Elefantenschutz - Elefantenproblematiken

16 Antworten · 3'763 Aufrufe · gestartet 06. Okt. 2017 von Olli
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Themenstarter143 Beiträge · seit 200806. Okt. 2017 · #1
Liebe Gemeinde der Elefantenliebhaber!

Ich beziehe mich mit meinem Thema auf den Thread „Wüstenelefanten“ https://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/292519-wuestenelefanten.html?start=12 und möchte diese sensible Thematik etwas vertiefen.

Grundsätzlich: Der Platz auf dieser Erde wird enger! Dies trifft nun auch auf Namibia zu! Waren wir vor über 20 Jahren noch glücklich überhaupt einmal auf Wüstenelefanten zu treffen, so ist es heutzutage eine herbe Enttäuschung, wenn man sie einmal nicht antrifft. Die Population der Wüstenelefanten hat sich in den letzten Jahren stark erhöht!

Was sich andererseits auch erhöht hat, das sind die Zahlen der Menschen in dem für Wüstenelefanten attraktiven Gebieten. Plötzlich sind die Trockenflüsse sehr stark befahren! Verglichen zu den 90er Jahren sind besonders Hoarusib und Hoanib quasi zu Wildnis-Autobahnen geworden. Neulich fand ich bei einer Herde Wüstenelefanten im Hoanib sieben Fahrzeuge vor! Bei Twyfelfontain wurden sie von den vielen lodgeeigenen Fahrzeugen (…und auch von mir…) für Stunden morgens und nachmittags „beschattet“. Aus der Sicht der Elefanten ist es egal ob diese Fahrzeuge von selbstfahrenden Touristen gesteuert wurden oder ob die Fahrzeuge mit einem Aufkleber eines lokalen Safariunternehmens „geschmückt“ sind!

Andererseits gibt es durch die zunehmende Besiedlung der lokalen Bevölkerung südlich und nördlich des „Roten Zauns“ seit kurzem für die Wüstenelefanten neue und sehr attraktive Wassertränken. Dadurch finden die Elefanten plötzlich weiter im Osten gute Lebensbedingungen vor. Nun wurde der Wüstenelefant spontan zum „Problemtier“ erklärt, da er Tränken und die weitere Wasserinfrastruktur zerstört. Teilweise kam es zu tödlichen Unfällen für den Menschen, wenn diese Infrastruktur beschützt werden sollte, …das endet dann später immer auch tödlich für das „Problemtier“ weil es dann, „dura lex sed lex“, getötet werden muß!

Und nun dieser sozialmedientypische Hype über den Schutz der Elefanten in Namibia! Die einen schreiben den Touristen die Schuld an der Elefantenproblematik zu: „Die rücken den Elefanten zu nahe auf die Pelle, die hetzen und verfolgen sie, die machen sie mit Drohnen verrückt!“ …und was man da nicht noch so alles zu lesen bekommt.
Die anderen meinen es wären die Jäger, die Wilderer, die Chinesen, die „Lokalen“ oder sonst noch wer, die durch Jagd und Abschüsse den Elefantenbestand gefährden oder, wie hier im Namibia-Forum, diese Tiere „stören“, „wild machen“, „verängstigen“ oder „unberechenbar machen“.

Die Sache ist weit komplexer und kann keinesfalls nur aus einer Perspektive gewertet werden.

RICHTIG: Elefanten müssen beschützt und geschützt werden! Aber in Namibia und Botswana stehen die Elefanten nicht vor der Ausrottung! Das Gegenteil ist der Fall! Ich hatte mehrmals die Möglichkeit biologische Exkursionen nach Etoscha und auch in die Trockenflüsse zu führen. Einheitlich kam man zu der Erkenntnis, daß die Elefantenpopulationen in den ariden Klimazonen des südlichen Afrikas grenzwertig hoch sind und weiterhin ansteigen! Als Beispiel wurde der Bewuchs in Etoscha genannt: Vergleicht man z.B. die Bilder der Wasserstelle Okaukuejo von 1990 mit dem aktuellen Bewuchs, so kann man sehr deutlich den Unterschied erkennen. Es sind ausschließlich Elefanten, die den Akazienbestand rigoros dezimieren. Mehr als einmal habe ich Elefanten in Etoscha beobachtet, wie eine Akazie gefällt und damit zerstört wurde, …nur weil an der Spitze das erste Grün trieb! 50 – 100 Jahre Wachstum wurden nur für diese Grünspitzen vernichtet, andere Spezies damit um nutzbaren Lebensraum gebracht.

Man verstehe mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: Schon aus beruflichen Gründen bin ich „Naturfreak“ und sehe den Eingriff des Menschen in die Natur mit allergrößter Sorge! Aber soll man andererseits die Natur kaputtschützen? Eine differenzierte Betrachtung und Bewertung dieser komplexen Problematik wäre von Vorteil! Es geht um Kontrolle und Hege mit profundem Wissen um DAS GANZE! Das wäre der richtige Weg! Aber wer hat die Möglichkeit zur umfassenden Aufklärung und zur nötigen Motivation der Massen? Was wäre richtig und was wäre fatal?

