DREI MONATE LANG KREUZ UND QUER DURCH KENIA

Reisebericht 381 Antworten · 41,2k Aufrufe · gestartet 10. Jan. 2016 von Mzeekenya
Themenstarter527 Beiträge · seit 201304. Apr. 2016 ·
Eigentlich wollte ich meine Reisen während der fast vier Monate kreuz und quer durch Kenia schön der Reihe nach erzählen - wie es sich für einen ordentlichen Schweizer, der zudem mal hoch geschätzter Buchhalter war, gehört. Aber diese Magadi-/Natrongeschichte verfolgt mich noch immer und ich will sie deshalb los werden. Ich habe sie ja bereits kurz erwähnt und mit drei Bildern illustriert. Hier nun also von A bis Z was und wie und warum die Geschichte abgelaufen ist. In Nanyuki hat nämlich offensichtlich die Regenzeit begonnen und so habe ich meinen geplanten Ausflug zum Mount Kenya, Sirimon Route, auf den nächsten Besuch verschoben.


MORGENRÖTE DER MENSCHHEIT
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Schon wenige Tage nach unserer 10-tägigen Safari in die Chalbi-Wüste und an den Lake Turkana (nicht hetzen, bitte, die Geschichte kommt schon noch!) war der Level meines Adrenalinspiegels so tief gesunken, dass ich mich fragte, für was ich denn noch leben würde... Ich setzte mich mit Simon in Verbindung und fragte ihn, was wir zusammen einigermassen Aufregendes unternehmen könnten. In den Nordosten wollte ich nicht. Dort oben treibt sich bekanntlich das Pack der Al Shabaa-Verrückten herum und schlachtet Studenten, Buspassagiere und LKW-Driver ab. Als Weisser würde ich, vermutlich, auffallen wie ein bunter Hund und zum Ziel schiesswütiger Terroristen werden (ich traute der Tourismusministerin nicht, die nach dem Westgate-Überfall in Westlands versichert hatte, die Besucher seien sicher wie in Abrahams Schoss und kein Mensch würde ihnen ein Haar krümmen).
Simon weiss, dass ich von den Loita Hills restlos begeistert bin und er schlug vor, die traumhaft schöne Hügellandschaft noch einmal zu besuchen - allerdings sozusagen von der anderen Seite her, vom Lake Magadi und oder Lake Natron. Ich willigte sofort ein, aber Simon wollte erst wissen, ob ich noch einmal zu den "Fünf Heiligen Bäumen" der Massai wolle. Wenn ja, würde er nämlich die Tour nicht mitmachen, sondern in Morijo auf mich warten. Ich beruhigte ihn und wir machten ab, dass wir uns in Nairobi-Karen treffen würden. So geschah es denn auch. Simon kam von Narok mit dem Matatu, ich von meinem Tansania-Ausflug, den ich wegen des Carnets für den LC unternommen hatte. Am nächsten Morgen kauften wir im Nakumatt Lebensmittel und Wasser für ein paar Tage ein und fuhren dann über die Ortschaft Ngong an den Ngong-Hügeln vorbei. Die Dürre hatte selbst die grünen Hills braun und gelb gefärbt und das Vieh wirbelte den Staub haushoch auf. Wir fuhren fast 1 500 m auf den Boden des Rift Valleys hinunter und je tiefer wir kamen, umso grösser wurde die Hitze.

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zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2016
447 Beiträge · seit 201104. Apr. 2016 ·
Mzeekenya schrieb:Hallo Thorsten,
Selbst das Wechseln eines dieser verdammt schweren LandCruiser-Reifens wird langsam zum Problem. Zwar hat man in Afrika fast immer einen Haufen junger Männer um sich, wenn man am Strassenrand steht und mit dem Auto was nicht stimmt. Aber eben: nur "fast immer". Die letzten beiden Plattfüsse musste ich selbst bewältigen und fand das alles andere als lustig - vor allem, den Reifen auf Brusthöhe hochwuchten und auf dem Traggestell installieren.
M.
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Hallo Mzee,
das liegt nicht daran, dass wir immer älter und schwächer werden! Unser Toyo- Ersatzrad ist im Laufe der Jahre deutlich schwerer geworden (witterungsbedingt?) und außerdem hängt es jedes Jahr wenn wir wieder unterwegs sind ein Stück höher, bei gleicher Bodenfreiheit. Keine Ahnung wie das geht.


