080815Themenstarter1 Beiträge · seit 201703. Aug. 2017 · #1Hallo zusammen,
ich bin ganz neu hier, verzeiht mir da bitte etwaige Fehler.
Habe mich schon etwas umgesehen aber bin noch nicht richtig fündig geworden. Daher meine Frage:
Meine Großeltern (75 und 73) würden gerne einmal Namibia besuchen, trauen sich alleine jedoch nicht. Ich (25, weiblich) würde die zwei gerne auf der Reise begleiten/unterstützen und mache mich nun schlau, was machbar wäre.
Als Ziele haben die beiden sich folgendes ausgeguckt:
- Safari/ einen Nationalpark besuchen
- einmal in einer Lodge übernachten
- Lüderitz
- Sossusvlei
- Köcherbaumwald
Selbstverständlich zwickt in dem Alter mal das Knie oder der Arm aber an sich sind die beiden noch gut unterwegs. (keinerlei Gehhilfen o.ä.). Stundenlange Wanderungen über Stock und Stein können wir dennoch gerne auslassen.
Was würdet ihr uns als erfahrende Namibia-Reisende raten, in Bezug auf Fortbewegungsmittel, Unterkünfte etc...?
Habt ihr noch gute Tipps, weil Oma und Opa nicht mehr die jüngsten sind?
Vielen Dank vorab.
Burschi4'140 Beiträge · seit 200903. Aug. 2017 · #2Hallo 0815,
erst mal willkommen im Forum.
Ich finde es toll, dass du deinen Großeltern die Freude machen willst, mit ihnen nach Namibia zu reisen.
Die Ziele, die du vorgeschlagen hast, sind alle machbar. Ich kann mir gut vorstellen, dass du eine schöne "Einsteigerroute" mit den beiden fahren kannst. Du solltest dabei folgendes beachten:
1. Reise an einem Tag keine zu langen Strecken. Man kann sich in den Distanzen ganz schön täuschen, besonders, wenn man nicht berücksichtigt, dass man auf Gravelroads nicht so schnell voran kommt.
2. Miete ein Auto, in dem ihr zu dritt genügend Platz habt und auch sicher fahren könnt. (z.B. einen Toyota hilux 4x4 Double Cab)
3. Übernachte ausschließlich in Lodges oder festen Unterkünften. Mit 70 macht das Campen keinen so großen Spaß mehr und auch das Aufstellen eines Dachzeltes kann Probleme bereiten. Man braucht da einfach etwas mehr Bequemlichkeit.
4. Versuche die Fahrt so zu planen, dass du an einem Ort mindestens 2 Übernachtungen hast (in Etoscha vielleicht 2x2 und Swakopmund 3 Ü) und fahre keine zu großen Distanzen an einem Tag (nicht mehr als 300 km). Starte früh am Morgen, damit du das Ziel schon gegen Mittag erreichst und nicht in der größten Hitze fahren musst.
5. Der Gesamturlaub sollte - unter Beachtung der oben genannten Dinge - nicht unter drei Wochen sein, dann lohnt sich der lange Flug und du hast nicht zu viel Stress.
6. Schließe auf jeden Fall eine Reiserücktrittsversicherzung mit Reiseabbruch ab. Man weiß nie! Ich bin noch keine 70, habe sie aber trotzdem.
Dann kannst du jetzt im Forum und in einem Reiseführer schon mal ein wenig lesen und mit der Planung beginnen - manche Stellen musst du zu bestimmten Zeiten länger im Voraus buchen! - und bei weiteren Fragen wird dir dann gerne weitzer geholfen.
Viele Grüße:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200603. Aug. 2017 · #3Burschi schrieb:
2. Miete ein Auto, in dem ihr zu dritt genügend Platz habt und auch sicher fahren könnt. (z.B. einen Toyota hilux 4x4 Double Cab)
... ich weiß nicht, ob ich mit Mitte 70 immer in so ein Ungetüm kraxeln wollte. Ich denke, ein Toyota Condor, RAV4 oder Renault/Dacia Duster tun es auch.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gromi1'415 Beiträge · seit 201403. Aug. 2017 · #4Liebe 0815,
erst mal herzlich willkommen im Club der Afrikaverrückten 🙂 ...und bevor hier der grosser Entrüstungssturm aller (und das sind einige 😄 ) Omas und Opas in diesem Forum, auf dich hernieder geht, mein unmassgeblicher Kommentar dazu:
niemand ist zu alt um Namibia zu geniessen, egal auf welche Art und Weise
lies mal z.B. unseren, Freshys, Grosis und vielen anderen "Oldis" Reiseberichte, da wird dir eine Welt der unbegrenzten Reisemöglichkeiten kund getan 😉
Schau mal bei "Travel Namibia" hier im Forum rein. Christian hat da ein paar sehr kluge Erstlingsrouten veröffentlicht. 🙂
herzlich grüsst die Gromi
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Sasa2'391 Beiträge · seit 201603. Aug. 2017 · #5Wir sind gerade mit meinen Eltern (74 und78) und ihren Freunden (65 und 79) in Namibia. Alles prima. Schau mal in meinen Reisebericht vom letzten Jahr da bekommst du ein paar Ideen.
