Touristen in Etosha...

32 Antworten · 5'731 Aufrufe · gestartet 02. Aug. 2017 von travelNAMIBIA
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5'538 Beiträge · seit 200802. Aug. 2017 ·
TinuHH schrieb: Wobei ich von Menschen, die im täglichen Leben ernst genommen werden möchte, erwarte, dass sie den Unterschied zwischen einem Guide und einem Touristen erkennen können. Einfach unreflektiert nachmachen zeugt nicht von viel zwischen dem rechten und linken Ohr.

Das verstehe ich nicht. Es macht doch keinen Unterschied, ob ich einem Guide etwas nachmache oder einem Touri. Oder willst Du damit sagen, dass nach dem alten römischen Grundsatz: Ouod licet Jovi, non licet bovi*) ein Guide aussteigen darf?
Ironiemodus ein: Wird der von den Tieren denn als Respektperson anerkannt und deshalb nicht angegriffen. Ironiemodus aus.

Sehr nachdenkliche Grüße aus dem Rheinland
Gerd

*) Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Rindvieh noch lange nicht erlaubt.
zuletzt bearbeitet 02. Aug. 2017
4'142 Beiträge · seit 200903. Aug. 2017 ·
Hallo Jessy,
an den sogenannten "Picnic Spots" mit den Toiletten darfst du natürlich aussteigen. Die oft niedergetretenen Zäune schützen dich ja und die meist nicht funktionierenden "Toiletten" helfen dir bei der Erleichterung und wenn du auf der Bank schnell mal einen Happen essen willst, macht dir das herbeigewehte Toilettenpapier und der Duft ganz besonderen Appetit. 😛 🤩 😄
Diese Orte werden ja schließlich mit viel Liebe gepflegt! 🤢
Burschi 😉
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
246 Beiträge · seit 201503. Aug. 2017 ·
jazzica schrieb:

Aber an diesen offiziellen Picknick Spots im Park darf man schon noch aussteigen oder? Weil sicherer als sonstwo im NP ist es da ja auch nicht wenn man sich die kaputten Zäune anschaut.

Hallo Jessy,
ich versuche es mal ohne Ironie, auch wenn Du die Frage eigentlich selbst schon beantwortet hast: Natürlich darfst Du dort aussteigen, d.h. von der Parkverwaltung oder einer sonst zuständigen Behörde hast Du nichts zu befürchten. Helfen tut Dir das nur nichts, denn der Löwe stört sich nicht an dem Betretenverbot für seine Art.
Wir sollten uns auf dem Platz wegen der defekten Toiletten auf Anweisung unserer Tourguides in die Büsche dahinter schlagen und fanden dort etwas Löwenfell. 😉
Gerd1942 schrieb:
Das verstehe ich nicht. Es macht doch keinen Unterschied, ob ich einem Guide etwas nachmache oder einem Touri. Oder willst Du damit sagen, dass nach dem alten römischen Grundsatz: Ouod licet Jovi, non licet bovi*) ein Guide aussteigen darf?
Ironiemodus ein: Wird der von den Tieren denn als Respektperson anerkannt und deshalb nicht angegriffen. Ironiemodus aus.

Sehr nachdenkliche Grüße aus dem Rheinland
Gerd
Hallo Gerd,
das ist tatsächlich so. Die Guides sind ermächtigt, die Fahrzeuge zu verlassen. Unser Guide stieg sogar aus, um Selbstfahrertouristen ordentlich die Leviten zu lesen. Als wir ihn auf diesen Widerspruch ansprachen, erzählte er uns, dass er als lizensierter Guide berechtigt sei, den Wagen nach eigenem Ermessen zu verlassen. Eigenverantwortliches Risiko und die (abstrakt sicher nicht falsche) typisierende Betrachtung seitens der Behörden, dass Guides die Situation besser einzuschätzen vermögen.

P.S.: Dass es auch idiotische Guides gibt, soll dabei unbestritten bleiben.