Ich bin ebenso ratlos!

Herzliche Grüße aus Windhuk, Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
1'042 Beiträge · seit 201606. Okt. 2017 · #2
Hallo Olli,

zunächst müssten wir uns irgendwann einmal einig werden, was wir denn haben wollen?
Wollen wir die Natur so wie es dem ursprünglichem Zustand weitestgehend entsprach oder wollen wir durch menschliche Eingriffe das in andere Bahnen lenken?
Olli schrieb:
Aber in Namibia und Botswana stehen die Elefanten nicht vor der Ausrottung! Das Gegenteil ist der Fall! Ich hatte mehrmals die Möglichkeit biologische Exkursionen nach Etoscha und auch in die Trockenflüsse zu führen. Einheitlich kam man zu der Erkenntnis, daß die Elefantenpopulationen in den ariden Klimazonen des südlichen Afrikas grenzwertig hoch sind und weiterhin ansteigen!
Meiner bescheidenen Meinung nach kann das so nicht ganz stimmen. Die Elefantenpopulationen waren VOR dem Eingriff des Menschen noch viel höher, wie kann man dann auf die Aussage kommen, dass die Population jetzt grenzwertig hoch sei?
Olli schrieb:
Als Beispiel wurde der Bewuchs in Etoscha genannt: Vergleicht man z.B. die Bilder der Wasserstelle Okaukuejo von 1990 mit dem aktuellen Bewuchs, so kann man sehr deutlich den Unterschied erkennen. Es sind ausschließlich Elefanten, die den Akazienbestand rigoros dezimieren. Mehr als einmal habe ich Elefanten in Etoscha beobachtet, wie eine Akazie gefällt und damit zerstört wurde, …nur weil an der Spitze das erste Grün trieb! 50 – 100 Jahre Wachstum wurden nur für diese Grünspitzen vernichtet, andere Spezies damit um nutzbaren Lebensraum gebracht.
Möglicherweise braucht der Lebensraum dort die Regulation des Bewuchses durch die Elefanten? Wer will da welcher Spezies den Vorrang geben?
Olli schrieb:
Man verstehe mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: Schon aus beruflichen Gründen bin ich „Naturfreak“ und sehe den Eingriff des Menschen in die Natur mit allergrößter Sorge! Aber soll man andererseits die Natur kaputtschützen?
Du kannst die Natur nicht kaputtschützen, weil Du die Natur nicht vor sich selbst beschützen musst. Welcher Eingriff des Menschen gut und welcher weniger gut ist, das entscheidet der Mensch nach irgendwelchen selbst aufgestellten Theorien oder bzw. nach dem Geldbeutel. Wenn die Natur sich selbst überlassen wird, dann reguliert die das wie viele Millionen Jahre vor dem Menschen durchaus auch selbst ganz "natürlich". Da gibt es kein "Gut" und "Böse"...
Olli schrieb:
Eine differenzierte Betrachtung und Bewertung dieser komplexen Problematik wäre von Vorteil! Es geht um Kontrolle und Hege mit profundem Wissen um DAS GANZE! Das wäre der richtige Weg! Aber wer hat die Möglichkeit zur umfassenden Aufklärung und zur nötigen Motivation der Massen? Was wäre richtig und was wäre fatal?
Die Problematik hat meistens der Hobbygärtner bei uns mit seinem "Englischen Rasen". Alles was NICHT Gras ist und dazwischen wächst das ist schlecht. Da wird mit großem Aufwand der Garten zur Monokultur umgestaltet, der keinen Rückzugsort und keine Nahrung mehr für viele Insekten zu lässt. Ich nehme genau dieses profane Beispiel, denn die meisten hier werden das wohl völlig emotionslos hin nehmen.
Olli schrieb:
Ich bin ebenso ratlos!
Ich auch, aber vermutlich aus anderem Grund.

Gruß Markus
Gast06. Okt. 2017 · #3
Hallo,
Olli schrieb:Die Population der Wüstenelefanten hat sich in den letzten Jahren stark erhöht!
Gibt es für diese Behauptung eine wissenschaftliche Quelle? Für Hoanib/Hoarusib zeigen Studien in den letzten Jahren z.B. eine stark fallende Population und insofern kann ich Dir da überhaupt nicht folgen.

