AZ-Artikel zu Völkermord

9 Antworten · 2'068 Aufrufe · gestartet 30. Sept. 2015 von Berg-Eule
Antworten
Themenstarter2'060 Beiträge · seit 201330. Sept. 2015 ·
Hallo,

heute berichtete die AZ über eine Debatte im Bundestag zum Thema Völkermord an den Hereros. Dabei fiel mir wieder einmal auf, wie Politiker Behauptungen aufstellen oder Dinge nachbeten, die sie einmal gehört haben, ohne vermutlich jemals in Namibia gewesen zu sein.

Aus der Rede von Tom Koenigs (Bündnis 90/Die Grünen):


>>>Dann kommt der schwierige Punkt Entschädigung. Was kann das sein? Richtig: Es geht nicht darum, jedem Nachkommen oder jedem, der behauptet, ein Nachkomme zu sein, 1000 Euro in die Hand zu drücken. Aber eines ist ganz offensichtlich: Wer schon einmal in Namibia war, der weiß, dass es in Namibia eine fast perfekte Rassentrennung gibt. Von den wunderschönen Loggias gehört keine einzige einem Schwarzen. Sie finden in den Restaurants in Windhuk keinen einzigen weißen Kellner und keinen einzigen schwarzen Gast. Sie finden in den Slums in Namibia keinen einzigen Weißen. Das kann doch kein Zufall sein. (...) Das ist Rassismus, wenn auch nicht so aggressiv wie damals in Südafrika, den es anzugehen gilt. In diese Richtung müssen wir unsere Initiativen lenken....<<<

Drei der Behauptungen kann ich daraus widerlegen: Es gibt sehr wohl zumindest eine Lodge, die einem Schwarzen gehört, nämlich Dr. Frans Indongo (außerdem gibt es zumindest auf einer weiteren Lodge - Damara Mopane - einen schwarzen Manager).
Es gibt in den Restaurants von Windhoek sehr wohl auch schwarze (darf ein Politiker dieses Wort überhaupt in den Mund nehmen???) Gäste, haben wir z. B. im Le Gourmet erlebt.
In selbigem Lokal haben wir auch den - weißen - Chef bedienen sehen, er bediente schwarze Gäste ebenso wie weiße.

Weiß dieser Herr Politiker nicht, dass z. B. im Flughafen - soweit ich gesehen habe - alle Schalter mit schwarzen Beamten besetzt sind, dass alle oder zumindest fast alle Polizisten schwarz sind, ebenso die Bankbeamten?! Hier wird ein völlig falsches Bild vermittelt!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
392 Beiträge · seit 200830. Sept. 2015 ·
Absolut ahnungslos, der Gute.

Es gibt nicht nur die Frans Indongo Lodge, sondern auch die Peace Garden Lodge z. B. gehört einem Schwarzen (ich kenne sowohl H. Indongo, als auch den Eigentümer der Peace Garden Lodge). Die Rede besteht aus BILLIGSTEM Populismus! 🤢
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2015
33,1k Beiträge · seit 200630. Sept. 2015 ·
Hi Berg-Eule, hi Otji,

der gute Mann spricht von "Loggias" , nicht von "Lodge".
Wikipedia sagt dazu: "Als Loggia (aus dem Italienischen) wird in der Architektur ein Raum in einem Gebäude bezeichnet, der sich mittels Bögen oder anderer Konstruktionen zum Außenraum öffnet. Auf der Erdgeschossebene schaffen Loggien einen Übergangsbereich zwischen Außen- und Innenraum, im Obergeschoss werden sie als Verbindungsgang oder Freisitz genutzt."
Klar, da hat Namibia natürlich ein dicktes Problem bei den Besitzverhältnissen der Loggias. 😉

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
392 Beiträge · seit 200830. Sept. 2015 ·
Siehste, Christian, noch ein Beweis mehr für die Unfähigkeit und Ahnungslosigkeit des Mannes. 😛

LG

Otji
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
4'130 Beiträge · seit 200830. Sept. 2015 ·
"... Aber eines ist ganz offensichtlich: Wer schon einmal in Namibia war, der weiß, dass es in Namibia eine fast perfekte Rassentrennung gibt. Von den wunderschönen Loggias gehört keine einzige einem Schwarzen. Sie finden in den Restaurants in Windhuk keinen einzigen weißen Kellner und keinen einzigen schwarzen Gast. Sie finden in den Slums in Namibia keinen einzigen Weißen. Das kann doch kein Zufall sein. ..."

