4x4 oder 2x4 ?

86 Antworten · 9'869 Aufrufe · gestartet 24. Aug. 2016 von MMarkus
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Gast02. Sept. 2016 · #61
Hallo Can, du gibst nicht auf, nach dem Motto, dass der, der das letzte Wort hatte, nicht unbedingt recht haben muss? …. Also, aus Solidarität, obwohl du natürlich nicht darauf angewiesen bist:

Das Internet ist voll mit Meinungen wie im Nissan-Video und die sind auch nicht unbedingt auf der Nudelsuppe daher geschwommen (wie die Österreicher sagen) siehe z. B.

Andrew St. Pierre White
http://www.kc4wd.co.nz/About%20Us/OverlandGuide2014.pdf
USING 4WD TRANSMISSIONS
"It is safe to say that the majority of 4x4 drivers do not use four-wheel drive as often as they should. There is a misconception that driving in four-wheel drive can damage the transmission. This is true only for driving on dry tarmac in locked-up four-wheel drive, and even then damage is gradual and while it’s happening the driver is warned by an unnatural vibration. Don’t be scared of using four-wheel drive! Drive to all four wheels should not only be used when in difficulty but to increase tyre adhesion, even if it appears to be adequate. ......Driving all four wheels offers better all round safety, handling and improved tyre life on anything but a perfect road surface. So my first bit of advice is: Engage 4x4 not because you need it, but because it’s there. And, safety is everything.
Sand tracks
When driving on thick sand tracks engage four-wheel drive even if you do not require it. Tyre wear will be reduced and vehicle control will be easier. Fuel consumption will also be improved because, even if you don’t realise it, in two-wheel drive wheel spin will occur over the bumpy patches and speed is lost. The proof of this is the effect that a two-wheel drive has on this type of road. The spinning rear wheels cause large waves of sand to be built up and, after a time, driving on these roads is like riding a roller coaster".


Und wie 2x4 im Sand umackert, kann man hier schauen,
https://www.youtube.com/watch?v=_LGpZCshzKI
Derartiges wird sich abspielen, wenn man Strecken mit hin und wieder Sand nicht im Allradmodus fährt, weil es ja meistens in 2x4 geht und sich immer 4H ja nicht „lohnt“….und deswegen schauen auch manche Stellen so aus wie sie ausschauen.
Grüße
PS Ich persönlich erkenne ja die Erläuterungen von Turi und u.a. zum Kurvenfahren im Allrad ohne Mitteldif. unbedingt an, kann aber nicht nachvollziehen, dass derart dezidiert gesagt wird, dass die unbestrittenen Nachteile auf harter Fahrbahn gleichartig auch auf unbefestigter Fahrbahnen gelten sollen.
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #62
@leser
weißt du warum ich nicht aufgebe?
Das rührt aus den Erlebnissen, die man so hatte...
Ist schon schlimm, wenn man als erster zu einem Überschlagunfall kommt (Namibianer) mit voll besetzten Pickup Oma/Opa, Tochter und Enkel vor Swakopmund. Die Oma wurde dann von meinem Mitreisenden mit der Wärmefolie abgedeckt, die eingeklemmte Tochter haben wir 2 Stunden im Wrack betreut. Den Enkel haben wir ins Auto weiter weg von der Unfallstelle gesetzt, das er das Elend nicht sieht.
Es ist raurig, wenn am Flughafen in WDH neben dir ne junge Frau sitz und ihren Freunden, die sie am Flughafen wiedergetroffen hat, von dem schrecklichen Unfall erzählt und sie sich überschlagen haben. Ihr Mann/Freund fliegt auch in unserer Maschine mit - im Bauch des Flugzeugs...
Wie sich ein Camper direkt vor dir auf Gravel um die eigene Achse aus dm Nichts gedreht hat.
Zum Glück hat sich das Auto nicht am Sandwall am Straßenrand eingehakt und somit blieb es bei dm Schreck. Die Aussage des Fahrers - ich weiß auch nicht wie das passieren konnte....

Also ist mir das egal ob das technisch zum Teil stimmen mag. Mir geht es einfach um den Aspekt Sicherheit. So wie ich in meinem ersten Post hier die Frage zu dem "Gewinn" beantwortet hatte.