2015-ElePopulation.jpg


Möglicherweise kommen die unterschiedlichen Einschätzungen daher, dass häufig die ganzen Zahlen vermixt werden. Laut MET gibt es ja ohnehin gar keine Wüstenelefanten. Andere zählen alle Elefanten in der Kunene-Region zu den Wüstenelefanten. In der Region mögen die Elefantenzahlen gestiegen sein. Aber die Kunene-Region geht bis östlich der C43 und sogar bis östlich von Outjo. Die Elefanten kann man nicht alle zu den sogenannten Wüstenelefanten zählen.
Olli schrieb:Aber in Namibia und Botswana stehen die Elefanten nicht vor der Ausrottung!
Das sehe ich genau so, aber damit legst Du bewusst oder unbewusst eine falsche Fährte und machst Das, was auch das MET macht: Du wirfst die Wüstenelefanten in einen Topf mit allen anderen Elefanten. Es geht eben nicht nur um den Erhalt der Spezies Elefant. Die scheint in Namibia und Botswana in der Tat nicht bedroht. Es geht auch um den Erhalt von Subpopulationen in bestimmten Regionen. Und diese können eben auch dann hochgradig bedroht sein, wenn die Art insgesamt unkritisch ist. In der Hoanib-Hoarusib-Gegend gab es offenbar Jahrelang recht stabil 8 Bullen im fortpflanzungsfähigen Alter. Das ist zwischenzeitlich auf 2 Bullen gesunken. Und dann kann man doch nicht mit dem Verweis "Wir haben noch 15.000 Elefanten anderswo in Namibia" Abschusspermits für weitere Bullen ausstellen.

Klar ist: Wenn die Touristen den Spaß haben und die Locals ohne Benefit die Kosten des Zusammenlebens mit den wilden Tieren tragen müssen, dann wird das nicht funktionieren.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2017
Gast06. Okt. 2017 · #4
Hallo,

dann doch noch ein 2. Beitrag: In den Conservancies um den Khaudum und im Caprivi werden regelmäßig Elefanten geschossen. Da habe ich noch keinen großen Aufschrei in Medien oder Social Networks festgestellt. Da gibt es genug Elefanten und soweit das um den Erhalt der Populationen geht, erscheint das nicht kritisch. Ganz anders bei den Wüstenelefanten. Und dann müssen wir uns auch mal spezifisch auf die Wüstenelefanten konzentrieren. Ob es Vegetationsschäden im Etosha gibt, ist da irrelevant.

Cites etc. befürworten die Trophäenjagd nur unter der Maßgabe, dass wissenschaftlich ermittelte und belastbare Zahlen zu den Populationen vorliegen. Das ist zwingende Voraussetzung dafür, das man nachhaltige Jagdquoten festlegen kann. Das MET hat aber offenbar überhaupt keine verlässlichen Zahlen zu den Tierpopulationen im Nordwesten. Zu den Wüstenlöwen hat das MET freimütig eingeräumt, nicht zu wissen, wie viele Löwen es da gibt und insbesondere nicht zu wissen, wie viele männliche Löwen im fortpflanzungsfähigen Alter es gibt. Trotzdm werden Permits ausgestellt (und zuletzt dank öffentlichem Druck widerrufen). Und bei den Wüstenelefanten weigert sich das MET, die Subpopulation an Wüstenelefanten überhaupt separat zu zählen. Man hat noch so und so viele tausend Elefanten im Land und das rechtfertigt den Abschuss. Fertig.

Als vor 5 Jahren in Purros ein Elefant einen spanischen Touristen getötet hat, wurde das Tier zum Problemtier erklärt. Das ist wohl vertretbar. Am Ende wurden 3 Elefanten erschossen, weil man nicht so genau wusste, welcher es nun war. Am Ugab wurde nun auch ein Bulle zum Problemtier erklärt. Offenbar wurden 2 Bullen abgeschossen. Das ist nicht die Ausnahme sondern diese Verfehlungen bei der Jagd passieren regelmäßig. Und diese Verfehlungen werden nicht sanktioniert. Das MET arbeitet immer noch mit südafrikanischen Jagdveranstaltern zusammen, die selbst NAPHA wegen unethischer Jagdpraktiken rausgeworfen hat. So lange man das nicht bereinigt bekommt, kann man sich doch nicht hinstellen und immer wieder pauschal behaupten "Die Trophäenjagd ist super für den Naturschutz".

Das MET hat in der Vergangenheit beweisbar falsche Aussagen gemacht, was die Anzahl erteilter Jagdpermits auf Wüstenelefanten anbetrifft. Ob die absichtlich gelogen haben oder intern nur alles durcheinander bringen, ist nicht bekannt. Und das MET hat sich einer kostenlosen Zählung der Elefanten in Namibia nach höchsten Standards durch eine unabhängige Partei verweigert. Es fürchtet offenbar, dass da ganz andere Zahlen heraus kommen, als das MET immer veröffentlicht. Da ist es nicht verwunderlich, wenn das Vertrauen fehlt und dem MET nichts geglaubt wird.

