zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #1
Tag 1:
Wir landen kurz nach 6 Uhr in Windhuk, steigen aus dem Flugzeug aus. Ich schaue in den noch dunklen Himmel und habe das Gefühl, den Mond mit der Hand vom Himmelszelt pflücken zu können, so nah wirkt er. Das habe ich noch nie gesehen. Gerade mal 30 sec in Namibia und schon so beeindruckt. Das geht gut los. Die Passkontrolle verläuft zügig und reibungslos, wir holen unser Gepäck. Auch das geht schnell und wir begeben und zur Gepäckkontrolle und schieben unsere Koffer durch die Röntgenanlage. Klar, kann ja sein, dass wir auf dem ca. 20 m langen Weg Sprengstoff, Drogen, Nashörner oder andere verbotene Substanzen oder geschützte Tiere nach Namibia einschmuggeln wollen. Wir kommen zwar gerade aus dem Flugzeug und in Frankfurt/M. wurden wir gefilzt, aber sicher ist sicher. Wer kann schon wissen … Nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse betrete ich den Raum, in dem Angehörige und Freunde bereits sehnsüchtig auf ihre Lieben warten. Ich komme rein und ein Wahnsinnsempfang erwartet mich. Ca. 50 Hereros in ihrer Festtracht jubeln mir zu singen her(er)o(t)ische Lieder und ich bin schwer beeindruckt. Das hat sich der Reiseveranstalter also richtig was kosten lassen. Wäre doch nicht nötig gewesen … denke ich mir so, bis ich bemerke, dass der Jubel nicht mir sondern Big MAMMMMMMA (mit mindestens 6xm) gilt, die uns bereits in Frankfurt ob ihrer körperlichen Fülle einerseits und ihrer prächtigen grünfarbenen Tracht und ihrer Kopfbedeckung, die uns an eine spanische Torerofrau andererseits erinnert hat, aufgefallen war und die auf Platz 11 C der lebendige Beweis dafür ist, dass auch Fluege.de-Maskottchen Rainer „Calli“ Calmund Economy-Class reisen könnte, denn der Sitz ist breit genug.
Big Mammmmmma war im Auftrag der Hereros gerade in Deutschland, um der deutschen Regierung die Formulierung (und damit verbundenen Millionenzahlungen) „Völkermord an der Hereros und Namas vor ca. 100 Jahren“ abzuringen. Ich kommentiere es hier an dieser Stelle nicht. Im Paradegleichschritt (!) marschiert das ca.50köpfige Hereroempfangskommando aus der Flughafenempfangshalle. Ich bin erneut schwer beeindruckt … und das nach gerade mal 20 min Namibia!
Unsere Fahrt zum Hotel teilen wir im Taxi mit einem Deutschstämmigen, der in Windhuk wohnt und der uns erste Infos zum Land gab. Im Hotel angekommen, freuen wir uns auf unser Bett, werden aber enttäuscht, denn dies dürfen wir frühestens 11 Uhr beziehen, denn die anderen noch schlafenden Gäste wollen partout nicht ihr Bett mit uns teilen – freche Brut! Wir streben (trotz Sonntag!) also dem nahen Supermarkt zu und machen uns einen ersten Eindruck vom namibianischen Angebot. Schwer beeindruckt bin ich von der Schönheit der namibianischen Frauen. Richtig hübsche Dinger … stolz … und besonders beeindrucken mich ihre Frisuren. Gegen 11 Uhr streben wir dem Guesthouse zu und sind froh, eine Stunde ruhen zu können. Der Nachmittag verläuft unspektakulär und zeitig versinken wir iu unseren Betten.
Die kleine Gabi (52) ist traurig, dass sie, obwohl bereits ca. 12 h in Afrika, noch immer keinen Löwen gesehen hat …
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201116. Juli 2015 · #2
Hallo Zeitungsleser,
das wird also ein Bericht in (fast) in Echtzeit! Wunderbar - ich fahre dann mal mit. Wenn ab und an ein Bildchen - zB. von der Lady auf 11C 😉 - mitgeschickt werden könnte, es wäre zauberhaft.
Ich wünsche eine tolle Reise und alsbaldig Löwensichtungen. Viele Grüße Strelitzie
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201416. Juli 2015 · #3
Hallo Zeitungsleser,
ich reise gerne mit Euch und bin gespannt wie lange Gabi auf ihre erste Löwensichtung warten muss!
LG Konni - die sich auch über ein paar Bildchen freuen würde 😉
Bin ebenfalls dabei... Gerade Berichte von "Erstlingen" finde ich super, da kann man immer so schön vergleichen, wie die- oder derjenige dies oder jenes empfunden hat... der erste Sonnenuntergang Afrikas... die ersten Löwen/Elefanten/Nashörner etc... das erste superleckere Stückchen Fleisch... usw. Ich merke schon, die Sehnsucht packt mich schon wieder 😗
was meinst du denn mit "Richtig hübsche Dinger …" in Bezug auf die namibischen Frauen.... 🙂
Hurryup und weg.....
