Hallo Lea,
eines vorneweg - ich kenne Namibia zwar recht gut, aber nicht als Camper. Die Camping-Plätze, von denen ich rede, kenne ich zwar alle vom Sehen, aber ich kann natürlich nichts sagen zum Service, zur Sauberkeit etc.
Zu Eurer Tour habe ich nicht viel zu sagen. Da ist natürlich manches drin, was Geschmackssache ist, aber alles in allem gefällt mir Deine Route sehr gut. Deshalb nur ein paar Hinweise:
10. August: Wenn Ihr mit Air Namibia fliegt, kommt Ihr laut deren Flugplan (siehe hier:
http://www.airnamibia.com/de/flug-nach-namibia-planen-buchen/streckennetz-flugplan/) um 7.30 Uhr an. Bis Ihr Euer Gepäck habt, ist es etwa 8.30 Uhr (oder später). Danach die Fahrt nach WDH zum Autovermieter, die etwa 3/4 bis 1 Stunde dauert = 9.30 Uhr. Übernahme des Mietwagens - wenn Ihr diese sorgfältig macht und den Wagen genau kontrolliert, ob alles da ist, was auf der Liste steht, braucht Ihr mindestens die von Euch genannten 2 Stunden. Schon ist es Mittag. Dann geht Ihr einkaufen. Dauer mindestens 1 Stunde - egal, ob bei Pick & Pay oder beim Superspar oder im Wecke Voigts Center. 13.00 Uhr - Zeit für eine Mittagspause oder nehmt Ihr nur ein Brötchen auf die Hand? Solltet Ihr nicht, das heißt noch einmal eine Stunde. Endlich um 14.00 Uhr könnt Ihr losfahren. Das ist aber auch höchste Zeit, denn gegen 17.30 Uhr geht ja die Sonne schon unter. Ihr solltet deshalb unbedingt nicht weiter fahren als bis Rehoboth. Das Lake Oanob Resort hat einen schönen Campingplatz und der See gefällt mir auch landschaftlich sehr viel besser als der Hardap (ist aber Geschmackssache).
Hinzu kommt, dass Ihr von der langen Flugnacht müde seid und die Strecke ab Rehoboth wegen ihrer relativen Eintönigkeit zum Gähnen und Sekundenschlaf verleidet. Auch deshalb würde ich nicht weiter als Rehoboth fahren.
Damit verschiebt sich aber Euer Plan gewaltig.
11. August:Wenn Ihr über die B 1 durchfahrt, könnt Ihr es von Rehoboth aus tatsächlich bis Keetmanshoop schaffen. Das sind knappe 400 km, dazu kommen dann noch die 20 km von der B 1 bis zum Köcherbaumwald. Der Abstecher zum Hardap ist zeitlich noch drin, der nach Bukaros wahrscheinlich nicht. Mit Rast- und Fotopausen und dem Hardap-Abstecher braucht Ihr für die Strecke bis Köcherbaumwald ca. 6 Stunden.
Ihr fahrt immer am Rande der Kalahari vorbei, ohne auf der B 1 auch nur einen Hauch davon zu sehen. Deshalb solltet Ihr in Kalkrand auf die C 21 abbiegen und dann nach ca. 40 km die D 1268 fahren. Da fahrt Ihr mitten durch die roten Kalahari Dünen, seht gelegentlich ein paar Spring- und Gemsböcke, vielleicht auch mal eine Giraffe oder ein Zebra. Die D 1268 mündet ind die C 20, in die Ihr rechts abbiegt und dann wieder kurz vor Mariental auf die B 1 kommt. Dieser Umweg kostet Euch etwa eine Stunde, so dass Ihr am Nachmittag am Köcherbaumwald/Spielplatz der Riesen sein könnt. Für den Spielplatz rechnet mal eine Stunde ein, dann 15 Minuten zurück zum Köcherbaumwald. Ihr kommt kurz vor Sonnenuntergang dort an und könnt den Sonnenuntergang dort genießen und fotografieren.
Das Permit für Giants Playground bekommt Ihr übrigens auf dem Weg dorthin beim Köcherbaumwald.