Was tun? Ich bin wie alle hier auch nur Laie, aber aus meiner Sicht müsste man zunächst mal regelmäßig die Subpopulation an Wüstenelefanten wissenschaftlich erfassen. Erst dann gäbe es eine Basis, um überhaupt über Trophypermits nachzudenken. Wenn das dann ergibt, dass die Population tatsächlich stark steigt und dadurch nicht tragbare Probleme verursacht, dann kann man auch Abschüsse diskutieren. Das muss alles viel transparenter als bisher erfolgen. Und wenn man Abschüsse diskutiert, das muss die Jagd durch mindestens 2 weitere Parteien (MET, NGOs) begleitet werden, damit diese regelmäßigen Verfehlungen bei der Durchführung der Jagd aufhören. Wenn es trotzdem Verfehlungen gibt, müssen die endlich hart sanktioniert werden. Wenn ein Tier zum Problemtier deklariert wird, dann muss das Warum sauber dokumentiert sein und es muss sicher gestellt sein, dass man im ersten (und einzigen) Versuch eindeutig das richtige Problemtier erschießt und nicht irgendeinern elefanten, der gerade eine attraktive Trophäe darstellt.

Es ist aber nicht einseitig so, dass nur die Jagdbefürworter und das MET etwas liefern müssen. Auch im Umfeld der Jagdgegner muss sich etwas ändern. Auch bei den aktuellen Petitionen ist teilweise wieder mißverständlich davon die Rede, das Wüstenelefanten eine Unterart wären. Es wird in Kommentaren zur Jagd auf Trophäenjäger aufgerufen. Regelmäßig wird der (Unfall) Tod von Trophäenjägern abgefeiert. Das ist alles nicht hilfreich und gehört auch abgestellt. Und man muss wohl akzeptieren, dass es grundsätzlich Konstellationen geben kann, in den der Abschuss eines Tieres das "geringste Übel" ist.

Was die Kompensation von Schäden durch die Wüstenelefanten angeht, gibt es viele Ideen, mehr Geld aufzutreiben. Von Eintritten in Conservancies bis zur Umwandlung in eintrittspflichtige Nationalparks. Da hapert es an der Führung, um so etwas umzusetzen. Ob man das Modell nun mag oder nicht: EHRA finanziert mit seinem Volounteer-Modell ziemlich viel, um z.B. Wasserinstallationen von Locals vor Beschädigung durch Elefanten zu schützen.

Nebenbei: Es ist auch eine problematische Konstellation, dass so viele NGOs für ihre Naturschutzarbeit von Permits durch das MET abhängig sind. Das verhindert, dass die frei ihre Meinung äußern können. Wer das MET hart kritisiert, riskiert zukünftig kein Permit mehr zu bekommen. Vermutlich ist das ein Grund, warum z.B. EHRA öffentlich schön den Mund hält, während sich EHRA-Leute privat über so Einiges vom MET empören.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2017
2'060 Beiträge · seit 201306. Okt. 2017 · #5
Guido. schrieb:
Zu den Wüstenlöwen hat das MET freimütig eingeräumt, nicht zu wissen, wie viele Löwen es da gibt und insbesondere nicht zu wissen, wie viele männliche Löwen im fortpflanzungsfähigen Alter es gibt. Trotzdm werden Permits ausgestellt (und zuletzt dank öffentlichem Druck widerrufen). Und bei den Wüstenelefanten weigert sich das MET, die Subpopulation an Wüstenelefanten überhaupt separat zu zählen. Man hat noch so und so viele tausend Elefanten im Land und das rechtfertigt den Abschuss. Fertig.
Guido. schrieb:
aber aus meiner Sicht müsste man zunächst mal regelmäßig die Subpopulation an Wüstenelefanten wissenschaftlich erfassen. Erst dann gäbe es eine Basis, um überhaupt über Trophypermits nachzudenken.
Was würde es nützen? Im Falle der Wüstenlöwen müsste man nur Flip Stander fragen, der weiß genau, wie viele es gibt - aber das MET will es offenbar gar nicht wissen. Und dagegen ist wohl kein Kraut gewachsen.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
33,1k Beiträge · seit 200606. Okt. 2017 · #6
Hi Gabriele,
hi Guido,

wie viele Wüstenlöwen es gibt haben doch MET und Flip gerade vor einigen Tagen mitgeteilt:
https://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/293128-eilige-petition-fuer-wuestenloewen.html

Was Elefanten im Nordwesten angeht: NACSO ist gerade mit der alljährlichen Zählung in dem Gebiet beschäftigt: http://www.nacso.org.na/resources/game-count-data

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2017
Themenstarter143 Beiträge · seit 200807. Okt. 2017 · #7
Liebe Naturliebhabergemeinde!

Für ein solches Thema registriere ich recht wenig Resonanz. Es ist offensichtlich schwierig hierüber etwas beizutragen, weil eben hierüber wenig wissenschaftlich fundiertes Wissen in den Medien gibt. Das Wenige dient meiner Meinung nach der Tagespolitik, nicht der Wissenschaft.

Ich habe dieses Thema eröffnet und auf Elefanten bezogen und nicht auf die spezielle Problematik der sog. Wüsten-Elefanten begrenzt. Und noch etwas gleich vorab: Wir alle stochern im Nebel herum. Niemand hat wissenschaftlich fundierte Ergebnisse und Lösungen parat. Da nützt es auch nichts, wenn man irgendwelche gut aussehenden, graphisch dargestellten Statistiken irgendwo herauskopiert und dann hier präsentiert. Ich bin in jeder Hinsicht ein großer Zweifler was Statistiken angeht.