Gruß
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
7'296 Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #63
Can schrieb:@leser
weißt du warum ich nicht aufgebe?
Das rührt aus den Erlebnissen, die man so hatte...
Ist schon schlimm, wenn man als erster zu einem Überschlagunfall kommt (Namibianer) mit voll besetzten Pickup Oma/Opa, Tochter und Enkel vor Swakopmund. Die Oma wurde dann von meinem Mitreisenden mit der Wärmefolie abgedeckt, die eingeklemmte Tochter haben wir 2 Stunden im Frack betreut.

... den Frack hättet ihr ja ruhig ausziehen können. 😉
Die Unfälle einheimischer Fahrer haben nicht unbedingt etwas zu tun mit dem Ein- oder Ausschalten von 4x4, sondern einfach mit der Fahrweise und dem Fahrzeugzustand. Ich saß schon als Anhalter in Fahrzeugen Einheimischer, die mit 170 km/h über eine Schlammpiste bretterten, nachts mit 80 km/h duchs Kaokoveld (nicht auf einer Hauptpiste) und mit 150 km/h (hinten auf der Pritsche, Tacho durchs Fenster sichtbar) mit teilweise nur zwei Radmuttern am Rad.

Wer Slalom mit 80 km/h fahren möchte, für den mag das Video hilfreich sein. Da habe ich auch noch eines. Das geht auch nur mit 4x4:
https://www.youtube.com/watch?v=-PZ5J3GLSYI

Für Normalfahrer sind beide Videos uninteressant.
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #64
..den schwerwiegenden Fehler habe ich korrigiert von Frack in Wrack. Ob im Frack oder am Wrack - ich wünsche es keinem, in so eine Situation zu geraten. Das schmälert verdammt die Urlaubsfreude..

Es waren deutschstämmige- und sprachige Namibianer mit einem recht neuen Hilux....

Es geht in dem Video nicht um "mit 80km/h Slalom zu fahren, sondern bis 80 Km/h kann man den Allrad zuschalten.......
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
7'267 Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #65
Hallo

ich habe Andrew St. Pierre White in Kapstadt kennen gelernt und habe mit Ihm auch so einiges besprochen. Er hat mir auch einige Videos gezeigt, welche aufzeigen wie das Fahrverhalten auf Schotter mit und ohne 4x4 ist. Das war durchaus eindrücklick.
Bei mir selber ist es so, dass ich den 4x4 auch auf normalen Schotterpisten einschalte. Aber nicht immer. Es ist bei mir eher eine Gefühlssache die sich ganz schwer beschreiben lässt. Ich merke dann, dass mein Troopie stabiler läuft.

Ich persöhnlich würde aber keine Empfehlung abgeben wollen. Davon verstehe ich einfach zu wenig. Ich wünsche mir aber, dass alle sicher fahren und gesund wieder nach Hause kommen. Das beste Mittel dazu ist kontrolliert und nicht zu schnell zu fahren.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
319 Beiträge · seit 201202. Sept. 2016 · #66
Turi schrieb:Noch was,
der Unterschied zum 4x4 ist, dass 2x4 Fahrzeuge in der Regel zum übersteuern neigen, also das Heck zuerst ausbricht, das ist besser zu kontrollieren.
Einige Pickups ohne Beladung und mit schwerem Motor, zB, die HZJ Toyotas oder grosse Amis haben die Tendenz zum untersteuern, der Effekt ist dann auch, das sie über die Vorderräder schieben, kann man aber mit einem beherzten Tritt auf's Gaspedal, wie im übrigen auch beim 4x4 ohne elektronischen Eingriff, vielfach richten, ein Drift ist leichter zu kontrollieren, als ein schieben über die Vorderräder.
Zur Nachahmung, vor allen Dingen mit Mietfahrzeugen, nicht empfohlen 😉

Gruss Turi
Ich glaube es ist genau anders herum. Heutzutage sind die meisten 2x4 Fahrzeuge auf Untersteuern ausgelegt, eben genau deshalb, weil sich das Schieben über die Vorderräder besser beherrschen lässt. Da kann man auch inaktiv bleiben (Schockstarre), durch das Schieben über die Vorderräder wird das Fahrzeug abgebremst und damit spurstabiler.
Das Übersteuern zeigen auch viele heckgetriebene Fahrzeuge. Hier ist, wie du schon richtig anmerkst, kurzes Gasgeben wichtig, um ihn wieder spurstabil zu bekommen - damit sind aber die Meisten überfordert, weil man das etwas üben muß und eben oben genannte Schockstarre der Regelfall ist.
Ich habe das selber jetzt gemerkt - normalerweise neigt mein Auto zum Untersteuern und da kann man wirklich bis an die Grenze in die Kurve gehen, weil man dann schon merkt, daß das Fahrzeug "schiebt". Habe jetzt mal kurzfristig vorne und hinten unterschiedliche Reifen drauf gehabt und bei nasser Fahrbahn hat das Fahrzeug zum Übersteuern geneigt (unterschiedliches Nassverhalten der Reifen). Das war schon unangenehmer, aber da ich es kannte, eben mit Gas wieder spurstabil bekommen. Aber in der Konstellation habe ich mich in den Kurven dann nicht mehr so gerne in den Grenzbereich getraut. (Ford Galaxy mit 2t Gewicht). Aber das nur am Rande.
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
890 Beiträge · seit 201603. Sept. 2016 · #67
Hallo,
das Thema kann einen nicht los lassen....

