slip face down... (inside the diamond area)

Reisebericht 51 Antworten · 12,4k Aufrufe · gestartet 06. Mai 2018 von crockydile
Themenstarter172 Beiträge · seit 200710. Mai 2018 · #41
Hallo tim.buku
Sand ist da halt überall.
Manchmal ist er von der (Nebel)Nässe so schwer, dass er einfach liegen bleibt.
Manchmal weht aber auch ein so starker Wind, dass er wirklich jeden Winkel erreicht.
Meine Fototasche habe ich eigentlich immer im Auto gelassen. Aber auch da staubts unvermeidlich rein.
Irgendwann knirschts halt in den Deckelgewinden und unter den Gegenlichtblenden. Pust-Pust-Pust...
In sofern wüde ich jedenfalls eine wasser/staubdichte Kamera empfehlen.
Keine Unterwasserkamera. Aber die Schutzklasse IP67, wie sie das iPhone 7 hat ist schonmal eine gute Vorgabe.
Viele Systemkameras z.B. von Sony haben ja heute die Attribute "staub- und spritzwasserdicht".
Da würd ich drauf achten.
Wichtig ist auch eine Fototasche, die man richtig mit RV zumachen kann (auch aus anderen Gründen, Kriecher).
Damit fallen erstaunlich viele - auch hochwertige - Fototaschen raus. Viele Schultertaschen haben z.B. nur einen breit überlappenden Deckel und keinen zusätzlichen Reissverschluss darunter.
Auch unter meine iPhone Otterbox haben es erstaunlicherweise ein paar Sandkörner geschafft. 😮
Ich bin ja eher pingelig und auf meinen Reisen als "Besseli-Pit" verrufen
weil ich eigenlich überall kleine Handfeger griffbereit habe 😉
Mir macht das nix aus, denn ich leide nicht unter Saub und Sand, hab's einfach nur gern etwas clean.
Für mich hat "besenrein" in Zelt und Auto gut gereicht.
"Richtige" Pingel müssen ws. härtere Geschütze auffahren, Pelicases, gummigedichtete Zargesboxen, Ortlieb-Bags etc.
Beste Gruesse Piet "Alles ist gut! Solange du wild bist!"
zuletzt bearbeitet 10. Mai 2018
Themenstarter172 Beiträge · seit 200710. Mai 2018 · #42
Mir ist nochwas eingefallen was ev. interessiert:

Die SANDFORMEL.
ein Thema was sich durch die Off-Road Szene zieht und immer wieder Anlass zu Diskussionen geben scheint.

Ich bin auf diese Formel gestossen:

Sandtauglichkeit S:

S = ((n * d * d * b) / G) * (P / G) * (nt / n)

wobei

n = Anzahl der tragenden Raeder
d = Raddurchmesser in Meter
b = Reifenbreite in Meter
G = Fahrzeuggewicht in Tonnen
c = Leistungsgewicht
P = Motorleistung in KW
G = Fahrzeuggewicht in Tonnen
z = Antriebsverhaeltnis
nt = Anzahl treibender Raeder
n = Anzahl tragender Raeder

S = 1-10: Pistentauglich
Faktor S = 10-30: Duenentauglich
Faktor S > 30: Rallye Dakar tauglich


offensichtlich kann man die Formel mit ein Bischen Schulwissen vereinfachen durch Kürzen und es ergibt sich:

Sandtauglichkeit S =
Reifendurchmesser (in Meter) i. Quadrat
x Reifenbreite (in m)
x Zahl der Antriebsraeder
x Motorleistung (in kW)
: FZGewicht (in Tonnnen) i. Quadrat





Durch die Quadrierung ergeben sich genau 2 Hauptfaktoren: Reifendurchmesser und FZ-Gewicht.

Und darauf will ich hinaus: das Gewicht. Es spielt ne enorme Rolle und ich glaube das ist auch der Hauptgrund warum die FJ Cruiser gegenueber den 7er Land Cruiser sich eigentlich besser geschlagen haben.

