Coole Fragen

26 Antworten · 6'516 Aufrufe · gestartet 19. Apr. 2019 von loser
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ThemenstarterGast19. Apr. 2019 · #1
Es gibt/gab öfters Anfragen und Erwähnungen bez. Mitführung von Kühlschränken im Auto für Touren OHNE Camping, also nur in festen Unterkünften und oftmaligen Einkaufsmöglichkeiten.
Weil Hinweise auf die Verzichtbarkeit solcher Überlösungen in laufenden Themen, wo das angesprochen wird, als störend empfunden werden, hier ein paar Argumente zu diesem Thema. Vielleicht bewahrt es einige noch unerfahrene Planende davor, Zeit für Beschaffung und Geld für Verwendung dieser völlig unnötigen Ausrüstung zu sparen. Wer so was trotzdem will, leistet sich halt diesen Spleen, möge aber bitte nicht Anderen suggerieren, dass man es braucht…..DENN:
Bei Reisen in festen Unterkünften, in welchen in der Regel ein Eisschrank vorhanden oder benutzbar ist, ist die Mitführung eines ZUSÄTZLICHEN EISSCHRANKS IM AUTO überflüssig, noch dazu, wenn man zwischendurch sowieso immer wieder einkaufen kann. Eine Kühltasche/-Box mit Kühlakkus oder Eiswürfel udgl. genügt aber es geht sogar ohne. Es gibt aus Sicht der Lebensmittelsicherheit keine Begründung für Kühlschrank im Auto. Wenn man viel Fleisch auf Vorrat einkauft, friert man dieses am besten gleich ein und gibt es bei Ankunft in den Folgequartieren gleich wieder in das Gefrierfach. Das funktioniert ohne Probleme bis zu 10 bis 14 Tage.
Wenn man alle paar Tage einkaufen kann, ist sogar das Einfrieren verzichtbar, kühl Lagern genügt, Fleisch verdirbt nicht so schnell. Es ist noch nicht so lange her, dass nicht einmal Fleischhauer Gefrierschränke hatten, sondern nur einen Kühlraum und wir sind auch nicht krank geworden. Bloß Geflügel sollte man gleich zubereiten.
Auf den Kühlschrank im Auto zu verzichten, hat nur Vorteile…. Ersparen der Miete und des Organisationsaufwandes, kein Platzverlust, kein potenzieller Ärger mit der Stromversorgung, viel größere Auswahl an Mietautomodellen und Anbietern. Auch einfache Campingtouren können mE ohne Fridge gemacht werden bzw. ohne teuren, voll ausgestatteten Allradcamper. Für die Preisdifferenz kann man viel Fleisch essen 🙂
Werner
zuletzt bearbeitet 19. Apr. 2019
1'014 Beiträge · seit 201619. Apr. 2019 · #2
Da hast Du völlig recht. Ich kann mich nicht entsinnen (weil ich keinen Bedarf hatte) aber gibt es in Namibia auch Beutel mit Eiswürfeln an den Tankstellen / Läden zu kaufen? Damit kann man auch gut sein Zeugs in einer Kühltasche kalt halten, wenn es in der Unterkunft mal kein Eisfach für die Kühlakkus gibt.

Yanjep
204 Beiträge · seit 201619. Apr. 2019 · #3
Wir haben uns immer einige Wasserflaschen einfrieren lassen in den Lodges, oder wen wir selbst einen Kühlschrank in unserer Unterkunft hatten, über Nacht eingefroren. Diese kamen als Kühlelemente in unsere Kühltasche und wenn sie auftauten, gab es immer schön kühles Wasser zu trinken.
LG Traute
16,9k Beiträge · seit 201219. Apr. 2019 · #4
yanjep schrieb:.... aber gibt es in Namibia auch Beutel mit Eiswürfeln an den Tankstellen / Läden zu kaufen? ...
Selbstverständlich gibt es das!

LG
Logi
2'779 Beiträge · seit 200719. Apr. 2019 · #5
Vor kurzem Stand ich vor dem Dilemma ob ich jemanden zu einem Kühlschrank im 4WD anraten sollte oder nicht. Die Tour von zwei befreundeten Ehepaaren, Namibia-Neulinge, führt sie nur in feste Unterkünfte, wo meistens Frühstück und Abendessen inkludiert sind und ist gespikt mit ein paar Nächten in Selbstversorger Unterkünften.

Ich weiss dass sich Neulinge oft viele Gedanken machen ob und wie wohl das Essen schmecken wird und ob sie denn auch alles essen dürfen ohne zu erkranken, etc. Berechtigte Gedanken die jeder sich macht wenn er zum ersten Mal ein neues Land bereist. Dazu kommt die eine oder andere Vorliebe, bei mir sind es frisches Obst, Tomaten, Salate, Käse, Joghurt, etc etc also verschiedene Nahrungsmittel die je nachdem nicht in kleinen Läden im Landesinnern vorrätig sind. In den festen Unterkünften hängt das angebotene inkludierte Essen zudem vom Preisniveau ab.

Ich fand dann die Empfehlung ein Auto mit eingebautem Kühlschrank zu mieten besser. Denn der Grundgedanke war: Lieber beim ersten Mal etwas dabei haben was man nachträglich als entbehrlich einstuft als umgekehrt.

Für Leute die total unkomplizert sind und sich mit dem Angebot in den Einkaufsgelegenheiten unterwegs zufrieden geben und nehmen was es (noch) hat und keine spezifischen Ansprüche stellen was ihre Nahrungsaufnahme angeht, zudem essen was auf den Tisch oder über die Theke kommt, braucht es diesen Luxus nicht.

Man bedenke dass bereits Städte wie Khorixas und Kamanjab nur eine beschränkte Auswahl an frsichen Produkten haben. Wer Namibia nicht kennt und nicht weiss was er wo finden kann tut in meiner Sicht gut daran sich in Windhoek mit "seinem" Sortiment einzudecken.

Es gibt unterwegs dann manch schönen Platz um ein Pic Nic zu machen und es ist doch schön wenn man feine Sachen gekühlt mitführen kann.
Gruss Leona
505 Beiträge · seit 201719. Apr. 2019 · #6
Das Thema ist nicht wirklich einfach, sowohl Werner als auch La Leona haben Argumente dargelegt, die in meinen Augen für beide Seiten sprechen, und vorneweg ich kenne sie schon beide.
Natürlich hat Werner recht was die Lebensmittelsicherheit angeht, aber auch LaLeonas Ansätze ... tja, wie schon gesagt nicht wirklich so einfach
Auch ich bin schon mit ´nem ENGEL Fridge Freezers unterwegs gewesen, ich bin auch schon nur mit Kühltasche und "dicken Paketen" Eiswürfeln unterwegs gewesen.
Ich kann voll und ganz verstehen, dass jemand, der zum erstenmal im südlichen Afrika unterwegs ist, auf so etwas wie - sagen wir einmal - so eine Art Sicherheit setzt.
Ich habe auch schon Unterkünfte erlebt wo kein Gefrierschrank auf dem Zimmer war, oder sich das Personal nicht im Stande sah, das "verderbliche" Gut irgendwo unterhalb des Gefrierpunktes zu lagern.
Aber es klappt halt auch ohne, aber dazu gehört auch so etwas wie Erfahrung und manchmal eine wirklich gute Planung, oder?
Es geht beides, und worin man sein Geld investiert sollte doch jedem selbst überlassen sein.

Als kleines Resümee meinerseits, kann man den Leuten doch einfach beide Seiten aufzeigen, und wenn sie sich für eine Richtung entscheiden, ist es doch einfach ihre Sache .

Gruß
Markus
Kapstadt Namibia VicFalls 2012 Namibias Süden & KTP 2018 Cuba 2019 Eifel 2020 Ostfriesische Nordseeküste 2021 Schottland 2022 Australien 2023 Stockholm 2024 Dublin 2024 Edinburgh 2024 Al Andalus 2025 Und dieses Jahr noch Venedig, Athen und Edinburgh
897 Beiträge · seit 201719. Apr. 2019 · #7
Als ich das mit dem Kühlschrank im Auto gelesen hab, war mein erster Gedanke "super" ! Wir hatten Fleisch für 10 Tage im KTP dabei. Nach der Hälfte der Zeit in Grootkolk lag das eingeschweißte Fleisch 3 Tage im nicht richtig funktionierenden Kühlschrank. Unter 15° war er nicht zu bekommen. Wir hätten da auch kein gefrorenes Fleisch lagern können. Wasser einfrieren für die Weiterfahrt konnten wir ebenfalls nicht. Der Campguard hat behauptet, er wäre kühl genug, besser ginge es nicht.

