Liebe Gemeinde der Elefantenliebhaber!
Ich beziehe mich mit meinem Thema auf den Thread „Wüstenelefanten“ https://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/292519-wuestenelefanten.html?start=12 und möchte diese sensible Thematik etwas vertiefen.
Grundsätzlich: Der Platz auf dieser Erde wird enger! Dies trifft nun auch auf Namibia zu! Waren wir vor über 20 Jahren noch glücklich überhaupt einmal auf Wüstenelefanten zu treffen, so ist es heutzutage eine herbe Enttäuschung, wenn man sie einmal nicht antrifft. Die Population der Wüstenelefanten hat sich in den letzten Jahren stark erhöht!
Was sich andererseits auch erhöht hat, das sind die Zahlen der Menschen in dem für Wüstenelefanten attraktiven Gebieten. Plötzlich sind die Trockenflüsse sehr stark befahren! Verglichen zu den 90er Jahren sind besonders Hoarusib und Hoanib quasi zu Wildnis-Autobahnen geworden. Neulich fand ich bei einer Herde Wüstenelefanten im Hoanib sieben Fahrzeuge vor! Bei Twyfelfontain wurden sie von den vielen lodgeeigenen Fahrzeugen (…und auch von mir…) für Stunden morgens und nachmittags „beschattet“. Aus der Sicht der Elefanten ist es egal ob diese Fahrzeuge von selbstfahrenden Touristen gesteuert wurden oder ob die Fahrzeuge mit einem Aufkleber eines lokalen Safariunternehmens „geschmückt“ sind!
Andererseits gibt es durch die zunehmende Besiedlung der lokalen Bevölkerung südlich und nördlich des „Roten Zauns“ seit kurzem für die Wüstenelefanten neue und sehr attraktive Wassertränken. Dadurch finden die Elefanten plötzlich weiter im Osten gute Lebensbedingungen vor. Nun wurde der Wüstenelefant spontan zum „Problemtier“ erklärt, da er Tränken und die weitere Wasserinfrastruktur zerstört. Teilweise kam es zu tödlichen Unfällen für den Menschen, wenn diese Infrastruktur beschützt werden sollte, …das endet dann später immer auch tödlich für das „Problemtier“ weil es dann, „dura lex sed lex“, getötet werden muß!
Und nun dieser sozialmedientypische Hype über den Schutz der Elefanten in Namibia! Die einen schreiben den Touristen die Schuld an der Elefantenproblematik zu: „Die rücken den Elefanten zu nahe auf die Pelle, die hetzen und verfolgen sie, die machen sie mit Drohnen verrückt!“ …und was man da nicht noch so alles zu lesen bekommt.
Die anderen meinen es wären die Jäger, die Wilderer, die Chinesen, die „Lokalen“ oder sonst noch wer, die durch Jagd und Abschüsse den Elefantenbestand gefährden oder, wie hier im Namibia-Forum, diese Tiere „stören“, „wild machen“, „verängstigen“ oder „unberechenbar machen“.
Die Sache ist weit komplexer und kann keinesfalls nur aus einer Perspektive gewertet werden.
RICHTIG: Elefanten müssen beschützt und geschützt werden! Aber in Namibia und Botswana stehen die Elefanten nicht vor der Ausrottung! Das Gegenteil ist der Fall! Ich hatte mehrmals die Möglichkeit biologische Exkursionen nach Etoscha und auch in die Trockenflüsse zu führen. Einheitlich kam man zu der Erkenntnis, daß die Elefantenpopulationen in den ariden Klimazonen des südlichen Afrikas grenzwertig hoch sind und weiterhin ansteigen! Als Beispiel wurde der Bewuchs in Etoscha genannt: Vergleicht man z.B. die Bilder der Wasserstelle Okaukuejo von 1990 mit dem aktuellen Bewuchs, so kann man sehr deutlich den Unterschied erkennen. Es sind ausschließlich Elefanten, die den Akazienbestand rigoros dezimieren. Mehr als einmal habe ich Elefanten in Etoscha beobachtet, wie eine Akazie gefällt und damit zerstört wurde, …nur weil an der Spitze das erste Grün trieb! 50 – 100 Jahre Wachstum wurden nur für diese Grünspitzen vernichtet, andere Spezies damit um nutzbaren Lebensraum gebracht.
Man verstehe mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: Schon aus beruflichen Gründen bin ich „Naturfreak“ und sehe den Eingriff des Menschen in die Natur mit allergrößter Sorge! Aber soll man andererseits die Natur kaputtschützen? Eine differenzierte Betrachtung und Bewertung dieser komplexen Problematik wäre von Vorteil! Es geht um Kontrolle und Hege mit profundem Wissen um DAS GANZE! Das wäre der richtige Weg! Aber wer hat die Möglichkeit zur umfassenden Aufklärung und zur nötigen Motivation der Massen? Was wäre richtig und was wäre fatal?
Ich bin ebenso ratlos!
