Otjiwarongo, 10. Feb.2015
Polizeiwache - Teil 1: 14.00 Uhr
Mrs. Brenda Mbabwa ist gerne Polizistin. Pünktlich um 14.00 Uhr betritt sie die Wache der Polizeistation in Otjiwarongo. Dass sie letztes Jahr - gegen den Widerstand vieler Kollegen - die Bleistifte aus der Behörde verbannte und moderne Kugelschreiber als verbindliches Schreibgerät einführte, wusste man in Windhuk zu danken und übertrug ihr die Leitung der Polizeiwache. Stolz trägt sie ihr dunkelblaues Kostüm mit zahlreichen goldenen Rangabzeichen.
Souverän begrüßt sie die fünf umhersitzenden Beamten und lässt sich berichten. Nachdem die Palaver ein Ende finden, bemerkt Brenda ein weißes Ehepaar auf der Wartebank, etwas verstört und ein wenig blass um die Nasen. Mit einem untrüglichen Gespür für große Aufgaben, zieht sie sich für ein viertel Stündchen in ihr Büro zurück um die nötige Konzentration zu finden.
Wieder im Wachraum, haftet sie ihren Blick auf das Paar und mit einem Wink ihres Zeigefingers bittet sie die beiden an den Tresen.
„Was kann ich für sie tun“
„Wir wurden kurz vor 12.00 Uhr am Parkplatz des Sparmarktes beraubt“
„Oh, bitte erzählen sie mir alles ganz genau“
Den sehr laienhaften Einwand des Mannes, dass er bereits zwei Kollegen den Vorfall vollständig berichtet hat, kann Brenda natürlich nicht gelten lassen. Seit 14.00 Uhr trage sie hier alle Verantwortung und gute Polizeiarbeit ist nur möglich, wenn sie die Information aus erster Hand berichtet bekommt.
„Name, Vorname, Geburtsdatum, Alter, Nationalität, Führerschein……“
In Druckschrift schreibt Brenda das Protokoll, nein sie malt es. Ein Buchstabe schöner als der andere, ihre Berichte sind Kunstwerke.
„Wann haben sie die Polizei verständigt?“
„Um 12.00 Uhr“
„Wann ist die Streife eingetroffen“
„So gegen 12.10 Uhr“
„Welche Farbe hatte der Wagen und wie viele Beamte?“
„Weiß mit zwei Personen“
„Wurden sie von den Beamten freundlich behandelt?“
„Ja“
„Hatten die Beamten die Lage unter Kontrolle?“
„Hm, Ja“
„War das der einzige Streifenwagen?“
„Nein, es kam noch ein zweiter“
„Wann?“
„Kurz danach“
„Geht das etwas genauer, waren es 3, 4 oder 5 Minuten?“
„Es war nach genau zwei Minuten“ wirft die Frau geschickt ein und Brenda notiert sehr zufrieden.
„Welche Farbe hatte der Wagen und wie viele Beamte“
„Elfenbein, es waren zwei Polizisten“
„Wurden sie von den Beamten freundlich behandelt?“
„Ja“
„Hatten die Beamten die Lage unter Kontrolle?“
„Ja, ja“
Jetzt kommt Mrs. Mbwabwa zum Sachverhalt. Die Deutschen haben bereits eine Verlustliste erstellt.
Beim Führerschein wird Brenda stutzig:
„Sie haben also keinen Führerschein“
„Doch, aber der wurde mir gestohlen“
Jahrelange Erfahrung macht Brenda hellhörig. Hier sitzt also ein Deutscher, der ohne Fahrerlaubnis Namibias Straßen unsicher macht. Der Verlustliste zufolge möchte er sich die Urlaubskasse auch noch durch einen geschickten Versicherungsbetrug vergolden. Dazu will sie nicht zum Werkzeug werden.
„Bitte nehmen sie wieder Platz, ich bin sofort wieder da.“
Brenda zieht sich in ihr Büro zurück, ihre weitere Strategie muss auf Anhieb sitzen. Nach einem viertel Stündchen erscheint sie wieder im Wachraum und winkt das Pärchen zu sich.
„Sie wurden also kurz vor 11.00 Uhr im Sparmarkt beraubt, was taten sie danach?“
„Nein, es war kurz vor 12.00 Uhr am Parkplatz davor“
„Ok, fassen wir zusammen. Es war gegen 12.00 Uhr. Was hatten sie bei picknpay alles gekauft?“
Brenda ist am Ziel, der Mann resigniert, knickt ein, den Tränen nahe. Die Frau springt auf und flüchtet.
Brenda weiß, wie man mit Halunken dieser Welt umgeht. Zufrieden zieht sie sich in ihr Büro zurück.
