StreifenhörnchenThemenstarter297 Beiträge · seit 200710. Dez. 2015 ·
Hallo, ich würde gern nachts mein Zelt in toller Landschaft fotografieren. Dezent beleuchten und dann in der Wildnis mit schöner Kulisse ablichten. Ich habe schon einige tolle Aufnahmen gesehen.
Mein Plan: Zelt mit Stirnlampe/Taschenlampe in Stoff gewickelt dezent ausleuchten. Und dann… probieren? ISO 1600 und 30 Sekunden belichten… könnte das passen? Sterne sollten eher als Punkte erscheinen. Blende - keine Ahnung.
Stativ, Fernauslöser, 2 Lampen und viele Ersatzakkus vorhanden. Das ganze soll abends bei Temperaturen, wie wir sie hier gerade haben (so -5 bis +8°C), in der Sahara stattfinden.
Kamera Canon EOS 700D oder 450D, Objektiv Sigma 10-20mm oder Reisezoom Tamron 18-250. Habe auch eine lichtstarke Festbrennweite 50mm abzubieten.
Soweit mein Plan.
Kann mir jemand noch Tipps geben? Habe ich etwas wichtiges vergessen? 😎 Danke und beste Grüße Heike
dergnagflow2'542 Beiträge · seit 200710. Dez. 2015 ·
Keinesfalls ISO 1600! Da bekommst du das Rauschen nicht weg. ISO 100 oder 200, benachbarten dem, was dene Kamera hergibt. Blende eine Stufe vor ganz klein (also beispielsweise 22 wenn 25 möglich). Fernauslöser ist wichtig. So bekommst du mal das beleuchtete Zelt schön drauf. Sterne sind bei diesen Belichtungszeiten aber nicht als Punkte vorhanden. Wenn du das willst, musst du mit der Belichtungszeit weit runter, auf zwei Sekunden oder so. Damit ist aber dann der Rest ziemlich finster 😉.
das mit der Ausleuchtung vom Zelt musst du ausprobieren. Könnte aber so wie du es beschreibst gut funktionieren. Die Beleuchtung sollte relativ dezent sein, damit das Zelt nicht überbelichtet wird wenn du auch noch Sterne drauf haben willst.
Sternenfotografie ist eine Wissenschaft für sich 😉 Um ein einigermassen gutes Ergebnis zu bekommen, unbedingt manuell fotografieren. Dein Ansatz mit ISO 1600 ist schon mal gut. Das Rauschen muss man dann halt mit entsprechenden Programmen wieder reduzieren oder mit Darkframes arbeiten. Blendenzahl möglichst klein, also auf keinen Fall 22 oder 25. Wenn du mit 10mm an der Cropkamera fotografierst (Kleinbildformat dann 16mm) kannst du bei Blendenazhl 4 ca. 25 sec belichten ohne dass die Sterne Lichtspuren "ziehen".
Stativ und Fernauslöser sind natürlich Pflicht. Spiegelvorauslösung wäre auch nicht schlecht.
Hier Nachtfotografie findest du auf der ersten Seite ein kurze Erklärung der Zusammenhänge. In den nachfolgenden Seiten dann auch jede Menge Beispiele bei denen man sich auch (zum Teil) die EXIFs anschauen kann (musst aber schon bis fast ans Ende gehen).
Hallo Heike, ich kenne deine Kamera nicht und weiß nicht, wie das Rauschverhalten ist, aber ISO 800 sollte mindestens drin sein und nicht verrauschen. 30 Sekunden könnten nach meiner Meinung etwas lang sein, dann sind die Sterne vermutlich keine Punkte mehr. Ich würde mit 10 Sek anfangen und dann die Zeit verlängern. Die Frage ist natürlich auch, wie weit du dein Objektiv öffnen kannst bzw. schließen musst,damit du die notwendige Schärfentiefe erzielst. Viele Grüße, Nenette
Ich habe gerade in meinen letzten Sommerferien so ein "beleuchtetes-Zelt-mit-Naturhintergrund" fotografiert. Sterne müssten da auch drauf sein, wenn ich mich nicht irre. Ich kann dir mal die Exif-Daten so als Anhaltspunkt durchgeben, wenn ich zuhause bin.
dergnagflow2'542 Beiträge · seit 200710. Dez. 2015 ·
Das Problem ist, dass man beides (Zelt und Umgebung *und* Sterne) in einem Foto aus der Kamera nicht befriedigend rausbekommt. Um die Umgebung und das Zelt befriedigend scharf und ohne grobes Rauschen zu fotographieren, braucht man eine andere Technik als die Sterne.
Natürlich kann man Bilder produzieren, die beides können (wie zB. das in dem verlinkten Forum gezeigte Winterfoto https://www.flickr.com/photos/129065637@N03/22759125267/ ). Die sind dann aber in der Regel nicht aus einem sondern aus mehreren Fotos zusammengestellt und mit Lightroom oder Photoshop bearbeitet. Das ist dann aber wieder ein gaaaaanz anderes Thema...
Diese Bilder hab' ich ohne Nachbearbeitung gemacht: http://www.decker.wien/wolfgang/wien-bei-nacht-2015/ Mit dem von mir vorher erwähnten Einstellungen. Für die ersten Versuche war ich damit nicht unzufrieden, Verbesserungen gibt's natürlich immer.
Dagegen habe ich die Fotos für das Sternenvideo in Namibia mit relativ kurzer Belichtungszeit (ca. 2 Sekunden) und mit ISO 1600 gemacht. https://www.youtube.com/watch?v=_54EMgcaFro
Fotos wie dieses hier http://www.prophoto-online.de/images_2014/4/12112/Sternenwirbel.jpg bekommt man wiederum mit hoher ISO Zahl und laaaanger Belichtungszeit hin. Wobei diese Sternbahn-Fotos auch nie aus nur einem Bild bestehen, sondern ebenfalls aus vielen, die dann mittels Photoshop o.Ä. übereinandergelegt werden.
Man sieht, Nachtfotographie ist ein sehr weites Betätigungsfeld 😉. Es gibt aber zum Glück zahlreiche Seiten, in denen das Thema mehr oder weniger ausführlich behandelt wird. Einfach mal ein bisschen googlen und dann viiiiel ausprobieren..
die erwähnte Blende 22 und niemals Iso 1600=Blödsinn. Panther hat Dir die richtigen Tips gegeben.
Schreib mir doch mal ne PN. Hab diverses Infomaterial wie z.B. die erwähnten Links zum DSLR-Forum.
LG Wolfgang
dergnagflow2'542 Beiträge · seit 200710. Dez. 2015 ·
Na, ja. Wenn du meinst.
Warum schreibst deine Links nicht hier rein? Dann können sie andere, die in ein paar Monaten danach suchen, auch lesen. Vor allem wüsste man dann die Tipps auch einzuordnen, stellen sie jetzt eher auf Sternenfotographie oder auf Landschaft bzw. Architektur ab. Ist nämlich nicht das selbe, wie ich's ja oben schon geschrieben habe.
Hier mein Ergebnis. Ist nicht besonders gelungen, aber für den 1. Versuch auch nicht so schlecht (wie ich finde 😉 ). Hab's mit Lightroom noch ein wenig korrigiert.
Exif-Daten: Kamera Nikon D800 mit Sigma-Objektiv 14-24mm f/2.8 Brennweite: 14 mm Blende: f/11 Zeit: 20 sec. ISO 1600
Zeitpunkt eigentlich kurz nach Sonnenuntergang (nach der blauen Stunde) um ca. 20:00 Uhr. Daher noch wenig Sterne zu sehen und ein recht "blauer" Himmel im Hintergrund. Das Zelt habe ich mit einer Stirnlampe von innen beleuchtet. Dies - soweit ich mich erinnern mag - für die volle Belichtungszeit. Weniger Licht hätte nicht geschadet. Aber wie schon in den Vorredner gesagt: Übungssache.
giraffenmog649 Beiträge · seit 200710. Dez. 2015 ·
In einem Bild ist das ganz schwer hinzubekommen. Nimm ein Stativ und fang mit einer Belichtungszeit an, in der das Zelt so aussieht, wie Du Dir das vorgestellt hast. Dann erhöhe die Belichtung stufenweise bis die Sterne bzw die Landschaft so aussieht, wie Du das möchtest. Den überbelichteten Bereich des Zeltes musst Du nun verschwinden lassen, indem Du Bilder mit den verschiedenen Belichtungszeiten einfügst. Wähle dabei Bereich in einem nicht zu breiten Helligkeisbereich aus, Mache den Rand weich und überblendet mit einem Bild mit geringerer Belichtungszeiten.