@ toumtoum: Man fängt weder ein übersteuerndes noch ein untersteuerndes Fahrzeug mit einem Tritt aufs Gaspedal ein.
Viele sollten doch mal ein Fahrsicherheitstraining absolvieren und sich dort die Grundlagen beibringen lassen.
Die Instruktoren dort sagen dazu: Ob untersteuern oder übersteurn, die Kraft auf die Reifen zur Übertragung auf die Fahrbahn ist in diesen Fällen zu groß und kann durch die Reifen nicht mehr geleistet werden und das Fahrzeug bricht aus. Jetzt empfehlt ihr, den bereits überforderten Reifen mit noch mehr Kraft, die der Reifen eh schon nicht übertragen kann durch Gas geben zu stabilisieren?
Ein über die Vorderräder schiebendes Fahrzeug "fängt" man ein, indem man die Kupplung tritt, kein Gas gibt und auch nicht bremst, die Lenkung kurz in Richtung des "Schiebens" öffnet und wieder mit getretener Kupplung einlenkt und dann das Fahrzeug vorsichtig mit der Bremse abbremst oder bei ABS mit einer Vollbremsung anhält oder ggf mit angepasster Geschwindigkeit witer fährt.
Ein übersteuerndes Fahrzeug fängt man gleich garnicht mit Gasgeben ein...denn das kann bestenfalls zum Drehen und schlimmstenfalls zum Überschlag führen. Auch dort gilt Kraft weg vom überlasteten Reifen, Kupplung treten, nicht bremsen, Lenkrad festhalten, ggf Gegenlenken (gefährlich für Ungeübte), danach abremsen.

Meldet euch an zum Training, nach etlichen Teilnahmen als Außendienstler kann ich nur sagen - hilfreich und räumt mit vielen Mythen auf.

PS: Dein Galaxy ist ein Fronttriebler - ich hoffe, deinen Rat nimmt keiner an, der einen Pick up oder Hechtriebler fährt. Aber deine Aussage zu untersteuernden Fahrzeugen und der Schrecksekunde stimmt vollumfänglich.

Gruß
zuletzt bearbeitet 03. Sept. 2016
348 Beiträge · seit 201103. Sept. 2016 · #68
Ich glaube es ist genau anders herum. Heutzutage sind die meisten 2x4 Fahrzeuge auf Untersteuern ausgelegt
Die Fronttriebler ja, bedeutet alle "modernen Strassenkutschen", die Hecktriebler nein und alle Pick Ups mit zuschaltbarem Allrad (Mietfahrzeuge) sind im 2X4 Modus Hecktriebler, meines Wissens.


ich zitiere hier:
Als Über- bzw. Untersteuern wird jeweils ein Zustand bezeichnet, in dem ein Kraftfahrzeug im Verhältnis zum Lenkeinschlag zu viel (= über-) oder zu wenig (= unter)steuert.

Als Beispiel für das Untersteuern stelle man sich vor, man führe mit einem Auto zu schnell durch eine Kurve und das Auto „will“ geradeaus, obwohl man das Lenkrad eingeschlagen hat. Die Vorderreifen verlieren die Bodenhaftung (Haftreibung geht in Gleitreibung über) und geben nicht länger die Fahrtrichtung vor. Dieses Verhalten wird oft laienhaft mit dem Satz „Das Fahrzeug hat nicht mehr gelenkt“ beschrieben.

Bei Fahrzeugen ohne Antiblockiersystem (ABS) tritt dieser Effekt auch bei einer Vollbremsung mit blockierenden Rädern auf. Das Fahrzeug fährt dann geradeaus, auch wenn man den Lenkeinschlag ändert.