Als jemand, der seit über 20 Jahren bis zu 75% seiner Lebenszeit im Busch verbringt, sehe ich die Veränderung der Natur sehr genau. Das fällt immer dann besonders auf, wenn man sich nach langer Zeit wieder alte Bilderalben anschaut. Ich sehe, daß die Vegetation erhebliche Schäden überall dort aufweist, wo sich die Population an Elefanten drastisch erhöht hat! Insbesondere ist das im Etoscha Nationalpark in den zentralen und westlichen Teilen (Groß-Okaukuejo) der Fall. Weitere Beispiele wären z.B. Mahango und das Chobe-Ufer! Da sieht es aus wie nach einem Atombombenangriff! Mahango fahre ich gar nicht mehr an! Das sieht für mich frustrierend aus! Ebenso ist der Wald am Chobeufer bei Kasane völlig zerstört! Das sind Dinge die mir auffallen. Das sind Veränderungen die mir zeigen, daß wir als Menschen in die Natur eingegriffen haben und etwas aus dem Lot ist. Aus dem Lot ist in diesem expliziten Fall die Population an Elefanten! Klar, …wir können das weiterhin der Natur überlassen! Dann müssen wir das aber auch tun! Dann haben wir uns als Menschen wieder aus diesen Gebieten wieder herauszuziehen, die Tränken abzubauen, müssen Touristensperrzonen einrichten und die dort siedelnden Menschen umsiedeln! Punkt!

Das geht nicht! Also? Wir sollten weiterhin mit Sachverstand (heißt: sachlich, nicht emotionell motiviert!) diese Problematiken angehen.

Als vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Krüger Nationalpark die Population durch gezieltes Keulen etwas dezimiert werden sollte, da war ein Aufschrei in den sozialen Medien! Es wurde gar zum Boykott der Weltmeisterschaft aufgerufen! Daraufhin wurde die Aktion nicht durchgeführt, offiziell zumindest. Ich weiß nichts darüber. Die Frage ist, was war richtig, von beiden Seiten betrachtet?

Das ist es, wenn ich sage, …ich weiß es auch nicht!

Grüße aus Windhuk, Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
4'984 Beiträge · seit 201607. Okt. 2017 · #8
Desert Elephants & Friends
11 Std. ·
Daure-Daman invite 'animal lovers' to see wildlife damage
News - National | 2017-10-05
by Adam Hartman
DAURE-DAMAN deputy chief Zacharias Seibeb invited “animal lovers to come and see for themselves what is happening on the ground” when it comes to the damages, injuries and deaths caused by marauding wildlife.
Addressing animal lovers on Monday at Uis, Seibeb said they were aware of the international outcry against the killing of animals, but that the world should know about the threats and losses communities face.
A series of regional meetings are being held after the National Council tasked the standing committee on habitat and human-wildlife conflict in May this year to consult communities.
The committee is also consulting on the issue of compensation or lack thereof in the instance of the loss of human life; damage to property by wild animals; and the role of the environment ministry in mitigating and managing conflicts.
The aim of the consultations is also to justify possible amendments to the 2009 national policy on human-wildlife conflict.
This policy's compensation clauses state, amongst others, that N$5 000 will be paid out by government for a human killed by a wild animal, while a person who poaches an elephant or rhino could face fines between N$1 million and N$25 million, or one to 25 years imprisonment.
“What if the elephant or rhino killed the person? The law is silent on that, and that's what we are discussing,” said committee chairman Cletius Sipapela, adding that the findings from all the consultative meetings will be tabled before the National Council and debated on 30 November.
The meeting at Uis was attended by commercial and communal farmers, non-governmental organisations involved in wildlife conservation, tourism operators, and traditional authority representatives.
Seibeb said traditional authorities will never want to drive away or eradicate wild animals, but believes that numbers should be manageable, and that compensation should be fair.
He said for a child killed by wildlife, the family should receive N$100 000 compensation, while if an adult is killed, especially a breadwinner, his/her dependants should receive compensation of N$200 000, plus additional monthly support. Likewise, compensation for livestock, cattle and crops should be increased.
“It is not our intention to financially exploit government, but livestock farming is the backbone of survival in this area, and so compensation should be fair,” Seibeb stressed.
He also called for a swifter response from the Ministry of Environment and Tourism in conflicts, and better protection of community infrastructure from especially elephants.
“Considering the actions of the environment ministry, we conclude that an animal's life is worth more than human life,” he said.
Seibeb also accused the non-governmental organisations of using all international funding, instead of channelling it to the victims of human-wildlife-conflict.
The co-owner of the Brandberg White Lady Lodge, Naude de Jager, agreed that compensation should be increased, especially for human life – that is N$20 000 for the funeral arrangements, and N$50 000 as “human cost”.
He said while it is understood that problem animals should be done away with, awareness campaigns should be intensified about human and wildlife co-existence.
“If we respect wild animals, they will respect humans,” said De Jager, adding that both humans and wildlife should be protected.
He noted that wild animals bring foreign currency to the communities, and are therefore an asset.
In fact, his lodge has established a fund which is aimed at supporting the protection and compensation of communities affected by wildlife conflict.
Government also needs to be clear about the benefits from trophy-hunting – whether by business, the community or government, especially when it comes to problem animals.
“At the end of the day, we must use animals to the advantage of the people, and it is essential that people understand what those advantages are,” he said.
Peace project coordinator of EHRA (Elephant-Human Relations Aid), Betsy Fox said wild animals such as elephants and rhino, are more valuable alive than dead.
According to her, and contrary to the general perception, the elephant population in Erongo was in fact decreasing because of bulls being shot and calves dying, especially during droughts.
She said rapid responses to any conflict were critical in defusing threatening situations which may lead to more damage, injury or death.
EHRA's aim is to help protect infrastructure, monitor elephant populations, and educate communities on how to manage human-wildlife-conflict.
Most conflicts in the region are caused by elephants and lions. Elephants destroy crops and houses, as well as water infrastructure, while lions kill livestock.
The communities are suggesting that they also have problems with leopards and hyenas.
The Namibian, Friday 6 Oct 2017