12. August:Mein Streckenvorschlag: B4 - D 545 (kurzer Halt am Naute Dam (Klippschliefer beobachten und fotografieren) - C 12 - C 37 (Abstecher zum Hauptaussichtspunkt des Canyon), je nach Zeit auch noch zu den nahe gelegenen anderen Aussichtspunkten fahren und dann weiter nach Ai Ais oder schon vorher auf dem Campingplatz Hobas am Eingang zum Naturpark bleiben. Der Platz sieht sehr gut aus und auch die sanitären Einrichtungen scheinen mir in Ordnung. Hobas hat für Euch den Vorteil, dass Ihr länger am Canon bleiben könnt und evtl. auch mal die 4 x 4 Strecke am Canon-Rand entlang fahrt. Das ist letztlich eine Zeitfrage. Für das 4 x 4 Stück müsst Ihr mit mindestens 2 Stunden rechnen, da Ihr ja immer wieder aussteigt, fotografiert und/oder ein Stück lauft.
13. AugustHobas/Ai Ais - Fahrt durch den Canon Nature Park zum Oranje (auf meiner uralten Karte, die ich hier nur habe, ist diese Straße noch nicht drauf) - dann weiter über Rosh Pina nach Aus.
Schön, dass Ihr für Lüderitz so viel Zeit eingeplant habt - man braucht die auch. Auf der Fahrt von Aus nach Lüderitz kommt Ihr direkt zu den Wildpferden, wenn Ihr dem Hinweiszeichen folgt. Rechnet mal eine Stunde für Umweg und Beobachtung ein.
Kolmannskuppe könnt Ihr auf der Hinfahrt nur besuchen, wenn Ihr sehr früh abfahrt, denn die Führung beginnt um 10.00 Uhr und von Aus bis dorthin braucht Ihr etwa eine Stunde, dazu Garub mit den Wildpferden - da seid Ihr mindestens 2 Stunden unterwegs. Und die im Eintrittspreis enthaltene deutschsprachige Führung würde ich schon empfehlen.
Wenn Ihr eine der angebotenen Touren ins Sperrgebiet machen wollt, dann muss die mindestens zwei Wochen vorher angemeldet werden, weil der Tourveranstalter ein Permit bei Namdeb einholen muss. Ohne Führung kommt Ihr nicht nach Pomona oder zum Bogenfels. Und gerade die Bogenfels-Tour lohnt sich. Dauer 6 - 8 Stunden. Damit hättet Ihr für Stadt, Bootstour, Diaz-Point und Strände ohnehin nur noch einen Tag.
Auf der Strecke nach Betta unbedingt über die D 707 fahren. Wenn Ihr noch einen Tag Zeit hättet, solltet Ihr eine Übernachtung auf Gunsbewys oder Namtib einplanen (2 Nächte wäre besser - nämlich auf beiden Farmen je eine Nacht).
19. bzw. 20. AugustWenn Ihr in Büllsport übernachtet, dann fahrt am anderen Tag über den Remshoogte Pass nach Nauchas und von dort den Spreetshoogte Pass bergab. Ist wesentlich interessanter als bergauf. Vom Pass dann über Solitaire nach Walvis Bay. Mittagspause vielleicht in Rostock Ritz machen. Da habt Ihr noch einmal einen fantastischen Ausblick von der Terrasse.
Eine Ü in Walvis Bay ist sinnvoll, wenn Ihr am anderen Tag die Bootstour und/oder die Sandwich Harbour Tour machen wollt.
Dann natürlich auch mit dem eigenen Wagen eine Umrundung der Lagune und Beobachtung der Flamingos, die dort zu Tausenden ziemlich nahe am Ufer zu sehen sind.
Wenn Ihr eine Nacht WVB macht, dann bitte noch zwei Nächte Swakopmund. Die Little Five Tour, der Welwitschia Drive, der Besuch der Oase Goanikontes und/oder eine Tour im Swakop Rivier brauchen halt ihre Zeit.
Von Twyfelfontein aus würde ich auf jeden Fall über die C 39/C 43/C40 fahren und dann durch das Galton Gate in die Etoscha fahren.
Etoscha und dann Caprivi bis Vic Falls - prima. Das ist alles eine Frage der Unterkünfte bzw. Plätze und zu den Campingplätzen kann ich dort nur sehr wenig sagen.
So, das waren meine wesentlichen Anmerkungen. Die Frage, ob und wo man mindestens zwei Nächte bleiben sollte und wie störend das mit dem Auf- und Abbau ist, kann ich nicht beantworten. Es ist nämlich Ansichtssache, dazu eine Frage des Alters und eine Frage, wie man die Tour erlebt. Will man den Fleck, den man besuht erleben oder ist der Weg das Ziel?
Liebe Grüße
Gerd