Verschollene Touristen lebendig gefunden

88 Antworten · 11,3k Aufrufe · gestartet 31. Dez. 2015 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200631. Dez. 2015 ·
Moin zusammen,

die seit Sonntag vermisste französische Touristenfamilie wurde gestern Abend im Kuiseb-Canyon gefunden und mit einem Rettungsflugzeug nach Windhoek gebracht. Ihr Fahrzeug war steckengeblieben. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.

Das MET berät bereits jetzt über eine 2-Fahrzeuge-Pflicht für viele permitpflichtige "Offroad"strecken in Namibia, damit es nicht mehr zu solchen Problemen kommt. Meine Empfehlung: Bitte haltet Euch Sicherheitsvorgaben/-empfehlungen - sie haben durchaus einen Sinn (z.B. die "beliebte" 2-Fahrzeug-Regelung im Khaudum).

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
7'309 Beiträge · seit 200631. Dez. 2015 ·
... eigentlich würde es in den meisten Fällen reichen, wenn die Leute nach einer Panne einfach in der Nähe des Autos blieben. Dieses findet man aus der Luft, in ihm befinden sich meist Wasser und Vorräte.

Stattdessen ziehen sie, von blindem Aktionismus getrieben, los und lassen einen Teil ihrer Reserven zurück, die sie eigentlich genau für einen solchen Notfall mitgenommen haben. Sie hinterlassen keinen Zettel im Auto mit einer Nachricht, in welche Richtung sie gegangen sind und was sie mitgenommen haben.

Die ersten Stunden oder einen Tag mögen sie noch gut vorankommen, aber wenn man beginnt, sie zu suchen, liegen sie bereits entkräftet unter einem Baum oder einem Felsvorsprung und sind aus der Luft nicht mehr zu sehen.

Vor einigen Jahren ist ein Paar aus den Niederlanden (?) auf der Strecke zwischen Hentiesbay und der Spitzkoppe mit seinem Wagen liegengeblieben. Dort kommen spätestens nach ein paar Stunden (oder wenn es nachmittags ist, am nächsten Morgen) wieder Leute vorbei. Stattdessen zogen sie querfeldein los durch die Wildnis, um Hilfe zu suchen. Wenn ich mich recht erinnere, taten sie das sogar getrennt.
Den Mann fand man später verdurstet, die Frau hatte gerade noch so überlebt.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'542 Beiträge · seit 200731. Dez. 2015 ·
Hallo Christian,
eine Zwei-Fahrzeug Regel aufzustellen schießt meiner Meinung nach ein wenig über das Ziel hinaus. Man sollte eher immer wieder auf die Ausrüstung hinweisen sowie darauf, dass es eben extrem einsame Gegenden gibt und wie man sich dort verhält. Ich kenne den aktuellen Fall jetzt nur aus sehr kurzen Medienberichten, da steht nichts davon, wie die Familie vorbereitet war. Wenn sie allerdings drei Tage gesucht werden musste, schätze ich, dass sie kein SAT-Phone dabei hatten und auch niemand über die geplante Route an dem Tag Bescheid wusste.

Leider ist das Hinweisen auf die richtige Ausrüstung und Vorbereitung (und das Einhalten) schwieriger und mühsamer, als einfach eine derartige Verpflichtung aufzustellen.

Natürlich ist's immer nochmal sicherer, wenn ein zweites Fahrzeug dabei ist, aber manchmal geht sich das halt nicht aus. Dann fände ich es schade, wenn gewisse Strecken nicht mehr befahren werden könnten.

LG
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
2'542 Beiträge · seit 200731. Dez. 2015 ·
Hi Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:... eigentlich würde es in den meisten Fällen reichen, wenn die Leute nach einer Panne einfach in der Nähe des Autos blieben. Dieses findet man aus der Luft, in ihm befinden sich meist Wasser und Vorräte.
vollkommen richtig.
Man kann niemals auf die zwei Grundregeln in "einsamen" Gegenden hinweisen. Egal, ob das jetzt Afrika, Australien, die Mongolei, die USA, Kanada oder sonst wo ist.

1.) Take as much water as you can carry
2.) Always stay with your car

Auch in Australien sterben immer wieder Touristen im remote Outback, vor allem, weil sie Punkt 2 nicht beachten.

Schön, dass es diesmal hier gut ausgegangen ist.

Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2015
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200631. Dez. 2015 ·
Hi Wolfgang (BikeAfrica),
... eigentlich würde es in den meisten Fällen reichen, wenn die Leute nach einer Panne einfach in der Nähe des Autos blieben. Dieses findet man aus der Luft, in ihm befinden sich meist Wasser und Vorräte.
in diesem Fall sind die beim Auto geblieben und haben - 3 Tage - gewartet. Ein Polizeihubschrauber war binnen Stunden nach Bekanntwerden des Verschwindens im Einsatz, hat aber leider niemanden gefunden und musste aufgrund der Unwetter und des Regens vorzeitig die Suche abbrechen.

