Bettelnde Straßenkinder

106 Antworten · 15,5k Aufrufe · gestartet 19. Jan. 2017 von piscator
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7’334 Beiträge · seit 200626. März 2026 ·
makis schrieb:Sie sind NICHT ohne "Supervision and Support". Die Erwachsenen halten sich im Hintergrund, weil die Mitleidsmasche bei Kindern besser zieht, je juenger, je besser.

NIEMAND sollte darauf hereinfallen und den Kindern Geld geben.

Es ist auch ein Teufelskreis. Die Kinder gehen nicht zur Schule und wenn sie erwachsen sind, können sie weder lesen, noch schreiben oder rechnen. Dann klappt die Bettelei nicht mehr so gut und es bleiben wenig Optionen. Anstrengende Knochenarbeit auf dem Feld für geringen Lohn, gelegentliche Diebstähle oder sie schicken wiederum ihre eigenen Kinder zum Betteln.

In Länder wie Eswatini, Malawi oder z.T. auch Zambia mit hohen AIDS-Raten sieht es nochmal komplizierter aus. Da gibt es so viele AIDS-Waisen, denen tatsächlich keine andere Möglichkeit bleibt.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
266 Beiträge · seit 202527. März 2026 ·
Diese Kinderplage aus Angola ist nun auch zurück in Swakopmund.
Mit zumeist geschnitzten Löffeln belästigen sie Autofahrer an Ampeln und Parkplätzen, und bringen sich selbst in Gefahr.

Auch belästigen sie Fußgänger nachts hinter dem Museum.

Es laufen bereits massive Beschwerden.
16,9k Beiträge · seit 201207. Mai 2026 ·
Angolan children on Namibia’s streets: silence is not a strategy

Angolanische Kinder auf Namibias Straßen: Schweigen ist keine Strategie

Die zunehmende Präsenz angolanischer Kinder an Ampeln, Einkaufszentren, Restaurants und Kreuzungen in Windhoek und anderen Städten ist nicht mehr zu übersehen. Was anfangs von vielen Anwohnern mit Verständnis betrachtet wurde, hat sich mittlerweile zu wachsender Frustration in der Öffentlichkeit, sozialen Spannungen und offener Feindseligkeit entwickelt.
...
Die Anwesenheit dieser Kinder ist zunehmend Teil des städtischen Alltags geworden. An Ampeln sieht man häufig Kinder, die sich an Fahrzeuge heranmachen und um Geld, Essen oder Hilfe bitten. In Einkaufsstraßen halten sie sich in der Nähe von Eingängen auf. In Restaurantvierteln klagen Geschäftsleute und Gäste immer häufiger über Belästigungen, Unbehagen und aufdringliches Betteln. ...



LG
Logi
2 Beiträge · seit 202613. Mai 2026 ·
Ist es eigentlich sinnvoll den Kindern Essen/Trinken zu geben, statt Geld?
537 Beiträge · seit 202013. Mai 2026 ·
Sonny05 schrieb:Ist es eigentlich sinnvoll den Kindern Essen/Trinken zu geben, statt Geld?
Nein. Erstens wollen sie kein Essen, und zweitens bestätigt man sie damit weiter in ihrem Tun.
70 Beiträge · seit 202203. Juni 2026 ·
Moin zusammen,

dieses interessante Thema habe ich gerade erst entdeckt. Als wir 2023 von Swakopmund aus durchs (zu dem Zeitpunkt sehr trockene) Damaraland gefahren sind, standen des öfteren Kinder an der Straße, die mit leeren Wasserkanistern gewunken haben. Wir haben das nicht als Bettelei angesehen; da wir unser Wasser aber selbst brauchten und keine "Abgaben" eingeplant hatten, konnten wir den Kindern nichts geben.
Kennt das jemand? Ging es denen wirklich ums Wasser, ober steckt dahinter auch eine Masche?

Gruß

D70
1’724 Beiträge · seit 200719. Aug. 2026 ·
Wenn man die Beschreibung dieser Lebensumstände liest, muss man starke Zweifel bekommen, ob es diesen Kindern in Angola wirklich schlechter ginge. Da muss mehr dahinter sein. 
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
266 Beiträge · seit 202520. Aug. 2026 ·
@ Pollux

Habe das in Swakopmund über einige Monate hinweg beobachtet. Was hier abläuft ist sog. Child Trafficking.

