweißgebadet nur noch in der Unterhose am Küchentisch gesessen. An dieser Stelle ist es ja vorteilhaft, dass ich gerade keine Fotos einstellen kann. 😉
Jeder Zentimeter meines Körpers war klatschnass. Einzigartig. Drei Liter habe ich getrunken, bis das Brennen langsam nachließ. Also Obacht geben - länger leben.

Noch genialer, aber schwerer zu bekommen, sind Fatali-Chilis. Sie haben ein deutlich ausgeprägtes Zitrus-Aroma bei gleicher Schärfe wie Habaneros.

Mein Tipp ist also, die Thai-Chilis durch Habanero oder Fatali zu ersetzen, aber dabei vorsichtig vorzugehen.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200617. Apr. 2021 · #3
Hallo zusammen,

Möglicherweise habe ich mein Problem mit den Fotos gelöst. Ich versuche es einfach mal.

ich entführe euch heute wieder auf einen anderen Kontinent und in ein Land, welches als Reiseland nicht unbekannt ist. Wir bewegen uns diesmal durch Thailand, aber nicht durch den touristischen Süden, sondern durch den bergigen Norden in der Grenzregion zu Laos und Myanmar.

Der folgende Reisebericht ist quasi auch ein Workshop, denn diesmal gibt es Passagen zum Mitmachen.
Es sind Kochrezepte enthalten, die ich aus Thailand mitgebracht und teilweise vor Ort gelernt und ausprobiert habe.

Die Reise fand größtenteils im März 2017 statt. Sie kann jedoch Spuren von Februar und April enthalten …

Nachdem meine Tour durch Südafrika und Eswatini/Swaziland ja bereits unglaubliche sechs Wochen zurücklag, begann ich Ende Februar erneut, meinem Passbild ähnlich zu sehen. Das hieß, es wurde Zeit, wieder in Urlaub zu fahren und diesmal ging es nach Thailand, in Worten "THAILAND"
- in Bildern auch …

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Thailand ist im Grunde ganz genauso wie Afrika, nur halt vollkommen anders. "Same same, but different", wie man in Thailand so zu sagen pflegt.

Unterwegs war ich diesmal wieder mit Melli (Melanie), mit der ich 2009 bereits schon mal durch Tanzania geradelt war. Es war damals ihre erste Radtour und ihre erste Reise außerhalb Europas. Bei ihrer zweiten Radtour außerhalb Europas wollte sie gerne auf einen anderen Kontinent. Ich schlug ihr den Norden Thailands vor mit der Option, auch nach Laos zu reisen.
Völlig ahnungslos flogen wir nach Chiang Mai in den Norden Thailands, ließen uns vor Ort davon überraschen, ob im Land Rechts- oder Linksverkehr herrschen würde. Sie kam seinerzeit in Tanzania gut mit Linksverkehr zurecht und ich kann ohnehin problemlos wechseln und habe auch in Deutschland jeweils ein Auto mit Rechts- und Linkslenkung. Umgekehrt komme ich auch prima im Linksverkehr zurecht. Vollkommen egal, auf welcher Seite man fährt. Es müssen sich halt nur alle einig sein.
Wir streiften ein wenig durch die Stadt.

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Gleich an den ersten beiden Tagen wurde klar, dass Thailand ein friedliches Land (sofern man sich an die Regeln hält) mit freundlichen Menschen ist. Freundlich waren auch die Moskitos, die uns gleich am ersten Abend freudig begrüßten. Während Melli ein bisschen Zeit benötigte, um richtig "anzukommen", zog ich los und erkundete Chiang Mai etwas genauer. Ein Schild in Richtung Night Bazaar machte mich neugierig und am Abend zogen wir los, um den Nachtmarkt zu besuchen.

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Es gab zahlreiche Stände mit interessanten Gerichten und wir machten u.a. unsere erste Erfahrung mit leckerem Sticky Rice mit Mango und Kokosmilch. Wie sich später bei einem Kochkurs rausstellen sollte, ist Black Sticky Rice Pudding eigentlich aber noch leckerererer. Da ich das auch mal gekocht habe, gibt es das Rezept später auch noch.

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Hier mal gleich das erste Rezept für ein Essen, das sich für alle Gelegenheiten eignet. Man kann es zum Frühstück oder am Abend essen, mittags als Hauptgericht oder als Nachtisch und natürlich jederzeit mal zwischendurch. Da es süß ist, schmeckt es auch Kindern und man kann es auch unkompliziert auf Reisen in einem einzelnen Topf zubereiten. Melli und ich haben es auch auf einer späteren Tour unterwegs im Topf auf dem Gaskocher zubereitet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Thai-Gerichten ist es auch in keinster Weise scharf. Es funktioniert auch super einfach. Und einfach und lecker ist immer etwas für meines Vaters Sohn.