Herzliche Grüße aus Windhuk, Olli
Ich beziehe mich mit meinem Thema auf den Thread „Wüstenelefanten“ https://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/292519-wuestenelefanten.html?start=12 und möchte diese sensible Thematik etwas vertiefen.
Grundsätzlich: Der Platz auf dieser Erde wird enger! Dies trifft nun auch auf Namibia zu! Waren wir vor über 20 Jahren noch glücklich überhaupt einmal auf Wüstenelefanten zu treffen, so ist es heutzutage eine herbe Enttäuschung, wenn man sie einmal nicht antrifft. Die Population der Wüstenelefanten hat sich in den letzten Jahren stark erhöht!
Was sich andererseits auch erhöht hat, das sind die Zahlen der Menschen in dem für Wüstenelefanten attraktiven Gebieten. Plötzlich sind die Trockenflüsse sehr stark befahren! Verglichen zu den 90er Jahren sind besonders Hoarusib und Hoanib quasi zu Wildnis-Autobahnen geworden. Neulich fand ich bei einer Herde Wüstenelefanten im Hoanib sieben Fahrzeuge vor! Bei Twyfelfontain wurden sie von den vielen lodgeeigenen Fahrzeugen (…und auch von mir…) für Stunden morgens und nachmittags „beschattet“. Aus der Sicht der Elefanten ist es egal ob diese Fahrzeuge von selbstfahrenden Touristen gesteuert wurden oder ob die Fahrzeuge mit einem Aufkleber eines lokalen Safariunternehmens „geschmückt“ sind!
Andererseits gibt es durch die zunehmende Besiedlung der lokalen Bevölkerung südlich und nördlich des „Roten Zauns“ seit kurzem für die Wüstenelefanten neue und sehr attraktive Wassertränken. Dadurch finden die Elefanten plötzlich weiter im Osten gute Lebensbedingungen vor. Nun wurde der Wüstenelefant spontan zum „Problemtier“ erklärt, da er Tränken und die weitere Wasserinfrastruktur zerstört. Teilweise kam es zu tödlichen Unfällen für den Menschen, wenn diese Infrastruktur beschützt werden sollte, …das endet dann später immer auch tödlich für das „Problemtier“ weil es dann, „dura lex sed lex“, getötet werden muß!
Und nun dieser sozialmedientypische Hype über den Schutz der Elefanten in Namibia! Die einen schreiben den Touristen die Schuld an der Elefantenproblematik zu: „Die rücken den Elefanten zu nahe auf die Pelle, die hetzen und verfolgen sie, die machen sie mit Drohnen verrückt!“ …und was man da nicht noch so alles zu lesen bekommt.
Die anderen meinen es wären die Jäger, die Wilderer, die Chinesen, die „Lokalen“ oder sonst noch wer, die durch Jagd und Abschüsse den Elefantenbestand gefährden oder, wie hier im Namibia-Forum, diese Tiere „stören“, „wild machen“, „verängstigen“ oder „unberechenbar machen“.
Die Sache ist weit komplexer und kann keinesfalls nur aus einer Perspektive gewertet werden.
RICHTIG: Elefanten müssen beschützt und geschützt werden! Aber in Namibia und Botswana stehen die Elefanten nicht vor der Ausrottung! Das Gegenteil ist der Fall! Ich hatte mehrmals die Möglichkeit biologische Exkursionen nach Etoscha und auch in die Trockenflüsse zu führen. Einheitlich kam man zu der Erkenntnis, daß die Elefantenpopulationen in den ariden Klimazonen des südlichen Afrikas grenzwertig hoch sind und weiterhin ansteigen! Als Beispiel wurde der Bewuchs in Etoscha genannt: Vergleicht man z.B. die Bilder der Wasserstelle Okaukuejo von 1990 mit dem aktuellen Bewuchs, so kann man sehr deutlich den Unterschied erkennen. Es sind ausschließlich Elefanten, die den Akazienbestand rigoros dezimieren. Mehr als einmal habe ich Elefanten in Etoscha beobachtet, wie eine Akazie gefällt und damit zerstört wurde, …nur weil an der Spitze das erste Grün trieb! 50 – 100 Jahre Wachstum wurden nur für diese Grünspitzen vernichtet, andere Spezies damit um nutzbaren Lebensraum gebracht.
Man verstehe mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: Schon aus beruflichen Gründen bin ich „Naturfreak“ und sehe den Eingriff des Menschen in die Natur mit allergrößter Sorge! Aber soll man andererseits die Natur kaputtschützen? Eine differenzierte Betrachtung und Bewertung dieser komplexen Problematik wäre von Vorteil! Es geht um Kontrolle und Hege mit profundem Wissen um DAS GANZE! Das wäre der richtige Weg! Aber wer hat die Möglichkeit zur umfassenden Aufklärung und zur nötigen Motivation der Massen? Was wäre richtig und was wäre fatal?
Ich bin ebenso ratlos!
Herzliche Grüße aus Windhuk, Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann

