Keep up, Namibia!

49 Antworten · 18,3k Aufrufe · gestartet 03. Okt. 2020 von Chrigu
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30 Beiträge · seit 202003. Jan. 2021 · #41
Hallo, ich finde eure Initiative auch super. Mache mir wegen der Situation der Menschen da schon oft Gedanken, in 2019 auf der Reise die Trockenheit und die Probleme, die daraus folgen, gesehen. Jetzt diese Corna-Folgen, keine touristischen Einnahmen, Wilderei ohne Ende aus der Not...
Werde im Mai endlich wieder nach Namibia fahren, hoffentlich!
Eine Frage zu eurem Projekt: wie wählt ihr aus, wer was wann von euch bekommt? Beim lesen hört sich das erstmal zufällig an, aber stimmt der Eindruck?
Danke und Grüsse, Greif
30 Beiträge · seit 202003. Jan. 2021 · #42
Dazu gabs einen Zeitungsbericht im Netz vor ein paar Tagen: solange die Regierungsleute, Staatspräsident inklusive, Hände-schüttelnd und jeden umarmend im TV zu sehen ist, wird wohl niemand in der Bevölkerung die Notwendigkeit von Hygiene-Massnahmen verstehen...
74 Beiträge · seit 201704. Jan. 2021 · #43
Hallo Ja.doch, hallo alle,

zwischendurch noch mal ein Dankeschön für eure Spenden und sonstige Unterstützung. Wir sind mit dem Projekt "Keep up" immer noch rege in Gange, auch von zu Hause aus.

Kurz zu deiner Frage @Ja.doch, wie wir entscheiden, wer etwas bekommt von den Spenden: Dies ist, als wir selbst in Namibia unterwegs waren, tatsächlich immer sehr spontan und eher zufällig passiert. Wobei wir uns im Vorwege im Klaren waren, dass wir eben die Menschen unterstützen wollen, die sonst irgendwie durch "uns Touristen" ein Einkommen haben. Da denkt man natürlich an Makalani-Schnitzer und sonstige Straßenkünstler, aber auch an Angestellte von Tourismus-Firmen, die aktuell nur einen minimalen Teil ihres Gehaltes bekommen oder ähnliches.

Wenn man dann anfängt, entsprechend "mal hinzugucken", weiß man ehrlich gar nicht: Wo anfangen, wo aufhören. Das gespendete Geld und unsere Zeit reichen natürlich nicht, um überall tätig zu werden, wo es erforderlich wäre - und ein bisschen aus Eigenschutz muss man tatsächlich auch anfangen, Dinge wieder distanzierter zu betrachten. Die Begegnungen, die Gespräche sind alle wirklich emotional - es ist dann toll, wenn man helfen kann - und dann wieder deprimierend, wenn man sieht, wie viel eigentlich noch notwendig wäre. Um sich da nicht runter reissen zu lassen, dass man an so vielen Stellen nicht helfen kann, besinnen wir uns stattdessen ein bisschen darauf, wo wir etwas Gutes bewirken können. 😗

Über die eher zufälligen Begegnungen hinaus hatten wir von vornherein auch einige Leute und Institutionen im Kopf, die wir angesprochen haben (wie z.B. AfriCat oder auch eine Firma, die die Purros Community unterstützt). Wir haben mit jedem einzelnen Spendenempfänger / jeder Organisation im Vorwege immer ein bisschen gequatscht um zu horchen, wie die Situation ist. Wir wollten ja auch nicht unnütz Geld herausgeben.

Manchmal kam man aber auch mit Leuten ins Gespräch, wo man überhaupt nicht damit gerechnet hat, dass auch bei denen die fehlenden Touristen solch eine Auswirkung haben. Uns wurde wirklich wieder mal vor Augen geführt, wie groß und wichtig der Wirtschaftsfaktor Tourismus ist.