Mango Sticky Rice (kao neow mamuang)

Man benötigt Sticky Rice aus dem Asia-Laden oder Klebreis. Normaler Reis ist ungeeignet. Das wird nichts.

Der Reis (1 Tasse) wird über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht und am nächsten Tag gegart. Auf eine Tasse Reis kommen dabei auch eine halbe Tasse Kokosnussmilch, ein halber Teelöffel Salz und vier Esslöffel Zucker. Den Zucker kann man allerdings auch komplett weglassen. Es wird durch die Kokosmilch immer noch süß. Das muss jeder für sich selbst ausprobieren, wie es am besten schmeckt.

Mit vier Esslöffeln Kokosmilch, etwas Salz und etwas Zucker kann man noch eine gesonderte Soße/Topping machen.

Dazu gibt es eine große reife Mango, die geschält und in Schnitze geteilt wird. Reis und Mangoschnitze auf den Teller und Soße drüber.
Obendrauf passt noch ein Teelöffel Mungobohnen oder geröstete Sesamsamen, wenn man mag. Das Gericht lässt sich auch prima kalt essen und passt gut zu warmen Wetter.

1 Tasse Reis und eine Mango reichen etwa für zwei Personen oder einen Picco. 😉
Und für BikeAfrica reichts auch.
Zumindest mal für zwischendurch …

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 17. Apr. 2021
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200618. Apr. 2021 · #4
Am nächsten Morgen ging es dann los und wir beschließen, zunächst den Mae Hong Son Loop, einen Rundkurs von etwa 650 Kilometern nordwestlich von Chiang Mai unter die Pedale zu nehmen. Mangels Stadtplan lasse ich mir die Strecke aus der Stadt in Richtung Mae Rim beschreiben und wenn man den Weg findet, kann man nicht mehr viel falsch machen. Mit der Entscheidung für diese Strecke hat man den größten Fehler dann nämlich bereits längst hinter sich. Die Strecke wird spätestens ab dem zweiten Tag extrem bergig. Mit etwas mehr Glück oder weniger Orientierungssinn hätten wir den Weg vielleicht besser nicht gefunden. 😉

Nachdem wir auf der Hauptstraße Mae Rim passiert haben, geht es kurz vor Mae Taeng links ab. Es folgt eine erste kleine Steigung, aber dann geht es weitgehend eben über eine weniger befahrene Straße. Spätestens alle halbe Stunde überholen uns Touristen mit geliehenen Mopeds. Dafür, dass der Norden Thailands nicht so touristisch sein soll, fällt mir gerade kein Land ein, das ich in den letzten 20 Jahren bereist habe und in dem ich mehr Touristen traf als hier. Trotzdem alles noch im Rahmen und recht verschlafen. So wirken z.B. Tankstellen häufig noch wie aus einer anderen Zeit ...

Malen nach Zahlen, Tanken nach Farben, die Welt wird aber auch wirklich immer komischer ...

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Gegen Nachmittag halten wir Ausschau nach einer Unterkunft, aber irgendwie ist das Angebot äußerst überschaubar. Wir finden keine.
Da alle anderen Touristen motorisiert unterwegs sind und einen anderen Aktionsradius haben als wir, werden in dieser Region Unterkünfte wohl nicht so zahlreich benötigt.
Gegen 16 Uhr erreichen wir einen Wegweiser zum 2 km entfernten Mok Fa Waterfall. Melli ist langsam am Ende. Zu allem Überfluss hat sie sich noch ein Sixpack von 1,5-Liter-Flaschen Wasser auf den Gepäckträger geschnallt, obwohl ich meinte, das sei unnötig. Nun ja ... jeder ist seines eigenen Glückes Metzger.

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Auf dem Schild (es gibt zuvor noch eines mit erkennbaren Symbolen) sind die Symbole für Camping, Restaurant und Übernachtungsmöglichkeit verzeichnet und wir biegen ab. Der Weg wird steiler. Zeitweise hebt beim Fahren mein Vorderrad ab. Das habe ich auf Asphaltstraßen noch nie erlebt und kenne es nur von Trampelpfaden aus dem Wald. Schließlich müssen wir ein kleines Stückchen schieben. Für mich bleibt es das letzte Stück schieben auf der Tour, aber Melli wird noch viele Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen.
Irgendwo in der Pampa steht etwas sinnbefreit ein einsamer Stuhl herum.

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Obwohl ziemlich fertig und platt wie eine Flunder, kaspert Melli schon gleich wieder rum.