Polizeiwache - Teil 1: 14.00 Uhr
Mrs. Brenda Mbabwa ist gerne Polizistin. Pünktlich um 14.00 Uhr betritt sie die Wache der Polizeistation in Otjiwarongo. Dass sie letztes Jahr - gegen den Widerstand vieler Kollegen - die Bleistifte aus der Behörde verbannte und moderne Kugelschreiber als verbindliches Schreibgerät einführte, wusste man in Windhuk zu danken und übertrug ihr die Leitung der Polizeiwache. Stolz trägt sie ihr dunkelblaues Kostüm mit zahlreichen goldenen Rangabzeichen.
Souverän begrüßt sie die fünf umhersitzenden Beamten und lässt sich berichten. Nachdem die Palaver ein Ende finden, bemerkt Brenda ein weißes Ehepaar auf der Wartebank, etwas verstört und ein wenig blass um die Nasen. Mit einem untrüglichen Gespür für große Aufgaben, zieht sie sich für ein viertel Stündchen in ihr Büro zurück um die nötige Konzentration zu finden.
Wieder im Wachraum, haftet sie ihren Blick auf das Paar und mit einem Wink ihres Zeigefingers bittet sie die beiden an den Tresen.
„Was kann ich für sie tun“
„Wir wurden kurz vor 12.00 Uhr am Parkplatz des Sparmarktes beraubt“
„Oh, bitte erzählen sie mir alles ganz genau“
Den sehr laienhaften Einwand des Mannes, dass er bereits zwei Kollegen den Vorfall vollständig berichtet hat, kann Brenda natürlich nicht gelten lassen. Seit 14.00 Uhr trage sie hier alle Verantwortung und gute Polizeiarbeit ist nur möglich, wenn sie die Information aus erster Hand berichtet bekommt.
„Name, Vorname, Geburtsdatum, Alter, Nationalität, Führerschein……“
In Druckschrift schreibt Brenda das Protokoll, nein sie malt es. Ein Buchstabe schöner als der andere, ihre Berichte sind Kunstwerke.
„Wann haben sie die Polizei verständigt?“
„Um 12.00 Uhr“
„Wann ist die Streife eingetroffen“
„So gegen 12.10 Uhr“
„Welche Farbe hatte der Wagen und wie viele Beamte?“
„Weiß mit zwei Personen“
„Wurden sie von den Beamten freundlich behandelt?“
„Ja“
„Hatten die Beamten die Lage unter Kontrolle?“
„Hm, Ja“
„War das der einzige Streifenwagen?“
„Nein, es kam noch ein zweiter“
„Wann?“
„Kurz danach“
„Geht das etwas genauer, waren es 3, 4 oder 5 Minuten?“
„Es war nach genau zwei Minuten“ wirft die Frau geschickt ein und Brenda notiert sehr zufrieden.
„Welche Farbe hatte der Wagen und wie viele Beamte“
„Elfenbein, es waren zwei Polizisten“
„Wurden sie von den Beamten freundlich behandelt?“
„Ja“
„Hatten die Beamten die Lage unter Kontrolle?“
„Ja, ja“
Jetzt kommt Mrs. Mbwabwa zum Sachverhalt. Die Deutschen haben bereits eine Verlustliste erstellt.
Beim Führerschein wird Brenda stutzig:
„Sie haben also keinen Führerschein“
„Doch, aber der wurde mir gestohlen“
Jahrelange Erfahrung macht Brenda hellhörig. Hier sitzt also ein Deutscher, der ohne Fahrerlaubnis Namibias Straßen unsicher macht. Der Verlustliste zufolge möchte er sich die Urlaubskasse auch noch durch einen geschickten Versicherungsbetrug vergolden. Dazu will sie nicht zum Werkzeug werden.
„Bitte nehmen sie wieder Platz, ich bin sofort wieder da.“
Brenda zieht sich in ihr Büro zurück, ihre weitere Strategie muss auf Anhieb sitzen. Nach einem viertel Stündchen erscheint sie wieder im Wachraum und winkt das Pärchen zu sich.
„Sie wurden also kurz vor 11.00 Uhr im Sparmarkt beraubt, was taten sie danach?“
„Nein, es war kurz vor 12.00 Uhr am Parkplatz davor“
„Ok, fassen wir zusammen. Es war gegen 12.00 Uhr. Was hatten sie bei picknpay alles gekauft?“
Brenda ist am Ziel, der Mann resigniert, knickt ein, den Tränen nahe. Die Frau springt auf und flüchtet.
Brenda weiß, wie man mit Halunken dieser Welt umgeht. Zufrieden zieht sie sich in ihr Büro zurück.