Die Kinder werden von Erwachsenen im Hintergrund zum Betteln bzw. Verkaufen vorgeschickt, vermutlich gezwungen.

Sie stehen sogar nachts um 0.00 Uhr hinter dem Museum, aber betteln dann "give me food". 

Auf dem Parkplatz vom W+B Baumarkt haben sie sogar Zweijährige vorgeschickt, die jeden ansprachen: Give me one Dollar. 

Jeder der denen Geld gibt macht sich m.M. nach mitschuldig. Und sie gehen gezielt nur Europäer an, die sie als Opfer auserkoren haben.

Das ist eine Plage, denn sie rennen auf Kreuzungen herum. Man stelle sich vor, eines der Kinder gerät einem unter die Räder. Dann hat man ungeachtet der Schuld erst einmal möglicherweise einen Knastaufenthalt.

1’724 Beiträge · seit 200720. Aug. 2026 ·
Erinnert an Oliver Twist von Charles Dickens.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
7 Beiträge · seit 202630. Sept. 2026 ·
Hallo zusammen,

wie verhalten wir uns in solchen Situationen richtig? Gerade wenn sich Kinder oder auch Erwachsende vor das Auto stellen sollten bzw. den Fahrweg blockieren?
Grundsätzlich haben wir kein Problem, jemanden eine Flasche Wasser zu überlassen... Wenn es sich jedoch um eine "Masche" handelt, wollen wir dies natürlich auch nicht unterstützen.. 

Und wie sieht es außerhalb der großen Städte aus? Kommt es hier auch zu Begegnungen mit bettelnden Personen?

33,3k Beiträge · seit 200630. Sept. 2026 ·


Flo304 schrieb:wie verhalten wir uns in solchen Situationen richtig? Gerade wenn sich Kinder oder auch Erwachsende vor das Auto stellen sollten bzw. den Fahrweg blockieren?

Die stellen sich ans Auto, aber nicht davor. 

Flo304 schrieb:Und wie sieht es außerhalb der großen Städte aus? Kommt es hier auch zu Begegnungen mit bettelnden Personen?

Nein, nur in Ausnahmefallen an touristischen Highlights.

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101 Beiträge · seit 202502. Okt. 2026 ·
Leider kann ich die vorangehende Antwort nicht voll bestätigen. Vielleicht  waren unsere Erlebnisse auch Einzelfälle.


Im Dezember mussten wir zwischen Opuwo und Epupa mitten in der Pampa kurz wegen einer Senke stoppen. Da sprang ein Junge vor unser Auto. Er wollte einfach nicht weg gehen. Wir hätten ihm tatsächlich etwas zu essen gegeben, aber es war alles im Kofferraum und wir trauten der Situation einfach nicht, so dass wir nicht aussteigen wollten.

Wir mussten immer wieder versuchen anzufahren, irgendwann gab der Junge auf.

Aber die Situation betrübte uns sehr und beschäftigte uns noch lange. Die Augen des Jungen bleiben in meiner Erinnerung. In der Folge hatten wir immer eine Kleinigkeit im Auto.

Ein anderes Mal saß ich alleine im Auto, als zwei Jungs kamen und anfingen an der Windschutzscheibe zu wischen. Obwohl ich klar und deutlich mehrfach nein sagte, machten sie weiter. Mein Mann konnte nur mit Mühe und Not einsteigen.

Er musste die inzwischen 4 Jungs regelrecht wegschubsen. 

Wir versuchen solche Situationen zu vermeiden, aber die Kinder kamen aus dem Nichts.

Es hinterlässt bei uns  immer Emotionen, mit denen wir nicht so recht umgehen können. Es macht einfach was mit uns.

VG 

zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2026
33,3k Beiträge · seit 200602. Okt. 2026 ·


Secret schrieb:In der Folge hatten wir immer eine Kleinigkeit im Auto.

Niemals das machen, niemals irgendeinem Bettler was geben. Auch keinen Kleinigkeit oder sonst was. Sonst wird es leider immer schlimmer. Das ist nicht meine persönliche Einstellung, sondern entspricht auch den Empfehlungen staatlicher Stellen im Land.

Viele Grüße

Christian 

Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
634 Beiträge · seit 202402. Okt. 2026 ·
@ Secret,

eine meiner meistgehassten neuzeitlichen Ausdrucksweise....es macht etwas mit einem..  

Ja was denn, hast du Durchfall bekommen? 