Beim Übersteuern ist das Gegenteil der Fall: Das Auto fährt eine engere Kurve, als es nach der Lenkrad-/Reifenstellung eigentlich beschreiben sollte. Hierbei verlieren die Hinterräder die Haftung – oder umgangssprachlich ausgedrückt: „Das Heck bricht aus.“

Fahrzeugen mit Frontantrieb wird regelmäßig eine Tendenz zum Unter- und Fahrzeugen mit Hinterradantrieb eine Tendenz zum Übersteuern zugeschrieben. Bedingt durch Fahrfehler kann es allerdings durchaus auch bei Vorderradantrieb zu einem Übersteuern kommen, genauso wie umgekehrt ein Untersteuern auch bei Heckantrieb möglich ist.

Moderne Fahrzeuge sind heute zumeist mit einer Fahrdynamikregelung (ESC bzw. ESP) ausgerüstet, um diesem unerwünschten Verhalten entgegenzuwirken

Man achte aber auf den letzten Satz!

Des weiteren habe ich allerdings keinen Bock mich betreffend Halbwissen herumzustreiten, soll derjenige, der's wissen will, mal bei einer Rallye mitfahren, oder sein Fahrzeug mal im Grenzbereich ( nicht auf öffentlichen Strassen) bewegen, dann versteht er oder sie auch die Technik im Extrembereich.
Da sind dann die unterschiedlichen Allradsysteme, sehr different.
Man wird es hier nicht auf einen Nenner bringen, weil jeder von anderen Voraussetzungen und diversen unterschiedlichen Fahrzeugen bzw. Allradsystemen ausgeht.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
1'042 Beiträge · seit 201605. Sept. 2016 · #69
Hallo zusammen,

ich lese schon eine ganze Weile mit und war dieses Jahr im Juni als Ersttäter in Namibia. Nächstes Jahr werde ich vermutlich direkt wieder nach Namibia reisen... 😉

Um es kurz ganz kurz zu machen: Für mich ist 4x4 in Namibia extrem wichtig, auch wenn ich den zu 99,5 % ausgeschaltet lasse. Im Juni auf trockenem Gravel braucht man einfach keinen Allrad. Einen Vergleich zu einer Rally zu bringen ist unangemessen, denn kommt man um eine Kurve und da steht eine Giraffe (die dann genau so erstaunt schaut wie man selbst) im Weg ist man besser langsamer unterwegs. Mit Allrad bremst es sich auch nicht besser als ohne.

Die 0,5 % für die man den Allrad braucht z.B. hinten im Sossusvlei lohnen sich ja schon. Ich hatte allerdings ziemliche Schwierigkeiten nicht stecken zu bleiben... der 2,5 Liter Diesel im Hilux war im 4x4 ohne Untersetzung etwas untermotorisiert. Stellenweise keine 25 km/h trotz Dauervollgas im Sand. Zugegeben ich hatte wirklich bescheidene Reifen bekommen... der zweit schlechteste war ein INF 200 (Made in China) mit wenig Profil. Einen Kompressor oder eine Luftpumpe gab es auch nicht, weswegen ich den Druck nicht absenken wollte... Auf dem Rückweg sahen wir auch einen komplett eingegrabenen Hilux (auch KEA oder Britz)...

Nach ca. 3000 km hatte der Infinity INF 200 dann kaum noch Luft und ich wechselte den gegen eines der beiden Ersatzräder (Marke NANKANG das ich schon beim Vermieter bei der Abholung als untauglich reklamiert hatte)... 10 km später war das nicht nur platt sondern komplett zerstört. Das war auf dem Weg nach Opuwo von Twyfelfontein. Mit dem zweiten (und letztem) Ersatzrad (das zudem unprofessionell geflickt war und viel zu wenig Druck hatte) ging es dann weiter "vorsichtige" ca. 200 km.

Ab Opuwo ging es dann mit 2 neuen Contis und 2 etwas angefahrenen Contis (die waren schon auf dem Wagen beim anmieten) pannenfrei bis zum Ende der Reise weiter... leider war eine Felge ziemlich krumm, weswegen über 80 km/h gar nicht mehr möglich war, was mich aber wenig störte.

Also ganz wichtig: Vernünftige Reifen!

Noch ein kleiner Tip: Panzertape kaufen und alle Ritzen die man zukleben kann auch wirklich verschließen. Auch zerfetze Radhausschalen lassen sich damit wunderbar befestigen oder irgendwelche Teile die sich mit der Zeit lösen....