Grüße,
Flotho
1'042 Beiträge · seit 201603. Aug. 2017 ·
Hallo Jessy,
jazzica schrieb:
Christian ich habe gerade ein Deja-Vu denn fast 1:1 ist uns das auch passiert. Standen mit drei Autos mit gebührendem Abstand von einer Elefantenherde entfernt die gerade die Straße überquert hatte. Ein paar Sekunden später kam ein Safarifahrzeug mit Schickimicki Touristen an uns vorbei gebraust und stellt sich nicht mal 3 Meter entfernt quer vor die Herde, so damit wir gar nichts mehr sahen. Er ließ sogar Leute aussteigen damit die ihr "perfektes" Foto schießen können. Als ich das abends am Gate berichtete interessierte es niemanden getreu dem Motto: "Is mir doch Wurscht was die da machen"
Das ist ja typisch deutsch. Nur weil es verboten ist muss man am Gate doch deswegen keine Meldung machen. Wenn der Mensch im Etosha keine Gefahr für die Tiere darstellen würde, dann wäre es mir um die Menschen auch relativ egal. Wer sich in Gefahr begibt kann dabei umkommen, da möchte ich nicht nur nicht zusehen dabei.
Man sollte dann nur nicht den Tieren die Schuld geben.

Es ist auch kein Etosha spezifisches Problem, die Rücksichtslosigkeit nimmt zu und Verbote werden gerne missachtet, selbst wenn diese sinnvoll sind. Ich habe es schon erlebt, dass ein Guide auf einer Canyon Tour eine Touristin mehrfach ermahnte nicht zu nahe an die Abbruchkante zu laufen, die tat das dennoch immer wieder. Irgendwann sagte der Guide entnervt, dass Sie ja gerne in den Canyon fallen darf, wenn sie das unbedingt möchte, ABER nicht auf seiner Tour! 😄

Ein Schild betreten verboten oder tausend Warnschilder helfen nichts, wenn die Einsicht fehlt.
jazzica schrieb:
Ich wurde sogar schon von Guides fotografiert inklusive Kennzeichen weil ich wirklich mal aussteigen musste um meinen Reifen kurz aufzupumpen, weil ich den nicht mitten im NP wechseln wollte und es irgendwie noch nach Halali schaffen wollte.
Und was waren die Konsequenzen? Parkverbot? Musstest Du Dich überhaupt rechtfertigen?
Wir lagen zu dritt unter einem Auto (ich nur als Helfer, wir hatten kein Problem) und haben da den Zusatztank provisorisch befestigt, weil der auf den Boden gefallen war. Der "Pannendienst" war schon lange gerufen, da kam aber niemand. Der erste Guide der vorbei kam meinte nur: "You are not supposed to leave the car!"

Ich fand den in der Situation weniger witzig. Klar muss der sich um seine Touristen kümmern und braucht auch nichts helfen, aber dann kann er wenigstens einen einfach in Ruhe arbeiten lassen ohne schlaue Sprüche von sich zu geben.

Solange noch gefühlt mind. 1 bar in den Reifen sind würde ich weiter fahren bis zum nächsten Picknick Spot oder besser noch zum nächsten Camp. Das kann aber auch sehr weit sein... Die Frage stellt sich halt irgendwann ob es nicht sicherer ist an einer gut übersichtlichen Stelle den Reifen doch zu wechseln, wenn er massiv Druck verliert, anstatt dauern nach zu pumpen und womöglich an einer total unübersichtlichen Stelle doch liegen zu bleiben?!?
jazzica schrieb:
Aber an diesen offiziellen Picknick Spots im Park darf man schon noch aussteigen oder? Weil sicherer als sonstwo im NP ist es da ja auch nicht wenn man sich die kaputten Zäune anschaut.
Ja da darf man aussteigen. Da sind auch Tische und Bänke und nicht einmal jeder Picknick Spot ist überhaupt von einem Zaun umgeben, nicht einmal einem kaputten. Den einen Spot (ich glaube es ist der oberhalb vom Wasserloch Goas) lasse ich deswegen auch ganz sicher aus, da ist die Gegend gut bewachsen und man fühlt sich völlig unsicher, selbst wenn man auch nur ganz dringend kurz Wasser weg bringen muss.

