6 Pfälzer erstmals in Namibia

4 Antworten · 1'159 Aufrufe · gestartet 17. Juli 2015 von SANA
Antworten
Themenstarter4 Beiträge · seit 201517. Juli 2015 · #1
Hallo Afrikafreunde,

wir, 4 Erwachsene und 2 Teenager, beabsichtigen im nächsten Jahr (Sommerferien) erstmals nach Namibia zu reisen. Geplant ist eine Selbstfahrertour mit 2 Mietwagen (aktueller Favorit 2x Toyota Fortuner) über 4 Wochen. Wir denken an eine Mischung aus Lodges, Gästefarmen und Self-Catering-Unterkünften.

Self-Catering aus verschiedenen Gründen: Erstens mögen wir es am Abend gemeinsam ums Feuer zu sitzen und zu grillen, zweitens ist unsere Gruppe was das Essen angeht etwas heikel (Vegetarier, kein-Wild-Esser und ich-esse-nur-was-ich kenne-Teenager sind alle vertreten).

Wir verfügen über reichlich Erfahrung als Selbstfahrer, unter anderem in USA, Canada, Australien und zuletzt 2x in Südafrika (häufig auch in dieser 6-er Konstellation), sind jedoch noch niemals in Namibia gewesen.

Wir haben in den letzten Monaten eifrig das Forum durchstöbert, 2 Reiseführer gewälzt (Iwanowski und Reise-Know-How) und verschiedene Alternativen diskutiert.

Heute würde ich gerne den aktuellen Stand unserer Planung vorstellen und hoffe auf zahlreiche Anregungen/Verbesserungsvorschläge. Diese sieht so aus:

29.07.2016 Abflug Frankfurt
30.07.2016 Landung Windhoek, Besichtigung Windhoek, GH Windhoek Restaurant (á la carte)
31.07.2016 Fahrt bis Etoscha Mokuti (Onguma Bush Camp /Namutoni) Lodge (Buffet)
01.08.2016 Etoscha Mokuti (Onguma Bush Camp /Namutoni) Lodge (Buffet)
02.08.2016 Etoscha Halali SC
03.08.2016 Etoscha Halali SC
04.08.2016 Etoscha Okaukuejo SC
05.08.2016 Etoscha Okaukuejo Lodge (Buffet)
06.08.2016 Etoscha West Onjowewe House on the Rocks (Otjiwarongo) SC
07.08.2016 Besuch Himba Dorf und Otjiwarongo Cheetah Farm Onjowewe House on the Rocks (Otjiwarongo) SC
08.08.2016 Damaraland Vingerklip (Bambatsi, Aabadi) Lodge (festes Menu)
09.08.2016 Twyfelfontein, Damara Living Museum Vingerklip (Bambatsi, Aabadi) Lodge (festes Menu)
10.08.2016 Erongo Spitzkoppe CG Bungalow SC
11.08.2016 Erongo Spitzkoppe CG Bungalow SC
12.08.2016 Erongo Ameib (Onduruquea) Lodge (festes Menu)
13.08.2016 Wüstenquell Wüstenquell Lodge (festes Menu)
14.08.2016 Swakopmund Swakopmund GH Restaurant (á la carte)
15.08.2016 Swakopmund Swakopmund GH Restaurant (á la carte)
16.08.2016 Sossusvlei Desert Camp SC
17.08.2016 Sossusvlei Desert Camp SC
18.08.2016 Namib NamibRand Family Hideout SC
19.08.2016 Namib NamibRand Family Hideout SC
20.08.2016 Namib NamibRand Family Hideout SC
21.08.2016 Aus Namtib (Gunsbewys / Klein-Aus Vista) Lodge (festes Menu)
22.08.2016 Lüderitz / Kolmanskop GH Lüderitz (Klein Aus Vista) SC / Restaurant
23.08.2016 Ai-Ais Ai-Ais Camp SC
24.08.2016 Fish River Canyon Mesosaurus Camp, Bungalow SC
25.08.2016 Kalahari Red Dunes Lodge (Kalahari Anib / Bagatelle) Lodge (Buffet)
26.08.2016 Abflug Windhoek
27.08.2016 Landung Frankfurt

Ich habe hier jeweils die derzeit favorisierte Unterkunft angegeben und in Klammern eventuelle Alternativen genannt.

Neben eurer allgemeinen Beurteilung der Route und der Unterkünfte interessiert und vor allem folgendes:

1. Fahrtrichtung: unter Klimagesichtspunkten ware es evtl. sinnvoll im Norden zu beginnen und erst Ende August in den vermeintlich kälteren Süden zu kommen. Andererseits bevorzugen viele den Höhepunkt Etoscha am Schluß zu haben. Was meint ihr?