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Gruß NamiBilly
Themenstarter527 Beiträge · seit 201304. Apr. 2016 ·
Vermutlich hängt das mit dem Klimawandel zusammen, oderrr?
Vielleicht auch mit dem Waldsterben?
Möglicherweise mit der Bevölkerungs-Explosion.
Eine andere Theorie: mit den Chemtrails?
Gruss M.
Themenstarter527 Beiträge · seit 201304. Apr. 2016 ·
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Wir fuhren dem rund 65 km entfernten Olorgesailie entgegen - einer der berühmtesten prähistorischen Siedlungsplätze der Menschheit. Olorgesailie ist der grösste Werkplatz für frühe Steinwerkzeuge, z.B. faustgrosse Kiesel (Pebbles) und vor allem Handäxte, die der Archeulean-Kultur zugehören, die mindestens 1,5 Millionen Jahre zurück reicht.
Die grosse Hitze auf dem Boden des Grabenbruchs und die sehr geringen Niederschläge haben zur Folge, dass sich lediglich eine karge Wüstenvegetation entwickelt hat. Mensch und Tier können nur überleben, weil es einige wenige Wasserlöcher gibt und der E'Sonorua River das ganze Jahr über Wasser führt (der Name des Flusses stammt übrigens, wie mir Simon erklärte, aus der Maa-Sprache und bedeutet 'Rindsfilet'!).

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Olorgesailie war bis vor 100 000 oder 200 000 Jahre von einem grossen See bedeckt, der sich vom gleichnamigen Berg bis zur Fundstätte der Stein-Werkzeuge (ähnliche wurden auch in der Olduvai-Schlucht in Tansania gefunden) erstreckte. Durch ein Erdbeben oder einen Vulkanausbruch kam es zu grossen Erdbewegungen und der See verschwand. Man sieht vor allem an den einstigen Rändern noch meterdicke Sedimente. In solchen Ablagerungen wurden Anfang des letzten Jahrhunderts Fossilien von Menschen und Tieren gefunden, die zum Teil knapp eine Million Jahre alt sind. Homo habilis und Homo erectus lebten hier und vermutlich noch früher Australopithecus Spezies, die sich u.a. durch ein kleineres Gehirn und auffallend kräftige Zähne auszeichneten. Möglicherweise sind sie die Vorfahren der Hominini (Menschenartige der Gattung Homo)

Sedimentablagerungen eines urzeitlichen Sees.
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E'Sonorua River, im Hintergrund der Mount Olorgesailie
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Mit Ezechiel, dem Guide, der aus einem anderen höllisch heissen Landesteil stammt, aus Isiolo, besichtigten wir zuerst das kleine aber interessante Museum und anschliessend die Ausgrabungsstätten, in denen in den 40er-Jahren auch die berühmten Leakys, Louis und Mary, tätig waren.
Anders als bei vielen anderen Ausgrabungsstätten wurde in Olorgesailie der Grossteil der Funde in situ - also vor Ort - gelassen. Man sieht die Meter dicken Ablagerungen des Sees und eines späteren Flusses und davor hunderte von steinzeitlichen Werkzeugen wie Pebbles (faustgrosse, runde Kieselsteine) und Handäxte, z.B. aus Obsidian, die zum Zerteilen von erlegten Tieren dienten.
Die Ausgräber fanden auch versteinerte Überbleibsel ausgestorbener Tiere wie Elefanten, Hippos, Zebras und Paviane, die man entweder dort, wo man sie ausgebuddelt hat oder im Museum vor Ort betrachten kann.

Ezechiel, unser Führer durch die Ausgrabungen
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Teilansicht des Museums in Olorgesailie mit Fundstücken
ausgestorbener Tierarten
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Ausgestorbener Pavian Theropithecus oswaldi
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Elephas recki (Vordergrund), ein ausgestorbener Elefant,
der um einiges grösser war, als die heute noch lebenden
Arten
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Pebbles (Kieselsteine, mit denen z.B. Knochen aufgebrochen wurden)
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Die mittägliche Führung durch Ezechiel vermittelte uns interessantes Wissen, aber die Sonne stand fast senkrecht am Himmel und die Hitze war nahezu unerträglich. Ich beschloss deshalb, nach 17.00 Uhr noch einmal ins Ausgrabungsgelände zu gehen und die Fundgegenstände eingehender zu betrachten. Ezechiel verzichtete darauf, uns zu begleiten bzw. zu beaufsichtigen, während Simon seinen Herrn und Meister nicht den Gefahren von Olorgesailie - vor allem angeblich eine beachtliche Zahl von Giftschlangen - aussetzen wollte und sich ihm, also mir, anschloss.

Handäxte, die zwischen 500 000 und 1 Million Jahre alt sind
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Die Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz; Simon musste sich mit meinem Einmannzelt begnügen, ich schlief im LC, der so aufgeheizt war, dass ich weder Schlafsack noch Shuka (Massaituch) brauchte. Am nächsten Tag wollten wir unsere Fahrt zum Magadi- und zum Natronsee fortsetzen.