Quelle: https://www.facebook.com/DesertElephantsandFriends/posts/2011693675742247
Gruß Gina
Gast07. Okt. 2017 · #9
Olli schrieb:
Das fällt immer dann besonders auf, wenn man sich nach langer Zeit wieder alte Bilderalben anschaut. Ich sehe, daß die Vegetation erhebliche Schäden überall dort aufweist, wo sich die Population an Elefanten drastisch erhöht hat!
@ Vegetationszerstörung
Meine 40 Jahre alten Dias aus Etosha habe ich schon entsorgt, diese würden ähnliches zeigen, was ich hier für Wankie/Hwange auf Seite 79 eingestellt habe.
https://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=468
Und das könnte man.................fortsetzen.
Seit einiger Zeit wundere ich mich beim Lesen der RBe hier oder Schauen von Dokus im Fernsehen über Chobe udgl., dass (fast) niemand ob der Verzückung über die große Elefantenschau bemerkt, auf welcher Landschaftsruine sich diese abspielt. Ich will das eigentlich schon nicht mehr sehen und denke mir meinen Teil darüber, was heutzutage unter Naturerlebnis verstanden wird.
Grüße
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2017
785 Beiträge · seit 200807. Okt. 2017 · #10
Hi,

auch ich freue mich wenn ich Elefanten sehe, es sind wirklich schöne und tolle Tiere, dies steht außer Zweifel und es liegt mir viel daran, diese Tiere in freier Wildbahn dauerhaft zu erhalten!

Die Zerstörung die sie jedoch in gewissen Gebieten anrichten ist jedoch erschreckend und wenn man ein bisschen mit offenen Augen reist und vielleicht mal das ein oder andere Gespräch mit Menschen führt die vor Ort leben dann wird man für diese Problematik auch sensibilisiert und verliert den Blick durch die rosarote Brille!

Wir Menschen haben sehr aktiv in die Natur eingegriffen, durch errichten von Zäunen, durch unsere Ansiedlungen, durch das Anlegen von Wasserstellen und somit ist jeder Vergleich zu früheren Zeiten, wo es ja noch über 1 Mio Elefanten in Afrika gab absolut irrational! Die Situation heute ist eine völlig andere!!

Bei uns in Mitteleuropa gab es früher auch sehr viele Bären, zig Tausend Wölfe und, und, und, es ist jedoch heute nicht mehr möglich dieser Masse von Tieren den Lebensraum zu geben den sie bräuchten!

Klar sieht es für viele Menschen schlimm aus, wenn Bilder im Netz erscheinen, die einen toten Elefanten zeigen, der womöglich noch erschossen wurde, kann ich durchaus verstehen,...,aber irgendwelche Facebook Aufrufe, die sicherlich einen positive Absicht haben und zur "Rettung der Elefanten" gestartet werden und solche Abschüsse unterbinden wollen sind meiner Meinung nach für den dauerhaften Erhalt der Elefanten nicht zielführend sondern ehr schädlich!

Ich frage mich auch, was würde eigentlich passieren, wenn jetzt in Botswana, oder Namibia eine große Facebook Aktion / Pedition gestartet wird, die den Abschuss von Wildschweinen in Deutschland verbieten will?

Wäre doch irgendwie absurd, oder?

Wir jedoch trauen uns zu die Situation in Botswana, Namibia oder sonst wo in Afrika genau zu kennen und machen dann diesen Menschen irgendwelche Vorschriften, wie sie mit den Tieren, die in deren Land leben, mit denen sie sich tagtäglich auseinandersetzen müssen umzugeben haben....,

Wir sind nur ein paar Tage im Jahr dort vor Ort und wenn wir da sind, dann wollen wir ja möglichst viele Elefanten sehen, welche Folgen dies für die lokale Bevölkerung hat, ist uns doch eigentlich völlig Wurst und wehe, die Menschen dort kommen dann noch auf die Idee, die ein oder andere Lizenz zum Abschuss eines solchen Tieres an einen Trophäenjäger zu verkaufen,...!!