Natuerlich kann man auch den Reifendurchmesser beeinflussen, aber nicht in dem Ausmass wie das FZ-Gewicht, denke ich.

Leergewicht FJ: 1963 kg
Leergewicht LC 76: 2275 kg
das ergibt rechnerisch einen Gewichtvorteil von 25% f.d. kleineren FJ

S (LC76) ca. 12
S (FJ) ca. 16

Zuladung macht natuerlich auch einen wesentlichen Unterschied, wird aber ws. nicht so stark zwischen den Modellen differiert haben.


PS: was nicht in der Formel steht ist halt, das Können und die Erfahrung des Fahrers, die Landschaft und den Sand lesen zu können. Und das dürfte wohl am allerwichtigsten sein. 😉
Beste Gruesse Piet "Alles ist gut! Solange du wild bist!"
zuletzt bearbeitet 10. Mai 2018
5'479 Beiträge · seit 200914. Mai 2018 · #43
Hallo Pit,

das passt gut zu unseren Erfahrungen und den Aussagen unseres damaligen Guides.

Wir haben die Tour damals mit einem Toyota Fortuner gefahren und als wir bei Treffpunkt ankamen und ich die großen PS-Monster der anderen Teilnehmer gesehen hatte, hatte ich starke Bedenken, ob wir richtig ausgerüstet sind. Auf meine Bedenken meinte der Guide, wir hätten das beste Fahrzeug der ganzen Gruppe für die anstehende Tour - leicht, leistungsstark, zuverlässig und Automatik. Wir waren dann tatsächlich das Fahrzeug mit den geringsten Problemen.

Der Fortuner hatte ein Leergewicht von nur rund 1,8t, aber die gleiche Bereifung wie die anderen Fahrzeuge. Der 3,0l Diesel hatte ausreichend Leistung und auch bei der Zuladung konnten wir recht zurückhaltend sein, da der Wagen auf der Strecke lediglich 125l Diesel verbraucht hat.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter172 Beiträge · seit 200715. Mai 2018 · #44
Das passt auch rechnerisch.
Für den Fortuner 3.0 TD mit 120 kW ergibt sich dann bei gleicher Bereifung und Zuladung v. ca. 500 kg
ein guter S-Wert von knapp 17 trotz der 20-30 % geringeren Motorleistung.
Beste Gruesse Piet "Alles ist gut! Solange du wild bist!"
Gast16. Mai 2018 · #45
Ich bin noch nie durch die ungespurte Wüste gefahren…aber….
Nach dieser Formel zur „Sandtauglichkeit“ hätte die Befahrung der Wüsten der Welt erst seit der Verfügbarkeit moderner und leistungsstarker Autos stattfinden können. Einzelne Faktoren scheinen falsch gewichtet oder nicht berücksichtigt. Ein beladener StP Haflinger (18KW, 1 t) hätte einen S-Faktor von ca. 4, ein leerer ca. 11, ein beladener Pinzgauer ca. 8. Trotzdem wurden diese Autos auch von arabischen und afrikanischen Staaten gekauft.
Vor Jahren habe ich einen Haflinger u.a. Marken auf einer hohen Stranddüne beobachtet. Keiner kam hinauf aber auch keiner so weit wie der Haflinger.
Grüße
zuletzt bearbeitet 16. Mai 2018
5'479 Beiträge · seit 200916. Mai 2018 · #46
Wir hatten bei unserer Namibdurchquerung einen kurzen Landrover dabei. Hinsichtlich Bereifung und Geländegängigkeit war der mit den anderen Fahrzeugen vergleichbar, hatte aber deutlich weniger Leistung. Sowie der Sand bei längeren oder steileren Dünen etwas weicher wurde hatte der Wagen keine Chance mehr. Sehr häufig brauchte der Landy mehrere Anläufe. Oftmals musste er auch einen Chickenway nehmen und konnte nicht unserer direkten Linie über die Dünen folgen.

Hinsichtlich der Dünentauglichkeit passt die Formel nach meiner Erfahrung auf jeden Fall. Wobei Dünen- und Wüstentauglichkeit nicht das gleiche sind.
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Themenstarter172 Beiträge · seit 200718. Mai 2018 · #47
Ich würde auch meinen, das der kl. Haflinger eher die grobe Stimmigkeit der Formel belegt.
Denn 3x mehr Gewicht kannst Du danach eben nur mit 3 x 3, also 9-facher Motorleistung ausgleichen.
Und umgekehrt.
Das geht bei 600kg gegenüber 1,8 bis 2,3 t Leergewicht und 24-26PS gegenüber 200+ PS
überschlägig ganz gut auf.
Rein vonne Mattemahtik 😉
Beste Gruesse Piet "Alles ist gut! Solange du wild bist!"
Gast18. Mai 2018 · #48
Hmm….@ Quadrieren des Fahrzeuggewichts in t (!!)
Ein Bild ist tausend Wort……ich habe die Formel: d^2*b*n*kW/G^2 unten grafisch dargestellt, wobei ich eine Standardreifendimension lt. Internet eingesetzt habe. Was die Wüstenfüchse da tatsächlich montieren weiß ich nicht, das sollte aber keinen großen Unterschied ausmachen.

Sandfaktor.jpg


Die Sandtauglichkeit verhält sich laut Formel direkt prop. zur Motorleistung (linear) und umgekehrt prop. zum Quadrat des Fahrzeuggewichts. Demnach bräuchte man für eine Steigfähigkeit von S = 15 bei 2,5 t Fahrzeuggewicht 145 kW Motorleistung, bei 2,75 t 176 kW und bei 3 t 210 kW. Das benötige Leistungsinkrement für 250 kg Mehrgewicht nimmt in diesem Gewichtsbereich nur geringfügig von 31 (2,5 > 2,75 t) auf 34 kW (2,75 > 3 t) zu. Der Effekt des Quadrierens des Fahrzeuggewichtes ist demnach nicht groß, man könnte sich das praktisch sparen und einfach die s-Grenzwerte anpassen.
Für mich ist das Zahlenvoodoo, ist aber egal, ich werde sowieso keine Dünen erstürmen, höchsten zu Fuß erklettern und das wird auch immer unwahrscheinlicher.
Grüße
zuletzt bearbeitet 18. Mai 2018
34 Beiträge · seit 201818. Mai 2018 · #49
Toller Bericht und superschöne Bilder. Danke für´s mitnehmen.
Steht nun auch auf unserer to-do Liste 🙂
Themenstarter172 Beiträge · seit 200720. Mai 2018 · #50
loser schrieb:Hmm….@ Quadrieren des Fahrzeuggewichts in t (!!)
Ein Bild ist tausend Wort……ich habe die Formel: d^2*b*n*kW/G^2 unten grafisch dargestellt, wobei ich eine Standardreifendimension lt. Internet eingesetzt habe. Was die Wüstenfüchse da tatsächlich montieren weiß ich nicht, das sollte aber keinen großen Unterschied ausmachen.

Sandfaktor.jpg


Die Sandtauglichkeit verhält sich laut Formel direkt prop. zur Motorleistung (linear) und umgekehrt prop. zum Quadrat des Fahrzeuggewichts. Demnach bräuchte man für eine Steigfähigkeit von S = 15 bei 2,5 t Fahrzeuggewicht 145 kW Motorleistung, bei 2,75 t 176 kW und bei 3 t 210 kW. Das benötige Leistungsinkrement für 250 kg Mehrgewicht nimmt in diesem Gewichtsbereich nur geringfügig von 31 (2,5 > 2,75 t) auf 34 kW (2,75 > 3 t) zu. Der Effekt des Quadrierens des Fahrzeuggewichtes ist demnach nicht groß, man könnte sich das praktisch sparen und einfach die s-Grenzwerte anpassen.
Für mich ist das Zahlenvoodoo, ist aber egal, ich werde sowieso keine Dünen erstürmen, höchsten zu Fuß erklettern und das wird auch immer unwahrscheinlicher.
Grüße
@loser:
Danke f. Deine "scientific" Ergänzung. Das Diagramm gefällt mir.
Logischerweise gibt S als Funktion von Leistung ne Gerade S= f(P).
Bei S als Funktion von Gew. S= f(G-2) duerfte die Kurve sicher irgendwie parabelartig sein.
Ich will da auch keine Vorlesung draus machen. Könnte ich auch gar nicht.
Auch geht es mir nicht um den wissenschaftlichen Selbstzweck sondern vielmehr um die praktische Ableitung daraus.
Letztendlich ergibt sich aus Deiner Berechnung ja auch, dass das Fahrzeuggewicht eine einflussreichere Grösse ist, wie Deine Beispiel zeigen:
Gewicht von 2,5 erhöht auf 2,75 (+10%) erfordert Leistungserhöhung von 145 auf 176 (ca. +21% = 110% hoch 2)
oder
von 2,5 auf 3t (+20%) erfordert Mehrleistung on 145 auf 210 kW (ca. +45% = 120% hoch 2)

Die Mathematik stimmt schon, aber letztlich ist und bleibt die Formel ne Abschätzung bzw. "Voodoo", aber ich finde sie hilft, um nicht alles selbst ausprobieren zu muessen und sich besser vorbereiten zu können..
Wichtige Grössen wie Luftdruck kommen ja gar nicht drin vor.
Ich frag mich z.B. auch wie Portalachsen da reingerechnet werden (Addition zum Raddurchmesser ??)
etc.
Präzision ist ja oft ein Fass ohne Boden 😉
Beste Gruesse Piet "Alles ist gut! Solange du wild bist!"
zuletzt bearbeitet 20. Mai 2018
Gast20. Mai 2018 · #51
Hi crockydile, verstehe jetzt was du mit „quadratischer Steigerung“ meintest, konnte man aber auch so wie in meiner Zuschrift auslegen.
crockydile schrieb: @loser: Danke f. Deine "scientific" Ergänzung. Das Diagramm gefällt mir.
Hhmmm… ich kann bloß ein bisschen rechnen (also Grundrechnungsarten und das Excel bedienen 😗 ) und du kannst toll Dünenfahren…………keine Frage, was mehr Spaß bereitet 🙂 .
In diesem Sinn....Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Dünenstürmen,
Drei Halleluja auf einen Zylinderkopf!
Grüße
zuletzt bearbeitet 21. Mai 2018
74 Beiträge · seit 201722. Mai 2018 · #52
Lieber Pit,

mein Dank an dieser Stelle ist lääääängst überfällig, sorry! Also:
Danke - für die tollen Fotos, die du gemacht und hier eingestellt hast!
Danke - für die kurzknackigen Ausführungen sowie die unterhaltsamen und lustigen Kommentare!
Danke - für das sehr, sehr angenehme Chauffieren durch diese Sandlandschaften!
Danke - für das Wiederauflebenlassen der ganzen Tour durch deinen Bericht!
Und vor allem DANKE - für das erneute zur Diskussionstellen der Sandformel an dieser Stelle...! Das hat meinen größten Lacher provoziert! 🤪

Im Übrigen habe ich eben einen Gruß von Obelix per Mail erhalten. 🤩 Die Franzosen haben die Tour gut überstanden und erinnern sich auch gerne noch!

Herzliche Grüße
Maike

WüsteKüste.jpg
zebras - nicht einfach schwarz-weiß! zebra.reisen
zuletzt bearbeitet 22. Mai 2018