Gruß Markus
348 Beiträge · seit 201105. Sept. 2016 · #71
Hallo Markus
Einen Vergleich zu einer Rally zu bringen ist unangemessen
Hier ging es nicht um einen Vergleich, sondern wie ein Fahrzeug im Grenzbereich reagiert,
ich rate auch keinem das auf nicht abgesperrtem Gelände und mit fremden Fahrzeug zu versuchen.
Aber wie Can geschrieben hat, sollte sich jeder der sich nicht sicher fühlt und/ oder keine Erfahrung im Gelände hat , einem Fahrkurs im Gelände unterziehen, man kann nur dazulernen.
Ansonsten für ein paar Urlaubswochen die Etappen lieber kürzer wählen, besser wiederkommen, und langsam fahren,
man ist ja schliesslich im Urlaub und nicht auf der Flucht. 😉

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
7'267 Beiträge · seit 200605. Sept. 2016 · #72
Markus615 schrieb:
Die 0,5 % für die man den Allrad braucht z.B. hinten im Sossusvlei lohnen sich ja schon. Ich hatte allerdings ziemliche Schwierigkeiten nicht stecken zu bleiben... der 2,5 Liter Diesel im Hilux war im 4x4 ohne Untersetzung etwas untermotorisiert.
Genau da hätte das Luft ablassen extrem viel gebraucht. Schade, dass ein Mietwagenverleiher ein 4x4 Fahrzeug ohne Pumpe vermietet 😵

Herzliche Grüsse
Chrigu
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4'129 Beiträge · seit 200805. Sept. 2016 · #73
Markus615 schrieb:
...den Allrad braucht z.B. hinten im Sossusvlei lohnen sich ja schon. Ich hatte allerdings ziemliche Schwierigkeiten nicht stecken zu bleiben... der 2,5 Liter Diesel im Hilux war im 4x4 ohne Untersetzung etwas untermotorisiert. Stellenweise keine 25 km/h trotz Dauervollgas im Sand. Zugegeben ich hatte wirklich bescheidene Reifen bekommen... der zweit schlechteste war ein INF 200 (Made in China) mit wenig Profil. Einen Kompressor oder eine Luftpumpe gab es auch nicht, weswegen ich den Druck nicht absenken wollte... Auf dem Rückweg sahen wir auch einen komplett eingegrabenen Hilux (auch KEA oder Britz)...
Das ist ja ein nettes Konzentrat von falsch verstandenem Halbwissen und Fehleinschätzungen.

Grundsätzlich gilt:
Niemand, außer man selber, hat es zu verantworten, wenn man mit seinem 4x4 Mietfahrzeug ohne Kompressor/Luftpumpe ins Sossusvlei/Kaokoveld fährt – (das ist ungefähr so schlau, wie ohne Speicherkarte den Fotoapparat einzupacken).

Es ist im Sossusvlei noch nicht einmal von Bedeutung, einen Kompressor dabei zu haben! Wenn man dort den Reifendruck um die entscheidenden 20-30% senkt (die Namibier zählen in Sekunden...! 🤪 ) hat man keine Probleme – hernach fährt man die 60 km entspannt zurück zur Tanke (ohne zu rasen und scharfe Kurven zu fahren) und füllt wieder auf. Wir haben da im Sossusvlei noch nie unseren Kompressor ausgepackt - und natürlich auch noch nie den Motor gequält. Sowas tut man doch nicht! 🙂

Im Gegensatz zu anderen Untergründen, braucht man übrigens im Sand kein Profil auf den Reifen!

Und 2,5 l sind auch nicht untermotorisiert – es sei denn, man ist massiv überladen unterwegs, dann wäre das allerdings ein wenig verdrehte Welt in der Aussage "untermotorisiert"... 😄


Aber eines ist total richtig:
Mit entsprechenden Fahrfehlern kann man selbst auf dieser Strecke einen Allrad gen Erdmittelpunkt arbeiten... – da kann sich das Auto garnicht gegen wehren, egal welcher Vermieter drauf steht... 😎