Das Jagdverbot in Botswana war meiner Meinung nach völliger Blödsinn, es wurde in Botswana schon seid etlichen Jahrzehnten nachhaltig gejagt und alles war ok und stabil!

Die Entscheidung kam über Nacht, irgendwelche Lobbyisten hatten den Abschuss von Cecil ( der Löwe in ZIM ) genutzt um diese, zumindest für mich, blödsinnige Entscheidung durch zu setzen, ohne irgendein Konzept zu haben, wie diese riesigen Gebiete, die langfristig an Jagdveranstalter verpachtet waren, jetzt sinnvoll zu nutzen!

Was dieses Jagdverbot auch für die San bedeutet hat, kann jeder im Netz recherchieren aber hier scheint das Interesse hiran eh nur sehr bescheiden zu sein und es ist auch eine andere Geschichte!

Ich weis, viele von euch glauben, dass ich persönlich irgendwelche geschäftlichen Verflechtungen mit der Trophäenjagt habe, ich kann euch aber beruhigen, dem ist nicht so, ich selbst bin kein Jäger und auch kein Jagdreiseveranstalter ich versuche nur diese Problematik möglichst rational zu betrachten und mir dann meine Meinung zu bilden!


Viele liebe Grüße


Markus
4'984 Beiträge · seit 201607. Okt. 2017 · #11
Die Entscheidung kam über Nacht, irgendwelche Lobbyisten hatten den Abschuss von Cecil ( der Löwe in ZIM ) genutzt um diese, zumindest für mich, blödsinnige Entscheidung durch zu setzen, ohne irgendein Konzept zu haben, wie diese riesigen Gebiete, die langfristig an Jagdveranstalter verpachtet waren, jetzt sinnvoll zu nutzen!

Kannst du dafür bitte die Quelle angeben, oder ist das deine persönliche Meinung?

Die offizielle Erklärung zum Jagdverbot (registrierte Jagdfarmen sind vom Verbot nicht betroffen)

BWgovernment
20. August 2013 ·
PRESS RELEASE: HUNTING BAN IN BOTSWANA - MESSAGE FROM PERMANENT SECRETARY
The Ministry of Environment, Wildlife and Tourism wishes to inform the public about the ban on hunting of wildlife in all controlled hunting areas in Botswana with effect from January 2014. No quotas, licenses or permits will be issued for hunting of Part I and Part II Schedule game animals as listed in the Wildlife Conservation and National Parks Act.
Licenses will continue to be issued for game birds listed in Part III of the same Act subject to conditions to be determined by the Department of Wildlife and National Parks. Hunting in registered game ranches will not be affected by the ban.
The decision to temporarily ban hunting has been necessitated by available information which indicates that several species in the country are showing declines. The causes of the decline are likely due to a combination of factors such as anthropogenic impacts, including illegal offtake and habitat fragmentation or loss.
The suspension of hunting will allow my Ministry to work with all relevant stakeholders in understanding the causes of the decline and where possible, to put in remedial measures to reserve the trend.
My Ministry will continue to monitor wildlife trends using suitable methodologies and regularly update the public on the status of the wildlife resource.
The Ministry of Environment, Wildlife and Tourism would like to thank all members of the public for their cooperation.
Neil Fitt, Permanent Secretary - MEWT
Quelle: https://www.facebook.com/Botswana.Government/posts/500849569997706

Ansonsten bin ich persönlich sehr froh darüber, dass gerade am heutigen Tag auch in Botswana,
für den Artenerhalt von Elefanten, Nashörnen, Löwen, und Schuppentieren marschiert wird!
Gruß Gina

BOTS2017.jpg
785 Beiträge · seit 200807. Okt. 2017 · #12
Hi Gina,

du hast natürlich Recht, die privaten Jagdfarmen waren hiervon nicht betroffen, ich rede hier von den sehr großen staatlichen Flächen, in diesen Gebieten wurden kurzfristig die Jagdausübung untersagt.

Eine Quelle zu meiner Ausführung über den Zusammenhang von Cecil und dem Jagdverbot in Botswana:

http://www.enca.com/africa/botswana-bans-sports-hunters-after-cecil


Gruß

Markus
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2017
4'984 Beiträge · seit 201607. Okt. 2017 · #13
Hi Markus,

vielen Dank für deinen link!
Nun denke ich aber doch nicht, dass Jeff Ramsay "irgendein Lobbyist" ist,
oder die Regierung dieses Verbot aG von "irgendwelchen Lobbyisten" erlassen hat,
sondern aus jenen Gründen die aus deren Text hervorgehen.