Außerdem wird an extrem vielen Stellen auch deutlich, wie toll der Zusammenhalt in Namibia ist. Wie viele Gästefarmbetreiber zum Beispiel ihre Leute mit privatem Geld versuchen durchzubringen. Oder in Swakop, da haben uns die wenigen verbliebenen Straßen-Souvenir-Verkäufer erzählt, dass es ein paar einheimische Städter gibt, die einmal die Woche bei den Künstlern ein kleines Holztier oder Perlenarmband kaufen, um sie zu unterstützen.

Und noch etwas anderes ist uns mehr als einmal widerfahren: Wir hatten mit mehreren Gästefarmen Kontakt per E-Mail, um mal deren Situation zu hinterfragen und um zu erfahren, ob sie die Angestellten halten konnten usw. Ganz oft wurde eben erzählt, dass privates Geld verbraucht wird, um die Leute mit durchzuziehen, oder dass Familienmitglieder mit anderen Einnahmequellen mit Geld unterstützen. Wenn wir dort angeboten haben, auch mal die seit Monaten leere Staff TippBox ein bisschen aufzufüllen als Entlastung, haben wir tatsächlich mehr als einmal gehört: "Nein, lasst mal gut sein, vielen Dank. Wir kriegen das schon hin, wo anders ist es bestimmt nötiger!"

Während ich das hier schreibe, bekomme ich schon wieder Pipi in die Augen... 🙁

Und ich habe auch viel mehr erzählt, als ich eigentlich kurz antworten wollte. Wir werden wirklich noch auf der Website zu diesem Thema zu jedem Spendenempfänger usw die Geschichte erzählen - aber das braucht alles echt Zeit. Aktuell sind wir immer noch dabei, die weiter eingehenden Spenden sinnvoll zu verteilen und immer weitere Pläne dazu zu machen. Außerdem müssen wir dummerweise nebenbei immer noch auch Dinge tun, mit dem wir selbst Geld verdienen. Wir wollen ja nicht, dass wir selbst von Spenden abhängig werden... 😵

Wenn übrigens jemand einen kreativen Vorschlag hat, wo unsere Spende sicher auch hilfreich wäre, dann nehmen wir gerne Tipps entgegen. Bitte seht es uns aber nach, dass wir gegebenenfalls aber nicht alles "bedienen"...

Und abschließend darf ich auch noch erwähnen, dass natürlich jede(r), der trotz schwieriger Lage seine Namibia-Reise in diesem Jahr umsetzt, eine wahre wirkliche Hilfe ist für die Leute unten. Wir selbst haben die Hygiene- und Abstandsmaßnahmen als sehr konsequent umgesetzt empfunden, und zwar in allen Gesellschaftsschichten und bei allen Gästen. Gerade sind Kunden von uns zurückgekommen, die das bestätigt haben und andere Kunden, die an Neujahr in Windhoek gelandet sind, erzählten uns nach ihrer Ankunft ebenfalls, dass sie diesbezüglich recht beeindruckt sind. Aber das soll in diesem Thread ja gar nicht das Thema sein...!

Herzliche Grüße - Keep up, Namibia! 😉

Maike
zebras - nicht einfach schwarz-weiß! zebra.reisen
1'794 Beiträge · seit 201304. Jan. 2021 · #44
Liebe Maike, liebe Logi, liebe Fomis...ich wünsche euch allen vorallem ein gesundes Neues Jahr!

Off Topic: Wenn ich den letzten Absatz von Maikes Ausführungen zu den AHA Regeln mit denen von Logi in den verschiedenen Threads so anschaue, könnte man meinen, dass es sich hier um zwei verschiedene Länder handelt und ich frage mich gerade, ob die eigentliche Wahrheit in der Mitte liegt oder wo... 🤨 !

LG NOGRILA

...DANKE Maike für deine ausführlichen Ausführungen zum eigentlichen Thema!
886 Beiträge · seit 200704. Jan. 2021 · #45
Liebe Maike,

vielen Dank für deine Ausführungen zu der Verteilung der Spenden. Ganz spontan fällt mir Marius Steiner von Camp Aussicht als Spendenempfänger ein.
Unser Besuch dort ist lange her und ich bin deshalb nicht gut informiert über den aktuellen Stand. Wir haben ihn als einen sehr „ gebenden“ Menschen erlebt, der die Himbas in der Umgebung unterstützt hat. Schon damals warf seine Mine keinen Gewinn mehr ab und seine Einnahmen kamen wohl fast ausschliesslich aus dem Tourismus.

Liebe Grüße und @all ein gesundes neues Jahr.

Lisolu
74 Beiträge · seit 201709. Feb. 2021 · #46
Hallo an alle Unterstützer und an alle Interessierten von Keep up Namibia 🙂

Wir haben auf unterschiedlichen Wegen tolle Anregungen von euch erhalten in Bezug auf Leute und Plätze, wo Spendengelder in Namibia hilfreich wären. Vielen Dank dafür! Wir gucken uns alles an und nehmen entsprechend Kontakt auf.

Dank unseres Partnerbüros und unserer lieben Freundin Nina aus Swakopmund konnte vor ein paar Tagen vor Ort auch wieder einmal "Geld an den Mann" gebracht werden: Bei Maltahöhe gibt es die Gästefarm Namseb, deren Betreiber (wie so viele andere) zum Einen versuchen, ihren Angestellten weiterhin etwas Arbeit und natürlich Lohn geben zu können - zum Anderen sind sie sehr engagiert in einer Suppenküche, in der die Kinder des Städtchens eine regelmäßige Mahlzeit finden. Außerdem gibt es dort eine Musik- und Tanzgruppe, mit der versucht wird, jungen Leute ein Hobby, eine Aufgabe zu vermitteln - dieser Chor wird sonst jeweils für Touristen für eine Aufführung gebucht und hat natürlich ebenfalls in den letzten Monaten keine Auftritte gehabt. Quell all dieser sozialen Projekte sind einfach immer wieder Touristengelder.

Nina hatte sich im Vorwege in Maltahöhe angekündigt - und alle jungen Leute standen natürlich begeistert parat und haben es wohl wirklich SEHR genossen, wieder mal singen und tanzen zu dürfen. Nach Erklärung unseres Projektes hat die Gruppe gleich noch eine "Danke"-Performance gegeben - wieder mal eine berührende Geschichte.

Außerdem konnten wir einen Guide, der sonst für einen Konzessionsinhaber Touren ins Sperrgebiet begleitet, finanziell unterstützen. Er versucht sich mit Gelegenheitsjobs in Lüderitz über Wasser zu halten und wird im April das erste Mal Papa – da helfen ein paar Dollar, um die schwangere Frau zu den Vorsorgeuntersuchungen schicken zu können.

Wir machen weiter und werden wieder berichten…

Herzliche Grüße!
zebras - nicht einfach schwarz-weiß! zebra.reisen
21 Beiträge · seit 201909. Feb. 2021 · #47
sehr schöne Idee und daher habe ich mich gerade beteiligt.
...neu im südlichen Afrika...unsere erste 3-wöchige Reise als Familie nach Namibia ist im August 2020
33,1k Beiträge · seit 200612. März 2021 · #48
Hi Maike & Chrigu,

hier scheint Hilfe dringend nötig zu sein...

Viele Grüße
Christian
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Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
40 Beiträge · seit 200605. Feb. 2022 · #49
Hallo Lisolu,
da kann ich nur beipflichten. Marius hatte in der Coronazeit so gut wie keine Gäste. Wir sind in engem Austausch mit ihm und freuen uns schon auf die Tage bei Marius auf Camp Aussicht im März/April 2022. Es ist für uns immer eine ganz besondere Zeit und wir haben in den Jahren schon sehr viel von ihm gelernt.
Viele Grüße
Andrea
Heute in zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du versäumt hast, als über die, die du getan hast! Also mach die Leinen los, verlass den Hafen, fang den Fahrtwind in deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke. Mark Twain
24 Beiträge · seit 202415. Jan. 2024 · #50
Touristmus ist glücklicherweise (Stand Nov. 2023) wieder völlig "online".
Wer nicht rechtzeitig bucht, findet beliebte Spots und Lodges bereits über Monate im voraus völlig ausgebucht.
Quasi wie vor Corona. Namibia ist ziemlich beliebt, mit ansteigendem Aspekt ...