Trinkgelder in Tanzania

18 Antworten · 7'634 Aufrufe · gestartet 10. Dez. 2016 von ccc
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Themenstarter150 Beiträge · seit 201610. Dez. 2016 · #1
Hallo

Ich planne eine private (1 Person) 6-Tage Kilimanjaro-Besteigung und sollte 1 Guide, 1 Koch und 4 Träger haben.
Wie sieht es mit den Trinkgelder, wer und wieviel sollte bekommen?
Im Internet habe folgendes gefunden (pro Tag):

http://www.kilimandscharo-besteigung.de/trinkgeld/

Verantwortlicher Bergführer
USD 12–18 pro Tag

Assistenz-Bergführer
USD 8-12 pro Tag

Koch
USD 8-10 pro Tag

Waiter
USD 8-10 pro Tag

Träger
jeweils USD 5-7 pro Tag/Träger

Ist das korrekt?
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zuletzt bearbeitet 16. Dez. 2016
Themenstarter150 Beiträge · seit 201610. Dez. 2016 · #3
Herzlichen Dank picco.
Ich habe auch mein tanzanisches Reisebüro angefragt und diese Zahlen bekommen:

-$15 to $20 per chief guide
-$10 to $12 per assistant guide
-$8 to $10 per cook
-$6 to $8 per porter

Ich sollte mit ca. 350.- USD für Trinkgelder rechnen und das würde ca. 20% ausmachen, was ich für 6 -Tage Kili-Treck bezahle.:-)
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zuletzt bearbeitet 11. Dez. 2016
Themenstarter150 Beiträge · seit 201611. Dez. 2016 · #4
picco schrieb:Hoi ccc

Im Kilimanjaroforum findet man folgende Zahlen: Klick mich und scrolle etwas runter!
Gemäss diesen Link sollte ich 540.- USD für Trinkgelder ausgeben.
In den letzten Jahren sind die empfohlenen Trinkgelder rapid gewachsen und wenn so weiter geht, wird in ein paar Jahren 1000.- USD sein!

Es ist wirklich interessant, was die anderen lokalen Reisebüros in Arusha empfehlen, die auf Kilimanjaro Treks spezialisiert sind.
Hier ist die Antwort, die ich gerade bekommen habe:

>>>Normally as per park regulation you should go up with 5 people which means 3 porters , 2 guidesand 1 cook, because you , guide and cook are not allowed to carry a big luggage over 50 kg. And this is by law, to tip they normal range is about $2 - $5 per day and you have to tip them at the end of the trek on the last day, and you should give each individually and through guide or any one.<<<

Am Schluss weiss man nicht, wieviel man wirklich geben soll? 🙂
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zuletzt bearbeitet 11. Dez. 2016
1'166 Beiträge · seit 200811. Dez. 2016 · #5
Hallo allerseits,

was erhalten denn die Träger/Guides als Lohn und was kostet denn die Besteigung bei einer Agentur insgesamt? Vielleicht sollte der Preis einfach verdoppelt werden, sodass die Guides/Träger einen angemessen Lohn erhalten und dieser nicht vom Touri in Form des obligatorischen Trinkgeldes gezhalt werden muss. Diese Beträge haben mit Trinkgeld garnichts mehr am Hut, zumal es auch keine freiwillige Leistung mehr darstellt. Der Monatslohn dürfte in Tansania bei ca. 100 US$ liegen (schon klar, dass im Tourismus mehr zu verdienen ist). Wo ist da das Verhältnis.

Ich kenne jemand, die vor ca. 10 Jahren eine Besteigung gemacht hat. Sie berichtete, dass der Guide die halbe Tour lang über das Trinkgeld "reden" wollte. Sie hat ihn aber immer auf den letzen Tag vertröstet. Dieses Gebaren würde mir persönlich die ganze Besteigung vermiesen.

Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)
zuletzt bearbeitet 11. Dez. 2016
Themenstarter150 Beiträge · seit 201612. Dez. 2016 · #6
Hallo

Je mehr wir Trinkgeld geben, desto mehr wird bei dem nächsten Kunden gejammert.