Zu deinen Bedenken, wo denn das Konzept bliebe, diese riesigen, jetzt nicht bejagten Gebiete sinnvoll zu nutzen:
mMn reicht es vollkommen aus, dass diese Gebiete jetzt wieder den Tieren gefahrenfrei zur Verfügung stehen,
und zu deren Arterhaltung beitragen.
Gruß Gina
785 Beiträge · seit 200807. Okt. 2017 · #14
Hi Gina,

ich verstehe deinen Einwand, in einem Gespräch 2015 mit dem Besitzer von Elephant Sands hat mir dieser erklärt, dass seine Farm akut darunter leide, dass die künstlichen Wasserstellen in den ehemaligen Jagdgebieten nicht mehr betrieben werden und somit ein extremer Ansturm der Elefanten auf seine Farm erfolgt und er auf seinem Gebiet so gut wie keinen unzerstörten Baum mehr hat!

Naturbelassen ist schon ein guter Einwand, dann sollte man jedoch auch generell die künstlichen Wasserstellen schließen, denn diese führen dazu, dass Elefanten deutlich länger in einem Gebiet bleiben und somit die dort vorhandenen Vegetation nachhaltig stören!


Gruß

Markus
4'984 Beiträge · seit 201607. Okt. 2017 · #15
Hi Markus,

da bin ich nun ganz bei dir!
So lange die Tiere uneingeschränkt Zugang zu natürlichen Wasserstellen haben, und nicht eine entsetzliche Dürre,
gepaart mit durch Zäune verhinderter Wanderung ihr Sterben verursacht, sollten künstliche Wasserstellen,
die u.a. dazu errichtet wurden dem optischen Wohl der Touristen genüge zu tun, geschlossen werden.

Als Bsp. hierfür möchte ich den KNP in Südafrika anführen, in dem wir 2016 entsetzliches mit ansehen mussten.
Man hat sich dort ja entschlossen, die künstlichen Wasserstellen wieder stillzulegen,
und dann blieb der Regen aus. Die Tiere hatten durch die Zäune keine Chance ihrem Instinkt, und somit dem Regen zu folgen.
Wir mussten mit eigenen Augen mit ansehen, wie sich zwei Büffel, abgemagert bis auf die Knochen,
mit letzter Kraft über die Straße zu einer künstlichen Wasserstelle geschleppt haben,
um dort vor einem leeren Becken zusammenzubrechen. Ich glaube nicht, dass sie die Nacht überlebt haben.

Ähnliches ist ja im CKGR, nach der Errichtung des nördlichen Zaunes passiert.
Die Tiere waren gewohnt, ihre Wanderung nach den vorhandenen, natürlichen Wasserressourcen auszurichten,
und wollten den Lake Ngami, und/oder das Delta erreichen.
Die Folge waren 1000de jämmerlich verendete Tiere entlang des Zaunes.

Es gilt also wohl abzuwägen, wie man künftig das Leben und Zusammenleben von Mensch und Tier beeinflussen,
oder auch nicht beeinflussen sollte, um es für alle als ein lebenswertes zu bewahren.
Gruß Gina
Gast07. Okt. 2017 · #16
nur auf die Schnelle, ich muss erst etwas @ Jagdverbot heraussuchen, aber der ALLGEMEINE Rückgang des Wildtierbestandes hat wohl zwei Gründe, von welchen GinaChris einen angesprochen hat.... und bei beiden ist Khama unehrlich oder dumm oder beides.
1. ZÄUNE für die Rinderbarone, die mittlerweile so sinnlos sind, weil sie die MKS-Kontrolle und die Schlachtung nach EU-Standards sowieso nicht auf die Reihe kriegen.
2. Konkurrenz um Futter und Wasser. Als Laie wundere ich mich seit Jahre warum eigentlich niemand einen Zusammenhang zwischen einer Futterkonkurrenz zwischen großen Grasfressern und der Überpopulation an Elefanten wenigstens in Erwägung zieht.
Grüße
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2017
33,1k Beiträge · seit 200608. Nov. 2017 · #17
Hi zusammen,

zum Thema der Tötung von drei "Wüstenelefanten" hat das MET nun Stellung bezogen.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian

Das Umweltministerium hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass drei männliche sogenannte Wüstenelefanten ohne Grund und nur für die Trophäenjagd getötet wurden. Die Tötung von Problemtieren sei eine anerkannte Maßnahme des Wildtiermanagements, hieß es. Das Ministerium unterscheide dabei nicht zwischen Wüstenelefanten, die keine anerkannte Unterart darstellen, sondern sehe die weiterhin stark wachsende Elefantenpopulation als Ganzes. Derzeit gäbe es etwa 22.000 Elefanten in Namibia, betonte der Pressesprecher des Ministeriums auf Nachfrage gegenüber Hitradio Namibia. Bei den drei getöteten Elefanten habe es sich bei einem um ein Problemtier gehandelt. Die anderen beiden seien im Rahmen bestehender Abschussquoten für den Eigenverbrauch des Kommunalgebietes bzw. einer als Trophäentier getötet worden. (Quelle: Hitradio Namibia, 8.11.2017)
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