Ich würde auch keinen Hilux nehmen sondern einen kleineren Wagen, der nicht so hoch ist zum. Einsteigen.
Viele Grüße aus Petras Gästehaus in Uis, das ich Dir schonmal wärmstens empfehlen kann
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016:
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201103. Aug. 2017 · #6Hallo 0815,
zunächst würde ich die passende Reisezeit wählen- es kann sehr heiß werden in NAM.
Es ist zwar eine trockene Hitze, aber für 70+ kann es ein Problem sein.
Als Auto würde auch ich kein Double-Cab empfehlen, ein Nissan X-Trail zB. hat einen genügend großen Kofferraum und sitzt sich bequem. (Im Hilux ist es mit dem Gepäck schon umständlich und beschwerlich.
Und dann würde ich Swakopmund mit einplanen.
Viel Vorfreude !
Strelitzie
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201603. Aug. 2017 · #7Hallo Wolfgang
BikeAfrica schrieb:
... ich weiß nicht, ob ich mit Mitte 70 immer in so ein Ungetüm kraxeln wollte. Ich denke, ein Toyota Condor, RAV4 oder Renault/Dacia Duster tun es auch.
ich kenne zumindest einen über 70 Jährigen der niemals einen Namibia Urlaub mit einem Duster oder ähnlichem machen wollte. Auch ein RAV4 käme überhaupt nicht in Frage.
Dafür ein Toyota Hilux Double Cab mit zwei Dachzelten das ist das Auto der Wahl... auch mit über 70 kann man im Dachzelt übernachten und mein Vater baut das Dachzelt mit mir zusammen in unter 5 Minuten auf... also 10 Minuten bis beide Dachzelte stehen. 😄
Man ist doch nur so alt wie man sich fühlt...
Manche sind mit 50 schon nicht mehr gut zu Fuß, andere gehen mit 70 noch in den Anden spazieren.
Namibia lässt sich ja problemlos bereisen und wer nicht wandern möchte, der muss das ja auch gar nicht.
Ich sehe auch keine Probleme bei längeren Strecken, einer sollte halt noch in der Lage sein ein Rad wechseln zu können, sonst kann man unter Umständen lange auf Hilfe warten. Das ist übrigens der einzige groß Nachteil bei größeren Autos: Die Räder werden immer schwerer, je größer sie sind.
Ich würde aber auch die Strecken möglichst kurz wählen und Übernachtungen in Lodges vorziehen und unbedingt mind. 3 Wochen einplanen. Die gehen schneller rum, als man denkt.
Gruß Markus
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200603. Aug. 2017 · #8Markus615 schrieb:
Man ist doch nur so alt wie man sich fühlt...
... ja, ändert aber nichts daran, dass man ein solches Auto auf den allermeisten Strecken nicht braucht.
Ich fahre selbst ein vergleichbares Auto (weil es halt Spaß macht), aber rein rational ist es Quatsch und unpraktisch. Man muss in Namibia kein Auto fahren mit 'ner Ladekante in 1 Meter Höhe, wenn man nur eine Urlaubsreise auf Straßen und einfachen Pisten macht.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201603. Aug. 2017 · #9Hallo Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:
... ja, ändert aber nichts daran, dass man ein solches Auto auf den allermeisten Strecken nicht braucht.
Das spielt doch gar keine Rolle, außerdem reicht eine Strecke aus auf der man so ein Auto bräuchte, es aber zu dem Zeitpunkt nicht hat... 😄
Bitte nicht zu ernst nehmen, Fakt ist dass man es wirklich nicht braucht.
BikeAfrica schrieb:
Ich fahre selbst ein vergleichbares Auto (weil es halt Spaß macht), aber rein rational ist es Quatsch und unpraktisch.
Spaß reicht mir als Grund völlig aus. Man macht so viele Dinge die rational nicht unbedingt zu erklären sind und ein Hilux gehört für mich in Namibia einfach dazu.