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 05. Sept. 2016
1'042 Beiträge · seit 201605. Sept. 2016 · #74
lilytrotter schrieb:
Grundsätzlich gilt:
Niemand, außer man selber, hat es zu verantworten, wenn man mit seinem 4x4 Mietfahrzeug ohne Kompressor/Luftpumpe ins Sossusvlei/Kaokoveld fährt – (das ist ungefähr so schlau, wie ohne Speicherkarte den Fotoapparat einzupacken).
Hallo lilytrotter,
ein 4x4 Mietfahrzeug gehört wenigstens mit einem Reifendruckprüfer und einer Luftpumpe ausgestattet!
Dazu zwei Ersatzräder, von denen mindestens eines in ordentlichem Zustand ist.
In meinem Fotoapparat stecken ja auch zwei Speicherkarten, eine zur Datensicherung. Das war auch schon einmal sehr sinnvoll.
lilytrotter schrieb:
Es ist im Sossusvlei noch nicht einmal von Bedeutung, einen Kompressor dabei zu haben! Wenn man dort den Reifendruck um die entscheidenden 20-30% senkt (die Namibier zählen in Sekunden...! 🤪 ) hat man keine Probleme – hernach fährt man die 60 km entspannt zurück zur Tanke (ohne zu rasen und scharfe Kurven zu fahren) und füllt wieder auf. Wir haben da im Sossusvlei noch nie unseren Kompressor ausgepackt - und natürlich auch noch nie den Motor gequält. Sowas tut man doch nicht! 🙂
Stimmt schon, ich dachte nur, ich mache das wie sonst auch schon 100mal praktiziert... Einfach schnell bleiben... Daher auch die Untersetzung aus gelassen und im 4x4 H rein... eine Grundsatzentscheidung die man dann nicht mehr ändern kann, erst wenn man durch ist... Der Gegenverkehr (fährt ja quasi bergab) ist auch recht unfreundlich und drängt einen nach rechts trotz Linksverkehr in den Tiefsand, dann wird das sehr zäh.
lilytrotter schrieb:
Im Gegensatz zu anderen Untergründen, braucht man übrigens im Sand kein Profil auf den Reifen!
Da gehen die Expertenmeinungen manchmal auseinander. Jedenfalls wäre es von Vorteil 4 gleiche Reifen mit ähnlichem Profil auf dem Fahrzeug zu haben und nicht hinten links einen abgefahrenen Infinity INF 200, hinten rechts einen relativ guten Conti, wie auch vorne links und vorne Rechts einen Goodyear der auch schon bessere Zeiten gesehen hat...
lilytrotter schrieb:
Und 2,5 l sind auch nicht untermotorisiert – es sei denn, man ist massiv überladen unterwegs, dann wäre das allerdings ein wenig verdrehte Welt in der Aussage "untermotorisiert"... 😄
Überlanden war das Fahrzeug definitiv nicht. Ein Hilux double Cab ohne Dachzelt mit zwei Personen an Bord und 2 Koffern... der 2,5 Liter Diesel hat für seinen Hubraum aber keine nennenswerte Leistungsabgabe.
lilytrotter schrieb:
Aber eines ist total richtig:
Mit entsprechenden Fahrfehlern kann man selbst auf dieser Strecke einen Allrad gen Erdmittelpunkt arbeiten... – da kann sich das Auto garnicht gegen wehren, egal welcher Vermieter drauf steht... 😎
Ja wobei das an der Stelle ja auch kein Problem ist. Bisher ist dort auch jeder wieder frei gekommen, was vermutlich teuer wird, aber immerhin hätte man in dem Fall schnell Hilfe. An anderen Orten in Namibia sieht das sicher sehr viel schlechter aus... 🤪

Gruß Markus,

der ja dennoch durch gekommen ist (ganze vier mal, zweimal hin und zweimal zurück)
7'267 Beiträge · seit 200605. Sept. 2016 · #75
Markus615 schrieb:
Stimmt schon, ich dachte nur, ich mache das wie sonst auch schon 100mal praktiziert... Einfach schnell bleiben... Daher auch die Untersetzung aus gelassen und im 4x4 H rein... eine Grundsatzentscheidung die man dann nicht mehr ändern kann, erst wenn man durch ist... Der Gegenverkehr (fährt ja quasi bergab) ist auch recht unfreundlich und drängt einen nach rechts trotz Linksverkehr in den Tiefsand, dann wird das sehr zäh.
Ich weiss, dass es ganz vielen so gehen wird wie Dir. Aber dann ist leider schon sehr viel verkehrt.
Wer nicht anhalten und wieder anfahren kann im Tiefsand, der hat das Fahrzeug nicht im Griff. Dann sollte man etwas ändern (z.B. Luft ablassen).
Ich bin auch schon mit zu viel Druck rein gefahren und habe gemerkst, dass es sehr schwer geht. Nach ein paar hundert Meter habe ich angehalten, habe Luft abgelassen und bin dann ganz normal weiter gefahren.