Viele Grüße
Christian
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2'542 Beiträge · seit 200731. Dez. 2015 ·
Hi,
travelNAMIBIA schrieb:in diesem Fall sind die beim Auto geblieben und haben - 3 Tage - gewartet. Ein Polizeihubschrauber war binnen Stunden nach Bekanntwerden des Verschwindens im Einsatz, hat aber leider niemanden gefunden und musste aufgrund der Unwetter und des Regens vorzeitig die Suche abbrechen.
Sehr schön. Dann haben sie genau das Richtige getan. Gut, dass sie die Nerven hatten, so lange zu warten. Und schön, dass man immer wieder lesen kann, dass sich die Regeln bewahrheiten.

lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
131 Beiträge · seit 201531. Dez. 2015 ·
travelNAMIBIA schrieb:
Das MET berät bereits jetzt über eine 2-Fahrzeuge-Pflicht für viele permitpflichtige "Offroad"strecken in Namibia, damit es nicht mehr zu solchen Problemen kommt.
Meiner Auffassung nach der vollkommen falsche Ansatz, erinnert mich (leider) allzu sehr an die in Deutschland so weitverbreitete Vollkaskomentalität, respektive den vermeindlichen "Anspruch" auf Sicherheit / Rettung.

Wer sich - in was auch immer - begibt ist einzig und allein für sich selbst verantwortlich, gegebenfalls auch bis zum bitteren Ende. Wer einfach losfährt nach dem Motto - das wird schon gehen- muss auch für die Konsequenzen gerade stehen. Hört sich vielleicht hart an, ist aber so, nur aus der Mode gekommen.

Nicht das das hier nun falsch verstanden wird. Natürlich begrüße ich, dass die Touristen gerettet wurden!

Ich wende mich nur gegen die Mentalität. "Ich bin dann mal weg - nehm aber ein SAT Telefon mit - und wenn etwas schief geht (welches ich naturgemäß IMMER selbst zu verantworten habe) ruf ich mal schnell an, oder schicke eine SMS, lasse mich retten (und bringe damit vielleicht die Retter in Gefahr), und alles ist gut?
4'130 Beiträge · seit 200831. Dez. 2015 ·
"diese Mentalität" ist mittlerweile zum touristischen Allgemeingut geworden,
man wird doch zum Helden, wenn man in den Chobe Nationalpark fährt, um erste Offroad-Kenntnisse zu erlangen oder sich hoffnungslos im nassen Flusssand oder Schlamm festgefahren hat.




Hallo, travelNAMIBIA,

kommt der namibische Staat für die Rettungskosten auf?

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2015
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200631. Dez. 2015 ·
Hi Lillytrotter,
kommt der namibische Staat für die Rettungskosten auf?
SAR-Maßnahmen werden erstmal vom Staat getragen und dann in aller Regel, wenn es sich um schuldhaftes Verhalten der Gesuchten handelt, denen in Rechnung gestellt. In einem nicht selbst verschuldeten Fall zahlt der Staat.
Für die medizinische Flugrettung kommt in aller Regel ja die Auslandsreisekrankenversicherung der "Verschollenen" auf.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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1'524 Beiträge · seit 201131. Dez. 2015 ·
Ende gut....alles gut.....?

.....eventuell nicht ganz......mit einem funktionierenden Sat mit richtigen Kontaktnummern und

Handhabungskenntnissen hätte man diese Situation etwas "vereinfachen" können.........

.....wahrscheinlich auch weniger kostenintensiv.........

BMW
7'309 Beiträge · seit 200631. Dez. 2015 ·
BMW schrieb:Ende gut....alles gut.....?

.....eventuell nicht ganz......mit einem funktionierenden Sat mit richtigen Kontaktnummern und

Handhabungskenntnissen hätte man diese Situation etwas "vereinfachen" können.........

.....wahrscheinlich auch weniger kostenintensiv.........
... im Nachhinein lässt sich jede Situation "vereinfachen".
Notfalls dadurch, dass man sich nicht in diese begeben hätte.

Wer kann da eine allgemeingültige Grenze ziehen?
Die gibt es einfach nicht, denn die Erfahrungen und Fähigkeiten der Menschen sind zu verschieden.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast31. Dez. 2015 ·
Guten Abend, weiß jemand wo die Touristen in das Flussbett eingefahren sind und wo sie sich dann festgefahren haben?
Grüße und alles Gute für das Neue Jahr
vom leser
1'162 Beiträge · seit 201201. Jan. 2016 ·
Hallo an die Schreiber,