Oder: Wenn Deine Kamera eine HDR-Funktion hat, dann nutze diese.
Die richtige tollen Bilder mit schön beleuchtetem Zelt, Gut erkennbarer Landschaft mit der Milchstraße darüber sind meist mehr als 10 Bilder, die am Rechner in einander gerechnet wurde. Klar kann man es auch mit einem Bild probieren - aber die Brillianz der Magazinfotos kriegt man damit nicht hin.
Mit einer kleinen Blende kannst du einen größeren Schärfebereich abbilden , das Zelt im Vordergrund, die Landschaft, die Sterne = Schärfentiefe bzw. Tiefenschärfe
Danke! War mir nicht sicher ob es noch weitere Gründe gibt - daran habe ich schon gedacht. Wäre interessant wie weit das Zelt von der Kamera entfernt ist. Bei einer Brennweite von 14mm hat man ja schon eine recht passable Schärfentiefe auch bei etwas größeren Blenden.
Mabe schrieb:Mit einer kleinen Blende kannst du einen größeren Schärfebereich abbilden , das Zelt im Vordergrund, die Landschaft, die Sterne = Schärfentiefe bzw. Tiefenschärfe
Nein, das ist zumindest bei dem Beispielbild hier hundertprozentig nicht der Grund. Bei einem 14mm Ultraweitwinkel an Vollformat ist auch bei f4 alles von 1m bis unendlich scharf und dann reicht ISO200 statt ISO1600 bei unveränderter Belichtungszeit. Kein Grund auf f11 zu gehen.
wie schon geschrieben ist das Thema komplex. Die Schärfentiefe/Tiefenschärfe ist ja auch noch von der Brennweite und der Entfernung zum Objekt abhängig. Eine kleine Blende zu wählen für grössere Schärfentiefe ist die "Holzhammermethode". Bei Objektiven nimmt die Schärfe typischerweise bei kleiner werdender Blende nämlich wieder ab. Stichwort ist hier Beugungsunschärfe. Das andere Stichwort ist die hyperfokale Distanz. Deshalb ist bei Landschaftsfotografen ein Weitwinkel so beliebt. Man erhält z.B. bei 16mm am Vollformat und Blende 4 eine hyperfokale Distanz von etwas über 2m. D.h. wenn der Focuspunkt bei 2m liegt wird alles von der halben hyperfokalen Distanz, also ca. 1m, bis unendlich scharf. Mit zunehmender Brennweite wird die Schàrfentiefe natürlich wieder geringer.
Rechner dazu gibt es als App oder im Internet. Google hilft 😉
Es ist also eigentlich gar nicht nötig Nachts mit kleiner Blende wegen der Tiefenschärfe zu fotografieren. In der Theorie hört sich das alles natürlich gut an, aber letztendlich hilft für brauchbare Ergebnisse nur eins...üben und ausprobieren 🙂 Speziell wenn unterschiedlich helle Objekte auf einem Bild sein sollen. Tipps gabs dazu ja schon.
Gruss
Panther
Ups, Guido war schneller und vor allen Dingen kürzer 😉
StreifenhörnchenThemenstarter297 Beiträge · seit 200711. Dez. 2015 ·
ok, nun habe ich ja jede Menge Ratschläge und habe wohl einige/viele Möglichkeiten zum Probieren... bin ja 2 Wochen in der Wüste und kann theoretisch jede Nacht ne andere Einstellung testen. 🙂 Danke an alle, die hier helfen! Jetzt weiss ich mal die grobe Richtung was ich einstellen bzw wie ich mich da weiter informieren kann. DANKE!
Wenn mir so ein Foto wie Sven's gelingt freu ich mich schonmal... das wäre meine erste Nachtaufnahme. Ev teste ich hier bei kalten Bedingungen die Technik. Dass dann dort alles gleich 'flutscht'...
LG Heike *14 Tage bis Algerien*
TheTraveller52 Beiträge · seit 201211. Dez. 2015 ·
Mit Stativ und langer Beleuchtung sollte das klappen, oder? Bin gespannt auf deine Ergebnisse. Zeige uns auf jeden Fall dein gemachtes Bild. 🙂
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