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Auf der Strecke überholen uns einige Autos und motorisierte Zweiräder, von denen uns die meisten kurz später wieder entgegen kommen. Das kann ja im Grunde schon nicht viel Gutes bedeuten und so ist es dann auch.
Wir kommen zum Mok Fa Waterfall und hier fließt ein etwa 1,5 Meter breiter Bach gemächlich durch die Gegend. Den dazugehörigen "Wasserfall" sehen wir erst gar nicht und ich gehe davon aus, dass der ein oder andere Gartenteich mit Überlauf bei Regen einen größeren "Wasserfall" hervorbringt. Etwa ein halbes Dutzend Thais in Militärklamotten sind auf dem Gelände anwesend, aber Englischkenntnisse sind fast nicht vorhanden. Es gibt eine feste Unterkunft, die aber sehr teuer ist (1.200 Baht) und die Möglichkeit, ein Zelt zu mieten. Hier kommt dann zum Übernachtungspreis noch die Miete für Zelt, Isomatte und Schlafsäcke (bestimmt gerade frisch gewaschen 😉 ) hinzu und so ist das auch nicht mehr so günstig wie es zunächst klingt. Da wir nur 30 kg Freigepäck hatten und jeweils 20 davon für die verpackten Fahrräder und die Packtaschen draufgingen, reichte es für Campingkram natürlich nicht mehr. Das war auch nicht schlimm, denn letztlich fanden wir außer dieser Campingmöglichkeit auf der gesamten weiteren Reise nur noch einen Campingplatz.
Und was das Essen angeht, steht hier eine ältere Frau in einem kleinen Holzverschlag und hat genau einen Topf vor sich stehen, in dem sich möglicherweise etwas zum Essen befindet. Was das sein könnte, bringen wir aufgrund fehlender Englischkenntnisse nicht in Erfahrung. Wir fahren weiter ...

Als es später mit zunehmender Dämmerung überraschenderweise immer dunkler wird, passieren wir zufällig ein kleines einsames Lokal am Straßenrand, vor dem folgendes Schild steht. Melli hat es vor lauter Anstrengung und Erschöpfung schon gar nicht mehr wahrgenommen.

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An der Stelle muss ich aber mal eine herausragende Eigenschaft von ihr erwähnen. In Situationen, in denen andere Leute oft zu meckern und nörgeln anfangen, bekommt sie manchmal einen Lachkrampf. So schnell ist sie nicht am Ende und so wurde bereits auf einer Testtour vor Tanzania der Name "Kampfsau" geboren (damals ist sie auf gerader Strecke mit einem Lachkrampf beinahe in eine Hecke gebröselt).

Glücklicherweise gibt es auch zwei Hütten zum Übernachten. Weil wir so erschöpft aussehen und keine Gäste dort sind, bekommen wir die teurere Hütte (1.900 Baht) zum Preis der billigeren (900 Baht ~ 25 Euro). Dennoch bleibt diese Unterkunft die teuerste auf der Reise. Allerdings relativiert sich das wieder, da hier das Frühstück mit im Preis enthalten ist und wirklich keine Wünsche übrig lässt.

Die Inhaberin Matsaya kocht uns zum Abendessen noch etwas. Melli wählt Gemüse mit Reis und ich ein Green Curry. Fotos und Rezept dazu kommen im nächsten Teil.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2021
560 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #5
Hallo Wolfgang!
Habe mich die ganze Zeit gefragt, welches Workshop du wohl anbietest...
Kochen! Klasse! Da bin ich dabei und freue mich auf viele Rezepte zum ausprobieren!
Grüße,
Kathrin
761 Beiträge · seit 201018. Apr. 2021 · #6
Auf das 'Green Curry' bin ich gespannt, Wolfgang! 🙂
Ich werd's thaischarf nachkochen, aber ohne Klebreis. 😉

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200619. Apr. 2021 · #7
Flori schrieb:Auf das 'Green Curry' bin ich gespannt, Wolfgang! 🙂
Ich werd's thaischarf nachkochen, aber ohne Klebreis. 😉

Klebreis ist beim Curry nicht nötig. Den braucht man nur beim Mango Sticky Rice und beim Black Sticky Rice Pudding.
Und ich glaube, die Schärfe hat die Kochschule schon ein bisschen an Europäer angepasst. Ich habe jedenfalls mehr Chili verwendet als im Rezept und auch im Land oft schärfer gegessen.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #8
Matsaya und ihr Freund sind sehr nett und gastfreundlich und auch ein gemeinsamer Freund, der gerade anwesend ist, entpuppt sich als äußerst netter Zeitgenosse.

