Okavango-Delta in Gefahr ?

7 Antworten · 2'432 Aufrufe · gestartet 23. Sept. 2016 von Swakop1952
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487 Beiträge · seit 201225. Sept. 2016 · #2
Angola verfolgt schon seit Jahren das Ziel Wasser zur Bewässerung abzuleiten, ich weiß nicht warum man so wenig davon hört.
www.save-wildlife.org www.sptr.de
Themenstarter2'664 Beiträge · seit 201226. Sept. 2016 · #3
BerndW schrieb:Angola verfolgt schon seit Jahren das Ziel Wasser zur Bewässerung abzuleiten, ich weiß nicht warum man so wenig davon hört.
Wasser ist die Ursache der nächsten kriegerischen Auseinandersetzung im südlichen Afrika.
1'003 Beiträge · seit 200826. Sept. 2016 · #5
Hi,
ich denke schon, dass man bis unten lesen muss.

Erst müssen Daten gesammelt werden. Das mit erhöhter Wasserentnahme in Angola ist reine Mutmaßung. Wenn das so viel wäre, müsste das Dammprojekt ja zu finden sein.

Ich finde auch die Betrachtung der ökonomischen Situation sehr realistisch. Man kann keinem sinnvoll vermitteln, jetzt nur mal im Übertragenen Sinne, wenn ich in Sachsen-Anhalt an der Elbe kein Wasser entnehmen darf um Landwirtschaft zu betreiben, damit die Leute in Hamburg viel Geld mit einer großen Badewanne verdienen, die immer voll sein muss. Man muss da schon alle mitnehmen, um vielleicht auch mal Kaza in der Realität durchzusetzen.

Gruss
Christiab
Gast26. Sept. 2016 · #6
Hallo,

Theorien, dass es "geheime" Dammbauten o.ä. in Angola gibt, kann man eigentlich ausschließen. Die Satbilder von Google Earth/Maps sind zum Teil zwar schon Jahre alt, aber es gibt z.B. auch die europäischen Sentinel-Satelliten. Die schießen alle 5 Tage neue Satfotos von jedem Winkel der Erde in verschiedensten Wellenbereichen. Das Bildmaterial kann jeder online kostenfrei abgreifen - wir genau so wie die Regierung Botswanas. Daneben kann man auch jederzeit aktuelle, hochauflösende Satfotos bei Unternehmen wie DigitalGlobe einkaufen. Da wäre mit kurzer Recherche jeder Dammbau sehr zeitnah entdeckt. Man kann darüber hinaus auch feststellen, ob riesige Reisfelder bewässert wurden usw.

Mit dem fairen Ausgleich wird es wahrscheinlich kompliziert. Angola hat vermutlich große Begehrlichkeiten und Botswana wenig Interesse, den Angolanern für gefühltes Nichtstun Geld zu überweisen. Grundsätzlich sitzt an Flussläufen aber immer der am längeren Hebel, der weiter oben am Flusslauf sitzt. Äthiopien zeigt das am Nil gerade "sehr schön" und Ägypten guckt etwas in die Röhre. In Sachen Okavango hat Angola alle Trümpfe in der Hand. Wenn man sich nicht geeinigt bekommt, kann man wunderbare Ideen wie KAZA aber ohnehin vergessen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2016
33,1k Beiträge · seit 200626. Sept. 2016 · #7
Hi zusammen,

wer sich für die Hintergründe interessiert, kann sich mal die Website der "Permanent Okavango River Basin Water Commission" (www.okacom.org/) anschauen. Das ist die staatliche Einrichtung von Angola, Botswana und Namibia, die sich um die Nutzung des Flusses "kümmert". Problem ist wohl auch, dass sich Botswana seit 2012 nicht mehr wirklich für doe OKACOM interessiert und Angola und Namibia das wenig sinnvoll finden.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
568 Beiträge · seit 201426. Sept. 2016 · #8
Nun ja, zum Schluß ist es das übliche Problem: ist mir das Hemd näher oder die Jacke?
Wir sollten trotz allen womöglich berechtigten Verdachts der Korruption etc. pp. eines nicht vergessen:

Als Angolaner, der das Wasser vorüberziehen sieht, selbst aber unter Wassermangel leidet, forderst du natürlich
"dein" Wasser von "deiner" Regierung. Gerade in D und A (und bis zu einem gewissen Grad auch in CH) wird z.Zt.
vehement darauf hingewiesen, daß die Regierungen sich um "ihr" Volk und nicht um andere Probleme kümmern sollten.

Einfache Lösungen werden gefordert. Die sind meist falsch, aber "erst kommt das Fressen, dann die Moral".
Den angolanischen Bauer vom gemütlichen Mitteleuropa aus zu verdammen ist natürlich wohlfeil.
Lasst uns das Beste hoffen und unsere eigene Hybris im Zaum halten.
Schönen Abend trotz allem!
Martin