Ich war auch zweimal mit einem VW Bus ohne 4x4 im Sossusvlei. Sogar das geht, wenn man Luft ablässt.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
890 Beiträge · seit 201605. Sept. 2016 · #76
Hallo,
Hmmm @ A-Wolf die Kraft nimmt man weg, in dem man die Kupplung tritt. sowohl die Schub- als auch die Antriebskraft.

@ Markus Tiefsand und 4H und schnell bleiben - genau. Nein 4L und 2.oder 3. Gang und mittlerer Drehzahlbereich, die Geschwindigkeit ist da nebensächlich...... Ausweichen im Tiefsand tut man, indem man eine ganz kurzen Lenkimpuls vollzieht. Der reicht aus, um die Spur zu verlassen....
Es ist klar, das bei deiner Wahl der 2.5 Liter keine Kraft hat. Die hätte auch kein 3.5 Liter. Meist sind die Diesel Turbogeladen. Und zu niedrige Drehzahl -also hoher Gang und langsamere Fahrt bewirkt, dass du im Turboloch stecken bleibst. Meist setzen die Turbo erst bei 1500-2000 Udrehungen ein. Drunter, gähnende Schwäche. Also Gang und Geschwindigkeit oberhalb dieser Drehzahlen wählen. Geschwindigkeit dem Gelände anpassen!
Gruß
zuletzt bearbeitet 05. Sept. 2016
1'042 Beiträge · seit 201605. Sept. 2016 · #77
Can schrieb:
@ Markus Tiefsand und 4H und schnell bleiben - genau. Nein 4L und 2.oder 3. Gang und mittlerer Drehzahlbereich, die Geschwindigkeit ist da nebensächlich...... Ausweichen im Tiefsand tut man, indem man eine ganz kurzen Lenkimpuls vollzieht. Der reicht aus, um die Spur zu verlassen....
Es war wohl eher am hohen Luftdruck in den Reifen... bisher hatte Sand fahren sonst immer problemlos funktioniert... das war halt vorher noch nie afrikanischer Sand... 😄
Can schrieb:
Es ist klar, das bei deiner Wahl der 2.5 Liter keine Kraft hat. Die hätte auch kein 3.5 Liter. Meist sind die Diesel Turbogeladen. Und zu niedrige Drehzahl -also hoher Gang und langsamere Fahrt bewirkt, dass du im Turboloch stecken bleibst.
Deswegen versuchte ich ja den Motor konstant bei 4000 U/min zu halten, aber der 2,5 Liter Turbo Diesel war wirklich sehr schwachbrüstig. Daher musste ich ja unterwegs auch vom 2ten in den 1ten Gang zurück schalten ohne stecken zu bleiben. Immerhin hätte ich notfalls nach anhalten auch im 4 L es nochmals probieren können (nachdem ich dann doch den Reifendruck herabsetzen hätte müssen). Eingraben hätte sich der Hilux wohl eher nicht können, vorher wäre der Motor einfach abgewürgt gewesen. Auf Teer 0-100 km/h hatte ich einmal spaßeshalber probieren wollen, nach über 30 Sekunden habe ich aufgehört zu zählen.
Can schrieb:
Meist setzen die Turbo erst bei 1500-2000 Udrehungen ein. Drunter, gähnende Schwäche. Also Gang und Geschwindigkeit oberhalb dieser Drehzahlen wählen. Geschwindigkeit dem Gelände anpassen!
Das ist bekannt und bei meinem Privatauto auch nicht anders. Ich habe ja nur einen 3 Liter Diesel der in etwa doppelt soviel Leistung abgibt wie der alte 2,5 Liter Diesel der im Hilux arbeitet... 😗

Aber man ist ja lernfähig, nächstes Jahr einen anderen Fahrzeugvermieter und damit ein besser ausgestattetes Auto, vernünftige Reifen, Luftdruck in den Reifen runter auf 1,2 bar und dann gemütlich in 4 L ab nach hinten... 😎