BikeAfrica schrieb:
Man muss in Namibia kein Auto fahren mit 'ner Ladekante in 1 Meter Höhe, wenn man nur eine Urlaubsreise auf Straßen und einfachen Pisten macht.
Das kommt auf die Pisten darauf an. Unbestritten ist es doch bequemer mit einem Fahrzeug das viel Bodenfreiheit hat auch auf "einfachen" Pisten unterwegs zu sein. Sollte dann mal eine Brücke fehlen (dieses Jahr im April die Zufahrt nach Sesfontein) oder der Pad total ausgewaschen sein, dann ist man doch froh in einem Hilux zu sitzen. Man kann sich das wirklich schön reden. 🤩
Gruß Markus
Burschi4'140 Beiträge · seit 200903. Aug. 2017 · #10Da muss ich schnell nochmal einhaken, denn ich habe ja mit dem Hilux angefangen.
Ich fahre seit 15 Jahren immer einen Hilux, :
1. Weil ich nach drei Bandscheibenoparationen gut in das Fahrzeug einsteigen kann.
2. Weil ich auf der Rückbank und hinter den Sitzen einiges verstauen kann, was ich immer griffbereit haben will (z.B. Wasserflaschen.
3. Weil ich höher sitzen will.
4. Weil er besonders auf Gravelroads oder anderen nicht so guten Straßen auch mal verzeiht, wenn man in ein Schlagloch donnert.
5. Weil er bei ordentlicher Bereifung selten einen Platten hat. (Ich bin ca. 70.000 km bei nur einem Platten gefahren).
6. Weil ich im Ladebereich laden kann ohne mich zu bücken. (Rücken!!!)
7. Weil ich auch Platz für einen 2. Ersatzreifen habe.
8. Weil darin ein zusätzlicher Wasserkanister und ein Kühlschrank sind. (Ich habe immer frische Drinks und habe auch schon verzweifelten Einheimischen mit Wasser ausgeholfen).
9. Weil ich bisher weder im Tiefsand noch im Schlamm oder bei Wasserdurchfahrten stecken geblieben bin.
10. Weil er einen Doppeltank hat, mit dem ich Strecken von über 1000 km zurücklegen kann ohne nachzutanken.
Ich habe weder eine Autovermietung noch bekomme ich Rabatt bei einer. 😄
Und Markus hat weitere Gründe genannt.
Gruß:
Burschi 😉 😛
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
petersa74 Beiträge · seit 201703. Aug. 2017 · #11Hallo 0815,
vielleicht sind ein paar mehr Infos hilfreich. Wie lange wollt ihr denn Namibia genießen? Manchmal gibt das Budget die Möglichkeiten vor. Ältere Leute sind oft in der Lage ein paar Euros mehr auszugeben. Ich hoffe deine Großeltern gehören dazu.
Ich persönlich glaube der Zeitpunkt eurer Reise spielt eine wichtigere Rolle als die Größe des Autos.
Können Oma und Opa die Hitze ab?
Was interessiert die Beiden besonders? Landschaft? Natur? Tiere? Meer?
Denke , Autofahrten im Bereich 7-10 Std sollten vermieden werden. Also, so wie auch schon einige geschrieben haben, kürzere Fahrzeiten wählen und immer min 2 Übernachtungen einplanen. In den Parks würde ich Quartiere empfehlen in denen ihr auch mal von der Terrasse aus was sehen könnt. Wird den Beiden sicherlich gefallen mit dir ein Gläschen zu trinken, den Tag Revue passieren zu lassen und nebenbei vielleicht noch was schönes zu sehen.
Du kannst ja mal deine / eure Vorstellungen etwas präzessieren.
Gruß
Peter
PS: ich habe 4 Enkel und muss mich um unsere Afrikareisen immer selbst kümmern. Kann man dich adoptieren? 🙂
piscator1'483 Beiträge · seit 200903. Aug. 2017 · #12Guten Abend 0815,
ich möchte die dDskussion eigentlich nicht zu einer Autodiskussion machen, denn das war nicht dein Hauptanliegen. Burschi hat eine ganze Reihe guter Argumente aufgezählt. Ich möchte eines vertiefen: Aus dem Auto heraus hast du bei Tierbeobachtungen eine höhere Position. Das kann im Etosha von Vorteil sein. Ich bin selbst ein 70+ler und kann in einen Hilux bequem einsteigen. Wenn nicht, würde ich mir Gedanken machen!.
Zudem ist der Hilux bei normaler Fahrweise ein recht sicheres Fahrzeug.
Bei so einer Reise sollte der etwas höhere Preis auch drinliegen.
Gruß Piscator