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #6
Tag 2
Frisch und froh gelaunt beginnt unser Tag. Der Kaffee ist durchschnittlich, das Frühstück ebenfalls. Ist uns aber wurscht, denn heute beginnt tatsächlich unser Namibia-Urlaub. In den vergangenen Jahren haben wir nicht wenige südostasiatische Länder bereist, dieses Jahr war Tapeten- bzw. Kontinentwechsel angesagt und die Wahl fiel auf Namibia. 100 Jahre nach dem offiziellen Ende der deutschen Kolonialherrschaft war es höchste Zeit, im Südwesten Afrikas mal nach dem Rechten zu sehen. In khakifarbenen Hosen und mit entsprechender Kopfbedeckung machten wir uns also auf die Reise ... Unsere Einweisungstante ist pünktlich und wir sitzen beisammen und lauschen der Informationsflut. Unserem Reiseorganisationsonkel (BEREISE NAMIBIA) werde ich eine sehr kritische Mail schreiben, denn eine 20-Tage-Reise in 20-min-Eilzugtempo auf englisch durchzusprechen, wenn man noch nie in einem fremden Land war, das geht gar nicht! Man behält nichts und hat ohnehin keine Vorstellung, wenn man noch nie vor Ort war. Besser wäre es, man bekäme Infos für die nächsten 3-5 Tage und würde Ähnliches dann nach 3-5 Tagen am nächsten Ort für die kommenden Tage durchgehen. Schließlich würde das auch der Arbeitsmarktsituation vor Ort gut tun, denn an Arbeitskräften mangelt es weiß Gott nicht hier. Wir starten gegen 14 Uhr, nachdem wir unser Auto bei HERTZ (empfehlenswert, alles zügig und reibungslos) abgeholt und im Supermarkt noch paar Besorgungen (Wasser, Rotwein, Bier … also quasi nur das Notwendigste!) gekauft hatten.
Unsere erste Station hieß FARM HEIMAT. Auf dem Weg von Windhuk dorthin hätte ich beinahe Pumpas Brüder („König der Löwen“) überfahren.
Zum Glück ist mein Sohn inzwischen fast 25 und es hätte ihn im Fall der Fälle nicht so ganz schlimm getroffen. Zugegebenermaßen klang FARM HEIMAT im Vorfeld für mich reichlich albern. Vor Ort jedoch erklärt mir Farmer Rainer, wie es zu dem Namen kam. Plötzlich finde ich es gar nicht mehr albern und Rainers Art und Erzählweise ist einfach nur beeindruckend. Ein Multitalent! Er hat nicht nur Kennung vom Landwirtschaftlichen, er hat auch Ahnung von Politik, von namibianischer Geschichte, vom Alltag in Deutschland, ist ein absolutes Techniktalent UND … er erklärt uns den südlichen Sternhimmel in einer Art, wie es wohl kein Anderer hätte tun können. Erstmals in unserem Leben sehen wir neben vielen anderen Sternbildern das legendäre „Kreuz des Südens“ und innerlich summe ich die zweite Strophe von Hans Albers` „La Paloma“.
5300 ha (!) bewirtschaften sie und ich denke mir, dass sie 1945 in der sowjetischen Besatzungszone im Rahmen der Bodenreform damit 53x (!) enteignet worden wären, denn alle, die mehr als 100 ha besaßen, mussten dies damals den Russen abgeben. Und so richtig kann ich mir heute immer noch nicht vorstellen,wie groß das tatsächlich ist. Er verfügt über einen 144 km langen Zaun um seine Farm. Ich weiß, dass die Mauer um Westberlin seinerzeit 161 km lang war – booooaaah … denke ich mir.
Auch seine Frau Marianne und Tochter Mareike sind außerordentlich liebenswerte und kluge Menschen. Es macht Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten, wir wären gern länger als einen Tag geblieben und ärgern uns etwas, dass wir erst am frühen Abend gekommen sind. Aber unsere Autoanmietungszeit war 12 Uhr tatsächlich die mit Abstand günstigste (für Neulinge: eine halbe Stunde früher oder später anmieten kann extreme! Preisunterschiede bedeuten). Bei Familie Seifart haben wir übrigens zum Diner unser erstes Zebrasteak gegessen. Exotisch und gut! Aber die kleine Gabi (52) hat immer noch keinen Löwen in Afrika gesehen … noch nicht mal am südlichen Sternenhimmel
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #7
Liebe Mitlesende,
ich verstehe euren Wunsch nach Bildern sehr gut, schließlich lese ich auch lieber Illustrierte als nüchterne Zeitungen. Leider habe ich den Adapter für meine Micro-Fotokarte vergessen und mein etwas antiker Laptop nimmt dieses kleine Minischeißding nicht an. Tut mir wirklich leid, aber Bilder können erst nach dem 2.8. nachgeliefert werden. SORRY!
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #8
Tag 3
Zeitig brechen wir auf, denn einige km Fahrstrecke liegen vor uns. Vorher will ich jedoch noch das Seifartsche Familienmuseum sehen, was mir Rainer gern zeigt. In einem Nebengebäude, von Rainer nur „altes Haus“ genannt, fangen meine Augen an zu leuchten. Hier schlägt jedes Trödlerherz höher, an vielen Stücken kann ich mich gar nicht satt sehen. Beeindruckend bspw. das Foto von Rainer in Uniform. Er leistete seinen Wehrdienst in den 1970ern für Südafrika (Namibia war damals noch nicht unabhängig). Auf geht’s und auf uns wartet die Station ANIB LODGE und unsere 1. Safari (ja, für Touristen eben … wissen wir doch selbst!). Das Fahren auf namibianischen Straßen macht Spaß, schnell gewöhnen wir uns auf der linken Fahrspur daran, allein unterwegs zu sein und staunen über den starken Verkehr, wenn uns innerhalb von 5 km 2 Autos entgegen kommen … Kurz nach Mittag treffen wir in der Lodge ein. An einem außerordentlich schönen Termitenhügel halten wir an und machen Fotos (Gabi hat dabei die Idee, später unseren Freunden zu sagen, dass ich kacken war und solch einen großen Haufen gemacht hätte).
Wir in Afrika – und mit unserem Konterfei geschmückte Termitenhügel müssen die Beweise für unsere reisefaule Verwandtschaft sein, dass wir tatsächlich hier waren. Der Swimmingpool der Lodge weist gerade mal 15° (!) auf. Wir beschließen daraufhin, ihn zu boykottieren. Schließlich steht Afrika nicht für Kälte … da hätten wir ja gleich nach Grönland fahren können. Am späten Nachmittag brechen wir zu unserem ersten „Sundown“ auf. Stolze 390 N$ (namibische Dollar) = ca. 30 € kostet der Spaß. Nicht gerade ALDI-Preise, aber was solls? Umsonst ist der Tod und selbst der kostet das Leben … Wir werden nicht enttäuscht, sehen Springböcke (die liegen auch bei Lidl und ALDI in der Tiefkühltruhe, springen dort aber leider höchstens noch in den Einkaufswagen), Oryx (wie schreibt man diese Viecher eigentlich?), Strauße, Erdmännchen (können leider nicht reden wie bei Ice-Age, dafür insgesamt authentischer!) und Giraffen. Letztere in einer Herde von 8 Tieren und es gelingt uns tatsächlich, bis auf ca. 10 m an die possierlichen Tierchen ranzukommen, ehe diese grob gepunkteten Viehcher dann feige und charakterlos in der namibianischen Steppe verschwinden. Dennoch: Für paar Fotos hat gereicht und die Daheimgebliebenen sollen ruhig mal neidisch werden …
Der rote Wüstensand fasziniert uns. Um welchen einzustecken, fehlt mir gerade das passende Behältnis, aber das hole ich nach! So etwas Ungewöhnliches haben wir bislang noch nicht gesehen. An der Ostsee sieht er einfach nur schön gelb aus. Den Sonnenuntergang erleben wir auf einem Hügel bei trockenem südafrikanischem Rotwein, Gin-Tonic, namibianischem Lagerbier, Chips, Biltong (getrocknetes Fleisch – für die mitlesenden Unwissenden) und Gesprächen mit Österreichern, Schweizern, Südafrikanern, Franzosen, Bayern und natürlich Einheimischen, die alles gut vorbereiten und sehr aufmerksam sind. Bei einem Safari-Preis von 390 N$ schlagen wir natürlich bei den Getränken ordentlich zu (schließlich müssen wir das Geld ja zumindest ansatzweise wieder rein kriegen) und leicht betütert sinken wir später in unser Bett, nachdem wir an der Hotelbar noch das Schneckentempo von WLAN getestet haben, um den Angehörigen kurze Grüße von der Südhalbkugel zu senden. In der Nacht meldet sich unser Wasserhaushalt, denn das doch relativ salzige Biltong zieht doch ganz schön Wasser, sodass der Körper nachlegen muss. Und die kleine Gabi (52) hat immer noch keinen Löwen gesehen …
sunlight85333 Beiträge · seit 201416. Juli 2015 · #9
Hallo, es macht echt spass deinen Bericht zu lesen 🤩 Bin schon gespannt auf deine Bilder 😗
Dein Schreibstil ist herrlich, ich schmunzle viel und reise gerne weiter mit. 🤩 Die Bilder nehmen wir auch noch Anfang August, toll, dass Du überhaupt schon schreibst während der Reise. 😄
Liebe Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
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zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #11
Tag 4
Kurz nach dem Frühstück machen wir eine Miniexpedition zu Fuß in die Ausläufer der Kalahari, wollen noch einen von unserer Unterkunft sichtbaren besonders hohen Termitenhügel (mind. 2,20 m) fotografieren und erschrecken uns vor einem Schwarm Vögel, der sich ob unserer Störung bedroht fühlt und auffliegt. Ca. 4 h Fahrt stehen heute vor uns, LITTLE SOSSUS LODGE heißt unser nächstes Ziel und die Fahrt gestaltet sich bis auf die Durchquerung des Gebirgszuges und das Passieren des Tsaris-Passes (von dort aus eine herrliche Aussicht ins Tal!) eher eintönig, sodass auch mal Gabi fahren darf. Sie kriegt 5 min, muss danach wieder auf der linken Seite Platz nehmen. Frauen gehören eben nicht ans Lenkrad! (AUAAA!!!)
Kurzer Tankstopp, kurzer Schwenk in den Supermarkt, dann geht’s weiter. Gegen 14 Uhr kommen wir in der o.g. Lodge an und beziehen unser Quartier für 2 Nächte. Grobe Feldsteine wurden hier zusammengebaut, sowohl Schlafraum als auch Bad sind außerordentlich großzügig angelegt.
Wir fühlen uns wohl, das Auto direkt nebem unserem Häuschen. Äußerlich sehen die Häuser aus wie die ehemaligen Wohnhäuser der Farmmitarbeiter. 15:30 Uhr startet unsere Jeep-Tour „Such die Tiere!“ Angekündigt werden uns die üblichen Verdächtigen und der Fahrer gibt sich Mühe, möglichst viele zu finden. Erstmals sehen wir Zebras, diesmal jedoch nicht auf dem Teller sondern noch im unverarbeiteten Zustand in der Wildnis grasen. Auch hier können wir uns zwei ausgewachsenen Giraffen bis auf ca. 8m nähern, schöne Motive warens und Gnus sehen ja wirklich richtig toll aus.
In Dokumentationen über die Wildnis Afrikas nehmen sie ja eher die undankbare Rolle des Löwensnacks ein. Dann gibt’s draußen noch ein wenig Romantik mit Sonnenuntergang und solchem Frauenkram. Mir sind Biltong und südafrikanischer Rotwein wichtiger … Im Gespräch mit unserem Fahrer (43, 2 Töchter) erfahren wir, dass er noch 35 (!) Geschwister bzw. Halbgeschwister väterlicherseits hat. Da kann sich Dieter Bohlen mit seinen 6 Nachkömmlingen mal ne Scheibe abschneiden. Und ich frage mich, warum Namibia gerade mal 1,9 Mio Einwohner hat, wenn es hier solche Männer gibt. Es ist verdammt inzwischen kalt geworden (knapp über 0° C) und bereits 19 Uhr ists stockdunkel wie im Bärenarsch. Wir ziehen uns um, verbringen noch bisschen Zeit an der Lodge-Bar und beobachten die Einheimischen beim Arbeiten. In Anbetracht des frühen Aufstehens am kommenden Tag (Sossusvleis rote Dünen stehen auf unserem Plan) geht’s nicht so spät in die Falle. Wir schlafen tief und fest. Und die kleine Gabi (52) ist immer noch traurig … noch nicht mal LöwenZAHN haben wir bisher gesehen.
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201517. Juli 2015 · #12
Tag 5
An dieser Stelle vielleicht mal die Anmerkung, dass wir einen Toyota RAV4 angemietet haben. Lieber wäre uns zwar der VW Touareg gewesen, aber der war grad nicht vorrätig. Wir reisen zu zweit, haben genügend Platz und fühlen uns ganz gut in ihm aufgehoben. 5:30 Uhr klingelt der Wecker, wir wollen unser Lunchpaket 6 Uhr abholen und sofort aufbrechen. Die Frontscheibe unseres Autos weist Frost auf, die Scheibenwischer haben ganz schön zu tun. Draußen sind mittlerweile 2°C, so unsere Anzeige im Autoinneren. Auf der Schotterpiste fahren wir in Richtung Westen unserem Ziel entgegen. Der Weg ist extrem staubig und hier in Namibia stellt sich die Frage des Sicherheitsabstandes offenbar nicht. Um nach vorn etwas zu sehen, muss man eh warten, bis die Staubwolke verflogen ist, das sind dann schon mal in aller Ruhe mehr als 100 m. Es macht mir riesigen Spaß, als erster im Auto unterwegs zu sein und die nachfolgenden so richtig einzudrecken … der Urlaub hat also noch andere schöne Nebenerlebnisse, die ich wohl zuletzt als Kind ausgelebt habe. Namibias Straßen sind toll!
Kurz nach 7 Uhr erreichen wir unser Ziel und passieren den Eingang. Noch ahnen wir nicht, dass wir auf der Rückreise hier beim Rausfahren abkassiert werden. Ist jedoch mit 2x80 N$ zzgl. 10 N$ fürs Auto mit insgesamt 170 N$ noch akzeptabel. Ca. 60 km (?) fahren wir bis Düne 45, dort stoppen wir und stehen staunend vor dem in der Morgensonne rot leuchtenden Sand. Es sind angenehme 8°C, erträgliche Temperaturen, um den Aufstieg zu wagen. Wir reihen uns in die Schar der Aufstiegswilligen, die morgens deutlich höher ist als über den Tag. Diese Art von Massentourismus mag ich ganz und gar nicht, aber aus organisatorischen Gründen steigen wir tapfer mit nach oben. Unsere Schuhe sinken schnell in den Sand ein, es läuft sich fast wie an der Ostsee, allerdings geht’s hier ständig nach oben, währenddessen es an der See eben immer am Meer lang geht. Ach ja … das Meer. In Kürze steuern wir Swakopmund an, beide freuen wir uns wie kleine Kinder darauf. Jetzt jedoch werden die Zähne zusammen gebissen und wir steigen nach oben. Ich setze mir immer kleine Ziele, zähle meine Schritte, immer bis 50, ehe ich wieder von vorn beginne. Der Aufstieg ist schaffbar, ich sehe keinen umkehren. Interessant nebenbei, dass man kaum schwitzt. Liegt wohl an der außerordentlich geringen Luftfeuchtigkeit. Auf dem Kamm (sagt man das bei einer Düne eigentlich auch?) machen wir die obligatorischen Fotos in allen möglichen Posen und überlegen, wie kleine Kinder den steilen Berg hinunterzurennen bzw. hinunterzukugeln. Letztlich entscheiden wir uns für das langweiligere Absteigen und fotografieren uns unten in verschiedenen Posen, immer darauf bedacht, die Düne noch höher und steiler erscheinen zu lassen, um mehr Anerkennung von den Reisefaulen zu kriegen.
Wir trinken eine Flasche Wasser leer und fahren weiter in Richtung DEAD VLEI. Unser Kartenmaterial, das wir vom Veranstalter bekommen haben, ist erbärmlich. Bis jetzt siehts nicht nach einer Weiterempfehlung für ihn aus. Wir kommen an und sind etwas irritiert, denn dort sitzen lediglich vier Eingeborene und scheinen sich zu langweilen. Erinnern mich in ihrer Arbeitsmotivation irgendwie an DDR-Verkäuferinnen bzw. -Kellner. Weder findet man ein Hinweiszeichen, dass man mit dem Jeep weiterfahren kann, noch werden uns die Tickets durch die Eingeborenen angeboten. Da wir aber blickige Menschen sind, durchschauen wir sie und lösen mutig 2 Tickets, um sie aus ihrer Lethargie zu lösen. Eins kostet 110 N$ und mit 300 N$ und der Bitte um 2 Tickets scheinen die beiden Chefverkäufer (der andere scheint als Traktorist dort tätig zu sein, dem vierten konnte keine Aufgabe zugeordnet werden, Typ Touristenbeobachter) hoffnungslos überfordert. Es dauert sage und schreibe 6:30 min (kein Scheiß!), ehe beide beratschlagt haben, wieviel dem biestigen Käufer, der das Geld noch nicht mal passend hat, herausgegeben werden soll. Sie einigen sich tatsächlich auf 80 N$. Aber damit nicht genug. Nun wird noch auf beiden Karten das heutige Datum handschriftlich eingetragen. Auch das dauert seine Zeit … Eine in der Nähe stehende Frau bemerkt: „Wir haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit erfunden.“ Ganz Unrecht hat sie nicht. Kurz darauf starten wir mit 7 anderen Touristen im Jeep. Am Ziel angekommen, stapfen wir durch weitere rote, braune und gelbbraune Dünen und fragen uns, warum wir dies eigentlich tun? Sieht ja schließlich eine wie die andere aus. Und auf allen läuft es sich gleich. Plötzlich sehen wir die Antwort: Vor uns liegt majestätisch einerseits und gespenstisch unwirklich andererseits der ausgetrocknete See mit seinen vielen abgestorbenen Bäumen im Inneren. Von oben sieht er aus wie eine Eislaufbahn. Wir laufen hinunter und machen Fotos ohne Ende.
Beide sind wir der Meinung, dass die Einheimischen hier ruhig noch paar ausgebleichte Rinderschädel mit Hörnern dazupacken könnten. Das würde das Ganze quasi abrunden und touristenfreundlicher machen. Sozusagen Klein Texas bzw. Klein Arizona im Süden Afrikas. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir beschließen, unsere Tour nach gefühlten 300 Fotos zu beenden. Bei der Fahrt im Toyota zum Ausgang erblicken wir wieder Tiere, stellen aber bereits jetzt fest, dass wir diese schon längst nicht mehr so euphorisch wie an den ersten drei Tagen wahrnehmen. Sollte sich etwa bereits jetzt schon sowas wie Alltäglichkeit eingeschlichen haben? Wir hoffens mal nicht! Am Ausgang zahlen wir brav unseren Obulus, tanken voll (Benzin kostet hier umgerechnet ca. 84 Cent pro Liter) und kaufen im Shop Corned Beef, gekochten Mais in der Dose (igittigitt!) und Weißbrot, denn wir wollen partout nicht einsehen, hier für das Diner 350 N$ p.P. zu zahlen. In der Lodge angekommen, stellen wir fest, dass es gerade mal 14 Uhr ist und wir beschließen, ein Nickerchen (Schreibweise beachten, ehe es Beschwerden und Entrüstungen hagelt!) zu machen. Ein wenig zwickts doch hier und da und da ist man für etwas körperliche Ruhe dankbar und empfänglich. Wir verzehren unser mitgebrachtes Essen und sind mit dem Tag ganz zufrieden. Abends sitzen wir kurz im Foyer, leider der einzige Ort, an dem man ins www kann. Und leider hat die kleine Gabi (52) immer noch keinen Löwen gesehen. Noch nicht mal LÖWENBRÄU.