In Mata Mata wollten wir abends ein Rinderfilet grillen. Als wir es geöffnet haben, war es verdorben. Ebenso das Lammfleisch. Wir werden daher künftig einen Kühlschrank in Betracht ziehen.
Liebe Grüße Makra
zuletzt bearbeitet 19. Apr. 2019
546 Beiträge · seit 201820. Apr. 2019 · #8
Für Leute die total unkomplizert sind und sich mit dem Angebot in den Einkaufsgelegenheiten unterwegs zufrieden geben und nehmen was es (noch) hat und keine spezifischen Ansprüche stellen was ihre Nahrungsaufnahme angeht, zudem essen was auf den Tisch oder über die Theke kommt, braucht es diesen Luxus nicht.
Hm... vermutlich gehören wir zu dieser Sorte, und ich bemühe mich immer wieder sehr um die Sicht, dass man es auch anders machen kann. Verstehen kann ich jedoch das ganze "Geschisse" ums Essen und die Kühlerei eh nicht.
Wir reisen als 6-köpfige Familie ohne festen Unterkünften auch mal 3 Wochen lang durch afrikanische Länder (logistisch ist das durchaus ne Herausforderung) - lediglich mit einer Kühlbox im Auto, die man unterwegs mal ne Stunde in den ZIgarettenanzünder stecken kann, damit das ein oder andere etwas kühler bleibt als der Rest des Autos. Wir haben noch nie Hunger gelitten, und geschmeckt hat es in der Regel auch noch überall!!!
Ich bin geneigt, Leuten, für die das Thema "Essen" so ein "Problem" ist, andere Urlaubsziele vorzuschlagen. Der Anspruch, unbedingt Wildnis mit Luxus verbinden zu wollen, geht mir ziemlich auf den Keks.
Wenn ich dann hin und wieder beneidet werde um unsere Erlebnisse, und mir gleichzeitig die Ansprüche anhören muss, die das ganze Unterfangen bitteschön zu bieten hat, dann passt das für mich einfach nicht zusammen.
Man kann im Leben oft nicht alles gleichzeitig haben - und mancher Verzicht läßt auch anderes wieder heller leuchten!

Klar kann man es auch anders machen, und es sei jedem frei gestellt. Aber es wäre durchaus auch mal ein Versuch wert, seine gewohnten Pfade zu verlassen - wenn man sich schon in die afrikanische Wildnis aufmacht! Vielleicht entdeckt man ja ganz neue Werte und Kostbarkeiten dabei?

Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
2'779 Beiträge · seit 200720. Apr. 2019 · #9
Rehema schrieb:
Für Leute die total unkomplizert sind und sich mit dem Angebot in den Einkaufsgelegenheiten unterwegs zufrieden geben und nehmen was es (noch) hat und keine spezifischen Ansprüche stellen was ihre Nahrungsaufnahme angeht, zudem essen was auf den Tisch oder über die Theke kommt, braucht es diesen Luxus nicht.
Hm... vermutlich gehören wir zu dieser Sorte, und ich bemühe mich immer wieder sehr um die Sicht, dass man es auch anders machen kann. Verstehen kann ich jedoch das ganze "Geschisse" ums Essen und die Kühlerei eh nicht.
Wir reisen als 6-köpfige Familie ohne festen Unterkünften auch mal 3 Wochen lang durch afrikanische Länder (logistisch ist das durchaus ne Herausforderung) - lediglich mit einer Kühlbox im Auto, die man unterwegs mal ne Stunde in den ZIgarettenanzünder stecken kann, damit das ein oder andere etwas kühler bleibt als der Rest des Autos. Wir haben noch nie Hunger gelitten, und geschmeckt hat es in der Regel auch noch überall!!!
Ich bin geneigt, Leuten, für die das Thema "Essen" so ein "Problem" ist, andere Urlaubsziele vorzuschlagen. Der Anspruch, unbedingt Wildnis mit Luxus verbinden zu wollen, geht mir ziemlich auf den Keks.
Wenn ich dann hin und wieder beneidet werde um unsere Erlebnisse, und mir gleichzeitig die Ansprüche anhören muss, die das ganze Unterfangen bitteschön zu bieten hat, dann passt das für mich einfach nicht zusammen.
Man kann im Leben oft nicht alles gleichzeitig haben - und mancher Verzicht läßt auch anderes wieder heller leuchten!

Klar kann man es auch anders machen, und es sei jedem frei gestellt. Aber es wäre durchaus auch mal ein Versuch wert, seine gewohnten Pfade zu verlassen - wenn man sich schon in die afrikanische Wildnis aufmacht! Vielleicht entdeckt man ja ganz neue Werte und Kostbarkeiten dabei?

Antje
Ausgangspunkt waren Namibia-Reisende die vorhaben in festen Unterkünften (mit oder ohne Selbstversorgung) zu übernachten und vorhaben Lebensmittel zu kaufen und diese während mehreren Tagen oder Wochen mit intakter Kühlkette aufzubewahren und unterwegs im Mietauto mitzuführen.

Es besteht kein Grund diejenigen die sich für einen Kühlschrank entscheiden zu labeln dass sie ein "Gschiss" wegen dem Essen machen. Das finde ich unangebracht. Vielleicht geht es nicht nur um Luxus, vielleicht geht es nicht anders aus gesundheitlichen Gründen wie Allergien, Zöliakie, Diabetes Typ 1 oder vielleicht hat jemand klare Vorstellungen was er/sie als gesunde Ernährung betrachtet und sich auch im Urlaub weitgehend so ernähren möchte.

Dein Grundgedanke ist gut gemeint und ich sage immer dass man auf Reisen offen sein sollte und üben sollte auf etwas zu verzichten zu Gunsten von bereichernden Erfahrungen. Den Sprung über die eigenen Komfortzone wagen. Denke da zum Beispiel an Leute die zum ersten mal campen. Diese Bereitschaft muss nicht daran gemessen werden was jemand isst oder? Vielmehr geht es doch darum ob man offen ist und Zeit und Interesse hat an Land und Leute und mit offenen Sinnen reist.
Gruss Leona
281 Beiträge · seit 201820. Apr. 2019 · #10
Lommi schrieb:
Als kleines Resümee meinerseits, kann man den Leuten doch einfach beide Seiten aufzeigen, und wenn sie sich für eine Richtung entscheiden, ist es doch einfach ihre Sache
Ich finde, das wäre ein schöner Schlusssatz gewesen unter diesen Thread . . .
546 Beiträge · seit 201821. Apr. 2019 · #11
Ausgangspunkt waren Namibia-Reisende die vorhaben in festen Unterkünften (mit oder ohne Selbstversorgung) zu übernachten und vorhaben Lebensmittel zu kaufen und diese während mehreren Tagen oder Wochen mit intakter Kühlkette aufzubewahren und unterwegs im Mietauto mitzuführen.

Es besteht kein Grund diejenigen die sich für einen Kühlschrank entscheiden zu labeln dass sie ein "Gschiss" wegen dem Essen machen. Das finde ich unangebracht. Vielleicht geht es nicht nur um Luxus, vielleicht geht es nicht anders aus gesundheitlichen Gründen wie Allergien, Zöliakie, Diabetes Typ 1 oder vielleicht hat jemand klare Vorstellungen was er/sie als gesunde Ernährung betrachtet und sich auch im Urlaub weitgehend so ernähren möchte.

Dein Grundgedanke ist gut gemeint und ich sage immer dass man auf Reisen offen sein sollte und üben sollte auf etwas zu verzichten zu Gunsten von bereichernden Erfahrungen. Den Sprung über die eigenen Komfortzone wagen. Denke da zum Beispiel an Leute die zum ersten mal campen. Diese Bereitschaft muss nicht daran gemessen werden was jemand isst oder? Vielmehr geht es doch darum ob man offen ist und Zeit und Interesse hat an Land und Leute und mit offenen Sinnen reist.
Der Thread-Eröffner erwähnt hier nichts, dass es speziell um Namibia-Reisende geht - sondern teilt seine Ansicht, dass oftmals eine unnötige "Überlösung" diskutiert würde.
Dieser Ansicht habe ich mich angeschlossen. Und dargelegt, dass aus MEINER Sicht und persönlichen Erfahrung selbst Campen (was nochmals weniger Möglichkeiten bietet als feste Unterkünfte) diese "Kühlerei" überbewertet wird.

Nebenbei bemerkt haben wir ein Kind, das ein Medikament mit durchgehender Kühlkette benötigt, und selbst das ist mit unserer billigen ALDI-Kühlbox zu bewerkstelligen.
Aber in der Regel geht es ja in solchen Diskussionen gar nicht um solche Sonderfälle wie Medikamente, sondern eher um die Steaks oder kühlen Biere.

Selbstverständlich kann am Ende jeder selbst entscheiden, wie er es handhabt. Man kann aber offenbar keinen thread eröffnen, in dem man mal für die Einfachheit werben möchte, ohne dass am Ende wieder hervorgehoben wird, wie kompliziert vieles ohne Kühlschränke im Auto wäre.

So bleiben wir hier eben (wieder mal) bei unterschiedlichen Meinungen - ist ja auch in Ordnung. Anders wär's ja auch langweilig 😉 !
Ich wünsche jedem Leser, dass ihm sein Essen unterwegs gelingt und schmeckt - egal ob mit oder ohne Kühlschrank!
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
2'779 Beiträge · seit 200721. Apr. 2019 · #12
Rehema schrieb:
Ich bin geneigt, Leuten, für die das Thema "Essen" so ein "Problem" ist, andere Urlaubsziele vorzuschlagen. Der Anspruch, unbedingt Wildnis mit Luxus verbinden zu wollen, geht mir ziemlich auf den Keks.
Antje
Ich denke man kann nicht neutral für etwas werben und gleichzeitig verurteilen. Mit deinem Kommentar grenzt du anders Denkende aus und verurteilst sie. Das hat mich gestört.

Frohe Ostern
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 21. Apr. 2019
546 Beiträge · seit 201824. Apr. 2019 · #13
Ich habe jetzt lange darüber nachgedacht, ob ich es dabei belassen, oder nochmal etwas dazu schreiben soll.
Zunächst dachte ich, ich lasse es – denn es wäre nicht richtig, sich hier einen „Selbstverteidigungs-Schlagabtausch“ zu liefern. Ich fühlte mich jedoch je länger desto mehr da hinein gedrängt - doch da das weder hilfreich wäre, noch das, was ich ursprünglich wollte, habe ich nun erst mal geschwiegen.

Nach 3 Tagen reiflicher Überlegung und auch „Selbst-Infrage-Stellen“, habe ich mich entschieden, noch einmal darauf einzugehen:

LaLeona, ich zitiere Deine letzten Zeilen, um den Zusammenhang deutlich zu machen (obwohl der von mir zitierte Satz darin nur ein Ausschnitt aus meinen Gedanken ist):
„Ich bin geneigt, Leuten, für die das Thema "Essen" so ein "Problem" ist, andere Urlaubsziele vorzuschlagen. Der Anspruch, unbedingt Wildnis mit Luxus verbinden zu wollen, geht mir ziemlich auf den Keks.
Antje"

Ich denke man kann nicht neutral für etwas werben und gleichzeitig verurteilen. Mit deinem Kommentar grenzt du anders Denkende aus und verurteilst sie. Das hat mich gestört.
1) Man kann NIE neutral werben. Das wäre bereits ein Paradoxon in sich selbst.
Werbung ist immer FÜR etwas. Meist, weil man es für etwas Besseres hält als etwas anderes. Neutralität mag zwar auf den ersten Blick edel klingen, ist aber auch Farblosigkeit.
Wer immer nur neutral bleibt, und sich nie auf eine Seite stellt, löst sich irgendwann selbst auf.

2) Vielleicht war mein Ton etwas zu läppisch, und damit auch für den ein oder anderen verletzend. Dafür möchte ich mich hiermit entschuldigen. Ich nehme diesen für manche vielleicht etwas abwertend wirkenden Ton hiermit zurück.

3) Deine automatische Folgerung, ich würde damit Andersdenkende verurteilen und ausgrenzen, ist jedoch so nicht richtig. Ich habe durchaus eine Meinung, ja. Nicht nur zu „Kühlfragen unterwegs in Afrika“. Und stehe durchaus nach wie vor zu meiner kritischen Anmerkung an den Anspruch, wie z.B. Essensversorgung unterwegs in Afrika sein müsste. Und diese Kritik nehme ich hier auch nicht zurück.

Kritik mag den einen nicht jucken, den nächsten ins Fragen bringen, und den dritten „stechen“, weil er nicht gerne aus seiner Bequemlichkeit heraus treten möchte. Weil er nicht hinterfragt werden WILL. Und dann dreht man den Spieß einfach um, und schiebt dem anderen Beleidigung usw. unter.