Gruß Markus
177 Beiträge · seit 201505. Sept. 2016 · #78
Deswegen versuchte ich ja den Motor konstant bei 4000 U/min zu halten, aber der 2,5 Liter Turbo Diesel war wirklich sehr schwachbrüstig. Daher musste ich ja unterwegs auch vom 2ten in den 1ten Gang zurück schalten ohne stecken zu bleiben. Immerhin hätte ich notfalls nach anhalten auch im 4 L es nochmals probieren können (nachdem ich dann doch den Reifendruck herabsetzen hätte müssen). Eingraben hätte sich der Hilux wohl eher nicht können, vorher wäre der Motor einfach abgewürgt gewesen. Auf Teer 0-100 km/h hatte ich einmal spaßeshalber probieren wollen, nach über 30 Sekunden habe ich aufgehört zu zählen.
Mmmh. Das klingt alles nicht so richtig durchdacht. Du brauchst Drehmoment und nicht Leistung, deshalb ist bei 4000 U/min rumzuorgeln auch kontraproduktiv. Knapp über dem Turboloch im L ergibt Dir maximales Drehmoment. Und dann musst Du auch nicht schalten. Der Druck auf die Kupplung ist nämlich als würdest Du voll die Bremse reinhauen. Und ja: man kann einen 2,5 Hilux sehr wohl bis zu den Achsen eingraben. Man muss sich nur ausreichend dumm anstellen. Das schöne an Sand ist: man kriegt ihn auch wieder raus.
391 Beiträge · seit 201507. Sept. 2016 · #79
Wuuah, 4'000 U/min durch den Sand? Maximale Kraft (Drehmoment) hat der 2.5er Hilux bei ~2000 U/min (wie fast alle diese Fahrzeuge)!
Bei 4'000 U/min hast du Einbussen von bis zu 50% der maximalen Kraft!
Das ist bekannt und bei meinem Privatauto auch nicht anders. Ich habe ja nur einen 3 Liter Diesel der in etwa doppelt soviel Leistung abgibt wie der alte 2,5 Liter Diesel der im Hilux arbeitet... 😗
Und auch hier nochmals: Leistung und Kraft sind zwei unterschiedliche physikalische Einheiten. Was du meinst (spürst) ist NICHT Leistung, sondern Kraft. Und ich bin mir nicht so sicher, ob dein 3L-Diesel-Privatauto doppelt soviel maximales Drehmoment hat. Bezweifle es sehr...

Siehe z.B.:


(Details wie Über- und Untersetzung mal beiseite gelassen)
zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2016
1'042 Beiträge · seit 201608. Sept. 2016 · #80
kOa_Master schrieb:Wuuah, 4'000 U/min durch den Sand? Maximale Kraft (Drehmoment) hat der 2.5er Hilux bei ~2000 U/min (wie fast alle diese Fahrzeuge)!
Bei 4'000 U/min hast du Einbussen von bis zu 50% der maximalen Kraft!
Naja aber auf dem Weg von 4000 U/min bis runter zu 1500 U/min (als ich dann schalten musste) hat er auch bei 2000 U/min trotz Vollgas im zweiten Gang seine Drehzahl nicht mehr halten können. Vermutlich hätte ich doch anhalten sollen, Druck aus den Reifen lassen und dann in 4 L weiter. Ich hatte halt Angst stecken zu bleiben.
kOa_Master schrieb:
Und auch hier nochmals: Leistung und Kraft sind zwei unterschiedliche physikalische Einheiten. Was du meinst (spürst) ist NICHT Leistung, sondern Kraft.
Nur die Leistung die der Motor abgibt spürst Du! Extrembeispiel: Du hast zwar 500 Nm Drehmoment aber der Motor dreht nur bis 190 U/min, dann wäre das Deiner Meinung nach auch gut, dass dabei aber nur etwa 10 kW Leistung abgegeben werden berücksichtigst Du nicht.
kOa_Master schrieb:
Und ich bin mir nicht so sicher, ob dein 3L-Diesel-Privatauto doppelt soviel maximales Drehmoment hat. Bezweifle es sehr...
Dein Leistungsdiagramm passt nicht zu den Fahrleistungen des Hilux den ich gemietet hatte. Der war eher "sehr gemütlich" zu bewegen. Ich vermute es war der 2,5 Liter mit 102 PS und 260 Nm Drehmoment. Vielleicht war es aber auch schon die 120 PS Version mit Ladeluftkühler, dann aber ein sehr lahmer seiner Sorte.
Mein Privatauto hat 540 Nm Drehmoment bei 1600 - 2400 U/min und 231 PS bei 3800 U/min.

Gruß Markus
zuletzt bearbeitet 08. Sept. 2016