Simons kleine "Hütte" - für ihn eher ungewohnt
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zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2016
1’589 Beiträge · seit 201404. Apr. 2016 ·
Danke Mzee fuer die tollen Bilder und die interessanten Ausfuehrungen ueber Olorgesailie!

Es ist ein super Platz, nur leider hatten wir dort das letzte Mal keine Zeit, uns umzuschauen - Schatten und Voegel hatten Vorrang.

Ist Dir wenigstens eine Schlange zu Gesicht gekommen?

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter527 Beiträge · seit 201304. Apr. 2016 ·
Bushtruckers schrieb:
Ist Dir wenigstens eine Schlange zu Gesicht gekommen?
Liebe Gruesse
Elvira
Ach woher! Bei der Affenhitze sind doch keine Schlangen zu sehen. Und nachts, wenn es ein bisschen abkühlt, bin ich eh nicht unterwegs. Ich habe in all meinen Afrikajahren weitaus mehr Leoparden als Schlangen gesehen. Aber Simon brauchte ja einen Grund, um mir auf den Fersen zu bleiben.
Schönen Abend und Gruss. M.

Noch immer werden in Olorgesailie Ausgrabungen vorgenommen - die neusten 1 1/2 km von den alten entfernt; sie sind für Besucher noch nicht zugänglich

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zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201305. Apr. 2016 ·
"Wenn Sie die Barriere am Ende des Dorfes hinter sich gelassen haben, sind Sie vollständig auf sich allein gestellt," sagte der Sicherheits-Offizier, bei dem wir das Permit zum Befahren des Magadisees holen mussten. "Wenn Sie einbrechen, holen wir Sie nicht raus und es gibt kein Notfallteam. Bleiben Sie auf der Spur, nehmen Sie genug Wasser mit und fahren Sie nicht zu schnell. Es gibt immer wieder Schlaglöcher, die man erst im letzten Moment sieht. Viel Glück. Wo wollen Sie überhaupt hin?"
"Zum Lake Natron und von dort aus das Nguruman Escarpment hoch und in die Loita Hills," sagte ich. "Na, da haben Sie ja einiges vor. Hoffentlich haben Sie einen starken Wagen. Viel Glück - Sie werden es brauchen. Und denken Sie daran: die Fahrt dauert zwei bis drei Tage."



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IM VORHOF ZUR HÖLLE, TEIL I
Na, so schlimm wird es wohl nicht sein, dachte ich mir. Wenn ich die Karte betrachtete, schien die Distanz in die Loita Hills gar nicht so gross zu sein. Vielleicht 120 km oder ein bisschen mehr. Simon hatte ausserdem behauptet, den Weg gut zu kennen. "Wir können gar nicht falsch fahren, Bapa. Du kannst dich auf mich verlassen, ich war schon zweimal hier." Mit der Verlässlichkeit der Afrikaner, besonders auch der Kenianer, habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht, die eher negativ ausgefallen sind. Aber vielleicht sollte ich mir endlich mal die afrikanische Ansicht von Verlässlichkeit aneignen und die europäische ad acta legen?

Die Strasse von Olorgesailie nach Magadi, etwas mehr als 50 km, besteht zu 50% aus Schlaglöchern und zu 50% aus verbogenem Teerbelag. Langsames Fahren ist angesagt. Den See kann man schon einige Kilometer vor der Ortschaft von einem kleinen Hügel aus sehen und ebenfalls die Sodawerke, die Salz- und Sodabecken, die eine rosarote Farbe haben und die Eisenbahnlinie, auf der gefüllte Wagen nach Voi gekarrt werden.

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Als wir zum See hinunter fuhren, sahen wir links von der Strasse einige hundert Zwergflamingos - mehr jedenfalls, als in den letzten Jahren am Nakuru- und am Bogoriasee. Ausserdem verschiedene Arten von Watvögeln (Limikolen) und Graukopfmöwen. Es war zwar erst zehn Uhr, aber die Sonne knallte schon unbarmherzig vom Himmel. Die Luftfeuchtigkeit war wegen der enorm hohen Verdunstung des Seewassers sehr hoch und uns beiden lief schon der Schweiss über Gesicht und Rücken. Kein Lüftchen wehte und wir beschlossen, weiter zu fahren und die heissesten Stunden vielleicht im Schatten von Bäumen zu verbringen.