Mit mir macht die Aussage " immer eine Kleinigkeit im Auto", zum Hinausreichen scheinbar, auch etwas. Und zwar muss ich aufpassen, dass ich vor lauter Kopfschütteln kein Schleudertrauma erleide.

Dieses Verhalten führt dazu  das bei keinem "Hinausreichen" Steine auf dein Auto prasseln. Nicht selten schon im Kaokoveld vorgekommen. Mir leider auch, aber zum Glück nur Fehlschüsse.

Aber bei der ganzen Menschenliebe der so guten Touristen aus EU wird das Problem garantiert größer. 

Manchmal könnte man sich wünschen,  das die Leute dann mit einer eingeschossenen Seitenscheibe ihre restlichen Campingtage verbringen müssen 

In dem Sinne.

VG 

zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2026
146 Beiträge · seit 200602. Okt. 2026 ·

Kann ich genauso bestätigen, ist uns gerade im letzten Dezember bei Omaruru passiert. Wir bogen von der C33 auf die D2315 Richtung Erongo Mountains ab. Beim Township winkte eine Gruppe Kinder sehr fordernd, handaufhaltend und wollte, dass wir anhielten, wir sind natürlich wie immer weitergefahren.

Da sehe ich im Seitenspiegel, wie sie sich schon nach Steinen bücken uns anfangen, diese nach uns zu werfen (ich war schnell genug). Das sind  genau die Ergebnisse von „gut gemeint“ (was ja meist nicht „gut gemacht“ bedeutet).

2’474 Beiträge · seit 200602. Okt. 2026 ·
Wir haben das dieses Jahr oft im Caprivi erlebt - Kinder riefen "Sweets, sweets" und da wir darauf nie reagieren, wurde mit Steinen nach dem Auto geworfen. Dieses Verhalten haben die Touristen den Kids leider anerzogen. Kann mich an einige Threads in der Vergangenheit erinnern, in dem diskutiert wurde, ob man und welche Süßigkeiten man verteilen sollte.🙄
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
101 Beiträge · seit 202502. Okt. 2026 ·
Grundsätzlich bin ich auf eurer Seite, nämlich nichts geben. Wir haben und wollen ja nichts geben, aber die Situation war wirklich schlimm. Wir waren sehr ratlos und versuchten einiges um an dem Jungen vorbeizukommen, überfahren geht ja nicht. Er hing förmlich an der Motorhaube.

Auch Gefühle wie Ärger, Angst, Traurigkeit, Ratlosigkeit usw. kann man nicht einfach abschütteln, auch wenn ich deswegen nicht gleich in die Hose mache bzw. gar nicht mehr aus dem Haus gehe. Leider gehören solche Erfahrungen auch zu einer Reise dazu. 

Die Kleinigkeit im Auto ist tatsächlich nur für richtige Notsituationen gedacht. Vielleicht wurde ich hier missverstanden. Ich gebe lieber Wasser als dass noch etwas passiert.

Außerdem wollte ich mit meinem Beitrag,  entgegen der Aussage von Christian nur schildern, dass die Bettelei überall passieren kann und die Kinder nicht nur neben dem Auto stehen.

@R51: Kannst dich wieder entspannen, ich bin von Natur aus sehr konsequent und sogar sehr darauf  bedacht alles richtig zu machen. 

 Vielleicht hilft die Diskussion ja anderen, die sich nicht zurückhalten können.

Es ist schon richtig so, dass man sich vorher mit so einer Möglichkeit auseinandersetzt und dann vielleicht leichter reagieren kann. Nicht immer kann man einfach Gas geben und weg ist man. 

VG


zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2026
634 Beiträge · seit 202402. Okt. 2026 ·
Hi Secret....

Nun ist der Blick auf Konsequenz recht unterschiedlich. Meinst du die Konsequenz aus den 80er Jahren oder die aus 2026? 

Ich handle nach der Konsequenz der 80er. Bis jetzt hat Mimik, Gestik, Tonlage ausgereicht, das die Gören und sonstige Typen Abstand gehalten haben....

Leider muss man diese Konsequenz öfter anwenden, wenn irgendwelche Jungendlichen am Kotflügel und Motorhaube meines Autos lümmeln und auf mich warten. 

Obs nun richtig oder falsch ist? Mir egal, so bin ich nun mal.

Edit: um es bildlich zu erklären, was Konsequenz für mich ist. Es gibt keinen Notfall, wo ich eine Kleinigkeit geben müsste. 

VG 

zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2026