Melli probiert mal kurz von meinem Teller, bekommt einen kleinen Hustenanfall wegen der Schärfe und meint, das könne man doch nicht essen.
Doch, kann man. Es ist nämlich sehr lecker. Sie gewöhnt sich im Laufe der Reise auch noch an scharfes Essen. Nur Pfefferkörner werden auch im späteren Verlauf der Reise nicht ihre Freunde. Zu meiner Freude löffelt sie die mit ihrer Gabel immer auf meinen Teller. Und zu viel Pfeffer kann es für mich als Pfeffer-Fan kaum geben.

Nach dem Essen mache ich mich an der Tischdekoration zu schaffen und beginne, sie aufzuessen. Bei der Dekoration handelt es sich natürlich nicht um irgendwelche Holzfiguren, sondern um Thai-Chilis. Da Chilis brutal scharf sein können, probiere ich zunächst mit einem zaghaften Biss. Es sind aber wirklich gewöhnliche Thai-Chilis wie bei uns aus dem Asia-Laden und die kann ich essen.
Das Gespräch Matsayas mit ihrem Freund und dem gemeinsamen Bekannten an der Theke verstummt plötzlich, als ich reinbeiße. Ich esse die Chilischote auf und greife zur zweiten. Matsaya kommt an den Tisch und meint, das hätte sie bei einem Europäer noch nie gesehen und dann wäre das Curry vielleicht ein bisschen zu fad gewesen. 😉
Sie habe die Schärfe eher vorsichtig für Europäer dosiert und der letzte Gast habe selbst das schon kaum noch essen können. Ich entgegnete, das Curry war prima aber ich könne auch schärfer essen. Das beschert mir am übernächsten Morgen ein authentisches Thai-Frühstück Dazu noch später, denn an einen übernächsten Morgen an diesem Ort war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht. ...

Hier mal Mellis gedrehter Teller und meiner, auf denen die liebevolle Art der Zubereitung erkennbar sind. Wir waren richtig begeistert.

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Nach einem einheimischen Chang-Bier fange ich an zu schielen und sehe etwas unscharf. Vielleicht liegt das aber auch nur an meiner "Quatsch-Kamera" ... 😉
Hoffentlich überzeugt dann wenigstens der Reisebericht einigermaßen.

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Matsaya fragt uns am Abend noch, ob wir ein übliches Frühstück mit Spiegelei, Rührei oder Omelette mit Toast haben möchten oder wir die Dips und anderen Dinge testen möchten, die sie für die Geburtstagsfeier am nächsten Tag vorbereitet und ihr anschließend ein Feedback geben. Wir entscheiden uns spontan für die zweite Variante und bekommen Folgendes zum Frühstück. Alles sehr lecker, nur Koriander pur kann ich nicht mehr ausstehen ...
Das Zeug redet den ganzen Tag mit mir. Der Aufwand für das Frühstück überrascht mich allerdings. Und Rührei war sogar trotzdem dabei ...

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Da wir am Vorabend einen Chai Masala (einen Gewürztee mit Kardamom, Zimt, Kreuzkümmel, Pfeffer, Nelken) getrunken haben, der sehr gut war und ich ein Freund der sog. Crossover- oder Fusion-Küche bin und gerne Elemente verschiedener Rezepte kombiniere oder ganz ohne Rezept einfach ausprobiere, frage ich Matsaya, ob sie mir das gleiche mit Kaffee machen könne. Sie ist erstaunt, aber auch begeistert von der Idee und probiert es. Anschließend fragt sie, ob es geschmeckt hat, denn sie trinke keinen Kaffee und habe es daher nicht gekostet. Melli sagt ihr, der Kaffee sei noch besser als der Tee und sie solle es unbedingt auf die Speisekarte setzen. So entstehen Rezepte und Speisekarten ... 😉


Rezept Grünes Curry mit Huhn (gaeng kieow wan gai)

Ein gut sortierter Asia-Laden ist nun hilfreich. 😉
Ansonsten ist Improvisation angesagt. Kochrezepte muss man ja auch nicht wie auf Millmeterpapier nachmachen.

Curry setzt eine Currypaste voraus. Die kann man fertig kaufen. Das kann man aus Zeitgründen auch prima so machen. Am Ende ist jedoch noch beschrieben, wie man auch diese selbst herstellt. Im Kochkurs haben wir sie natürlich selbst hergestellt. Die ein oder andere Zutat wird man hierzulande zudem zwangsweise weglassen müssen, weil man sie nicht oder nur schwer bekommt. Vor allem, wer auf dem Land wohnt, wird wenig Einkaufsmöglichkeiten für asiatische Zutaten haben.