Als ich eine private Safari in Tanzania machte, stand in der Unterlagen, die ich von der lokalen Agentur am Flughafen bekommen habe, dass ich dem Driver/Guide in einer Person 10.- USD Trinkgeld pro Tag geben sollte.
Natürlich war er damit nicht zufrieden, hat ständig gejammert, dass sein letzter Kunde im Trinkgeld von 400.- USD für 1 Woche gegeben hat. Schlussendlich gab ich ihm 30.- USD pro Tag, weil ich das nicht mehr ertragen konnte und die Reise geniessen wollte. Am liebsten hätte ich ihm das Trinkgeld am Schluss gegeben, aber er wollte pro Tag haben. Es war meine erste private Safari Reise und eigentlich weiss nicht, wie es bei diesen Safaris üblich ist?

Als ich in einer guten und teuren Lodge in Tarangire war, ein Einheimischer der in Restaurant serviert hatte, hat sich beklagt, dass er nur 50.- USD monatlich verdient. Ich schätze, in einem einfachen Camp wird weniger Lohn sein.
Der gesetzliche Mindestlohn in Tanzania sollte 135 000 TSH (ca. 60.- USD) in Monat sein, wird aber nicht immer eingehalten.
Hier sind sonst Mindestlöhne in verschiedenen Sektoren (last update 19-08-2016):

http://www.africapay.org/tanzania/home/salary/minimum-wages

Guide/Driver, der mit den ausländischen Touristen Safaris macht verdient 30 000.- TSH (ca. 14.- USD) , gewisse Agenturen zahlen sogar 40 000.- TSH (ca. 18.- USD) pro Tag. Der Lohn ohne Trinkgelder sieht verhältnismässig sehr gut aus. Dazu bekommt er noch Spesen, Versicherung, Kost und Logis und die Agentur bezahlt seine Telefonrechnungen, damit er mit seiner Famillie telefonieren kann.
Ein lokaler Guide/Driver ist in Tanzania ein Spitzenverdiener!
Warum im Internet für den Guide bis zu 25.- USD Trinkgeld pro Tag empfohlen wird, bleibt für mich unklar.
Wenn so weiter geht, wird uns bald bei einem 6-tägigen Kili Trek 1000.- USD Trinkgeld empfohlen, wobei viele anderen Tanzanier mit einem Lohn von nur 40.- bis 50.- USD monatlich auskommen müssen. 🙂

Träger (Porter) auf dem Kilimanjaro verdient 10 000 - 15 000 TSH und ein Koch 15 000 - 20 000 TSH pro Tag.
Ich verstehe auch nicht, warum ein Träger, der am schwersten arbeitet, am wenigstens Trinkgeld bekommen soll?
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zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2018
1'737 Beiträge · seit 201012. Dez. 2016 · #7
http://www.kiliporters.org/tipping_recommendations.phphttp://www.kiliporters.org/tipping_recommendations.php

Vielleicht hilft Dir obiger Link, Deine Gedanken zu sortieren.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
1'003 Beiträge · seit 200812. Dez. 2016 · #8
Hi,
komischer Ansatz!

Wieviel bezahlst Du denn dann noch an die Agentur (ungefähr) und wofür? Wenn Du die Crew eigentlich eh noch zu 1/2 bis 3/4 selbst bezahlen musst? Das hat mE nichts mehr mit Trinkgeld zu tun. Bei einem Tagesverdienst von USD 18 max wäre mE ein Trinkgeld von max USD 2 angemessen, alles andere ist Lohn und kein Trinkgeld. Folgerichtig sollte das Trinkgeld mE nicht mehr als 10-15% der bezahlten Gesamtsumme sein. Klingt jetzt blöd, aber dass der Veranstalter automatisch ein Trinkgeld mit in die Entlohnung einrechnet, ist mE einfach Verlagerung von Kosten an den Kunden.
Ich kann verstehen, dass sowas den ganzen Spass verdirbt. Da wäre es mir zB lieber, der Preis beim Veranstalter wäre etwas höher, die würden den Jungs ein angemessenes Gehalt zahlen und ich kann am Ende guten Gewissens ein Trinkgeld geben, wie ich es angemessen finde. Trinkgeld wärend der Tour gäbe es bei mir nicht.

Gruss
Christian
7'296 Beiträge · seit 200612. Dez. 2016 · #9
... vor 20 oder 30 Jahren konnte man noch einfach so für sich selbst auf den Kilimanjaro steigen.
Heute benötigt man Guide, Koch und drei Träger, es kostet 'nen Haufen Geld und sogar das Trinkgeld wird nun vorgeschrieben.

Ich bin 2009 rund um den Kilimanjaro geradelt, aber das Aufsteigen wurde mir durch diese Regelungen vermiest.
Zum Preisgefüge in der Region: Wir haben zu zweit für 1,50 Euro übernachtet, für 50 Cents Frühstück bekommen und für 'nen Euro am Abend warmes Essen mit Nachschlag, bis man satt war.

Die Preise für den Aufstieg fand ich für unsere Verhältnisse schon teuer. Zu den dortigen Preisen passt es gar nicht mehr und wenn die Trinkgelder schon festgelegt sind und eingefordert werden, dann ist das Teil der Bezahlung. Die Menschen in der Gegend kennen normal überhaupt kein Trinkgeld.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter150 Beiträge · seit 201612. Dez. 2016 · #10
Yep, muss ich Dir Recht geben.
Mit dem vorgeschreiebenemTrinkgeld von 540.- USD für nur 6 Tage Trekking vergeht wirklich die Lust was zu unternehmen und das ist wirklich kein Trinkgeld mehr, sondern sollte Teillohn oder Bestandteil von Lohn heissen.
Dies tut die Reisekosten explodieren und es heisst nicht umsonst, dass Ostafrika ein sehr teures Pflaster ist.
Für 540.- USD kann man schon 1 Woche Badeferien machen, inklusive Flug und Hotel, sogar "All Inclusive". 🙂
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zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2016
6'369 Beiträge · seit 201112. Dez. 2016 · #11
Hoi zämä
ccc schrieb:Mit dem vorgeschreiebenemTrinkgeld von 540.- USD für nur 6 Tage Trekking vergeht wirklich die Lust was zu unternehmen und das ist wirklich kein Trinkgeld mehr, sondern sollte Teillohn oder Bestandteil von Lohn heissen.
Vorgeschrieben ist überhaupt nichts, lies es bitte etwas genauer!
Das sind die Zahlen, die bezahlt wurden!
Und die Liste ist offensichtlich noch nicht fehlerfrei...

Ja, es müsste für unser Verständniss Teillohn oder so heissen und es wäre schön wenn es nicht Lohnbestandteil wäre.

Aber Fakt ist: Es ist Lohnbestandteil für die Leute, die ihre Gesundheit und teilweise sogar ihr Leben für die Besteiger riskieren!

Wenn Du Dir die Liste, die ich verlinkt habe, nicht nur oberflächlich anschaust siehst Du auch dass da noch Fehler drin sind.
Direkt oberhalb der von Dir betrachteten Liste stehen die Empfehlungen des Kilimanjaro Porters Assistance Project.
Demnach brauchst Du wenn Du alleine hochgehst einen Guide ($20-25 pro Tag), einen Cook ($12-15 pro Tag) und 3 Porter ($8-10 pro Tag), das ergibt pro Tag halt 56-70$ Tipp!
Also für 6 Tage 336-420$.
Das kommt halt zum Preis der Agentur dazu, weil die Agenturen für die 'Geiz ist geil'-Touris einfach zu tiefe Preise angeben, die dann mit den Tipps wieder relativiert werden!
Blöd, aber ist halt so, andere Länder, andere Sitten! 😉
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter150 Beiträge · seit 201612. Dez. 2016 · #12
picco schrieb:
Demnach brauchst Du wenn Du alleine hochgehst einen Guide ($20-25 pro Tag), einen Cook ($12-15 pro Tag) und 3 Porter ($8-10 pro Tag), das ergibt pro Tag halt 56-70$ Tipp!
Also für 6 Tage 336-420$.
Tatsache ist, dass die Agenturen den lokalen Guide mit ca. 14 -18 USD pro Tag entlöhnen, exklusive Spesen, Telefonrechnung etc. und davon kann die Mehrheit der Tanzanier nur träumen.
Verstehe nach wie vor nicht, warum der Guide $20-25 pro Tag nicht Trinkgeld, sondern zusätzlichen Top-Lohn bekommen soll?
Ich werde wahrscheinlich umgekehrt machen, die Träger bekommen pro Kopf mehr und der Guide weniger.:-)
LG und schöne Woche
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zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2016
7'296 Beiträge · seit 200612. Dez. 2016 · #13
ccc schrieb:
Träger (Porter) auf dem Kilimanjaro verdient 10 000 - 15 000 TSH und ein Koch 15 000 - 20 000 TSH pro Tag.
Ich verstehe auch nicht, warum ein Träger, der am schwersten arbeitet, am wenigstens Trinkgeld bekommen soll?

... "Anpacken" und schleppen kann jeder. Ein Guide oder Koch benötigt ein gewisses Wissen. Das macht den Unterschied.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200612. Dez. 2016 · #14
ccc schrieb:
Ich werde wahrscheinlich umgekehrt machen, die Träger bekommen pro Kopf mehr und der Guide weniger.:-)

... würde ich nicht so machen, eher einfach angleichen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter150 Beiträge · seit 201612. Dez. 2016 · #15
BikeAfrica schrieb:
... "Anpacken" und schleppen kann jeder. Ein Guide oder Koch benötigt ein gewisses Wissen. Das macht den Unterschied.
Gruß
Wolfgang
Ob wirklich jeder bis zu 50KG Ausrüstung so hoch schleppen kann, bleibt fragwürdig und vermute mit nur 4-7 USD pro Tag muss sehr hart verdientes Geld sein.
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7'296 Beiträge · seit 200612. Dez. 2016 · #16
... die Leute in den Dörfern schleppen beim Abladen von Lkws oft zwei Zementsäcke (je 50 kg) und bekommen pro Tag oft nur 1-2 Euro ...
Hart verdientes Geld ist es allemal. Das Leben in Afrika ist halt härter, als wir Touristen das so zu Kenntnis nehmen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
6'369 Beiträge · seit 201112. Dez. 2016 · #17
Hoi zämä

Sorry, aber die Einstellung die ich hier bei Dir ccc sehe versteh ich nicht!
Du gehst in ein fremdes Land und willst den dort ansässigen Menschen, die für Dich gearbeitet und ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben riskiert haben vorschreiben wie sie zu bezahlen sind...
Ich möchte mal sehen was in Deutschland, Österreich oder der Schweiz los wäre wenn das ein Afrikaner hier machen würde!
Auch wenn ich ebenfalls die Entlöhnung über den Tipp nicht toll finde pass ich mich dem Land an in das ich reise, auch bei Dingen die mir nicht gefallen oder ich reise nicht in so ein Land.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter150 Beiträge · seit 201612. Dez. 2016 · #18
picco schrieb:
Sorry, aber die Einstellung die ich hier bei Dir ccc sehe versteh ich nicht!
Du gehst in ein fremdes Land und willst den dort ansässigen Menschen, die für Dich gearbeitet und ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben riskiert haben vorschreiben wie sie zu bezahlen sind...
Ich möchte mal sehen was in Deutschland, Österreich oder der Schweiz los wäre wenn das ein Afrikaner hier machen würde!
Auch wenn ich ebenfalls die Entlöhnung über den Tipp nicht toll finde pass ich mich dem Land an in das ich reise, auch bei Dingen die mir nicht gefallen oder ich reise nicht in so ein Land.
Hoi Pico

Trinkgeld sollte als eine extra Belohnung für hohes Engagement, eine besonders zuvorkommende Behandlung und für aussergewöhnliches Wissen gegeben werden. Nicht dafür, dass jemand seine Arbeit leistet.
Kein Gast sollte sich dazu verpflichtet fühlen, für schlechten oder unprofessionellen Service ein Trinkgeld zu geben.

Meiner Meinung nach Tringeld sollte zu einem durschnittlichen Einkommen in Afrika (10-15%) angepasst werden und nicht zu dem Betrag, was wir für die Reise bezahlen.

In den vielen Guidelines wird es Trinkgeld von $15 - $25 pro Tag, pro Person an den Reiseleiter empfohlen. Ich habe auch solche in Internet gefunden, die sogar $30 pro Tag empfehlen!
Andere Guidelines wieder empfehlen Tringeld von 10-20% der Reisekosten zu bezahlen, typisch American Way of Life.
Sechs Leute, wo jeder dem Guide $20 für 10 Tage Safari gibt, macht total $1200.- Tringeld . Das ist wirklich eine enorme Summe für die afrikanische Verhältnisse!
Bitte an einem armen Touristen denken, der alleine reist und nur $150 - $250 Trinkgeld geben kann.

Tatsache ist, dass Tanzanier kein Trinkgeld geben, also Anpassen zu Tanzania wäre gar kein Trinkgeld zu geben. 🙂
Andere Tatsache ist, dass die lokalen Guides von den Agenturen verhältnismässig sehr gut bezahlt sind!


Ich gebe gerne Trinkgelder. Ich habe schon vorher erwähnt, dass der Reiseleiter von mir 30.- USD pro Tag + Geschenke, wie schweizer Messer, Ricola und Schokoladen für seine Familie bekommen bekommen hat. Für 10-Tage Safari habe ihm 300.- USD zusätzlich zu seinem gar nicht bescheidenen Lohn gegeben, dh. 6 volle Monatslöhne von jemanden, der in einer Luxus Lodge für nur 50.- USD monatlich schuftet und den Touristen das Essen serviert. 🙂
Ich war erstes Mal dort, habe im Internet über Empfehlungen bis zu 25 - 30.- USD pro Tag gelesen, aber nachhinein denke ich, dass ich dem Guide zu viel gegeben habe.
Ich hoffe nur, dass wir dadurch die Branche, das Land und Leute nicht kaputt machen werden, wenn die Trinkgelder zu der afrikanischen Kultur gar nicht gehören.
Was würden wir über Afrikaner denken, die in Europa Trinkgelder von mehr als einem, X-fachen Durschnittslohn um sich herumschmeissen würden?

Vom Internet: http://www.safari-insider.com/tipps-news/reiseinfos-tansania-sansibar/

>>>Als Europäer sollte man sich im Klaren sein, dass das Trinkgeld auf alle Fälle angemessen für Tansania sein sollte – und nicht angemessen für unseren Teil der Erdkugel. In der Regel verdienen tansanische Arbeitskräfte im Hotelwesen 150 000 – 300 000 TSH; wer also sich bemüßigt fühlt, 1/10 des Monatslohnes (30 000 TSH) als Trinkgeld zu geben, zerstört mehr als er vermeintlich Gutes tun möchte.
Tansanier selbst geben kein Trinkgeld! Die Praxis des Trinkgeld-Gebens schwappte vom anglo-amerikanischen Raum über. Amerikaner geben üppig Trinkgeld, was die Europäer, die traditionell – auch in ihren Heimatländern – viel weniger Trinkgeld geben müssen, in Zugzwang bringt. Deshalb fallen die Trinkgelder in Tansania auch recht happig aus.
Trinkgeld an Leistung koppeln. Nur weil man in einem Entwicklungsland Urlaub macht, heisst nicht, dass verpflichtend Trinkgeld gegeben werden muss. Wer mit den Leistungen nicht zufrieden ist, sollte dies eindeutig zu erkennen geben und dementsprechend geringer das Trinkgeld ausfallen lassen (oder es überhaupt sein lassen).
Viele Einheimische nämlich glauben, dass Trinkgeld (tip) eine verpflichtende finanzielle Zuwendung der Touristen ist, die teilweise recht frech eingefordert wird, ohne dabei zu verstehen, dass Trinkgeld an Leistungen gekoppelt ist.
<<<