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Rechts von der Strasse stand die alte, riesige Sodafabrik, die seit 80 Jahren Salz und Pottasche fabriziert und in die ganze Welt verschickt. 2005 wurde sie vom indischen Tata-Konzern aufgekauft. Der See ist rund 100 km2 gross und in der Regenzeit, die im Magadi-/Natronbecken allerdings selten heftig ausfällt, bis zu 80% von Wasser bedeckt. An einigen Stellen wird das seltene Mineral Trona gefördert, eine Natriumhydrogencarbonat-Verbindung, aus der Natriumcarbonat hergestellt wird.
Der Wächter an der Barriere, der uns nach dem Ausfüllen eines Formulars auf das Gelände der Soda Company fahren liess, hatte uns eingebleut, keine Fotos zu machen. Dazu müsste man eine besondere Bewilligung beantragen. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, kurz anzuhalten und ein paar Bilder zu schiessen. Solche Situationen führen immer wieder mal dazu, dass ich mit der Polizei in Konflikt komme und gelegentlich ein, zwei Stunden lang verhört werde 😈 😄

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Simon hatte als Vorbereitung für die Safari einen Situationsplan gezeichnet, aus dem ich nicht ganz schlau wurde. "Lass nur Bapa, ich weiss schon, wo's lang geht." Das ist eine Eigenart von Simon, die mich immer wieder nervt: er macht aus seinen Plänen und aus seinem Wissen (manchmal auch Nicht-Wissen) ein Geheimnis. Ich weiss nicht warum - vielleicht gibt ihm das ein gewisses Machtgefühl und die Gewissheit, dass ich in solchen Situationen auf ihn angewiesen bin? Nun, den Plan liess ich mir von ihm erklären, hatte aber den Eindruck, dass er damit selbst nicht so recht zu Rande kam... Jedenfalls erkundigte er sich immer wieder bei BodaBoda Drivern (Motorradfahrern), Fussgängern, Hirten und Massai, die ihm gerade über den Weg liefen, wo's denn lang gehe. Seinen Plan habe ich fotografiert:

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Wir liessen den Lake Magadi hinter uns, ohne ein einziges Mal eingebrochen zu sein (hielten uns allerdings genau an die gut sichtbaren Spuren) und kamen in flache, trockene Halbwüsten, in denen aber noch immer ab und zu Kühe, Schafe und Ziegen zu sehen waren. Wenn ich zum Fotografieren anhielt und aus dem Wagen stieg, hatte ich das Gefühl, in einem auf 200 °C vorgeheizten Backofen zu stehen.
Die Hitze förderte meinen Wandertrieb nicht stark und die meisten Fotos, die ich machte, entstanden in unmittelbarer Umgebung des Wagens. Aber das sieht man ihnen ja nicht an!

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Dreimal fuhren wir rund zehn Kilometer weit in die falsche Richtung, wobei Simon jedes Mal sagte, wir hätten die richtige Abzweigung nur um wenige Zentimeter verfehlt - und überhaupt: früher habe es hier ganz anders ausgesehen und es sei langsam an der Zeit, dass das Government Ortsschilder aufstelle.... Zum Glück trafen wir jedes Mal einen oder zwei Einheimische, die ihm anhand seines Planes den richtigen Weg wiesen. Wir liessen den Lake Magadi hinter uns und überquerten auf einer scheppernden Eisenbrücke den Ewaso Ngiro, den Fluss, der die beiden Wildreservate Samburu und Buffalo Springs von einander trennt und der weder ins Meer noch in einen See fliesst, sondern in einen Sumpf nördlich des Lake Natron und dort mehr oder weniger verschwindet.
Die Landschaft änderte sich. Am Horizont tauchten steile Hügelzüge auf und es gab eine spärliche Dornbuschvegetation sowie weite Felder voll vulkanischer Steine.

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Simon zeigt wo's lang geht - auch wenn er öfter mal falsch lag...
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Wir fuhren überwiegend direkt am Ufer des Lake Natrons lang, der mehrmals kleinere Buchten bildete, die wir umfahren konnten. Bis wir zu der verfluchten und hundsgemeinen Bucht kamen, die man nicht umfahren konnte, sondern queren musste. Das Wasser war an den meisten Stellen verdunstet, aber der Boden war, wie man von weitem sah, von Autospure gezeichnet und es lag auf der Hand, dass Dutzende von Autos in den vergangenen Wochen oder Monaten in dem fast schwarzen Dreck stecken geblieben waren. Überall lagen abgerissene und abgehauene Äste herum und Haufen von porösem Lavagestein. Es blieb mir nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen und durch den Matsch der Bucht zu fahren - 4x4 LowRange, 2. Gang und Full power. Hundert Meter ging es gut. Dann, genau zwei Meter vor dem rettenden Ufer, war Sense, Schluss, fertig, nichts ging mehr. Die Hinterräder drehten durch und gruben sich in Sekundenschnelle in den Morast. Da sassen wir, um 13.20 Uhr, und kamen nicht mehr weiter.