Gruß Markus
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200603. Aug. 2017 ·
Hi Flotho,
das ist tatsächlich so. Die Guides sind ermächtigt, die Fahrzeuge zu verlassen. .. erzählte er uns, dass er als lizensierter Guide berechtigt sei, den Wagen nach eigenem Ermessen zu verlassen.
das ist ganz ganz großer Unsinn was der Mann/Frau Euch aufbinden wollte. Ein "Guide" ist nicht mehr oder weniger als jeder von uns, da es in Namibia noch keine pflichtmäßige Ausbildung oder Registrierung/Lizenzierung für Guides gibt.

Wer aussteigen darf sind Angestellte des Umweltministeriums. Es gibt ansonsten für niemanden laut Parkordnung einen berechtigten Grund außerhalb der Rastlager/Toiletten/Picknicksites auszusteigen - weder Druck auf der Blase, noch ein platter Reifen oder sonstwas.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'042 Beiträge · seit 201603. Aug. 2017 ·
travelNAMIBIA schrieb:
Wer aussteigen darf sind Angestellte des Umweltministeriums. Es gibt ansonsten für niemanden laut Parkordnung einen berechtigten Grund außerhalb der Rastlager/Toiletten/Picknicksites auszusteigen - weder Druck auf der Blase, noch ein platter Reifen oder sonstwas.
Hallo Christian,

und was macht man wenn man einen platten Reifen hat? Auf der Felge weiter fahren?

Danke,
Gruß Markus

Edit: Frag am Gate nach was man macht, wenn man eine Reifenpanne hat... Du wirst Dich über die Antwort wundern...
zuletzt bearbeitet 03. Aug. 2017
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200603. Aug. 2017 ·
Hi Markus,
und was macht man wenn man einen platten Reifen hat? Auf der Felge weiter fahren?
korrekterweise warten bis ein MET-Mitarbeiter vorbei kommt (ja, das habe ich schon erlebt). Ansonsten aber vielleicht andere Autos anhalten, dass sie Ausschau halten, während man wechselt. Ich denke nicht, dass man dann eine Strafe in einem solchen Fall erwarten kann. Verboten bleibt es dennoch, denn gibt man den kleinen Finger (=erlaubt Reifenwechsel), nehmen sie die ganze Hand (=steigen aus allen möglichen Gründen aus)

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 03. Aug. 2017
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200603. Aug. 2017 ·
Hi zusammen,

Hitradio Namibia hat dazu gerade eine aktuelle Meldung:
"Die Nicht-Einhaltung von Parkregeln in den staatlichen Schutzgebieten des Landes stellt ein großes Problem dar. Dies bestätigte der Pressesprecher des Umweltministeriums auf Nachfrage gegenüber Hitradio Namibia. Demnach verhänge man Geldstrafen, wenn ein Ministeriumsmitarbeiter eine Missachtung von Regeln sehe. Man sei aber vor allem auch auf die Hilfe der Parkbesucher angewiesen. Diese können Vergehen jederzeit Mitarbeitern des Umweltministeriums melden. – In den vergangenen Tagen waren vermehrt Fotos aufgetaucht, die Touristen beim Aussteigen im Etosha-Nationalpark gezeigt haben. "

Hinweis: Vergehen an das MET melden. Es bringt nichts mit der Rezeptionistin von NWR darüber zu plaudern.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
4'132 Beiträge · seit 200803. Aug. 2017 ·
Schwere Verstöße gegen Verbotenes beim Office zu melden, ist nicht typisch deutsch, das ist weitsichtig!

Markus615 schrieb:
„Wenn der Mensch im Etosha keine Gefahr für die Tiere darstellen würde, dann wäre es mir um die Menschen auch relativ egal. ... Man sollte dann nur nicht den Tieren die Schuld geben.“
Das ist ein wenig naiv und zu kurzsichtig gedacht: Denn letztlich wird den Tieren die „Schuld“ gegeben! Sie sind es nämlich, die zu Problemtieren erklärt und abgeschossen werden!!

Man ist nun einmal nicht berechtigt, den Wagen zu verlassen, basta.
Und warum sollte ein Guide einen fehlenden Touristen nicht darauf hinweisen? Auch wenn er kein angenehmer Typ ist und unfreundlich und ein Spinner...
Man stelle sich nur vor, er würde es nicht tun?
Wenn dann etwas passiert, ist das Geflenne groß: "...ein Guide hatte es sogar gesehen und hat mich nicht gewarnt..."