Ich möchte noch erzählen, was mir in Tanzania passiert ist. In einer Lodge habe einen Deutschen getroffen, der einfach zum Essen kam, weil er gerade in der Nähe arbeitete. Er lebt in Tanzania und ist mit einer Tanzanierin verheiratet. Er hat mich zu einem Bier eingeladen und erzählte, dass er pro Monat nur 1300.- USD verdient. Mir ist aufgefallen, dass er weder die Rechnung aufgerundet noch Trinkgeld gelassen hat. Ich schätze, er habe sich bereits an das afrikanische Leben vollkommen angepast. 🙂
Im Internet steht aber, dass in den Bars und Restaurants das Trinkgeld von 10% üblich ist. Manche Quellen empfehlen sogar 10- 15%, wie hier: http://www.tanzania-experience.com/blog/tipping-for-africa/
Übrigens mein Reiseleiter hat noch nie ein Trinkgeld irgendwo gegeben. Einmal assen wir unterwegs in einem kleinen lokalen Restaurant. Ich habe ihn gefragt was kosten würde und er hat mir gesagt, dass ich ihm nur $10 geben sollte. Er hat aber weniger als 10000.- TSH bezahlt und als er den Rest von 500.- TSH bekam, steckte sofort in seine Tasche. 🙂 Das ist Afrika!

Bitte nicht vergessen, dass viele Reiseleiter ein eigenes gutes Safari Auto besitzen, das in Afrika eine Stange Geld kostet, dazu ein eigenes Haus oder mehrere Häuser besitzen und sogar Personal für den Haushalt beschäftigen.
Ein Reiseleiter hat mir erzählt, er baut sogar ein Gasthaus in der Nähe von Mt. Kilimanjaro. 🙂


Anyway, ich würde Trinkgelder so verteilen:
1 Guide 6 x 8 = 50 USD (aufgerundet)
1 Koch 6 x 8 = 50 USD
4 Träger 6 x 4 x 10 USD = 240 USD
Total 340.- USD Zusatzlohn, ca. 20% meiner 6-Tage Kili Reise.
Obwohl gewisse Webseiten empfehlen, dass 10% sein sollte.

Ich habe schon vorher geschrieben, dass eine von der lokalen Kili Agenturen mir Trinkgeld von 2-5 USD pro Kopf empfolen hat.
Ich gebe gerne halt viel mehr, nur anders verteilt und gebe sowieso am Schluss der Reise persönlich, ohne das der andere sehen soll.
Sollte nach wie vor "Trinkgeld" heissen, ist "nice to have" und kein muss. 🙂
Die lokale Agentur hat mir auch geschrieben, falls ich mit dem Service nicht zufrieden wäre, sollte ich sein lassen und kein Trinkgeld geben.

Ein europäisches Reisebüro hat mir gerade ein Trinkgeld Vorschlag geschickt, der Reiseleieter sollte 25 - 30.- USD pro Tag bekommen dh. ich sollte insgesamt mit 540 - 660.- USD "Trinkgeld" rechnen.

1 guide 6 x 30 = 180.- USD
1 cook 6 x 20 = 120.- USD
4 portes 6 x 4 x 15 = 360.- USD
Total = 660.- USD "zusätzlichen Gehalt", ca. 35% meines Kili Treks.
Gefällt mir immer besser, da sollte ich meine bescheidenes "Trinkgeld" von nur 340.- USD (20%) stark überdenken, damit ich nicht als "geiziger Schweizer" eingestuft werde und nichts kaputt mache.

Wenn diese Entwicklung weiter so schnell nach oben steigt, werden wir bald "Trinkgelder" in der Höhe von 1000.- USD zusätzlich bezahlen. Ostafrika sollte noch mehr teuer werden, nur für reiche Touristen. Die ärmeren Touristen haben dort nichts zu suchen, sollen zu Hause bleiben, weil sie sich an das bestehende amerikanische System in Afrika nicht anpassen können. 🙂

Vielleicht gebe ich am Anfang meiner Kili Reise 330.- USD und genausoviel würde am Schluss versprechen, unter Voraussetzung dass das Trinkgeld kein Thema ist, damit meine Ruhe habe und nicht ständig gejammert wird.
Jemand hat mir mal erzählt, dass er das Trinkgeld Thema bei seiner ganzen Kili Reise ertragen musste, echt mühsam...
System ist sowieso verdorben, die Amis und Gäste aus dem westlichen Europa haben fleissig daran gearbeitet, von den Einheimischen nur als laufende Geldbörsen betrachtet zu werden. 🙂

Wenn ich ein Afrikaner wäre, würde genauso versuchen, die "klugen" weissen Touristen (Wasungus) bei jeder Gelegenheit abzuzocken.
Auf meiner Safari Reise veruschte mein Fahrer mit allen möglichen Tricks sein Einkommen stark aufzubessern.
Plötzlich aus dem Nichts ist ein Lastwagenchauffeur aufgetaucht, der quasi sein Portemonnaie verloren hätte und mein Fahrer hat ihm grosszügig das Geld gegeben. Übrigens dieser Lastwagenfahrer war ein älterer Herr, im Pensionsalter, sehr gut angezogen, glich eher einem Laden oder Restaurant Besitzer als einem Laster-Fahrer.
Anderes Mal haben wir falsch parkiert, da kam plötzlich ein Wächter mit dem Zettel und mein Fahrer bezahlen musste.
Einmal habe ich die Massai bei Vorbeifahren fotografiert, wir mussten anhalten und $5 bezahlen, damit sie das Auto mit den Steinen nicht bewerfen. Ausserdem haben wir immer wieder bei diesen teuren Touristen Läden angehalten, wo die Afrikaner niemals kaufen würden. Die Preise waren dort so angepasst, dass mein Fahrer eine Provision hinter meinen Rücken bekommen konnte.
Es half nicht einmal, dass ich ihm mehrmals gesagt habe, dass ich solche Touristenläden hasse. Er hat trotzdem dort angehalten, weil er z.B einen starken Kaffe brauchte. Interessanterweise wollte nicht, dass ich für diesen Kafee bezahle. Ich vermute die Fahrer bekommen den Kaffee gratis, wenn sie dort "Wasungus" bringen. Ich selber ass und trank aus Protest nichts, weil ich nicht interessiert war, solche überrissene Preise zu bezahlen.
Mein Reiseleiter erzählte mir auch Geschichten, dass ihm sein ehemaliger Kunde jeden Monat ungefähr 600.- Euro schickt, um 10 arme Kinder zu versorgen. Ach wenn das stimmt, bin überzeugt, dass nur ein Bruchtail davon ankommt.
Ich habe eben zu viel Gier gesehen und habe da meine ernsthaften Zweifel.
Ich würde nie einem Reiseleiter in Afrika das Geld für irgendwelche karitative Zwecke anvertrauen, no way!
Es gibt hunderte andere Möglichkeiten, um den Armen in Afrika zu helfen.
Das beste war, als er mich am Schluss zum Essen eingeladen hat und plötzlich sassen mit uns 5 seine Bekannte, die ich gar nicht kannte. Zum Glück habe dort nichts bestellt, konnte mich herausreden, dass ich Essen und Trinken gleich im Flugzeug bekomme. Er war aber gar nicht darüber erfreut, dass ich nicht einmal Bier trinken wollte. Unterwegs zum Flughafen habe ich ihm noch zusätzlich zum "Trinkgeld" 20.- USD gegeben, damit er sttat mich einen ärmsten Strassenmenschen zum Essen einladen wird. 🙂

Was sollen die Einheimischen machen, wenn sie im eigenen Land reisen und überhaupt kein Trinkgeld geben?
Sollen sie lieber zu Hause bleiben, weil sie American Way of Life im eigenen Lande nicht praktizieren wollen?
Können sie das gleiche Serviceniveau erwarten, als jemand der Trinkgled 10% - 20% der Reisekosten hinterlässt?
Helfen wir dem Land wirklich, wenn wir die amerikanische Sitten in Afrika einführen?
Am besten wäre es, ein paar Einheimische zu fragen, die mit dem Reisebussiness nichts am Hut haben, solche die für nur 50.- USD pro Monat schwer schuften, was sie davon halten und ob denen das gefällt?

De facto, Japan wehrt sich sehr erfolgreich gegen dieses amerikanische Trinkgeld System. 🙂

LG und schönen Nachmittag
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zuletzt bearbeitet 11. Jan. 2017
Themenstarter150 Beiträge · seit 201629. Juni 2017 · #19
Nach meiner dritten Tanzania Reise habe festgestellt:

1.) Tanzanier selber geben nie Trinkgelder, gehört nicht zu Afrika.
Ich habe Guides und Leute in den lokalen Restaurants genau beobachtet. Ich habe extra das Geld in $ gegebn, damit sie in TSH bezahlen, so konnte ich genau sehen, dass sie von dem Rest nie was gegeben oder gelassen haben.
2.) Von den Trinkgelder lässt sich ziemlich schnell ein Haus bauen, wenn ein Guide schon ein Haus besitzt, baut den zweiten oder den dritten. Preise für die neuen Häuser fangen bei $18 000 - 20 000 an, für ein neu gebautes Haus (52m2).
3.) Es lässt sich auch schnell eine eigene Agentur zu eröffnen, deswegen schiessen die neuen Agenturen wie Pilze aus dem Boden.
4.) Frau des Guides muss nicht arbeiten und von dem Geld lässt sich locker eine Frau für Kinder, Putzen, Waschen einzustellen.
5.) Die Tanzanier denken, dass die Westler dumm sind, weil sie Trinkgeld geben, werden aber nicht laut sagen.
6.) Reiche Tanzanier geben ebenfalls kein Trinkgeld in Afrika und in Europa.
7.) Die Tanzanier finden ein Trinkgeld von den Touristen ist ein "MUSS" und schämen sich nicht die Ansprüche deutlich und klar zu stellen, was für manche Reisende sehr mühsam sein kann, ständiges Jammern über das Trinkgeld abzuhören.
8.) Muslimische Guides sind eher zurückhaltend und nicht so wahnsinnig Trinkgeld gierig.
9.) Sehr viele Tanzanier, nicht unbedingt im Travel Business tätig, arbeiten für nur ca. $50-60 pro Monat, gesetzlicher Mindestlohn wird leider nicht eingehalten. Warum sollte das empfohlene Tringeld $375-500 für ca. 2 Wochen (15Tage) Safari ca. 10 afrikanische Monatslöhne sein?
$375-500 ist auch ein Monatslohn, welcher ein Guide von der Agentur bekommt.
10.) Amerikanische Trinkgeld Kultur hat dazu gebracht, dass fast jeder Tanzanier um jeden Preis als Reiseleiter arbeiten oder eigene Agentur aufmachen will. Dadurch gibt's viele schlechte und unprofessionelle Guides, sowie Agenturen, die ganz schlechte Safaris anbieten.
11.) Es gibt Guides, die das Gebiet und Parks nicht mal richtig kennen und ständig mit seinem Handy beschäftigt sind, statt auf die Tiere aufzupassen.
12.) Das Trinkgeld, egal was man gibt, wird immer zu wenig sein, weil sein Kollege noch mehr bekommen hat.
13.) Durschnittliche Tanzanier haben Vorstellung, dass jeder Weisser reich ist, ein Haus, Auto etc. besitzt und viel zu viel voriges Geld hat.
14.) Guides sind von den Agenturen für tansanische Verhältnisse sehr gut bezahlt. Agenturen in Arusha bezahlen 30 000 - 40 000 TSH pro Tag, dazu Kost und Logis, alle Spesen, Versicherungen, Telefonrechnungen auch wenn sie mit der Familie oder Freunden telefonieren. Mit diesem Geld, auch ohne Trinkgeld lässt sich relativ gut leben.
15.) Die Guides haben Geldschätzung verloren, sie finden die Scheine bis $20 seien sind nichts Wert, obwohl manche Westler für dieses Geld schwer arbeiten müssen. Es gibt sogar solche, die bahaupten $20 Trinkgeld pro Tag sei eine Beleidigung.
16.) Dank den Amerikanern ist die Tendenz mit den Trinkgelder in den letzten Jahren rapid gestiegen. Ich freu mich, dass wir bald $50 oder mehr pro Tag an die "armen" Guides bezhalen sollen. Warum sollen sie nur ein Haus oder nur ein Auto besitzen?
17.) Es gibt ganz schlaue Guides, die Touristen überredet haben, das Geld monatlich für die armen Kinder zu schicken. Das Geld kommt niemals an die Bedürftigen an, dafür wird ganz schnell ein Haus gebaut.
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zuletzt bearbeitet 29. Juni 2017