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201517. Juli 2015 · #13
Tag 6
Manches, was man hier erlebt, lässt sich unmöglich Tagen zuordnen, deshalb mal hier was vielleicht nicht so Anheimelndes, für Erstreisende aber wohl nicht unwichtig: Die ganz individuelle Nasensteinproduktion hat in Namibia Hochkonjunktur. Offenbar liegts an der extrem trockenen Luft. Salzhaltige Nasenspülungen sind also keine sinnfreie Investition, wenn man hierher reisen möchte.
Unser Tag beginnt früh. Ohne dass wir uns den Wecker gestellt haben, wachen wir gegen 6:30 Uhr auf und sind blitzmunter. Das Frühstück ist gut, selten habe ich solch gut gemachtes Rührei gegessen. Mag banal klingen, ist aber so! Auch der angerührte Quark sagt uns beiden sehr zu, wirklich aromatisch mit vielen frischen Früchten und richtig gut! Was uns hier jedoch außerordentlich missfällt, sind die vielen Spatzen, die hier ein- und ausfliegen und direkt (!) auf dem Frühstücksbüffet landen und sich dort aus dem Müsliglas bedienen und alles vollscheißen. Auch auf unserem Tisch landen sie noch während wir essen, kacken die weiße Decke voll und verabschieden sich mit lautem Gepiepse. Die beiden diensthabenden Kellner unterhalten sich draußen über den Eiweißverlust der namibianischen Vögel im Rückenflug oder sonstwas. Trotz meiner Bitte, das Essbare abzudecken, machen sie das, was Afrikaner am besten können: Lächeln und mir ihre schönen weißen Zähne zeigen. Okay, bald ists geschafft, dann gehört das Frühstück der Vergangenheit an. Auto ist gepackt, Kreditkarte begleicht die wenigen Getränke und ab geht’s … Heute geht’s nur paar km in Richtung Norden nach SOLITAIRE GUESTFARM, quasi Zwischenstation, ehe wir nach Swakopmund aufbrechen. Unterwegs sehen wir am Straßenrand die außerordentlich ungewöhnlichen Nester der Webervögel, die ihren Eingang unten haben und die wirklich toll und sehr dekorativ aussehen.
Gabi sucht diese Dinger schon seit wir sie bei Rainer in der FARM HEIMAT erstmals gesehen haben. Die Nestbauer sind wahre Meister, man kriegt die (verlassenen) Nester nicht so einfach vom Baum ab. Ich will helfen, hebe einen abgebrochenen Ast auf und will eins abschlagen. Plötzlich passierts: Ich steche mir eine der ca. 5 cm langen Dornen des Baumes (eignen sich hervorragend als Zahnstocher) ins rechte Auge. Ich schreie auf und spüre, wie das Blut läuft. Zum Glück traf mich der Dorn einen halben cm oberhalb des Auges im Lid. Dieses ist ca. 5 mm aufgerissen und man könnte meinen, es sei ein Schmiss aus Studententagen. Ists aber nicht!
Unternehmen Vogelnestklau wird abgebrochen, wir geben uns der namibianischen Natur geschlagen (eigentlich sah es ja auch potthässlich aus und sowas braucht ja auch kein Mensch trösten wir uns) und fahren weiter. Kurze Zeit später taucht unser Tagesziel auf. Wir wollen einen kleinen Abstecher in den Ort machen, man empfahl uns, unbedingt die Bäckerei an der Tankstelle aufzusuchen, die sei für ihren Apfelkuchen weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. Lohnt sich tatsächlich, schmeckt saugut! Der Bäcker, ein Schotte, verstarb im Januar 2014 und wurde ca. 10 m vor seiner Bäckerei auf dem Platz vor der dortigen Lodge beerdigt. Man schien ihn sehr zu lieben … Wir lassen volltanken, bewundern die dort aufgestellten Oldtimerwracks, die abends dort mit Standlicht (!) parken und fahren in unsere Unterkunft.