Wir nehmen eine halbe Tasse dicke Kokosnusscreme, einen Esslöffel der zuvor hergestellen Currypaste (oder eben fertige), 200 Gramm klein geschnittene Hühnerbrust und zwei Tassen Kokosnussmilch.

Wir benötigen weiterhin drei Thai-Eggplants (oder Auberginen), zuvor zwei Minuten in kalten Salzwasser eingelegt. Nimmt man übliche Auberginen, reicht auch eine oder zwei.
Dazu:
Zwei Limettenblätter, klein geschnitten.
Ein Teelöffel Kokosblütenzucker.
Ein Esslöffel Fischsauce (nam pia) oder Soyasauce.
Eine große rote Thai-Chili
20 Blätter Thai-Basilikum.

Der Wok (oder notfalls Pfanne) wird mit kleiner Hitze angestellt und die Kokosnusscreme mit der Currypaste erhitzt. und vermischt. Das in Würfel geschnittene Huhn wird hinzugegeben und die Hitze des Woks 10 min. auf mittlere Temperatur gestellt und fleißig gerührt.

Die restlichen Zutaten außer das Grünzeug kommen nach ca. 10 min. hinzu. Dabei wird die Hitze wieder zurückgedreht.

Nach 10 weiteren Minuten ist die Sache fertig. Das Grünzeug kommt erst dann dazu, weil es sonst schnell bitter wird. Parallel dazu hat man Reis gekocht, der dazu serviert wird.


Grüne Curry Paste (namprik gaeng kieow wan)

"Some Thai families only have 8 ingredients in their curry paste. My familiy has 15. I use my family's recipe in my teachings."

Hier das Rezept für die Paste (sind aber keine 15 Zutaten, sondern ich habe nur 13 gezählt):

1/2 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
1/2 Teelöffel Koriandersamen
Beides ohne Öl bei mittlerer Hitze kurz anrösten, damit die Aromen besser rauskommen.

1 Esslöffel Zitronengraswurzeln (den untersten Zentimeter abschneiden).
1 Esslöffel Galangal (Thai-Ingwer) klein geschnitten
1 Esslöffel Kaffir-Limetten-Rinde (Abrieb)
2 Teelöffel Korianderwurzeln klein gehackt
2 cm Kurkuma (Gelbwurz) klein gehackt. Achtung bei der Verarbeitung von Kurkuma, dass man sich die Klamotten nicht damit einsaut (bekommt man oft nicht mehr sauber). Man bekommt auch schnell gelbe Finger, so dass der Einsatz von Handschuhen sinnvoll sein kann. Auch in Anbetracht der Chilischoten kann das ratsam sein, besonders wenn man Thai-Chili durch Habanero oder Fatali ersetzt. Das brennt sehr lustig in den Augen, wenn man sich da mal reibt, selbst wenn man vorher die Hände mit Seife gewaschen hat. Da schießen einem die Freudentränen nur so in die Augen.
6-8 cm Ginza (Galgant) oder Ingwer (jeweils Haut entfernt) klein gehackt
5 Blätter Thai-Basilikum
1-2 rote Thai-Chilis
10-15 grüne Thai-Chilis (die grünen Chilis sind etwas milder als die roten).
1/2 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Shrimps-Paste

Alles klein schneiden/hacken und im Mörser zerstampfen. Die Paste reicht für zwei Personen und ist im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar, wenn man größere Menge macht.
Nach dem Rezept kommen pro Person insgesamt also 6-9 Chilischoten ins Essen. Wem das zu heftig erscheint nimmt halt einfach weniger und wer gerne scharf isst, macht halt mehr davon rein.

Viel Spaß beim Nachkochen und Rezepte für rotes Curry und Masaman Curry mit der jeweils entsprechenden Paste gibt es im weiteren Verlauf auch noch. Das rote Curry ist dann schärfer als das hier vorgestellte. Dieses hier ist quasi für 'nen Kindergeburtstag … 😉

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 12. Juli 2024
751 Beiträge · seit 201121. Apr. 2021 · #9
Euer Frühstück ist ja der Hammer, toll!

Und vielen Dank für die Wahnsinns Arbeit die du dir machst - das grüne Curry Rezept werde ich sicher demnächst probieren.
Bin jetzt gespannt, wie es denn zu dem übernächsten Tag kommt...?
Beste Grüße, Nette
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #10
speed66 schrieb:Euer Frühstück ist ja der Hammer, toll!

… vor allem, wenn man bedenkt, dass es ansonsten halt einfach Rührei, Spiegelei oder Omelette mit Toast gegeben hätte und das Frühstück im Übernachtungspreis enthalten war. So gab es einen kleinen weiteren Einblick in die thailändische Küche. Wir haben auch alles erklärt bekommen, aber ich habe es auch längst alles wieder vergessen.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #11
Wir haben beschlossen, noch eine weitere Nacht zu bleiben und nach dem Frühstück gehe ich duschen.