2. Übernachtung: Kennt jemand noch nette, möglichst landschaftlich schön gelegene SC-Unterkünfte für 6 Personen (möglichst 3 Schlafzimmer) entlang der Route? Hat schon jemand im Geisterschlucht Cabin bei Klein Aus Vista genächtigt?

3. Route: Bezüglich der Route haben wir verschiedene Alternativen diskutiert. Z.B. den Süden (Lüderitz, Fish-River Canyon) weglassen und dafür einen Abstecher ins Kaokoveld zu machen. Dann könnte man den Süden mit KTP in einer gesonderten Tour, evtl ab Kapstadt mal machen. Allerdings haben wir nur etwas 4x4-Erfahrung und sind uns nicht ganz sicher ob wir Kaokoveld wagen wollen. Was würdet Ihr empfehlen?

So, dass war jetzt ganz schön viel für den Anfang.

Wir zählen auf Eure Unterstützung....

Vielen Dank

SANA
133 Beiträge · seit 201517. Juli 2015 · #2
Hallo SANA,

willkommen im Forum. Du präsentiert hier ja eine sehr gut ausgearbeitete Tour, das imponiert mir, vor allem zum jetzigen Zeitpunkt. Ihr macht euch ja wirklich viele Gedanken um die Planung - das muß man auch, vor allem wenn man - so wie ihr - erstmalig nach Namibia reist.

Also, zu den Fragen, ich werde mal auf deine Fragen 1 und 3 eingehen.

Was das Klima und eine evtl. angedachte andere Fahrtrichtung betrifft:
Es ist im Norden durchaus etwas heißer und schwüler als im zentralen und südlichen Land. Da ihr jedoch im südlichen Winter reist, dürfte das nicht so sehr ins Gewicht fallen, allenfalls sind die Nächte im Norden etwas wärmer.
Ich würde das auch nicht vom Klima abhängig machen. Da ihr erstmalig in Namibia seid, würde ich mit Zentralnamibia anfangen und mich dann "hocharbeiten". Ihr werdet feststellen, daß sich von der Vegetation her der Norden vom zentralen und südlichen Land unterscheidet, sie ist dort dichter, zudem ist die Vegetation eine andere (Mopane-Bäume), ganz anders als die steppenartige und karge Landschaft "weiter unten". Zuerst das "typische" Namibia, dann der Norden.
Andererseits habt ihr schon den Norden zu Anfang eingeplant (unter Klimaaspekten). Einen 100%igen Tip, wie mans machen soll, den gibt's nicht.


Zu der Frage, ob man Etosha zuerst oder zuletzt machen soll:
Diese Frage hängt fast vollständig von der ersten Frage ab.
Das mit Etosha ist Geschmackssache, ich habe es bisher immer so in meine Tour eingebaut, wie sie halt fiel. Meistens machte ich Etosha in der Mitte der Tour. Aber die Geschmäcker sind ja unterschiedlich. Dier eine sieht das als krönenden Abschluß des Urlaubs, der andere will sich mit Etosha auf seinen Namibia-Urlaub einstimmen.
Wenn ihr Etosha zu Anfang eurer Tour geplant habt, dann macht es doch so. Unter dem Aspekt, wie man möglichst viele schöne Erinnerungen nach Hause mitnimmt, ist das egal.


Zu der Frage, ob ihr eventuell ins Kaokoveld fahren wollt und dafür den Fish River Canyon weglaßt:
Das Kaokoveld ist ein großes, leeres karges Gebiet im äußersten Nordwesten Namibias, bei Opuwo.
Ich war schon mehrfach da und weiß, daß es eine Erfahrung für sich ist. Mehrere Tage sind schon nötig, um das richtig aufnehmen zu können. Ist auf jeden Fall sehenswert.
Aber: Ihr seid erstmalig in Namibia und wollt ja bestimmt das live sehen, was eurer Information nach Namibia ausmacht. Unter diesem Aspekt würde ich euch empfehlen, bei eurer ersten Namibia-Tour den Fish River Canyon "mitzunehmen", ansonsten fehlt was. Ich wünsche euch, daß das Land euch genauso fasziniert wie mich und alle anderen im Forum, ihr werdet also auf jeden Fall wiederkommen. Und für diesen nächsten Besuch hebt euch das Kaokoveld auf.


Zum 4x4-Fahren:
Die allermeisten Schotterpisten (Gravelpads) im Land sind im mehr oder weniger guten Zustand (Wellblech), 4x4 braucht ihr da eigentlich nicht. Es sei denn, auf ausgewiesenen 4x4-Trails (z.B. am Brandberg) oder im äußersten Nordwesten. Ebenso im Sossusvlei. Das ist auf dem letzten Weg Richtung Death Vlei vollkommener Tiefsand und auch nur mit 4x4 befahrbar.