abgesehen davon, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn die Touristen lebend geborgen wurden, statt lebendig, finde ich hier fast jeden Beitrag zum Würgen.
Die Urgesteine ereifern sich in Ratschlägen, ohne zu wissen, wie es wirklich abgelaufen ist.
Finde ich persönlich absolut nicht gut.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
454 Beiträge · seit 200601. Jan. 2016 ·
ich denke das hat doch nichts damit zu tun, ob man weiss wie sie sich festgefahren ahben oder was sie dabei hatten. fakt ist, dass sie irgendwo reingefahren sind, wo man nicht reinfaehrt wenn man sich nicht auskennt. und das hoert man von den leuten hier immer wieder. ich habe einen 4x4 also kann ich fahren wo und wie ich will, egal ob ich erfahrung habe oder nicht, denn der 4x4 schafft alles. und beratungsresitent sind die meisten auch, wenn man ihnen von routen abraet oder erzaehlt wie lange man fuer wleche strecken braucht. das wird alles damit abgetan, ich hab ein grosses dickes auto und damit komme ich ueberall durch und kann auch auf schotter meine 120 fahren., und das ist leider mittlerweile die regel als die ausnahme geworden. zum glueck gings bei denen nochmal gut.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200601. Jan. 2016 ·
TOTAL OFF TOPIC
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Hi Biologe,

http://www.duden.de/rechtschreibung/lebendig
Beispiele
- ein lebendiges Wesen
- lebendige Junge zur Welt bringen
- bei lebendigem Leibe verbrennen
- er war mehr tot als lebendig (in diesem Fall waren die Touristen mehr lebendig als tot ;-))

Frohes Neues Jahr und viele Grüße aus dem Süden
Christian
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1'947 Beiträge · seit 201101. Jan. 2016 ·
Also auch wenn ich da jetzt bei allen Offroad-Begeisterten in ein Wespennest steche: Ich denke, das sollte grundsätzlich gut überlegt werden. Einerseits bzgl. eigener Sicherheit, andererseits aber auch bzgl. Ökologie. Wir alle fahren nach Namibia wegen der wunderbaren Natur. Diese wunderbare Natur ist aber gleichzeitig ein sensibles Ökosystem. Und damit dies funktioniert, braucht es aber Rücksichtnahme und Zurücknahme. Wie bei einem Fußballspiel. Wenn die Zuseher außen herum bleiben und zusehen, wird ihnen ein Erlebnis geboten. Wenn jeder versucht, direkt am Spielfeld mitten drin zu sein im Geschehen, wird es nicht klappen.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
4'130 Beiträge · seit 200801. Jan. 2016 ·
Das ist doch ein wirklich belustigender Beitrag zum Neujahrs-Anfang, so um 3:40 ! 🤩
Biologe schrieb:...abgesehen davon, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn die Touristen lebend geborgen wurden, statt lebendig, finde ich hier fast jeden Beitrag zum Würgen. ...
erstaunlich
...und das von Jemand, der beim Schopfadler die Beine mit „Läufe“ bezeichnet – aber, so als Biologe ist das natürlich was anderes... 😎

Na, was da wohl so noch zur Übelkeit beitrug...? 😄 🤪



Wir halten es da eher mit Loriot:
Ein leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. 😛 🤪 😄


Frohes Neues Jahr und Gruß lilytrotter



Und wir wünschen natürlich auch den Geretteten ein Frohes Neues Jahr! Sie werden es als ein ganz besonderen Jahreswechsel in Erinnerung behalten.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 01. Jan. 2016
7'309 Beiträge · seit 200601. Jan. 2016 ·
Biologe schrieb:
abgesehen davon, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn die Touristen lebend geborgen wurden, statt lebendig, finde ich hier fast jeden Beitrag zum Würgen.
Die Urgesteine ereifern sich in Ratschlägen, ohne zu wissen, wie es wirklich abgelaufen ist.
Finde ich persönlich absolut nicht gut.
... meine Äußerungen waren nicht als Ratschläge und schon gar nicht für den konkreten Fall gedacht. Den kenne ich ja auch gar nicht.

Es sind allgemeine Verhaltensregeln, die man kennen sollte und die ganz viele Menschen entweder nicht kennen oder umgehend vergessen, wenn sie in einer solchen Situation sind. Viele Reisende hier im Forum könnten durchaus mal in so eine Situation geraten. Dann ist es gut, zu wissen, was man tun sollte.

Die Leute im genannten Fall haben es richtig gemacht. Deshalb leben sie auch noch.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'542 Beiträge · seit 200701. Jan. 2016 ·
Hi,
shanti schrieb:fakt ist, dass sie irgendwo reingefahren sind, wo man nicht reinfaehrt wenn man sich nicht auskennt.
Wenn du offenbar schon die Details zu diesem Fall kennst, kannst du uns alle vielleicht ein wenig erhellen.
Welche Erfahrung hatten die denn? Und wo sind sie mit welchem Fahrzeug hineingefahren? Und warum sind sie wo steckengeblieben?

Wenn das für dich "Fakt" ist, musst du ja die Details schon kennen, sonst würdest du dich ja zu einer solchen Aussage niemals hinreissen lassen...

lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026