Nein, ich sage es hier nochmal ganz deutlich: ich habe durchaus meine ANFRAGE an manchen Anspruch. An manchen Anspruch in unserer westlichen Welt, und damit verbunden auch an manchen Anspruch mancher Reisender auf dem afrikanischen Kontinent. Auf einem Kontinent, auf dem völlig andere Normen und andere Selbstverständlichkeiten gelten und tagtägliche Realität sind. Und ich habe wirklich nach wie vor die Frage, ob manche Menschen, die diesen Anspruch nicht ablegen möchten, richtig sind auf diesem Kontinent, oder sich nicht besser dort aufhalten sollten, wo das Umfeld diesem Anspruch gerechter werden kann.

Was jeder daraus macht, sei ihm nun selbst überlassen.

„Loser“ hat hier mit seinem (wie ich finde sehr taktvoll formulierten Versuch) mal wieder „gelost“. Weil (fast) keiner das hören will, was er zu sagen hatte.
Ich schließe mich ihm an, und ernte das selbe Los. Das ist o.k. Ich habe aber auch nicht etwas in Frage gestellt, um Freunde zu gewinnen, sondern um zum Nachdenken anzuregen.

Auch mich darf man hinterfragen, und ich werde dann entscheiden, was ich daraus mache. Es dem anderen jedoch gleich als Abwertung auszulegen, ist vielleicht auch ein Schnellschuß.

Diese meine letzten Ausführungen gelten im Übrigen nicht nur für diesen thread und dieses Thema, sondern man kann es in ganz vielen anderen immer wieder in diesem Forum beobachten. Auch deshalb habe ich mich entschieden, diese Sätze hier noch zu schreiben.
Jeder prüfe und entscheide selbst, was er damit anfängt – oder auch nicht anfängt.
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
170 Beiträge · seit 201824. Apr. 2019 · #14
Danke für deine ausführlichen Überlegungen, auch wenn ich in die Diskussion nicht involviert war....
Ich habe mich durchs viele schmökern im Forum fast schon anstecken lassen, über die wichtigkeit von perfekt gekühlten Getränken, den richtigen sundowner und das beste Steak nachzudenken.
Jeder hat andere Prioritäten, aber man kann's schon auch übertreiben.
Du hast mich daran erinnert, dass wir es eigentlich immer ganz anders gehandhabt haben. Nehmen, wie's kommt, kaufen, was es gibt und versuchen, im jeweils reiseland halbwegs mitzuleben.
Im nirgendwo in Afrika schmeckt das bier auch warm und wenn es nach drei Tagen kein Steak gibt mangels Kühlung, dann sind auch Nudeln mit Pesto was tolles!
Nochmals danke (und ich freue mich, wenn's bei deinem Reisebericht weiter geht!
5'479 Beiträge · seit 200924. Apr. 2019 · #15
Ehrlich gesagt kann ich diese ganze Diskussion nicht im geringsten nachvollziehen.

Da es im südlichen Afrika überhaupt kein Problem ist, einen Wagen mit Fridge zu mieten, kann in dieser Beziehung doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden, ohne dass sich andere darüber Gedanken machen müssen, weshalb man sich so oder so entschieden hat.

Wenn ein gut funktionierender Fridge in der Wildnis schon grenzwertiger Luxus ist, was ist dann mit denen, die in einem der vielen Luxuscamps übernachten?

nachdenkliche Grüße
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'530 Beiträge · seit 201124. Apr. 2019 · #16
Ich fahre immer mit Fridge, egal ob mit meinen LC Campern, fest eingebaut, oder mit einem LC ohne Campingausrüstung. Wir halten nämlich gerne mal etwas abseits an, kurz vor dem Ziel und geniessen ein leckeres kühles Weisbier oder Bier im Busch, ohne jegliche Menschen .

Auch jetzt letztens wieder über Ostern auf die Farm bei Vaalwater. 🤩 Gehört für uns dazu, ist die Freiheit zu geniessen ohne auf andere angewiesen zu sein. Bin ja nicht auf einem Survival trip.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 24. Apr. 2019
4'984 Beiträge · seit 201624. Apr. 2019 · #17
Auch mir erschließt sich der Sinn dieser Diskussion so gar nicht.
Ein (Auto-) Kühlschrank ist doch längst kein Luxus-Anspruch mehr, der der westlichen Welt zuzuordnen ist;
und nur jene cool, und zum Reisen auf dem afrikanischen Kontinent berechtigt sind, die ohne fahren.

Antje, jetzt mal bewusst sehr überspitzt und ironisch gefragt:
Treibst du bei euren Reisen durch Afrika, barbusig die Ochsen vor dem Karren an?
Nimms mir nicht übel!
Gruß Gina
2'779 Beiträge · seit 200724. Apr. 2019 · #18
Vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme Antje. Die Türen zum Dialog stehen also wieder offen.