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Bevor ich die Sch... weiter breit trete, möchte ich mich bei all jenen herzlich bedanken, die mir, nachdem sie die Bilder des versenkten LandCruisers gesehen hatten, gute Ratschläge gegeben haben, die von "in dieses schwarze Loch wäre ich niiie reingefahren" über "wie kannst du nur als alter Afrikahase in eine solche Situation geraten? Warum bist du nicht um die Bucht rum gefahren?" bis "ich hätte gewartet, bis einer kommt, der mich raus zieht" und "warum hast du keinen High Jack dabei gehabt?". Euch allen, liebe Freunde, hätte ich das nächste Mal gern dabei und würde bei über 50° C an der Sonne - Schatten gab's weit und breit keinen - mit euch diskutieren, was man besser machen könnte.
Danke deshalb für euer tief empfundenes Mitgefühl und die hilfreichen Tipps.
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Simon, der sonst immer und jederzeit und nimmermüde sagt, wie ich zu fahren habe, war diesmal stumm geblieben (vermutlich hätte er auch keinen anderen Weg gewusst - höchstens, die 75 km nach Magadi zurück zu fahren). Wir krempelten die nicht vorhandenen Ärmel hoch, ich holte die Schaufel vom Dach und Simon machte sich auf den Weg, um grosse Steine heran zu schleppen. Der Matsch war so schwer wie Black Cotton Soil und klebte an der Schaufel wie Lehm und musste nach jedem Stich an einem Stein abgeklopft werden. Die Sonne knallte auf unsere Köpfe und den Rest und die schwarze Erde warf die Hitze zurück. Nach zehn Minuten waren wir bereits in Schweiss gebadet. Simon löste mich beim Schaufeln ab, ich ging auf Steinsuche. Es gab tausende von Lavabrocken, aber die zerbröselten sofort, wenn man den Wagenheber auf sie stellte und diesen hochdrehte. Jeder zwanzigste oder dreissigste Stein bestand nicht aus Lava, sondern aus härterem Material. Kleine Steine nützten uns nichts, denn die beiden Wagenheber drückten sie in die durchnässte Erde. Grosse Brocken, 20, 25 kg schwere, mussten her.
Nach zwei Stunden härtester Schufterei - die Wagenheber rutschten immer wieder von den aufeinander geschichteten Steinen oder aber von den zum Glück massiven Stossstangen - hatten wir eine grössere Anzahl Steine unter die Hinterräder gepackt und die Wagenheber entfernt. Ich setzte mich in den LC, legte den Rückwärtsgang ein und gab Gas. Und hurra - wir kamen aus den Löchern raus und standen zwar nicht auf festem, aber doch auf Land, das unter dem Wagen nicht gleich nachgab.
Also Anlauf genommen, zweiten Gang eingelegt und mit Vollgas Richtung festem Ufer. Dann steckten wir erst Recht fest. Mit allen vier und nicht nur zwei Rädern.
Ich fluchte erst einmal wie ein Henker oder Fuhrmann oder was auch immer. Als das nichts half, mussten wieder Schaufel, Wagenheber und Steine her. Bevor wir uns erneut an die Arbeit machten, tranken wir den zweiten oder dritten Liter Wasser, das umgehend wieder aus den Poren floss.

Selbst im Angesicht des Todes Haltung bewahren: ich habe das grosse Solarpanel an der Windschutzscheibe aufgestellt, das die Batterie für den Engel-Kühlschrank lädt und wir somit angenehm kühles Wasser haben.
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Um 19.00 Uhr war es nahezu stockfinster - aber nicht ganz, denn es war eine sternenklare Vollmondnacht. Wir beschlossen, um 20.00 Uhr schlafen zu gehen - Simon auf dem Vordersitz, ich auf dem schräg abfallenden Bett im Wagen. Dafür wollten wir "etwas früher" aufstehen. Simon meinte stoisch: "wir sind nicht die ersten, die hier übernachten-" Oh wie tröstlich!
zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2016
699 Beiträge · seit 201005. Apr. 2016 ·
Hallo Mzee,
na gut, dann sag ich dazu mal nix.... 😉

Irgendwie ziehst du das Abenteuer an, aber vielleicht suchst Du ja das Abenteuer, aber vielleicht doch dieses Mal deutlich zu viel davon. Wobei mal abgesehen von deinem Vorhof zur Hölle aber interessante Landschaft und schön einsam.