Dort empfangen uns zunächst 4 zottlige, übergewichtige Dorfköter, an denen die chinesische Fleischindustrie definitiv Interesse bekunden würde. Die Dame am Empfang ähnelt besagter Big Mammmmmma von Tag 1, hier nur hellhäutig. Unser Zimmer ist sehr geräumig, wirkt sehr ansprechend im Stile der Kolonialzeit (naja … bisschen Fantasie muss man schon mitbringen). Wir verleben einen ruhigen Nachmittag, Gabi ist zum Fotoshooting auf dem Gelände unterwegs, ich habe Matratzenhorchdienst. Das abendliche Büffet ist toll. Wir essen Kudu (die Viecher mit den großen gebogenen Hörnern), verschiedene leckere Salate und zum Dessert Milktart – ein göttliches Zeug! Und die kleine weibliche Bedienung (19) ist ähnlich wie das Milktart … und flink und hübsch und lustig und aufmerksam und rundum gelungen. Hat mich zu ihrem 20. Geburtstag im September eingeladen ... schade, dass ich arbeiten muss. Wir beschließen, bald schlafen zu gehen und wollen die Gardinen im Bungalow offen lassen … vielleicht hat ja ein Löwe mit der kleinen Gabi (52) Erbarmen und lässt sich von ihr beobachten.
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201518. Juli 2015 · #14
Tag 7
Der Reiseberichterstatter war heute faul und hat Urlaub gemacht.
Netti59847 Beiträge · seit 201519. Juli 2015 · #15
Schade ............ bin gerade voll drin und total Begeistert 🙂 Das ist mein erster Beitrag. Wir planen auch nach Namibia zu fahren, bin seit einiger Zeit am lesen, lesen, lesen ....................
Hoffe, das dein Urlaub bald zu Ende ist, das es weitergeht und vor allem freue ich mich wahnsinnig auf deine Bilder.
Fledermaus58 Beiträge · seit 201519. Juli 2015 · #16
Hallo Zeitungsleser, ich quetsche mich auch noch in euren RAV, wir sind im September zum ersten Mal selbst in Namibia auf Tour und beim Lesen steigt die Vorfreude 🙂 . Natürlich erwarten wir auch sehnsüchtig eure Bilder.
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201519. Juli 2015 · #17
Tag 7
Vor uns liegen heute knapp 300 km Fahrstrecke bis nach SWAKOPMUND, aber ich freue mich darauf. Auto fahren gehört immer schon zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und auch unsere USA-Reise vor 7 Jahren (Südwest-Tour) bestand größtenteils aus Autofahren. Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern und geben Gas. Die Fahrt verläuft weitestgehend unspektakulär, allerdings denke ich gerade daran, dass der aktuelle deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (der wird sich wundern, beim Ego-Googeln seinen Namen hier im Namibia-Forum zu finden!) wahrscheinlich schon längst auf derartige Routen eine Vergnügungssteuer erhoben hätte, denn die Berg-und-Tal-Schotterpisten erinnern an Rummel-Achterbahnen und wir haben tierischen Spaß, wenn es an der höchsten Stelle im Bauch kribbelt und man das Gefühl hat abzuheben. Oft wissen wir gar nicht, wie es hinterm Hügel weitergeht, aber da wir ja die Dreckwolke der entgegenkommenden Fahrzeuge schon kilometerweit im Voraus erkennen, ist das Risiko kalkulierbar. Nach ca. 30 km sehen wir zwei Strauße mitten auf der Schotterpisten-Fahrbahn. Sofort habe ich die Idee, meiner gleichnamigen Kollegin via Whats-App Bilder zu schicken mit der Frage, welche Tiere ich wohl gerade jage. Doch dazu brauche ich Beweisfotos. Ich pirsche mich also mit dem Auto an die beiden heran (ha ha … ranpirschen mit dem Auto!) … jetzt ist Teamwork angesagt: Ich fahre, Gabi muss mindestens einen der beiden „abschießen“, sonst weiß meine Kollegin gar nicht, was ich damit meine. Letztlich gelingen Gabi und auch mir paar verwendbare Schüsse. Wir überlassen die beiden wieder ihrer Tagesbeschäftigung und fahren weiter.
Wenige km später erspähen wir links in Fahrtrichtung eine fünfköpfige Zebrafamilie, die relativ nahe steht und somit gut zu fotografieren ist. Weit in der Ferne können wir in der Steppenlandschaft immer wieder verschiedene Herden ausmachen und via Fernglas gut erkennen.
Plötzlich kriege ich Durst. Richtigen Durst. Und hier sind 0,8 Promille erlaubt. Ich bitte Gabi, mir eine Dose TAFEL LAGER zu öffnen, was ihr gelingt und mich fast sitt macht. Für Unwissende: „sitt“ ist ein Kunstwort aus einem Ideenwettbewerb Mitte der 1990er Jahre, es ist die Ergänzung zu „satt“ und bedeutet „nicht mehr durstig“ (Schließlich sollen die hier Mitlesenden ja auch gebildet werden und diesem Auftrag komme ich gern nach). Nach einer zweiten Dose (souverän von Gabi mit dem Daumen der linken Hand geöffnet) verspüre ich keinen Durst mehr und Gabi hat ihre Mitfahrberechtigung für die Namibia-Reise unter Beweis gestellt. Vor uns liegen noch immer zwei Pässe und das Kuiseb mit seinen schroffen, zerklüfteten Felsformationen. Im Vorfeld unserer Reise las Gabi „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ (von Henno Martin, gibt’s bei ebay oder anderswo für ca. 6 € gebraucht). Den Spuren der beiden Protagonisten wollte sie nun auf ihrer Reise einige km folgen. In den Bergen jedoch verlief sich die Spur, da bspw. die Ausschilderungen zu Martinshöhle oder Karpfenkliff leider nicht auffindbar waren.