Derweil fragt Matsaya Melli, ob wir für den Tag schon etwas vorhaben. So kommt es, dass wir schließlich bei der Geburtstagsfeier helfen. Das beschert uns einen Einblick in den Alltag und so etwas gefällt uns beiden.

Melli schnippselt Bananenblätter, um darauf später in Form gedrückten Reis zu servieren.

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Ich schneide derweil Fisch und Gemüse klein, damit Matsaya mit dem Kochen hinterher kommt.

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Das "Geburtstagskind" in der Bildmitte bietet uns gastfreundlich Essen und Wein an.

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Die thailändische Antwort auf Indiana Jones, Bob Dylan und Che Guevara greift zur Gitarre und spielt gekonnt einige bekannte Lieder. Bei seinen Versuchen, sich mit mir zu unterhalten, kann ich ihn kaum verstehen (ihm geht es vermutlich ähnlich), aber wenn er singt, ist sein Englisch super.
Das riesige Bild im Hintergrund hat Matsayas Freund gemalt.
Bei diesem Foto ist das Gesicht ausnahmsweise nicht unkenntlich gemacht, weil ich es persönlich so toll finde und das Foto auch mit Einverständnis erfolgte (die anderen Fotos natürlich auch).

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Als sich die Geburtstagsgesellschaft auflöst, setzen sich Matsaya,

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ihr Freund (Name vergessen)

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und der gemeinsame Bekannte (Name auch vergessen) mit uns zusammen und trinken den restlichen Rotwein und Sangria. Es ist noch ordentlich was übrig.

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Auch eine der Katzen bekommt einen Kronkorken voll Rotwein. Wir haben schon am Vorabend erfahren, dass sie gerne etwas Bier oder Rotwein trinkt. 😉

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Die Stimmung wird immer fröhlicher. (Name auch vergessen) greift zur Gitarre und spielt einige Lieder. Er ist Musiker und schenkt uns beiden am nächsten Morgen noch jeweils eine seiner CDs.

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Zum Mitsingen gibt es natürlich Texte. 😉

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Die Stimmung wird übrigens noch fröhlicher ...

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... und da sich das weiter steigert, werden die späteren Fotos zensiert.
Hier könnten jetzt also noch weitere Fotos stehen. Tun sie aber nicht. 😉

Am nächsten Morgen helfen wir noch, die Unmengen an Geschirr, Gläsern und Töpfen zu spülen und aufzuräumen. Die heiße Schlacht am kalten Buffet hat eben ihre Spuren hinterlassen.
Matsaya kocht derweil schon wieder und als wir mit dem Aufräumen fertig sind, gibt es ein gemeinsames thailändisches Frühstück. Auch das ist scharf. Melli bekommt eine mildere Variante.
Leider habe ich an der Stelle vergessen, nach einem Rezept zu fragen, aber eine Sache ist noch erwähnenswert.
Matsayas Freund und ich sitzen mit freiem Oberkörper beim Frühstück, weil es schon wieder affenheiß ist. Ich habe schon wieder fleißig geschwitzt, bevor das scharfe Essen überhaupt auf den Tisch kommt. Zum Nachwürzen steht noch ein großes Glas Chiliflocken auf dem Tisch, welches Matsaya und ihr Freund aber nicht anrühren. Ich habe noch einen halben Löffel davon übers Essen gegeben. Der gemeinsame Bekannte hat ein langärmliges und offenbar warmes Sweatshirt an und haut sich noch löffelweise (3-4 Esslöffel) Chiliflocken übers Essen und schwitzt kein bisschen. Manche Leute würden da aus den Ohren qualmen und pfeifend wie bei einem Teekessel die Schädeldecke abheben.

Das übrig gebliebene Essen vom Vortag wurde von den Geburtstagsgästen teilweise mitgenommen oder -falls haltbar- in den Kühlschrank verfrachtet.
Auch die übrigen Reste, obgleich z.T. scharf wie Sau, sind nicht für die Katz. Das bekommen die Hunde zum Frühstück und machen sich begeistert darüber her.
Sie essen von Kindesbeinen an die oft scharf gewürzten Essensreste und sind es gewöhnt.

Gegen Mittag fahren wir los. Obwohl wir kaum mehr als einen Tag zusammen verbracht haben, fällt uns allen der Abschied schwer. Mit Matsaya und ihrem Freund machen wir aber für das Ende der Reise noch ein Treffen in Chiang Mai aus und das klappt später auch.

Man kann solche Momente nicht einplanen. Das passiert einfach spontan und dann muss man im richtigen Moment spontan reagieren können (und auch wollen).

Matsayas Unterkunft liegt am Beginn einer langen und steilen Steigung und Steigungen werden für uns die nächsten Tage der Regelfall werden. Die Lkw auf der Strecke haben heftig zu kämpfen. Der Motor eines der Fahrzeuge klingt wie ein Schiffsdiesel und ich weiß, wie die klingen und wie laut die sind. Wir haben einen mit mehreren Tausend PS als Notstromaggregat. Dieser Lkw-Motor klingt, als haut es ihn jeden Moment in Fetzen.

Gruß
Wolfgang
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761 Beiträge · seit 201021. Apr. 2021 · #12
Hallo, Wolfgang,

ich grins grad mal wieder meinen PC an. Das ist mir in der letzten Zeit eher selten passiert.
Das war sicher ein tolles Erlebnis. 😄
Mit Ganesha auf der Theke und Che auf der Gitarre - perfekt. 🙂

Das Green Curry Rezept hab ich kopiert und ausgedruckt, werde aber eher die fertige Paste nehmen. 😉
Wir lieben auch extra scharf - sag ich auch immer beim Abhol-Asiaten . 😄

Hab ich das richtig verstanden - Du magst auch kein Koriandergrün? Kein Cilantro?
Wir haben uns das in Laos in ~ Lao~ aufschreiben lassen, dass wir das nicht mögen. Alles andere ja - aber niemals Koriandergrün.
Ich kann das leider absolut nicht essen.

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #13
Hallo Doro,
Flori schrieb:
Hab ich das richtig verstanden - Du magst auch kein Koriandergrün? Kein Cilantro?

in einer gewissen Menge kann ich das essen, aber ich kann auch prima ganz drauf verzichten.
Wir wollten das Frühstück ja so weit wie möglich aufessen, aber beim Koriander sind wir gescheitert. Melli hat das besser essen können als ich. Bei mir ist irgendwann komplett Feierabend und sie hat es alleine auch nicht ganz bewältigen können.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #14
Flori schrieb:
ich grins grad mal wieder meinen PC an. Das ist mir in der letzten Zeit eher selten passiert.

Das freut mich.

Das war sicher ein tolles Erlebnis. 😄

Es war auch gleich der erste Tag außerhalb Chang Mais, der uns zu dieser Unterkunft führte.
Wie kann eine Reise besser beginnen?
Ich habe dann an dem Abend erstmals Bongos gespielt. Ich habe zuhause zwar eine Djembe und eine Tabla, die man tatsächlich spielen kann (ich halt nicht, aber macht trotzdem Spaß).

Das Green Curry Rezept hab ich kopiert und ausgedruckt, werde aber eher die fertige Paste nehmen. 😉
Wir lieben auch extra scharf - sag ich auch immer beim Abhol-Asiaten . 😄

Die fertige Paste wird halt nicht so wirklich scharf sein wie das Original, genauso wie ich bisher kein Thai-Restaurant kenne, das beim schärfsten Gericht und dem expliziten Hinweis, das schärfer zu machen als normal, so dass es an die Schärfe in Thailand rankommt.
Ich habe von einem gehört, wobei mir da Corona dazwischen kam. Da soll es eine gesonderte Speisekarte für Asiaten geben. Ich kenne ein indisches Restaurant, bei dem die scharfen Gerichte richtig Dampf haben. Ansonsten ist es weitgehend an das deutsche Schärfeempfinden angepasst.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200622. Apr. 2021 · #16
... da wir erst am Mittag starten, können wir die Strecke nach Pai nicht an einem Tag schaffen und übernachten in einem winzigen Dorf, in dem es glücklicherweise eine Unterkunft gibt. Gegenüber befindet sich ein kleines Lokal, in dem wir Reis mit Gemüse und Spiegelei essen und zusammen mit jeweils einer Cola insgesamt nicht mal zwei Euro bezahlen. Am nächsten Tag geht es weiter nach Pai, was eine touristische kleine Stadt ist. Hier und in der Umgebung gibt es bedeutende Tempel, eine Schlucht, heiße Quellen und die Möglichkeit, auf Elefanten zu reiten. Das machen wir natürlich nicht, weil wir die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, nicht unterstützen wollen.

Der Weg dorthin ist zeitweise sehr bergig und Melli muss einige Passagen schieben. Ihr erster Gang entspricht meinem zweiten. Wenn sie an die Grenzen stößt, kann ich nochmal schalten. Das erspart mir die vielen Kilometer Fußweg, die sie im Laufe der Bergetappen zurücklegen muss.