Losers Beitrag ist eine Bereicherung und Wolfgang hat seine Meinung sehr klar und gut argumentiert dargelegt. In meinem ersten Beitrag wollte ich an einem Beispiel verdeutlichen wie ich versuche mich in Andere hineinzudenken, denn ich gehe davon aus dass der Andere wie die Mehrheit tickt was Wohlfühlzone, Interessen und generelle Fragen anbelangt. In meiner Empfehlung für einen Kühlschrank wollte ich hervorheben dass Namibia ander ist als zum Beispiel Länder am fruchtbaren Äquatorgürtel Afrikas wo man auch im hintersten Winkel am Strassenrand frische Produkte zum Verkauf angeboten findet. Denn in Namibias Landesinnern muss man oft lange suchen um in einem Laden eine Frucht, einen Kopf frischen Salat ein paar Tomaten oder gewöhnliche Joghurts zu finden. Ausnahme der fruchtbare Caprivi Zipfel. Wenn ein unerfahrener Reisender alle paar Tage dafür Zeit und Umwege einplanen muss finde ich es eine suboptimale Lösung. Ich betonte jedoch vollkommen neutral dass dies nur so ist wenn man Wert darauf legt frische Produkte während der ganzen Reise geniessen zu können.

Ein anderes Beispiel ist Uganda wo es ausserhalb der Nationalparks kaum einen Quadratmeter unbewirtschaftete Agrarfläche gibt und alle paar hundert Meter jemand am Strassenrand seine Produkte verkauft. In Namibia ist das anders. Wer in festen Unterkünften logiert und sich entweder immer oder eventuell nur mittags selber verpflegt, wird unweigerlich einen kleinen oder grösseren Vorrat mitführen. Wie Loser richtig schreibt, kann man tiefgefrorene Waren sehr unproblematisch abgeben, das machten wir auch schon so auf denjenigen Reisen wo wir nur eine Kühlbox mitführten. Denn Lodgebesitzer und Betreiber von Selbstverpfleger Unterkünften sind daran gewöhnt. Aber es ist nicht selbstverständlich und eine genaue Recherche vorab ist notwendig damit man nicht plötzlich unverhofft verdorbene Ware hat. Es ist auch richtig dass Fleisch sehr lange nur knapp über null Grad aufbewahrt werden kann. Soviel ich weiss maximal 4ºC. Aber das mehrmalige Antauen und Einfrieren tut den Zellmembranen nicht gerade gut und wenn man sich schon darum bemühte zum Beispiel vom Schlachter in Windhoek feine Fleischportionen zu kaufen, dann will man diese auch unbeschädigt verzehren wollen.

Viele die hier mitlesen bereisen Afrika zum ersten mal oder reisen zum ersten Mal ohne eine organisierte Reisegruppe. Ich empfehle die Ausrüstung für Selbstfahrer Reisen in Afrika jeder Route, jedem Land, den allfälligen Reisegefährten, den Unterkünften, der Infrastruktur der Campingplätze und der Jahreszeit anzupassen.

Wie sich ein Besucher generell mit dem Reiseland auseinandersetzt, wie er sich gegenüber Natur und Bevölkerung verhält und was ihm am Ende in Erinnerung bleibt ist wichtig. Ob er nun einen Kühlschrank im Auto hat oder nicht spielt mir gar keine Rolle. Wichtig in meinen Augen ist dass jeder weiss dass dies so unproblematisch und relativ kostengünstig ist in Namibia. (und Südafrika). Anders ist es nämlich für Anmieten in Uganda, Zambia und Tanzania, dort muss man schon ziemlich tiefer in die Taschen greifen für einen Kühlschrank.