Grüße und hoffentlich geht's jetzt besser weiter
Giselbert
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
IM VORHOF ZUR HÖLLE, TEIL II


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Es wurde eine kurze und zudem schmerzhafte Nacht, denn ich bekam, kaum im Bett liegend, in fast jedem Muskel heftige Krämpfe: in den Füssen, den Waden, den Oberschenkeln, Händen, Armen und sogar im Hals. Für kurze Zeit fiel ich in wirre Träume und schreckte nach wenigen Minuten aus dem Schlaf auf. Simon sass auf dem Vordersitz, führte Selbstgespräche, schniefte und hustete - kein idealer Schlafkumpane. Um Mitternacht verliess er den LC und wenige Minuten später sah ich, wie er mit einem riesigen Stein auf den Schultern heran gekeucht kam. Da ich auch nicht schlafen konnte, stand ich auf und gemeinsam suchten wir Steine, die wir für den LC verwenden konnten. Es war eine unglaublich stille Nacht; keine Geräusche, nicht einmal das Zirpen einer Grille, war zu hören. Der Mond warf eine lange, silberne Bahn auf den See - aber mir war nicht gerade romantisch zu Mute, eher zum Kotzen. Die Temperatur war noch immer sehr hoch - einiges über 30°C - und der Körper konnte sich nicht erholen. Wir tranken literweise Wasser und schwitzten es gleich wieder aus. Kurz nach 06.00 h brach die Dämmerung an und gegen 07.00 Uhr ging die Sonne auf. Schon gleich, nachdem sie über dem Horizont erschien, heizte sie uns tüchtig ein. Ich merkte, dass Übelkeit in mir aufstieg und Schwindel und Magensäure in meinen Mund. Ich hatte seit zwei Tagen nichts gegessen und selbst den sonst so geliebten Serrano-Schinken verschmäht. Die Schaufel wurde schwerer als ein Baggerarm. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich einem Hitzschlag oder Kreislaufkollaps nahe.

Simon der Unermüdliche
Simon sah, dass ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war und forderte mich auf, im nahen Busch etwas Schatten zu suchen und mich hin zu setzen. Für einmal kam ich seinem Befahl nach... Er hingegen schuftete unermüdlich, setzte immer wieder die Wagenheber an den Stossstangen an und legte Steine unter die im Wasser stehenden Räder. Mehrere Versuche, aus der Misere zu kommen, schlugen fehl. Simon begann immer wieder von vorne. Die Sonne stieg höher und war schon um 10.00 Uhr unerträglich heiss. Ich stellte mir vor, was passieren würde, wenn Simon einen Kollaps hätte. Dann würden wir vermutlich bis zum jüngsten Tag am Ende der Welt bleiben und in kurzer Zeit zu Biltong mutieren. Nach Magadi könnten wir nie zu Fuss gehen und wie weit es in die andere Richtung zum nächsten Dorf war, wussten nur die Götter (später stellte ich fest: 25 km). Unsere Wasservorräte reichten höchstens für zwei Tage und das stark alkalische Seewasser war ungeniessbar.
Ich war, was meine Zukunft betraf, nicht mehr sehr optimistisch.

Nachtschicht
Simon arbeitete wie ein Pferd von Mitternacht bis 12 Uhr Mittags, nur durch kurze Verschnaufpausen unterbrochen. Ich wunderte mich, woher der kleine Mann, keine 1.70 m gross und wohl nicht mehr als 60 kg schwer, die Kraft und Ausdauer nahm.
Gegen 13.00 Uhr hörte ich fernes Motorengeräusch, das näher kam. Es war zwar kein Auto, das uns aus dem Dreck ziehen konnte, aber ein BodaBoda-Fahrer mit einem Passagier. Beides waren Massai, die das Motorrad neben den LC stellten und gleich mit anpackten. Simon gab lauthals Befehle, wo die Jungs helfen, vor allem schaufeln, sollten, denn der Wagen lag mit beiden Diffs und der Ölwanne im Morast.

Eine kleine Hyperhydratation
Ich konnte mich immer noch nicht an den Arbeiten beteiligen und war schwach wie ein Baby. Später fand ich heraus, dass ich an einer Hyperhydratation litt, an einer Überwässerung des Körpers. Durch das viele Wasser trinken wurden wichtige Mineralien und Salze - vor allem Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium - ausgeschwemmt, was den gesamten Elektrolythaushalt durcheinander brachte. Abhilfe hätten isotonische Getränke, wie sie etwa Ausdauersportler zu sich nehmen, gebracht. Aber dergleichen hatte ich natürlich nicht dabei. Eine Überwässerung ist übrigens keineswegs harmlos. Sie kann zu heftigen Krampfanfällen, Nierenversagen und Herzrhythmusstörungen bis zum Infarkt führen...
Simon und die Jungs hatten die vier Räder des LC nach einer guten Stunde Arbeit in der Mittagsglut mit faust- bis kopfgrossen Steinen unterlegt und wir konnten einen neuen Versuch wagen, den LandCruiser aus seiner lamentablen Lage zu befreien. Ich legte den Rückwärtsgang ein und die drei Männer schoben zusätzlich. Und noch einmal hurra - wir kamen wirklich aus dem Dreck raus, standen aber noch immer inmitten tiefer Wagenspuren. Der BodaBoda-Fahrer kannte aber eine Spur, die kaum handtief war - und in dieser erreichten wir das Seeufer und damit festen Boden.
Ich ging noch einmal ein paar Meter zurück und fotografierte den "Arbeitsplatz" von allen Seiten. Noch einmal Schwein gehabt! Nicht zuletzt dank Simon, der eine unfassbare Leistung vollbracht hatte.


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zuletzt bearbeitet 09. Apr. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
... und noch ein Bildli!

Die schwarze Bucht sieht übrigens deshalb so nass aus, weil es zu allem Übel nachts zwei Stunden lang geregnet hatte, was das Ausgraben des LC nicht gerade erleichterte.

Den Rest der Geschichte, die Fahrt zum Massai-Götterberg Ol Doinyo Lengai und den fürchterliche Aufstieg durch das Nguruman Escarpment, den Simon wie folgt kommentierte: "you are realy a good driver - you didn't hit one stone", beschreibe ich vermutlich erst, wenn ich wieder in der Schweiz bin. Morgen geht's nach Nairobi, am Samstag in's Flugzeug (verdammte Sch... - jetzt habe ich mich gerade so richtig gut eingelebt).
Gruss M.
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zuletzt bearbeitet 07. Apr. 2016
1’155 Beiträge · seit 200606. Apr. 2016 ·
…Gratuliere… eine geile Situation 😄

…ein Königreich für eine Winde oder einen Super Puma Transportheli 😎

lg tom
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
Also Tom,
unter einer geilen Situation stelle ich mir grundsätzlich etwas anderes vor...etwas Lustvolleres, Antörnenderes!

Und die Winde ist dort so nutzlos wie ein Kropf. Das Bäumchen im Hintergrund ist mehr als 50 m entfernt und hat seine Wurzeln in eine gerade mal zehn Zentimeter dünne Humusschicht versenkt. Einen Erdanker kann man nicht setzen, weil alles eisenhartes Vulkangestein ist - es sei denn, du rückst mit einem Presslufthammer an. Der Super Puma allerdings wäre eine Alternative. Oder den Ersatzreifen in den Dreck platzieren und einen Highjack drauf. Aber einfach wäre es so oder so nicht gewesen.
Gruss M.


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zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2016
538 Beiträge · seit 201206. Apr. 2016 ·
Hallo Mzeekenya,
eine dramatische Schilderung... das hätte das Ende sein können.

Und "Simon", der "zeigt, wo's lang geht", zeigte schon verdächtig steil nach oben - grob daneben lag er mit seiner Geste jedenfalls nicht!
Aber bewundernswert seine Zähigkeit und der unbeugsame Wille (gemeinsam) zu überleben - Hut ab!

Heut' hast Du jedenfalls wieder einmal 5 Sterne für Nervenkitzel und tolle Aufnahmen verdient.

LG.
Rolf
1’525 Beiträge · seit 201106. Apr. 2016 ·
....da ich Dich als weitgereisten Weltenbumler sehe, traue ich Dir einfach mal zu, dass Du in

Deinem Innersten Deinen starken Elektrolytenmangel wahrgenommen hast......dass aber Dein

Hirn diese Kontrollfunktion unter diesen extremen Bedingungen irgendwie ausgeblendet hat, ist

schon eigenartig (Bouillonwürfel und Cola ist ja auch bei Cholera unter Epidemiebedingungen angesagt.... unter

Anderem.....) ....und bei uns (fast) immer an Bord.....und gesalzene Erdnüsse....wers mag... 😄 😄 😄


lg, BMW
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
rolfhorst schrieb:Hallo Mzeekenya,
eine dramatische Schilderung... das hätte das Ende sein können.