Ach, du Scheiße, wie peinlich ist das denn?!!!

Das hat der Herr Tom Koenigs aber 'n ziemliches Ei gelegt...



Da fragt man sich doch, woher hat er den Schmarrn und warum prüft er sowas nicht nach, bevor er öffentlich plappert?
Wieso hat derjenige oder grad er selbst denn ausgerechnet in einem Restaurant gesessen, wo es keine schwarzen Gäste gab??
Beim Griechen waren wir manchmal die einzigen weißen Gäste - allerdings saßen da neben den vielen Schwarzen auch viele Gelbe... 🤪


...aber nie ein Grüner 😉 🤩
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2015
4'141 Beiträge · seit 200930. Sept. 2015 ·
Stichwort "Rassismus"
ich kenne einige weiße junge Leute (Namibier!) , die keinen Studienplatz in Namibia bekommen haben und in Südafrika studieren mussten. Nach Rückkehr haben sie keinen Arbeitsplatz in Namibia erhalten, obwohl man sie anstellen hätte können und sie gerne in Namibia gearbeitet hätten. Sie arbeiten jetzt im Ausland.
Das ist Rassismus!
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
1'250 Beiträge · seit 200905. Okt. 2015 ·
Hallo zusammen,

es ist zwar kein AZ-Artikel, aber trotzdem; aus der WELT von heute:

http://www.welt.de/politik/ausland/article147227789/Herero-fordern-Entschaedigung-fuer-Voelkermord.html

Einen schönen Abend wünscht

Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
Gast05. Okt. 2015 ·
Hallo,
"Unsere Kampagne gegen deutsche Interessen wird von solcher Natur sein, dass Deutschland es nicht durchhalten kann."
Dumm nur, dass Namibia für Deutschland politisch und wirtschaftlich zu 100,0 Prozent irrelevant ist. Kein Bündnispartner, strategisch völlig unwichtig und nicht mal ein Promille unseres BIP geht als Export nach Namibia. Verspricht spannend zu werden, wie der ruhmreiche Hereroführer Deutschland in die Knie zwingt.
Finanziell wird es für das reiche Deutschland wohl nicht um sehr große Beträge gehen.
Wenn man sich da mal nicht täuscht. Wenn ich mich richtig erinnere, haben 200 Herero von gut 10 Jahren versucht in den USA gegen Deutschland zu klagen und dabei 2 Milliarden USD gefordert - Das entspräche bescheidenen und selbstverständlich völlig angemessenen 10 Millionen USD pro Kopf. Natürlich wird bei solchen US-Verfahren auch im Sinne der Anwälte gern mit überhöhten Forderungen gearbeitet, aber mit 3,27 EUR pro Kopf werden die sich wohl nicht zufrieden geben. Eine Milliardenforderung wird es schon werden.

Beste Grüße

Guido
33,1k Beiträge · seit 200604. Nov. 2015 ·
Moin zusammen,

vielleicht interessiert es jemanden.

Viele Grüße
Christian

Namibia und Deutschland haben offizielle Gespräche zur kolonialen Vergangenheit aufgenommen. Dies bestätigten das Deutsche Auswärtige Amt sowie die namibische Außen- und Vize-Premierministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah in Erklärungen. Demnach finde seit dem vergangenen Jahr ein „Dialog über einen gemeinsamen Umgang mit der schmerzvollen Geschichte der Kolonialzeit“ statt. Auf deutscher Seite werde der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz, die Gespräche führen. Namibia hat die Aufgabe zum Dialog an Botschafter Zed Ngavirue, dem ehemaligen Generaldirektor der Nationalen Planungskommission, übergeben. (Quelle: Hitradio Namibia)
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!