Früher ging es auch ohne die Picknick-Spots, man kann doch in den Rastlagern auf Toilette. Allerdings dürften diese ekeligen Plätze gern endlich mal vernünftig gewartet werden – das ist der Verwaltung ja seit langem bekannt!

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1'680 Beiträge · seit 200703. Aug. 2017 ·
lilytrotter schrieb:Schwere Verstöße gegen Verbotenes beim Office zu melden, ist nicht typisch deutsch, das ist weitsichtig!

Markus615 schrieb:
„Wenn der Mensch im Etosha keine Gefahr für die Tiere darstellen würde, dann wäre es mir um die Menschen auch relativ egal. ... Man sollte dann nur nicht den Tieren die Schuld geben.“
Das ist ein wenig naiv und zu kurzsichtig gedacht: Denn letztlich wird den Tieren die „Schuld“ gegeben! Sie sind es nämlich, die zu Problemtieren erklärt und abgeschossen werden!!
nicht nur das, aussteigende Touristen geben Anlass für Überlegungen keinerlei Selbstfahrer mehr zuzulassen (im Kruger, aber auch Etosha) - guided drives bringen nun mal mehr Geld ein, als Selbstfahrerei, da kommt jeder Grund die Selbstfahrerei zu beenden gerade recht.

Im Kruger bzw SAN Parks ist zudem jeder Besucher aufgefordert Regelverstösse zu melden, egal ob Aussteigen, aus dem Wagen hängen, auf dem Dach sitzen, Vögel und sonstiges Getier zu füttern, Müllentsorgung im Busch etcpp - die Annahme, das Melden sei typisch deutsch, ist typisch deutsch
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
44 Beiträge · seit 201303. Aug. 2017 ·
dino schrieb:Das sind bestimmt Birdwatcher 😛

Anwesende Birdwatcher bitte ich natürlich um Verzeihung, aber wir hatten mal sowas bei einer Leopardensichtung. 6 Autos. Alle gucken zum Leo, nur die Birdwatcher in einem Wagen gucken in eine ganz anderer Richtung auf einen kleinen Vogel 😉 Leider kein Foto gemacht.
Und was ist ist daran schlimm?
Ich muss hingegen schmunzeln, wenn wir auf den kleinen Vogel gucken, jemand fragt und dann enttäuscht davon zieht.
Viele Grüße
gr
727 Beiträge · seit 200803. Aug. 2017 ·
Gr schrieb:Und was ist ist daran schlimm?
Garnix. War ja auch nicht böse gemeint. Dieses Foto hat mich nur sofort an diese Situation erinnert. Die Birdwatcher waren so vertieft in ihren "Geier", dass sie den Leoparden nicht gesehen haben (oder er sie tatsächlich nicht interessiert hat).

Aber das macht das Problem deutlich. Wenn man was interessantes sieht, vergisst man schnell alles um sich herum. Dann sieht man auch mal den Löwen nicht, der offen auf der Strasse liegt. Natürlich gibt es Leute, die einschätzen können ob Aussteigen gerade machbar ist oder nicht. Leider gibt es dann gleich sofort Nachahmer, die eben nicht wissen was sie tun.

Konsequenz: Man kann es nur allen verbieten.
zuletzt bearbeitet 03. Aug. 2017
568 Beiträge · seit 201403. Aug. 2017 ·
Wobei die "birder" wenigstens nur abgelenkt sind...
Das wirkt sich zwar auf das eventuelle Ergebnis nicht aus, schlimmer finde ich jedoch was Anderes:
Der Zoo-Rummel um das Okaukejo-Wasserloch etc. senkt generell die Hemmschwelle.
Das Wildtier wird als Pflichtangebot des Reiseveranstalters wahrgenommen, nicht als Wildtier.
Damit nimmt der ganze Wahnsinn seinen Lauf:
Anspruchsdenken, Versicherung, Rechtsanwalt...
"Die werden mir schon einen schönen Schadenersatzanspruch aus dem verlorenen Bein konstruieren..."

Sorry, ganz ohne Sarkasmus kann ich das nicht mehr mit ansehen.
Wie bemerkte schon Cicero: "o tempora o mores" (Oh Zeiten, oh Sitten, als die Römer ähnlich degenerierten...)