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An den obersten Stellen der Passstraßen und an besonders unfallträchtigen Stellen stehen oft Geisterhäuser. Sie stehen ebenfalls vor fast jedem Haus und werden meist schon errichtet, bevor mit dem Bau eines Hauses begonnen wird. Nach dortigem Glauben wohnen praktisch überall Geister (gute und böse). Damit böse Geister nicht in ein neu gebautes Haus einziehen, bietet man ihnen vorher eine Behausung in Form eines Geisterhauses an. Diese variieren in der Größe zwischen 30 cm und mehreren Metern, sind reich geschmückt oder schlicht, aus Holz, Beton oder Wellblech. Im Laufe der Tour entstehen zahlreiche Fotos.

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Die Geister werden mit Essen, Getränken und Räucherstäbchen versorgt. Gelegentlich betet auch mal jemand davor.

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Unterwegs am Straßenrand sehen wir einen Stand mit Haushaltswaren und schauen uns kurz um.

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Ich kaufe einen traditionellen Kegelhut, dem ich einige hundert Kilometer seine Heimat Thailand zeige. Später wird er aus Chiang Mai per Post nach Hause geschickt und ich bin gespannt, in welchem Zustand er daheim ankommen wird.
Nun ... er wird gar nicht ankommen. Schade, denn in diesem Paket waren noch ein paar andere Dinge ...
Das Foto aus dem ersten Teil des Berichts ("Lost in Chiang Mai") ist erst später und mit diesem Hut entstanden.
Ich habe später noch einen weiteren Hut dieser Art erstanden und im Flugzeug mitgenommen, aber der verschollene war der in meinen Augen schönere.

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Unterwegs sehen wir einige erstaunliche Verkehrsschilder und ich beginne, neben den Geisterhäusern auch noch Schilder zu fotografieren.
Sachen gibts, die gibts gar nicht. Echte Schildbürger, die Thailänder ...

Vorsicht vor tieffliegenden Hexen ...

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Bitte übergeben Sie sich nur an den dafür vorgesehenen Plätzen ...

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Wenns brennt, dann rennt ...
Achtung Waldbrandgefahr.

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Das Kochen von Eiern ist hier verboten ...

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... und "Temperater of the water" stammt wohl vom Master of Desaster.

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Die Befestigung des Schildes ist originell ...

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Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 22. Apr. 2021
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200622. Apr. 2021 · #17
casimodo schrieb:
Die Kombi aus Reiseerlebnissen und Kochrezepten finde ich Klasse. Ich baue andauernd irgendwelche Thai Currys und möchte die Paste endlich mal selbst herstellen.

Im nächsten Bericht folgt dann noch ein Rezept aus der thailändischen Kochschule für Masaman Curry mit der entsprechenden Chilipaste und das gleiche gibt's später noch für Red Curry mit passender Chilipaste. Und vielleicht kann ich noch irgendwo das Penang Curry unterbringen …

Bei Thailand bot sich das mit den Kochrezepten an, zumal wir dort einen Kochkurs mitgemacht und Rezepte mitgebracht haben und viele Leute die Thai-Küche auch hierzulande mögen.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 22. Apr. 2021
2'240 Beiträge · seit 201123. Apr. 2021 · #18
BikeAfrica schrieb:
Masaman Curry ...
Wolfgang
Mein Lieblingscurry... 😄 -sieht ja nach einer chilligen Runde aus.
Geht es irgendwann noch in den Süden oder nach Malaysia zu einem Penang Curry?
khop khun kah
Mari
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2021
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200623. Apr. 2021 · #19
marimari schrieb:
BikeAfrica schrieb:
Masaman Curry ...
Wolfgang
Mein Lieblingscurry... 😄 -sieht ja nach einer chilligen Runde aus.
Geht es nachher nach Malaysia zu einem Penang Curry?
khop khun kah

Ich habe zumindest auch davon ein Rezept mitgebracht. In der thailändischen Kochschule wurde es penang neua genannt. Das war im Original mit Fleisch vom Wasserbüffel, aber das könnte man ja durch Rindfleisch ersetzen.

Gruß
Wolfgang
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2'240 Beiträge · seit 201123. Apr. 2021 · #20
BikeAfrica schrieb:

... Das war im Original mit Fleisch vom Wasserbüffel, aber das könnte man ja durch Rindfleisch ersetzen.

Gruß
Wolfgang
..lange gesotten, sicherlich ein Schmankerl 😄
Ich befinde mich zur Zeit (u. Homeoffice sei Dank) gerade geografisch /kochtechnisch an einem anderen Ort.
Heute gab's: Punjabi-Style Chicken Curry.
Gruss M.
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zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2021