Zugegebenermaßen erweist sich ein nicht geringer Teil der Strecke als wenig aufregend, nackte Felsen durchziehen die Landschaft, weit und breit nichts als Dreckpiste, Felsen und sonst nichts weiter. Interessantes Detail: Die „Pistenraupe“
, die im Auftrag der namibischen Regierung für die Straßenwartung unterwegs ist und massenhaft Dreck aufwirbelt, durch den wir ihr folgen müssen, ehe wir sie endlich überholen können. Wir machen einmal kurze Pinkelpause (der von mir erwählte Strauch dachte bestimmt, es sei schon Weihnachten) und fahren Swakopmund entgegen. Vorher passieren wir die Straßeneinengung (eine Art Steg aus Eisen), die uns in den Distrikt führt. Weiter durch das Kuisebtal, die Brücke über den staubtrockenen Fluß, die nur durch ihre Länge vermuten lässt, dass es hier doch hin und wieder Wasser gibt.
Wir passieren eine riesige Flamingo-Kolonie an der linken Straßenseite (bestimmt an die 1000 Tiere)
kurz vorm Ziel und machen einen kurzen Zwischenstopp in WALFISHBAY, essen dort im LEMON TREE leckeren Fisch bzw. Sushi (pro Gericht umgerechnet ca. 9 €, sehr zu empfehlen!), fahren kurz zum Hafen … ENDLICH DAS MEER! Der Atlantik liegt vor uns. Wir entscheiden uns aber doch, zuerst unser Quartier aufzusuchen, da ich ziemlich müde bin. Gewählt haben wir VERONIKAS GUESTHOUSE. Auf dem Weg von Walfishbay nach Swakopmund befahren wir die Küstenstraße und sehen mit eigenen Augen, dass das Meer sozusagen direkt auf die Wüste trifft und sozusagen fast nahtlos in diese übergeht. Irgendwie beeindruckend! Quasi nahtlos an den Strand schließt sich die Wüste an, lediglich durch die Asphaltstraße (die schon in der Wüste liegt) unterbrochen. Die Kosten für die Wartungsarbeiten dieser Straße, die eher schmal aber in einem sehr guten Zustand ist, sind sicher beträchtlich.
Unsere Unterkunft finden wir recht schnell, der Gastgeber (ein Franke) begrüßt uns und ich mache mich erst mal flach. Bisschen geschlaucht bin ich schon … Am Abend dann laufen wir ein wenig den Strand entlang in Richtung alter Ortskern. Vor uns der Atlantik – riesig und scheinbar endlos … ein beeindruckendes Gefühl, wenn man sonst in einer Großstadt mitten im Landesinneren wohnt. Über ihn kamen einst die sogenannten Entdecker, auf ihm fuhren die ersten Schiffe, die hier die ersten Kolonisten an Land brachten (war paar km weiter südlich in der sog. Lüderitzbucht, als sich dort einst der Bremer Tabakhändler an Land setzen ließ).
Wir sind von den wunderschönen Häusern, die in unmittelbarer Strandnähe zu finden sind, total beeindruckt. Das passt hier architektonisch alles prima zusammen und kaum einer würde wohl auf Namibia tippen, wenn man ihm Fotos dieser Silouette bzw. dieses Häuserensembles vorlegen würde. Hätten wir definitiv so nicht erwartet. Hat durchaus ne Menge von einem Seebad.
Wir spazieren der Seebrücke zu, kriegen aber im dortigen Restaurant keinen Platz mehr und weichen in Kückis Pub (von jedem Reiseratgeber empfohlen) aus. Besoffene Schweizer bevölkern den Thresen und halten ihr Gegröle auch noch für unterhaltsam. Da wir jedoch schon berufsbedingt den Umgang mit sozialen Randgruppen gewohnt sind, lassen wir uns nicht abschrecken und irgendwo sind Schweizer ja auch so ne Art Menschen und wollen nicht immer nur das Matterhorn, das 2015 seinen 150. Jahrestag seiner Erstbesteigung begeht, sehen. Wohlschmeckender Fisch und 2 Bier vom Fass für 370 N$ sind zwar kein Schnäppchen, aber es war gut! Wir schlenkern in unsere Unterkunft und während ich diese Zeilen hier tippe, träumt die kleine Gabi (52) möglicherweise vom ersten Löwen, den sie auch hier noch nicht gesehen hat.
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201519. Juli 2015 · #18
So, nun probiere ich mal, obs was mit Bildern wird. Alle gehören zu Tag 1
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201519. Juli 2015 · #19
Kann man was erkennen? Ich mach das zum ersten mal, habe leider null Kennung.