Und "Simon", der "zeigt, wo's lang geht", zeigte schon verdächtig steil nach oben - grob daneben lag er mit seiner Geste jedenfalls nicht!
Aber bewundernswert seine Zähigkeit und der unbeugsame Wille (gemeinsam) zu überleben - Hut ab!
Rolf
Du hast Recht und ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Wir haben später erfahren, dass in der nächsten Ortschaft, Pininy, 25 km entfernt, einmal pro Woche, immer am Dienstag, ein Markt stattfindet, zu dem Händler mit LKWs kommen. Deshalb die vielen tiefen Spuren in der Bucht. Wir aber waren am Mittwoch dort abgesoffen und hätten drei, vier oder gar fünf Tage ohne Wasser nicht überlebt.
Noch einmal: Simon war unglaublich und obwohl wir wie ein altes Ehepaar mit einander immer auf Kriegsfuss stehen, gehört ihm mein grösster Respekt.
Das Erlebnis hat mir eindrücklich gezeigt, dass Leben und Tod besonders in Afrika sehr nah beieinander liegen.
zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
Ich war noch nie, nicht einmal im August im Death Valley bei 48 1/3° C (offizielle Messung) im Schatten, in einer so extremen Situation und habe nachträglich festgestellt, dass u.a. mein Gehirn durch den Elektrolytmangel nicht mehr so einwandfrei tickte, wie es eigentlich sollte und normalerweise auch tut.
Cola ist gut bei Durchfall. Bei Elektrolytmangel "heizt" es den Durst nur noch an und gesalzene Erdnüsse helfen gerade Mal gegen Natriummangel. Da ich seit Jahren auf Safari nicht mehr koche, hatte ich auch keine Bouillon dabei. In Zukunft werde ich allerdings bei Safaris in so trockene und heisse Gebiete ein spezielles Elektrolytpulver mitnehmen, das man im Wasser auflöst. Es kann lebensrettend sein. Einfach so zur Sicherheit...
Im übrigen kann man, wie ich inzwischen weiss, auf einfache Weise selbst eine Elektrolytlösung herstellen. Zucker - Salz und Fruchtsaft in einem bestimmten Verhältnis gemischt (siehe Internet "Elektrolytlösung"), pro Tag zwei Liter trinken (am Lake Natron im April mindestens drei bis vier Liter).
zuletzt bearbeitet 07. Apr. 2016
1’739 Beiträge · seit 201006. Apr. 2016 ·
Lieber Mzee

Ich verfolge natürlich gespannt Deine Schilderungen - von interssant, wissenswert bis Katastrophenbewältigung ist ja alles dabei. Deinen Humor verlierst Du aber nie. Zumindest ist er bei Dir wohl recht schnell wieder zurück, wenn sich der ganze Sch... noch zum Guten gewendet hat.

Mein kleiner Tipp - geht es in Zukunft etwas weiter in die Wildnis, nimm Simon immer mit. Ihr seit doch eh wie ein altes Ehepaar. Da gibt es halt Höhen und Tiefen den lieben langen Tag über. So wird es nicht langweilig und es kann unter Umständen Leben retten. Man wird ja nicht jünger.

Ich freu mich auf die Fortsetzung.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
447 Beiträge · seit 201106. Apr. 2016 ·
Lieber Mzee,
schön, dass du noch da bist!!! Alles Gute wünsch dir ein sehr nachdenklicher NamiBilly aus dem hohen Norden. Vielleich sitzen wir ja doch bald/irgendwann mal wieder an einem Tisch und gehen bei einem von mir bevorzugten isotonischem Getränk - alkoholfreies Weizen - deine Safari nochmal durch?!!!
LG N.B.
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
Hoi Christa,
wie heisst es so schön: Humor ist wenn man trotzdem lacht. Oder die Redensart vom Galgenhumor. Na ja, jetzt, eine gute Woche später, hat sich mein Elektrolythaushalt wieder normalisiert. Was ich nicht mehr vergessen werde: mein Ehegesponst Simon (unter uns gesagt: ich kann mit Männern nicht viel anfangen. Muss ich zum Glück auch nicht! Mit Frauen dafür umso mehr. Darf ich) war einzigartig und dafür vergebe ich ihm (fast) alle seine Fehler. Nein, langweilig wird es mit Simon wirklich nicht. Aber die10-tägige Reise in die Chalbi-Wüste war so ziemlich das äusserste, was ich mit Simon aushalte. Und er mit mir. Mit einer Frau halte ich es im allgemeinen mindestens zwei Wochen aus.
Schönen Abend. M.
zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201306. Apr. 2016 ·
NamiBilly schrieb:Lieber Mzee,
schön, dass du noch da bist!!! Alles Gute wünsch dir ein sehr nachdenklicher NamiBilly aus dem hohen Norden. Vielleich sitzen wir ja doch bald/irgendwann mal wieder an einem Tisch und gehen bei einem von mir bevorzugten isotonischem Getränk - alkoholfreies Weizen - deine Safari nochmal durch?!!!
LG N.B.
Ja, lieber N.B. - ich geniesse mein Dasein nach dem Lake Natron noch mehr als vor der Safari in die Hölle. Schmeckt denn alkoholfreies Weizen? Ich habe schon mit alkoholhaltigem Weizen meine Mühe. Und ja, wir sind lange nicht mehr zusammen gesessen und haben von und über Afrika geklönt. Schöne Grüsse auch an deine werte Frau Gemahlin. W. alias M.
zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2016