Trotzdem kann auch im restlichen Land 4x4 sinnvoll sein, z.B. wenn man sich (vor allem in der Kalahari) z.B. beim Fotostop im Sand neben der Pad eingegraben hat.

Laßt euch bei der Bakkie-Übernahme vom Vermieter auf jeden Fall eine Einweisung geben.

Nehmt auf jeden Fall immer genügend Wasser mit. Weiterhin gilt: Sprit ist das wichtigste. Das ist in Namibia nicht anders als in Australien. Tankstellen sind vor allem im zentralen und südlichen Land rar gesät. Nutzt also am besten jede Gelegenheit um nachzutanken. Schaut euch nochmal euren Tourverlauf auf der Karte an, am besten ist es, wenn auf jedem Tagesabschnitt mindestens eine Tankstelle passiert wird. Aber was sage ich da Leuten mit Australien-Erfahrung 😉
Und beachtet, daß alle Tankstellen in Namibia nur Bargeld nehmen, hebt also bei jeder Gelegenheit Geld ab.

Aber nun sei es auch gut mit Antworten auf nicht gestellte Fragen 😉

Sorry daß ich auf die beiden ersten Punkten keine klare Antwort gegeben habe, aber, wie gesagt, die gibt es nicht.

Trotzdem hoffe ich, hier doch ein klein wenig beigetragen zu haben.

Euch noch weiterhin eine schöne Planungsphase und im nächsten Jahr einen unvergeßlichen Urlaub.

Viele Grüße
Thomas
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
Themenstarter4 Beiträge · seit 201520. Juli 2015 · #3
Hallo Thomas,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Was uns als Namibia-Neulinge noch etwas Sorge macht ist die Versorgung für's Self Catering. Wir beabsichtigen uns am Anfang im Windhoek mit allem haltbaren einzudecken, aber Frischware (Fleisch, Brot, Obst, Gemüse etc.) muss man doch unterwegs ab und zu auffüllen. Wo ist das entlang unserer Route am besten möglich? Wir gehen davon aus, dass wir in jedem Fall in Swakopmund (etwa zur Hälfte) nochmal gut einkaufen können. Dazwischen müssten wir in Kamanjab oder Khorixas einkaufen. Welche Möglichkeiten gibt es dort und welcher der beiden Orte ist besser geeignet? Oder gibt es eine bessere Einkaufsmöglichkeit in der Nähe unserer Route zwischen Etosha West und Swakopmund? In der zweiten Hälfte dachten wir daran in Lüderitz und/oder Ketmannshoop nochmals die Vorräte aufzufüllen. Gibt es noch irgendwelche anderen Möglichkeiten, z.B. Farmen die Fleisch oder Obst/Gemüse verkaufen?

Kennt jemand noch andere schöne SC-Unterkünfte für min. 6 Personen entlang unserer Route?
Hat jemand schon in der Geisterschlucht Cabin bei Klein Aus Vista übernachtet?

Viele Grüße
SANA
312 Beiträge · seit 201321. Juli 2015 · #4
Hallo Sana,

Ihr könnt in den von Dir genannten Orten einkaufen, in Kamanjab z. B. liegen Tankstelle, Supermarkt (mit ATM) direkt nebeneinander - Sortiment dort ist völlig ausreichen und Lüderitz und Keetmanshoop haben eine vollständige Infrastruktur - auch zum Einkaufen.

Viel Spaß beim Planen
DoNo
1'366 Beiträge · seit 201121. Juli 2015 · #5
Hallo Pfälzer Landsleute 😉

Willkommen im Forum!

Viel kann ich euch zu eurer Route nicht beitragen.
Zum 4x4 fahren würde ich beim ersten mal nichts überstürzen. Es ist sicherlich alles irgendwie machbar und fahrbar. Aber ich selbst würde nicht alleine sofort ins Kaokoveld fahren (nur mit jemand der schon Erfahrung hat)
Wobei es im Kaokoveld sicherlich auch solche und soclhe Strecken gibt. Die Frage die sich stellt, kann man dies als Neuling immer gleich richtig einschätzen? Weiß ich was unter speziellen Situationen zu tun ist? Ich denke in Namibia gibt es so viele tolle Gegegnden, dass ihr sicherlich eh nochmal dorthin kommt 😉

Mein Vorschlag wäre aber, statt den südlichen Teil (Lüderitz und Co), bzw. Kaokoveld noch einen Abstecher in den Caprivi zu machen.

Ganz viel Spaß auf eurer ersten Namibiareise!
Gruß Thorsten :) Thorsten Hanewald Photography Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle) Masai Mara intensiv " Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway