Frage Malaria prophylaxe 1 Jahr

9 Antworten · 3'364 Aufrufe · gestartet 07. Juni 2018 von Esmée
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201807. Juni 2018 ·
Hallo Mein Sohn geht für 1 ganzes Jahr nach Rundu. Das Tropeninstitut Basel hat empfohlen das ganze Jahr Tabletten gegen Malaria zu schlucken. Ich bin hiervon nicht sehr begeistert. Für ein Monat habe ich da nicht so Probleme, aber ein ganzes Jahr finde ich recht lang. Wie machen das andere Leute die da wohnen? Leider kenne ich keine und der Organisation mit dem er da hin geht empfehlen nur das mann sich beim Tropeninstitut informiert.
69 Beiträge · seit 201707. Juni 2018 ·
Ein Jahr Prophylaxe ist eher unüblich/ungewöhnlich. Für 2-3 Monate ok, mit Doxycyclin vielleicht auch ein paar Monate länger. Aber 12 Monate eher nicht. Die Meisten, die ich kenne, die eine sehr lange Zeit in Malariagebieten leben, nehmen gar keine Prophylaxe und riskieren eine Erkrankung (Mückenschutz + gegebenenfalls Standby-Medikament und Schnelltest sind dann natürlich selbstverständlich).
Ich würde vorschlagen noch mal ein paar andere Tropeninstitute bzw. Tropenmediziner zu konsultieren und eine zweite Meinung einzuholen.

Gruß

Boris
938 Beiträge · seit 201307. Juni 2018 ·
Wir haben in Kasane mit einer dort lebenden Deutschen gesprochen. Sie sagte sinngemäß, man kann sich nicht Jahrein Jahraus mit Medikamenten vollstopfen. Wenn man doch mal die Malaria erwischt, kennen alle die Symptome, ein Schnelltest beim Arzt ist nach wenigen Minuten fertig und dann beginnt die Behandlung. 3 Tage etwas matt und gut ist. <- ob das so stimmt weiss ich nicht
Auf Nachfrage bekamen wir die Antwort, dass wirklich jeder Arzt diesen Schnelltest hat und kann. Ob das für Rundu auch gilt, weiss ich nicht. Aber in Summe fand ich die Ausführung überzeugend und habe seither auch nur noch Standby Medikamente dabei.
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3'883 Beiträge · seit 201107. Juni 2018 ·
Richtig, Esmèe,
dein Sohn soll sich an ein Tropeninstitut oder einen Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung wenden. Wir sind hier im Forum keine Fachleute, können nur aus eigener Erfahrung berichten oder Erfahrungen aus zweiter Hand weitergeben. Wenn du in der Suche Malaria(prophylaxe) eingibst, erhältst du viele, viele gute und auch schlechte Hinweise.
Ich vermute mal, dass es in erreichbarer Nähe von euch ein Tropeninstitut gibt. Ich weiß ja nicht, wo dein Sohn wohnt, unsere Anlaufstelle wäre in Tübingen.

Viele Grüße
freshy
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766 Beiträge · seit 200708. Juni 2018 ·
Hallo Esmée,

eine weitere Idee wäre, dass dein Sohn (sollte er erwachsen sein) mit den Ärzten im Hospital in Rundu Kontakt aufnimmt und mit ihnen darüber spricht. Sie sind vor Ort und kennen die örtliche Situation.

Ich musste dieses Frühjahr im Urlaub ins Hospital in Grootfontein. Es wurde ein Schnelltest und mehrere weitere Untersuchungen gemacht und ich war angenehm überrascht, wir gut sie informiert und ausgestattet sind.

Liebe Grüsse
Giraffen-Lisa
Meine Aufenthalte in Südwest/Namibia: 1978/79 Besuch auf Farm am Waterberg, 1980 Praktikum im Schülerheim Otjiwarongo/Caprivi, 1981 Bulli-Rundreise mit crockydile: Namibia – Kapstadt – Gardenroute – Zymbabwe – Victoriafälle – Botswana (10Tage mit dem Mokoro im Okawango-Delta) – Namibia, 1983 Arbeiten auf Farm Otjikaru am Waterberg lange Pause Tolle Urlaube folgenten: 2007 Namibia, 2008 Namibia/Botswana, 2009 Namibia 2018 Wunderschöne 2-Familientour mit Familie tim.buktu
zuletzt bearbeitet 08. Juni 2018
7'319 Beiträge · seit 200608. Juni 2018 ·
AndreasG2523 schrieb:Wenn man doch mal die Malaria erwischt, kennen alle die Symptome, ein Schnelltest beim Arzt ist nach wenigen Minuten fertig und dann beginnt die Behandlung. 3 Tage etwas matt und gut ist. <- ob das so stimmt weiss ich nicht
Auf unserer letzten Tour hatten wir einen Mitreisenden bei dem in Swakopmund im Spital Malaria diagnostiziert wurde. Er wurde mit diversen Tabletten und Infusionen versorgt. Zwei Nächte war er stationär im Spital. Er war aber anschliessend noch sehr schwach und extrem müde. Er konnte zwar drei Tage später in die Schweiz zurück fliegen aber gut war es noch lange nicht. Die drei Tage in Namibia hat er mehr oder weniger komplett verschlafen. Drei Wochen nachdem er in Swakopmund hospitalisiert wurde, konnte er teilweise wieder arbeiten.

Als ich vor ein paar Tagen mit Ihm gesprochen habe, war seine Aussage: Ich hatte jetzt eine Malaria, das brauche ich in meinem Leben nie mehr.

Ich persönlich möchte aber auch nicht durchgängig für ein Jahr Malaria Prophylaxe nehmen.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 08. Juni 2018
546 Beiträge · seit 201808. Juni 2018 ·
Wenn man doch mal die Malaria erwischt, kennen alle die Symptome, ein Schnelltest beim Arzt ist nach wenigen Minuten fertig und dann beginnt die Behandlung. 3 Tage etwas matt und gut ist. <- ob das so stimmt weiss ich nicht
Ohne das ganze Thema ausführlich zu diskutieren möchte ich hier deutlich darauf hinweisen, dass die Symptome bei Malaria GANZ unterschiedliche sein können - und auch unterschiedlich stark ausgeprägt! Von lediglich leichtem" grippigen" Zustand, über hämmernde Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Fieber bis Somnolenz, Gliederschmerzen, Schüttelfrost..... Das macht die Diagnostik alleine aufgrund von Symptomen extrem schwierig!!!!
Es gibt den Satz: "Malaria ist das Chamäleon unter den Krankheiten" nicht zu Unrecht!

Auch der Verlauf ist sehr unterschiedlich! "Über den Daumen gepeilt" kann man sagen:, je früher mit einer Behandlung begonnen wird, desto leichter verläuft sie. Aber selbst das stimmt eben auch nicht immer....

Wir haben in unserer Familie (da wir in diesen Ländern gelebt haben und noch leben) diverse Malarias therapiert, mit unterschiedlichen Verläufen. In Großen und Ganzen stimmt das schon, wenn man früh genug beginnt, ist das schlimmste nach 3 Tagen vorbei. Ich brauchte allerdings einmal 4 Wochen, bis ich wieder einigermaßen bei Kräften war, hatte schlimm mit Schwindel und Schlappheit zu tun. Andere springen nach 3 Tagen wieder recht fit herum.

Ein Jahr lang Prophylaxe nehmen (egal welche) würden wir persönlich nicht tun. Aber das ist eine PERSÖNLICHE Meinung, und keine offizielle vom Tropeninstitut!!!!

Von den Schnelltests halten wir sehr viel und haben damit auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Da sie Antigene messen, sind sie im Ergebnis sehr zuverlässig - sehr viel mehr als die klassischen Blutausstriche, die man unter dem Mikroskop beurteilt (bei letzteren kommt es sehr auf den Laborassistenten an, der diese ausführt!).
Bei negativen Testergebnissen (egal welche) und fortbestehen der Symptome würde ich immer (auch gleich am nächsten Tag!) den Test wiederholen! - und schlimmstenfalls (je nach Symptomatik) auch "blind" therapieren!

Alle sonstigen Empfehlungen meiner Vorredner unterstütze ich ebenfalls.

Vielleicht hilft das ein bisschen zur persönlichen Entscheidungsfindung in einem komplexen Themengebiet....
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
zuletzt bearbeitet 08. Juni 2018
Themenstarter4 Beiträge · seit 201808. Juni 2018 ·
Vielen lieben Dank für Eure Antworten. Ich werde es nochmal mit Ihn besprechen.
1 Beiträge · seit 201811. Juni 2018 ·
Hi,

ich habe die bisherige Diskussion verfolgt und würde auch kein ganzes Jahr schwere Medikamente schlucken. Leider sind in D nur zwei Therapien und Prophylaxen zugelassen, was in der Welt jenseits der EU anders ausschaut. Aber daher wird kein Arzt offiziell etwas anderes empfehlen (können/dürfen).

Ich bin vor zehn Jahren mit Frau und Kind rund um Afrika gefahren und habe keine Prophylaxe genommen.

Aber in Malawi habe ich vorsorglich das dritte von der WHO seinerzeit empfohlene Medikament frei gekauft: Fansidar, (gab es unter verschiedenen Namen in der Apotheke). Das ist im Prinzip so eine Art Wurmkur. Man nimmt bei Erkrankung drei aufeinander folgende Tage die Dosis ein und hat den Mist erst einmal los. Das war übrigens meine Rettung, als ich in der südlichen West Sahara krank wurde... Hab ich mir wohl in Ghana oder so eingefangen.

Im Grunde sind in ganz (!) Afrika die Spitäler gut informiert, was Malaria-Diagnose und so angeht. Mich hätte es daher gewundert, wenn gerade Namibia da eine Ausnahme darstellen sollte.

Was ich in dem Zusammenhang aber auch fragen wollte: gibt es in Namibia das Medikament frei verkäuflich?

Liebe Grüße,
Thomas
1'715 Beiträge · seit 200611. Juni 2018 ·
Ein Jahr lang Malaria Prophilaxe würde ich mir nicht antun.

Den Schnelltest bekommt man im südlichen Afrika in Apotheken, wir haben seit zwei Jahren immer welche dabei. Letztes Jahr hatte ich komische Symptome und habe eine benützt. Er war zum Glück negativ und es stellte sich dan beim Azt als Blasenentzündung heraus. Die Symptome waren aber auch für diesen Infekt untypisch.

Gruss
Emanuel
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