Damit gelange ich wieder zum Ausgangspunkt: ich versuche meine Ratschläge für die breite Masse zu dosieren, nicht die Ausnahmen.
Gruss Leona
546 Beiträge · seit 201825. Apr. 2019 · #19
Danke, LaLeona. ich glaube, wir liegen gar nicht so weit auseinander 😏
Und abschließend (von meiner Seite) zu dem Rest:
Es ging hier nie drum, einen Kühlschrank oder manchen Luxus als schlecht oder völlig unberechtigt darzustellen. Es ging darum, mal darzulegen, dass es AUCH OHNE geht, und dass es auch NICHT SO SCHLIMM IST, wenn es mal nicht funktionieren sollte. Diesen Faden von Werner habe ich aufgegriffen und unterstreichen wollen. Da es schon recht häufig darum geht, was ist, wenn das nicht funktioniert, dass manchmal schon fast Weltuntergangsstimmung herrscht, wenn der Kühlschrank ausfällt, dass man sich echauffiert, wenn am reichhaltigen Frühstücksbuffet der Orangensaft fehlt, dass es ja ein Unding sei, dass eine Lodge in der Wildnis mal keinen Pool hat oder der Generator brummt, weil es keinen Strom gibt u.v.m. (all das begegnet mir immer wieder, In Text und live). Hier versuchte ich mal ein Fenster in die Dankbarkeit, Andersartigkeit, Innovationsbereitschaft zu öffnen. Dass mir das anscheinend nicht gelungen ist, mag nun entweder am Hörer, oder eben auch an mir liegen. Vielleicht wähle ich falsche Worte, bewege mich in einer anderen Denkweise, oder....
Vo daher mache ich hier einen Punkt.
Danke, Werner, für Deinen Anstoß!
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
ThemenstarterGast25. Mai 2019 · #20
Hallo, ich war einige Wochen weg und habe erst jetzt nachgelesen, was ich da ausgelöst habe und sage daher doch noch etwas dazu, weil aus meiner Sicht Vieles am Thema vorbeiging. Insbesondere wurde viel durch die Brille der Camper und gestandenen Safarifexe gesehen und argumentiert, die an komplett ausgestattete Autos gewohnt sind oder solche besitzen und ganz andere Touren machen, als die hier angesprochen.
Ich wollte nämlich Neulinge ansprechen, die Standardtouren in festen Unterkünften und mit oftmaligen Einkaufmöglichkeit machen und die sich, infolge der Prominenz des Themas „Kühlung“ hier im Forum unnötige Gedanken machen, wie sie das bewerkstelligen sollen bzw. glauben, dass sie einen Fridge BRAUCHEN. Außerdem auch, weil mE ein Fridge für einen Miet-PKW oder –SUV keineswegs so einfach bei AVIS, Hertz und Co. aufzutreiben ist, wie hier gesagt wurde, von der Fixierung und Stromversorgung mal abgesehen. Ich kenne einen südafrikanischen Fremdenführer, der hin und wieder solche Wünsche seiner Klienten erfüllen muss und meine Einschätzung bestätigen würde. Außerdem gibt es auch Leute, die sich fragen (müssen) ob sie sich solche Extras leisten möchten (müssen).
Dieser Zielgruppe wollte ich sagen, dass ein Fridge unter den og. Bedingungen überhaupt nicht erforderlich ist. Die Einheimischen verwenden nämlich auch keinen Fridge um ihre Einkäufe vom Supermarkt nach Hause zu führen. Damit wollte ich aber keineswegs den Touristen, die so was unbedingt wollen oder zum Afrikafeeling brauchen, ihren Spaß am mitgeführten Fridge verderben. NOTWENDIG ist es aber nicht, darum ging es nämlich. Ich bin gerade 4 Wochen durch RSA gefahren, überwiegend in Selbstversorgerunterkünften, daher ohne Fridge, nicht ein Mal mit Kühltasche. Ohne jegliche Probleme oder Komfortverlust, im Hochsommer hätte ich mir eine Kühltasche und Akkus gekauft. Vakuumverpacktes Rindfleisch hatte ich bis 4 Tage vom Einkauf bis Verzehr, ohne Problem, trotz zweier Fahrtage ohne fridge. Auf Einfrieren habe ich bei dieser Tourgestaltung komplett verzichtet.
Coole Grüße, Werner
PS. Dass die Themen Essen, Schlafen, Auto…..bis Service und Komfort …. bis Pool, Badezimmer und Klomuscheln …. und das ständige Herummeckern über „Unzulänglichkeiten“ hier oft prominenter sind als Land und Leute, Gesehenes und Erlebtes, ist wohl nicht zu bestreiten. Manchmal könnte ich oder man glauben, dass Leute nur zum Essen (Grillen) und Schlafen, und nicht zum Erleben, irgendwohin fahren. Wegen eines daher (mE berechtigten) Hinweises von Antje auf diese schiefe Perspektive gleich Voortreckerattidüden zu unterstellen, ist mE schon ziemlich schräg, und das ist jetzt freundlich ausgedrückt.